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        <title>Inflation und Geldentwertung</title>
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            <surname>Prion</surname>
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      <div>Inflation  nnd  Depositen.

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Einzelwirtschaften.  Die  Börse  zieht  die  Kaufkraft  an  sich,  und
zwar  ist  das  in  der  Kriegswirtschaft  in  solchem  Maße  geschehen,
daß  die  Aufblähung  der  Kaufkraft  gegenüber  einem  beschränkten
Wertpapiervorrat  in  fühlbarer  Weise  wirksam  geworden  ist.  Sie
leitet  dann  die  Kaufkraft  in  zahlreiche  Kanäle,  wovon  einige  zur
Kriegsanleihe  hinführen,  andere  wieder  zum  Gütermarkt  zurückführen. ­
  Wäre  die  Kaufkraft  mehr,  als  es  geschehen  ist,  von  dem
Zustrom  zur  Börse  abgehalten  worden,  dann  hätten  die  Kriegsanleihen ­
  einen  noch  größeren  Zulauf  gefunden  —  oder  die  Depositen
der  Banken.

IV.  Inflation  und  Depositen.
1.  Wir  hatten  gesehen,  daß  die  den  Einzelwirtschaften  zugeführte
Kaufkraft  nicht  samt  und  sonders  auf  die  Kriegsanleihe  an  das
Reich  zurückgeflossen  ist.  Wo  ist  der  andere  Teil  gebheben?  Es
ist  notwendig  zu  wiederholen,  daß  jeder  Einkommensbezieher  —
wenn  man  von  den  auf  seinem  Einkommen  ruhenden  Steuern
(vgl.  V)  absieht  —  über  sein  Einkommen  frei  verfügen  kann.  Er
wird  naturgemäß  in  erster  Linie  die  zu  seinem  Lebensunterhalt  erforderlichen ­
  Bedürfnisse  zu  befriedigen  suchen.  Daneben  kann  er
auch  reichliche  Mittel  für  Luxusbedürfnisse  aller  Art  ausgeben.
Endlich  kann  er  Teile  des  Einkommens  dazu  verwenden,  um
seine  Produktionseinrichtungen  zu  verbessern,  ergänzen,  erweitern
—-  ehe  er  an  die  Zeichnung  von  Kriegsanleihe  oder  an  die  Anlegung
seiner  Kaufkraft  in  anderen  Anlagen  denkt.  Innerhalb  der  drei
ersten  Möglichkeiten  kann  sich  aber  die  Kaufkraft  voll  in  der  Preisbildung ­
  auswirken.  Daran  wird  man  zu  denken  haben,  wenn  man
von  den  Formen  spricht,  mittelst  deren  die  Kaufkraft  unmittelbar
—  sei  es  dauernd  oder  nur  vorübergehend  —  vom  Gütermarkt  abgezogen ­
  werden  kann.  Denn  immer  erst  nach  Befriedigung  des
einen  oder  anderen  der  vorgenannten  Bedürfnisse  werden  andere
Teile  der  Kaufkraft  dazu  verwendet,  um  Kriegsanleihe  zu  zeichnen
(II)  oder  andere  Wertpapiere  zu  kaufen  (III)  oder  Einlagen  bei
den  Kreditinstituten  zu  machen.
Das  letztere  ist  in  größtem  Umfange  in  Deutschland  während
des  Krieges  geschehen.  Die  fremden  Gelder  der  Banken  sind  von
9,6  Milliarden  Mark  Ende  1913  (160  Aktienbanken)  auf  23,2  Milharden ­
  Mark  Ende  1917  (127  Aktienbanken)  gestiegen.  Sie  können  für
Ende  1918  mit  über  30  Milliarden  Mark  angenommen  werden.  Die</div>
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