angelegen sein ließ, ging soweit, sogar die Ausfahrt der Fischer boote zu untersagen. Aber es fehlte an Zollwächtern, um den Maßnahmen Nachdruck zu geben. Der Schmuggel über die Jade und die übrigen oldenburgischen Gewässer ging um so leichter vor sich, als das Herzogtum Anfang 1808 mit Rücksicht auf russische Wünsche von den französischen Truppen geräumt wurde. Wahr scheinlich aus Bourriennes Vorschlag wurde daher später wieder ein Zollposten nach Eckwarden am rechten Jadeufer gelegt, mit einem Kutter, der in der Jademündung kreuzte. Aus Neuwerk, in Kuxhaven, Großwarden, Geestemünde und Blexen wurden Batterien angelegt. Man dachte auch au einen Handstreich gegen Helgoland, aber alle dahin zielenden Projekte mußten schließlich als unausführbar verworfen werden. Unter dem Druck der verschärften Sperrmaßregeln ging natürlich der legitime Handel in den Hansestädten mehr und mehr zurück. 3Jiit dem Schleichhandel mochte sich nicht jeder befassen, er bereicherte nur einzelne, und nicht immer die besten Elemente. Und mochte er noch so eifrig betrieben werden, er konnte an Umfang längst nicht dem rechtmäßigen Handel gleichkommen, wie er in der vorhergehenden Friedenszeit betrieben worden war, zumal auch das französische Aussaugungssyftem den Konsum des Binnen landes zurückgehen ließ. Am schwersten litten wieder, wie schon 1803—05, die von kleineren Leuten betriebenen Hilfsgewerbe der Schiffahrt, die Schiffbauer, Reepschläger, Wagenlader, Kornmeffer, Weinschröder, Dielenträger usw. In Lübeck vermochten diese ihre Pacht an die Stadtkasse nicht mehr zu zahlen. Ebenso schlecht ging es den Fabriken. In Hamburg waren die Kattunfabriken völlig ruiniert, in den 4—500 Zuckersiedereien, die sonst etwa 5000 Menschen ernährten, wurde fast garnicht mehr gearbeitet, die Tabakmanufakturen hielten sich etwas besser. Unmittelbarer noch als der Handel wurden Reederei und Schiffahrt betroffen. Die stillliegenden Schiffe, besonders für große Fahrt, verfaulten im Süßwasser der Häfen, sodaß den Reedern auch ihr Kapital ver loren ging. Alan versuchte zwar, wo es irgend ging, die Schiffahrt weiter zu betreiben, doch bedeutend kann dieser Verkehr, über den uns nur wenige zahlenmäßige Angaben zu Gebote stehen, keines falls gewesen sein. Zweimal während der Zeit der Sperre, zu Beginn der Pfingstbl. d. H. Geschrchtsv. IX. 1913. 3