54 sie beide hinfort eins sein wollten in Arbeit und Gefahr, daß auch sie mit ihm die Wagnisse des Krieges und die Sorgen des Friedens tragen wollte. Ein Volk, von dem ein Schriftsteller uns berichtet, daß seine Frauen nicht bloß die Geschlechter gebären, an ihrer Brust nähren und ohne fremde Hilfe großziehen, sondern auch die ganze Bewirt schaftung von Haus und Land übernehmen, damit die Männer für Krieg und Jagd frei seien. Suetonius erzählt uns, daß Kaiser Augustus als Geiseln von einem Stamm dieses Volkes Frauen, nicht Männer nahm, weil er aus Er fahrung wußte, daß jene angesehener wären. Und Strabo spricht davon, daß die germanischen Völker den Verstand ihrer Frauen so hoch schätzen, daß sie diese als erleuchtet ansehen und in keinen Krieg ziehen und nichts Großes unternehmen, ohne ihren Rat und ihre Meinung gehört zu haben. Von den Frauen der Zimbem, die ihre Männer bei Idem Einfall in Italien begleiteten, schritten manche bar fuß inmitten des Zuges; kenntlich durch ihre lichten Haare und weißen Gewänder, galten sie als Seherinnen, und Flo- rus sagt von ihnen bei Beschreibung eines römischen Sie ges: „Nicht weniger heftig und hartnäckig war der Kampf mit den Frauen der Besiegten. Mit ihren Karren und Wa gen bildeten sie eine Schlachtenreihe, und von dieser er höhten Stellung verfolgten sie, wie von Festungstürmen aus, die Römer mit ihren Streitäxten und Lanzen*. Ihr Tod war so glorreich wie ihr Kampfesmut. Als sie alles verloren sahen, erdrosselten sie ihre Kinder und töteten sich selbst in gegenseitigem Schlachten oder knüpften sich mit ihren Haarbändern an die Äste der Bäume oder an das Dach des Wagens auf.“ Valerius Maximus sagt von diesen Frauen: „Hätten die Götter am Tage der Schlacht die Männer mit gleichem Mut erfüllt, so hätte Marius sich niemals eines Sieges über die Teutonen rüh * Die südafrikanischen Burenfrauen scheinen nach zweitausend Jahren die Taktik ihrer Ahninnen noch nicht ganz vergessen zu haben.