58 mene haben unwandelbare Ursachen und Rückwirkungen, die weitaus zu kompliziert sind, um unter ein so ein faches Gesetz zusammengefaßt zu werden. Hinter dem Phänomene des weiblichen Parasitismus ist jedesmal ein anderes und noch größeres gelegen. Jedesmal ging, wie wir gesehen, die Unterjochung großer Menschengruppen voran, sei es in Form von Sklaverei oder Unterwerfung von Völkerschaften oder Klassen, und die Folge der über mäßigen Arbeit dieser Schichten war immer die Anhäu fung nicht erarbeiteter Reichtümer in den Händen der herrschenden Klassen oder Rassen. Es war immer auf Kosten dieser Reichtümer, dem Resultate er zwungener oder schlecht bezahlter Arbeit, daß die Frauen der herrschenden Klasse oder Rasse in der Vergangenheit ihre Arbeitsamkeit verloren und dahin ge langten, rein nur der passiven Erfüllung ihrer Geschlechts funktionen zu leben. Ohne Sklaverei oder unterworfene Klassen, welche die rohe physische Arbeit ausführten und überflüssige Güter erzeugten, wäre der Parasitismus der Frau in der Vergangenheit eine Unmöglichkeit ge wesen. Es ist daher eine tiefe Wahrheit in der allgemeinen An schauung, daß der Verfall großer Nationen und Zivili sationen der Vergangenheit aus der Entnervtheit resultiert, die übergroßer Reichtum und Luxus verursacht, und eine womöglich noch tiefere Wahrheit liegt der Behauptung zu grunde, daß der Untergang schließlich die Folge der Ent kräftung der ganzen Rasse von Männern wie Frauen war. Aber wenn wir weiter danach fragen, in welcher Weise sich dieser Prozeß des Verfalls entwickelte, finden wir, daß die Rolle, die der Parasitismus der Frau dabei spielt, eine wesentliche war. Der bloße Gebrauch von materiellen Ar beitsprodukten, die wir Güter nennen, kann niemals an sich den körperlichen oder geistigen Verfall hervorbringen, der dem Untergang großer zivilisierter Nationen voran-