Inflation und Wechselkurse. 51 4* höhere Markpreise für die eigenen (Konsum- oder Luxus-) Bedürfnisse ­ oder für die zu verarbeitenden Rohstoffe oder zu zahlenden Löhne zu verwenden, wodurch die Tendenz zur Steigerung der Preise verstärkt wurde. Damit sind jedoch die Beziehungen zwischen der Gestaltung der ausländischen Wechselkurse und der inländischen Preise noch nicht erschöpft. Denn auf der anderen Seite verlangt — zunächst auch wieder theoretisch — der ausländische Exporteur, wenn er nicht in seiner Valuta bezahlt wird, jeweils für seine Waren eine Markmenge, die der Kaufkraft seiner eigenen Valuta entspricht. Muß der Ausländer in seinem eigenen Land, also der Schweizer in der Schweiz, für eine bestimmte Menge Ware 100 Einheiten schweizerischen ­ Geldes aufwenden, und sind diese Waren in derselben Menge in Deutschland nur für 300 Einheiten deutschen Geldes zu haben, dann wird er auch das Dreifache an deutschem Gelde für seine Valuta verlangen. Zu diesem Preis ist auch der ausländische Importeur deutscher Waren bereit, dem ausländischen Exporteur die Markbeträge abzukaufen — wenn er die Gewißheit hätte, daß er diese Warenmengen äuch wirklich aus Deutschland bekommen würde. Diese Gewißheit war aber während des Krieges und in der Nachzeit aus den schon angeführten Ursachen nicht vorhanden: nicht nur die Menge der Ausfuhrwaren, sondern auch die Preise dieser Waren wurden nach bestimmten, hier nicht zu verfolgenden Gesichtspunkten in Deutschland einseitig bestimmt. Die theoretischen ­ Überlegungen des ausländischen Importeurs erlitten also in ihrer praktischen Durchführung Störungen, so daß sie zeitweilig ­ gar nicht, zu anderen Zeiten nur abgeschwächt auf das wirkliche ­ Verhältnis von ausländischen Wechselkursen und Ausfuhrpreisen ­ einwirken konnten. Es blieben in Wirklichkeit vielmehr wachsende Beträge von Markbeträgen aus Einfuhrüberschüssen in den Händen ausländischer Gläubiger zurück, die den Kurs der Mark drücken mußten. Und wenn man weiter bedenkt, daß neben diesem flottanten Material von Markgeld im Ausland, neben dem Eälligwerden von Zinsen und Rückzahlungen auf Schulden in ausländischer Währung, daß neben diesen beiden ständig wirkenden Hauptposten des Angebots ­ zeitweilig — je nach der politischen oder militärischen Lage — eine mehr oder minder kräftige Spekulation trat oder auch die wirklichen Besitzer von Forderungen auf Deutschland zum Ver ­