Produktion. Ein- und Ausfuhr. 643 Ein- und Ausfuhr von Textilwaren in Persien'). Die bedeutendsten Einfuhrartikel sind Baumwollgewebe, die in rohem, buntgewebtem und bedrucktem Zustande eingeführt werden. Die rohen Gewebe sind die normalen Exportgewebe, die als Mexicans, T Cloth, Grey Cloth und Grey Shirtings eingeführt werden. Hauptlieferant für diese Artikel ist England, dem in neuerer Zeit Britisch-Indien Konkurrenz macht. Auch Ruß land liefert einen Teil in besserer Ware. Die Menge der eingeführten rohen Gewebe würde nach einer Schätzung 14Proz. von der Gesamteinfuhr an Geweben betragen. Gebleichte und gefärbte Gewebe. Die Einfuhr dieser Artikel beträgt annähernd 13 Proz. der Gesamtmenge an Geweben. Die wichtigsten sind: „White Shirtings“ und „Musseline“ (Mulle). Die ersteren werden in den üblichen Qualitäten vornehmlich aus England und Britisch-Indien geliefert. Die Mull stoffe werden in bedeutenden Mengen aus England eingeführt, und zwar am meisten in weißer, brauner und schwarzer Farbe. Sie werden zu Kopftüchern verarbeitet und von den persischen Frauen allgemein benutzt. Bedruckte Gewebe. Die wichtigsten sind die türkischroten, bunt bedruckten Gewebe, die fast ausschließlich Rußland liefert. Einen stärkeren Ab satz finden jedoch die billigeren Druckstoffe, die zum größten Teil aus England, zum kleineren aus Rußland eingeführt werden. Auch die einheimischen, mittels Handdruck hergestellten Gewebe finden noch starken Absatz, wenn sie auch im Preise gegen die englischen oder russischen Waren nicht konkurrieren können. Weitere Gewebearten sind: leichte buntgewebte Baumwollstoffe, die für Blusen Verwendung finden, Baumwollgewebe für Tischdecken, Möbel, Vorhänge usw., bedruckte Flanelle und Barchente, welch’ letztere jedoch weniger beliebt sind; ferner als sehr große Einfuhrartikel die verschiedenen Satins. Die Satins werden meistens in mercerisierter Ware in bunter wie auch schwarzer Farbe und ebenso auch in den verschiedenen bedruckten Ausführungen eingeführt. England und Rußland beherrschen darin den Markt. Baumwolltücher, und zwar Taschentücher, Kopftücher, Turban tücher und Umschlagtücher kommen zumeist aus England, der Schweiz, Rußland, die mittels Handdruck verfertigten Musselintücher zum Teil auch aus der Türkei. Badetücher, die kleinkariert sind, auf den Längsseiten eine mehr farbig gewebte Leiste und am Kopfende das Muster des Badetuches in ver größertem Maßstabe enthalten, gehen ebenfalls sehr stark. Baumwollgarne. Diese werden zum größten Teil aus Britisch-Indien, zum kleineren Teil aus Rußland und England eingeführt. Grey-Water Garne Nr. 16 bis 24 kommen zumeist aus Manchester. Grey-Water Nr. 16 aus Bombay werden hauptsächlich für die Teppichfabrikation, zum Wirken der persischen J ) Sehr ausführliche Angaben befinden sich in „Berichte über Handel und Industrie“ 1910, S. 400. 41*