20 ; Die’ vermelirte Gewinnung, von Brennstoffen..

ist also vom Holz eine nennenswerte Entlastung des, Kohlenverbrauchs
 nicht zu erwarten, 2
Die außerordentlich geringe Menge Petroleum, die in Deutschland
 gewohnen wird, kann natürlich als Ersatz für andere. Brennstoffe
 kaum in die Wagschale fallen. Immerhin muß aber versucht
werden, auch diese, soweit irgend möglich, zu erhöhen...
Im Jahre 1913 hat die Rohölerzeugung !) Deutschlands nur
etwa 120 000 t betragen gegenüber einem Verbrauch von gereinigtem
Erdöl von etwa 1400000 t. Wenn letztere auch in Zukunft bedeutend
 niedriger sein wird, so können wir unseren Bedarf doch
bei weitem nicht selbst‘ decken. Eine Steigerung der Erdölgewinnung
 ist also schon mit Rücksicht auf die Verringerung der Einfuhr
 erwünscht.
Aus vorstehenden Überlegungen ergibt sich, daß für
die Beseitigung der ‚Kohlennot zunächst vorwiegend
die Steigerung der Braunkohlenförderung in Frage
kommen muß. Sie ist verhältnis mäßig schnell und ohne
Festlegung allzu großer Kapitalien durchführbar. Es
muß daher der Verbrauch an Steinkohle, soweit irgend
möglich, auf Braunkohle (und zum. Teil auf Torf) umgestellt
 werden, Damit nun. aber die Transportmittel
nicht übermäßig in Anspruch genommen’ werden, ist es
notwendig, die Umwandlung der Braunkohle in Elektrizität
 nach Möglichkeit am Gewinnungsort vorzunehmen
und den Transport durch Drähte zu bewirken. Nach
etwa 10——20 ‚Jahren kann die Richtung eventuell wieder geändert
werden, und es können dann die Steinkohlen wieder mehr herangezogen‘
 werden, damit die Braunkohlenlager nicht ‚allzu früh
der Erschöpfung entgegengehen. ‚Nur auf diese Weise kann unsere
Kohlenlage wieder gesunden und. damit dem Wirtschaftsleben
wieder aufgeholfen werden.
Wenn die Industrie und die Landwirtschaft jetzt und in. den
nächsten Jahren noch weiter einen so ungeheuren Elektrizitätshunger
 haben, so kann derselbe, soweit nicht Wasserkıäfte in
Frage kommen, die aber nur in einzelnen Gegenden vorhanden
sind, nur gestillt werden, wenn Braunkohle und Torf hierzu herangezogen
 werden, Aber auch das wird nur möglich sein, wenn die abgegebene
 elektrische Arbeit durchweg auf das beste ausgenutzt wird.

') Deutsche Kraftquellen von W. Hedier, S. 32.