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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>Kapitel  III.  Die  Assozialisten.

269

das  Phalanstere  rings  um  den  Palast,  der  als  Wohnung  dient,  ein  Landgut
von  ungefähr  400  Hektar,  mit  den  Wirtschaftsgebäuden  und  den  Industrieeinrichtungen, ­
  die  nötig  sind,  um  alle  Bedürfnisse  der  Einwohner  zu  decken.
Es  ist  eine  kleine  Welt,  die  sich  selbst  genügt,  ein  Mikrokosmus,  der  alles
das,  was  er  verbraucht,  produziert,  und  alles  das,  was  er  produziert,  verbraucht; ­
  er  tauscht  nur  in  Ausnahmefällen  solche  Dinge,  die  er  im  Überfluß ­
  besitzt,  gegen  solche,  an  denen  er  Mangel  hat,  von  anderen  Phalangen
ein.  Die  Phalange  ist  in  der  Form  einer  Aktiengesellschaft  gebildet.  Das
Privateigentum  ist  daher  keineswegs  abgeschafft:  es  wird  nur  in  Aktieneigentum ­
  verwandelt,  eine  Umformung,  die  nichts  Sozialistisches  hat,
sondern  die  im  Gegenteil  durchaus  kapitalistisch  ist.  Molinari  empfahl
sie  noch  neuerdings  und  wünschte  ihre  allgemeine  Ausbreitung.  F  ourier
kommt  ihm  darin  um  dreiviertel  Jahrhunderte  zuvor.  Mit  einem  für  die
Zeit,  in  der  er  schreibt,  äußerst  bemerkenswerten  Scharfsinn  —  denn
damals  waren  Aktiengesellschaften  noch  sehr  selten  —•  zählt  er  die  Vorzüge ­
  dieser  Entwicklung  des  Eigentums  auf  und  behauptet  sogar,  daß
»eine  Aktie  einen  bedeutend  wirklicheren  Wert  vorstellt,  als  heute  Grundbesitz ­
  und  Geld“.
Was  die  Dividenden  anlangt,  die  Fourier  höchst  freigebig  verspricht,
so  werden  sie  unter  alle  Aktionäre  verteilt,  aber  nach  welcher  Regel?
Wird  diese  Verteilung  nur  nach  der  Anzahl  der  Aktien  geschehen,  wie  es
beute  der  Grundsatz  aller  Handels-  und  Finanzgesellschaften  ist?
Nicht  so  ganz  und  gar.  Sicherlich  bleibt  dem  Kapital  ein  guter  Teil,
® in  Drittel  des  Gewinnes,  4 / 12 ,  die  Arbeit  aber  erhält  5 /i 2  und  das  Talent  3 / l2 .
Was  soll  nun  unter  Talent  verstanden  werden?  Die  Leitung,  und  zwar
übertragen  durch  Wahl!  Dies  setzt  voraus,  daß  man  den  Fähigsten  erwählen ­
  wird.  Die  Unsicherheit  dieser  Voraussetzung  scheint  Fourier
oicht  weiter  gestört  zu  haben;  man  hatte  damals  noch  nicht  die  Erfahrung
des  allgemeinen  Wahlrechtes  und  konnte  noch  glauben,  daß  innerhalb
einer  so  kleinen  Gruppe  die  Wahl  mit  größerer  Sicherheit  vor  sich  gehen
würde.
Als  Produktivgenossenschaft  findet  sich  die  Phalange  von  gewissen
Arbeitervereinen,  die  diesen  Namen  tragen,  verwirklicht.  Sie  verteilen
d e n  Gewinn  ungefähr  nach  der  arithmetischen  Formel  Fouriers 1 ).
eshalb  haben  sie  auch,  um  darauf  hinzuweisen,  daß  sie  direkt  von  ihm
p  Rammen,  die  Anregung  dazu  gegeben,  ihm  ein  Denkmal  in  ihrem
ariser  Stadtviertel,  auf  dem  Boulevard  Clichy,  zu  errichten.
diB  m  \  Wir  wollen  hauptsächlich  von  denjenigen  Assoziationen  sprechen,  deren  Vorbild
Malergenossekschaft  „Le  Travail“  ist.  Die  Verteilung  ist  ungefähr  60/„  an  die
«beit  270/0  an  das  Kapital,  12%  an  die  Verwaltung,  was  nach  der  Mode  Fourier  s
^wolfteln  ausgedrückt  etwa  ««/i.  für  die  Arbeit,  M/«  für  das  Kapital  und  ■/«  für  das
Q eg e i n c ^ a usmachen  würde.  Vgl.  weiter  unten  das  über  das  Familistere  von  Guise</div>
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