Kapitel I. Die Hedonisten. 575 nutzens zu machen, besteht darin, niemals direkt die Nützlichkeit des Gegenstandes, den man bewerten will, ins Auge zu fassen, sondern nur die des Gegenstandes, der seine Stelle einnehmen kann 1 ). Dann erscheint es als völlig klar, daß, wenn ich einen Gegenstand A verliere, an dem ich sehr hänge, den ich aber in jeder Hinsicht durch einen Gegenstand B ersetzen kann, A in diesem Fall nicht mehr als B wert ist; und wenn ich die Wahl habe, ihn auch durch C zu ersetzen, und daß C noch weniger als B wert ist, dann ist auch A nicht mehr als C wert. Wir gelangen schließlich dazu, dieses Gesetz, das eine ebenso große Tragweite hat, wie nur irgendein Gesetz der Physik, wie folgt zu formu lieren: der Wert eines jeden Gutes wird bestimmt durch den am wenigsten nützlichen Gebrauch, den man davon machen, durch die geringste Be friedigung, die man daraus ziehen kann. Bis hierher haben wir gesehen, wie der Begriff des Grenznutzens dazu dient, die Probleme des Wertes und des Tausches zu lösen. Wird ihm aber die gleiche Eigenschaft innewohnen, wenn man ihn auf andere Be reiche der Volkswirtschaft, auf die der Produktion, der Verteilung und des Verbrauches überträgt? Für die Hedonisten unterliegt das keinem Zweifel, da alle Produk tions-, Verteilungs- und Verbrauchshandlungen nur veränderte Formen des Tausches sind. Das gilt zunächst für die Produktion. Warum regelt sich der Wert der Gegenstände unter der Herrschaft der freien Konkurrenz nach den Produktionskosten? Weil jede Ordnung der freien Konkurrenz auf Grund ihrer Definition eine Ordnung ist, in der ein jeder Gegenstand in jedem Augenblick durch einen gleichartigen Gegenstand ersetzt werden kann, Uß d weil dieser selbst nur das Ergebnis einer gewissen Umformung von Rohstoffen darstellt. Das Gesetz der Substitution tritt daher auch hier ln Erscheinung, und wenn die Produktionskosten den Wert aller gleich- urtigen Gegenstände regeln, so beruht dies einfach darauf, weil diese Pro duktionskosten in jedem Augenblick den letzten der ersetzbaren Werte v or stellen. Ebenso für den Verbrauch. Wie verteilt ein jeder von uns seinen Verbrauch oder seine Ausgaben? Selbstverständlich so, daß er daraus den größten Nutzen zieht, nämlich, das sie ihm das Maximum an An nehmlichkeiten verschaffen, das mit einem gegebenen Einkommen ver- Gubar ist. Unbewußt versucht man hier und da Änderungen. Man ver ehrt die im Budget für die Wohnung ausgeworfene Summe und ver ändert dafür die, die zur Beschaffung der Nahrung bestimmt ist, oder Ulan vermehrt die, die für Almosen verwendet werden soll, und beschneidet l ) „Der Nutzen der unwichtigsten Einheit, die an Stelle der, die wir entbehren, ^ r eten kann, wird von uns mit Grenznutzen bezeichnet“ (BöHM-BAWERK,The American ^conomists. American Academy of political and social Science, 1891).