5* 67 III. PARASITISMUS (Fortsetzung) W ir haben gesehen, daß in der Vergangenheit etwas derartiges, wie der Parasitismus aller oder auch nur der großen Mehrheit der Frauen irgendeines Erdstrichs unmöglich war. Neben jener Gruppe von Frauen der herr schenden Klasse oder Rasse, die weder geistig noch kör perlich arbeitete, gab es notwendigerweise immer eine weit größere Masse von Frauen, die nicht nur die vor Einfüh rung maschineller Produktionsmethoden für die Gesell schaft so bedeutungsvolle physische Arbeit verrichteten, sondern auch gezwungen waren, um so intensiver zu ar beiten, als sie mit ihrer physischen Arbeit eine über ihnen stehende müßige Klasse zu erhalten hatten. Je mehr das weibliche Parasitentum früherer Zeit in einer Rasse oder Klasse gedieh, um so sicherer waren alle Frauen der an dern Klassen oder Rassen gezwungen, nur zu übermäßig zu arbeiten, und endlich waren diese Frauen und ihre Nachkommenschaft dazu bestimmt, die entnervte Klasse oder Rasse zu ersetzen. In Ermanglung von Maschinen und der ausgedehnten Anwendung der Naturkräfte konnte das Schmarotzertum nur einen verhältnismäßig kleinen Teil einer Gemeinschaft bedrohen und nur einen minimen Teil der gesamten menschlichen Gesellschaft. Der weib liche Parasitismus der Vergangenheit glich der Gicht, einer Krankheit, die nur den zu Wohlgenährten, Überfütterten, den Wenigen gefährlich wird, niemals einer Bevölkerung als Ganzes. Heutzutage hat der Ersatz der rohen physischen Men schenkraft durch Maschinenkräfte solch enorme Fort schritte gemacht (dienen doch heute selbst maschinell her gestellte Saugflaschen und künstliche Nährmittel als Er satz der Muttermilch!), daß es nun nicht mehr bloß für einen kleinen wohlhabenden Tei 1 der Frauen jeder zivili-