Braunkohlenvorräte.

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Auch die Aufschließung neuer Gruben stellt sich bei der Braunkohle
 wesentlich günstiger als bei der Steinkohle. Die Zeit von
Beginn der Aufschließung bis zum Beginn der Förderung ist nicht
so sehr lang, und auch die festzulegenden Kapitalien sind nicht
so außerordentlich große wie bei Steinkohle. Da nun noch hinzukommt,
 daß die Braunkohlenvorkommen viel mehr. verteilt
sind, als dies bei Steinkohle der Fall ist, so ergeben sich auch
daraus Vorteile, für die ungünstige Transportlage. Durch möglichst
 gut verteilte Braunkohlenbergwerke kann eine wesentliche
Entlastung der Bahnen erzielt werden, insbesondere unter Umwandlung
 ‚der Braunkohle in Elektrizität am Gewinnungsort
und Transport der Arbeit mittels Draht.
Die Braunkohle ist auch insofern noch von außerordentlich
zroßer Bedeutung für unser gesamtes Wirtschaftsleben, als daraus
sehr wertvolle Nebenprodukte gewonnen werden. Insbesondere
interessieren uns hier das Treiböl für Dieselmotoren und die Schmieröle,
 Eine Steigerung der Förderung von Braunkohle würde also
such hier eine Verbesserung ermöglichen. .
In nachstehender Tabelle?!) ist angegeben, welche Braunkohlen-Vorräte
 im Deutschen Reich nach seinem‘ Umfange. vor
dem Kriege vorhanden waren und welche Mengen auf die abvetretenen
 bzw: besetzten Gebiete fallen.

Sichere
Mill. t
9814,3

Deutsches Reich. ......
Davon:
Posen und Westpreußen ... 30,5
Kölner Bucht . .  3800.5

Vorräte
%
100

‘0,33
40.80

Nach Prof. Kegel?) kommen hierzu noch an wahrscheinlichen
Vorräten 3525 Mill. t in der Kölner Bucht, etwa 500 Mill t in verschiedenen
 Teilen Deutschlands ‚und sehr erhebliche bzw. erhebliche
 Mengen in Brandenburg-Pommern, Schlesien und Sachsen.
Näch seiner Ansicht werden unsere Braunkohlenlager bei einer
Jahresförderung von 100.Mill t über 150 Jahre vorhalten.
Abb. 2 stellt nach Prof, Kegel?) die Entwicklung der Braun-Kohlenförderung
 in der Zeit von 1860—1913 dar.
Ganz ähnlich wie bei der Braunkohle liegen die Verhältnisse

l) Nach Dr. E. Jüngst, Glückauf 1919, S. 486.
?) Zeitschrift d, Vereins Deutscher Ingenieure 1920, S. 125.