Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise. I. Die Folgen der Geldentwertung. Wenn man der Frage nähertreten will, ob und wie die Preise durch finanzielle Maßnahmen gesenkt werden können, ist es gut, sich in aller Kürze die Folgen der allgemeinen Teuerung oder — wie man zu sagen pflegt — der allgemeinen Geldentwertung ins Gedächtnis zurückzurufen. Eine ausführliche Darstellung der von der Geldentwertung auf die Volkswirtschaft ausgehenden Rück wirkungen erübrigt sich, weil eine solche in vorzüglicher Weise in zwei kürzlich erst erschienenen Schriften 1 ) geboten wird, und weil sich die Folgen der Geldentwertung durch die harte Wirklich keit von selbst tief in das Bewußtsein der Menschen eingegraben haben. 1. Die Preissteigerung hat allen Besitzern von realen Gütern, sei es von konsumbereiten Waren, Gebrauchsgegenständen oder Luxus artikeln, eine mehr oder weniger große Bereicherung gebracht, indem sie für diese Güter größere Geldmengen erhalten haben, und zwar zu einer Zeit, wo andere Waren oder Dienstleistungen noch nicht im gleichen Maße gestiegen waren. Eine Bereicherung haben ferner alle diejenigen erfahren, die im Besitze von solchen Produktions anlagen waren, in denen die benötigten Waren hergestellt wurden. Die Fabriken, landwirtschaftlichen Güter, Verkehrsanstalten stellen nicht nur (in der Währungseinheit Mark) größere Werte dar, son dern werfen auch durch den Absatz zu höheren Preisen höhere Geldrenten ab. Hierin hegt zugleich ein Grund für die Steigerung der Kurse der Aktien privatwirtschaftlicher Unternehmungen. (Der andere Grund lag darin, daß die Einzelwirtschaften über genügende Kaufkraft verfügten, um den Umsatz in Aktien zu hohen Preisen zu ermöglichen.) Wenn der städtische Grundbesitz nicht überall ') Pohle, L., Das Problem der Valutaentwertung S. 20ff., und Bosen berg, W., Valutafragen S. 14ff.