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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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Erstes Buch. Die Begründer. 
Feminismus, der die Unabhängigkeit außer der Ehe sucht; die vor 
zeitige Emanzipation der Kinder, die den Eltern nur die Sorgen der 
Elternschaft, aber weder ihre Freuden, noch ihren Gewinn läßt; un 
zureichende Wohnungen, die Last der Steuern und hundert andere. 
Daher sind die Gründe der Fortpflanzung unendlich mannigfaltig, 
aber gerade weil sie sozialer und nicht physiologischer Natur sind, haben 
sie keinen notwendigen, bleibenden, allgemeingültigen Charakter und 
können sehr wohl durch entgegengesetzte, soziale Beweggründe über 
wunden werden. Gerade das ist eingetreten. Man kann sich wohl vor 
stellen, daß dort, wo der religiöse Glaube verdorrt, und die Vaterlands 
liebe tot ist, wo die Familie nur eine Generation dauert, wo alles Land 
in fester Hand, und die Fabrikarbeit der Kinder untersagt ist, wo die 
Seßhaftigkeit des Lebens fast aufgehört hat, wo der Gedanke an physische 
Schmerzen unerträglich, und die Ehe durch leichte Ehescheidung mehr 
und mehr einer freien Geschlechtsverbindung ähnlich geworden ist, daß 
dort, wo alle Beweggründe für die Fortpflanzung, die ich aufgezählt habe, 
keinen Einfluß mehr haben, und wo alle gegenwirkenden Kräfte in freiem 
Spiele sind, daß dort die Fortpflanzung dann völlig aufhört. Wenn bisher 
kein Volk diesen Zustand erreicht hat, so muß doch zugegeben werden, 
daß alle auf dem Wege dazu sind. Allerdings mögen in neuen sozialen 
Verhältnissen sich neue Beweggründe für die Fortpflanzung einstellen: 
ich glaube das wohl, aber sie sind uns noch nicht bekannt. 
Mag auch die Behauptung noch so paradox erscheinen, der Ge 
schlechtstrieb spielt in der Fortpflanzung des Menschengeschlechts y - 
wohlgemerkt nur in diesem, — eine sehr untergeordnete Rolle. üm 
Natur hat zwar beide Instinkte in den gleichen Organen vereinigt, um 
wer an letzte Ursachen glaubt, kann hier die List bewundern, die sie 
angewendet hat, um die Erhaltung der Arten durch die Bindung der 
Zeugung an das kräftigste Lockmittel zu sichern. Der Mensch hat sich aber 
als noch listiger erwiesen und hat mühelos beide Funktionen voneinander 
getrennt. Zwar fährt er fort, blind dem Gesetze der Geschlechtsbefriedigung 
und der Wollust zu gehorchen, und kann dies um so freimütiger tun, 
je weniger er sich um die Folgen zu kümmern braucht, aber er hat es 
verstanden, sich fast durchaus dem Gesetze der Fortpflanzung zu ent 
ziehen. Daher lösen sich die Befürchtungen Malthus’ in nichts auf, 
und die entgegengesetzte Besorgnis, die eines langsamen Selbstmordes 
der Völker, erscheint am Horizont. 
Diese Trennung der beiden Funktionen vollzieht sich um so 
leichter, weil auch das schwache moralische Hemmnis, das der ehrlm' ie 
Pfarrer ihr entgegen gestellt zu haben glaubte, als er diese Überlistung 
des Fortpflanzungstriebes mit dem Namen Laster bezeichnete, F (ic 
Bedeutung verloren hat. Nachsichtigere Moralprediger sind aufgestanden 
und haben nachgewiesen, daß nur diese Praktiken beiden Pflichten</div>
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