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Die Bedeutung der Transportverhältnisse.

gebracht wird, den sie, vor dem Kriege hatte. Während früher
8$—10°%, Stein, Erde usw. in der Steinkohle enthalten waren,
sind es jetzt meist 20—30°, und manchmal noch mehr. Es können
also beträchtliche Mengen an Betriebsmitteln gespart werden,
wenn die Bergarbeiter wieder so arbeiten würden, wie ‚vor dem
Kriege
Wie schon oben erwähnt, sollen die geringwertigen Brennstoffe
am Gewinnungsort oder doch in dessen nächster Nähe verwertet
werden, da sonst die Transportmittel zu stark durch sie in Anspruch
genommen. werden. Dieser Gesichtspunkt sollte möglichst allgemein
 durchgeführt werden, so daß ein Brennstoff um so weniger
weit transportiert wird, je weniger Wärmeeinheiten er enthält.
Auf die zweckmäßige Verteilung der Brennstoffe ist bisher noch
wenig Rücksicht genommen worden. ZZ. B. werden aus Braunkohlen
 Briketts hergestellt, um sie besser transportieren zu können.
Das ist aber hur richtig, soweit es sich um Hausbrand handelt
und um industriellen Bedarf, der tatsächlich nicht anders befriedigt
 werden kann. Wenn es aber möglich ist, Kraft, Licht und
Wärme aus einem auf der Grube befindlichen‘ Kraftwerke zu beziehen,
 SO ist es eine unsinnige Verschwendung, wenn man das
nicht tut und Briketts unter Inanspruchnahme von Transportmitteln
 in verhältnismäßig geringer Entfernung von der Grube
verwendet oder wenn gar Steinkohlen innerhalb des Versorgungsgebietes
 von Braunkohlengruben verwendet werden.
Bei der Benutzung von Braunkohlenbriketts zur Krafterzeugung
 in geringer Entfernung von der Braunkohlengrube ist noch
zu berücksichtigen, daß hier die Verschwendung eine doppelte
ist. Es werden nicht nur Lokomotiven und Wagen unnötigerweise
 in Anspruch genommen, sondern es wird auch viel. mehr
Brennstoff aufgewendet, denn zur Herstellung von 1 t Briketts
braucht man 3 t Rohbraunkohle!). Auch Prof. Kegel?) betont
 die volkswirtschaftlich erheblichen Verluste bei der Brikettierung,
 die für 1 kg Brikett 1650 Wärmeeinheiten betragen,
Es ist unbedingt wichtig, daß die Verteilung der Brennstoffe zur
Krafterzeugung durch Bahnen, Kanäle und Straßen in sinngemäße
Verbindung mit der Elektrizitätsverteilung gebracht wird. Die Schienen
 sowie die Kanäle und Straßen müssen mit den elektrischen An-1)

 Freie Wirtschaft 1919, Heft 11/12, S. 366 u. S. 390.
?) Siehe Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure, 1920, S. 128.