Zusammenfassung der Ergebnisse. 59 mehrung 1 ). Ein Konsumtivkredit in einem nie für möglich ge haltenen Umfang ist die Ursache gewesen, daß privatwirtschaftlich zu Recht bestehende Forderungen in Höhe von über 160 Milliarden Mark neu entstanden sind und Anspruch erheben auf einen volks wirtschaftlichen Güterbestand, der der Menge nach eine Vernain der ung, sicherlich keine entsprechende Vermehrung erfahren hat. Wenn es auch nicht möglich sein dürfte, die Kaufkraftaufblähung irgendwie ziffernmäßig auszudrücken, wie ja auch in Friedens zeiten die Grenze zwischen richtiger und unrichtiger Geld schöpfung niemals genau zu bestimmen war, so kann über die Tat sache selbst, daß bis zum Schluß des Krieges in Deutschland eine gewaltige Inflation entstanden ist, kein Zweifel mehr obwalten. Für diese Tatsache spricht allein die fünfjährige Kriegsdauer, wäh rend welcher die Arbeit von Millionen von Händen nicht dem volkswirtschaftlichen Bedarf des Landes zugute gekommen, son dern von den Kriegshandlungen verschlungen worden ist. Gleich zeitig sind die Anrechte zahlreicher Einzelwirtschaften auf den Kauf von Gütern, ist deren Kaufkraft gestiegen, woraus sich das für die Preisbildung entscheidende Mißverhältnis ergeben mußte. Mit Recht ist daher ■— insbesondere von Mombert — her vorgehoben worden, daß es sich bei der Kriegskostendeckung um zwei verschiedene Probleme handle: erstens um den Wiederersatz der fehlenden Güter (des Kapitals im volkswirtschaftlichen Sinne) und zweitens um die Regelung des Schuldverhältnisses des Reiches zu seinen Bürgern im Sinne der Schuldenabtragung. Inwieweit bei der Lösung der letzteren Aufgabe antiinflationistische Bestre bungen verfolgt werden können oder sollen, mit anderen Worten: ob von der „finanziellen“ Seite ein Abbau der Preise, eine Preissenkung, herbeigeführt werden kann und soll, ist im folgenden Teil zu erörtern. 1 ) Lief mann a. a. O. S. 90: Schaffung zusätzlicher, nicht aus dem regu lären Tauschverkehr und seinen Erträgen stammender Kaufkraft.