Torfausnutzung.

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können. Weiterhin kommt in Frage eine Verkokung des Torfes,
wodurch ein Ersatz für Holzkohle geschaffen wird.
Es besteht alco die Möglichkeit, die Gewinnung von Torf in
großem Maßstabe in der Weise durchzuführen, wie dies in Wiesmoor
 !) schon seit 10 Jahren geschieht zum Betriebe eines großen
Kraftwerkes. Anderseits bietet sich die Möglichkeit der kleinen
Gewinnung an. außerordentlich vielen Stellen, wobei die Verwendung:
 dieses Torfes im wesentlichen für Heizzwecke und
Torfverkokung in Frage kommt.
Bei der: Gewinnung von Torf in Kleinanlagen hat bisher die
Elektrotechnik eine verhältnismäßig kleine Rolle gespielt. Durch
erhöhte Anwendung des elektrischen Antriebes für die Torfstechmaschinen
 und Torfpressen würde aber die Torfmenge gesteigert
werden können.

Entsprechend der großen Bedeutung der Torfausnutzung hat
sich die Technik in den letzten Jahren mit diesen Fragen sehr
eingehend. beschäftigt?). Hierzu kommt noch, daß die Urbarmachung
 von Ödland heute ganz besonders wichtig ist, um Siedlungen
 schaffen zu können. Philippi hat sich sowohl in seinem
Aufsatz ‚„Torfkraftwerke‘ 3%) wie in seinem Buche .„‚Torfkraftwerke
 und Nebenproduktanlagen‘ mit der Frage der Torfverwertung
 sehr eingehend befaßt und gelangt dabei zu folgenden
Ergebnissen:

1. Die deutschen Torfmoore sollen nach vielfachen Angaben
eine Fläche etwa gleich der von Württemberg (rd 20000 qkm)
bedecken; sie bestehen etwa zur Hälfte aus Hochmoor, zur Hälfte
aus Niederungsmoor. Diese Fläche ist der landwirtschaftlichen
Nutzung entzogen; sie kann ihr bei den Hochmooren am zweckmäßigsten
 durch Abbau der Moore zugeführt werden. Der Energievorrat
 in den Hochmooren allein entspricht ungefähr dem in 1,5 Milliarden
 Tonnen guter Steinkohle; hiermit könnten in heutigen

1) Näheres siehe „Elektrotechnik und Moorkultur‘ (Das Kraftwerk im
Wiesmoor in Ostfriesland) von J. Teichmüller, „ETZ‘“ 1912, S. 1255.
2) Es sind darüber folgende Bücher erschienen: Hoering, „Moornutzung
und Torfverwertung“, Julius Springer, 1915. — Philippi, „Torfkraftweıi ke
und Nebenproduktenanlagen‘, Julius Springer, 1919. — Bartel, „Torfkraft‘,
 Julius Springer, 1913. — Hausding, „Handbuch der Torfgewinnung
und Torfverwertung‘“, Parey, 1917. -— Ferner siehe auch Teichmüller,
„Elektrotechnik und Moorkultur‘, „ETZ“‘“ 1912, S. 1255.
3) „ETZ“ 1919, S. 422.

Dettmar, Beseitigung der Kohlennot.,