50 Finger berührt, erst durch die Bestechungen Philipps und dann noch vollständiger durch die Waffen seines noch kriegerischeren Sohnes, der ja auch der Sohn der feurigen, kraftvollen, standhaften Olympia war*. Auch würde Griechenland einige Jahrhunderte später nicht von Thessalien bis Sparta, von Korinth bis Ephe sus hinweggefegt, seine Tempel zerstört, seine erschlaff ten Weiber gefangen worden sein von den Horden der Goten — einem Volk, das viel weniger gut bewaffnet und viel weniger kultiviert war als die Nachkommen des Peri kies und Leonidas, das aber ein Zweig des großen teutoni schen Stammes bildete, dessen monogames häusliches Leben im Kern gesund war und dessen furchtlose, arbei tende und entschlossene Frauen von sich, wie einst die Spartanerinnen, sagen konnten, daß sie ihren Männern, denen sie bis ans Ende der Erde folgten, auch Männer gebären. In Rom, in den Tagen der Kraft und Reinheit, arbeitete die römische Matrone eifrig und trug die volle Hälfte sozia ler Last auf ihren Schultern, wenn auch ihre Arbeits- und Einflußsphäre etwas kleiner war, als die ihrer teutoni schen Schwester, deren Abkömmlinge bestimmt waren, einst die ihrigen zu verdrängen. Von der vestalischen Jung frau bis zur Matrone, versah die römische Frau in den Zeiten nationaler Gesundheit und nationalen Wachstums gewichtige Funktionen und trug die ganze Schwere der häuslichen Arbeit. Von den Tagen der großen Lucretia, die mit ihren Mägden spann bis tief in die Nacht hinein * Wie fast alle im Guten, oder Bösen hervorragenden Männer hatte Alexander seine bedeutendsten Eigenschaften, seinen Mut, seine geistige Beweglichkeit, seinen Ehrgeiz, dem jedes Mittel rechtwar, wenn esnurzum Ziele führte, von der Mutter geerbt. Furchtlos war sie im Leben, furchtlos sah sie dem Tod ins Angesicht, mit einem Mut, würdig ihrer Stellung und ihres ganzen gebieterischen Wesens, als die Stunde der Vergeltung ge kommen war. Alexander wird erst verständlich, wenn wir ihn als dem Schoße der Olympia entsprossen, erkennen.