52 trone die Spindel drehte und dabei nach dem Kochtopf ausschaute, damit die Suppe nicht überkoche; aber jetzt,“ fügt der Autor hinzu, „da die Weiber mit Juwelen bela den, auf weichen Kissen ruhen oder in Bädern und The ater Zerstreuung suchen, gehen die Dinge abwärts und der Staat verfällt.“ Aber weder er, noch einer aus der Menge der Schriftsteller und Denker, die erkannten, zu welchen Zuständen der Dekadenz der weibliche Parasitismus die Gesellschaft führen mußte, wußte eine Abhilfe dagegen.* Denkende Männer seufzten über die Gegenwart, sehnten sich nach der Vergangenheit und schienen doch nicht be griffen zu haben, daß diese unwiderruflich vorbei war; daß die Römerin, die, um es ihrer Ahnin gleich zu tun, mit ihren hundert müßig herumstehenden Dienerinnen den Krug auf dem Kopfe zum Brunnen hinausgegangen wäre, während der eingeleitete Wasserstrahl im Hofraum jedes Hauses hervorschoß, die Rolle einer Heuchlerin gespielt hätte; daß die Römerin, die damals darauf bestanden hätte, ihren Webstuhl hervorzuholen und die ganzen Nächte am Spinnrad zu sitzen, doch niemals solche Gewebe zustande gebracht hätte, wie sie ihr Haushalt erforderte und nur recht kindisch gehandelt hätte; daß sie nicht durch Rückkehr zu den alten und für immer verschlossenen Arbeitsfeldern, sondern allein durch den Eintritt in neue ihrem Volke nützen und sich selbst hätte Würde und Kraft erhalten können. Nicht durch Wassertragen und Leinenweben, son dern indem sie sich selbst dazu erzogen und geschult hätte, ihren Arbeitsteil an der gerechten und weisen Leitung eines großen Reiches zu übernehmen und ein Geschlecht von Männern dazu heranzuziehen, eine erleuchtete, barm herzige und wohltätige Herrschaft über die große Masse unterworfener Völker zu führen — so und nur so hätte sie * Muß nicht auch tatsächlich der Protest und die Abhilfe in allen sol chen Fällen ihren Ausgang von der betroffenen Klasse selbst nehmen, wenn sie von irgend welcher Wirkung sein sollen?