Nebenproduktengewinnung.

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4. Kinzelkraftanlagen sind hiernach für die Gewinnung von
Nebenprodukten selten geeignet. Eine Ausnahme machen elektroshemische
 und ähnliche Betriebe mit gleichmäßig durchlaufender
Belastung. Auch bei diesen hängt der Erfolg von einer vorsichtigen
 Prüfung des wirtschaftlichen Wagnisses ab. Gute Ausbeute;
ausreichender Preis der Nebenprodukte und mäßiger Kohlenpreis
sind unerläßliche Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit. ;
5. Die Kohlensteuer schränkt die wirtschaftliche Gewinnung
der Nebenprodukte merklich ein, Transporte über größere Entfernungen
 machen sie in der Regel unmöglich. ;
6. Braunkohlenanlagen sind in Fällen guter Teerausbeute in
der Regel günstiger als Steinkohlenanlagen. Seit einiger Zeit
sind Bestrebungen im Gange, die Beschaffenheit des Generatorteeres
zu verbessern und ihn den sog. Temperaturteeren zu nähern *).
Sie beruhem im wesentlichen darauf, daß die Entgasungsprodukte
durch geeignete Maßnahmen der Hitze der Glutschicht entzogen
und für sich aus dem Generator abgeführt werden, um zu verhindern,
 daß sich die primären Destillationsprodukte pyrogen ersetzen.
 Sollten diese Bestrebungen auch im praktischen Großbetrieb-
 Erfolg haben, so ist die Gewinnung hochviskoser Öle
(Schmieröle) und eine Wertsteigerung des Generatorteeres zu
erwarten. Für manche Braunkohlen mit niedrigem: Stickstoffgehalt
 und hohem Teergehalt kann es vorteilhafter sein, auf die
Gewinnung des Ammoniaks ganz zu verzichten. ;
7. In diesem Zusammenhange gewinnt die von mir empfohlene
Verkupplung von Großkraftwerken erhöhte Bedeutung. Bei
diesen wird man auf den auf der Grube belegenen mit niedrigeren
Kohlenpreisen arbeitenden Werken die durchlaufende Belastung
ohnehin zuweisen. Es ist dann ein Wert des Belastungsfaktors
von mehr als 60%, durchaus erreichbar. Die dadurch entstehende
Betriebsverteuerung der übrigen Kraftwerke kann durch Schichtenxusfall
 zum Teil ausgeglichen werden. Die nicht auf Gruben belegenen
 Kraftwerke werden soweit als möglich des Nachts stillzesetzt.

Bezüglich der Verwendung der Nebenproduktengewinnung für
KEinzelanlagen kommt Klingen berg zu dem Ergebnis, daß kleinere
Anlagen — das sind ja bei weitem die meisten — für die Neben-Droduktengewinnung
 nicht in Betracht kommen. Von den erößeren

1) Fischer, Stahl und Eisen 1917. &amp;. 346.