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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>Kapitel III. Die Pessimisten. 
133 
Ideen, wie die der Tatsachen beherrscht. Diese Reaktion ließ auch nicht 
auf sich warten und erschien in der malthusischen Abhandlung. 
Den Behauptungen, daß dem Fortschritte des Menschengeschlechtes 
zu Reichtum und Glück keine Grenzen gezogen seien, und daß die Be 
fürchtung, es werde eines Tages zuviel Menschen auf der Erde geben, 
grundlos sei oder auf jeden Fall sich auf so weit vor uns liegende Zeiten 
beziehe, daß es nicht der Mühe lohne, sich damit zu beschäftigen, hielt 
MälI'hus als Antwort entgegen, daß gerade hierin das fast unüberwind 
liche Hindernis bestehe, ein Hindernis, das sich nicht erst in ferner Zu 
kunft einstellen werde, sondern das seit Anbeginn in seiner ganzen drängen 
den Notwendigkeit bestanden habe und auch heute vorhanden sei 1 ). 
Von Anfang aller Zeiten an habe das Zuviel an Menschen den Fortschritt 
des Menschengeschlechtes schwer gehemmt, ein Fels des Sisyphus, den 
es je und je gewälzt habe, und unter dessen Last es zusammenbreche. 
Die Natur habe in den Menschen einen Instinkt gelegt, der, sich selbst 
überlassen, ihn dem Hunger, dem Tode und dem Laster überantworte. 
Hierin liegt die Tatsache, die alle Leiden der Menschen bedingt, ohne daß 
sie die Ursache kennen; die Tatsache, die den Schlüssel zur Geschichte 
der menschlichen Gesellschaften und ihres Elendes liefert. 
Jeder, auch der, der soziologischen Studien fernsteht, kennt die 
einfachen Formeln, durch die Malthus einerseits die unheimliche Schnellig 
keit der sich selbst überlassenen Bevölkerungsvermehrung, und auf der 
anderen Seite das verhältnismäßig langsame Wachstum der Lebens- 
mittelmenge vor Augen führt. Er benützt zur Darstellung der Bevölkerungs 
vermehrung die geometrische Reihe, die von Zahl zu Zahl durch 
Multiplikation fortschreitet, und er nimmt die einfachste Form, in der 
jede Zahl das Doppelte der vorhergehenden ist; zur Darstellung des 
Wachstums der Lebensmittelmenge bedient er sich der arithmetischen 
Reihe, die von Zahl zu Zahl durch Addition wächst. Auch hier nimmt 
er die einfachste, die Reihe der ganzen Zahlen: Das Ergebnis ist folgendes: 
1 2 4 8 16 32 64 128 256 
12345 67 8 9 
Er nimmt weiter an, daß jede Zahl eine Periode von 25 Jahren um 
faßt. Man sieht daher sofort, daß, wenn die Bevölkerung sich alle 25 Jahre 
verdoppelt, und die Lebensmittel während dieses Zeitraumes nur um 
eine stets gleichbleibende Menge wachsen, der Unterschied zwischen 
den beiden in einem unheimlichen Verhältnis steigt. In unserer Zahlen- 
&amp;gt;) Kap. VIII trägt die über..»»: „Übe, den I"*“;™ 1 “”' “ * 
mm der Be«lkerun| erwachsende Gefahr not* s ,* e b,n der Bevelkemnp, Uber 
sehr wenig Länder, m denen man nicht ein bcstan g • wtändiee 
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