Maßnahmen den Zahlungsmittelumlauf betreffend. 65 nichts geändert. Auf die erhöhte Kaufkraft der Einzelwirtschaften, die allein das Zustandekommen der hohen Preise ermöglicht, hat die Ersetzung eines Zahlungsmittels durch ein anderes keinen Einfluß. Die Kaufkraft bleibt dieselbe, die Inflation wird nicht beseitigt; nur die Depositen der Banken würden noch mehr an- wachsen. Es wäre aber fraglich, ob die Banken für die ihnen durcli den bargeldlosen Zahlungsverkehr erneut zugetriebenen fremden Gelder auch entsprechend mehr Schatzanweisungen kaufen würden. Bei der Reichsbank würde der Notenumlauf zurückgeben und die fremden Gelder steigen, wenn es nicht gelänge, entsprechend mehr SchatzanWeisungen abzusetzen. Für das Reich würde die Er setzung des Papiergeldes durch die Guthaben bei den Banken ein Aufhören der unverzinslichen Geldbeschaffung bedeuten; bei den Banken würde dagegen eine Erhöhung der Zinseinnahmen aus einem vermehrten Bestände an Reichsschatzanweisungen eintreten. Alle diese Folgen würden sich durch den bargeldlosen Zahlungs verkehr einstellen — aber keine Senkung der Preise. Man könnte höchstens an eine mittelbare Beeinflussung der Preise denken. Wenn der Notenumlauf zurückgeht, so bessert sich das Deckungsverhältnis der Noten durch Gold. Das könnte zur Folge haben, daß das Ausland den Markkurs höher bewertet, weil die Einlösbarkeit der Noten an Wahrscheinlichkeit gewinnen könnte, anstatt, wie bisher, in immer weitere Ferne zu rücken. Die hier durch entstehende Besserung der deutschen Valuta im Ausland würde die Einfuhr fremder Waren nach Deutschland entsprechend verbilligen, so daß von hier aus eine Einwirkung auf den inlän dischen Stand der Preise eintreten kann. Diese mittelbare Wir kung eines verringerten Notenumlaufs spielt jedoch so lange eine bescheidene Rolle bei der Bewertung der Valuta, als das poli tische und wirtschaftliche Chaos in Deutschland anhält. Ist dieses überwunden, dann werden hoffentlich nicht nur die thesaurierten Papiergeldmengen wieder zurückströmen, sondern auch mehr Güter erzeugt und der erhöhten Kaufkraft mehr Güter gegenüberstehen, Auf das letztere kommt es allein an. Das wird man später, wenn die Zusammenziehung des Notenumlaufs mit einer Preissenkung zusammenfällt, nicht übersehen dürfen. 2. Etwas anders hegt die Sache schon, wenn eine Verringerung des Notenumlaufs den Zweck haben soll, die nicht für den Verkehr benötigten Noten, also diejenigen, die von ihren Besitzern the- 5 Prion, Inflation und Geldentwertung.