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        <title>Die Textilindustrie sämtlicher Staaten</title>
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            <forname>Adolf</forname>
            <surname>Kertész</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
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            <idno>1031019537</idno>
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        Die  Textilindustrie
sämtlicher  Staaten

EntwicKlunlS'

£rze u ^ un *’

AbsatzverHältnisse

H  ,  (jea  .taktischen  Unterlagen  der  einzelne 11  Staaten  tür  die
„t  weil-  Seiden-,  Leinen-,  Jute-  und  Konfektions-Industrie
,aU !lul  Auflage  ner  .Te—*  Deutsch  ta

A.  Kertesz
Mainkur  bei  Frankfurt  a.  M.

druck

braunschweig
UND  VERLAG  VON  FRIEDR.  V  IE"
19  17

&amp;amp;  SOHN

*
        <pb n="2" />
        Die  Textilindustrie
sämtlicher  Staaten
        <pb n="3" />
        Die  Textilindustrie
sämtlicher  Staaten
Entwicklung.  Erzeugung,  Absatzverhältnisse.

Nach  den  statistischen  Unterlagen  der  einzelnen  Staaten  für  die
Baumwoll-,Woll-,  Seiden-,  Leinen-Jute-  und  Konfektions-Industrie
als  zweite  Auflage  der  „Textilindustrie  Deutschlands  im  Welthandel“

Von

A.  Kertesz
Mainkur  bei  Frankfurt  a.  M.

BRAUNSCHWEIG
BRÜCK  UND  VERLAG  VON  FRIEDR.  VIEWEG  &amp;amp;  SOHN
1917
        <pb n="4" />
        Vorwort  zur  ersten  Auflage.

Bei  der  Bearbeitung  des  vorliegenden  Materials  ging  Verfasser  von  der
Ansicht  aus,  daß  zur  Förderung  einer  Industrie  vor  allem  eine  möglichst  klare
Übersicht  über  ihren  allgemeinen  Stand  erforderlich  ist  und  diese  am  besten
durch  Benutzung  und  Prüfung  der  vorhandenen  statistischen  Daten  erhalten  wird.
Von  diesen  hat  die  Textilindustrie  bisher  kaum  genügenden  Gebrauch  machen

können,  weil  ihr  hierzu  die  entsprechenden  Behelfe  fehlten.
Die  Ausarbeitung  mußte  sich  dementsprechend  in  erster  Reihe  auf  die  einheitliche ­
  Gruppierung  der  statistischen  Unterlagen  Deutschlands  und  der  anderen
Länder  —  soweit  diese  zugänglich  waren  —  erstrecken.
Verfasser  ist  sich  wohl  bewußt,  daß  das  Büchelchen  auf  Vollständigkeit
keinen  Anspruch  erheben  kann.  Es  soll  die  erste  Grundlage  für  die  statistische
Übersicht  über  die  Textilindustrie  Deutschlands  im  Vergleich  zu  der  der  anderen
Länder  bieten.  Die  erforderlichen  Ergänzungen  werden  dann  später  leicht

folgen  können.

Mainkur  bei  Frankfurt  a.  M.,  September  1915.

Der  Verfasser.
        <pb n="5" />
        Vorwort  zur  zweiten  Auflage.

Das  Bedürfnis,  die  Verhältnisse  der  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten  übersichtlich ­
  darzustellen,  gab  die  Veranlassung,  die  vorliegende  zweite  Auflage
auf  einer  viel  breiteren  Grundlage  als  die  frühere  „Textilindustrie  Deutschlands
im  Welthandel“  zu  bearbeiten.
An  Hand  der  amtlichen  statistischen  Ein-  und  Ausfuhrlisten  und  anderen
erreichbaren  Unterlagen  sollte  ein  möglichst  klares  Bild  über  die  Textilindustrie
der  einzelnen  Länder,  über  ihre  Produktion  und  ihre  Ein-  und  Ausfuhr  an
Textilwaren  erlangt  werden;  für  die  wichtigeren  Länder  auch  gleichzeitig  über
ihre  Entwickelung  von  1890  bis  1913.  Wieweit  das  Ziel  zu  erreichen  war,  ergibt
sich  aus  der  vorliegenden  Bearbeitung  der  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.
Wenn  in  einzelnen  oder  vielen  Fällen  das  Ergebnis  nicht  voll  entspricht,  so  ist
zu  berücksichtigen,  daß  neue  Wege  beschritten  werden  mußten,  deren  vollständiger ­
  Ausbau  erst  mit  der  Zeit  möglich  sein  wird,  und  daß  bei  dem  großen
Mangel  sonstiger  Feststellungen  schon  annähernde  Vergleichswerte  über  die
Entwickelung  der  Textilindustrie  von  Wert  erscheinen.
Der  Mangel  an  brauchbaren  Unterlagen,  um  den  Stand  und  die  Entwickelung ­
  der  Textilindustrie  genauer  übersehen  zu  können,  erstreckt  sich  nicht  etwa
auf  Deutschland  allein;  er  ist  ebenso  auch  in  allen  anderen  Ländern  vorhanden.
Die  Bearbeitung  aller  Länder  auE  gleicher  Grundlage  erschien  auch  schon  deshalb
angezeigt,  weil  dadurch  Vergleichsmomente  für  die  Textilindustrie  Deutschlands
gewonnen  werden,  die  auf  einzelne  Zweige  derselben  fördernd  wirken  können.
Die  ein-  und  ausgeführten  Textilwaren  wurden  zur  Erleichterung  der  Übersicht ­
  in  „Rohstoffe“,  „Halbfabrikate“  und  „Fertigwaren“  getrennt  angeführt.  Da
Normen,  was  jeweils  als  Rohstoff  oder  als  Halbfabrikat  anzusprechen  ist,  bisher
nicht  vorliegen,  erfolgte  diese  Trennung  nach  bestem  Ermessen  und  bleibt  es
den  Sachverständigen  der  Industrie  unbenommen,  später  Änderungen  in  dieser
Beziehung  vorzunehmen.
Besonderes  Gewicht  wurde  auf  die  Feststellung  der  Produktionswerte  der
einzelnen  Zweige  der  Textilindustrie  gelegt.  Die  gewählte  Methode  ist  aus
den  Ausführungen  auf  S.  32,  wie  auch  aus  den  Aufstellungen  bei  den  einzelnen
Ländern  zu  ersehen.  Die  nach  dieser  Formel  erhaltenen  Werte  können  vielleicht
keinen  Anspruch  auf  absolute  Richtigkeit  erheben;  sie  ermöglichen  aber  die  Bestimmung ­
  der  Produktion  auf  einer  Grundlage,  die  einen  sehr  genauen  Vergleich
        <pb n="6" />
        Vorwort  zur  zweiten  Auflage.

VII

gestattet.  Durch  ihre  allgemeine  Einführung  würden  die  bisherigen  langwierigen
statistischen  Produktionsaufnahmen,  welche  doch  nie  zu  genauen  Eigebnissen
führen,  entbehrlich  werden  und  die  Produktion  eines  Landes  könnte  jederzeit
durch  Berechnung  festgestellt  werden.
Zugunsten  dieser  Methode  spricht  noch,  daß  in  der  gleichen  Weise  auch
der  Inlands  verbrauch  der  einzelnen  Ländei  zu  bestimmen  ist  und  es  füi  die
Textilindustrie  recht  wesentlich  erscheint,  wenn  sie  diesen  bisher  nicht  genügend
zu  erfassenden  Faktor  entsprechend  berücksichtigen  kann.
Durch  die  jährliche  Berechnung  der  Produktion  wie  des  Inlandsverbrauches
wäre  eine  ständige  Übersicht  über  die  Entwickelung  der  einzelnen  Zweige  der
Textilindustrie  verhältnismäßig  leicht  zu  erreichen;  die  Genauigkeit  derselben
wird  von  der  zu  erwartenden  Mithilfe  der  Beteiligten  und  von  den  später  zu
treffenden  Änderungen  oder  Verbesserungen  abhängig  sein.
Daß,  wie  aus  den  späteren  Aufstellungen  ersichtlich,  der  Verbrauch  an
Textilwaren  auch  als  Maßstab  zur  Beurteilung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse
der  einzelnen  Länder  dienen  kann,  ist  ein  neues,  recht  beachtenswertes  Moment.

Die  Beschaffung  des  vielen  ausländischen  Materials,  welche  gerade  während
der  Kriegszeit  manche  Schwierigkeiten  machte,  erleichterte  ganz  besonders  das
Kaiser!.  Statistische  Amt  in  Berlin,  welches  den  größten  Teil  der  erforderlichen
Unterlagen  zur  Verfügung  stellte.  Dem  Amt  gebührt  für  das  außerordentliche
Entgegenkommen  im  Interesse  der  Arbeit  der  wärmste  Dank  und  ebenso  dem
Herrn  Staatssekretär  des  Innern  für  seine  Bemühungen  in  gleicher  Richtung.
Ferner  ist  noch  besonders  der  Unterstützung  der  Farbenfabrik  von  Leopold
Cassella  &amp;amp;  Co.,  G.  m.  b.  H.,  Frankfurt  a.  M.,  zu  gedenken,  welche  es  ermöglichte,
die  umfangreiche  Ausarbeitung  auszuführen.
Auch  Herrn  Geheimrat  Prof.  Dr.  L.  Pohle,  Frankfurt  a.  M.,  der  sich  der
Mühe  unterzog,  die  Einleitung  des  Buches  vom  volkswirtschaftlichen  Standpunkt
aus  einer  Prüfung  zu  unterziehen,  sei  hier  der  verbindlichste  Dank  ausgesprochen.
Jeder  Anregung  zur  Verbesserung  des  Buches  will  Verfasser  auch  für  die
Folge  gern  Rechnung  tragen.
Mainkur  bei  Frankfurt  a.  M.,  Juli  1917.

Der  Verfasser.
        <pb n="7" />
        I

Inhaltsverzeichnis.

Seite
Einleitung  XV
Weltproduktion  der  Textilindustrie  XVI
Welterzeugung  an  Textilrohstoffen  XVI
Ein-  und  Ausfuhr  der  Welt  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren ­
  der  Textilindustrie  XVII
Gesamt-Inlands  verbrauch  an  Textilwaren  XVIII,
Inlands  verbrauch  an  Textilwaren  sämtlicher  Länder  pro  Person  und  Jahr  XX
I  Entwickelung  der  Tex  t  i  li  nd  u  s  tri  e  Deutschlands  im  Vergleich  zu  der
Englands  und  Frankreichs  XXI
Die  Rohstoffe  der  Textilindustrie.
A.  Baumwolle  I
Baumwollpreise  4
Spindeln  und  Webstühle  6
B.  Wolle  7
Wollpreise  -
C.  Seide
Seidenpreise
D.  Kunstseide  16—18
E.  Flachsfaser
Leinenpreise
Leinenspindeln
F.  Jute
Jutepreise
Die  Welterzeugung  an  Textilrohstoffen  im  Jahre  1912/13  23
Annähernde  Preissteigerungen  in  den  letzten  20  Jahren  23
A.  Die  Textilindustrie  der  europäischen  Staaten.
Gesamtübersicht:
Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren  24
Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  26
Anteil  der  einzelnen  Staaten  an  der  Einfuhr  in  Prozenten  27
Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  28
Anteil  der  einzelnen  Staaten  an  der  Ausfuhr  in  Prozenten  29
Ein-  und  Ausfuhr  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung  30
Gewinnung  von  Textilrohstoffen  in  den  europäischen  Staaten  31
Bestimmungsmethode  des  Produktionswertes  und  de  s  Inlandsverbrauchs  32
Produktionswert  der  einzelnen  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  •  ■  ■  •  36
Anteil  der  einzelnen  Staaten  am  Produktionswert  in  Prozenten  37
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  der  europäischen  Staaten  38
„  „  „  pro  Person  und  Jahr  39
        <pb n="8" />
        XII

Inhaltsverzeichnis.

Wollindustrie.  Ein-/



Seidenindustrie.

Deutschlands  Textilindustrie:
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913
Anteil  der  Textilindustrie  am  GesamtauBenhandel
Ein-  und  Ausfuhr  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe
Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren
Produktion  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Jahre  1913
Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie
Baumwollindustrie.  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913
„  Produktionswert  und  Inlandsverbrauch
„  Entwickelung
Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen
und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913
Produktionswert  und  Inlandsverbrauch
Entwickelung
Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen  .....'
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913
„  Produktionswert  und  Inlandsverbrauch
„  Entwickelung
„  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen
Leinen-  und  Juteindustrie.  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913  .  .  .
„  „  „  Produktionswert  und  Inlandsverbrauch
„  „  „  Entwickelung
„  „  „  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen  ....
Konfektionsindustrie.  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913
*  Entwickelung
„  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen
Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  nach  Ländern  geordnet
Anhang:  Amtliche  Erhebungen  über  Betriebe  und  Erzeugung  der  verschiedenen  Zweige
der  Textilindustrie  88-Großbritanniens
  Textilindustrie:
In  gleicher  Einteilung  wie  für  Deutschland  99—141
Anhang:  Handelsbezeichnungen  der  verschiedenen  Exportartikel  Englands  ....  142—144
Frankreichs  Textilindustrie.  In  gleicher  Einteilung  wie  für  Deutschland  14S—179
Rußlands  „  „  „  „  „„  „  180—207
Osterr.-Ungarns  „  „  „  „  „  „  208—241
Italiens  „  „  „  „  „  „  242—273
Schweiz.  „  „  „  „  „  „  274—305
Anhang  :  Produktionserhebungen  der  Seidenindustrie  *.  306—308
Belgiens  Textilindustrie.  In  gleicher  Einteilung  wie  für  Deutschland  309—333
Niederlandens  „  „  „  „  „  „  „  334—351
Spanien:  Übersicht  über  die  Textilindustrie,  Ein-  und  Ausfuhr  352—363
Portugal:  „  „  „  „  „  364—370
Schweden:  „  „  „  „  „  „  371—379
Norwegen:  „  „  „  „  „  380—385
Dänemark:  „  „  „  „  „  386—393
Finnland:  „  „  „  „  „  „  .  .  394—399
Türkei:  „  „„  „  „  „  „  400—421
Rumänien:  „  „  „  „  „  „  „  422—432
Bulgarien:  „  „  „  „  „  433—443
Griechenland:  „  „  „  „  „  „  „  444—452
Serbien:  „  „  „  „  „  „  453—460

Seite
40
41
42
43
44
48
51
51
54
55
56
57
61
62
63
64
68
69
70
71
74
75
77
78
81
82
83
86
-  98
        <pb n="9" />
        Inhaltsverzeichnis.

XIII

B.  Die  Textilindustrie  Amerikas.

Gesamtübersicht:  .,
Gewinnung  von  Tentiliohsioffen  i" 1 "'  und  Fertigwaren.
«*-  —  A “ r "‘’  “ÄÄ«»•
Einfuhr  an  Fertigwaren  nac
Produktion  und  Inlandsverbrauch  Arne
in  gleicher  Einteiinng  wie  für  Deutschland  .  -
Übersicht  über:
Kanada
Mexiko
Brasilien  .  .  ■  •
Argentinien  .  ■
Chile
Peru
Columbien  .  •  •
Venezuela  .  •  •
Bolivien  .  .  •  •
Ecuador  •  •  •  •
Uruguay  •  •  •  •
Paraguay.  ■  •  •
Cuba
Dominikanische  Re
Guatemala  .  •  •
Costarica  .  .  ■  •
Republik  Honduras
Nicaragua  •  •  •
Salvador  ,
Britisch-Amerika  außer  Fa lkland-Inseln,  Bermudas,  Britischublik



und

Ha

ti

Seite
462
464
466
468

•  470—501

502
510
516
522
531
536
541
546
548
550
552
556
556
558
560
561
561
562
562
563

(Honduras,  Neufundland  mit
Westindien,  Britisch-Guayana.)

Panama
Französisch-Amerika  ■  ■  ■  ■  M ar tiniaue,  Guayana.)
(St.  Pierre  und  Miquelon,  Guadeloupe,  Martinique,  7  &amp;gt;
Niederländisch-Amerika
(Surinam,  Curacjao.)

563
566
566

C.  Die  Textilindustrie  Asiens  und  Australiens.

Textilrohstoffen  in  Asien  und  Australien
Ifuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  .
stu  .--u  wttvVnnftsländern  geordnet

Gesamtübersicht:
Gewinnung
Ein-  und  Ausf
Finfuhr  an  Fertigwaren  na
Produktion  und  Inlandsverbrauch  Asien

ch  Herkunftsländern  ge
s  und  Australiens

Übersicht  über:
Japan
China
Britisch-Indien  .  •  •
Nieder  ländisch-Indien
Afghanistan
Persien
Siam
Philippinen
Straits  Settlements  .
Aden
Ceylon
Cypern
Malaiische  Staaten  .  .
Britisch-Nordborneo

568
570
572
574
576
599
614
633
638
639
648
650
654
656
657
658
659
659
        <pb n="10" />
        XIV

Inhaltsverzeichnis.

Seite
Sarawak
Französisch-Indochina
Französisch-Indien
(Pondichery,  Karikal,  Mah6,  Yanaon,  Chandernagor.)
Australischer  Bund  555
Neuseeland
Deutsch-Neuguinea
Samoa-Inseln
Fidschi-Inseln  .  .  .  .  579
Neukaledonien  und  sonstiges  französisches  Ozeanien  679
D.  Die  Textilindustrie  Afrikas.
Gesamtübersicht:
Einfuhr  an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern  geordnet  682
Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  ....  684
Produktion  und  Inlandsverbrauch  Afrikas  684
Gewinnung  von  Textilrohstoffen  in  Afrika  686
Übersicht  über:
Ägypten  687
Algerien  693
Tunis
Marokko
Madagaskar  700
Französisch-Westafrika  702
(Senegal  und  Niger,  Mauretanien,  Guinea,  Elfenbeinküste,  Dahome.)
Französisch-Ostafrika  704
(Somaliküste,  Mayotte,  Reunion.)
Französisch-Äquatorialafrika  705
(Gabun,  Mittelkongo,  Ubangi,  Schari,  Tschad.)
Britisch-Südafrika  706
(Südafrikanischer  Bund  mit  Rhodesia.)
Britisch-Ostafrika  und  Nebenländer  .  713
(Ostafrika,  Uganda,  Nyassäland,  Britisch-Somaliland,  Seychellen,  Mauritius.)
Britisch-Westafrika
(Britisch-Nigeria,  Sierra  Leone,  Gambia,  Goldküste.)
Deutsch-Ostafrika  71 g
Kamerun  725
Togo  727
Deutsch-Südwestafrika  728
Belgisch-Kongo  728
Libyen  731
(Tripolis  und  Cyrenaika.)
Eritrea  und  Italienisch-Somaliland
Portugiesisch-Afrika  _  733
(Angola,  Mopambique,  Kapverdische  Inseln,  Guinea,  San  Thome  und  Principe.)
Spanisch-Afrika  .  734
(Kanarische  Inseln,  Spanisch-Marokko,  Rio  de  Oro,  Spanisch-Guinea  mit  Fernando  Po
und  Annobon.)
Liberia  735
Nachtrag.
Malta  735
Anhang.
Verzeichnis  der  benutzten  statistischen  Unterlagen  mit  Umrechnungseinheiten
der  fremden  Werte  und  Gewichte  736
        <pb n="11" />
        Einleitung.
Die  Textilindustrie  umfaßt  die  Gebiete  der  Erzeugung  aller  Gewebe  und
Stoffe  aus  pflanzlichen  und  tierischen  Fasern;  sie  kann  eingeteilt  werden  in  die
Industrien  der
Baumwolle,  Wolle,  Seide,  Leinen  und  Jute.
Hieran  schließt  sich  die
Konfektionsindustrie
als  Zwischenglied  zwischen  der  Textilindustrie  und  dem  Bekleidungsgewerbe
an;  sie  erzeugt  aus  den  von  der  Textilindustrie  hergestellten  Stoffen  die  gleichen
Artikel  wie  das  Bekleidungsgewerbe  und  umfaßt  denjenigen  Teil  desselben,
welcher  Bekleidungsgegenstände  fabrik-  oder  verlagmäßig  herstellt.
Die  Textilindustrie  ist  in  den  meisten  Industriestaaten  die  bedeutendste
Industrie  des  Landes.  So  hat  beispielsweise  in  Deutschland  die  Textilindustrie
den  höchsten  Anteil  an  der  Gesamtein-  und  -ausfuhr;  in  den  anderen  Industrieländern ­
  ist  dies  in  noch  viel  stärkerem  Maße  der  Fall.
Dennoch  ist  die  allgemeine  Würdigung  der  Textilindustrie  merkwürdigerweise ­
  nicht  durchweg  ihrer  Bedeutung  angemessen.
Während  die  Erzeugnisse  der  Eisen-,  der  Elektrizitäts-  oder  der  chemischen
Industrie  allgemein  bewundert  und  gepriesen  werden,  pflegt  der  Industrie,  welche
sich  mit  der  Herstellung  unserer  Bekleidungsstoffe  beschäftigt,  nur  eine  sehr
geringe  Aufmerksamkeit  geschenkt  zu  werden.  Und  doch  sind  die  Leistungen
auf  diesem  Gebiete  ebenso  hoch  wie  die  der  anderen  Industrien  einzuschätzen.
Wir  brauchen  in  dieser  Richtung  nur  auf  die  Herstellung  der  neueren  Kunststoffe, ­
  der  Spitzenerzeugung,  auf  die  Fortschritte  der  Spinnerei,  Weberei,  Wirkerei,
Färberei,  Druckerei  und  Appretur  zu  verweisen,  von  denen  einzelne  zu  den  bedeutendsten ­
  und  geistvollsten  technischen  Neuerungen  der  Jetztzeit  gezählt
werden  dürfen.
ln  dem  früher  erschienenen  Werkchen  „Die  Textilindustrie  Deutschlands
im  Welthandel“  wurde  seitens  des  Verfassers  vorgeschlagen,  daß  die  Textilindustrie ­
  Deutschlands  eine  einheitliche  Interessenvertretung  errichten  solle,  wie
sie  in  ähnlicher  Weise  auch  andere  Industrien  besitzen;  eine  solche  würde  auch
sehr  viel  zur  richtigen  Einschätzung  der  Textilindustrie  beitragen  können.
Vertrauliche  Äußerungen  über  diesen  Vorschlag  bewegten  sich  sämtlich  in
dem  Rahmen,  daß  bei  den  divergierenden  Interessen  der  einzelnen  Zweige  der
Textilindustrie  eine  einheitliche  Leitung  nicht  zu  erlangen  sei  und  es  richtiger
wäre,  die  einzelnen  Verbände  der  Baumwoll-,  Woll-,  Seiden-,  Leinen-,  Jute-  und
Konfektionsindustrie  besser  auszugestalten.
        <pb n="12" />
        XVI

Einleitung.  Produktionswert  der  Textilindustrie.  Textilrohstoffe.

Dem  letzteren  Wunsche  ist  ohne  weiteres  beizupflichten,  da  die  Ausgestaltung ­
  der  einzelnen  Gruppen  nicht  nur  wünschenswert,  sondern  sogar  absolut ­
  notwendig  ist;  wenn  sich  aber  deren  Tätigkeit  nicht  in  den  täglichen
kleineren  Aufgaben  erschöpfen  soll,  brauchen  sie  eine  Gesamtleitung,  die  einerseits ­
  anregend  auf  die  Einzel  verbände  zu  wirken  und  andererseits  die  Verbindung
mit  den  amtlichen  Stellen  zu  pflegen  berufen  sein  würde.  Die  Befürchtung,  daß
die  Einzelinteressen  hierbei  störend  wirken  könnten,  ist  nicht  berechtigt.  Die
höheren  Aufgaben  der  Gesamtleitung  einer  so  großen  Industrie  sind  so  zahlreich
und  gewaltig,  daß  die  auftauchenden  Fragen  sich  nicht  an  die  Einzelnen  als  Vertreter ­
  ihrer  speziellen  Industrie,  sondern  an  die  in  der  Gesamtleitung  vereinigten
Führer  der  ganzen  Textilindustrie  richten  werden;  und  wenn  dafür  gesorgt
wird,  daß  sämtliche  Zweige  der  Textilindustrie  entsprechend  vertreten  sind,  so
kann  dies  allen  beteiligten  Industrien  gemeinsam  nur  zum  Vorteile  gereichen.
Die  große  Bedeutung  der  Textilindustrie  zeigt  am  besten  ihr  äußerst  hoher
Produktionswert,  der  nach  den  späteren  Einzelaufstellungen  44346,6  Milk  Mark
beträgt.
Die  Festsetzung  der  Produktionswerte  erfolgte  nach  der  auf  S.  32  bis  35
beschriebenen  Methode,  und  ihre  genaue  Berechnung  ist  aus  den  jeweiligen
Aufstellungen  bei  den  einzelnen  Ländern  zu  ersehen.  Zu  beachten  ist,  daß  die
so  erhaltenen  Summen  den  Wert  der  Erzeugnisse  darstellen,  den  sie  bei  der
Ausfuhr  als  Fertigwaren  erlangen;  sie  enthalten  daher  den  Wert  der  Rohstoffe,
den  Erzeugungswert  und  den  Fabrikationsgewinn.
Nachstehende  Aufstellung  zeigt,  in  welcher  Weise  sich  der  oben  angegebene
Weltproduktionswert  verteilt;  gleichzeitig  ist  der  Wert  der  gewonnenen
Textilrohstoffe  angegeben.

Produktionswert
der  Textilindustrie

Wert  der  gewonnenen
Textilrohstoffe  '

In  Millionen  Mai-k

Europa,  einschließlich  der  asiatischen  Gebiete

Rußlands  und  der  Türkei

26  259,4

1  685,3

Amerika

9  235,6

4  530,2

Asien,  ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und

der  Türkei

8  664,2

3  789,3

Australien

85,1

702,2

Afrika

102,3

688,5

44  346,6

n  395,5

Auf  die  einzelnen  Zweige  entfallen:

auf  die  Baumwollindustrie

25  004,8

Baumwolle  .  6  620,2

„  „  Wollindustrie

10  310,1

Wolle  ...  2  344,0

„  „  Seiden-  und  Kunstseidenindustrie  ....

3918,1

Seide  ...  1  251,8

„  „  Leinenindustrie  .

1  918,3

Flachs  .  .  .  415,5

„  „  Juteindustrie

1  391,9

Jute  ....  764,0

„  „  Konfektionsindustrie

1803,4

|

44  346,6

11  395,5
        <pb n="13" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.  XVII
Die  Textilrohstoffe  verteilen  sich  nach  Mengen  berechnet  wie  folgt:

Gewonnene  Textilrohstoffe.

ln

Baumwolle ­


Wolle

■  Rohseide

Flachsfaser ­


Jute

In  Tonnen

■

Europa,  einschließlich  der  asiatischen  Gebiete

238  950

468  684

7083

568  822

Amerika

3  236  420

370  500

—

29

—

Asien,  ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands
und  der  Türkei

1  765  815

96  680

34319

8600

1  815  350

175

392  500

—

—

—

341  875

100  537

—

—

—

5  583  235  |

1  428901  |

41  402  |

577  451

1  815  350

Die  Werte  und  Mengen  der  Rohstoffe  weichen  von  den  Angaben  auf
S.  1  bis  23  etwas  ab,  da  für  die  Rohstoffgewinnung  einiger  Länder  nach  deren
Drucklegung  abweichende  Angaben  gefunden  wurden.  Die  späteren  Zahlen  in
den  bei  der  Beschreibung  der  einzelnen  Weltteile  befindlichen  Tabellen  „Die
Gewinnung  von  Textilrohstoffen“  haben  größere  Genauigkeit  als  die  auf  S.  l
bis  23  angegebenen  und  liegen  der  obigen  Aufstellung  zugrunde.

Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren
der  Textilindustrie  ergibt  in  gleicher  Weise  sehr  hohe  Beträge:

Davon  entfallen  auf

Die  Einfuhr  betrug -  nach

j  einf  uhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


In  Millionen  Mark

Europa,  einschließlich  der  asiatischen  Gebiete  Rußlands
  und  der  Türkei
Asien,  ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und

12  021,6
3  079,8
2  495,3
446,3
729,5

7  954,6
858,7
!  410,1
6,4
8,7

1  430,2
159,3
658,6
18,1
12,7

2  636,8
2  061,8
1426,6
421,8
708,1

18  772,5

9  238,5

2  278,9

7  255,1

Die  Ausfuhr  betrug  aus

Ges.-Ausfuhr

Europa,  einschließlich  der  asiatischen  Gebiete  Rußlands
  und  der  Türkei
Asien,  ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und
Afrika

11  435,9
3  187,5
2  328,8
686,3
691,1

2  507,3
2  949,0
1  421,1
676,0
674,7

2  361,7
61,5
267,1
6,6
0,2

6  566,9
177,0
640,6
3,7
16,2

18  329,6  |

8228,1  |

2  697,1

7  404,4
        <pb n="14" />
        XVIII

Einleitung.  Beteiligung  an  der  Einfuhr.  Inlandsverbrauch.

