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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 385 
kostet, verteilt wird, wo der größte Teil denen zufällt, die nichts getan 
haben, ein etwas geringerer Teil denen, die etwas mehr tun und in gleicher 
Weise immer weiter in einer absteigenden Skala bis zu denen, für die die 
zermalmendste Arbeit nicht einmal die Notwendigkeiten des Lebens 
sicherstellen kann, — wenn es wirklich keine andere Alternative, als 
diesen Zustand oder den Kommunismus gäbe, dann allerdings wögen alle 
Schwierigkeiten des Kommunismus federleicht in der Wagschale“ 1 ). 
Er ist es, der in Dingen der Moral den Utilitarismus lehrt, aber er 
ls t es auch, der erklärt, daß „eine Überzeugung stärker ist als neunund- 
Ueunzig Interessen“! 
Er ist es, der ausruft, daß „die Konkurrenz für die Gegenwart eine 
Notwendigkeit ist, und daß niemand den Tag voraussehen kann, an dem 
Sle aufhören wird, für den Fortschritt unentbehrlich zu sein“, aber er ist 
es auch, der behauptet, daß „die Kooperation das edelste Ideal ist“ und 
^ nachweist, „daß das menschliche Leben vom Klassenkampf um anta 
gonistische Interessen sich zum brüderlichen Wettstreit im Streben nach 
dem Wohle Aller erhebt“ 2 ). 
Man hat von Stüart Mill gesagt, daß er nur ein befähigter Po- 
Pnlarisator gewesen sei. Dies ist eine unverdiente Herabminderung seines 
^ebenstes. Allerdings kann man für ihn nicht, wie für die früheren 
o kswirtschaftler, ein großes Gesetz anführen, dem er seinen Namen 
S'gcben hat, aber er hat neue Perspektiven eröffnet, was vielleicht ein 
J'Lererer Ruhm ist, denn jene angeblichen Gesetze sind fast alle zu- 
^Lmengebrochen: aber die Hoffnungen bleiben. Die Dauer seines Werkes 
nib ^igens noc h dadurch verbürgt, daß man in keinem anderen Buche, 
f- j e inmal in dem Adam Smxth’s, so viele bewunderungswürdige Stellen 
Ök .^ e s * c k S anz ausgesprochen für eine Blütenlese der National- 
onomie eignen, und so viele unvergeßliche Formeln, die von Allen wieder 
g0 ^ ewen det werden, die diese Wissenschaft zu lehren haben. Nicht um- 
, . s haben seine „Prinzipien“ seit einem halben Jahrhundert in den 
e f !. s . en Universitäten englischer Zunge als Textbücher gedient und 
u en diesen Zweck noch heute 3 ). 
die CVOr w * r a ^ er die tiefgehenden Veränderungen ins Auge fassen, 
w .die klassischen Lehren in der Entwicklung seines Denkens erfuhren, 
jjj den wir sie zunächst in ihren großen Linien darlegen, so wie sie um die 
v e des 19. Jahrhunderts, in der Periode von 1848—1873, erschienen, 
der Veröffentlichung der Prinzipien Stuart Mill’s bis zu seinem 
1 ) Principles, B. II, Kap. 1, § 3- ... j- p, n f 
2 ) Ebenda, B. IV, Kap. 7, § 6. . abe V on 1909 angeführt, die rot. 
. 3 ) Als Beispiel sei die letzte enghscheAg ^ Bandj der m Anmerkungen 
Ashley besorgt hat. Er ist ein einziger sehr 1 die Gesc } uc hte der Lehrmei- 
a11 " Varianten der früheren Ausgaben enthalt, das 
nu ngen von großem Interesse. . »ult. 
«He und Rist , üescll . d . Volkswirtschaft!. Lehnnomungen. 2. 
25</div>
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