Inflation und Wechselkurse. 47 der Wechselkurse, in der Bewertung der deutschen Valuta im Aus land. Der rechnerische Ausgleich, der im Frieden durch die sich auf der Warenhandelsbilanz, auf den Kapitalbewegungen und sonstigen Einnahmen und Ausgaben auf bauen den Zahlungsbilanz mit Hilfe einer die Hauptländer verbindenden einheitlichen (Gold-)Währung erfolgte, erlitt durch den Kriegsausbruch und dann im weiteren Ver lauf des Krieges durch eine Reihe von kriegswirtschaftlichen Maß nahmen eine empfindliche Störung. Die Einstellung der Einlösung der Reichsbanknoten in Gold, die plötzliche Abdeckung der deut schen Schulden im Ausland und die Schwierigkeiten, deutsche Gut haben im Ausland rechtzeitig und mit Erfolg einzuziehen, hatten zur Folge, daß plötzlich eine übermäßige Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln ein trat und schon vor Ausbruch der Kriegs- handlungen die Kurse der fremden Wechsel in Deutschland über den Goldpunkt anzogen, d. h. die Schranke, die den Preisschwankun gen der Valuta bis dahin durch die Goldwährung gezogen war, übersprangen. Im weiteren Verlauf des Krieges sorgte ein starkes Einfuhrbedürfnis dafür, daß die Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln im Inland, bzw. das Angebot von deutschen Zah lungsmitteln im Ausland, und zwar jetzt nur noch des neutralen Auslandes, auf dessen wenigen Börsenplätzen sich der Handel mit deutschen Zahlungsmitteln konzentrierte, daß dieses Angebot von Forderungen auf Deutschland nicht geringer wurde. In der ersten Zeit des Krieges wirkte dem Drucke dieses Angebots noch die Verfügung über ausländische Guthaben in den neutralen Ländern, eine lebhafte Ausfuhr von deutschen Waren und die Veräußerung von Wertpapieren mehr oder weniger selbsttätig sowie in geregelter Weise die Ausfuhr von Gold entgegen, so daß der Kurs für deutsche Wechsel im Ausland während dieser Zeit nur langsam sank und — abgesehen von den durch die Spekulation herbeigeführten Senkungen und Schwankungen des Kurses — nur so weit zu sinken brauchte, um die in der deutschen Kriegswirtschaft noch vorhan denen Zahlungsreserven mit Erfolg zu lockern. Zu spät wurde jedoch in Deutschland erkannt, daß die in der Friedenszeit ausge zeichnet wirkende, selbsttätige Regelung des internationalen Zah lungsausgleichs infolge langsamen Versiegens ihrer Hauptquellen obrigkeitlich durch Schaffung neuer Quellen (schärfere Heran ziehung der ausländischen Wertpapiere, nachdem die Goldsamm lungen und die daraus erfolgenden Abgaben von Gold an das Aus