78 vielleicht morgen, wenn sie geschlossen einherschreitet, die Welt mit ihrem Tritt erschüttern wird. Vielleicht ist nicht eine unter zehn, ja vielleicht nicht eine unter zwanzigtausend Frauen, die an dem Kampf teil nehmen, die klar und bündig von den Ursachen Rechen schaft geben könnte, die zu der Disharmonie in der gegen wärtigen Lage der Frau geführt haben, oder die Vorteile einer Umwandlung klar darzulegen wüßte; ebenso wie kaum ein Soldat in einer Armee von zehn- oder zwanzig tausend, die bereit sind, ihr Leben für ihr Vaterland zu lassen, imstande wäre, in Klarheit und Kürze Aufschluß über die Geschichte des Landes und die Verhältnisse, welche den Krieg herbeigeführt haben, zu geben und eben sowenig ein genaues und detailliertes Bild von den Folgen seines Kampfes. Er weiß nur, daß sein Vaterland ihn ruft, und kennt nur den Platz, an dem er zu stehen, und die Ar beit, die er zu leisten hat. Möglicherweise hat nicht eine von zehntausend Frauen es mit wissenschaftlicher Exaktheit erfaßt, und noch weni ger vermag sie es mit dialektischer Schärfe auszudrücken, welches die großen treibenden Kräfte sind, die sie zum Handeln bewegen und zwingen. Sie wird vielleicht nicht das große, im Mittelpunkt stehende Faktum klar erfaßt haben, daß jede neue Generation der Menschheit hindurch gehen muß durch den Leib ihrer Frauen wie durch eine Gußform, aus der sie mit unverwischbaren Kennzeichen hervorkommt. Wie der Kopf des Kindes bei der Geburt durch den weiblichen os cervix hindurch muß, der einen Ring bildet, der für immer die Größe des menschlichen Kopfes bestimmt, und nur wenn dieser os cervix sich er weitern würde, sich im Laufe der Zeiten auch der Umfang des Kopfes vergrößern könnte, ganz ebenso bilden die Geistesfähigkeiten, die Körperkräfte und die Gemütstiefe der Frau einen unüberschreitbaren Ring, der für jede fol gende Generation die Grenze des Wachstums der mensch-