Die  für  die  Ein-  und  Ausfuhr  sich  ergebenden  Gesichtspunkte  sind  bei
den  einzelnen  Ländern  eingehend  besprochen.
An  der  Einfuhr  von  Fertigwaren  nach  Amerika,  Asien,  Australien  und
Afrika  (s.  S.  466,  572  und  682)  sind  hauptsächlich  Deutschland,  Großbritannien
und  Frankreich  in  folgender  Weise  beteiligt:

Nach

Einfuhr  aus

Amerika

Asien

Australien

Afrika

Insgesamt

In

Millionen  Mark.

Deutschland

•  /

287,2

64,8

12,0

49,4

413,4

Anteil  an  der  Gesamteinfuhr

•  1

13,9  Proz.

4,5  Proz.

2,8  Proz.

6,9  Proz.

8,9  Proz.

Großbritannien

■  1

865,0

831,6

342,5

358,7

2  397,8

Anteil  an  der  Gesamteinfuhr

■  1

41,9  „

58,3  „

8lß  „

50,6  „

51,9  „

Frankreich

■  /

281,2

34,0

3,7

140,3

459,2

Anteil  an  der  Gesamteinfuhr

•  1

13,6  „

2,4  „

0,9  „

19,8  „

9,9  „

Der  Anteil  der  anderen  Staaten  ist  aus  den  Aufstellungen  auf  S.  465  bis
467,  572  und  682  ebenfalls  zu  ersehen.

Der  Inlandsverbrauch  wurde  in  der  Weise  gewonnen,  daß  zunächst  die
für  das  Inland  verarbeiteten  Mengen  bestimmt  und  die  Werte  der  hieraus  hergestellten ­
  Fertigwaren  auf  gleicher  Grundlage  berechnet  wurden,  wozu  dann  der
Wert  der  eingeführten  Fertigwaren  hinzugezählt  wurde.  Die  genaueren  Berechnungen ­
  für  die  verschiedenen  Länder  ergeben  sich  aus  den  jeweiligen  Einzelaufstellungen. ­
  In  den  Ländern,  in  denen  eine  Produktion  von  Textilwaren
nicht  vorhanden  ist,  berechnet  sich  der  Inlandsverbrauch  in  einfacherer  Weise
aus  den  eingeführten  bzw.  im  Lande  zurückgebliebenen  Fertigwaren.
Der  Gesamtinlandsverbrauch  der  einzelnen  Weltteile  betrug:

Europa,  einschließlich  der  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und  der  Türkei  .  19  860,4  Mill.  Mk.
Amerika  11  029,6  „  „
Asien,  ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und  der  Türkei  9  195,0
Australien  503,5  „  „
Afrika  800,0  „  „

41  388,5  Mill.  Mk.
Theoretisch  könnte  wohl  erwartet  werden,  daß  der  Gesamtwert  des  Inlandsverbrauchs ­
  mit  dem  Gesamtwert  der  Produktion  besser  übereinstimme;  tatsächlich
ist  dies  aber  nicht  gut  möglich.
Der  Produktionswert  umfaßt  die  Produktion  sämtlicher  Länder,  während
beim  Inlandsverbrauch  einzelne  kleine  Länder,  deren  Textilwareneinfuhr  nicht
zu  ermitteln  war,  fehlen.  Eine  zweite  stärker  in  Betracht  kommende  Differenzquelle ­
  ist,  daß  der  Produktionswert  nach  den  Ausfuhrwerten,  der  Inlandsverbrauch
        <pb n="15" />
        XIX

Inlandsverbrauch  pro  Person  und  Jahr

dagegen  zum  Teil  nach  den  Einfuhrwerten  berechnet  werden  mußte.  Nun  liegt
es  in  der  Natur  der  Sache,  daß  die  Einfuhrwerte,  weil  sie  in  der  Regel  auch
gleichzeitig  den  Maßstab  für  die  Verzollung  bieten,  leicht  zu  niedrig  un  nie  i
ganz  den  Ausfuhrwerten  entsprechend  eingeschatzt  werden.
Unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  es  sich  um  den  Weltumsatz
handelt  und  daß  die  wirkliche  Differenz  _  nur  ungefähr  5  Proz.  betragt,  erscheint
immerhin  die  Übereinstimmung  völlig  hinreichend.

Hervorzuheben  ist  der  neue  Gesichtspunkt,  daß  die  Höhe  des  Durchschnittsverbrauchs ­
  an  Textilwaren  pro  „Person  und  Jahr  einen  Maßstab  zur  Beurteilung
der  wirtschaftlichen  Entwickelung  der  einzelnen  Länder  abgibt.  Es  zeigt  sich
nämlich  deutlich,  daß,  je  mehr  ein  Land  in  wirtschaftlicher  Richtung  entwickelt
bzw.  je  reicher  es  ist,  desto  größer  auch  der  Durchschnittsverbrauch  an  Textilwaren ­
  ist.  Die  Gegenüberstellung  des  Inlandsverbrauchs  der  einzelnen  Länder
(s.  Tabelle  a.  folg.  S.)  ergibt  in  dieser  Richtung  recht  wichtige  Anhaltspunkte.
Die  Berechnungsmethode  ist  aus  den  Aufstellungen  der  einzelnen  Länder
zu  ersehen.  Bei  den  gewonnenen  Werten  handelt  es  sich  selbstverständlich
nicht  um  absolute,  sondern  um  Vergleichswerte.  Die  absoluten  Werte  ließen
sich  nur  erreichen,  wenn  festgestellt  werden  könnte,  welchen  Veikaulswert  die
betreffenden  Textilwaren  in  den  einzelnen  Ländern  haben.  Eine  Feststellung,
die  unmöglich  ist  und  uns  auch  nicht  viel  nützen  würde,  denn  für  den  Vergleichszweck ­
  ist  es  viel  richtiger,  von  den  Verbrauchsmengen  auszugehen  und
diese  —  wie  geschehen  —  für  möglichst  alle  Länder  auf  gleicher  Grundlage  in
Werte  umzurechnen.

Der  aus  der  folgenden  Tabelle  sich  ergebende  hohe  Verbrauch  des  Australischen ­
  Bundes  und  Neuseelands  ist  darauf  zurückzuführen,  daß  diese  Länder
.nfolge  ihrer  bedeutenden  Ausfuhr  an  Wolle,  Getreide,  Fleisch,  Fetten,  Fellen,
Sold  und  anderen  Erzen  sehr  wohlhabend  sind.
Der  hohe  Verbrauch  Amerikas  erklärt  sich  durch  den  Reichtum  bzw.  den
Zuschnitt  der  Lebenshaltung  in  den  Vereinigten  Staaten.  Diese  haben  mit
I548  Mark  pro  Person  und  Jahr  den  höchsten  Verbrauch  von  allen  Ländern
überhaupt.  Der  Verbrauch  der  übrigen  amerikanischen  Staaten  ist  viel  geringer.
Wenn  die  Vereinigten  Staaten  und  Kanada  abgetrennt  werden,  bleibt  für  das
ibrige  Amerika  ein  Durchschnittsverbrauch  von  nur  19,02  Mark.
In  Afrika  hat  Deutsch  -  Südwestafrika  den  höchsten  Verbrauch,  weil  sich
las  Land  bei  einer  verhältnismäßig  geringen  Bevölkerung  sehr  günstig  entwickeln ­
  konnte.
Alle  sonstigen  Einzelheiten  in  dieser  Richtung  sind  aus  der  Beschreibung
ler  einzelnen  Länder  zu  ersehen.
        <pb n="16" />
        XX

Einleitung.  Inlandsverbrauch  pro  Person  und  Jahr.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr.
Als  gleichzeitiger  Maßstab  zur  Beurteilung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse
der  einzelnen  Länder.

Europa

Mark

Amerika

Mark

Asien
und  Australien

Mark

Afrika

Mark

Deutschland  .  .  .

58,92

Verein.  Staaten  .

85,48

Japan

16,77

Ägypten  ....

11,81

Großbritannien  .  .

65,93

Kanada

66,47

China

9,54

Algerien  ....

17,92

Frankreich  ....

66,22

Mexiko

17,23

Britisch-Indien  .  .

8,79

Tunis

10,64

Rußland

20,33

Brasilien  ....

18,50

Niederl.-Indien  .  .

8,93

Marokko  ....

9,27

Österreich  -  Ungarn

31,71

Argentinien  .  .  .

48,10

■Afghanistan  .  .  .

8,54

Madagaskar  .  .  .

6,27

Italien

31,48

Chile

33,20

Persien

12,57

Franz.  -  Westafrika

3,02

Schweiz

64,42

Peru

7,66

Siam

5,18

Franz.  -  Ostafrika  .

28,42

Belgien

65,67

Columbien  .  .  .

10,66

Philippinen  .  .  .

6,49

Franz.-Kongo  .  .

0,48

Niederlande  .  .  .

57,84

Venezuela  ....

8,16

Str.  Settlements  .

65,51

Brit.-Südafrika  .  .

28,10

Spanien

29,59

Bolivien  ....

19,70

Aden

67,15

Brit.-Ostafrika  .  .

2,95

Portugal

24,56

Ecuador

8,34

Ceylon

5,47

Brit.-Westafrika  .

3,18

Schweden  ....

51,66

Uruguay  ....

31,72

Cypern

10,62

Deutsch-Ostafrika

2,09

Norwegen  ....

48,75

Paraguay  ....

8,50

Malaiische  Staaten

6,19

Kamerun  ....

3,54

Dänemark  ....

45,57

Cuba

21,75

Brit.-Nordborneo  .

4,52

Togo

3,05

Finnland

30,67

S.  Domingo,  Haiti

6,08

Franz.-Indochina  .

4,97

D.-Südwestafrika  .

41,85

Türkei

22,17

Guatemala....

5,32

Franz.-lndien  .  .

21,24

Belgisch-Kongo  .

0,70

Rumänien  ....

25,78

Costarica  ....

17,62

Austral.  Bund  .  .

77,33

Libyen

7,55

Bulgarien  ....

28,03

Rep.  Honduras  .

10,70

Neuseeland  .  .  .

82,58

Eritr.  Somaliland.

12,85

Griechenland  .  .  .

23,48

Salvador  ....

6,59

D.-Neu-Guinea.  .

1,87

Port.-Afrika  .  .  .

2,14

Serbien

21,37

Nicaragua  ....

6,45

Samoa-Inseln  .  .

26,40

Spanisch-Afrika  .

8,42

Panama

21,30

Fidschi-Inseln  .  .

20,87

Liberia

0,60

Brit.-Amerika  .  .

20,52

Neukaledonien  .  .

36,12

Franz.-Amerika  .

10,73

Niederl.-Amerika.

20,61

Durchschnittsverbrauch:

Durchschnittsverbrauch:

Durchschnittsverbrauch

Durchschnittsverbrauch:

37,89

57,76

10,14

6,04

Ohne  Ver.  Staaten  u.  Kanada

19,02
        <pb n="17" />
        Deutschlands  Textilindustrie  im  Vergleich  zu  der  Großbritanniens  und  Frankreichs.  XXI

Die  Entwickelung  der  Textilindustrie  Deutschlands
im  Vergleich  zu  der  Großbritanniens  und  Frankreichs  von  1890  bis  1913.
Deutschlands  Anteil  an  der  Textilindustrie  Europas  ist  aus  den  Ausführungen
des  Abschnittes  „Deutschland“  zu  ersehen.  Wie  sich  die  Textilindustrie  Deutschlands ­
  von  1890  bis  1913  entwickelt  hat,  finden  wir  am  besten  durch  den  Vergleich ­
  derselben  mit  den  Textilindustrien  Englands  und  Frankreichs,  da  die
Textilindustrien  dieser  drei  Staaten  mit  59,7  Proz.  den  größten  Teil  der  Gesamtproduktion ­
  Europas  beherrschen.
Einen  verhältnismäßig  guten  Überblick  gewinnen  wir  bereits  durch  den
nachstehenden  Vergleich  der  Rohstoffeinfuhr  von  1913  gegen  1890.  Bei  diesem
sind  in  den  beiden  ersten  Rubriken  die  tatsächlichen  Einfuhrwerte  entsprechend
den  späteren  statistischen  Tabellen  angeführt.  Da  für  den  Vergleich  der  Entwickelung ­
  jedoch  die  eingeführten  Mengen  wichtiger  als  die  Werte  sind,  mußte
für  1913  eine  weitere  Rubrik  eingeschaltet  werden,  in  welcher  die  Einfuhrwerte
von  1913  entsprechend  dem  Stande  der  Rohstoffpreise  von  1890  reduziert  wurden.
Die  Reduktion  erfolgte  auf  Grund  der  Tabelle  auf  S.  23,  nach  welcher  sich  von
1890  bis  1913  folgende  Preissteigerungen  ergeben:

bei  Baumwolle  47  Proz.
„  Wolle  43  „
„  Seide  2  „
„  Flachsfaser  30  „
„  Jute  120  „

Einfuhr  an  Rohstoffen  der  Textilindustrie,  abzüglich  der  Ausfuhr.

Großbritannien

Deutschland

1  Frankreich

1890

1913

1913  zum
Rohstoffpreis ­
  von
1890

1890

1913

1913  zum
Rohstoffpreis ­
  von
1890

1890

1913

1913  zum
Rohstoffpreis ­
  von
1890

In  Millionen  Mark

Baumwolle  .  .

759,8

1  230,9

837,3

255,2

578,8

393,7

139,5

379,7

258,3

Wolle  ....

271,3

398,9

278,9

216,4

336,5

235,3

200,4

383,3

268,1

Seide

38,8

21,9

21,5

87,6

155,6

152,5

100,1

185,5

181,8

Leinen  ....

55,5

75,9

58,4

25,6

50,0

38,4

39,0

75,8

58,3

Jute

67,9

117,7

53,5

18,8

89,9

40,8

18,1

57,9

26,3

1  193,3

1  845,3  j

1249,6

603,6  I

1  210,8

86o,7

497,1

1  082,2

792,8

Erhöhung  1913  gegen  1890:

5  Proz.

42  Proz.

59  Proz.

Die  Einfuhr  Englands  ist  den  Mengen  nach  von  1890  bis  1913  nur  um
5  Proz.  gestiegen,  am  stärksten  die  Einfuhr  von  Baumwolle  mit  10  Proz.,  was
im  Hinblick  auf  die  schon  im  Jahre  1890  vorhanden  gewesene  sehr  hohe  Einfuhr ­
  nicht  gering  ist.  Auch  die  Einfuhr  von  Wolle  und  Leinen  ist  dm  3  bzw.
5  Proz.  gestiegen.  Dagegen  zeigt  die  Einfuhr  von  Seide  einen  betiächfliehen
        <pb n="18" />
        Einfuhr

Ausfuhr

Halbfabrikate

Fertigwaren

Halbfabrikate

Fertigwaren

1890

1913

1890  1913

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle  .  .
Wolle
Seide
Leinen  ....
Jute
Konfektion  .  .

9.1
39.8
10.8
13,9
2,0

13,2
72,0
13,9
22,8
1,7

75,7
190,2
230,9
8,8
2,0

291.8
141.8
294,3
24,4
59,o
97,2

680,0
83.4
11.5
17,7
7,9

865,9
239,4
10,0
24,9
16,0

+  27
+  187
—  13
+  40
+102

893,2
556.7
65,2
116,5
66,8
129.8

1  779,1
554,9
69,9
169.8
125.9
244,7

+  99
—  0,3
+  7
+  46
+  89
+  88

75,6

123,6

507,6

908,5

800,  S

1  156,2

+  44

1  828,2

2  944,3

+  61

Erhöhung  1913  |  z
gegen  1890  J

79  Proz.

44  Proz.

61  Proz.

•

Die  Einfuhrposten  sind

Die  Ausfuhrposten  sind

1890

1913

1890

1913

Rohstoffe  (abzüglich  der  ausgeführten)
Halbfabrikate
Fertigwaren

1  193,3
75,6
507,6

1  845,3
123,6
908,5

800,S
1  828,2

1  156,2
2  944,3

1  776,5

2  877,4

2  628,7  4  100,5

Erhöhung  1913  gegen  1890

62  Proz.

56  Proz.

XXII  Einleitung.
Rückgang  und  zwar,  weil  der  Bedarf  an  Seidenstoffen  meist  durch  Einfuhr  von
Fertigwaren  gedeckt  wird.  Der  Rückgang  der  Juteeinfuhr  erklärt  sich  durch
den  Umstand,  daß  die  schottischen  Juteinteressenten  es  vorgezogen  haben,  wegen
der  billigen  Arbeitslöhne  in  Indien  ihre  Jutewaren  dort  herstellen  zu  lassen.
In  Deutschland  ist  die  Rohstoffeinfuhr  viel  mehr  als  in  England  gestiegen. ­
  Am  erheblichsten  ist  die  Steigerung  bei  Jute  und  Seide;  Baumwolle
und  Leinen  zeigen  auch  noch  eine  beträchtliche  Steigerung,  während  sie  bei
Wolle  nur  9  Proz.  beträgt.  Zu  berücksichtigen  ist  hierbei,  daß  Deutschland
neben  den  Rohstoffen  auch  sehr  viel  Halbfabrikate  einführt,  wodurch  die  im
Inlande  verarbeiteten  Mengen  noch  eine  wesentliche  Erhöhung  erfahren.
Frankreichs  Rohstoffeinfuhr  zeigt  von  den  drei  Staaten  die  größte
Erhöhung,  und  zwar  sind  am  stärksten  die  Einfuhr  von  Baumwolle  und  Seide
gestiegen,  die  Einfuhr  von  Leinen  und  Jute  auch  in  beträchtlichem  Maße;  die
Einfuhr  von  Wolle  weist  die  geringste  Steigerung  auf,  sie  ist  aber  immer  noch
höher  als  die  gleiche  Einfuhr  in  den  beiden  anderen  Ländern.

Eine  wesentliche  Ergänzung  der  Rohstoffeinfuhr  ergeben  die  Ein-  und
Ausfuhrwerte  der  drei  Staaten  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren,  die  die  nachstehenden ­
  Aufstellungen  zeigen.
Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.
In  Millionen  Mark.
        <pb n="19" />
        Deutschlands  Textilindustrie  im  Vergleich  zu  der  Großbritanniens  und  Frankreichs.  XXIII

Die  Erhöhung  der  Einfuhr  kam  in  erster  Linie  der  Ausfuhr  zustatten,  denn
die  Differenz  zwischen  der  Erhöhung  der  Ein-  und  der  Ausfuhr  ist  keine  sehr
wesentliche.  England  konnte  demnach  die  bereits  im  Jahre  1890  vorhanden
gewesenen  sehr  hohen  Ausfuhrwerte  noch  um  56  Proz.  erhöhen,  ein  Ergebnis,
mit  dem  die  Textilindustrie  Englands  sicherlich  zufrieden  sein  kann.
Unter  den  einzelnen  Industrien  tritt  die  Ausfuhrerhöhung  in  der  Baumwollindustrie
  am  stärksten  hervor,  und  zwar  zeigt  sich  dies  namentlich  in  der
Ausfuhr  an  Fertigwaren,  während  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  bei  Berücksichtigung ­
  der  Preisdifferenz  von  1913  gegen  1890  sich  kaum  erhöht  hat.
In  der  Wollindustrie  hat  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  eine  Verminderung
erfahren,  während  die  Ausfuhr  an  Plalbfabrikaten  sich  stark  erhöht  hat.
In  der  Seidenindustrie  ist  die  geringe  Erhöhung  der  Ausfuhr  nur  auf  die
vermehrte  Einfuhr  zurückzuführen.
In  der  Leinenindustrie  zeigt  sowohl  die  Ausfuhr  der  Halbfabrikate  als
auch  die  der  Fertigwaren  eine  günstige  Erhöhung.
In  der  Juteindustrie  haben  die  Ausfuhrwerte  wohl  zugenommen;  da  aber
die  Rohstoffpreise  um  ungefähr  120  Proz.  gestiegen  sind,  handelt  es  sich  nur
um  eine  Werterhöhung.
ln  der  Konfektionsindustrie  ist  die  Erhöhung  der  Ausfuhr  mit  88  Proz.
eine  sehr  beträchtliche,  wobei  noch  in  Betracht  zu  ziehen  ist,  daß  bei  Großbritannien ­
  die  Posamentierwaren  nicht  unter  die  Konfektionswaren  eingereiht
sind,  wie  dies  bei  Deutschland  und  Frankreich  der  Fall  ist.

Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Au  sfuhr

Halbfabrikate

Fertigwaren

Halbfabrikate

Fertigwaren

1890

1913

1890

1913

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle  .  .
Wolle
Seide
Deinen  .  .  .  .
Jute  j
Konfektion  .  .

25.9
13.9
19,7
5,1
0,5

27,2
9,9
10,1
4,2
—

25.2
53.2
51,5
2,8
3,7
11.2

40,1
42,7
39,6  1
3,8  1
13,9

7,4
63.6
12.6
7,6
U6

41,6
177,4
58,5
34,2
6,3

+462
+  178
+  364
+  350
+  287  *

68,0
290.7
211,0
10,2
3,8
128.7

244,9
185,2
341,5
2  3,7
10,3
244,1

+  260
—  36
4-  62
+132
+171
+  89

II  65,1  |  5D4  |

147,6  |  140,6  |  92,8

318,0  |  +242  |

712,4  |  1  049,7  |  +  47

Rückgang  I913I  21  Proz .  j
gegen  1890/  ||

5  Proz.

Erhöhung  l9I3\ 242Pro J
gegen  1890)  ||

47  Proz.

Die  Einfuhrposten  sind

|  Die  Ausfuhrposten  sind

1890

1913

1890

1913

Rohstoffe  (abzüglich  der  ausgeführten)
Halbfabrikate
Fertigwaren

497,1
65,1
147,6

1082,2
51,4
140,6  |

92,8
712,4

318,0
1  049,7

709,8

1274,2

805,2

1  367,7

Erhöhung  1913  gegen  1890  j

79  Proz.

70  Proz.
        <pb n="20" />
        XXIV

Einleitung.

Die  Erhöhung  ist  sowohl  in  der  Einfuhr  als  auch  in  der  Ausfuhr  eine
größere  als  in  England.  Auch  hier  zeigt  sich  eine  annähernde  Übereinstimmung
der  Einfuhr-  und  Ausfuhrerhöhung,  so  daß  auch  in  Frankreich  die  vermehrte
Einfuhr  in  erster  Linie  zur  Erhöhung  der  Ausfuhr  diente.
Die  größte  Erhöhung  zeigt  die  Ausfuhr  der  Baum  Wollindustrie,  und  zwar
rührt  diese  daher,  daß  in  der  Periode  1890  bis  1913  die  Kolonien  Frankreichs
sehr  stark  konsumierende  Absatzgebiete  des  Mutterlandes  geworden  sind.
Die  Wollindustrie  zeigt  in  der  Ausfuhr  der  Fertigwaren  einen  ziemlichen
Rückgang,  dagegen  eine  starke  Erhöhung  in  der  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten,  in
denen  Frankreich  gegen  England  konkurrierte.  Auch  in  der  Seiden-  und
Konfektionsindustrie  konnten  die  bereits  früher  beträchtlich  gewesenen  Ausfuhrsummen ­
  noch  erheblich  gesteigert  werden.

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Halbfabrikate

Fertigwaren

Halbfabrikate

Fertigwaren

1890

1913

1890

1913

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle  .  .
Wolle
Seide
Leinen  ....
Jute
Konfektion  .  .

51,1
121,9
45,3
19,9
2,1

139,5
169,2
41.1
35.1
4,1

12.6
16.7
29,9
12,5
0,2
10.8

46,8
45,4
43,0
6,7
3,5
31,3

16,7
60.6
20.6
2,1
1,3

41,5
126,0
31,2
3,4
3,2

+  148
-j-108
4-  51
+  62
+146

154,3
229.8
180,2
19,8
1,5
178.9

459,3
291,8
155,5
25,6
2,7
195,1

+197
-i-  27
—  14
+  29
+  80
+  9

240,3

389,0

82,7

176,7

101,3

205,3

+103

764,5

1  130,0

-1-  48

Erhöhung  1913  1  Ö2  p r02
gegen  1890J

113  Proz.

103  Proz.

48  Proz.

Die  Einfuhrposten  sind

Die  Ausfuhrposten  sind

1890

1913

1890

1913

Rohstoffe  (abzüglich  der  ausgeführten)

603,6

1  210,8

—

Halbfabrikate

240,3

389,0

101,3

205,3

Fertigwaren

82,7

176,7

764,5

1  130,0

926,6

1  776,5

865,8

1  335,3

Erhöhung  1913  gegen  1890

92  Proz.

54  Proz.

Die  Einfuhr  hat  sich  ganz  beträchtlich  erhöht,  viel  mehr  als  in  England
oder  Frankreich;  ihre  Erhöhung  ist  auch  viel  größer  als  die  der  Ausfuhr,  ein
Zeichen,  wie  stark  der  Inlandsverbrauch  Deutschlands  gestiegen  ist.
        <pb n="21" />
        Deutschlands  Textilindustrie  im  Vergleich  zu  der  Großbritanniens  und  Frankreichs.  XXV
Die  Erhöhung  der  Gesamtausfuhr  mit  54  Proz.  ist  fast  die  gleiche  wie  in
England,  steht  jedoch  gegen  die  Frankreichs,  welche  10  Proz.  beträgt,  zurück.
Die  einzelnen  Industrien  betreffend  hat  sich  die  Ausfuhr  der  Baumwollindustrie ­
  am  günstigsten  entwickelt.  Auch  die  Zunahme  der  Ausfuhr  der  Wollindustrie ­
  ist  höher  als  in  England  oder  Frankreich,  dagegen  steht  die  Ausfuhr
Deutschlands  in  der  Seiden-  und  Konfektionsindustrie  zurück.
Die  vielfach  auch  im  Inland  vorherrschende  Annahme,  als  wäre  die  Entwickelung ­
  der  Textilindustrie  Deutschlands  eine  zu  „stürmische“  gewesen,  findet
durch  diesen  Vergleich,  welcher  —  soweit  statistische  Daten  zuveilässig  sein
können  —  als  maßgebend  erachtet  werden  kann,  keine  Bestätigung.  Die  Entwickelung ­
  ist  namentlich  in  der  Einfuhr  wohl  eine  recht  starke  gewesen,  diente
aber  in  erster  Linie  der  Steigerung  des  Inlandsbedarfs,  wählend  die  Ausfuhr
Englands  und  besonders  die  Frankreichs  eine  viel  größere  Erhöhung  aufweisen.
Daß  die  Ausfuhr  der  Textilindustrie  Deutschlands  noch  wesentlich  gefördert
werden  könnte,  steht  außer  Frage,  denn  die  Produktion  an  Textilwaren
beträgt  :
inEngand  361,4  Mill.  Mk.
„  Deutschland  3 12 ’®  „  „
„  Frankreich  3  913,°  »
Davon  entfallen
auf  den  Inlandsverbrauch:  auf  die  Ausfuhr:
in  England  49,6  Proz.  5 °&amp;gt; 4  Pl0z -
„  Deutschland  77,5  »  2 ”’^  ”
„  Frankreich  68,2  „  3 1 ’
Die  geringere  Ausfuhrquote  Deutschlands  ist  demnach  weder  durch  die
Größe  noch  durch  die  Leistungsfähigkeit  der  Produktion  bedingt,  sondern  es
liegt  mehr  an  politischen  Momenten,  die  England  und  Frankreich  sich  zu  nutzen
machen  konnten.  Es  braucht  in  dieser  Richtung  nur  auf  die  Begünstigung  verwiesen ­
  zu  werden,  welche  die  Textilindustrien  Englands  und  Frankreichs  durch
ihre  Kolonien  erfahren.  So  sind  beteiligt:
Die  britischen  Besitzungen  und  Protektorate  (s.  S.  141)
an  der  Ausfuhr  Englands  an  Textilwaren  mit  .  .  .  37  Proz.  )
„  französischen  Besitzungen  und  Protektorate  (s.  S.  179)
an  der  Ausfuhr  Frankreichs  an  Textilwaren  mit  .  9,6  „  )
„  deutschen  Besitzungen  (s.  S.  87)
an  der  Ausfuhr  Deutschlands  an  Textilwaren  mit  .  .  0,3  *
Andererseits  ist  erwähnenswert,  daß  die  Steigerung  der  Textilwarenausfuhr
des  einen  oder  anderen  Staates  auf  die  anderen  Staaten  durchaus  nicht  ein
B  Hierin  sind  einbezogen  Ausfuhr  nach  Ägypten  mit  »1,2  M 5 “;  ““*■  1 p
Ausfuhr  nach  Britisch-Westindien  mit  14,7  Mill.  Mark,  welche  in  der  Tabelle  S.  l 4 t  m  der  Position
Ausfuh^afh n ntht“  näher“  bezelclineten  britischen  Besitzungen  mit  6 S ,6  Mill.  Mark,  welche  in  der
Tabelle  S  141  in  der  Position  „Andere  Länder  enthalten  ist.
B  Einschließlich  der  Ausfuhr  nach  Französisch-Westindien  3,.  Mill.  Mark,  welche  in  der
Tabelle  S.  J79  in  der  Position  „Westindien“  enthalten  ist.
        <pb n="22" />
        XXVI

Einleitung.

schränkend  wirken  muß;  denn  wie  aus  den  vorangehenden  Ausführungen  hervorgeht, ­
  ist  der  Weltbedarf  an  Textilwaren  ein  so  großer,  daß  sich  alle  Industriestaaten ­
  daran  beteiligen  können.
Es  braucht  in  dieser  Richtung  nur  der  große  Unterschied  im  Inlandsverbrauch ­
  der  einzelnen  Länder  (s.  S.  XX)  entsprechend  berücksichtigt  zu
werden.  Bei  einer  naturgemäßen  Entwickelung  der  bis  jetzt  wirtschaftlich
zurückgebliebenen  Länder  wird  der  heutige  Weltverbrauch  in  der  Höhe  von
41  388,5  Milk  Mark  eine  ganz  erhebliche  Steigerung  erfahren,  und  zwar  in  stetigfortlaufendem
  Aufstiege.
Viel  größer  erscheint  die  Zukunftsschwierigkeit  in  bezug  auf  die  Beschaffung ­
  der  erforderlichen  Rohstoffe.  Landwirtschaft  wie  Technik  müßten
möglichst  bald  die  Aufgabe  übernehmen,  die  Gewinnung  der  Rohstoffe  bzw.
die  Herstellung  der  Kunststoffe  in  viel  stärkerem  Maße  als  bisher  zu  fördern.
Es  dürfte  dies  zu  den  wichtigsten  und  auch  lohnendsten  Problemen  der  nächsten
Zukunft  zählen.
        <pb n="23" />
        Die  Rohstoffe  der  Textilindustrie.

