48 Die Finanzwirtschaft während des Krieges usw. land ihrem Ende entgegengingen, sowie planmäßige Kreditaufnahme im Ausland) ergänzt bzw. ersetzt werden mußte, wie dies in Eng land bekanntlich mit solchem Erfolge geschehen ist, daß beispiels weise in Amerika der Kurs für £-Wechsel sogar—allerdings mit weit gehender Hilfe amerikanischer Banken — mit nur wenigen Punkten unter der Parität stabilisiert werden konnte. Erst verhältnismäßig spät sind in Deutschland den Zahlungsmittelbedarf einschränkende Maßnahmen bezüglich der Einfuhr, der Schaffung von ausländischen Zahlungsmitteln dienenden Maßnahmen (wie die Steigerung der Aus fuhr, der Ausfuhrpreise [Kohle in der Schweiz], die Heranziehung ausländischer Wertpapiere, die staatlich garantierten Kredit aufnahmen im Ausland) und endlich die Bekämpfung der aus ländischen (und österreichischen) Spekulation bezweckende Maß nahmen erfolgt, bis zu guter Letzt — nach scharfer und zweifellos übermäßiger Entwertung der Mark im Ausland — die sog. kom binierten Handels- und Kreditabkommen mit den neutralen Ländern Besserung in der Gestaltung der deutschen Wechselkurse versprachen —, soweit dies überhaupt möglich war. 2. Soweit dies möglich war: denn so unbestreitbar es ist, daß die Entwertung der deutschen Valuta im Ausland auf die Störungen des internationalen Zahlungsverkehrs zurückzuführen ist, ebenso sicher ist, daß sie im Zusammenhang mit der Inflation, mit der Kaufkraftaufblähung der Einzelwirtschaften und dadurch auch mit der Preissteigerung im Innern, daß sie im Zusammenhang mit der inländischen Geldentwertung steht. Das geht schon daraus hervor, daß die Zahlungsbilanz auch den Warenverkehr mit dem Ausland umschließt, der sowohl von dem Stande der inländischen Preise beeinflußt wird, als er auch andererseits wieder auf den Stand der inländischen Preise zurückwirkt. Während in den Geschäfts berichten der Reichsbank und in den Denkschriften an den Reichs tag, die wirtschaftlichen Maßnahmen betreffend, gesagt wird, daß der Rückgang des Markkurses nichts mit der Währung, also auch nichts mit der Entwertung der Mark im Inland zu tun habe, ist heute in der Literatur die Neigung zu beobachten, die Bedeutung der Zahlungsbilanz für die Gestaltung der Wechselkurse als mehr oder wenigei unerheblich hinzustellen und die Bedeutung des in ländischen „Preisniveaus“ stärker in den Vordergrund zu schieben. Cassel glaubt sogar allgemein eine Parallelität zwischen der Entwertung der Wechselkurse und der Inflation bzw. der Geld-