V orbemerkung. 5 führungen über die Inflation auch offensichtlich unter dem Mangel an richtigen Vorstellungen von den wirklichen Vorgängen in der Geld wirtschaft während des Krieges. So kommt es, daß mehr oder weniger schiefe oder ungenaue oder selbst unrichtige Bilder von den tatsächlichen Verhältnissen entstehen und demzufolge auch häufig die Schlußfolgerungen über Umfang und Bedeutung der Infla tion, insbesondere die Erörterungen über die Möglichkeit und Zweckmäßigkeit ihrer Beseitigung in die Irre gehen. Es würde eine Arbeit für sich bedeuten, dies aus den zahlreichen Schriften und Aufsätzen, die sich mit der Frage dar Inflation im Kriege be schäftigen, im einzelnen nachzuweisen. Es sei nur ein Beispiel aus vielen herausgegriffen: die jüngst er schienene, im ganzen übersichtliche Schrift von L. Pohle, „Das Problem der Valutaentwertung“. Vorträge der Gehe-Stiftung, 9. Band, 1918, Heft 5, enthält eine Menge solcher zum mindesten mißverständlichen und unklaren Darlegungen. Auf S. 17 kommt Pohle zu dem Ergebnis, „daß die allgemeine Preissteigerung der Gegenwart zu einem wesentlichen, wahrscheinlich sogar zum ganz überwiegenden Teil die Folge der überall eingetretenen Vermehrung der Geldzirkulation darstellt“. Auf S. 12 heißt es: „für die erste Zeit ist es noch zu verstehen, wenn man eine Einwirkung des Zahlungsmittelumlaufs auf den Preisstand leugnet“. Auf S. 13 heißt es weiter: „Auch die Hauptursache, aus der die Vermehrung der Zahlungsmittelzirkulation entsprungen ist, liegt klar zutage. Die entscheidende Ursache ist, daß die Reichsbank einen Teil des Kriegsfinanzbedarfs des Deutschen Reichs mit Hilfe der Notenausgabe hat decken müssen . . . Die langfristigen Anleihen haben nicht genügend Mittel geliefert. Es mußten Schatz anweisungen ausgegeben werden... Von dieser schwebenden Schuld war wieder die Hälfte bei privaten Banken und ähnlichen Kreditinstituten untergebracht. Dieser Teil stellt ebenfalls im großen und ganzen wirkliches, aus dem Volksleben geschöpftes Kapital dar. Zur anderen Hälfte ist aber unsere schwebende Schuld durch Kreditaufnahme des Reiches bei der Reichsbank entstanden . . .“ Und endlich: „die Reichsbank hat die Schatzscheine übernom men und dafür Noten in Umlauf gesetzt. In diesem letzten Vor gang hegt die Hauptquelle für die fortgesetzte Preissteigerung“.