Einzelanlagen und kleine Elektrizitätswerke, 87

wurde ganz besonderer Aufmerksamkeit den vielfach kohleverschwendenden
 . Einzelanlagen gewidmet. In solchen Anlagen
wurden dann oft die Dampfmaschinen still gesetzt und der Betrieb
Jurch einen Elektromotor eingerichtet.
Das gleiche, was vorstehend für die Einzelanlage gesagt ist, gilt
natürlich auch für viele kleine Elektrizitätswerke. Auch sie erzeugen
 die Elektrizität vielfach beträchtlich unwirtschaftlicher und
ihr spezifischer Kohlenverbrauch dürfte im allgemeinen der doppelte
desjenigen von mittleren und großen Kraftwerken sein. Auch hier
wird durch einen Anschluß an größere Werke eine beträchtliche
Ersparnis an Brennstoff erzielbar sein, sofern die Werke ihrer
Lage nach nicht gerade besonders für Abwärmeverwertung oder
Vorbenutzung des Dampfes zu Heizzwecken geeignet sind. Leider
sind die Bestimmungen des Reiches betreffend Sozialisierung der
Elektrizitätswirtschaft bei einer Grenze der Leistungsfähigkeit von
3000 kW stehen geblieben, so daß gerade die bezüglich der Kohlenwirtschaft
 am ungünstigsten arbeitenden Anlagen frei geblieben
sind. Das wird aber zur Folge haben, daß solche schlecht arbeitenden
 Werke aus Lokalinteressen vielfach nur langsam zum Anschluß
 an große Kraftwerke bewogen werden können. Auch hier
würde ein sanfter Zwang, wie bei Einzelanlagen verlangt, beträchtliche
 Vorteile für die Kohlenwirtschaft bringen können.
Ebenso wie man bei der Erzeugung der Kraft, der Wärme
und des Lichtes höchste Wirtschaftlichkeit anstreben soll, muß
dies auch beim Verbrauch geschehen und ebenso bei der Verwendung
 der Erzeugnisse, denn in ihnen ist ja die aufgewehdete Kohle
usw. gebunden. Es wird sich dies sicher auch erzielen lassen, so
daß auch auf diesem Wege Ersparnisse erreichbar sind. Allerdings
 wird das nur mit vieler Kleinarbeit geschehen können und
as wird notwendig sein, um Erfolg zu erzielen, einen großen Kreis
der Bevölkerung ‚aufzuklären und aus ihrer Gewohnheit aufzurütteln.
 Das wird am besten dadurch geschehen, daß man sich
je nach den Verhältnissen ein Merkblatt macht ähnlich demjenigen,
das von mir früher *) während des Krieges aufgestellt wär. Dieses
Merkblatt muß ‚natürlich den jetzigen . bzw. zukünftigen Verhältnissen
 angepaßt werden. Als Grundlage hierfür kann folgendes
dienen:

1) ETZ 1918, S. 75.