157 gezählte oder selbst nur einige Generationen hindurch wei ter entwickeln könnten, ohne durch Vererbung eines auf das andere rückzuwirken, so müßte es ohne weiteres zuge geben werden, daß eine solche Entwicklung schließlich zu einer Trennung führen müßte. Die Entwicklung bestimmter Zweige der Menschheit hat bereits zu solch einer Trennung von Rassen und Klassen, die sich in total verschiedenen Entwicklungsstadien befin den, geführt. Die Kluft zwischen ihnen ist eine so weite, daß selbst die niedersten Formen der Geschlechtsanzie hung sie kaum überschreiten und die höheren Arten gei stigen und seelischen Geschlechtsempfindens sie unmöglich überbrücken können. In der Welt des Geschlechtslebens sucht Gleiches nach Gleichem, und eine zu große Ungleich heit schließt die hohem Formen des Geschlechtsempfin dens und oft selbst die niedern rein tierischen aus. Könnte man eine Anzahl höchst entwickelter Frauen — George Sands, Sophia Kowalewskas, oder selbst nur mit telmäßig gebildeter Frauen einer hochentwickelten Rasse — auf einer Insel aussetzen, auf der keine andern Männer als Feuerländer leben, die mit ihren vorstehenden Kiefern und verfitztem Haar sie unter wildem Geschrei und mit Keulen schlägen empfingen, so würden die Frauen ihnen gegen über solches Grauen empfinden, daß nicht nur das Ge schlecht sich nicht fortpflanzen könnte, sondern sie alle den Tod einer geschlechtlichen Annäherung vorziehen würden. Nicht viel weniger ausgesprochen wäre die geschlechtliche Scheidung, wenn wir uns an Stelle der gebildeten entwik- kelten Frauen Männer derselben Entwicklungsstufe den tiefstehendsten Arten von Weibern gegenübergestellt den ken. Ein Darwin, ein Schiller, ein Keats, obwohl lauter Männer, die des stärksten Geschlechtsempfindens und der dauerndsten Geschlechtsliebe fähig waren, würden wahr scheinlich kein anderes Gefühl als Grauen gegenübereinem Kreis von Buschmänninnen empfinden, die mit fettigen