von Krieg und Kampf gegen wilde Tiere, müde und wund, und das Weibervolk wäre abwesend, um zu fechten und zu jagen, und niemand wäre da, ihre Wunden zu verbinden, ihr Mahl zu bereiten, den Haushalt zu führen und zu re gieren. Weit eher könnte mein Herr und sein Gefolge uns in unserer Arbeit beistehen, als daß wir ihnen hülfen. Du hast wohl deinen Verstand verloren! Was sollte aus dem Lande werden, wenn die Frauen ihre Arbeit verließen?“ Und hätte man die Bürgersfrau gefragt, warum sie nicht im Laden ihres Mannes mitarbeite oder Waren auf den Markt oder in fremde Länder trüge, sie würde sicher ge antwortet haben: „Raube mir meine Zeit nicht mit solchen Fragen. Das Brot ist im Backofen, ich rieche schon, wie es sich bräunt. Der Winter naht heran, meine Kinder brau chen wollene Unterkleider, und mein Mann braucht einen warmen Rock. Ich habe sechs Bottiche Bier zu brauen, meine Töchter muß ich spinnen und nähen lehren, und meine Jüngsten hängen an meinen Röcken. Und du fragst mich, warum ich nicht Arbeit außer Haus suche! Mein Gott, sollte ich meinen Haushalt verlassen und dann im Sommer verhungern und im Winter erfrieren und meine Kinder verwahrlosen lassen, während ich herumirre nach neuer Arbeit. Der Mann muß seinen Wanst gefüllt und etwas Warmes auf dem Leib haben, das ist das erste. Wer sollte spinnen und backen und brauen und die Kinder pflegen und erziehen, wenn ich in die Fremde zöge? Noch mehr Arbeit, wenn schon jetzt die Tage nicht reichen und ich bis in die Nacht hinein arbeiten muß! Ich habe keine Zeit mit Narren zu reden! Wer sollte für den Nachwuchs sor gen und ihn aufziehen, wenn nicht ich?“ Und das junge Mädchen, das an der Haustür am Spinn rad sitzt, sie hätte auf die Frage, wieso sie zufrieden wäre, warum sie nicht nach Arbeitsfeldern suche, sicher geant wortet : „Laß mich in Frieden, ich habe keine Zeit dir zu zuhören. Siehst du nicht, daß ich spinne, daß auch ich das