4' 51 und die ihre Ehre so hoch hielt, daß sie den Tod ihrem Verluste vorzog, bis zu den Tagen der Mutter der Gracchen, einer der letzten Frauen dieser großen Reihe, finden wir überall die aufrechte, tätige, entschlossene Römerin, die Männer zur Welt brachte, die Roms Größe schufen. Wenige Jahrhunderte später und Rom hatte eben falls jenen gefährlichen Punkt sozialen Wandels erreicht, den Griechenland Jahrhunderte früher erlebt hatte. Skla venarbeit und der Besitz einer unermeßlichen Beute unter worfener Stämme hatten dem Bedarf nach physischer Ar beit von seiten der Mitglieder des herrschenden Stammes für immer ein Ende gemacht. Es kam die Epoche, in der die Männer sich wohl noch mit den Pflichten des Krieges, der Regierung, der Gesetzgebung und Kultur abgaben, die römische Matrone aber bereits für immer ihrer Aufgaben sich entledigt hatte. Bedeckt mit Juwelen und kostbaren Gewändern, die auf Kosten unsäglicher menschlicher Ar beit von den Enden der Welt herbeigebracht wurden, ge nährt mit den wohlschmeckendsten Gerichten, die andere Hände bereitet hatten, suchte sie nur mit Vergnügungen ihr Leben zu verbringen, das ihr nicht länger die An regungen und Freuden einer produktiven Tätigkeit bot. Sie besuchte die Theater und Bäder, lag auf ihrem Sofa oder fuhr in ihrem Wagen, und ganz wie ihr modernes Seitenstück schminkte sie sich, trug Schönheitspfläster chen, affektierte einen künstlerischen Gang und bot die Hand zum Gruß mit erhobenem Ellbogen und herabhän genden Fingern. Ihre Kinder wurden von Dienerinnen auf gezogen. An der geistigen Arbeit und der Regierung ihres Landes nahm sie geringen Anteil und war auch nicht ge eignet, ihn irgend zu nehmen. Es fehlt nicht an Schriftstellern und Denkern, die klar erkannten, wohin diese Entnervtheit der Frauen führte, und sie sparten nicht mit Anklagen. So schreibt ein römi scher Autor dieser Epoche: „Es gab eine Zeit, da die Ma