80 So wie die Existenz selbst des Buschmanns unmöglich wäre, ohne die Existenz einer gleichgearteten, gleichbe gabten Buschmännin, wie ein Geschlecht, das unter sei nen Männern einen William Clifford, Tolstoj oder Ro bert Browning hervorbrachte, unmöglich und undenkbar wäre, wenn es nicht auch Frauen wie Sophie Kowalewska, George Eliot oder Louise Michel hätte hervorbringen kön nen, ebenso wird auch in Zukunft das höhere und soziali- siertere Menschengeschlecht, von dem wir träumen, nur erstehen können, wenn sich beide Geschlechter zusammen entfalten, wenn der Ball des Lebens bald von dem einen, bald von dem anderen aufgefangen und zurückgeworfen, sich leise und unmerklich vergrößert und verschönert, während er durch ihre Hände geht. Ohne die Rück wirkung der gegenseitigen Entwicklung der Geschlech ter ist kein tatsächlicher und dauernder menschlicher Fort schritt möglich. Ohne eine befreite, denkende Frau, die ihn zur Welt bringt, kein freier Mann; ohne einen freien, empfindungstiefen Mann, der sie zeugt, keine freie, ver stehende Frau, ohne freien Adam und freie Eva kein freies und schönes Menschengeschlecht auf Erden; Stillstand des einen bedeutet Stillstand für beide und für den Aufstieg des ganzen Menschengeschlechtes. Wenn die Frau heute nach ihrem langen Aufstieg Seite an Seite mit dem Mann, nachdem sie durch zahllose Zeitalter ihre Geistes- und Kör perkräfte entwickelt hat, nun endlich an der letzten Grenze ihres Wachstums angekommen wäre, über die sie nicht hinaus kann — dann würde hier und heute auch das Wachstum des menschlichen Geistes aufhören und auf der selben Stelle, auf der die Frau halt macht, müßte die Fahne des Menschengeschlechtes endgültig aufgepflanzt werden für immer und ewig: — wenn dieses Schmarotzerwesen, das sich, mit Tand beladen, ein Spielzeug und Zeitvertreib des Mannes, auf seinem Ruhebett hinstreckt, wirklich die bleibende und endliche Manifestation weiblichen Lebens