16 Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre. Ja, wenn man sich an das Kapital in seiner einfachsten Gestalt hält, welches Rücklage an Lebensmitteln bedeutet, die zum Verbrauch nach Ablauf einer gewissen Zeit bestimmt ist. . . Das Eichhörnchen hat Verstecke, in die es seine Nüsse bringt. Es wendet sogar den Grundsatz an, den die Familienväter bei uns haben, die Kapitalisten, nämlich, nicht „alle seine Eier in denselben Korb zu legen", das heißt, nicht alle Werte in dasselbe ­ Unternehmen hineinzustecken; das Eichkätzchen hat mehrere Verstecke, damit ihm, wenn eines verloren ist, noch andere bleiben. Darin liegt ein erstaunlich ausgesprochenes Gefühl der Vorsorge. Muß man von dem Bienenstock sprechen und den Honigvorräten, die dort angehäuft sind? oder von den Speichern der Ameise? Man sprach soeben von den faulen Tieren; die Meinung Salomons ist das nicht, der in den Sprüchen sagt: „Fauler, geh zur Ameise und sie wird Dich belehren". Was aber das Kapital charakterisiert, ist, daß der gesparte Reichtum zum Zweck hat, der Produktion eines neuen Reichtums ­ zu dienen. Kehren wir einen Augenblick zu Robinson zurück. Wenn Robinson seine Vorkehrungen ganz wie das Eichhörnchen oder die Bienen oder die Ameise traf, so geschah das nicht nur in der Absicht, seine Vorräte im Winter zu verzehren und sie für die schlechten Tage aufzusparen, sondern vor allem, damit er imstande war, in Muße Instrumente herzustellen, zum Beispiel sein Boot zu bauen. Während er dies Boot baute, konnte er nicht auf die Jagd gehn, und folglich hätte er es nicht bauen können, wenn er nicht Vorräte gehabt hätte, die ihn von seiner täglichen Arbeit entlasteten. Deshalb waren Robinsons Vorräte ­ wirklich ein Kapital, das heißt ein Produktionswerkzeug. Nun scheint das aber für die Tiere nicht der Fall zu sein: jene Vorräte des Eichhörnchens, der Biene oder sogar der Ameise scheinen nur eine Aufspeicherung zu bedeuten, das heißt, ein Schatz, der aufgespart ist, einzig und allein, um aufgezehrt ­ zu werden. Es gibt auch eine andere Auffassung vom Kapital: das „stehende Kapital", wie man es in der Volkswirtschaft nennt (im Gegensatz zum „umlaufenden Kapital", von dem wir soeben gesprochen haben), das sind die Instrumente, Maschinen, die Kunstwerke. Finden wir sie bei den Tieren? Man sagt im allgemeinen: nein. Man definiert sogar den Menschen als den „Hersteller von Werkzeugen" (tool-maker). Es ist ja wahr, das Tier hat keine Werkzeuge hergestellt, aber vielleicht