42 eingesetzte Ingenieur-Kommission schlug nach eingehenden Unter suchungen drei Linien für das gewaltige Werk vor: einen Küsten- kanal von der Zuidersee über Zwartsluis, Assen, Leer, Oldenburg, Vegesack, Bremervörde, Stade; einen Zentralkanal über Kämpen, Zwolle, Meppen, Diepholz, Wildeshausen, Delmenhorst, Bremen, Stade, und einen Grenzkanal über Wesel, Haltern, Münster, Biele feld, Minden, Buxtehude. Zur Ausführung empfahl sie, seiner Billigkeit wegen, den Küstenkanal. Dazu kam noch ein Kanal Hamburg-Lübeck auf der Alster- oder Stecknitzlinie; die Wasser verbindung zwischen der Zuidersee, Antwerpen und Paris bestand schon. Man entschied sich schließlich, die Ausmündung des Kanals in die Elbe nach Altenbruch zu legen, wo außerdem ein großes Marine-Arsenal mit einer Schiffswerft zum Bauen von gleichzeitig drei Linienschiffen und einer Fregatte und zur Ausrüstung von zwölf Linienschiffen und ebensoviel Fregatten vorgesehen war. In Hamburg selbst sollte ebenfalls eine leistungsfähige Schiffs werft mih einem Bagno für 600 Galeerensträflinge errichtet werden. An Insassen würde es bei den drakonischen Urteilen des Prevotal- Gerichtshofes gegen Schmuggler nicht gefehlt haben Der Bau des Marine-Arsenals lag Napoleon vor allem am Herzen. Die von ihn: am 18. März 1811 verfügte Marine-Inskription in den hanseatischen Departements wurde deshalb mit besonderem Eifer betrieben: 3000 Seeleute sollten hier ausgehoben werden; jeder Bürger von über 18 Jahren, der anderthalb bis zwei Jahre zur See gefahren war, mußte sich in die Listen einschreiben lassen. Alle diese Pläne sind jedoch unausgeführt geblieben. Von dem Kanalprojekt scheinen den Kaiser besonders die hohen Kosten abgeschreckt zu haben, die im umgekehrten Verhältnis zur Renta bilität des Wasserwegs in Friedenszeiten standen. Er äußerte schon im Januar 1811, der einfachste Weg von Hamburg nach Holland sei der durch die Watten, zu dessen Schutz er die ost friesischen Inseln befestigen lassen wolle. Der Bau des Kriegs hafens an der Elbe ist wohl nur infolge der Vorbereitungen zum russischen Feldzug unterblieben. Während so die militärischen Rüstungen gegen England — allerdings mehr in maßlosen und phantastischen Plänen, als in wirklichen Taten — ihren Fortgang nahmen, suchte Napoleon auch den wirtschaftlichen Kampf aufs neue zu organisieren, nach-