Halbfabrikate. Fertigwaren. 475 gering, weil die Spinnereien für den heimischen Bedarf stark beschäftigt sind. Es ist jedoch mehr als wahrscheinlich, daß Amerika mit der Zeit ein starkes Exportland für Baumwollgarne wird, da diese Ausfuhr der Industrie in mehr facher Beziehung sehr günstig liegt. Die Ausfuhr an rohen Bäumwollgeweben ist in starker Entwickelung begriffen, Amerika konkurriert in diesem Export artikel bereits vielfach mit England. Wolle. Kammzug, Kammgarne und Streichgarne werden bereits vielfach im Inlande hergestellt; nur Alpaka- und sonstige Haargarne werden noch meistens aus England eingeführt; es sind aber, wie die erhöhte Einfuhr an Haarwollen zeigt, starke Bemühungen vorhanden, um die Herstellung auch dieser Garne im Inlande zu ermöglichen. Seide. Der Bedarf an Florettgarnen ist so groß, daß die heimischen Spinnereien ihn nicht decken können. Im Jahre 1913/14 wurden für 24,1 Hill. Mark Florettgarne eingeführt, und zwar hauptsächlich aus Frankreich, Schweiz, Deutsch land und England. Leinengarn. Die Einfuhr an Leinengarnen ist nicht bedeutend, sie betrug im Jahre 1913/14 3,7 Mill. Mark und stammt hauptsächlich aus England. Fertigwaren. Ist auch der Wert der Einfuhr an Fertigwaren 1913/14 mit 898,7 Mill. Mark nicht unbedeutend, so hat doch die Einfuhr im Verhältnis zum großen Inlands verbrauch keinen so erheblichen Umfang, wie im allgemeinen angenommen wird. Als einwandfreier Maßstab kann gelten, daß — wie aus der Aufstellung Seite 484 hervorgeht — der Verbrauch bereits zu 92,8 i Proz. von der inländischen Produk tion und nur zu 7,2 Proz. durch Einfuhr gedeckt wird. Im einzelnen ergibt sich nach den später folgenden Berechnungen, daß 1913/14 die heimische Produktion den Inlandsverbrauch in folgender Höhe decken konnte: bei Baumwollwaren bis zu 98,1 Proz. „ Woll- und Halbwollwaren „ , 93,2 „ „ Seiden- und Halbseidenwaren „ „ .90 „ „ Leinenwaren „21,2 „ „ Jutewaren ,, 32,9 „ „ Konfektionswaren „ n 95,6 „ Die Ausfuhr an Fertigwaren ist bis jetzt noch mäßig. Immerhin zeigt sich eine wesentliche Erhöhung in den letzten Jahren, namentlich in der Aus fuhr von Baumwoll- und Konfektionswaren. Die Ein- und Ausfuhrmengen der einzelnen Warensorten sind aus den später folgenden statistischen Aufstellungen genau zu ersehen.