A.  Baumwolle.
Die  Baumwollgewinnung  der  verschiedenen  Länder  ist  aus  folgender  Aufstellung ­
  zu  ersehen:

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika  *).

^  dr;

Jahr

Ernteertrag
in  Ballen

Umgerechnet
in  Tonnen

Tonnenpreis
in  Mark

Ernteweit
in  Mill.  Mark

1890

8  562  089

1  832  287

797

—

1900

10  123  027

2  166  328

863

1010

11  608  616

2  484  244

1362

1913

14  156486

3  100  270

1214

3  763,7

Ernteertrag ­

inTonnen
1913

3  100  270

Das  Durchschnittsgewicht  der  Ballen  war:  /  l8 9°-  214  kg.
I  1913:  219  „
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1913/14  betrug  2  027  070  t.
Der  Ernteertrag  von  1913  zeigt  gegen  1890  eine  Erhöhung  von  69  Proz.
Der  Preis  der  amerikanischen  Baumwolle  von  1913  ergibt  gegen  1890  eine
Erhöhung  von  32  Proz.

Ostindien  ä ).

Jahr

Ernteertrag
in  Ballen

Umgerechnet
in  Tonnen

Tonnenpreis
in  Mark

Erntewert
in  Mill.  Mark

1902/03
1910/11
1912/13

3  789  268
4  303  000
4  326  OOO

67  2  595
763  782
767  865

1028

788

Das  Durchschnittsgewicht  der  Ballen  ist  etwa  392  lbs-  —  177.5  kg
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  betrug  374700  t.

t)  Nach  Statistical  abslract  of  the  United  States  1914,  S.  505-2
 )  Nach  Statistical  abstract  of  the  British  India  1915.  X1.4  &amp;gt;  •
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

767  000

1

3  867  270
        <pb n="24" />
        Rohstoffe:  Baumwolle.

2

Übertrag  .  .  .

Niederländisch-Indien.
Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  und  den  Niederlanden  im  Jahre  1913  betrug
2000  t,  so  daß  eine  Produktion  von  3000  bis  4000  t  angenommen  werden  kann  .  .  .

Ägypten  l ).

Jahr

Ernteertrag
in  Ballen

Umgerechnet
in  Tonnen

Tonnenpreis
in  Mark

Erntewert
in  Mill.  Mark

1902/03

768  000

250  368

—

—

1910/n

984  000

334  560

—

—

1912/13

969000

329460

1620

533,7

Das  Durchschnittsgewicht  eines  Ballens  betrug  früher  326,  jetzt  340  kg.
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  betrug  293  300  t.

Brasilien  2 ).

Jahr

Ernteertrag
in  Ballen

Tonnen

Tonnenpreis
in  Mark

Erntewert
in  Mill.  Mark

1902

—

68  900

_

—

1912

—

70  000

1400—1450

101,5

Das  Durchschnittsgewicht  eines  Ballens  war  früher  etwa  120  kg,  in  den  letzten
Jahren  etwa  130  bis  150  kg.
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  betrug  17  146  t.
Mexiko  2 ).
Ernteertrag  im  Jahre  1902:  27800  t,  im  Jahre  1912:  29606  t
Ballengewicht  und  Ausfuhrwert  (Tonnenpreis)  sind  wie  in  Brasilien.
Fast  die  ganze  Rohbaumwolle  wird  im  Inlande  verarbeitet.
Peru  ä ).
Als  Ernteertrag  sind  angegeben  im  Jahre  1902:  8600  t,  im  Jahre  1912:  16500  t  .
Da  jedoch  der  Ausfuhrstatistik  Perus  nach  die  Ausfuhr  an  roher  Baumwolle
im  Jahre  1913  23918  t  im  Werte  von  29  Mill.  Mark  betrug,  muß  die  Ernte  etwas
höher  angenommen  werden.
Das  Ballengewicht  ist  etwa  105  kg.
Venezuela,  Kolumbien,  Haiti  3 ).
Venezuela  und  Haiti  ernten  ungefähr  je  3000  t;  Kolumbien  etwas  mehr  .  .  .

*)  Nach  dem  Statist.  Jahrbuch  f.  d.  Deutsche  Reich  1914,  S.  25.
2 )  Nach  Shepperson's  Cotton  Facts  and  Handbook,  London.
s )  Nach  Statesman’s  Yearbook,  London  1913.

3  867  270

4  000

329  460

70000

30000

28  000

12  000

4  340  730
        <pb n="25" />
        Rohstoffe:  Baumwolle.

3

Übertrag  .  .  .

Westindien  1 ).
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1911/12:  1205  t  .  .
Argentinien.
Ernteertrag  im  Jahre  1913:  10001  im  Werte  von  1,4  Mill.  Mark
Rußland  *  2 ).
Ernteertrag  im  Jahre  1912/13:  940000  Ballen  =  205800  t
Nimmt  man  den  Tonnenpreis  mit  1015  M&amp;gt;  an,  so  beträgt  der  Erntewert
209  Mill.  Mark.

Persien  2 ).
Ernteertrag  im  Jahre  1912/13:  140000  Ballen  =  31  600  t
China  und  Korea 2 ).
Genaue  Angaben  über  den  Ernteertrag  liegen  nicht  vor  und  die  Schätzungen
gehen  sehr  auseinander.  Nach  Shepperson  ist  die  Baumwollernte  im  Jahre  1912/13
mit  1217000  t  anzunehmen
Im  Werte  steht  die  chinesische  Baumwolle  der  amerikanischen  etwas  nach  und
der  Erntewert  kann  sonach  mit  etwa  1340  Mill.  Mark  angenommen  werden.
Japan  8 ).
Nach  der  Statistique  internationale  agricole  Rome  wurden  im  Jahre  1912  11511,
im  Jahre  1913  1016  t  Rohbaumwolle  gewonnen
Türkei  und  Kleinasien  3 ).
Am  wichtigsten  ist  der  Baumwollanbau  im  Gebiete  von  Adana  -  Mersina,  wo
die  klimatischen  Verhältnisse  sehr  günstige  sind.  Adana  exportierte  im  Jahre  1914
120  000  Ballen.  Das  nächstwichtige  Gebiet  ist  Smyrna,  das  60  000  Ballen  produzierte.
Die  Baumwolle  aus  Smyrna  ist  besser  als  die  aus  Adana.  In  der  Einfuhrstatistik
Deutschlands  von  1913  wird  der  Wert  der  aus  der  Türkei  eingeführten  Baumwolle
mit  1120  Jb  pro  Tonne  angegeben.  Adana  besitzt  eine  Baumwollbörse.  Für  den
Export  kommt  die  Baumwolle  in  Ballen  von  etwa  190  kg  in  den  Handel

Griechenland 4 )
Bulgarien  8 )
Britisch-Afrika
entsprechend  der  Ausfuhr  im  Jahre  1913  nach  England  und  Deutschland

*)  Nach  Bolletino  della  Cotoniera  1913/14,  S.  282.
")  Nach  Shepperson’s  Cotton  Facts  and  Handbook,  London.
s )  Nach  Annuaire  internationale  de  statistique  agricole,  Rome.
4 )  Nach  Mitteilung  eines  Sachverständigen  aus  Griechenland.
1*

4  340  730
1  205
1  000
205  800
31  600
1  217  000
1  000

30  500
2  500
150
10000

5  841  485
        <pb n="26" />
        4

Rohstoffe:  Baumwolle.  Baumwollpreise.

Übertrag  .  .

Französische  Besitzungen  in  Afrika 1 ).
Der  Ernteertrag  in  den  verschiedenen  Kolonien  im  Jahre  1912  betrug  628  t  .

5  841  485

628

Portugiesische  und  italienische  Besitzungen  Afrikas
entsprechend  der  Ausfuhr  im  Jahre  1913  nach  England  und  Deutschland

2  500

Oeutsch-Ostafrika  und  Togo
entsprechend  der  Ausfuhr  im  Jahre  1913  nach  Deutschland  und  England  ......  2000
Der  Wert  der  Baumwolle  aus  Afrika  ist  in  der  Einfuhr  Deutschlands  mit  1600  Jl
pro  Tonne  eingesetzt,  etwas  niedriger  als  der  Wert  der  Baumwolle  aus  Ägypten,  der
1620  JL  beträgt.

Gesamternte  5  846  613
im  ungefähren  Werte  von  6  928  Milt.  Mark.

Die  Baumwollpreise.
Die  Preise  der  Baumwolle  sind  sehr  verschieden,  da  sie  nicht  nur  von
den  Ernteergebnissen,  sondern  auch  von  den  jeweiligen  sonstigen  Verkaufsverhältnissen ­
  abhängig  sind.
Mit  welchen  Preisschwankungen  zu  rechnen  ist,  ergibt  sich  aus  nachstehender ­
  Aufstellung:

Jahres-Höchst-  und  Niedrigstpreise  für  Middling  Amerik.  in  Bremen
(Pfennig  für  Vs  k g)-Jahr



Höchst

Niedrigst

Jahr

Höchst

Niedrigst

1914

70

2.  Juni

61V2

31-  Juli

1908

63%

21.  Jan.

44V2

17.  Dez.

1913

74

29.  Sept.

60%

29.  Mai

1907

69

5-  Sept.

54Va

15.  Jan.

1912

70%

30.  Juli

47%

2.  Jan.

1906

65

15.  Okt.

SO

10.  Sept.

1911

80%

7.  Juni

46%

27.  Dez.

1905

62%

8.  Dez.

35%

24.  Jan.

1910

79%

14.  Okt.

72%

29.  Juni

1904

85%

2.  Febr.

35

29.  Dez.

1909

79%

31.  Dez.

46%

2.  Jan.

Die  Großhandelspreise  der  Baumwolle  von  1893  bis  1913  ergeben  sich  aus
nachstehender  Tabelle.  Die  Preise  sind  den  „Vierteljahrsheften  zur  Statistik  des
Deutschen  Reiches  1913“  entnommen.

b  Nach  Bolletina  della  Cotoniera  1913/14,  S.  193.
        <pb n="27" />
        Baumwollpreise.

5

Pro  100  kg  in

Mark

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

I.  Rohe  Baumwolle,  Middling
Upland,  Bremen

88

72,4

72,9

81,9

75,1

62,8

67,3

11.  Rohe  Baumwolle,  Good  Omrawutte
  II,  Bremen  ....

76,6

60,6

59,4

67,2

63,6

53,2

54,8

III.  Baumwollgarn  Nr.  40—120,
2fach  gasiert,  Krefeld.  .  .

422

380

387

432

383

366

442

Pro  100  kg  in

Mark

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1906

I.  Rohe  Baumwolle,  Middling
Upland,  Bremen

103

88,5

91

114,8

124,3

97,2

113,6

11.  Rohe  Baumwolle,  Good  Omrawutte
  II,  Bremen  ....

83,1

68,3

70,3

78,3

96,3

78,7

86,1

III.  Baumwollgarn  Nr.  40—120,
2fach  gasiert,  Krefeld.  .  .

557

428

450

517

536

512

619

Pro  100  kg  in

Mark

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

I.  Rohe  Baumwolle,  Middling
Upland,  Bremen

121,5

107,2

119,8

151,7

134,8

120,2

129,5

11.  Rohe  Baumwolle,  Good  Om-*
  rawutte  II,  Bremen  ....

82

79,5

91,9

111,8

114,3

102,5

102,4

III.  Baumwollgarn  Nr.  40—120,
2fach  gasiert,  Krefeld.  .  .

778

604

611

722

675

627

661

bei  I

bei  11

bei  III

Die  Preissteigerung  beträgt

=  amerikanische
Baumwolle

=  ostindische
Baumwolle

=  ägyptische
Baumwolle

Proz.

Proz.

Proz.

Im  Jahre  1913  gegen  1893
Beim  Vergleich  des  Durchschnittspreises  der  ersten

47

33,7

56,6

5  Jahre  (1893—1897)  mit  dem  der  letzten  5  Jahre
(1909—1913)

67

59,7

63
        <pb n="28" />
        6

Rohstoffe  :  Baumwolle.  (Spindeln  und  Webstühle.)

Die  Anzahl  der  Spindeln  und  Webstühle.
Nachstehend  zwei  Aufstellungen  hierüber,  welche  dem  Deutschen  Baumwollhandbuch
  1915,  Bremen,  entnommen  sind.

Spinnereien  und  Webereien  der  Welt  (nach  dem  Londoner  Cotton  Handbook).

Länder

Spinnereien

Spindeln

Webstühle

Verbrauch
Ballen

Arbeitskräfte

Europa

Belgien

53

1  775  000

24  000

250  000

11  000

Bulgarien

5

19  539

350

5000

632

Dänemark

5

88  700

4350

27  500

1150

Deutschland

37  2

10  162  872

230200

1979  958

37SOOO

Finnland

6

236  752

5  741

25000

6  857

Frankreich

430

7  400  000

108  000.

1  120  OCO

160  570

Griechenland

19

73  898

1160

23250

3  503

Großbritannien

201  L

JS317  187

805  452

4  283  683

650  000

Holland

65

606  646

39800

105  000

25  000

Italien

480

4  582  000

140  000

900000

200  000

Norwegen

14

83  682

2  670

13  689

2  819

Österreich-Ungarn  .  .  .

160

4  941  320

170  000

842  591

175  000

Polen

38

1  322  257

31  000

325  000

50000

Portugal

35

428000

12  000

56000

25  000

Rußland

98

7  665  654

213179

1  400  000

370  000

Schweden

49

461  764

12442

100  00

11810

Schweiz

62

1  398  06  2

21555

99  400

20  910

Spanien

257

1  900  000

55000

370000

70000

Türkei

9

70  000

—

40  coo

2  000

Amerika

Brasilien

171

1  520  000

50  000

330  000

106  200

Kanada

36

1  355  223

30  674

148  564

17  765

Kolumbia

9

20  000

941

3520

2  591

Mexiko

139

762149

27  019

160  000

34  500

Peru

7

52  250

1  750

12  600

—

Ver.  Staaten,  im  Norden  J )

697

19  812  956

445  274

2  866  905

—

„  „  „  Süden  .  .

752

12  414  884

251  113

3  105  231

—

Übrige

China

34

1  000  000

4  755

525000

—

Indien

272

6  596  862

94  136

2096016

253  786

Indo-China

4

512  732

262

27  000

2  250

Japan

109

2  203  978

20634

1  357  460

93  982

Kleinasien

7

41  coo

—

47  400

3030

Sonstige,  unter  20000  Sp.  |

23

65  440

3  397

20  560

4800

Total  .  .

6428

148  890  807

2  806  854

22  666  327

2  680  155

*)  Einschließlich  des  Westens.
        <pb n="29" />
        Baumwollspinnereien.

Baumwollspinnereien  Europas  1914
(nach  dem  Spinnereiverzeichnis  1914  der  Bremer  Baumwollbörse).

Länder

Spinnereien ­


Spinnspindeln


Zwirnspindeln ­


Total-1914

Total-1909

Jährlicher
Baumwollverbrauch

in  Ballen

Deutschland

Baden

20

553088

18  502

571  590

528  650

93  118

Bayern

32

2  341942

45  400

2  387  342

1927248

402  674

Elsaß

So

1765  342

30  913

1  796  255

1  638  423

205  374

Hamburg

1

5000

9C0

5  900

—

2  850

Hannover,  Pr

9

432  300

11  300

443  600

258  176

88  500

Oldenburg

1

20  000

—

20  000

17  000

6000

Rheinprov  ,  Pr.  .  .  .

65

1483181

194732

1  677  913

1  351334

331744

Sachsen

37

1551473

87  997

1  639  470

1  592  763

229689

„  Vig.-Sp.  .  .  .

55

695  602

5  450

701  032

793  672

174312

Sachsen,  Pr

2

59600

21  500

81  100

79  500

15  000

Schlesien,  Pr

10

149  251

2988

152239

145  563

34  820

Schl.-Holst.,  Pr.  .  .  .

1

4620

1  030

5650

5000

—

Westfalen,  Pr

37

1  773  980

235  354

2  009  334

1  591  786

336  723

Württemberg  ....

28

882  163

13  980

896  143

864  984

141  379

Deutschland-Total

348

11  717  542

670  046

12  387  588

10  795  299

2  062183

Ausland

Belgien

49

1  349  878

193  444

1  543  322

1  682  687

237  630

Dänemark

4

93  512

•9964

103  476

93  816

25  629

Holland

14

578  188

6456

584  644

460942

94  881

Italien

126

4589000

—

4  589  600

4  OOO  000

800  000

Norwegen

7

69440

12  817

82  257

88014

12  616

Österr.-Ungarn  .  .  •

12s

4  953  358

'287  489

5  240  847

4  602  940

911547

Rußland

143

9292  557

803  032

10  095  589

8  519116

1  730  000

Schweden

23

423  793

69  367

493  160

480  769

88  234

Schweiz

II  63

1  403  738

1  31018

|  1  434  756

1  565  810

91  774

Gesamt-Total

II  902

|  34471006

|  2083633

|  36  554  639

|  32  289  393

6  054  494

B.  Wolle.
Die  Wollgewinnung  ist  in  erster  Linie  von  der  Schafzucht  abhängig.  Die
maßgebendste  Unterlage  zur  Bestimmung  der  gewonnenen  Wollmenge  ist  der
Schafbestand  der  einzelnen  Länder.  Nachstehende  Aufstellung  enthält  den
Schafbestand  nach  dem  „Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  1913/14“,
Rom.  Nur  bei  einzelnen  Staaten,  die  mit  *  bezeichnet  sind,  ist  darin  die
Schafmenge  nicht  angegeben  und  in  diesen  Fällen  wurde  die  Zahl  der  Statistik
        <pb n="30" />
        Rohstoffe:  Wolle.

der  betreffenden  Länder  entnommen.  In  den  Fällen,  wo  sonstige  Unterlagen
zur  Bestimmung  der  Wollmenge  nicht  zu  erlangen.waren,  wurde  die  Menge  in
der  Weise  bestimmt,  daß  die  durchschnittliche  Ausbeute  mit  annähernd  2  kg
pro  Schaf  angenommen  wurde.

Schafbestand
in  1000  Stück

Sonstige  Unterlagen
zur  Schätzung  der  Wollmenge

Ungefähre
Menge  der  im
Jahre  1912/13
gewonnenen
Wolle  in  Tonnen

1911:  93  003

Nach  Statesman’s  Yearbook  1913  betrug

1912:  83  244

die  Wollgewinnung  im  Jahre  1911  347  800  t

320  000

1913:  85  057

Nach  der  Statistik  Australiens  wurden  im
Jahre  1911  ausgeführt:
262  207  t  ungewaschene  Wolle
im  Werte  von  Mill.  M.  436,4
30921  t  gewaschene  Wolle
im  Werte  von  Mill.  M.  89,8
1  138  t  Kammzug
im  Werte  von  Mill.  M.  5,6

531,8
Der  Versand  erfolgt  in  Ballen,  und  zwar
haben  die  Ballen
Fettwolle  ungefähr  200  kg
Rückenwäsche.  .  .  „  160  „
Gewaschene.  ...  „  130  „
In  der  Saison  1912/13  wurden  1718486
Ballen  ausgeführt.  Das  Durchschnittsgewicht
war  145  kg  pro  Ballen.

1911:  23  750

Nach  Statesman’s  Yearbook  1913  betrug

1912:  24  191

die  Wollgewinnung  im  Jahre  1911:  79490  t  .

80000

1913:  24798

Ausgeführt  wurden  laut  der  Statistik  im
Jahre  1911:
76  749  t  im  Werte  von  132,5  Mill.  M.

Der  Versand  erfolgt  in  Ballen  ähnlich  wie
in  Australien.  Im  Jahre  1912/13  wurden
528  779  Ballen  verschickt.

1910:  73  012

Nach  einem  Bericht  desDeutschcn  General-1911:80401



konsulates  in  Buenos-Aires  betrug  die  Woll-1912:83

  546

gewinnung  im  Jahre  1914  158000  t  ....
Ausgefühlt  wurden  laut  Statistik  Argentiniens ­
  im  Jahre  1913:
120079  t  im  Werte  von  183,4  Mill.  M.

150000

*

In  den  Jahren  1911  bis  1913  betrug  der
Durchschnittsversand  im  Jahre  138560  t.
Der  Versand  erfolgt  in  Ballen,  deren
Durchschnittsgewicht  im  Jahre  1912/13  409  kg

war.

550000

Länder

Australien

Neuseeland

Argentinien
        <pb n="31" />
        Rohstoffe:  Wolle.

9

Länder

Schafbestand
in  1000  Stück

Sonstige  Unterlagen
zur  Schätzung  der  Wollmenge

Ungefähre
Menge  der  im
Jahre  1912/13
gewonnenen
Wolle  in  Tonnen

Uruguay

1908:  26  286

Übertrag  .  .  .
Im  Jahre  1911  wurden  laut  Statistik
Uruguays  60911  t  im  Werte  von  84,6  Mill.
Mark  ausgeführt.
Der  Versand  erfolgt  in  Ballen  —meistens
Merinowolle  —.  Das  Durchschnittsgewicht  der
Ballen  im  Jahre  1912/13  war  458  kg.

550  000
60  000

Chile

1911:  4168
1912:  4  567

Dem  Schafbestande  nach  müßte  die  im
Inlande  gewonnene  Wolle  mit  9000  t  angenommen ­
  werden.  Kenner  des  Landes  halten
jedoch  diese  Menge  für  zu  hoch  und  um  dem
Rechnung  zu  tragen,  wurde  die  Menge  mit
8000  t  eingesetzt.

8  000

Peru*

Nach  der  Statistik  Perus  wurde  im  Jahre
1911  für  8,0  Mill.  Mark  Wolle  ausgeführt,
was  ungefähr  einem  Quantum  von  4  700  t
entspricht

4  700

Mexiko

1902:  3  424

—

6  800

Kanada

1912:  2082
1913:  2028

—-4

  000

Ver.  Staaten
von  Nordamerika

1912:  51  482
1913:  49  719

Nach  „Statistical  abstract  of  the  United
States  1914“  wurden  im  Jahre  1913  296175300
lbs.  Wolle  gewonnen

134  200

Ver.  Staaten
von  Südafrika

1911:  33473
1912:  35  888
1913:  35  710

Nach  der  Statistik  wurden  im  Jahre  1911
59896  t  Wolle  im  Werte  von  79,6  Mill.  Mark
ausgeführt
Der  Versand  erfolgt  in  Ballen.  Das  Durchschnittsgewicht ­
  im  Jahre  1912/13  war  annähernd ­
  125  kg.

65  000

Algerien

1911:  8528
1912:  8338

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  betrug  im
Werte  4,2  Mill.  Mark  •

15  000

Tunis

1911:  686
1912:  728

—

1  400

Marokko*

—

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911  betrug  5300  t
im  Werte  von  4&amp;gt;8  Mill.  Mark  .......

6000

Ägypten*

—

Es  wurden  ausgeführt  im  Jahre  1913  •  ■
nach  Frankreich  1416  t
„  England  1862  t

4  000

Deutschland

1912:  5803
1913:  5  520
1914:  5448

—

11600

870  700
        <pb n="32" />
        10

Rohstoffe:  Wolle.

Ungefähre

Länder

Schafbestand
in  1000  Stück

Sonstige  Unterlagen
zur  Schätzung  der  Wollmenge

Menge  der  im
Jahre  1912/13
gewonnenen

Wolle  in  Tonnen

Übertrag  .  .  .

870  700

Großbritannien

1911:  30401

Nach  Statesman’s  Yearbook  1913  betrug

1912:  28  885
1913:  27  551

die  Wollgewinnung  im  Jahre  1912  133Mill.lbs.

60  000

Frankreich

1911:  16425
1912:  16467
1913:  16213

—

37  000

Rußland

1911:  45  788

Genaue  statistische  Zahlen  über  die  Woll-(europäisches)



1912:  42  735

gewinnung  liegen  nicht  vor.  Die  Schätzungen

Rußland
(asiatisches)

1911:  32  542
1912:  31  330

schwanken  zwischen  160  OOO  bis  190  000  t.
Nachdem  bei  der  angegebenen  Schafmenge
auch  die  Zahl  der  Ziegen  inbegriffen  ist,  erschien ­
  es  richtiger,  die  niedrigere  Ausbeute
anzunehmen

160  000

Osterr.-Ungarn

1911:  13  473

—

27  000

Italien

1908:  11163

Nach  der  amtlichen  Statistik  Italiens

betrug  die  Wollgewinnung  im  Jahre  1913
21  636  832  kg

21  600

Spanien

1911:  15  725

In  Spanien  wird  die  Ausbeute  an  Wolle

1912:  15  829

pro  Schaf  mit  3  kg  angenommen,  doch  erscheinen ­
  2,5  kg  zutreffender

39600

Portugal

1906:  3072

—

5  500

Schweiz

1911:  161

—

350

Belgien

185

—

350

Niederlande

1913:  842

—

1  700

Schweden

1913:  988

—

1  890

Norwegen

1910:  1  391

—

2  200

Dänemark

1909:  726
1914:  515

■  —

1  200

Finnland*

1910:  1  309

—

2  600

Türkei

1911--  25  435
1912:  27  094

—

45  500

Rumänien

1911:  5269

—

10  soo

1  287  690
        <pb n="33" />
        Rohstoffe:  Wolle.

11

Länder

Schafbestand
in  1000  Stück

Sonstige  Unterlagen
zur  Schätzung  der  Wollmenge

Ungefähre
Menge  der  im
Jahre  1912/13
gewonnenen
Wolle  in  Tonnen

.  Übertrag  .  .  .

