iß niedergedrückt und gefesselt haben, nun die Führende sein wird und der Mann wird folgen. So daß endlich die Geschlechtsliebe, dieser müde Engel, der die Zeiten hin durch den Gang der Menschheit geleitet hat, mit irrem Auge und gebrochenen Schwingen, die Flügel so vom Schlamm der Lust und Gier beschmutzt, die goldenen Locken so vom Schutt des Unrechts und der Unterdrük- kung besudelt, daß, die ihn erblickten, entsetzt aufschrien: „Er ist das Unheil, nicht das Heil des Lebens“, und ihn auszutreiben versuchten — daß dieser Engel nun im Strom der Freundschaft und Freiheit, vom Kot und Staub der Jahrhunderte reingebadet, sich aufschwingt mit ausgebrei teten weißen Schwingen, die im Sonnenschein einer fernen Zukunft erglänzen — das wahrhaft Gute und Schöne des menschlichen Lebens. Ich habe dieses Büchlein meiner Freundin Lady Con- stance Lytton gewidmet, nicht weil ich es ihrer wert erachte, noch auch um der glänzenden Rolle willen, die sie in dem Kampf, den die Frauen Englands gegenwärtig für gewisse Formen der Freiheit führen, gespielt hat. Ich tue es, weil, wenn ich dies ohne die Heiligkeit naher persönlicher Freundschaft zu verletzen, sagen darf, sie neben ein oder zwei anderen Männern und Frauen, die ich gekannt habe, für mich das höchste Ideal menschlicher Natur ver körpert, in dem geistige Kraft und Stärke des Willens mit unendlicher Zartheit und weitherzigem, menschlichem Mit gefühl verbunden sind, eine Vereinigung, die, ob sie sich nun bei Mann oder Frau findet, das Wesen des voll abge rundeten, harmonischen Menschen ausmacht. Wie es eine geniale Engländerin in eine Zeile zusammenfaßte, als sie ihre große französische Schwester apostrophierte: „Du groß denkende Frau und mildherziger Mann!“ N och einWort will ich hinzufügen, da ich nicht mehr über die sen Gegenstand reden oder schreiben dürfte. Zu den Männern und Frauen der kommenden Generation möchte ich spre