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        <title>Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen</title>
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      <div>Kapitel  I.  Die  Hedonisten.

587

das  den  Molekülen  der  Körper  nicht  gestattet,  sich  in  anderer  Weise
als  gemäß  gewissen  unveränderlichen  Mengenverhältnissen  zu  verbinden.
In  Wirklichkeit  unterliegt  die  Verbindung  der  Produktionsfaktoren  in
den  Unternehmungen  nicht  so  starren  Gesetzen,  wie  die  des  Wasserstoffs
und  Sauerstoffs  in  der  Zusammensetzung  des  Wassers.  Man  kann  den
gleichen  Erfolg  mit  mehr  Arbeit  und  weniger  Kapital,  oder  umgekehrt
mit  mehr  Kapital  und  weniger  Arbeit  erreichen.  Es  gibt  aber  ein  Optimumverhältnis ­
  für  ein  jedes,  das  das  Nutzenmaximum  zu  erreichen  gestattet. ­
  Dieser  Optimumzustand  wird  durch  die  gleichen  Mittel  wie  bei
den  anderen  Gleichgewichtszuständen  erlangt,  nämlich,  indem  man  die
Mengen  Arbeit  und  Kapital  verändert,  bis  der  Grenznutzen  des  Einen
und  des  Anderen  gleich  sind  (siehe  oben  S.  579  f.).  Dieses  Gesetz  setzt
nun,  allgemein  gesprochen,  dem  unbeschränkten  Wachstum  der  Unternehmungen ­
  ein  Ziel,  denn  es  genügt,  daß  ein  einziger  der  Bestandteile
begrenzt  sei  (entweder  Boden,  oder  Kapital,  oder  Arbeit,  oder  Aufsicht,
oder  Absatzgebiete),  um  auch  die  anderen  mittelbar  zu  begrenzen,  —
oder  wenigstens  um  die  Zusammensetzung  des  Unternehmens  fehlerhaft
und  verlustbringend  zu  gestalten.  Vilfkedo  Pareto  legt  mit  Recht
diesem  Gesetz  eine  große  Bedeutung  bei.  Es  genügt  in  der  Tat,  daran  zu
denken,  daß  es  dem  berühmten  Gesetz  der  Konzentration  entgegenwirkt,
um  seine  Tragweite  ermessen  zu  können.
Dieser  Zustand  gegenseitiger  Abhängigkeit,  der  zwischen  den  verschiedenen ­
  Faktoren  der  Produktion  festgestellt  ist,  ist  aber  nicht  der
einzige:  die  neue  Schule  hat  die  Aufmerksamkeit  auch  auf  viele  andere
gelenkt,  nämlich  auf  eine  ganze  Reihe  von  Fällen  gegenseitiger  Abhängigkeit, ­
  in  denen  der  Wert  gewisser  Güter  nicht  isoliert  wechseln  kann,  da
sie  komplementäre  Güter  sind.  Welchen  Wert  hat  ein  einzelner  Handschuh ­
  oder  ein  einzelner  Schuh?  Ein  Automobil  ohne  Benzin?  Ein  Tafelservice ­
  ohne  Gläser?  —  Dies  gilt  für  die  Verbrauchsgüter,  aber  für  die  der
Produktion  ist  es  ebenso:  der  Wert  des  Koks  ist  notwendigerweise  mit
dem  des  Gases  verbunden,  da  man  das  Eine  nur  durch  das  Andere  herstellen
kann;  und  ebenso  für  jedes  Produkt  in  seinen  Beziehungen  zu  seinen
Nebenprodukten:  die  Mögüchkeit  ihrer  Verwendung  drückt  den  Wert
des  Grundproduktes  herab.

§  4.  Die  Kritik  der  hedonistischen  Doktrinen.
Den  Lehren,  die  wir  eben  zusammengefaßt  haben,  ist  es  durchaus
nicht  gelungen,  überall  durchzudringen.  In  England,  in  Italien,  in  Deutschland ­
  und  besonders  in  dem  anscheinend  allen  abstrakten  Spekulationen
a m  wenigsten  geneigten  Lande,  in  den  Vereinigten  Staaten,  haben  sie
Anhänger  und  Lehrstühle  gefunden,  und  die  großen  Zeitschriften  haben</div>
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