1  287  690

Bulgarien

1910:  8632

—

17  000

Serbien

1910:  3819

—

7  600

Griechenland*

2  900

-

5  800

Britisch-lndien

1912:22  934

Laut  der  Statistik  betrug  die  Ausfuhr  an

1913:23091

roher  Wolle  im  Jahre  1912  23800  t  im  Werte
von  35,8  Mill.  Mark

40  000

Persien*

—

Die  Ausfuhr  an'  Wolle  betrug  im  Jahre
1912  4600  t  im  Werte  von  4,3  Mill.  Mark  .  .

12000

China*

s

Die  Ausfuhr  nach  Rußland  im  Jahre  1913
betrug  an  roher  Wolle  12  332  t  im  Werte  von
14,0  Mill.  Mark
Gesamte  Wollproduktion  .  .  .

18  000
1  388  090
^  ^  iT.  y-irv-Die

  Qualitäten  der  Wollen  sind  wohl  zum  Teil  vom  Ursprungsland  abhängig,
aber  sie  sind  auch  untereinander  sehr  verschieden,  je  nach  dem  Körperteil  der
Schafe,  von  welchem  die  Wolle  stammt.
Im  allgemeinen  liefern  Australien  und  Neuseeland  die  feinsten  Wollen,
Argentinien,  Uruguay  und  Britisch-Südafrika  die  gröberen.  Die  afrikanischen
Wollen  aus  Marokko,  Algerien  usw.  sind  die  billigsten.
Der  größte  Teil  der  Wollen  wird  fetthaltig  im  Schweiß  bezogen.  Der
Fett-  und  Schmutzgehalt  der  Wollen  beträgt  von  30/40  bis  75  Proz.  Eine
genaue  Bestimmung  des  Wollgehaltes  erfolgt  durch  die  öffentlichen  Konditionieranstalten. ­

Der  Gesamtwert  der  im  Jahre  1912/13  gewonnenen  Wollen,  den  durchschnittlichen ­
  Tonnenpreis  mit  1650  Jt  angenommen,  berechnet  sich  auf
2290  Millionen  Mark.
        <pb n="34" />
        12

Wollpreise.

Die  Wollpreise.
Die  Preisverhältnisse  ergeben  sich  aus  nachstehender  Aufstellung  über  die
Großhandelspreise  in  Deutschland.  Die  Preise  sind  den  „Vierteljahrsheften  zur
Statistik  des  Deutschen  Reiches  1913  “  entnommen.

•

Pro  100  hg  in

Mark

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

I.  Norddeutsche  Schäferwolle,

mitteld.,  Berlin

232,2

215,9

223,1

234,9

220,6

234,4

302,9

II.  Gewaschene  Wolle,  Buenos-Aires

  I,  Bremen  ....

315,3

292,9

274,0

295,2

288,7

313,7

423,0

III.  Kammzug-,  Australien  A,

Leipzig

384,4

350,4

346,3

372,1

359,6

392,5

517,5

Pro

100  kg  in

Mark

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1906

I.  Norddeutsche  Schäferwolle,
mitteld.,  Berlin

280,8

231,3

255,8

299,2

297,5

312,5

348,3

II.  Gewaschene  Wolle,  Buenos-Aires
  I,  Bremen  ....

384,7

302,8

336,9

366,4

4
376,9

389,8

414,5

III.  Kammzug,  Australien  A,
Leipzig

456,7

396,7

442,5

488,3

475,4

495,4

508,3

Pro  100  kg  in

Mark

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

I.

Norddeutsche  Schäferwolle,

mitteld.,  Berlin

350,0

316,3

348,3

336,7

330,0

344,2

369,6

II.

Gewaschene  Wolle,  Buenos-Aires

  I,  Bremen  ....

437,5

375,9

407,8

434,2

405,8

406,6

445,7

III.

Kammzug,  Australien  A,

Leipzig

521,7

452,1

5i8,8

533,3

508,8

507,7

548,3

Die  Preissteigerung  beträgt

bei  I
Proz.

bei  II
Proz.

bei  III
Proz.

Im  Jahre  1913  gegen  1893

59

41,3

42,6

Beim  Vergleich  des  Durchschnittspreises  der  ersten  fünf  Jahre  (1893
bis  1897)  mit  dem  der  letzten  fünf  Jahre  (1909  bis  1913).  .  .  .

53,4

43,4

44,4

Nachdem  die  norddeutsche  Wolle  (Gruppe  I)  nur  eine  örtliche  Bedeutung
hat,  kann  angenommen  werden,  daß  die  Wollpreise  in  den  letzten  20  Jahren
sich  um  43  bis  44  Proz.  erhöht  haben.
        <pb n="35" />
        Rohstoffe:  Seide.

13

C.  Seide.
Nach  der  Veröffentlichung  der  Züricher  Seidenindustriegesellschaft  liegen
folgende  Ergebnisse  der  einzelnen  Länder  in  den  angegebenen  Jahren  vor,  wobei
die  Jahre  von  Anfang  Juli  bis  Ende  Juni  gerechnet  werden.

a)  Welterzeugung  von  Rohseide.
(Aufstellung  der  Züricher  Seidenindustriegesellschaft.)

Kampagne
1912/13
kg

Kampagne
1913/14
kg

Kampagne
1914/15
kg

Europa:
Frankreich
Italien
Österreich-Ungarn
Spanien

500  000
4  100  coo
300000
80  000

350  000
3  540  000
270  000
80000

400  000
4  060  000
300  000
70  000

4  980  000

4  240  000

4  830  000

Levante  und  Zentralasien,  Ausfuhr:
Serbien,  Bulgarien,  Rumänien
Europäische  Türkei
Griechenland  und  Kreta
Brussa
Syrien,  Cypern  usw
Kaukasus
Persien  und  Turkestan

150  000
260  000
50  000
420  000
520  000
400000
500  000

140  000
90  000
190  000
470  000
620  000
400  000
430  000

100000
60000
150000
360000
530000
350000

2  300  000

2  340  000

1550000

Ostasien,  Ausfuhr:
China:  Shanghai 1 )
Indien:  Kalkutta  und  Bombay

5  106000
2  176000
10  818  000
180000

4  664  000
2  718000
12  088  000
120  000

3  160000
1  878000
9  492  000
40000

18  280  000

19590000

14570000

Total  .  .  .

1  25  560  000

26  170  000

20  950  000

Da  in  den  bisherigen  Aufstellungen,  so  auch  in  der  vorstehenden,  bei  einer
Anzahl  Länder  nur  die  Ausfuhr  und  nicht  die  eigentliche  Produktion  angegeben
ist,  soll  in  der  nachstehenden  Aufstellung  b)  versucht  werden,  an  Hand  der
sonstigen  Unterlagen  eine  richtigere  Zusammenstellung  der  Welterzeugung  zu
geben.  i)
i)  Ohne  die  Ausfuhr  von  Tussah-Seiden,  die  sich  für  1914/15  auf  957  000kg  beläuft.
NB.  Die  Kampagne  schließt  in  Shanghai  Ende  Mai,  in  Kanton  Ende  April  und  m  Yokohama,
in  der  Levante  und  in  Europa  Ende  Juni  ab.
        <pb n="36" />
        14

Rohstoffe  :  Seide.

b)  Verbesserte  Aufstellung  der  Welterzeugung  von  Rohseide  im  Jahre  1912/13.

Frische
Kokons
Tonnen

Rohseide
Tonnen

6234

50s

47  470

4105

3482

294

1030

78

44

4

1497

109

191

16

362

29

635

50

10  213

898

3  035

260

9  194

735

3  120

250

166  736

14  590

133  060

11  672

2  100

168

187

15

Bemerkungen

Frankreich 1 ).  .
Italien J ).  .  .  .
Österreich-Ungarn  J)
Spanien 1 )  ....
Schweiz 2 )  .  .  .  .
Bulgarien  1911  2 )
Rumänien  19  ll 2 )
Serbien  1910 2 )  .
Griechenland  x )  .
Türkei,  asiatische  *)
„  europäische  *)
Rußland 2 )

Persien

Japan  2 )

China.

Indien
Indochina  *)

Total

Die  Umrechnung  auf  Rohseide  erfolgte  unter
Annahme  einer  Ausbeute  von  8  Proz.

Nach  den  Angaben  in  „Annuaire  internationale
de  statistique  agricole“,  Rom,  betrug  die
Kokonernte  9194  t;  nach  dem  Bericht  der
Lyoner  Handelskammer  die  Ausfuhr  653  t.
Der  Kokonmenge  nach  kann  die  Produktion
auf  735  t  Rohseide  berechnet  werden.
Die  Ausfuhr  an  Rohseide  beträgt  nach J )
227  t.  Da  Persien  auch  Seidenwaren  in  geringen ­
  Mengen  ausführt,  kann  die  Ernte  mit
2501  angenommen  werden.  Die  Kokonmenge
berechnet  sich  danach  auf  3120  t.
Die  Ausfuhr  an  Rohseide  betrug  nach J )  10867  t.
Den  Kokons  nach  berechnet  sich  die  Produktion ­
  mit  8 8 / 4  Proz.  Ausbeute  auf  14  5901
Rohseide.
Es  liegt  nur  die  eine  genaue  Angabe  vor
[nach  !)],  daß  die  Ausfuhr  an  Rohseide
87001  beträgt.  Nachdem  in  China  die  Seidengewebeausfuhr ­
  zur  Rohseideausfuhr  in  ähnlichem ­
  Verhältnis  wie  in  Japan  steht,  kann
schätzungsweise  das  gleiche  Verhältnis  der
Rohseideproduktion  zur  Ausfuhr  wie  in
Japan  angenommen  werden.
Diese  Rohseidemengen  werden  nach  J )  ausgeführt ­
  und  können  auch  als  annähernde
Produktion  angenommen  werden.  Die  Umrechnung ­
  der  Kokonernte  erfolgte  auf  der
Grundlage  von  8  Proz.  Ausbeute.

388  590

33  788

1913/14.

1 )  Nach  „Compte  rendu  des  traveaux  de  la  chambre  de  Commerce  de  Lyon“  1913/14.
2 )  Tonnenzahl  an  Kokons  nach  dem  „Annuaire  internationale  de  statistique  agricole“,  Rom
        <pb n="37" />
        Seidenpreise.

15

Die  Preise  der  Rohseide  sind  nach  den  Einfuhrlisten  Deutschlands  in  den
statistischen  Ausweisen  für  1913  wie  folgt  angenommen:

Preise  der  Rohseide  pro  Tonne.

41  000^

Aus  Italien

Frankreich
Österreich  -

40  000  „

37  000

Rußland

32  000  „
28000  „
26000  „

„  Japan  .
„  China  .

der  Türkei  .

Der  Wert  der  Welterzeugung  an  Rohseide  berechnet  sich
danach  auf  ungefähr

1073  Mill.  Mark

Hinzu  kommen  noch:

1000  t  Tussahseide  im  Werte  von

17

Ferner  die  aus  den  Ausschußkokons  und  -abfällen  gewonnene
Florett-  und  Bouretteseide.  Im  allgemeinen  wird  angenommen,
daß  aus  den  Kokons  die  gleiche  Menge  Florett-  und  Bouretteseide ­
  wie  Grege  zu  gewinnen  sei.  Von  sachverständiger  Seite

wird  jedoch  diese  Schätzung  —  soweit  es  sich  um  Gespinste
für  Seidenartikel  handelt  —  als  zu  hoch  befunden  und  es  erscheint ­
  die  Annahme  von  bestenfalls  60  Proz.  im  Verhältnis
zur  Ausbeute  an  Grege  richtiger.
Hiernach  ergeben  sich  dann  20  273  t  Florett-  und  Bouretteseide, ­
  von  denen  mehr  als  ®/ 4  Florettgarne  und  nur  ein
schwaches  Viertel  Bourettegarne  sind,  im  Durchschnittswerte
von  12  000  Jt  pro  Tonne  243  „

Gesamtwert  der  Welterzeugung

1333  Mill.  Mark

Die  Seidenpreise.

Die  Seidenpreise  wechseln  sehr  je  nach  dem  Ausfall  der  Jahresproduktion.
Die  Verhältnisse  der  letzten  20  Jahre  ergeben  sich  aus  umstehender  Aufstellung.
Die  Preise  sind  den  Vierteljahrsheften  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches  1913
entnommen.
Beim  Vergleich  des  Durchschnittspreises  der  ersten  fünf  Jahre  (1893  bis  1897)
mit  dem  der  letzten  fünf  Jahre  (1909  bis  1913)  ergibt  sich  eine  Erhöhung

bei  I

bei  II

bei  III

von  2  Proz.

von  1,6  Proz.

von  3,3  Proz.
        <pb n="38" />
        16

Rohstoffe:  Kunstseide.

Im  Gegensatz  zu  den  Baumwoll-  und  AVollpreisen,  bei  denen  während  der
letzten  20  Jahre  eine  sehr  starke  Steigerung  eingetreten  ist,  zeigen  die  Seidenpreise ­
  keine  direkte  Erhöhung;  sie  sind  nur  von  der  jeweiligen  Ernte  abhängig.

Pro

100  kg  in  Mark

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

I.  Ilal.  Grege  12/14,  Krefeld.  .

548

3SS

393

363

356

378

470

11.  „  Organsin  18/20,  Krefeld

590

393

443

423

404

411

503

III.  „  Trame  24/26,  Krefeld.  .

542

371

406

365

352

374

473

Pro  100  kg  in  Mark

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1906

I.  Ital.  Grege  12/14,  Krefeld  .  .

435

386

418

453

389

413

443

II.  „  Organsin  18/20,  Krefeld

478

420

460

503

428

453

496

III.  „  Trame  24/26,  Krefeld.  .

448

390

430

473

401

426

493

Pro  100  kg  in  Mark  .

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

I.  Ital.  Grege  12/14,  Krefeld.  .

552

405

441

403

398

390

424

11.  „  Organsin  18/20,  Krefeld

646

456

474

466

455

428

468

III.  „  Trame  24/26,  Krefeld.  .

585

418

433

419

412

403

437

D.  Kunstseide.
Im  Anschluß  an  die  natürliche  Seide  sei  zugleich  die  Kunstseide  besprochen,
deren  Herstellung  in  den  letzten  Jahren  eine  zunehmende  Steigerung  erfuhr.
AVir  unterscheiden  vier  verschiedene  Kunstseidearten:
Kunstseide  aus  Nitrocellulose  (Nitroseide,  Chardonnetseide).
Kunstseide  nach  dem  Kupferoxydammoniakverfahren  (Glanzstoff).  .
Kunstseide  nach  dem  Schwefelkohlenstoffverfahren  (Viskose).
Kunstseide  nach  dem  Azetatverfahren  (Azetatseide).
Die  erste  Kunstseide  nach  dem  Nitrocelluloseverfahren  stammt  bekanntlich
von  Chardonnet  in  Frankreich.  Diese  Seide  ist  sehr  glanzreich,  aber  ihre
AViderstandsfähigkeit,  besonders  in  nassem  Zustande,  ist  eine  verhältnismäßig
geringe.
Es  folgten  ab  1900  die  sogenannten  „Glanzstoff“-Produkte  von  Dr.  Bronnert-Mülhausen
  und  Dr.  Fremery  und  J.  Urban-Oberbruch,  welche  durch  Verspinnen ­
  von  Cellulose,  gelöst  in  Kupferoxydammoniak,  in  zuckerhaltiger  Säure
        <pb n="39" />
        Rohstoffe:  Kunstseide.

17

oder  Natronlauge  gewonnen  werden.  Dieselben  sind  wasser-  und  alkalibeständiger
als  die  Nitro-  und  als  die  Viskoseseiden.  Die  dritte  Sorte  Kunstseide  (Viskose) ­
  wird  nach  dem  sogenannten  Schwefelkohlenstoffverfahren  aus  der  von
Cross  &amp;amp;  Bevan  in  London  erfundenen  Viskose  gefertigt.  Statt  Baumwolle  kann
zu  diesem  Verfahren  vorteilhaft  auch  der  feiner  zerteilbare  und  leichter  zu  behandelnde ­
  Zellstoff  verwendet  werden.
Stearn  lehrte  das  Spinnen  von  Viskose  in  Ammonsalzbädern  mit  nachfolgender ­
  Säurebehandlung.
In  der  Fürst  Guido  Donnersmarckschen  Fabrik  in  Sydowsaue  ersetzte
Dr.  Müller  das  Ammonsalz  durch  das  billigere  Natronsalz  und  vereinigte  die
beiden  Operationen,  indem  er  das  Salz  in  der  Säure  auflöste  und  in  dieses  Bad
spann,  oder  auch  direkt  das  billige  Abfallprodukt  Natriumbisulfat  auflöste  und
als  Fällbad  verwandte.  Erst  dieses  vereinfachte  und  verbilligte  Verfahren  gab
der  Viskoseseide,  die  sich  fast  10  Jahre  lang  mit  Kleinfabrikation  hingeschleppt
hatte,  den  lange  erwarteten  Aufschwung.  Heute  hat  die  Viskoseseide  den  Glanzstoff ­
  überflügelt  und  die  Nitroseide  so  gut  wie  zum  Verschwinden  gebracht.  Der
Glanzstoff  ist  indessen  noch  immer  sehr  begehrt  wegen  besonderer  Eigenschaften
für  gewisse  Zwecke;  seine  Fabrikation  ist  aber  auf  einige  allerdings  größere
Fabriken  beschränkt.
Während  in  Deutschland  die  Vereinigten  Glanzstoffabriken  Elberfeld  die
Nachfolge  der  Fürst  Guido  Donnersmarckschen  Werke  antraten,  drei  große
Werke  entwickelten  und  durch  die  Größe  ihrer  Produktion  und  Vorzüglichkeit
ihres  Fabrikates-  die  Führenden  blieben,  war  es  in  England  und  Amerika  die
Firma  Courtauld  &amp;amp;  Co.  (Coventry,  England),  welche  die  Viskoseseide  in
größerem  Maßstabe  für  die  Zwecke  der  Weberei  nutzbar  machte.
Die  Azetatseide  kann  unbesprochen  bleiben,  da  sie  teils  wegen  ihres  hohen
Einstandspreises,  der  ungleichmäßigen  Färbbarkeit,  der  Zersetzlichkeit,  und  weil
die  erwartete  Wasserfestigkeit  doch  nicht  vorhanden  ist,  nicht  hergestellt  wird.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.
        <pb n="40" />
        18

Rohstoffe:  Kunstseide.

Erzeugung  an  Kunstseide  im  Jahre  1913.
Von  zuverlässiger  Seite  wird  die  Erzeugung  der  einzelnen  Länder  bzw.
der  betreffenden  Fabriken  vor  Kriegsausbruch  wie  folgt  geschätzt:

In  Tonnen  pro  Jahr

Nitroseide

Glanzstoff

Viskose

Deutschland:

Oberbruch—Aachen
Dörnach—Mülhausen  .
Kelsterbach—Frankfurt  a.  M
Pirna—Dresden
Barmen
Ladenburg—Mannheim
Jülich
Petersdorf—Schlesien

300

810

2  700

Frankreich:

Arques  la  bataille
Vals
Givet
Isieux—Lyon
Besan&amp;lt;;on
St.  Chamond

1  '

ISO

2  700

England:
Coventry
Flint

\
/

—

2  700

Italien:
Pavia
Turin
Padua
Florenz

1  _
1

iS

900

Österreich:
St.  Pölten

600

Ungarn:
Särvär

450

_

Rußland:
Moskau
Dagö—Reval
Sochaczew
Tomaszow
Lodz

|  60

30

900

Belgien:
Alost
Tubize
Obourg
Maransart

1
I  "

—

450

Amerika:

Marcus  Hook,  Philadelphia

—

—

3  000

Schwe  i  z:

Emmenbrücke—Luzern

—

—

300

Spanien:
Barcelona

150

Holland

—

—

300

Gesamtproduktion  .  .  .

810

1  005

14  700
        <pb n="41" />
        Flachs.

19

Die  Weltproduktion  betrug  165151  und  der  Preis  schwankte  zwischen  10
und  12  Jt  pro  Kilogramm.  Der  Wert  der  Weltproduktion  wäre  danach  mit
annähernd
182  Mill.  Mark
anzunehmen.

E.  Flachsiaser.
Die  Flachsfaserernte  der  verschiedenen  Länder  im  Jahre  1912  bzw.  1912/13
ist  in  folgendem  zusammengestellt:

Tonnen

Bemerkungen

Rußland  9

456  142

Die  bisherigen  Angaben  in  den  verschiedenen  statistischen ­
  Büchern,  nach  denen  eine  viel  höhere  Menge
einzusetzen  wäre,  beruhen  wahrscheinlich  auf  einem
Irrtum.  Die  näheren  Unterlagen  sind  aus  den  Ausführungen

  über  die  Produktion  der  Leinenindustrie
Rußlands  zu  ersehen.

Deutschland s )

3  580

Österreich-Ungarn x )  u. *  2 )  .

33  200

Belgien9

23  536

Nach  9  wurden  im  Jahre  1911  23740  t,  1912  28980t,
1913  17  838  t  gewonnen.  Als  durchschnittliches  Jahresergebnis ­
  werden  23  536  t  angegeben.

Frankreich  9

20  899

Großbritannien  9  •  •  .  .

13  164

In  Statesman’s  Yearbook  London  1913  wird  die  Ernte  nur
mit  12000  t  angegeben.

Niederlande  9

9624

Rumänien  9

4061

Italien  9

2  500

Finnland

1  000

Auf  diese  Menge  wird  die  Flachsernte  geschätzt,

Schweden  9

557

Vom  Jahre  1911/12.

Spanien  9

681

Serbien  9

721

Vom  Jahre  1910/11.

Bulgarien  9

321

Vom  Jahre  1910/11.

Japan  9

14  097

Ägypten  9

3  295

Chile  9

57

Vom  Jahre  1911/12.

Gesamternte  .  .  .

587  435

Die  Preise  der  Flachsfaser  sind  je  nach  dem  Ursprungsland  sehr  verschieden;
nach  der  Bewertung  der  Einfuhr  werden  diese  in  den  statistischen  Ausweisen
Deutschlands  für  1913  wie  folgt  angenommen:

9  Nach  dem  „Aimuaire  internationale  de  statistique  agricole“,  Rom  1913/14-2
 )  Nach  dem  Statistischen  Handbuch  von  Österreich-Ungarn.
s )  Laut  Produktionsberechnung  von  Deutschland.
        <pb n="42" />
        20

Rohstoffe:  Flachs.

Flachs,  geschwungen  usw.,  aus  Rußland  pro  Tonne  840  Jl
„  „  „  „  Österreich-Ungarn  .  „  „  900  „
„  „  „  der  Niederlande  „  1450  „
Der  Wert  der  Welternte  von  587435t  in  den  Produktionsländern  kann  mit
ungefähr  425  Mill.  Mark
angenommen  werden.
Die  Leinenpreise.
Die  Preise  für  Leinengarne  in  den  letzten  20  Jahren  waren  nach  den
Vierteljahrsheften  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches  1913  folgende:

Pro  100  kg  in  Mark

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

I.

Leinengarn  (Bielefeld)
Nr.  30  Flachs

217

212

180

178

175

175

180

II.

Nr.  10  Werg

99

102

96

101

102

102

102

Pro  100  kg  in

Mark

.

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1906

I.

Leinengarn  (Bielefeld)
Nr.  30  Flachs

224

231

195

204

224

217

243

II.

Nr.  10  Werg

109

114

106

114

126

119

126

Pro  100  kg  in

Mark

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

I.

Leinengarn  (Bielefeld)
Nr.  30  Flachs

295

245

210

235

259

252

25s

II.

Nr.  10  Werg

141

132

120

125

129

134

150

1  Die  Preissteigerung  beträgt

bei  Gruppe  I
Proz.

bei  Gruppe  11
Proz.

Im  Jahre  1913  gegen  1893

17

51

Beim  Vergleich  des  Durchschnittspreises  der  ersten  5  Jahre  (1893
bis  1897)  mit  dem  der  letzten  5  Jahre  (1909  bis  1913)

26

31

Danach  kann  während  der  letzten  20  Jahre  mit  einer  Durchschnittserhöhung
von  30  Proz.  gerechnet  werden.
        <pb n="43" />
        Jute.

21

Die  Anzahl  der  Spindeln  in  der  Leinenindustrie.
Die  Zahl  der  Flachsspindeln  in  den  verschiedenen  Ländern  beträgt  nach
einer  neueren  Aufstellung  des  internationalen  Bundes  der  Flachsgarnspinner:

England  l  l6l  874
Frankreich  567079
Rußland  367  207
Deutschland  2 7 2  934
Belgien  315404
Österreich-Ungarn  296  833
Italien  20  000
Schweden  18  150
Vereinigte  Staaten  von  Amerika  .  .  8612
3028093

F.  Jute.
Die  Jute  kommt  aus  Britisch-Indien,  wo  die  Jutekulturen  sich  von  Jahr  zu
Jahr  stärker  entwickeln.
Der  Ernteertrag  war:
1909/10  1305836  t
1910/H  1437278  t
1911/12  1492  127t
1912/13  1  7 2 5  350t
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1912/13:  876294  t  Rohjute  im  Werte  von
367,9  Milk  Mark.  Ferner  Jute  waren  im  Werte  von  311,1  Mill.  Mark.
Der  Tonnenwert  berechnet  sich  nach  der  Ausfuhr  Indiens  im  Jahre  1912/13
auf  420  Jl,  so  daß  der  Erntewert  Indiens  im  gleichen  Jahre  danach  annähernd
724  Milk  Mark  beträgt,  während  der  Erntewert  nach  den  hohen  Preisen  in  Europa,
besonders  im  Jahre  1913»  e &amp;gt; n  viel  höherer  ist.
Mehr  als  die  Hälfte  der  Rohjute  wird  in  Indien  selbst  verarbeitet,  weil
die  Jute-Industriellen  Englands  es  für  richtiger  erachten,  das  Rohmaterial  gleich
an  Ort  und  Stelle  von  den  billigen  indischen  Arbeitskräften  verarbeiten  zu  lassen.

1 )  Nach  „Statistical  abstract  of  British  India  from  1903/04  —  1912/13  w &amp;gt;  S.  127-
        <pb n="44" />
        Rohstoffe:  Jute.

22

Die  Jutepreise.
Von  allen  Rohstoffen  der  Textilindustrie  zeigt  die  Rohjute  die  stärkste
Preiserhöhung  seit  1893,  wie  dies  aus  nachstehender  Aufstellung  hervorgeht.  Die
darin  genannten  Preise  sind  den  „Vierteljahrsheften  zur  Statistik  des  Deutschen
Reiches  1913“  entnommen.

Pro  Tonne  in  Mark

1893

1894

1895

1896

1897

1898

1899

I.  Rohjute  Marke  T

31,5

34,5

271

312

327

302

319

K.  „  good  I  native  Marken  .  .

27,6

271

229

253

232

228

259

III.  „  good  II  native  Marken  .

252
f

240

206

221

208

201

239

Pro  Tonne  in

Mark

19CO

1901

1902

1903

1904

1905

1906

I.  Rohjute  Marke  J. 1 '  U

358

367

370

378

380

491

647

II.  „  good  I  native  Marken  .  .

304

273

254

281

289

384

513

III.  „  good  II  native  Marken  .

282

245

232

264

267

362

450

Pro  Tonne  in

Mark

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

I.  Rohjute  Marke  1

777

665

527

488

642

692

780

II.  „  good  I  native  Marken  .  .

415

324

277,

309

448

476

625

III.  „  good  II  native  Marken  .

346

271

25a

290

407

419

535

Die  Preissteigerung  beträgt

bei
Gruppe  I
Proz.

bei
Gruppe  II
Proz.

bei
Gruppe  III
Proz.

Im  Jahre  1913  gegen  1893

147

126

112

Beim  Vergleich  des  Durchschnittspreises  der  ersten  5  Jahre  (1893
bis  1897)  mit  dem  der  letzten  5  Jahre  (1909  bis  1913)  .  .  .

99

7o

70

Die  höchste  Steigerung  während  der  20  Jahre  ist  1913  eingetreten,  und
zwar  am  stärksten  bei  den  besseren  Marken.  Im  Durchschnitt  beträgt  die
Preiserhöhung  in  den  20  Jahren  mindestens  120  Proz.
        <pb n="45" />
        Welterzeugung.

23

Die  Welterzeugung  an  Textilrohstollen  im  Jahre  1912/13.

