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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
versiegelt war, erlöst, nach und nach bis zu den Wolken wächst. Dieser 
Geist war aber nur — und man muß nun abwarten, ob diese groß 
artigen hedonistischen Theorien ihm vielleicht nicht auch hierin ähnlich 
sind? 
§ 3. Die mathematische Schule 1 ). 
Kann man von einer mathematischen Schule sprechen? Offenbar 
hat doch die mathematische Methode keine notwendige Beziehung zu 
den hedonistischen oder irgend welchen anderen Lehren; sondern sie ist 
*) Das Entstehungsdatum der mathematischen volkswirtschaftlichen Schule ist — 
wie heute allgemein zugestanden wird — das Erscheinen des Buches Cournot’s: B e ‘ 
cherches sur les principes mathdmatiques de la thdorie des richesses 
(1838), obgleich man auch hier, wie immer, einige Vorläufer anführen kann. Tatsächlich 
aber hat diese Methode erst ungefäht 40 Jahre später angefangen, Schule zu machen- 
Cotjrnot, der im Jahre 1877 gestorben ist, war ein Schulinspektor, der philosophische 
Bücher hinterlassen hat, die heute immer mehr und mehr geschätzt werden. S 0 ® 
Buch über Volkswirtschaft ist ein bemerkenswertes Beispiel für das Mißgeschick, das 
jeden trifft, der seiner Zeit vorauseilt. Während vieler Jahre wurde nicht ein einzig eS 
Exemplar seines Buches verkauft. Umsonst versuchte der Verfasser die Gleichgültig' 
keit des Publikums zu besiegen, indem er 1863 ungefähr das gleiche Buch, aber ohne 
die algebraischen Formeln der ersten Ausgabe veröffentlichte, und zwar unter de® 
Titel: Principes de la thdorie des richesses, dem er 1876 unter einer noch ei® 
fächeren Form eine weitere Ausgabe unter dem Titel: Revue sommaire des do® 
trines dconomiques folgen ließ, — übrigens ebenso erfolglos, wie zuvor. Erst g anZ 
kurz vor seinem Tode zollte ihm ein englischer Volkswirtschaftler, Stanley jEVOflSt 
die gebührende Anerkennung. 
Das Buch des Deutschen Gossen, Entwicklung der Gesetze des mensch 
lichen Verkehrs, erschien zwar etwas später (1853), hatte aber ebenfalls nicht meh r 
Glück. Der Verfasser blieb ein unbekannter Schreiber bei einer Verwaltung, und sein 
Buch wurde erst viel später und zufällig von dem englischen Professor Adamson 
British Museum entdeckt (es war, so glaubt man, das einzige Exemplar, das noch 
existierte). Wie sein Vorgänger, verdankt auch er seine Rehabilitierung Stahle! 
Jevons. In dem Kapitel über die Rente wird man eine leider nur kurze Zusammen* 
fassung dieses Buches finden (s. S. 624ff.). 
Stanley Jevons, der 1882 starb, gehörte zur gleichen Zeit der mathematische 11 
und der psychologischen Schule des Grenznutzens an. Sein prächtiges Buch: Theo!) 
of Political Economy stammt aus dem Jahre 1871, wurde aber erst 1909 in ( ' cr 
Bibliothöque Internationale d’Lconomie Politique insFransözisclieübersetz - 
Leon Walras war Franzose, auch wenn man sich darauf versteift, ihn zu eine 10 
Schweizer zu stempeln, weil er die größte Zeit seines Lebens an der Universität Lausanne 
zugebracht hat (weshalb man auch von einer Lausanner Schule spricht). Er hat 
synthetische Darlegung der ganzen volkswirtschaftlichen Wissenschaft in mathematisch 0 
Form in seinem Buch: Elements d’Lconomie Politique pure gegeben, desse 
erster Teil 1874 herauskam. , 
Heute ist die mathematische Methode in allen Ländern vertreten: durch MarsHA 
und Edgeworth in England, Launhardt, Auspitz und Lieben in Deutschland, " 
fkedo Pareto und Barone in Italien, Irving Fisher in den Vereinigten Staaten u</div>
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