38 Die Finanzwirtsohaft während de* Krieges usw. Einlagen bei den Sparkassen haben sich von 18 Milliarden Mark Ende 1913 auf 31 Milliarden Mark Ende 1918 erhöht. Bei den Kreditgenossenschaften standen Ende 1913 rund 5,5 Milliarden Mark, Ende 1918 etwa 9,5 Milliarden Mark fremde Gelder an. Ins gesamt dürfte also die Zunahme der fremden Gelder bei diesen Kreditinstituten im Kriege rund 40 Milliarden Mark betragen. Hieraus ergibt sich, daß die aufgeblähte Kaufkraft der Wirtschaften, soweit sie nicht in Wertpapieren Anlage gefunden hat oder in Bank noten aufgestapelt wird, in den stark gestiegenen Depositen der Kreditinstitute zum Ausdruck kommt. Diese Depositen — und nicht allein die gehamsterten Noten — sind neben den Kriegs anleihen das äußere Zeichen für das Vorhandensein einer Inflation. Diese Kaufkraft liegt nun keineswegs untätig bei den Kredit instituten. Es ist zu unterscheiden, ob die Einzahlungen mit täg licher Kündigung in laufender Rechnung, auf Scheckkonto oder auf längere Zeit mit entsprechend höheren Zinsen erfolgen. Wäh rend sich die eigentlichen Spareinlagen, d. h. Kapitalanlagen zum Zwecke eines Rentenbezuges, grundsätzlich nicht von der Anlage in Wertpapieren unterscheiden und unbedenklich in entsprechenden Anlagegeschäften (Kriegsanleihe, Wertpapieren, Hypotheken) ver wendet werden können, ähneln die eigentlichen Scheckgelder durch aus den Banknoten. Der einzelne Eigentümer kann und will über diese Guthaben wie über bares Geld verfügen. Zum Teil dienen daher die erhöhten Guthaben den nämlichen Zwecken wie der er höhte Banknotenumlauf: die hohen Preise sowie die Gepflogenheiten der Barzahlung machen auch höhere Summen jederzeit verfügbarer Mittel notwendig. Praktisch ist es meist sehr schwer, den inneren Charakter der fremden Gelder genau zu erkennen. Denn auch be fristete Einlagen können — in der Kriegswirtschaft mehr denn je — nur vorläufig zurückgestellte Kaufkraft darstellen. Dennoch suchen die Kreditinstitute dem inneren Charakter der fremden Gelder nach Möglichkeit bei der Anlegung in Aktivgeschäften Rechnung zu tragen. Im Kriege hat sich jedoch der Kreis der im Bankbetrieb üblichen Aktivgeschäfte sehr verengt. Durch die üblich und mög lich gewordene Barzahlung ist für den kurzfristigen Handels- und Industriekredit, für Effektendarlehen an der Börse und Warenbe leihungen nur ein geringer Spielraum geblieben. An ihre Stelle sind Kreditgeschäfte mit den Kommunen sowie die Diskontierung von Reichsschatzanweisungen getreten. Die Gewährung von Darlehen