1

In  Tonnen

Ungefährer  W  ert
in
Millionen  Mark

Annähernde  Preissteigerung ­
  in  den  letzten
20  Jahren  (1913  gegen  1893)
Proz.

Baumwolle

5846613

6928

47

Wolle

1388090

2  290

43

Rohseide

33788

1073

2

Florettseide  und  Tussah  .  .

21273

260

—

Kunstseide

16515

182

—

Flachsfaser

587435

425

30

Jute

1725350

724

120

9619064

11  882

Die  geringste  Preissteigerung  in  den  letzten  20  Jahren  zeigt  danach  die
Seide.  Es  dürfte  dies  zum  großen  Teil  der  starken  Verwendung  an  Kunstseide
zuzuschreiben  sein.
Die  Steigerung  bei  Flachs  mit  30  Proz.  ist  unter  normal,  wenn  berücksichtigt
wird,  daß  die  Preissteigerung  bei  Roggen  oder  Weizen  in  Deutschland  in  der
gleichen  Periode  30  bis  40  Proz.  beträgt.
Bei  Baumwolle  und  Wolle  ist  die  Preissteigerung  reichlich  über  normal.
Außerordentlich  hoch  ist  die  Steigerung  bei  Jute  mit  120  Proz.  Es  ist  zu
hoffen,  daß  die  in  den  letzten  Jahren  in  Deutschland  stark  gepflegte  Industrie
der  Papiergarne  eine  sehr  wirksame  Konkurrenz  gegen  die  Jute  erbringen  wird.
        <pb n="46" />
        Gesamtübersicht.

R.  Die  Textilindustrie  der  europäischen  Staaten.
Deutschland.  —  Großbritannien.  —  Frankreich.  —  Rußland.
Österreich-Ungarn.  —  Italien.  —  Schweiz.  —  Belgien.  —  Niederlande.  —  Spanien.
Portugal.  —  Schweden.  —  Norwegen.  —  Dänemark.  —  Finnland.  —  Türkei.
Rumänien.  —  Bulgarien.  —  Griechenland.  —  Serbien.
Gesamtübersicht
über  die  Textilindustrie  der  europäischen  Staaten.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
Der  Sammelbegriff  Textilwaren  umfaßt  in  diesem  Falle  sämtliche  der
Textilindustrie  zugehörigen  Stoffe  und  bezieht  sich  auf  die  Rohstoffe  und  Erzeugnisse ­
  derselben.
Die  Bestimmung  der  Ein-  und  Ausfuhr  erfolgte  nach  den  amtlichen  Handelsstatistiken ­
  der  einzelnen  Staaten,  wobei  eine  genaue  Trennung  der  Baumwoll-,
Woll-,  Seiden-,  Leinen-,  Jute-  und  Konfektionswaren  vorgenommen  wurde.  Die
Halbwollwaren  wurden  unter  die  Woll-,  und  die  Halbseidenwaren  unter  die
Seidenwaren  eingereiht.  Der  Konfektionswarengruppe  wurden  auch  die  Posamentierwaren ­
  zugerechnet,  weil  sie  eher  zu  dieser  gehören  als  zur  Baumwoll-,
Woll-  oder  Seidenwarengruppe,  zu  welchen  sie  bisher  in  den  Handelsstatistiken
gezählt  wurden.  Nicht  einbezogen  wurden  die  Hanf-  und  Seilerwaren,  Strohwaren, ­
  auch  wenn  sie  zu  Bekleidungszwecken  dienen,  und  ferner  die  künstlichen
Blumen,  da  diese  alle  nicht  zu  den  eigentlichen  Textilwaren  gehören.
Es  liegt  in  der  Natur  ähnlicher  statistischer  Daten,  daß  sie  nicht  als  unbedingte, ­
  sondern  nur  als  Vergleichswerte  aufzufassen  sind.
Fehlerquellen  sind  möglich  durch  ungenaue  Angaben  der  Absender  in  den
Deklarationen,  durch  unrichtige  Führung  der  amtlichen  Handelsstatistiken,  was
besonders  in  den  weniger  entwickelten  Staaten  der  Fall  sein  wird,  und  schließlich
dadurch,  daß  die  ein-  und  ausgeführten  Artikel  in  den  verschiedenen  Ländern
eine  verschiedene  Bewertung  erfahren.  Der  letztere  Fehler  wäre  verhältnismäßig
am  leichtesten  zu  beheben.  Bekanntlich  erfolgt  die  Bewertung  durch  Vertrauensmänner ­
  der  Industrie,  die  vom  Staate  ernannt  werden  und  alljährlich  die  Werte
der  einzelnen  Artikel  bestimmen.  Die  Sachverständigen  arbeiten  zwar  in  der  genauesten ­
  Weise,  aber  vorwiegend  nur  nach  den  in  dem  betreffenden  Lande  vorwaltenden ­
  Verhältnissen.  Für  die  Folge  müßte  bei  der  Bewertung  auf  die
        <pb n="47" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

25

gleichartigen  Werte  in  den  anderen  Ländern  stärker  Rücksicht  genommen
werden.  Mit  den  durch  die  beiden  erstgenannten  Fehler  auftret  enden  Ungenauigkeiten ­
  wird  dagegen  immer  zu  rechnen  sein;  allerdings  mit  der  Einschränkung,
daß  die  angegebenen  Einfuhrwerte  genauer  als  die  Ausfuhrwerte  sind,  weil  diese
von  der  Zollverwaltung  überprüft  werden.
Die  Möglichkeit  und  Wahrscheinlichkeit  des  Vorhandenseins  dieser  Ungenauigkeiten ­
  ändert  jedoch  nichts  an  der  Tatsache,  daß  uns  in  diesen  sonst  mit
großer  Sorgfalt  geführten  amtlichen  Handelsstatistiken  die  einzigen  in  Betracht
kommenden  Unterlagen  zur  Verfügung  stehen,  die  einen  annähernden  Wertmesser
für  die  Entwickelung  der  einzelnen  Länder  bzw.  ihrer  Industrie  ergeben.

Aus  den  nächstfolgenden  vier  Tabellen  ist  die  Ein-  und  Ausfuhr  der  europäischen ­
  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913
ersichtlich  und  gleichzeitig  auch  der  Anteil  der  einzelnen  Staaten  in  Prozenten.
Zur  Ergänzung  ist  in  Tabelle  3  die  Ein-  und  Ausfuhr  nach  dem  Zustande ­
  der  Verarbeitung  angegeben.
Um  einen  klaren  Überblick  über  den  Handel  in  Textilwaren  der  einzelnen
Staaten  zu  erlangen,  war  es  erforderlich,  die  ein-  und  ausgeführten  Textilwaren
in  Rohstoffe,  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  zu  trennen.
Nachdem  in  der  Textilindustrie  feststehende  Regeln  in  dieser  Richtung
noch  nicht  vorliegen,  erfolgte  die  Einteilung  auf  nachstehender  Grundlage.
Zu  den  Rohstoffen  werden  gezählt:
Die  Rohstoffe  und  sämtliche  Abfälle  der  Rohstoffe;
bei  Wolle  außerdem  die  Kämmlinge  und  die  Kunstwolle;
bei  Seide  die  Rohseide  (Grege)  und  die  ungekämmte  Florettseide  (die
gekämmte  Florettseide  und  gefärbte  Rohseide  werden  zu  den  Halbfabrikaten ­
  gezählt);
bei  Leinen:  Flachs  roh,  gebrochen,  geschwungen  und  gehechelt,  und
Flachswerg.
Zu  den  Halbfabrikaten  werden  gezählt:
Kammzug  und  alle  Garne;
von  Garnen  werden  die,  welche  im  Einzelverkauf  Verwendung  finden,
z.B.  Nähgarne,  zu  den  Fertigwaren  gezählt.
Die  rohen  Baumwollgewebe  sind  den  Halbfabrikaten  zugezählt  worden,
während  die  gebleichten,  obwohl  diese  in  einzelnen  Fällen  auch  als
Halbfabrikate  gelten  können,  bei  den  Fertigwaren  eingereiht  sind;
bei  Leinen  sind  die  rohen  Gewebe  zu  den  Fertigwaren  gezählt,  weil
sie  vielfach  als  solche  Verwendung  finden.
Die  Gruppe  Fertigwaren  enthält  sämtliche  Fertigwaren.
        <pb n="48" />
        Tabelle  1  a.  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  der  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  !),
entsprechend  den  später  folgenden  Einzelaufstellungen.

Werte  in  Millionen  Mark

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

Insgesamt

Deutschland

850,0

656,4

263,4

116,1

101,6

31,3

2018,8

Großbritannien

1  755.1

983,6

334,5

132,5

249,3

97,2

3  552,2

Frankreich

529,4

622,4

332,0

101,6

59,2

13,9

1  658,5

Rußland

320,7

212,0

95,8

3,0

26,5

16,4

674,4

Österreich-Ungarn

353,5

198,2

99,7

42,1

37,4

21,3

752,2

Italien

307,1

145,4

172,7

19,0

27,6

17,2

689,0

Schweiz

103,3

62,0

155,2

11,4

3,3

39,6

374,8

Belgien

225,2

395,5

30,8

132,1

16,0

16,3

815,9

Niederlande

211,9

98,5

4,9

8,8

1,8

56,4

382,3

Spanien

118,5

14,3

17,7

4,5

17,1

4,4

176,5

Portugal  1912

39,7

12,7

5,8

5,0

3,7

5,o

71,9

Schweden

57,9

51,0

14*1

5,4

6,4

12,9

147,7

Norwegen

24,5

27,8

4,6

4,6

3,6

6,4

71,5

Dänemark

30,7

35,9

12,9

3,5

6,7

12,2

101,9

Finnland

23,4

15,1

3,8

3,4

0,8

6,4

52,9

Türkei  1911

182,3

63,9

15,1

13,9

—

16,3

291,5

Rumänien

44,9

23,3

11,7

2,7

3,6

17,9

104,1

Bulgarien  1911

26,2

8,6

2,7

1,2

0,9

4,3

43,9

Griechenland  1911

11,6

4,1

0,6

0,3

0,7

17,3

Serbien  1911

14,1

4,9

1,1

1,5

2,7

24,3

5  230,0

3  635,6

1579,1

612,6

,  565,5

398,8

12021,6

a )  Bei  einigen  Ländern,  in  denen  die  amtlichen  statistischen  Unterlagen  von  1913  noch  nicht  erschienen  waren,  wurden  an  deren  Stelle  die
statistischen  Zahlen  vom  Jahre  1911  bzw.  1912  eingesetzt  und  ist  dies  bei  den  betreffenden  Ländern  vermerkt.

Gesamtübersicht.
        <pb n="49" />
        Tabelle  lb.  Anteil  der  einzelnen  Staaten  an  der  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie
im  Jahre  1913  in  Prozenten.

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

Insgesamt

Deutschland

16.3

18,t

16,8

19,0

18,0

7,8

16,9

Großbritannien

33.6

27,0

21,2

21,7

44,1

24,4

29,5

Frankreich

10,1

17,1

21,0

16,6

10,5

3,43

13,8

Rußland

6,1

5,9

6,1

0,5

4,7

4,1

5,6

Österreich-Ungarn  ....

6.8

5,44

6,3

6,9

6,6

5,3

6,3

Italien

5,9

4,0

10,9

3,1

4,9

4,3

5,7

Schweiz

2,0

1,7

10,0

1,9

0,6

10,0

3,1

Belgien

4,3

10,9

1,9

21,6

2,9

4,1

6,8

Niederlande

4,0

2,7

0,3

1,4

0,3

14,1

3,2

Spanien

2,3

0,4

1,1

0,7

3,0

1,1

1,5

Portugal  1912

0,7

0,3

0,4

0,8

0,6

1,3

0,6

Schweden  .

1,1

1,4

0,9

o,9

1,1

3,2

1,2

Norwegen

o,5

0,8

0,3

o,7

0,6

1,6

0,6

Dänemark

0,6

1,0

0,8

0,6

1,2

3,1

0,8

Finnland

0,4

0,4

0,2

o,S

0,14

1,6

0,4

Türkei  1911

3,5

1,8

0,9

2,2

—

4,1

2,4

Rumänien

0,8

0,6

0,7

0,45

0,6

4,5

0,9

Bulgarien  1911

o,5

0,22

0,17

0,2

0,16

1,1

0,4

Griechenland  1911  ....

0,2

0,11

0,03

0,05

—

0,17

0,1

Serbien  1911

0,3

0,13

0,07

0,2

—

o,7

0,2

100

100

100

100

100

100

100

to
-«1

Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
        <pb n="50" />
        Tabelle  2  a.

Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  der  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  i),
entsprechend  den  später  folgenden  Einzelaufstellungen.

Deutschland  .  .  .
Großbritannien  ..  .
Frankreich  .  .  .  .
Rußland
Österreich-Ungarn
Italien
Schweiz
Belgien
Niederlande  .  .  .
Spanien
Portugal  1912  .  .
Schweden  .  .  .  .
Norwegen  .  .  .  .
Dänemark  .  .  .  .
Finnland  .  .  .  .  .
Türkei  1911  .  .  .
Rumänien  .  .  .  .
Bulgarien  1911  .  .
Griechenland  1911
Serbien  1911  .  .  .

Werte  in  Millionen  Mark

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

585,7

523,1

201,6

53,3

10,0

195,1

2  864,2

1  165,2

84,3

204,1

212,8

244,7

368,9

549,1

503,4

75,7

17,4

244,1

97,7

32,5

10,0

205,6

—

3,8

174,1

92,3

41,1

46,6

n,3

75,0

193,5

47,3

420,5

6,1

10,7

41,6

213,1

25,1

224,9

3,1

—

3,6

169,5

385,8

36,9

214,8

2,0

13,3

176,7

91,4

1,3

18,4

o,5

H,1

40,3

24,9

4,4

1,4

0,8

0,7

3,4

0,9

—

0,7

—

1,3

4,1

4,5

—

0,3

0,8

—

0,7

0,8

—

—

0,1

—

2,3

6,7

1,8

—

0,4

0,8

4,2

0,2

—

3,0

—

—

18,8

46,5

47,0

0,5

—

0,2

—

1.5

—

—

0,2

—

—

2,2

2,5

—

—

0,8

0,3

0,1

1,7

—

—

—

—

0,3

—

—

—

—

4  917,5

3  000,4

1  381,4

833,6  ■

267,0

836,1

*)  Siehe  Anmerkung  S.  26.

Insgesamt

11436,0

Gesamtübersicht.
        <pb n="51" />
        '  Tabelle  2b.  Anteil  der  einzelnen  Staaten  an  der  Ausfuhr  von  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie
der  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  in  Prozenten.

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

Insgesamt

Deutschland

11.9

17,4

12,7

tf&amp;gt;

6,4

3,8

23,3

13,7

Großbritannien

58.2

38,8

5,3

T

24,46

79,7

29,3

41,7

Frankreich

7,5

18,3

31,9

/

9,1

6,5

29,2

15,4

Rußland

2,0

1,1

0,6

24,7

—

o,5

3,12

Österreich-Ungarn

3,6

3,1

2,6

6

5,6

4,2

9,o

3,8

Italien

3,9

1,6

26,6

0,73

4,0

5,o

6,3

Schweiz

4,3

0,9

14,3

o,37

—

0,3

4.1  c

Belgien

3,5

12,9

2,3

25,75

0,8

1,6

7,2

Niederlande

3,6

3,0

0,08

2,2

0,2

1,3

2,6

Spanien

0,8

0,8

0,3

0,16

0,3

0,08

0,7

Portugal  1912

0,07

0,03

—

0,08

—

0,2

0,05

Schweden

0,08

0,1s

—

0,03

0,3

—

0,09

Norwegen

0,01

0,02

—

—

0,02

—

0,01

Dänemark

0,05

0,25

0,1

—

0,1

0,1

0,1

Finnland

0,09

0,006

—

0,36

—

—

0,06

Türkei  1911

0,4

1,51

3,0

0,06

—

0,02

1,0

Rumänien

—

0,05

—

—

0,08

—

0,01

Bulgarien  1911

—

0,07

0,1

—

—

0,1

0,04

Griechenland  1911

0,006

0,004

0,12

—

—

—

0,02

Serbien  1911

-

0,01

—

—

—

—

0,002

100

100

100

100

100

100

100

Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
        <pb n="52" />
        r

Tabelle  3.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung  im  Jahre  1913 J ).
Ergänzung  zu  den  Tabellen  1  und  2

In  Millionen  Mark

Von  der
Einfuhr

entfallen  auf

Von  der
Ausfuhr

entfallen  auf

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Deutschland

2  018,8

1  434,4

389,0

195,4

1  568,8

223,6

205,3

1  139,9

Großbritannien

3  552,2

2  520,1

123,6

908,5

4  775,3

674,8

1  156,2

2  944,3

Frankreich

1  658,5

1  466,5

51,5

140,5

1  758,5

384,3

317,9

1  056,3

Rußland

674,4

465,2

69,2

140,0

349,6

239,7

3,1

106,8

Österreich-Ungarn

752,2

450,2

162,2

139,8

440,4

57,3

93,3

289,8

Italien

689,0

492,4

63,5

133,1

719,7

209,4

201,5

308,8

Schweiz

374,8

97,7

160,9

116,2

469,8

12,0

107,1

350,7

Belgien

815,9

650,6

79,9

85,4

822,3

506,8

214,7

100,8

Niederlande

382,3

108,7

121,7

151,9

299,4

73,1

49,2

177,1

Spanien

176,5

124,4

15,6

36,5

72,5

24,9

3,7

43,9

Portugal  1912

71,9

31,7

10,1

30,1

6,3

0,7

0,6

5,0

Schweden

147,7

50,1

34,4

63,2

9,7

1,4

3,6

4,7

Norwegen

71,5

12,8

15,9

42,8

1,6

0.9

0,1

0,6

Dänemark

101,9

13,1

20,4

68,4

12,0

3,9

1,4

6,7

Finnland

52,9

20,4

5,6

26,9

7,4

—

2,8

4,6

Türkei  1911

291,5

7,0

62,3

222,2

113,0

88,4

1,1

23,5

Rumänien

104,1

3,2

23,1

77,8

1,7

1,5

—

0,2

Bulgarien  1911

43,9

3,0

13,3

27,6

5,5

2,6

—

2,9

Griechenland  1911

17,3

2,6

2,5

12,2

2,1

2,0

0,1

—

Serbien  1911

24,3

o,S

5,5

18,3

0,3

—

—

0,3

12  021,6

7  954,6

1  430,2

2  636,8  |

11435,9

2  507,3

2361,7

6  566,9

a )  Siehe  Anmerkung  S.  26.

Gesamtübersicht,
        <pb n="53" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

31

Tabelle  4.

Die  Gewinnung  von  Textilrohstof  len  in  den  verschiedenen  europäischen  Staaten
(nach  dem  in  der  Einleitung  befindlichen  Abschnitt:  „Die  Rohstoffe  der  Textilindustrie“).

Baumwolle

Wolle

Seide

Flachs

Tonnen

Wert
Mill.  Mk.

Tonnen

Wert
Mill.  Mk.

Kokons
Tonnen

Wert
Mill.  Mk.

Tonnen

Wert
Mill.  Mk.

Deutschland  .  .

11  600

21,0

3  58c)

2,9

Großbritannien.

—

—

60000

120,0

—

—

12  000

11,0

Frankreich  .  .

—

—

37  000

70,3

6278

16,9

20  899

23,00

Rußland....

J205  800

209,0

löoooo

270,0

9194

24,8

456142

301,0

(  Kamelhaar:

4  168

5,4

Osterr.  -Ungarn

—

—

27  000

48,6

3482

9,4

33  2  00

26,6

Italien  ....

—

—

21  637

35,7

47  Soo

128,2

2  500

2,0

Schweiz  ....

—

—

350

0,6

44

0,1

—

Belgien  ....

—

—

350

0,6

—

—

23  536

25,9

Niederlande  .  .

—

—

1  700

3,1

—

—

9624

10,6

Spanien  ....

—

—

39  600

59,4

1  030

2,8

681

0,6

Portugal  .  .  .

—

—

5  500

7,7

—

—

—

Schweden  .  .  .

—

—

1  890

3,3

—

—

557

o,4

Norwegen  .  .  .

—

—

2  200

3,7

—

—

—

Dänemark  .  .  .

—

—

1  200

2,0

—

Finnland  .  .  .

—

—

2618

4,4

—

—

1  OOO

o,7

Türkei  ....

r  30  500

33,5

45  500

68,3

13  248

35,8

—

(  Zieger

haar:

5  471

15,7

Rumänien  .  .  .

—

—

10  500

16,8

191

o,5

4  061

3,2

Bulgarien  .  .  .

150

0,16

17  OOO

27,2

1  828

4,9

321

0,2

Griechenland  .

2  500

2,7

5  800

9,3

635

1,8

—

Serbien  ....

—

—

7  600

12,1

362

1,0

721

0,5

238  950

245,3

468  684

805,2

83  792

226,2

568  822

408,6

Gesamtsumme  der  Aufstellung  1  685,3  Mill.  Mark
Hierzu:  Wert  der  Florett-  und  Kunstseide  ungefähr  202,0  „  „
Der  Wert  der  in  Europa  gewonnenen  Textilrohstoffe  beträgt  demnach  ....  1  887,3  Mill.  Mark
Eingeführt  wurden  an  Rohstoffen  (nach  Tab.  3)  für  7  954,3,  davon  ab
2  200,0  Mill.  Mark  für  nach  europäischen  Ländern  wieder  ausgeführte,  .  5  754,4  „  „
Verbrauch  der  europäischen  Staaten  insgesamt.  .  .  7  641,7  Mill.  Mark

Von  der  Welterzeugung  an  Textilrohstoffen  im  Werte  von  11  882  Mill.  Mark
verarbeiten  somit  die  europäischen  Staaten  ungefähr  64,3  Proz.
        <pb n="54" />
        32

Gesamtübersicht.

Die  Produktion  an  Textilwaren.
Die  Produktions-  bzw.  die  Erzeugungswerte  der  einzelnen  Industrien
wurden  bisher  allgemein  durch  amtliche  Erhebungen  festgestellt.  Solche  wurden
in  Deutschland  betreffend  die  Baumwollspinnereien  zuletzt  im  Jahre  1909,  betreffend ­
  die  Wollspinnereien  zuletzt  im  Jahre  1907,  und  für  die  übrige  Textilindustrie ­
  später  vorgenommen.  Sie  sind  im  Abschnitt  Deutschland:  Betriebe
und  Erzeugung  ausführlich  wiedergegeben.
In  Amerika  erfolgt  die  Produktionsaufnahme  alle  fünf  Jahre,  in  den  anderen
Staaten  von  Zeit  zu  Zeit.
In  mancher  Beziehung  bieten  diese  Erhebungen  sehr  gute  Unterlagen.  So
sind  die  letzten  amtlichen  Erhebungen  in  Deutschland  über  die  Produktion  der
Textilindustrie  besonders  wertvoll,  weil  bei  diesen  das  Hauptgewicht  darauf
gelegt  wurde,  genauere  Unterlagen  für  die  Ausbeute  bei  den  einzelnen  Operationen
zu  erlangen.  Die  allgemeinen  Produktionserhebungen  jedoch,  und  die  allgemeinen
Angaben  über  die  Produktionswerte,  sind  mehr  oder  weniger  wertlos,  weil  die
Befragten  selbst  in  den  meisten  Fällen  nicht  in  der  Lage  sind,  die  richtigen
Werte  zu  bestimmen.
LIierzu  kommen  noch  die  große  Arbeit  und  Kosten,  die  solche  Erhebungen
verursachen,  und  der  Umstand,  daß  die  Veröffentlichung  der  Ergebnisse  erst
zu  einem  Zeitpunkt  erfolgen  kann,  wo  diese  bereits  durch  neue  Tatsachen  überholt ­
  sind.
Im  Buche  des  Verfassers:  „Die  Textilindustrie  Deutschlands  im  Welthandel“
wurde  bereits  ein  Versuch  gemacht,  die  Produktion  der  Textilindustrie  auf  Grund
der  vorliegenden  Ein-  und  Ausfuhrmengen  zu  bestimmen.  Diese  Methode  wurde
inzwischen  weiter  ausgebildet  und  die  in  dieser  Arbeit  wiedergegebenen  Ergebnisse ­
  eröffnen  die  Aussicht  auf  einen  neuen  gangbaren  Weg  zur  Berechnung
der  Produktion  der  einzelnen  Industrien  in'den  verschiedenen  Ländern.
Der  dabei  vorwaltende  und  auch  naheliegende  Grundgedanke  ist,  daß  eine
bestimmte  Menge  Rohstoff  in  allen  Ländern  annähernd  die  gleiche  Menge  Fertigwaren ­
  ergeben  muß,  die  nur  noch  durch  Berücksichtigung  der  Menge  der  Abfälle ­
  und  der  Einflüsse  der  Appreturen  zu  ergänzen  ist.
Dem  Umstand,  daß  der  Produktionswert  nicht  nur  von  der  Menge,  sondern
auch  von  den  Eigenschaften  der  hergestellten  Waren  abhängig  ist,  wird  dadurch
Rechnung  getragen,  daß  die  ausgeführten  Waren  entsprechend  ihrem  verschiedenen ­
  Ausfuhrwert  zur  Verrechnung  gelangen.
An  Hand  eines  Beispiels  kann  dies  vielleicht  klarer  veranschaulicht  werden:
100  t  lose  Baumwolle  in  Deutschland,  England  oder  der  Schweiz  verarbeitet,
ergeben  —  abgesehen  von  den  bereits  erwähnten  Abfall-  und  Appreturkorrekturen  —
überall  100  t  Fertigwaren.
Die  Wertunterschiede  der  Fertigwaren  in  diesen  drei  Ländern,  die  entsprechend ­
  der  Verschiedenheit  der  Produktion  sehr  bedeutend  sind,  kommen  dann
        <pb n="55" />
        Produktion  an  Textilwaren.

33

in  den  Ausfuhrzahlen  zur  Geltung.  So  beträgt  der  Ausfuhrwert  der  Baumwollfertigwaren
  nach  den  später  folgenden  Produktionsberechnungen:
In  Deutschland  pro  Tonne  6  720  Jt
England  „  „  4220  „
»  der  Schweiz  „  „  15  400  „
Diese  stark  voneinander  abweichenden  Werte  kennzeichnen  die  nach  Art  und
Preis  der  erzeugten  Ausfuhrprodukte  sehr  verschiedenen  Baumwollindustrien  der
drei  Länder.
Andererseits  kann  man  annehmen,  daß  die  dem  heimischen  Verbrauch
dienenden  Fertigwaren  der  meisten  Länder  annähernd  den  gleichen  Wert  haben,
weil  der  Verbrauch  im  Inlande  mehr  oder  minder  unabhängig  von  den  ausgeführten ­
  Waren  sich  hauptsächlich  auf  die  Fabrikate  für  den  allgemeinen  Durchschnittsbedarf ­
  erstrecken  wird.  So  konnte  der  Tonnenwert  der  Baumwollfertigwaren
  für  den  Inlandsverbrauch"  in  allen  drei  Ländern  mit  5000^  eingesetzt
werden.  (Siehe  Deutschland,  Produldionswert  der  Baumwollindustrie.)
Auf  dieser  Grundlage  wurden  die  Produktionswerte  für  die  einzelnen  Länder
möglichst  genau  berechnet.  Zwar  liegt  noch  keine  vollständig  abgeschlossene
Methode  vor,  da  besonders  die  Berechnung  des  Spinnverlustes  der  Baumwolle,  des
Waschverlustes  der  Wolle,  der  Seidenbeschwerung  und  zahlreicher  anderer  Fragen
nur  durch  eingehende  Mitarbeit  der  Fachmänner  der  Industrien  genau  festzulegen
sein  wird.  Aber  die  Bestimmung  der  Produktion  auf  dieser  Grundlage  erscheint  in
allen  Fällen  sehr  wertvoll,  weil  dadurch  verhältnismäßig  leicht  alljährlich  der
genaue  Stand  der  betreffenden  Industrie,  wenigstens  vergleichsweise,  zu  ersehen  ist.
Ein  weiterer  Vorteil  dieser  Bestimmungsmethode  besteht  darin,  daß  dadurch
die  bisher  überhaupt  nicht  berührte  Frage  der  Berechnung  des  Inlandsbedarfes
gelöst  werden  kann,  die  besonders  für  die  Textilindustrie  von  ziemlicher  Bedeutung
ist.  Wie  sich  dieser  Inlandsverbrauch  auf  der  gleichen  Grundlage  berechnet,  ist
bei  den  Produktionsberechnungen  der  einzelnen  Länder  ebenfalls  angegeben.
Bezüglich  der  Einzelheiten  bei  der  Ausarbeitung  der  Produktionswerte  sei
darauf  hingewiesen,  daß  für  die  Bestimmung  der  Verluste  beim  Spinnen,
Waschen  usw.  die  amtlichen  Erhebungen  Deutschlands  benutzt  wurden,  wie
dies  in  nachstehendem  ausführlicher  begründet  ist.

