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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>266

Zweites  Buch.  Die  Gegner.

gleichen  Eang  zuweist,  indem  er  der  ersten  4 /r2,  dem  zweiten  s /i2  ( was
wahrscheinlich  mehr  ist  als  es  heute  erhält)  und  dem  dritten  3 /i2  zubilligt;
—  der,  über  die  Anpreisungen  der  gewissenlosesten  Gründer  hinausgehend,
Dividenden  von  30,  ja  selbst  von  36%  verspricht,  und  denen,  die  eine
feste  Verzinsung  vorziehen,  8y 3 %  zusichert 1 );  der  aus  der  Erwartung,  ja
sogar  aus  der  Jagd  nach  Erbschaften  eine  der  anziehendsten  Unterhaltungen ­
  der  zukünftigen  phalansterischen  Gesellschaft  macht;  und  der
behauptete,  daß  der  Unterschied  zwischen  Reichen  und  Armen  „dem
Plane  Gottes  entspricht“  und  daher  auch  seinem  eigenen,  denn:  „man
muß  verstehen,  daß  Gott  alles  das,  was  er  gemacht  hat,  gut  gemacht  hat“ 2 ).
Und  doch  erscheint  Fourier  allen  Menschen  seiner  Zeit  und  noch
heute  allen  denen,  die  ihn  nicht  gelesen  haben,  d.  h.  beinahe  fast  allen,
als  ein  Ultrasozialist,  als  ein  Kommunist.  Das  findet  seine  Erklärung
weniger  in  den  Übertreibungen  seiner  Zukunftsbilder  und  seiner  Sprache,
die  wir  eben  erwähnten,  als  in  dem  bizarren  Namen,  den  er  seiner  Genossenschaft ­
  gibt:  le  Phalanstere,  ein  Name,  der  auf  irgendeine  geheimnisvoll
anziehende,  gruselige  Stadt  hinwies,  wo  alles  gemeinsam  sei,  die  Güter
wie  die  Frauen.
Wir  müssen  daher  auch  die  Darstellung  seines  Systems  mit  dem
Phalanstere  beginnen:  es  ist  sein  Kern  und  Stern.

§  1.  Das  Phalanstere.
Nichts  kann  auf  den  ersten  Blick  weniger  erschrecken  als  das  Phalanstere: ­
  hier  ist  nichts,  was  der  Neuen  Harmonie  Owen’s,  dem  Icarien
Cabet’s,  der  Sonnenstadt  Campanella’s,  der  Utopia  Morus’  ähnelt.
Von  Außen  gesehen  ist  es  in  seinem  ganzen  Betriebe  weiter  nichts  als  ein
großes  Hotel,  das  für  1500  Personen  eingerichtet  ist,  größer,  aber  allen
denen  ähnlich,  die  sich  jetzt  in  allen  Winter-  und  Sommerkurorten  erheben,
mit  Zimmern  und  ganzen  Wohnungen,  tables  d’höte,  Salons,  Lese-,  Spiel-,
Konzertsälen,  mit  Theatern  usw.,  eine  Anlage,  die  er,  ohne  müde  zu  werden,
bis  in  die  letzten  Einzelheiten  beschreibt.  Jedem  Gast  steht  es  übrigens
frei,  ganz  wie  heute,  nicht  nur  eine  vollständige  Wohnung  zu  bewohnen,
sondern  auch  auf  dem  Zimmer  zu  speisen,  wenn  er  nicht  zu  der  table  d’höte
gehen  will.  Nur  unterscheidet  sich  das  Phalanstere  von  einem  großen
Hotel  darin,  daß  es  nicht  für  die  Reichen  allein  berechnet  ist,  denn  es
gibt  Zimmer  und  Kost  in  allen  Preislagen  nämlich  fünf  Klassen  und  sogar

l )  Brief  vom  28.  Januar  1831,  von  Pellarin  angeführt,  Vie  de  Fourier
(Paris,  1850).
*)  Nouveau  Monde  Industriel,  S.  26.  —  Für  weitere  Einzelheiten  siehe
unser  kleines  Buch:  (Euvres  choisies  de  Fourier,  mit  Einführung,  —  und  den
starken  Band  von  Hubert  Bourgin,  Fourier.</div>
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