Bedürfnisse und Arbeit. 17 aus demselben Grunde, den ich soeben bei Gelegenheit der Kleidung anführte: weil es ihrer nämlich nicht bedarf. In der Tat ist es von der Natur für die einzige Tätigkeit, der es sich widmet, die Jagd, prächtig mit Waffen ausgestattet, sowohl die Säugetiere und Vögel, wie das zahllose Geschlecht der Insekten.' Und was die Herstellung der Wohnung betrifft, so hat zwar die Natur den Säugetieren nur die Nägel der Wühl tiere und den Vögeln einen ziemlich ungeeigneten Schnabel verliehen, aber dafür den Insekten sehr komplizierte Werk zeuge, die sogar den Menschen übertreffen. Es gibt keinen Bohrer, keine Säge, keine Spritze, keinen Stichel, keine Nadel, die man nicht in jener erschrecklichen Welt fände und die nicht bei einer Menge von Arbeiten verwendet würde. Zu welchem Zweck sollen sie sich darauf verlegen, Besseres zu finden? Und doch ist es nicht vollständig genau, wenn man behauptet, es gäbe keine Tiere, die Werkzeuge herstellen können: viele von ihnen müssen Fallen fabrizieren, um das Wildbret zu fangen. Muß man noch vom Netz der Spinne sprechen? Das ist kein Kleid und keine Wohnung, das ist eine Falle wie das Netz des Jägers oder Fischers. Es gibt auch andere: zum Beispiel die Grube des Ameisenlöwen, eine Falle, in die er das Wildbret, das in seine Nähe kommt, hineinfallen läßt, indem er ihm Sand in die Augen streut. Wenn man also eine Grenzlinie zwischen der Tier- und Menschenwelt ziehen will, so darf man sie nicht in der Her stellung der Handwerkszeuge suchen, da die Tiere diese ja in einem gewissen Grade kennen, sondern man müßte sie in der Erfindung des Feuers suchen. Es ist seltsam, daß die Tiere niemals das Feuer erfunden haben, umsomehr, als sie es sehr lieben. Man braucht nur zu sehn, wie ein Hund oder eine Katze sich am Kamin des Salons oder am Rauchfang in der Küche behaglich streckt und wie die wilden Tiere, wenn die Karawanen durch die Wüste oder den Wald ziehen, sich um den Feuerschein scharen, der sie anzieht und doch schreckt. Aber weder unter denen, die sich am Kamin wärmen, noch unter denen, in deren Augen sich zugleich mit den Lichtern des offenen Feuers alle Schrecken des Unbekannten spiegeln, hat es einen Prometheus gegeben. Man sagt oft, kein Rauch ohne Feuer — man kann noch eher sagen, daß es niemals Feuer ohne den Menschen gegeben hat. An dem Tage, an dem man irgendwo in Afrika einen Kreis wn Affen um ein Feuer sitzend findet, das sie selbst angezündet jaben, an dem Tage wird der Mensch in ihnen seine Brüder Gide, Anfangsgrunde der Volkswirtschaftslehre. 2