Baumwolle.
Nach  den  Produktionsaufnahmen  Deutschlands  von  1908  und  1909  (siehe
Deutschlands  Betriebe)  würde  der  Spinnverlust  durchschnittlich  12 1 / 2  bis  13  Proz.
betragen.  Mehr  als  die  Hälfte  dessen  wird  jedoch  als  Abfall  zurückgewonnen
und  findet  für  gröbere  Garne  Verwendung.  Es  erschien  daher  nach  vorgenommener
Umfrage  richtig,  den  für  die  Webindustrie  in  Betracht  kommenden  Veilust  durchschnittlich ­
  nur  mit  8  Proz.  einzusetzen.
Die  Baumwollmengen,  die  für  den  Verbrauch  in  der  Halbwoll-  und  ITalbseidenindustrie
  abzurechnen  sind,  ergeben  sich  aus  den  betreffenden  Produktionsberechnungen. ­

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

3
        <pb n="56" />
        34

Gesamtübersicht.

Eine  weitere,  wenn  auch  nicht  wesentliche  Korrektur  ist  erforderlich,  um  den
Unterschied  zwischen  den  Artikeln,  die  stark,  und  denjenigen,  die  nicht  oder  nur
wenig  appretiert  sind,  auszugleichen.  Für  die  gebleichten  Baumwollstoffe  ist  der
Appreturgehalt  im  Durchschnitt  mit  20  Proz.,  für  die  gefärbten,  gewebten  und
bedruckten  mit  8  bis  10  Proz.  angenommen  worden.  In  einzelnen  Ländern  muß
je  nach  den  hergestellten  Artikeln  diese  Zahl  etwas  erhöht  oder  erniedrigt  werden.
Wolle.
Bei  der  Produktionsberechnung  dieser  Industrie  sind  in  erster  Linie  die  Verluste ­
  bzw.  Abgänge  beim  Waschen  und  Spinnen  der  Wolle  zu  berücksichtigen.
Nach  der  Produktionsaufnahme  Deutschlands  vom  Jahre  1907  betrug  der  Verlust ­
  in  den  Wollwäschereien  beim  Waschen  von:
Merino-  und  Kreuzzuchtwolle  nebst  Kämmlingen  zusammen  ....  50,8  Proz.
Nach  der  Aufnahme  der  Wollkämmereien  vom  gleichen  Jahre  berechnet  sich
der  Waschverlust  beim  Kammzug:
bei  Merinowolle  mit  62,1  Proz.
„  Kreuzzuchtwolle  mit  44,4  „
Dagegen  wurden  9,3  Proz.  an  Kämmlingen  und  verwertbaren  Abgängen
zurückgewonnen,  so  daß  der  Verlust  beim  Waschen:
bei  Merinowolle  etwa  52,8  Proz.
„  Kreuzzuchtwolle  35,1  „
„  den  verarbeiteten  Mengen  beider  Wollen  zusammen  „  46,7  „
betrug.
Der  Spinnverlust  betrug  nach  der  Aufnahme  vom  Jahre  1907:
in  den  Streichgarnspinnereien  3,6  Proz.
„  „  Kammgarnspinnereien  0,8  „
und  es  erscheint  richtig,  durchschnittlich  2  Proz.  als  Spinnverlust  anzunehmen.
Zufolge  der  gleichen  Aufnahme  betrug  im  Jahre  1907  die  verarbeitete  Menge
Kunstwolle  40673  t.  Für  das  Jahr  1913  kann  diese  Zahl  unter  Berücksichtigung
der  inzwischen  eingetretenen  Verbrauchssteigerung  und  sonstigen  Verwendung
von  Kunstwolle  mit  etwa  55  000  t  eingesetzt  werden.
Die  in  den  Streichgarnspinnereien  im  Jahre  1907  verwendete  Menge  Baumwolle ­
  betrug  15423  t.  Unter  Zurechnung  des  sonstigen  Bedarfs  für  die  anderen
Halbwollartikel  ist  für  das  Jahr  1913  der  Verbrauch  mit  etwa  30000  t  Baumwolle ­
  für  die  Halbwollindustrie  anzunehmen.
Die  Menge  der  in  der  Seidenindustrie  mit  verwendeten  Wolle  berechnet
sich  für  1913  an  Hand  der  gleichen  Aufnahme  auf  500  t.

Seide.
Zur  Berechnung  der  Rohstoffe  sind  folgende  Anhaltspunkte  als  ungefähr
zutreffend  angenommen  worden:  r 7  bis  8,5  p roz .  Grege,
Frische  Kokons  ergeben  durchschnittlich  ■  •  J  3,5  „  4  „  Florettgarn,
10,2  „  0,5  „  Bourettegarn.
        <pb n="57" />
        Produktion  an  Textilwaren.

35

3*

Trockene  Kokons  ergeben  durchschnittlich  die  dreifache  Prozentmenge
der  frischen.
Seidenabfälle  für  Florettgarne.  Diese  sind  sehr  verschieden.  Man
unterscheidet:
Abfälle  beim  Schlagenund  Putzen  der  Kokons  und  Haspeln
(Strusi  Fisons),  die  den  Hauptteil  des  Florettmaterials
ergeben.  Ihre  Ausbeute  beträgt  ungefähr  52,2  Proz.  Florettgarn
Abfälle  beim  Mulinieren  (Strazza).  Ausbeute  ungefähr  60
Fehlerhafte  Kokons  und  Doppelkokons.  „  „  27,5  „
Sonstige  minderwertige  Abfälle  (Bassinees  usw.).  Ausbeute
ungefähr  22  „  „
Neben  diesen  Florettgarnen  werden  außerdem  noch  ungefähr  3  bis  4  Proz.
Bourettegam  von  den  Florettabfällen  gewonnen.
,  .....  f  91  Proz.  Florettgarn,
Florettseide  gekämmt.  Diese  ergibt  ungefähr  •  j  2  ,  Bourettegam.
Von  der  in  Deutschland  im  Jahre  1913  eingeführten  Florett-(Abfall-)  Seide
konnte  des  billigen  Materials  halber  nur  40  Proz.  Ausbeute  angenommen  werden.
Die  in  der  Seidenindustrie  mitverwendeten  Mengen  Baumwolle  und  Wolle
lassen  sich  nach  der  Produktionsaufnahme  Deutschlands  berechnen,  wobei  für
1913  eine  Steigerung  von  25  Proz.  gegen  1907  angenommen  wurde.  Die  mitverwendete
  Menge  Kunstseide  konnte  nach  mehrfacher  Umfrage  in  Deutschland
schätzungsweise  mit  4001  angenommen  werden.  Es  ist  dabei  zu  berücksichtigen,  daß
ein  großer  Teil  der  Kunstseide  für  die  PosamentindustrieVerwendung  findet,  die  hier
nicht  einbezogen  ist,  sondern  unter  die  Konfektionsindustrie  eingeordnet  wurde.
Schwierig  ist  die  Bestimmung,  wie  hoch  die  Beschwerung  der  Seide  im
Durchschnitt  anzunehmen  ist,  da  hierfür  genaue  Unterlagen  nicht  zu  erhalten
sind.  Es  konnte  nur  die  ungefähre  Zahl  von  30  Proz.  über  pari  angenommen
werden.  Da  diese  Zahl  dann  gleichmäßig  bei  der  Berechnung  für  alle  Länder
benutzt  wird,  erfährt  die  etwaige  Ungenauigkeit  eine  wesentliche  Milderung.

Leinen.
Da  die  Flachsfaser  in  allen  Ländern  als  geschwungener  Flachs  zur  Einfuhr
gelangt  bzw.  so  berechnet  wird,  ist  die  Berechnung  der  Produktion  verhältnismäßig ­
  einfach.
Nach  der  Produktionsaufnahme  Deutschlands  ist
beim  Hecheln  mit  einem  Verlust  von  10  Proz.
„  Spinnen  „  „  „  »  26  „

zu  rechnen.
        <pb n="58" />
        w:  •  .  ••.••••  •••  .-v

Tabelle  5a.  Produktionswert  der  Textilindustrie  der  einzelnen  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  *)
entsprechend  den  später  folgenden  Einzelaufstellungen.

Werte  in  Millionen  Mark

b  Siehe  Anmerkung  S.  26.

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

Kunstseide

Insgesamt

Deutschland

2339.4

1721,6

448,7

331,0

142,1

292,0

38,0

5312,8

Großbritannien

3  502,2  /

1751,7

97,2

407,6

208,7

367,0

21,0

6361,4

Frankreich

1233,7

1274,9

652,0  •

307,9

110,0

366,0

28,5

3973,0  •

Rußland

1821,0

1210,5

135,2

252,1

40,6

15,0

10,0

3484,4

Österreich-Ungarn

889,4

'  566,1

103,1

232,6

58,1

112,0

10,5

1971,8  '

Italien

697,5

393A

289,2  ?

30,6

35,2

62,4

9,1

1517,1  ■

Schweiz

284,4  u

60,6

224,2  C

17,4

o,9

5,0

3,0

595,5

Belgien

259,3

251,1

—

170,8

19,0

18,6

4,5

723,3  ■

Niederlande

289,1

109,1

—

12,8

2,8

16,0

3,0

432,8  ■

Spanien

367,3

191,4

32,4

10,6

29,0

1,0

1,5

633,2

Portugal  1912

12,2

42,8

—

5,8

8,2

2,0

—

131,0

Schweden

113,7

H5,i

1,1

8,2

6,4

—

—

244,5

Norwegen  .  .

27,2

47,1

—

3,1

1,8

—

—

79,2

Dänemark

39,3

34,7

—

1,4

—

—

—

75,4

Finnland

40,7

31,0

—

7,7

—

—

—

79,4

Türkei  1911

187,1

147,6

—

—

—

—

—

334,7

Rumänien

48,0

53,5

—

12,1

0,8

—

—

114,4

Bulgarien  1911

27,4

67,8

—

3,2

—

1,2

—

99,6

Griechenland  1911

25,6

25,6

—

—

—

—

—

51,2

Serbien  1911

12,5

30,0

—

2,3

—

—

—

44,8

12277,0

8125,3

1983,1

1817,1

663,6

1258,2

135,1

26259,5

Gesamtübersicht.
        <pb n="59" />
        Tabelle  5b.  Anteil  der  einzelnen  Staaten  am  Produktionswert  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913  in  Prozenten.

Baumwolle

Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion

Kunstseide

Insgesamt

Deutschland

19.1

21,2

22,6

18,2

21,4

23,2

28,1

20,3

Großbritannien

28,6

21,5

4,9

22,4

31,4

29,3

20,0

24,2

Frankreich

10,0

15,7

32,9

16,9

16,6

29,1

21,1

15,2

Rußland  .  .

14,9

15,0

6,8

14,0

6,1

1,2

7,4

13,3

Österreich-Ungarn

7,2

7,0

5,2

12,8

8,8

8,9

7,8

7,5

Italien

5,7

4,9

14,6

1,6

5,3

4,9

6,7

5,8

Schweiz

2,3  ■

0,7

n,3  0

1,0

0,1

0,4

2,2

2,3

Belgien

2,1

3,1

—

9,4

3,0  1

1,4

3,3

2,7

Niederlande

2,4

1,3

—

0,7

0,4

1,3

2,2

1,6

Spanien

3,0  &amp;gt;

2,3

1,64

0,6

4,4  }

0,07

1,2

2,4

Portugal  1912

0,6

0,5

—

0,3

1,2

0,15

—

0,5

Schweden

0,9

1,4

0,06

0,45

0,9

—

_

0,9

Norwegen

0,2

0,6

—

0,17

0,3

—

0,3

Dänemark

0,3

0,4

—

0,08

—

—

—

0,3

Finnland

0,3

0,4

—

0,42

—

—

0,3

Türkei  1911

1,5

1,8

—

—

—

—

1,26

Rumänien

0,4

0,7

—

0,7

0,1

—

—

0,4

Bulgarien  1911

0,2

0,8

—

0,17

—

0,08

—

0,38

Griechenland  1911

0,2

0,3

—

—

—

—

—

0,19

Serbien  1911

0,t

0,4

0,11

—

—

—

0,17

100,0

100,0

100,0

100,0

100,0

100,0

100,0

100,0

Produktion  an  Textilwaren.
        <pb n="60" />
        Tabelle  6a.  Inlandsverbrauch  der  einzelnen  europäischen  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913 J )
entsprechend  den  später  folgenden  Aufstellungen.

Deutschland  .  .  ,
Großbritannien  .
Frankreich  .  .  .
Rußland  ....
Österreich-Ungarn
Italien
Schweiz
Belgien  .  .  .  .
Niederlande  ...  .
Spanien
Portugal  1912  .  .
Schweden  .  .  .  ,
Norwegen  .  .  .  ,
Dänemark  .  .  .
Finnland
Türkei  1911  .  .  ,
Rumänien  .  .  .  .
Bulgarien  1911  .  .
Griechenland  1911
Serbien  1911  .  .  .

Werte  in  Millionen  Mark

Baumwollwaren


Woll-  und
Halbwollwaren

Seiden  u.  Halbseidenwaren ­


Leinenwaren

Jute  waren

Konfektionswaren


1885,4

1  349,1

305,0

308,7

139,7

128,2

l  149,0

1  099,2

311,6

237,3

125,8

234,9

987,3

947,7

291,6

253,8

93,7

135,8

1778,3

1  243,3

156,1

252,5

42,2

27,6

753,4

530,9

128,5

194,2

48,0

58,3

539,9

405,0

93,0

27,4

25,1

38,0

94,1

71,3

23,5

20,0

3,4

40,9

198,3

188,7

38,2

55,9

18,6

21,6

187,3

89,3

3,4

11,7

2,8

61,2

339,5

193,8

38,1

10,1

34,7

4,7

84,0

46,2

4,7

6,8

8,2

5,7

130,3

124,7

13,2

9,9

8,2

12,9

39,9

62,1

3,9

4,7

4,2

6,4

50,3'

53,4

11,1

3,3

—

11,4

43,9

38,6

3,8

5,4

0,8

6,4

307,5

190,1

10,0

4,0

8,5

16,3

73,2

71,9

11,1

14,1

4,0

17,9

41,7

70,6

2,6

3,8

0,9

4,7

33,2

28,6

0,6

0,3

—

0,7

21,5

34,2

1,1

3,6

—

2,7

8  738,0

6  838,7

1451,1

1  427,5

568,8

836,3

Insgesamt

4116,1
3  157,8
2  709,9
3  500,0
1  713,3
1  128,4
253.2
521.3
355,7
620,9
155,6
299.2
121.2
129,5
98,9
536.4
192.2
124.3
63,4
63,1
19  860,4

!)  Siehe  Anmerkung  S.  26.
        <pb n="61" />
        Tabelle  6  b.  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  im  Jahre  1913.

Werte  in  Mark  und  Pfennig

Baumwollwaren

Woll-  und
Halbwoll  waren

Seiden-  und
Halbseiden  waren

Leinenwaren

Konfektionswaren ­


Insgesamt

Deutschland

27,93

20,00  6

4,52

4,57

1,90

58,92

Großbritannien

25,00

23,90

6,77  -

5,16

5,10

65,93

Frankreich

24,99

23,99

7,38

6,42

3,44

66,22

Rußland

10,46

7,31

0,92

1,48

0,16

20,33

Österreich-Ungarn

14,35

10,11

2,44

3,70

i,u

31,71

Italien

15,40

11,57

2,65

0,78

1,08

31,48

Schweiz

24,27

18,38

6,06  "

5,16

10,55

64,42

Belgien

25,92

24,62

4,99

7,32

2,82

65,67

Niederlande

30,69

14,64

0,56

1,91

10,04

57,84

Spanien

17,14

9,78

1,92

0,51

0,24

29,59

Portugal  1912

14,00

7,70

0,78

1,13

0,95

24,56

Schweden

23,14

22,14  r

2,32

1,76

2,30

51,66

Norwegen

16,62

25,87

1,62

1,98

2,66

48,75

Dänemark

17,69

18,80  &amp;gt;

3,90

1,17

4,oi

45,57

Finnland

13,72

12,05

1,20

1,68

2,02

30,67

Türkei  1911  .  .  .  ,

12,92

7,98

0,42

0.17

0,68

22,17

Rumänien

10,03

9,85

1,52

1,93

2,45

25,78

Bulgarien  1911

9,47

16,04

0,59

0,86

1,07

28,03

Griechenland  1911

12,30

10,59

0,22

0,11

0,26

23,48

Serbien  1911

7,28

11,59

0,37

1,22

0,91

21,37

Die  Bevölkerung  der  europäischen  Länder  beträgt  annähernd  509  147  200 1 ).
Der  Durchschnittsverbrauch  in  Europa  pro  Person  und  Jahr  beträgt:
|  17,16  |  13,43  |

2,85

2,80

1,65

37,89

i)  Die  Bevölkerungszahl  bezieht  sich  nicht  auf  Europa,  sondern  auf  die  europäischen  Länder,  da  ein  Teil  Asiens  im  Warenverkehr  auch  zu
diesen  gehört.

03
SO

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
        <pb n="62" />
        40

Textilindustrie  Deutschlands.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Deutschlands.

Die  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

353.8

850,0

+140

205,9

585,7

+  184

Wolle  und  Halbwolle  .  .  .

396,4

656,4

+  66

331,8

523,1

+  57

Seide  und  Halbseide  ....

189,4

263,4

+  39

227,4

201,6

—  11

Leinen

78,3

116,1

+  48

42,2

53,3

+  26

Jute

21.4

101,6

+  375

3,1

10,0

+  222

Konfektion

10,8

31,3

+  190

178,9

195,1

+  9

Die  Gesamt-Ein-  und  Ausfuhr

1  050,1

2  018,8

+  92,2

989,3

1  568,8

+  58,6

im  Spezialhandel  betrug  .

4  145,5

10  770,4

—

3  326,5

10  097,9

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  betrug

demnach  in  Prozenten  .  .

25,3

18,7

—

29,7

15,5

—

Um  die  Erhöhungen  der  Ein-  und  Ausfuhr  Deutschlands  seit  1890  beurteilen ­
  zu  können,  muß  man  sie  mit  den  Erhöhungen  in  England  und  Frankreich ­
  vergleichen.  Es  kommt  dabei  in  Betracht,  daß  England,  Deutschland
und  Frankreich  unter  den  europäischen  Staaten  die  stärksten  Produktionsländer
und  dementsprechend  auch  die  Höchstbeteiligten  an  der  Ein-  und  Ausfuhr
Europas  von  Textilwaren  sind.  Wie  aus  der  Aufstellung  auf  S.  27  und  29
zu  ersehen  ist,  beziehen  sich  auf  diese  drei  Länder  dem  Werte  nach
60,2  Proz.  aller  in  Europa  eingeführten  Textilwaren,
70,8  „  „  „  „  ausgeführten
Die  Erhöhung  von  1913  gegen  1890  beträgt  dem  Werte  nach

Textilwaren-Textilwaren-





Ausfuhr

Proz.

Proz.

in  Deutschland

92,2

58,6

„  Großbritannien

59,2

54,8

„  Frankreich.  ......

83,9

76,3
        <pb n="63" />
        Anteil  am  Gesamtaußenhandel.

41

In  der  Einfuhr  hat  Deutschland  unter  den  drei  Staaten  die  stärkste  Erhöhung, ­
  was  darin  seine  Erklärung  findet,  daß  der  Inlandsbedarf  Deutschlands
in  der  beschriebenen  Periode  sich  bedeutend  vergrößert  hat.
Die  Ausfuhr  Deutschlands  zeigt  gegen  die  Ausfuhr  Großbritanniens  wohl
eine  stärkere  Erhöhung,  doch  ist  der  Unterschied  nicht  bedeutend;  die  stärkste
Erhöhung  der  Ausfuhr  erreichte  Frankreich.
Was  die  einzelnen  Gruppen  betrifft,  so  hat  sich  in  Deutschland  die  Ausfuhr ­
  der  beiden  Hauptindustrien,  Baumwolle  und  Wolle,  am  günstigsten  entwickelt. ­
  Auch  die  Ausfuhr  der  Leinen-  und  Juteindustrie  zeigt  eine  starke
Erhöhung.  Dagegen  weist  die  Ausfuhr  der  Seidenindustrie  einen  Rückgang
auf  und  die  der  Konfektions  waren  nur  eine  sehr  geringe  Erhöhung.  Aus
der  später  folgenden  Besprechung  ist  die  Entwickelung  der  einzelnen  Gruppen
genauer  zu  ersehen.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Deutschlands.
Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  betrug:

An  der

Einfuhr

An  der  Ausfuhr

1890
Proz.

1913
Proz.

1890
Proz.

1913
Proz.

in  Deutschland

25,3

18,7

29,7

15,5

„  Großbritannien

2  5,9

22,6

'45,9

36,9

„  Frankreich

25,1

24,3

32,8

31,9

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  ist  in  Deutschland
sowohl  in  der  Ein-  als  auch  in  der  Ausfuhr  zurückgegangen;  besonders  in  der
Ausfuhr  ist  dies  in  starkem  Maße  der  Fall.
Während  im  Jahre  1890  fast  der  dritte  Teil  (29,7  Proz.)  aller  Ausfuhrwerte
in  Deutschland  sich  auf  Textilwaren  bezogen  hat,  ist  dieser  Anteil  im  Jahre
1913,  trotzdem  auch  die  Textilindustrie  sich  stark  entwickelt  hat,  auf  15,5  Proz.
gesunken.  Es  kommt  dies  nur  daher,  daß  der  gesamte  Außenhandel  Deutschlands
im  gleichen  Zeiträume  fast  auf  das  Dreifache  gestiegen  ist.  Daß  die  Ausfuhr ­
  der  Textilindustrie  nicht  die  gleiche  Steigerung  erzielte,  ist  nicht  weiter
zu  veiwundern,  wenn  berücksichtigt  wird,  daß  es  sich  bei  dieser  schon  um  eine
entwickelte  Industrie  handelt,  bei  der  die  Weiterentwickelung  nicht  in  dergleichen ­
  Weise  wie  bei  den  anderen  jüngeren  oder  mehr  zurückgebliebenen
Industrien  vor  sich  gehen  konnte.
Die  Anteilzahlen  zeigen  auch  die  großen  Veränderungen,  die  in  der  Entwickelung ­
  der  übrigen  Industrien  Deutschlands  seit  1890,  oder  besser  gesagt
seit  1870,  eingetreten  sind.
        <pb n="64" />
        42

Textilindustrie  Deutschlands.

Kein  anderer  Staat  zeigt  annähernd  eine  ähnliche  hervorragende  Entwickelung, ­
  wie  sie  deutlich  aus  nachstehender  Aufstellung  zu  ersehen  ist.

Ausfuhr

1890  !  1913
Mill.  Mark  j  Mill.  Mark

Anteil  an  der
Gesamtausfuhr

1890
Proz.

1913
Proz.

I64

1  146

4,9

347,6
146,5
275
30,1
89
118
237
989,3

1  336,2
566,9
722,5
956
128,2
263
293
553
1  568,8

io,S
4.4
8,3
0,9
2,6
3.5
7,1
29,7

11,4

Maschinen,  elektrotechnische  Erzeugnisse,  Fahrzeuge  .
Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Eisenindustrie,  mit  Ausnahme ­
  der  obigen
Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Aluminium-,  Zink-,
Kupfer-  und  anderen  unedlen  Metallindustrien  .  .
Fossile  Brennstoffe  (Steinkohlen,  Koks,  Braunkohlen)  .
Chemische  und  pharmazeutische  Erzeugnisse,  Farben
und  Färb  waren
Kautschukwaren
Erzeugnisse  der  Papier-  und  Pappenindustrie
Tonwaren,  Glas  und  Glaswaren,  Waren  aus  Stein  .  .
Erzeugnisse  der  Leder-  und  Rauchwarenindustrie  .  .  .
Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Textilindustrie
Bei  den  ersten  sechs  Industriegruppen  war  die  Steigerung  am  größten,
während  bei  den  unteren  vier  Gruppen  trotz  der  erhöhten  Ausfuhr  der  Anteil
am  Gesamthandel  wesentlich  zurückging.

13,3
5,7
7.2
9.5
1.3
2.6
2,9
5,5
15,5

Die  Ein-  und  Ausfuhr
von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

663,7

'  »
139,5

46,8

84,9  .

41,5

459,3

Wolle  und  Halbwolle  .  .

441,8

169,2

45,4

105,3

126,0

291,8

Seide  und  Halbseide  .  .

160,6

41,1

43,0

5,0

31,2

155,5

Leinen

74,3

35,1

6,7

24,3

3,4

25,6

Jute

94,0

4,1

3,5

4P

3,2

2,7

Konfektion  und  Posamente

—

—

31,3

—

—

195,1

Kunstseide

—

—

18,7

—

—

9,9

1  434,4

389,0

195,4

223,6

205,3

1  139,9

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  1  210,8  Mill.  Mk»
„  „  „  Halbfabrikaten  „  „  „  „  183,7  „  „
„  Ausfuhr  „  Fertigwaren  „  „  eingeführten  „  944,5  „  „
        <pb n="65" />
        Rohstoffe.

