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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>Kapitel IV. Friedrich List und die nationale Volkswirtschaftslehre. 
schieht. Weiterhin schaffen die Fabriken Nachfrage nach verschiedenen 
Produkten, die eine Abwechslung in der Bewirtschaftung des Landes 
gestattet und so eine Verteilung der landwirtschaftlichen Aufgaben unter 
den Bezirken gemäß ihrer natürlichen Beschaffenheit herstellt, während 
in dem reinen Agrarzustand ein jeder für seinen persönlichen Verbrauch 
produziert, ohne daß sich die Arbeitsteilung mit ihrer enormen Pro 
duktivität einstellen kann 1 ). 
Für List wie für Smith ist die Industrie daher nicht nur das natür 
liche Ergebnis der Arbeit und der Sparsamkeit. Sie ist selbst eine soziale 
Kraft, eine Schöpferin von Kapital und individueller Arbeit. Sie verdient, 
se i es auch um den Preis einer vorübergehenden Störung, in ein Land 
aus den gleichen Gründen, wie liberale Einrichtungen, eingeführt zu 
werden, als eine fruchtbare Quelle späteren Reichtums. In einem pracht 
vollen Vergleich, der würdig ist, in dem Buch klassischer Bilder der 
Nationalökonomie aufbewahrt zu werden, ruft er aus: „Es ist wahr, die 
Erfahrung lehrt, daß der Wind den Samen aus einer Gegend in die andere 
tr ägt, und daß auf diese Weise öde Heiden in dichte Wälder verwandelt 
worden sind; wäre es aber darum weise, wenn der Forstwirt zuwarten 
wollte, bis der Wind im Lauf von Jahrhunderten diese Kulturverbesserung 
bewirkt? Wäre es töricht, wenn er durch Besamung öder Strecken diesen 
j^weck im Lauf weniger Jahrzehnte zu erreichen sucht? Die Geschichte 
p rt uns ’ daß ganze Nationen mit Erfolg getan haben, was wir diesen 
l-orstmann tun sehen“ 2 ). Das Mittel, das sie angewendet haben, war 
der Zolltarif. 
Indem er sich auf diesen Gesichtspunkt stellt, schlägt er seinen 
Gegnern ihre stärksten Waffen aus der Hand. Alles, was man ihm vor 
werfen kann, ist, daß die Fabriken ihre volle Wirkung nur dann ausüben, 
wenn sie schon ihre Existenzberechtigung in der natürlichen Entwicklung 
ß r Nation gefunden haben, wenn sie zu ihrer Errichtung keine allzu 
schweren Opfer verlangen, — mit einem Wort, wenn der Platz, auf dem 
er Pörster seinen Samen pflanzen will, bereit ist, ihn zu empfangen. 
Was vorausgeht, läßt schon vermuten, daß die LisEsche Auffassung 
v °. m Schutzzoll ihre eigenartigen Züge aufweist. Er ist nicht ein Universal- 
; r ‘ ltt( d- das man gleichmäßig auf alle Länder, auf alle Epochen und auf 
cU e Erzeugnisse anwenden kann. Er ist ein besonderes Verfahren, das 
seine Berechtigung nur unter ganz bestimmten Umständen und unter 
gewissen bestimmten Bedingungen hat. Im Folgenden geben wir die 
au ptzüge dieses Schutzzollsystems wieder, wie er selbst sie definiert hat: 
1- Das System des Schutzzolls ist nur in einem einzigen Fall be 
gütigt; wenn sein Zweck die industrielle Erziehung einer Nation 
zieh *1 Vgi ' d* e Kap. XVII bis XXV, in denen er die Manufakturkraft in ihren Be- 
m it einer jeden der großen industriellen Kräfte eines Landes untersucht, 
&amp;gt; Nat. Syst. S. 174, Cotta. Ausg. 1841. 
lf ff</div>
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