50 ” Verringerung des Verbrauches von Brennstoffen.

Einsatzes und durch Vorerwärmung der Verbrennungsluft vor sich
gehen.
Nach Dr, Ing. E. Reutlinger!) können bei Siemens-Martin-Öfen
 über 450. kg hochüberhitzter Dampf für die Tonne Stahl
als Abfallerzeugnis gewonnen werden.
In den Oberschlesischen Zinkhütten betragen nach seiner Angabe
 bei nur etwa 20%, Ausnutzung der Abgasewärme die
erreichbaren Ersparnisse 800 000 t Kohle im Jahre.
Auch bei den Gasanstalten gehen durch die mit hoher Temperatur
  weggehenden. Abgase sehr beträchtliche Wärmemengen
verloren.

Daß aber auch oft ganz unnötigerweise Wärme verbraucht
wird, hat Dr. Ing. E. Reutlin ger?) an einem interessanten Falle
gezeigt. Er gibt an, daß in der keramischen Industrie mit überwiegend
 unvollkommener Verbrennung auch bei Betriebsvorgängen,
 wo dies unnötig ist, gearbeitet wird. Bei den bekannten
Kanalisations-Ton-Rohren wird ein tiefbrauner Hochglanz dadurch
erzeugt, daß ständig mit qualmender Flamme und großem CO-Gehalt
 der Abgase gearbeitet wird. Da nun 1%, CO-Gehalt bekanntlich
 6%, Kohlenmehraufwand gegenüber vollkommener Verbrennung
bedeutet, so ergibt sich, daß man nur dem Farbcharakter zuliebe
Kohlen verschwendet. Dabei muß man aber berücksichtigen, daß
die Tonrohre in die Erde gelegt werden und nach Verarbeitung
gar nicht mehr sichtbar sind.
Zur weitgehendsten Ausnutzung der Brennstoffe ist es notwendig
 einmal möglichst allen für Heiz-, Koch- und ähnliche
Zwecke verbrauchten Dampf vorher zur Krafterzeugung auszunutzen,
 das andere Mal bei der Krafterzeugung die abfallende
Wärme für Heizzwecke zu verwenden. Das ist aber nur durchführbar
 bei einer einheitlichen und großzügigen Kraft- und Wärmewirtschaft,
 bei der der ‚„Wärmeingenieur‘. den vollen Einfluß
erhalten muß. Nach Schultze®) müssen Kraftwerk und Heizwerk
 eine thermische Einheit von höchstem Gesamtwirkungsgrad
bilden.

Es sei aber hier auch gleich darauf hingewiesen, daß bei der
praktischen Ausführung dieser Aufgaben viel Schwierigkeiten zu

*) Kölner technische Blätter 1920, Heft 3, S. 13,
?) Kölner, technische Blätter 1920, Heft 3, S. 8,
*) Sparsame Wärmewirtschaft. Heft 4, S. 27.