Inflation und Depositen. 39 an das Reich nimmt jetzt bei weitem den ersten Platz in der An legung der Depositen der Banken ein. 2. Auf diese Weise zieht also das Reich doch auf dem Umwege über die Depositen der Banken die in der Kriegswirtschaft ent standene und auf die Kriegsanleihe nicht übertragene Kaufkraft fortgesetzt wieder an sich. Damit wäre also der Ring: Schaffung von Kaufkraft durch die Zahlungen des Reiches — Wiedereinzie hung der Kaufkraft in der Hauptsache über die Kriegsanleihe, einen weiteren Teil (Depositen) über die Reichsschatzanweisungen — geschlossen. Aber dieser Kreislauf des Kapitals ist erstens nicht ganz ge schlossen, weil die Kaufkraft nicht samt und sonders an das Reich zurückfließt, sondern Teile aus dem Einkommen des Beziehers auf den Gütermarkt oder den Effektenmarkt überspringen oder als er höhte Kassenbestände dienen. So sind nur bestimmte Restbeträge zur Kriegsanleihe gelangt (die überdies jederzeit wieder flüssig ge macht werden können). Zweitens ist das letzte Glied in diesem Ring nicht echt. Während der Besitzer von Kriegsanleihe wenig stens grundsätzlich auf die Wiederauflebung seiner Kaufkraft ver zichtet bzw. bei Verkäufen von Wertpapieren eine andere Kauf kraft die Wertpapiere aufnimmt, also nur eine Übertragung der Kaufkraft von einer Person auf die andere stattfindet, will der Einzahler auf Bankkonto selbst nicht einmal grundsätzlich auf die Verfügung über seine Kaufkraft verzichten. Er will sie nur in geeigneter Form — die in Deutschland Zinsen ab wirft — auf- speichern, bis er sie zu gelegener Zeit zu anderen Zwecken end gültig verwenden kann. Eür den Depositengläubiger bedeutet die Hingabe des Geldkapitals nur ein Ruhen dieser Kaufkraft für eine gewisse Zeit. Eür ihn ist sein Guthaben bei der Bank nichts anderes als eine Banknote, die er nicht in eigener Kasse auf bewahrt. Jedoch auch bei dieser Aufspeicherung von Kaufkraft in Gestalt der Depositen — und Verwendung durch die Banken — ist zu be achten, daß sie durchaus nicht für die Gesamtheit der Summen, die in Betracht kommen, freiwillig erfolgt ist. Nicht sind diese Summen bei den Kreditinstituten hinterlegt worden, weil sie sämt lich vom Gütermarkt femgehalten werden sollen, sondern sie sind auch zu den Banken und Sparkassen geströmt, weil sie Güter nicht mehr kaufen oder nur zu solchen Preisen kaufen konnten,