43

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  11600  t  rohe  Wolle  im  Werte  von  .  .  .  21,0  Mill.  Mark
„  3580  t  Flachsfaser  „  „  .....  2,9  „  „
23,9  Mill.  Mark
Im  Verhältnis  zu  den  anderen  Ländern  gewinnt  Deutschland  aus  dem
Inlande  nur  wenig  Rohstoffe  der  Textilindustrie.
Aus  dem  Inlande  kommen:

Wolle

Flachs

Seide

in  Deutschland
„  Großbritannien
„  Frankreich

21  Mill.  Mark
120  „  „*
70,3  „

2,9  Mill.  Mark
11
23

16,9  Mill.  Mark

Ob  und  wieweit  die  Woll-  und  Flachsgewinnung  in  Deutschland  eine
Erhöhung  erfahren  kann,  ist  schwer  zu  sagen,  weil  dies  in  erster  Reihe  eine
landwirtschaftliche  Frage  ist.  Daß  sie  jedoch  zur  eingehenden  Erwägung  zu
stellen  wäre,  ergibt  sich  aus  den  großen  Beträgen,  die  für  diese  Rohstoffe  jährlich ­
  entrichtet  werden.  So  beträgt  der  Wert  der  Einfuhr  im  Jahre  1913:
von  rohen  und  gewaschenen  Wollen  .  .  .  363  Mill.  Mark
»  Flachs  50  „
Besonders  auffällig  erscheint  es,  daß  in  den  beiden  nächststehenden  Industrieländern, ­
  England  und  Frankreich,  die  Schafzucht  so  unvergleichlich  viel  stärker
ausgeübt  wird  als  in  Deutschland.  Die  Zahl  der  Schafe  betrug  1870  in  Deutschland ­
  noch  25  Millionen  und  ist  bis  1913  auf  5,5  Millionen  zurückgegangen.
Der  Bezug  derRohbaumwolle  erforderte  1913  die  Summe  von  570Mill.  Mark.
Bei  der  Beschaffung  dieser  bleiben  wir  immer  auf  das  Ausland  oder  auf  die
Kolonien  angewiesen.
Der  Wert  der  eingeführten  Rohseide  im  Jahre  1913  beträgt  154,2  Mill.  Mark.
Während  des  Krieges  und  auch  schon  früher  wurde  die  Frage  der  Rohseidengewinnung ­
  in  Deutschland  eingehend  erörtert.  Die  Ansicht,  daß  es  in  Deutschland ­
  aussichtsvoll  wäre,  die  Seidenraupenzucht  zu  betreiben,  erscheint  kaum
zutreffend,  denn  die  Hauptbedingung  der  überschüssigen  billigen  Arbeitskräfte
ist  in  Deutschland  nicht  vorhanden.  Es  braucht  in  dieser  Richtung  nur  berücksichtigt ­
  zu  werden,  daß  die  in  Betracht  kommenden  Seidenzuchtländer  mit
Durchschnittsarbeitslöhnen  rechnen,  die  1  Mark  pro  Tag  nicht  wesentlich  übersteigen. ­

Die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika,  die  einen  viel  größeren  Verbrauch
an  Rohseide  haben  —  der  Einfuhrwert  im  Jahre  1913/14  beträgt  410,9  Mill.  Mark  —,
beschäftigen  sich  seit  Jahren  mit  der  gleichen  Aufgabe,  aber  ohne  Erfolg.  Sehr
        <pb n="66" />
        44

Textilindustrie  Deutschlands.

zutreffend  äußert  sich  der  Sachverständige  F.  R.  Mason  in  einem  Bericht  „The
american  Silkindustrie  and  the  tarif“  *)  wie  folgt:
„Arbeitsparende  Maschinen  kommen  bei  der  Seidenraupenzucht  nicht
in  Betracht,  es  gibt  daher  hier  nichts,  was  die  niedrigen  Löhne,  die  in
der  Industrie  in  Europa  und  Asien  gezahlt  werden,  ausgieicht.  Selbst
wenn  aber  Kokons  in  den  Vereinigten  Staaten  gezüchtet  werden  könnten,
so  könnte  sich  schwerlich  eine  lohnende  Seidenspinnerei  dort  aufbauen
lassen.  Denn  alle  vorhandenen  Maschinenverbesserungen  sind  in  den
anderen  Ländern  ebenfalls  in  Anwendung,  neue  werden  dort  sofort  eingeführt ­
  und  verbilligen  noch  weiter  das  von  dort  beziehbare  Rohmaterial.
Immerhin  ist  mit  Hilfe  weiterer  Erfindungen  vielleicht  eine  Besserung
zugunsten  einer  amerikanischen  Konkurrenz  theoretisch  möglich.  Aber
einheimische  Spinnereien  ohne  einheimisches  Rohmaterial  (Kokons)  sind
undenkbar.  Eine  einheimische  Seidenraupenzucht  kann  sich  aber  so
lange  nicht  entwickeln,  als  nicht  entweder  die  Rohstoffpreise  eine  schwindelnde ­
  Höhe  erreichen  oder  aber  die  Arbeitslöhne  in  der  Union  auf  den
Stand  der  Löhne  gesunken  sind,  die  in  den  jetzt  die  Rohseide  produzierenden ­
  Ländern  an  die  niedrigsten  Arbeiter  gezahlt  werden.“
Viel  aussichtsvoller  erscheint  es,  die  Rohseideneinfuhr  durch  eine  stärkere
Verwendung  der  im  Lande  hergestellten  Kunstseide  zu  bekämpfen.  Während
die  Welterzeugung  an  Rohseide  im  Jahre  1912/13  33788t  betrug,  stellte  die
Kunstseidenindustrie  im  Jahre  1913  16515  t  Kunstseide  her,  und  zwar  in  Deutschland ­
  allein  3810  t.  Die  Fortschritte  der  Kunstseidenindustrie  sind  auch  in  qualitativer ­
  Richtung  so  wesentlich,  daß  mit  der  Wahrscheinlichkeit  gerechnet  werden
kann,  daß  ein  großer  Teil  der  natürlichen  Seide  in  viel  stärkerem  Maße  als
bisher  durch  Kunstseide  zu  ersetzen  sein  wird.
Für  Rohjute  wurden  im  Jahre  1913  90  Mill.  Mark  verausgabt.  Der  Ersatz
von  Rohjute  durch  Papiergarn,  Textilose,  hat  während  des  Krieges  große  Fortschritte ­
  gemacht.  Es  handelt  sich  hier  durchaus  nicht  allein  um  ein  Ersatzprodukt ­
  des  sogenannten  Notstandes,  sondern  erscheint  vielmehr  fraglos,  daß  die
Papiergarne  auch  nach  Eintritt  normaler  Verhältnisse  der  Jute  einen  großen  Teil
ihres  Verwendungsgebietes  streitig  machen  werden.

Halbfabrikate.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  im  Jahre  1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

389  Mill.  Mark

205,3  Mill.  Mark

„  Großbritannien

123,6  „

1156,2  „

„  Frankreich

51,5  „

317,9  „

b  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1912,  S.  152.
        <pb n="67" />
        Halbfabrikate.

45

Der  Vergleich  zeigt,  daß  Deutschland  unter  den  drei  größten  Textilindustriestaaten ­
  Europas  die  stärkste  Einfuhr  und  kleinste  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  hat.
Die  wichtige  Frage,  ob  es  bedauerlich  ist,  daß  Deutschland  in  der  Ausfuhr ­
  an  Halbfabrikaten  gegen  die  beiden  anderen  Länder  so  wesentlich  zurückbleibt, ­
  ist  nicht  unbedingt  bejahend  zu  beantworten,  wenn  man  berücksichtigt,
daß  dagegen  in  Deutschland  das  Verhältnis  der  Fertigwaren-Ausfuhr  zur  Rohstoff- ­
  und  Halbfabrikaten-Ausfuhr  ein  günstigeres  ist  als  in  Großbritannien  und
Frankreich.  Die  Sachlage  kann  so  aufgefaßt  werden,  daß  Deutschlands  Textilindustrie ­
  das  größte  Gewicht  auf  die  Erzeugung  von  Fertigwaren  legte  und
dabei  die  weniger  lohnende  Herstellung  und  Ausfuhr  von  Halbfabrikaten  vernachlässigte. ­

Mit  dieser  Formel  kommen  wir  jedoch  nur  soweit  durch,  als  es  sich  um
die  Ausfuhr  von  Halbfabrikaten  handelt,  weniger  ist  dies  der  Fall,  wenn
gleichzeitig  auch  die  beträchtliche  Einfuhr  von  Halbfabrikaten  in  Betracht
gezogen  wird.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  im  Jahre  1913  beträgt:

Wolle

Seide
Leinen
Jute

„  „  f  Rohgarne  113,7  MdI.  Mark
|  Rohgewebe  24,4
'  Kammzug  63,0
Kammgarne  69,9
Mohair-,  Alpakagarne  usw  30,4
Streich-,  Grisaillegarne  5,9
(  Florettseide,  gekämmt,  und  Florettgarne  .  .  .  33,4
Bourettegarne  1,9
Rohseide,  gefärbt  5,8
Flachs-,  Flachswerg-  und  Leinengarne  ....  35,1
Jutegarne  4,1
Bei  der  später  folgenden  Besprechung  betreffend  die  Entwickelung  der
verschiedenen  Industrien  wird  auf  diese  beträchtliche  Einfuhr  an  Halbfabrikaten
im  einzelnen  näher  eingegangen  werden.  Hier  sei  nur  darauf  verwiesen,  daß
es  zwar  nicht  gar  so  wesentlich  ist,  wenn  eine  Industrie  mit  einer  Produktionshöhe ­
  von  5318  Mill.  Mark  für  389  Mill.  Mark  Halbfabrikate  einführt,  es  aber
doch  bedauerlich  erscheint,  wenn  dem  Lande  diese  großen  Produktionswerte
nicht  erhalten  bleiben,  besonders  auch  im  Hinblick  darauf,  daß  die  Herstellung
dieser  Halbfabrikate  im  Inlande  mit  nicht  zu  großen  Schwierigkeiten  zu  erreichen ­
  wäre.

Fertigwaren.
Baumwolle.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre  1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

46,8  Mill.  Mark

459,3  Mill.  Mark

„  Großbritannien

291,8  „

1779,1  „

„  Frankreich

40,1  „

244,1  ,,
        <pb n="68" />
        46

Textilindustrie  Deutschlands.

Die  Einfuhr  Deutschlands  mit  46,8  Mill.  Mark  ist  nicht  übermäßig  hoch,  da
es  sich  um  Artikel  handelt,  die  in  allen  Ländern  einem  stärkeren  Austausch  unterliegen ­
  und  der  Inlandsbedarf  Deutschlands  an  Baumwollwaren  ein  sehr  großer  ist.
Die  Einfuhr  verteilt  sich  auf  gebleichte,  gefärbte,  bedruckte  und  buntgewebte
Gewebe  imWerte  von  9  Mill.  Mark,  auf  Tülle,Vorhangstoffe,  Spitzen  und  Stickereien
im  Werte  von  15,9  Mill.  Mark  und  auf  Nähgarne  im  Werte  von  1,4  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  ist  fast  doppelt  so  hoch  als  die  Frankreichs,  steht  aber  gegen
die  Großbritanniens,  welche  besonders  in  Baumwollgeweben  die  überseeischen
Länder  fast  ganz  beherrscht,  wesentlich  zurück.
Wolle  und  Halbwolle.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre
1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

45,4  Mill.  Mark

291,8  Mill.  Mark

„  Großbritannien

141,8  „

554,9  „

„  Frankreich

42.6  „  „

185,2  „

Die  Einfuhr  in  Deutschland  verteilt  sich  auf  Woll-  und  Halbwollgewebe
im  Werte  von  28,7  Mill.  Mark  und  auf  Teppiche  im  Werte  von  12,5  Mill.  Mark,
während  der  kleinere  Rest  die  übrigen  Wollartikel  umfaßt.
Von  den  eingeführten  Woll-  und  Halbwollgeweben  entfallen  ungefähr  für
20  Mill.  Mark  auf  die  sogenannten  englischen  Herrenstoffe,  die  bei  der  späteren
Einzelbesprechung  noch  besonders  behandelt  werden.  Von  den  Teppichen  entfallen ­
  für  11,7  Mill.  Mark  auE  eingeführte  orientalische  Teppiche.  Welche  Verbrauchssteigerung ­
  dieser  Luxusartikel  erfahren  hat,  ist  daraus  zu  ersehen,  daß
von  1910  bis  1913  die  Einfuhr  darin  um  36  Proz.  gestiegen  ist.
Bei  der  Ausfuhr  ist  die  Position  Wollgewebe  am  stärksten  mit
200,3  Mill.  Mark  vertreten.  Es  handelt  sich  hier  zumeist  um  die  Lieferungen
unserer  Damenstoffabriken,  die  besonders  in  den  Modestoffen  die  Führung  auf
dem  Weltmärkte  haben.
Ebenso  günstig  entwickelte  sich  die  Ausfuhr  der  Plüsch-  und  Samtartikel.
In  gewebten  Teppichen  ist  wohl  eine  Ausfuhrsteigerung  vorhanden,  aber
die  Ausfuhr  bleibt  gegen  Englands  Ausfuhr,  die  im  Jahre  1913  31,4  Mill.  Mark
betrug,  noch  weit  zurück.
Die  Ausfuhr  der  Wirkwarenartikel  hat  gegen  früher  nur  wenig  zugenommen;
es  dürfte  dies  durch  den  stärkeren  Übergang  auf  baumwollene  Wirkwaren  zu
erklären  sein.
Seide  und  Halbseide.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre
1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

43  Mill.  Mark

155,5  Mill.  Mark

„  Frankreich  •  •

j  39,6  „

341,5  „

„  der  Schweiz

13,7  „

135,9  „
        <pb n="69" />
        Fertigwaren.

47

Die  Einfuhr  Deutschlands  ist  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  sehr  bedeutend.
Die  hauptsächlichsten  Positionen  der  Einfuhr  sind:  Gewebe  und  Bänder  aus
Seide  und  Halbseide  im  Werte  von  29,5  Mill.  Mark;  Tüll,  Gaze,  Krepp,  Beuteltuch ­
  im  Werte  von  9,4  Mill.  Mark  und  Spitzenstoffe,  Spitzen  und  Stickereien
im  Werte  von  3,1  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren  ist  gegen  1890  nicht
unwesentlich  zurückgegangen,  während  die  Ausfuhr  der  beiden  anderen  Länder,
die  sich  der  Seidenindustrie  stärker  widmen,  gestiegen  ist.  Die  später  folgende
Einzelbesprechung  betreffend  die  Entwickelung  der  Seidenindustrie  Deutschlands
geht  hierauf  näher  ein.
Leinen.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre  1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

6,7  Mill.  Mark

23,6  Mill.  Mark

„  Großbritannien

24,4  „

169,8  „

„  Frankreich

3,8  „

23,7  „

Die  Einfuhr  Deutschlands  ist  nicht  bedeutend  und  besteht  vornehmlich
aus  gebleichten,  gefärbten,  bedruckten  und  buntgewebten  Stoffen,  die  zum
größeren  Teile  aus  Großbritannien,  zum  kleineren  Teile  aus  Österreich-Ungarn
kommen.  Ein  günstiges  Zeichen  ist,  daß  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  seit  1890
in  steter  Abnahme  begriffen  ist,  während  die  Ausfuhr  in  der  gleichen  Periode,
wenn  auch  nur  langsam  steigend,  zunahm.  Soweit  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren
in  Betracht  kommt,  ist  diese  aus  Deutschland  höher  als  aus  Frankreich,  wohingegen ­
  die  Ausfuhr  Großbritanniens  der  Ausfuhr  Deutschlands  und  Frankreichs
wesentlich  überlegen  ist.
Jute.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre  1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

3,5  Mill.  Mark

2,7  Mill.  Mark

„  Großbritannien

59,0  „

125,9  „

„  Frankreich

0,5  „

10,4  „

Ein-  und  Ausfuhr  Deutschlands  sind  nicht  von  Belang.  In  beiden  Fällen
handelt  es  sich  um  Jutegewebe  und  Säcke.  Die  Produktion  Deutschlands  dient
fast  vollständig  dem  Inlandsbedarf.
Konfektion  und  Posamente.  Die  Besprechung  erfolgt  bei  dem  späteren
Abschnitt  über  die  Entwickelung  der  Konfektionsindustrie.
Kunstseide.  Im  Jahre  1913  beträgt  die  Einfuhr  18,7,  die  Ausfuhr  9,9  Mill.  Mk.
Die  Einfuhr  mit  diesem  verhältnismäßig  hohen  Betrage  ist  nur  darauf  zurückzuführen, ­
  daß  die  nach  dem  Nitrozelluloseverfahren  hergestellte  Kunstseide
(Chardonnetseide)  der  hohen  inländischen  Alkoholpreise  halber  im  Auslande
billiger  hergestellt  werden  konnte  als  im  Inlande.  Eine  Ermäßigung  der  Alkohol ­
        <pb n="70" />
        48

Textilindustrie  Deutschlands.

preise  wurde  wohl  später  auch  für  die  hiesigen  Kunstseidefabriken  erreicht,  aber  ;
erst  als  es  schon  zu  spät  war.  Inzwischen  dürfte  die  Nitrozellulosekunstseide
ihre  frühere  große  Bedeutung  überhaupt  eingebüßt  haben,  da  die  nach  dem
Schwefelkohlenstoffverfahren  hergestellte  Viskoseseide  als  billiger  und  besser  anerkannt ­
  wird.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Deutschlands  im  Jahre  1913.
Aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionswerte ­
  der  deutschen  Textilindustrie.

Mill.  Mark

Anteil  Deutschlands
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

2  339,4

19,1

Woll-  und  Halb  Wollindustrie

1  721,6

21,2

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

448,7

22,6

Leinenindustrie

331,0

18,2

Juteindustrie

142,1

21,4

Kunstseidenindustrie
Der  Produktionswert  der  Konfektionsindustrie  läßt  sich
mangels  entsprechender  Unterlagen  nicht  genau
berechnen.  Da  jedoch  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913
mit  195,1  Mill.  Mark  feststehend  ist,  so  kann  der
Produktionswert,  abzügl.  der  bereits  verrechneten

38,0
-  o'io  ■

28,1

Textilmaterialien,  angenommen  werden  mit  .  .  .

292,0

23,2

5  312,8

20,3

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Deutschlands  ist  im  Vergleich  zu  der
von  Großbritannien  und  Frankreich  recht  bedeutend.
Die  Gesamtproduktion  der  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  beträgt
26  259,5  Mill.  Mark.  Davon  entfallen  auf
Großbritannien  24,2  Proz.
Deutschland  20,3  „
Frankreich  15,2  „
Vergleichbare  Produktionswerte  anderer  inländischer  Industrien  liegen  nur
spärlich  vor.  Immerhin  kann  zum  Vergleich  bemerkt  werden,  daß  der  Wert  der
Steinkohlenförderung  im  Gebiete  des  Deutschen
Reiches  im  Jahre  1913  2  136,6  Mill.  Mark
Gesamternte  Deutschlands  1913  an  Roggen,  Weizen,
Gerste  und  Hafer  etwa  5216,0  „
betrug.  Danach  ist  der  Produktions  wert  der  Textilindustrie  ebenso  hoch  wie
der  der  deutschen  Landwirtschaft,  soweit  die  vier  Hauptprodukte  der  Bodenkultur ­
  in  Betracht  kommen.
        <pb n="71" />
        Produktion.

49

Die  Übersicht  über  die  Produktion  der  einzelnen  Zweige  der  Textilindustrie
Deutschlands 1 )  ergibt  nachstehende  Vergleichsmomente.
Baumwollindustrie.
Ihre  Produktion  ist  die  zweitgrößte  unter  den  europäischen  Staaten.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Baumwollindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich
19,1  28,6  10  Proz.
Die  verhältnismäßig  hohe  Produktion  der  deutschen  Baumwollindustrie
kommt  einerseits  vom  großen  Bedarf  des  Inlandes,  andererseits  auch  daher,  daß
die  deutsche  Baumwollindustrie  neben  der  Herstellung  der  billigen  Massenartikel
zugleich  auf  die  Erzeugung  teurerer  Artikel,  wie  Samte,  Spitzen,  Stickereien  und
Wirkwaren,  ein  großes  Gewicht  legt.
Dem  entspricht  denn  auch  der  hohe  Tonnenwert  der  ausgeführten  Baumwollwaren.

Es  beträgt  der  Tonnenwert  der  im  Jahre  1913  ausgeführten  Baumwollwaren
in  Deutschland  in  Großbritannien  in  Frankreich
6720  4320  6200  Mk.
Woll-  und  Halbwollindustrie.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Wollindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich
21,2  21,5  15,7  Proz.
Die  Produktionen  Deutschlands  und  Großbritanniens  sind  fast  gleich  groß,
während  die  Frankreichs  wesentlich  niedriger  ist.  Großbritannien  und  Deutschland ­
  haben  überhaupt  die  größte  Produktion  in  Woll-  und  Halbwollwaren  unter
den  europäischen  Staaten.
Der  Tonnenwert  der  ausgeführten  Woll-  und  Halbwollwaren  im  Jahre
1913  beträgt
in  Deutschland  in  Großbritannien  in  Frankreich
7750  '  7830  9440  Mk.
Seiden-  und  Halbseidenindustrie.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Seidenindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich  von  der  Schweiz
22,6  4,9  32,9  ll,3  Proz.
Deutschland  hat  nächst  Frankreich  die  größte  Produktion  an  Seiden-  und
Halbseidenwaren,  während  Großbritanniens  Seidenindustrie  nur  unbedeutend  ist.
Der  Tonnenwert  der  ausgeführten  Seiden-  und  Halbseidenwaren  im  Jahre
1913  beträgt
in  Deutschland  in  Großbritannien  in  Frankreich  in  der  Sclrweiz
27  900  28  500  50  300  42  000  Mk.
9  Eine  Aufstellung  über  die  Betriebe  und  Erzeugnisse  der  Textilindustrie  befindet  sich  am
Schluß  des  Abschnittes  Deutschland.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

4
        <pb n="72" />
        50

Textilindustrie  Deutschlands.

Leinenindustrie.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Leinenindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich
18,2  22,4  16,9  Proz.
Auch  in  der  Leinenindustrie  nimmt  Deutschland  den  zweiten  Rang  ein.
Der  Tonnenwert  der  ausgeführten  Leinenwaren  im  Jahre  1913  beträgt:
in  Deutschland  in  Großbritannien  in  Frankreich
5380  6760  5090  Mlc.
Juteindustrie.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Juteindustrie  der  gesamten  europäischen

Staaten  betragen

von  Deutschland

von  Großbritannien

von  Frankreich

21,4

31,4

16,6  Proz

Der  Tonnenwert  der  ausgeführten  Jutewaren  im  Jahre  1913  ist  in  allen
drei  Staaten  annähernd  der  gleiche.
Konfektion  und  Posamente.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Konfektionsindustrie  der  gesamten
europäischen  Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich
23,2  29,3  29,1  Proz.
In  der  Konfektionsindustrie  sind  die  Produktionen  Großbritanniens  und
Frankreichs  nicht  unwesentlich  größer  als  die  Deutschlands.  Die  einzelnen
Gründe  hierfür  werden  in  dem  späteren  Abschnitt  betreffend  die  Entwickelung
der  Konfektionsindustrie  Deutschlands  erörtert.  Im  großen  ganzen  erklärt  sich
die  große  Produktion  Frankreichs  vornehmlich  durch  die  starke  Ausfuhr  an
Damenkleidern,  während  Großbritanniens  Konfektionsindustrie  der  sehr  bedeutende
Bedarf  Südafrikas,  Australiens  und  Kanadas  speziell  in  Konfektionswaren  zustatten ­
  kommt.
Kunstseide.
Die  Anteile  an  der  Produktion  an  Kunstseide  der  gesamten  europäischen
Staaten  betragen
von  Deutschland  von  Großbritannien  von  Frankreich
28,1  20  21,1  Proz.
Auf  die  drei  Staaten  zusammen  entfallen  70  Proz.  der  Gesamtproduktion.
Deutschland  selbst  hat  den  weitaus  größten  Anteil  und  es  ist  sehr  erfreulich,
daß  es  in  dieser  neuen  Industrie  die  Führung  übernehmen  konnte.
        <pb n="73" />
        Inlandsverbrauch.

51

Der  Inlandsverbrauch  Deutschlands  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch  an

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit  67,5
Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

27,93

Woll-  und  Halbwollwaren

.  .  .  1349,1

20,00

Seiden-  und  Halbseidenwaren  .  .  .

.  .  .  305,0

4,52

Leinenwaren

.  .  .  308,7

4,57

Jutewaren 1 )

■  •  ■  139,7

—

Konfektionswaren

292,0

Ab  mehrausgeführte  Konfektionswaren ­


163,8  128,2

1,90

4  116,1

58,92

in  Frankreich
66,22  Mk.

Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  ist  in  Deutschland  unter  allen  europäischen ­
  Staaten  der  größte.  Der  Inlands  verbrauch  der  europäischen  Staaten  zusammen ­
  im  Jahre  1913  beträgt  19860  Mill.  Mark.  Davon  entfallen  auf
Deutschland  20,7  Proz.
Großbritannien  16,0  „
Frankreich  13,7  „
Nachstehender  Vergleich  zeigt  den  inländischen  Bedarf  der  drei  Länder
an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  berechnet.
Dieser  beträgt
in  Deutschland  in  Großbritannien
an  Textilwaren  ingesamt  ....  58,92  65,93
Im  einzelnen

Wotl-  und  Halbwollwaren

Leinenwaren

Deutschlands  Bevölkerung  hat  hiernach  den  stärksten  Bedarf  an  Baumwollwaren;
  nur  in  der  Niederlande,  wo  der  Verbrauch  an  Baumwollwaren
30,69  Mk.  pro  Person  beträgt,  ist  er  noch  höher.
Bei  allen  übrigen  Textilwaren  dagegen,  d.  h.  Woll-  und  Halbwoll-,  Seidenund
  Halbseidenwaren,  Leinen-  und  Konfektionswaren,  ist  Deutschlands
Verbrauch  pro  Person  niedriger  als  der  Frankreichs  und  Großbritanniens.

2  7,93

25,00

24,99  Mk.

20,00

23,90

23,99  „

4,52

6,77

7,38  „

4,57

5,16

6,42  „

1,90

5,10

3,44  „

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Deutschlands  im  Jahre  1913.
Die  stärkste  Stütze  findet  die  Textilindustrie  Deutschlands  im  starken  Inlandsverbrauch. ­
  Von  der  Produktion  im  Werte  von  5  312,8  Mill.  Mark  kommen
auf  den  Inlandsverbrauch  auf  die  Ausfuhr
77,5  Proz.  22,5  Proz.
!)  Die  Jutewaren,  die  zum  größten  Teile  für  Verpackuugszwecke  dienen,  kommen  für  die
Verbrauchsberechnung  pro  Person  nicht  in  Betracht.
4*
        <pb n="74" />
        52

Textilindustrie  Deutschlands.

Die  Frage,  ob  der  Inlandsverbrauch  noch  wesentlich  gesteigert  werden
könnte,  muß  verneint  werden,  weil  dieser  bereits  recht  hoch  ist  und  berücksichtigt
werden-muß,  daß  der  Inlandsverbrauch  von  so  vielen  sonstigen  Umständen  abhängig ­
  ist,  daß  die  Textilindustrie  allein  diesen  nicht  oder  nur  wenig  beeinflussen ­
  kann.
Die  Förderung  der  Textilindustrie  kann  daher  nur  in  der  Richtung  erfolgen,
daß  sie  auch  weiterhin  das  größte  Gewicht  auf  die  Steigerung  der  Ausfuhr  legt.
Bei  den  beiden  nächstbeteiligten  Staaten  verteilt  sich  die  Produktion  wie  folgt:
Auf  den  Inlandsverbrauch  Auf  die  Ausfuhr

in  Großbritannien  49,6  Proz.  50,4  Proz.
„  Frankreich  68,2  „  31,8

so  daß  Deutschland  unter  den  drei  Hauptstaaten  den  niedrigsten  Anteil  an  der
Ausfuhr  hat.
Daß  dies  nicht  etwa  in  der  geringeren  Leistungsfähigkeit  der  deutschen
Textilindustrie  seine  Ursache  hat,  zeigt  am  besten  der  Umstand,  daß  speziell
an  der  Ausfuhr  nach  den  europäischen  Ländern,  welche  zweifellos  als  die
anspruchvollsten  Absatzgebiete  bezeichnet  werden  können,  von  den  drei  Ländern
Deutschland  den  größten  Anteil  hat.
Die  Ausfuhr  der  drei  Staaten  verteilt  sich  wie  folgt:

Ausfuhr  aus

Deutschland
Proz.

Großbritannien ­

Proz.

Frankreich
Proz.

nach

den  europäischen  Ländern  .  .  .

JM.

32,2

71,9

„

„  Vereinigten  Staaten  ....

7,8

8,6

7,8

„

dem  übrigen  Amerika

9,3

13,9

6,2

„

den  asiatischen  Ländern  ....

5,3

27,8

3,7

„

„  afrikanischen  Ländern  .  .  .

1,8

6,9

8,1

M

„  australischen  Ländern  .  .  .

0,7

6,3

0,1

Bei  diesem  Vergleich  tritt  am  stärksten  der  niedrige  Anteil  Deutschlands
an  der  Ausfuhr  nach  den  asiatischen  Ländern  hervor.  Hier  kommt  Großbritannien ­
  die  dominierende  Stellung  in  Indien,  China,  Japan  und  dem  übrigen
Asien  zustatten.
Das  gleiche  ist  der  Fall  bei  der  Ausfuhr  nach  Australien.
An  der  Ausfuhr  nach  Afrika  hat  Frankreich  den  höchsten  Anteil.

Es  beträgt  die  Ausfuhr  aus

Millionen  Mark

Frankreich

Großbritannien ­


Deutschland

nach  Algerien  und  Tunis

88,0

3,7

0,3

„  Französich-Ost-  und  Westafrika  .

30,4

22,6

o,3

„  Marokko

9,6

15,4

1,1

„  Britisch-Ost-  und  Westafrika  .  .

2,3

59,o

3,3

„  Südafrikanischer  Bund

—

138,6

5,2

„  Deutsch-Ost-  und  Westafrika  .  .

—

3,1

4,3
        <pb n="75" />
        Im

Absatzverhältnisse.

