53 ihrer Pflicht gegenüber der neuen Gesellschaft genügen und deren Last gemeinsam mit dem Manne tragen können, wie ihre Vorfahrinnen in vergangenen Zeiten die ihrige ge tragen hatten. Daß in dieser Richtung und in dieser allein die einzig mögliche Abhilfe für den Zustand der Frauen lag, war eine Vorstellung, die augenscheinlich niemand erfaßte. Und so sank das Weib tiefer und tiefer herab zu dem Bild jener parasitischen Römerin, die in toller Jagd nach Vergnügen und Sinneslust die Leere auszufüllen suchte, die der Mangel an ehrlicher Arbeit hinterlassen hatte, die Lust anstatt Liebe, Bequemlichkeit anstatt Tätigkeit hinnahm, maß los konsumierte anstatt zu produzieren und endlich zu ent nervt war, um auch nur Kinder zur V/elt bringen zu wollen, da sie vor jeder Art Leiden und Ertragen zurückschreckt. So bleibt die Römerin jener Zeit — der auch in ihrer Er niedrigung noch eine Spur der alten römischen Intensität anhaftet — selbst heutigen Tages noch das vollendetste und darum abstoßendste Bild des parasitischen Weibes, daß die Erde jemals hervorgebracht hat — ein Bild, dessen Wider lichkeit nur noch durch seine Tragik übertroffen wird. Wir begreifen, daß es unausweichlich war, daß diese Frauen, die durch ihre Stellung dazu geboren schienen, eine Welt zu lenken und zu erleuchten, und anstatt dessen nur auf Kosten dieser Welt lebten, zuletzt auch nur kraftlose Männer gebären konnten, und daß beide schließlich hin weggefegt wurden bei dem Auftreten jenes teutonischen Stammes, dessen mannhafte Frauen auch Männer ge bären konnten. Ein Volk, bei dem es Sitte war, daß die Frau an ihrem Hochzeitsmorgen von dem Manne, der ihr Gefährte fürs Leben werden sollte, nicht irgendein ver ächtliches Geschmeide, um Hals oder Glieder damit zu behängen, zum Geschenk erhielt, sondern Schild, Speer und Schwert und ein Joch Ochsen, während sie dem Mann als Gegengabe eine volle Rüstung bot, als Zeichen, daß