52 Die Finanzwirtschaft während des Krieges usw. kauf oder Angebot ihrer Forderungen schritten, so wird erklärlich, daß in Wirklichkeit eine solche Menge verschiedener Ursachen für die Preisentwicklung der deutschen Mark im Ausland maßgebend waren, daß es unmöglich ist, die gleichfalls mitwirkende Wechsel wirkung von Inflation, inländischer Geldentwertung und Valuta entwertung in irgendwie meßbarer Weise bloßzulegen. Nichts destoweniger wird man daran festzuhalten haben, daß diese Be ziehungen praktisch vorhanden waren und sind. Aus den Darlegungen folgt erstlich: wenn auch der enge Zusammenhang zwischen ausländischen Wechselkursen und inlän discher Geldentwertung, zwischen Valuta und Inlandspreisen, in Wirklichkeit durch die Hemmungen der Kriegswirtschaft gestört war, so war er doch jederzeit mindestens so weit wirksam, daß die der Reichsbank zur Verfügung stehenden Mittel niemals ausreichen konnten, jede Entwertung der deutschen Valuta im Ausland hintan zuhalten. Es sei denn, es hätten ihr im Auslande unbegrenzte langfristige Valutakredite und solche Mengen Waren zur Verfügung gestanden, daß sie damit den Warenmangel und die Steigerung der Preise im Inlande mit Erfolg hätte bekämpfen können, was in England geschehen ist und für Deutschland den Bruch mit dem Grundsatz: Das Geld bleibt im Lande bedeutet hätte 1 ). Ferner: daß erst nach Aufhören der im internationalen Zahlungs- und Waren verkehr hegenden Störungen eine allgemeine Gleichgewichtslage zwischen Valuta und Preisen eintreten kann. Von einer solchen konnte indes bis zur Friedensunterzeichnung noch nicht die Rede sein. Um so mehr wird der Zusammenhang mit dem Stande der Preise im Innern zu beachten sein, wenn man nach Aufhören der Kriegsstörungen der Frage nach der „Wiederherstellung der Valuta“ näher tritt. (Vgl. den 2.Teil.) Und endlich: Da die Preise im Inland auf die Ein- und Ausfuhr von Waren zurückwirken oder von dieser beeinflußt werden, die Handelsbilanz einen Teil der Zahlungsbilanz bildet und letzten Endes bei der Kursbildung das Angebot und die Nachfrage nach Zahlungsmitteln sichtbar in die Erscheinung tritt, so kann man schließlich auch sagen, daß für die Gestaltung der Valuta die Zahlungsbilanz entscheidend ist. Es dient jedoch der Klärung dieser wirtschaftlichen Erscheinung mehr, wenn der Zusammenhang zwischen Wechselkursen und Preisen im einzelnen aufgedeckt und besonders betont wird; dann kommt 1 ) Vgl. Dietzel, Die Nationalisierung der Milliarden. Mohr, Tübingen 1919.