Rohstoffe. 43 Rohstoffe. Im Inlande wurden im Jahre 1913 folgende Rohstoffe gewonnen: Etwa 11600 t rohe Wolle im Werte von . . . 21,0 Mill. Mark „ 3580 t Flachsfaser „ „ ..... 2,9 „ „ 23,9 Mill. Mark Im Verhältnis zu den anderen Ländern gewinnt Deutschland aus dem Inlande nur wenig Rohstoffe der Textilindustrie. Aus dem Inlande kommen: Wolle Flachs Seide in Deutschland „ Großbritannien „ Frankreich 21 Mill. Mark 120 „ „* 70,3 „ 2,9 Mill. Mark 11 23 16,9 Mill. Mark Ob und wieweit die Woll- und Flachsgewinnung in Deutschland eine Erhöhung erfahren kann, ist schwer zu sagen, weil dies in erster Reihe eine landwirtschaftliche Frage ist. Daß sie jedoch zur eingehenden Erwägung zu stellen wäre, ergibt sich aus den großen Beträgen, die für diese Rohstoffe jähr lich entrichtet werden. So beträgt der Wert der Einfuhr im Jahre 1913: von rohen und gewaschenen Wollen . . . 363 Mill. Mark » Flachs 50 „ Besonders auffällig erscheint es, daß in den beiden nächststehenden Industrie ländern, England und Frankreich, die Schafzucht so unvergleichlich viel stärker ausgeübt wird als in Deutschland. Die Zahl der Schafe betrug 1870 in Deutsch land noch 25 Millionen und ist bis 1913 auf 5,5 Millionen zurückgegangen. Der Bezug derRohbaumwolle erforderte 1913 die Summe von 570Mill. Mark. Bei der Beschaffung dieser bleiben wir immer auf das Ausland oder auf die Kolonien angewiesen. Der Wert der eingeführten Rohseide im Jahre 1913 beträgt 154,2 Mill. Mark. Während des Krieges und auch schon früher wurde die Frage der Rohseiden gewinnung in Deutschland eingehend erörtert. Die Ansicht, daß es in Deutsch land aussichtsvoll wäre, die Seidenraupenzucht zu betreiben, erscheint kaum zutreffend, denn die Hauptbedingung der überschüssigen billigen Arbeitskräfte ist in Deutschland nicht vorhanden. Es braucht in dieser Richtung nur be rücksichtigt zu werden, daß die in Betracht kommenden Seidenzuchtländer mit Durchschnittsarbeitslöhnen rechnen, die 1 Mark pro Tag nicht wesentlich über steigen. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die einen viel größeren Verbrauch an Rohseide haben — der Einfuhrwert im Jahre 1913/14 beträgt 410,9 Mill. Mark —, beschäftigen sich seit Jahren mit der gleichen Aufgabe, aber ohne Erfolg. Sehr