634 Niederländisch - Indien. Im Inlande gewonnene Rohstoffe. Im Inlande wurden folgende Rohstoffe gewonnen: etwa 4000t rohe Baumwolle im Werte von 3,2 Mül. Mart. Baumwolle wird in Niederländisch-Indien schon seit langem gewonnen; die Kultur erlangte aber keine besondere Ausdehnung. Die Qualität ist grob, mit kurzem Stapel. Die Produktion wird zum Teil in unentkerntem Zustande ausgeführt, zum Teil wird die Reinigung in primitiver Weise vorgenommen, wodurch die Faser leicht beschädigt wird. Produktion der Textilindustrie. Die Textilindustrie ist nur durch eine stark entwickelte Hausindustrie ver treten, in der ausschließlich Baumwollstoffe angefertigt werden. Eine ziemlich große Anzahl von Webstühlen dient zum Weben von Baumwollstoffen. Außer dem werden die aus dem Ausland eingeführten rohen Gewebe, wie auch etwa der dritte Teil der eingeführten gebleichten Gewebe, zu Batiks verarbeitet. Ein- und Ausfuhr von Textilwaren. Über die Einfuhr von Textilwaren nach Niederländisch-Indien im Jahre 1911 berichtet das deutsche Generalkonsulat in Batavia 1 ) wie folgt: Die Einfuhr von gebleichten, gefärbten und bedruckten Baumwollwaren weist durchgehends große Steigerung auf. Der Bedarf an diesen eingeführten Artikeln für die einheimische Bevölkerung, namentlich an sogenannten Sarongs, ist groß, besonders seitdem die Batikindustrie mehr und mehr den bedruckten Kattunen den Platz räumt. Die Einfuhr von fertigen Kleidern aus Europa hat, trotzdem hier das Schneiderhandwerk, das namentlich durch die Chinesen vertreten wird, sehr ent wickelt ist und sämtliche im Lande Ansässigen nur weiße Anzüge tragen, fort während zugenommen; sie betrug 1909: 3,8 Mill. Mark, 1910: 4,1 Milk Mark und 1911: 4,7 Mill. Mark. Deutschlands Einfuhr war von der Englands nicht allzu weit abweichend. Es betrug die Einfuhr aus Deutschland 1911: 0,57 Mill. Mark, 1910: 0,50 Mill. Mark, die Einfuhr aus England 1911: 0,78 Mill. Mark, 1910: 0,55 Mill. Mark. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die deutsche Einfuhr in der Statistik in weit größerem Maße unter der niederländischen verschwindet als die englische. Im übrigen wird die Einfuhr von europäischen Anzügen wohl noch weiter zunehmen, da mit der Neugestaltung der Dinge in China auch die Chinesen, von denen in Java 200 000 bis 300 000 ansässig sind, unter den Ab nehmern erscheinen werden. Über den Bedarf an Baumwollerzeugnissen auf Java wird dem „Handels museum“ Wien 1914» S. 142 aus Amsterdam geschrieben: Einen viel verlangten Artikel bilden *) „Nachrichten für Handel und Industrie“ 1912, Heft 94.