EUG EN DIEDERICHS VERLAG IN JENA FRITZ VOECHTING, ÜBER DEN AMERIKANI SCHEN FRAUENKULT. Pappband M 2.— Hannoverscher Courier: Der Frauenkult ist nichts als eine notwendige Gegenwirkung der sonstigen brutalen Lebensauffassung des Amerikaners. Alle idealen Werte wurden auf das Weib übertragen, es wurde zum alleinigen Mittelpunkt aller feineren seelischen Regungen und Empfindungen. Aber auch der flache Optimismus, der einen wesentlichen Bestandteil der ameri kanischen Weltanschauung bildet, die nationale Eitelkeit in ihren meist so kindlichen Äußerungen, der exaltierte Kultus der Persönlichkeit, die blinde Anbetung jedes äußeren Erfolges, das tiefgehende Interesse an allen ge sellschaftlichen Dingen, das bei den republikanischen Amerikanern bekannt lich sehr viel stärker als bei uns Europäern ausgebildet ist: das alles sind für jeden Kenner der Volkspsychologie deutliche Zeichen weiblichen Ein flusses. Die bildende Kunst dient einzig und allein der Sentimentalität und Erotik ; nur Weiber werden dargestellt in den verschiedensten Lebensaltern. Die christliche Wissenschaft, die Erfindung jener berüchtigten Frau Eddy, ist ein plumper Schwindel, nur denkbar in einem Lande, wo jede gesunde männliche Kritik in metaphysischen Dingen fehlt und die religiöse Führung in Frauenhänden liegt. (Herbert Stegemann) GRETE MEISEL-HESS, DIE SEXUELLE KRISE. 5. Taus. br. M5.50, Lwd. geb. M 6.50 Die neue Generation: Grete Meisel-Heß, eine der angesehensten Kämp ferinnen in der deutschen Frauenbewegung, nimmt vor allen Dingen durch ihre geistvolle Schilderung der Menschen und der gegenwärtigen Gesellschafts zustände gefangen. Ihr psychologischer Spürsinn und ihre daraus folgende Auf fassung zeittypischer Handlungen ist durchaus neu und eigenartig. Es ist ein kühnes, großes und schönes Unternehmen, nicht mehr und nicht weniger als eine Enzyklopädie der heutigen Sexualmoral, die dabei das Schicksal der kom menden Geschlechter mit in Betracht zieht. Dieses schonungslos wahre Bild zeigt uns, daß der Mensch nach jahrhundertlangem Freiheitsstreben nur einen sehr geringen Grad von geistiger und sinnlicher Harmonie mit der Umwelt, mit sich selbst und mit seinen eigenen Trieben erreicht hat. (Frida Steenhoff) HEINRICH MEYER-BENFEY, DIE SITTLICHEN GRUNDLAGEN DER EHE. Ein Beitrag zur Begrün dung einer Sexualethik, br. M 1.50 Die Schrift enthält in erweiterter Fassung den Vortrag, den der Verfasser auf der 2. Generalversammlung des deutschen Bundes für Mutterschutz gehalten und dem sich der Bund ebenso wie den von Meyer-Benfey entworfenen Leit sätzen angeschlossen hat. Als alleiniger Inhalt der Sexualethik bezeichnet er den Satz, daß aller Geschlechtsverkehr einen seelischen Sinn und Inhalt habe, daß er eine Einheit leiblichen und seelischen Lebens darstelle.