38 In streng logische Form gebracht, ist unsere Forde rung: Wir verlangen nicht, daß das Rad der Zeit sich zurückdrehe oder der Strom des Lebens nach rückwärts fließe. Wir verlangen nicht, daß unsere alten Spinnräder wieder hergestellt und in unsere Hände gelegt werden sol len; wir verlangen nicht, daß unsere alten Mühlsteine und Harken uns wiedergegeben werden, oder daß der Mann wieder ganz in sein altes Bereich von Krieg und Jagd zurückkehre und uns alle häusliche und bürgerliche Arbeit überlasse. Wir fordern nicht einmal, daß die Gesellschaft sich unmittelbar so umgestalte, daß jede Frau wieder Kin der gebären kann (so tief und überwältigend die Sehn sucht nach Mutterschaft in jedem reifen weiblichen Herzen lebt!), noch fordern wir, daß die Kinder, die wir zur Welt bringen, wieder ausschließlich unserer Erziehung über lassen bleiben sollen. Wir wissen, daß das alles nicht sein kann. Die Lebensbedingungen der Vergangenheit sind tot für uns; kein Menschenwille kann sie wiedererwecken. Aber dieses ist unsere Forderung: In dieser neuen frem den Welt, die gleicherweise für Männer und Frauen erstanden ist, wo nichts ist; wie es war und alle Dinge neue Gestalt und neue Beziehungen annehmen, in dieser neuen Welt wollen auch wir unsern Teil ehrenvoller und sozial nützlicher Tätigkeit erhalten, die volle Hälfte der Arbeit aller, die vom Weibe geboren sind. Wir fordern nichts mehr als dies und werden uns mit nichts weniger zufrieden geben. Dies ist unser „Frauenrecht“ 1