53

Die  Kolonisation  Afrikas  hat  uns,  der  geringen  Ausfuhr  nach,  bisher  noch
wenig  genützt.  Abgesehen  davon,  daß  die  deutschen  Kolonien  zu  geringe  Verbrauchsländer ­
  waren,  kommt  hinzu,  daß  die  Abmachung  der  freien  Einfuhr  in
die  afrikanischen  Kolonien  für  uns  schadenbringend  war.  Großbritannien,  welches
die  Märkte  schon  sowieso  beherrschte,  konnte  durch  die  freie  Einfuhr  nur
gewinnen.  Frankreich  hingegen  hat  die  fremde  Einfuhr  nach  seinen  afrikanischen
Kolonien  durch  Verwaltungsmaßregeln  sehr  erschwert,  so  daß  es  beispielsweise
in  Algerien  und  Tunis  die  steigende  Einfuhr  fast  allein  beherrschte.  Eine
Hauptaufgabe  der  deutschen  Kolonien  dürfte  die  Versorgung  Deutschlands  mit
den  Rohstoffen  der  Textilindustrie  bleiben.  In  dieser  Richtung  sind  bemerkenswerte ­
  Anfänge  insofern  vorhanden,  als  die  Baumwollkulturen  bereits  in  Entwickelung ­
  begrifEen  sind  und  auf  die  Pflege  der  Schafzucht  ein  größeres  Gewicht
gelegt  wurde.
An  der  Ausfuhr  nach  den  Vereinigten  Staaten  haben  alle  drei  Länder
im  fast  gleichen  Verhältnis  Anteil.  Im  allgemeinen  wird  unsere  Ausfuhr  an
Textilwaren  nach  den  Vereinigten  Staaten  überschätzt;  sie  beträgt  im  Jahre
1913  123,2  Mill.  Mark.  Einzelne  europäische  Länder  sind  für  unsere  Ausfuhr
viel  wichtiger;  so  beträgt  beispielsweise  im  gleichen  Jahre  unsere  Ausfuhr  nach
der  verhältnismäßig  kleinen  Schweiz  100,5  Mill.  Mark.  Die  Einfuhr  aus  den  Vereinigten ­
  Staaten,  meist  Rohstoffe,  beträgt  im  Jahre  1913  484,1  Mill.  Mark.
Unsere  Ausfuhr  nach  dem  übrigen  Amerika,  Südamerika  und  Kanada,
hat  sich  recht  günstig  entwickelt,  wenn  auch  die  Quote  Großbritanniens  noch
nicht  erreicht  wird;  die  wichtigsten  Absatzländer  waren  Argentinien,  Brasilien,
Chile,  Kanada,  Mexiko  und  Uruguay.
Die  wichtigsten  europäischen  Länder  für  Deutschlands  Handel  in  Textilwaren ­
  im  Jahre  1913  sind  aus  folgender  Aufstellung  zu  ersehen:

In  Millionen  Mark

In  Millionen  Mark

Einfuhr
Deutschlands
aus

Ausfuhr
Deutschlands
nach

Einfuhr
Deutschlands
aus

Ausfuhr
Deutschlands
nach

Großbritannien  .  .

312,4

275,3

Dänemark  ....

0,6

46,3

Österreich-Ungarn

87,0

197,3

Belgien

102,4

45,8

Rußland

65,1

111,1

Schweden  ....

0,4

42,6

Schweiz

65,2

100,S

Türkei

13,8

27,9

Niederlande.  .  .  .

7,9

90,7

Norwegen  ....

0,1

20,8

Frankreich  ....

131,2

64,2

Rumänien  ....

—

17,3

Italien

124,9

56,3

Bei  der  Einfuhr  handelt
Halbfabrikate.

es

sich  zum  größten  Teile  um  Rohstoffe  oder
        <pb n="76" />
        Deutschlands  Ein-  und  Ausiuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Baumwolle

R

477  945

607,1

561,0

318,0

280,6

48  371

56,0

61,9

34,9

28,9

Linters
Abfälle  von  bearbeiteter  Baumwolle

”

43  183
62  087

21,2
35,4

13,1
26,9

|  22,7

9,5

4  212
44  461

2,8
26,1

2,4
21,2

}  8,6

6,0

Baumwolle,  gebleicht,  gefärbt,  gekrempelt  ....

H

284

0,4

0,4

0,3

0,06

1372

1,6

2,1

1,7

2,2

Baumwollgarne,  roh  bis  Nr.  47

„

13  415

26,6

19,6

15,9

23,4

5652

10,2

10,8

8,4

1,7

„  von  Nr.  47  bis  über  Nr.  102  ....

„

19  132

87,1

80,0

44,1

25,7

603

3,0

2,8

4,1

4,0

„  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  ....

390

1,0

0,9

0,6

1,1

6250

17,8

19,4

8,8

3,7

„  unvollständig  angemeldet

„

—

—

—

—

—

46

o,3

—

—

4,4

Baumwollgewebe,  roh

„

4  380

24,4

15,5

11,5

0,9

4332

8,6

3,5

2,1

0,7

„  gebleicht,  zugerichtet

F

1  290

9,9

6,2

1,9

0,6

4340

20,0

15,1

9,0

5,8

„  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt  .  .

„

1  711

10,0

8,5

3,0

1,4

31863

126,0

117,5

79,7

51,0

„  unvollständig  angemeldet  ....

„

—

—

—

—

—

221

2,5

6.3

0,2

0,1

Buchbinderleinen  und  Pausleinwand

50

0,2

0,2

bei  and.  Storren
einbezogen

1  209

4,0

2,9

bei  and.  Stoffen
einbezogen

Dichte  Gewebe  fiir  Ausstattung

„

22  5

1,6

1.4

—

—

768

4,4

3,3

—

—

Samt,  Plüsch  usw.,  nicht  auf  geschnitten

»

741

3,0

2,4

—

—

235

1,2

1,5

—

—

Velvet  und  Samt

„

341

4,4

1,8

0,5

0,1

1  870

20,3

10,7

5,1

1,1

Baumwollenfilze

„

4

0,01

—

0,1

—

139

0,4

—

0,1

—

Baumwolltüll
Undichte  Gewebe  und  Vorhangstoffe,  auch  gebleicht,

»

177

3,9

7,6

5,8

3,2

205

2,8

1,5

0,02

0,05

gefärbt  oder  bedruckt

33

0,5

0,4

4,8

0,4

268

2,2

2,1

9,7

4,9

Spitzenstoffe,  Spitzen

210

5,o

4,9

2,1

l

2  630

48,2

36,4

20,8

■  27,4

Stickereien

„

323

6,5

5,3

4,8

/  4,2

1  504

33,7

28,6

24,2

Wirk-  u.  Netzstoffe,  auch  abgepaßteWirk-  u.  Netzwaren

„

3

0,02

0,1

—

—

1  518

10,2

7,8

1,2

Gewirkte  Unterkleider

32

0,1

j

6  746

36,1

27,1

158,9

&amp;gt;  57,9

Strumpfwaren

23

0,2

0,1

[  0,3

0,3

8  267

76,6

65,7

Handschuhe,  Haarnetze

5

0,11

0,2

1

2  472

40,9

30,6

11,0

Baumwollzwirne  für  den  Einzelverkauf

»

282

1,4

1,5

2,3

2,4

4065

29,8

21,6

7,7

6,1

626  266

850

758

438,7

353,8

183619

585,7

502,8

296,2

205,9

F.  =  RoFstofie.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Baumwollindustrie  Deutschlands.
        <pb n="77" />
        Produktionswert.

55

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Deutschlands
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten: ­


Lose  Baumwolle  und  Linters  468  5451
Ab  8  Proz.  Spinnverlust  37  483  t
Abfälle  von  bearbeiteter  Baumwolle

Baumwollgarne,  roh  gebleicht,  gefärbt,
auch  lose  Baumwolle,  gebleicht,  gefärbt
Baumwollgewebe,  roh

Ab  Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Baumwollgewebe,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  ...  36  4241
Buchbinder-  und  Pausleinwand  1  209  t
Samte,  Plüsche  und  sonstige  dichte  Gewebe  ....  3012  t
Tülle,  undichte  Gewebe,  Vorhangstoffe  1991t
Spitzenstoffe,  Spitzen  und  Stickereien  4  134  t
Wirkwaren  17485  t
Baumwollzwirn  für  den  Eiuzelverkauf  4065  t

Ausfuhrwert  der  Fertigw.:  459,3  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark

4

000

3

300

00

700

7

630

19

800

00

c
00

7

300

6  720

Ab  12  Proz.  Appretur  von  41  746  t  Geweben  und  Nähgarnen  .  .

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

68  3201
5  010  t

431  062  t
17  626  t
19  2981
48  t
468034  t
37  000  t
431  034  t

63  310  t
367  724  t

367724  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  5000 1 )  angenommen,  I  838,6  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  838,6  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  41,5  »  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  459,3  »  »
2  339,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  838,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  46,8  „  „
1  885,4  Mill.  Mk.

3 )  Die  ausgeführten  Artikel  zeigen  einen  sehr  hohen  Tonnenwert,  während  der  Inlandsverbrauch ­
  sich  im  wesentlichen  auf  Artikel  erstreckt  wie  Baumwollgewebe  gebleicht,  gefärbt,
bedruckt  usw.,  die  einen  Tonnenwert  von  4000  Jk  haben.  Es  erschien  daher  angezeigt,  den
Tonnenwert  der  in  Deutschland  verbrauchten  Baumwollwaren  mit  5000  Jk  anzunehmen.
        <pb n="78" />
        56

Baumwollindustrie  Deutschlands.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Deutschlands  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

290,1

340,7

601,0

663,7

34,9

43,5

85,5

84,9

Halbfabrikate

51,1

72,4

116,4

139,5

16,7

25,1

38,6

41,5

Fertigwaren

12,6

25,6

40,6

46,8

154,3

227,6

378,7

459,3

353.8

438,7

758,0

850,0

205,9

296,2

502,8

585,7

An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  BaumwolHndustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
16,3  33,6  10,1  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
11,9  58,2  7,5  Proz.
An  der  Produktion  der  Baumwollindustrie  der  europäischen  Staaten  im
Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
19,1  28,6  10,0  Proz.
Am  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im
Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
21,6  13,2  11,3  Proz.
Deutschland  hat  unter  den  drei  Ländern  den  stärksten  Inlandsverbrauch.  —
Die  Produktion  an  Baumwollwaren  erreicht  die  Höhe  der  Produktion  Großbritanniens ­
  nicht,  ist  aber  fast  doppelt  so  hoch  als  die  Produktion  Frankreichs.
Die  Höhe  der  Ausfuhr  ist  gegen  Großbritanniens  Ausfuhr  weitaus  zurückstehend, ­
  weil  einerseits  diese  Industrie  seit  Jahren  eine  Hauptdomäne  Großbritanniens ­
  ist,  und  andererseits  —  wenigstens  kann  dies  zum  Teil  als  Ursache
angenommen  werden  —  der  Inlandsverbrauch  Deutschlands  ein  sehr  hoher  ist.
Was  die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie  betrifft,  so  ist  die  Steigerung ­
  des  Handels  in  Baumwolle  und  Baumwollwaren  seit  1890  aus  nachstehenden ­
  vergleichenden  Zahlen  zu  ersehen.
Es  beträgt  die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913:

In  der  Einfuhr

ln  der  Ausfuhr

in  Deutschland

140  Proz.

184  Proz.

„  Großbritannien

85  „

71  „

„  Frankreich

146

246  „
        <pb n="79" />
        Entwickelung.

57

Deutschlands  Baumwollindustrie  war  somit  in  der  Lage,  ihre  Ein-  und
Ausfuhr  viel  wesentlicher  steigern  zu  können  als  Großbritannien;  in  noch
stärkerem  Maße  war  dies  bei  der  Baumwollindustrie  Frankreichs  der  Fall.  Es
ist  dabei  nur  zu  berücksichtigen,  daß  die  Staaten,  die  schon  im  Jahre  1890  hohe
Ein-  und  Ausfuhrwerte  hatten,  diese  nicht  ohne  weiteres  in  gleichem  Maße
steigern  konnten  wie  solche,  deren  Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1890  noch  verhältnismäßig ­
  niedrig  waren.  Dies  war  besonders  bei  Frankreich  der  Fall.
Die  Baumwollindustrie  Deutschlands  zeigt  eine  sehr  günstige  Entwickelung,
da  sie  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  stark  steigern  und  auch  den  großen  Inlandsbedarf ­
  leicht  decken  konnte,  und  zwar  war  der  Aufstellung  nach  die  Entwickelung ­
  in  der  Periode  von  1900  bis  1910  am  günstigsten.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  i34Proz.  gestiegen 1 ),  und  zwar  am  stärksten  in  der  Periode  von  1900
bis  1910,  während  in  der  letzten  Periode  die  Steigerung  sich  verminderte.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  ig8Proz.,  und  zwar  fällt  auch  diese  in  stärkster  Weise  in  die  Periode
1900  bis  1910.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  271  Proz.
gestiegen.  Diese  bedeutende  Erhöhung  ist  mehr  oder  minder  in  dem  steigenden
Inlandsverbrauch  begründet.

Rohstoffe.

Lose  Baumwolle.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Ver.  Staaten  .  .  482,5  Mill.  Mk.  Indien  66,3  Mill.  Mk.  I  Türkei  2,oMill.  Mk.
Ägypten  .  .  .  74,0  „  „  China  5,0  „  „  Brasilien  .  ...  1,5  „
Deutsch-Ostafrika  2,0  „  „

Nach  Herkunft  geordnet  betrug  die  Einfuhr  an
1913  in  Tonnen:

aus  Nordamerika  .  .  376  763
„  Indien  59  430
„  Ägypten  ....  40554

aus  China  3  282
„  Südamerika  ....  1482  |
„  der  Türkei  ....  1  868  |

loser  Baumwolle  im  Jahre
aus  Deutsch  -  Ostafrika
und  Togo  1  536

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Österr.-Ungarn.  35,1  Mill.  Mk.
Rußland  ....  12,2  „  „
Niederlande  .  .  9,0  „  „

Italien  .
Belgien
Schweiz

....  4,7  Mill.  Mk.
....  4,4  „  „
•  •  •  •  4,3  „  „

Frankreich  .  .  .  3,0  Mill.  Mk.
Schweden.  ...  1,7  »  «

Halbfabrikate.

a)  Rohgarne.

Einfuhr
Ausfuhr

1890
•  •  5,7

1900  1910
60,0  96,6
12,5  13,6

1913
113,7  Mill.  Mark
13,2  ,,

*)  Die  Steigerung  ist  zum  Teil  wohl  auch  durch  die  Rohstoffpreise,  die  von  Jahr  zu  Jahr
steigen,  bedingt,  aber  dieser  Faktor  kann  unberücksichtigt  bleiben,  da  er  in  allen  Ländern  in
gleicher  Weise  zur  Geltung  kommt.
        <pb n="80" />
        58

Baumwollindustrie  Deutschlands.

Die  Einfuhr  der  Rohgarne  zeigt  eine  stetige  Zunahme.  Dementsprechend
ergibt  sich  die  hohe  Einfuhrsumme,  die  die  alte  Klage  bzw.  das  Verlangen  nach
stärkerer  Entwickelung  unserer  Spinnereien  rechtfertigt.
Früher  war  die  Ansicht  vertreten,  daß  die  Feinspinnereien  Großbritanniens
durch  das  dort  vorherrschende  feuchtere  Klima  in  einer  vorteilhafteren  Lage
seien,  aber  durch  die  inzwischen  eingetretenen  Fortschritte  wird  diese  Ansicht
kaum  mehr  aufrecht  zu  erhalten  sein.  Es  wäre  sehr  wünschenswert,  daß  durch
Neuanlagen  oder  durch  den  weiteren  Ausbau  der  vorhandenen  Feinspinnereien
nachgeholfen  würde.  Die  bereits  stark  entwickelte  Baumwollindustrie  Deutschlands ­
  sollte  sich  auch  von  der  Einfuhr  von  Halbfabrikaten  möglichst  frei  machen
können.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ffir  gröbere

Garne

Für  feine

und  gezwirnte  Garne

Österreich-Ungarn  .  .  .

.  .  14,4  Mill.  Mark

Großbritannien

83,0  Mill.  Mark

Großbritannien

•  ■  7,7  „

Schweiz  .  .  .

Schweiz

•  •  1,8  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im

Jahre  1913  waren:

Niederlande

Österreich-Ungarn  1,7  Mill.  Mark

b)  Garne,  gebleicht

,  gefärbt,  bedruckt.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr  .  .

1,1

0,6  0,9

1,0  Mill.  Mark

Ausfuhr.  .

3,7

8,8  19,4

17,8  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im

Jahre  1913  waren:

Großbritannien

Rußland....

Niederlande

Vereinigte  Staaten  1,2  „  „

Österreich-Ungarn  .  .  .

■  •  1,9  „  „

c)  Rohe

Gewebe.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr.  .  .

0,9

u,5  15,5

24,4  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .

0,7

2,1  3,5

8,6  „

Bei  der  Einfuhr  der  rohen  Gewebe  liegt  der  gleiche  Fall  in  vermindertem
Maße  vor,  wie  bei  der  Einfuhr  der  rohen  Garne.  Eingeführt  wurden  meist
Gewebe  aus  feineren  Garnnummern,  im  Tonnenwert  von  über  5500  Jt,  während
es  sich  bei  der  Ausfuhr  vornehmlich  um  die  billigen  Exportgewebe,  im  Tonnenwert ­
  von  etwa  2000  Jt,  handelt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  13,5  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  7,6  Mill.  Mk.  |  Österr.-Ungarn  .  2,2  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  1,3  Mill.  Mark  Argentinien  0,8  Mill.  Mark
Britisch-Indien  1,1  „  „  Vereinigte  Staaten  0,8  „  „
        <pb n="81" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

59

Fertigwaren.
a)  Baumwollgewebe,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt,
einschließlich  Buchbinderleinen.

1890

1900

1910

1913

2,0

4,9

14,9

20,1  Mill.  Mark

56,9

88,9

141,8

152,5  „

Bei  der  Beurteilung  der  Einfuhrsteigerung  ist  zu  berücksichtigen,  daß  es  sich
bei  diesem  Artikel  um  das  stärkstumstrittene  Gebiet  der  Baumwollindustrie
handelt  und  demgemäß  ein  größerer  Warenaustausch  mit  dem  Auslande  in  der
Natur  der  Verhältnisse  liegt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913,  waren:
Großbritannien  13,0  Mill.  Mark
Schweiz  3,6  „  „

Frankreich  1,8  Mill.  Mark
Österreich-Ungarn  1,1  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .

22,0  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

.  7,2  Mill.  Mk.

Rumänien  .  .  .

3,2  Mill.  Mk

Britisch-Indien  .

10,3  *

Belgien  .  .  .

•  5,5

„  „

Chile

3,2  „  „

Argentinien  .  .

9,8  „  „

Österr.-Ungarn

•  4,9

„  »

Schweden  .  .  .

2,9  „  „

Ver.  Staaten  .  .

8,3  „  „

Britisch-Afrika

•  4,6

»  „

Rußland

2,2  „  „

Niederlande  .  .

7,7  „  *

Dänemark  .  .

•  4,1

„  „

Ägypten  ....

2,6  „

Brasilien  ....

7,6  „

Frankreich  .  .

•  3,9

„  „

Norwegen  .  .  .

1,6  „

Türkei

7,5  .

Italien  ....

•  3,9

*  -

China

1,5  „

b)  Dichte

Gewebe  für

Ausstattung,  Samt,

Plüsch,

Velvet,  Baumwollfilze.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

0,6

5,6

9,0  Mill.  Mark

Ausfuhr

5,2

15,5

26,3  ,,  „

Die  Einfuhrartikel  bestehen  zum  größten  Teil  aus  Velvet  und  Samt  neben
den  gleichen  Artikeln  in  nicht  aufgeschnittenem  Zustande,  die  mit  Recht  auch
zu  den  Halbfabrikaten  gezählt  werden  könnten.
Die  Ausfuhr  wird  besonders  durch  die  günstige  Entwickelung  der  Velvetund
  Samtindustrie  beeinflußt,  die,  stetig  steigend,  im  Jahre  1913  die  Ausfuhrsumme
von  20,3  Mill.  Mark  erreichte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  6,2Mill.Mk.  |  Österr.-Ungarn.  l,8Mill.Mk.  |  Frankreich.  .  .  1,0  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
1,0  Mill.  Mk
0,8  „  „

Ver.  Staaten  .  .

4,3  Mill.  Mk.

Dänemark  .  .

.  1,5  Mill.  Mk.

Schweiz  ....

Großbritannien

3,3  .  ,,

Öster.  -Ungarn

.  1,2

„  M

Persien  ....

Britisch-Indien

2,5  „  „

Italien  ....

•  1,2

»  "

c)  Baumwolltüll,  Vorhangstoffe,

Spitzen,

Stickereien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  -  7,8

17,5

18,2

15,9  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

•  •  32,3

54,7

68,6

86,9  »
        <pb n="82" />
        ()0

Baumwollindustrie.  Deutschlands.

DieEinfuhr,  die  sich  vornehmlich  auf  Baumwolltüll,  Spitzen  und  Stickereien
erstreckt,  zeigt  gegen  früher  einen  Stillstand  oder  eine  Verminderung,  während
die  Ausfuhr  in  den  gleichen  Artikeln  eine  wesentliche  Zunahme  aufweist.  Zum
Vergleich  sei  beigefügt,  daß  die  Ausfuhr  aus  der  Schweiz,  wo  diese  Artikel  am
stärksten  erzeugt  werden,  im  Jahre  1913  169,1  Milk  Mark  betrug.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  ....  6,oMill.  Mk.  |  Großbritannien.  5,6  Mill.  Mk.  j  Frankreich.  .  .  3  3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  23,7  Mill.  Mk.
Ver.  Staaten  .  .16,8  „  „
Osterr.-Ungarn.  4,5  „  .  „
Frankreich  .  .  .  4,2  „  „
Schweiz  ....  4,0  „  .,
Italien  3,8  „  „

Argentinien  .  .  2,8  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  .  2,7  „  „
Rußland  ....  2,6  „
Spanien  ....  1,9  „
Brasilien.  ...  1,7  „  „

Kanada  ....  1,5  Mill.  Mk.
Niederlande  .  .  1,3  „  „
Belgien  ....  1,2  „  „
Dänemark  ...  1,2  „  „
Schweden  ...  1,2  „  „

d)  Wirk-  und  Netzstoffe,  gewirkte  Unterkleider,  Strumpfw'aren,  Handschuhe.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,3  0,3  0,4  0,4  Mill.  Mk.
Ausfuhr  57,9  71,1  131,2  163,8

Die  Wirkwarenindustrie  hat  sich  in  Deutschland  äußerst  günstig  entwickelt,
dank  der  Hingabe  und  Anstrengung,  mit  welcher  besonders  die  Industriellen
in  Sachsen  und  Württemberg  sich  dieser  Industrie  widmeten;  es  ist  auch  zu
hoffen,  daß  Deutschland  die  bisherige  Überlegenheit  darin  weiter  bewahren  wird.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  45,2  Mill.  Mk.

Italien  ....

.  4,6  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

2,7  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .

.  22,2  „  „

Türkei  ....

■  3,5  „  -

Chile

2,7  „  „

Argentinien  .

•  10,2  „

Britisch-Indien

•  3,6  „  „

Kuba  ....

2,5  „  „

Rußland  .  .  .

•  7,9  „  -

Niederlande.  .

•  3,6  „  „

Brasilien  .  .  .

2,4  *

Frankreich.  .

.  7,2  „

Kanada  .  .  .

•  3,4  „  „

Britisch-Malakka

2,4  „  „

Australien  ...  5,0  „  „
Osterr.-Ungarn  4,9  „  „

China  ....
Schweiz  .  .  .

•  3,2  „  „
•  3,2  „  „

.Ägypten  .  .  .

2,0  „  „

e)  Baumwollzwirne  für  den  Einzelverkauf.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  2,4  2,3  1,5  1,4  Mill.  Mk.
Ausfuhr  6,1  7,7  21,6  29,8  „  „

Die  Ein-  und  Ausfuhrzahlen  beweisen,  daß  die  Nähgarnindustrie  sich  in
der  richtigen  Entwickelung  befindet.  Die  Ausfuhr  erreichte  in  stetig  steigender
Richtung  im  Jahre  1913  29,8  Mill.  Mark.  Die  Ausfuhr  der  gleichen  Industrie
in  Großbritannien  betrug  im  Jahre  1913  70,5  Mill.  Mark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten  .  .  6,1  Mill.  Mk.
Osterr.-Ungarn  .4,5  „  „
Italien  3,3  „  „

Rußland  ....  2,3  Mill.  Mk.
j  Großbritannien  .1,8  „  „
j  Schweiz  ....  1,2  „  „

Dänemark  ...  1,5  Mill.  Mk.
Spanien  1,0  „  „
        <pb n="83" />
        —  ,3C=

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910  I

1900

1890

Tonnen

|

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Merino-  u.  Kreuzzuchtwolle  im  Schweiß  u.  Rückenwäsche

R

178  742

I
348,9

324,6

215,5

6244

13,3

9,1

7,0

Desgleichen,  gewaschen

»

20  528

63,7

65,2

46,1

10  618

36,3

34,2

14,9

i  ^0,  L

Haare  des  Schafkamels,  Kamels  und  der  Ziegen  .  .  .

»

1  220

1,6

2,5

1,4

2,6

2  126

2,2

1,1

0,5

0,6

Wollkämmlinge

2  818

7,0

6,8

4,o

2,8

4  702

12,8

n,6

8,3

5,2

Abfälle  von  gebleichten  Woll-  u.  and.  bearb.  Tierhaaren

7736

12,8

n,9

9,031

14,5

12,6

1

Abfälle  von  Wolle  und  Seide;  Lumpen-  und  Tuchenden

„

11  001

4,4

4,6

7,1

8,0

34  101

21,0

14,8

&amp;gt;  8,9

9,5

Kunstwolle

„

3  395

3,4

2,8

4962

5,2

5,4

1

Kammzug

H

17674

63,0

81,5

51,7

28,5

9  526

47,6

45,0

28,3

21,1

Kammgarn,  roh

13  970

64,6

68,8

7  439

48,6

41,4

Desgleichen,  gebleicht,  gefärbt  und  bedruckt

»

859

5,3

5,5

3  916

27,1

23,7

Mohair,  Genappes,  Alpaka

n

5  142

28,2

34,7

64

0,3

0,2

Streichgarn,  Grisaillegarn,  auch  gefärbt  usw

1  381

5,9

6,5

111,0

93,4

645

2,3

1,6

56,8

39,5

Garne  aus  groben  Tierhaaren

1  760

2,2

1,9

53

0,1

—

Wollgarne  für  den  Einzelverkauf

F

329

1,8

2,3

1  795

12,1

10,3

/£&amp;gt;&amp;lt;!'  '

JVEollgewebe,  auch.Halbwollgowebe  inbegriffen  ....

»

2  887

28,7

24,8

15,8

13,1

23  386

200,3

209,6  ^

172,6j

172,5

Plüsch  und  Samt

»

27

0,2

0,1

0,1

0,3

2  382

17,7

9,7

5,4

8,5

Andere  dichte  Gewebe;  Vorhänge  usw

„

79

0,7

1,0

—

—

451

3,1

3,2

—

—

Teppiche,  geknüpft

920

11,7

8,6

—

—

51

0,6

0,4

—

—

Desgleichen,  gewebt

n

190

0,8

o,7

3,9

1,4

2  272

10,0

7,4

5,9

1,7

Filzwaren,  auch  bedruckte;  Fußbodenteppiche  a.Filz  usw.

„

150

0,3

o,3

0,2

0,5

2  787

8,5

6,3

7,6

5,6

Spitzen,  Tüll  und  Stickereien

„

—

—

—

0,2

0,3

—

—

—

1,1

3,1

Wirk-  und  Netzstoffe,  Wirk-  und  Netzwaren

„

113

1,1

1,2

0,5

1,1

4363

38,8

31,7

23,2

38,4

Schafwolle,  bearb.;  Wollengarn-  u.Wollwaren,  unvoll.  ang.

»

25

0,06

0,1

—

—

123

0,7

0,7

—

—

270  946

656,4

656,4

457,5

396,4

131037

523,1

480,0

340,5

331,8

Wollindustrie  Deutschlands.
        <pb n="84" />
        62

Wollindustrie  Deutschlands.

I

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Deutschlands

im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten:
Merinowolle  im  Schweiß  und  geringe  Mengen  Rückenwäsche
Ab  53  Proz.  Verlust  beim  Waschen
Kreuzzuchtwolle  im  Schweiß  und  geringe  Mengen  Rückenwäsche
Ab  35  Proz.  Verlust  beim  Waschen
(Der  Waschverlust  beider  Wollen  zusammen
beträgt  45,6  Proz.)
Merino-  und  Kreuzzuchtwolle,  gewaschen
Kammzug
Wollgarne
Im  Inlande  gewonnene  Wolle,  gewaschen
Ab  Mehrausfuhr  an  Kämmlingen  und  Abfällen  .
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle
„  „  „  Baumwolle

Ab  2  Proz.  Spinnverlust
„  Verbrauch  für  die  Seidenindustrie

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

102  2611
54  198  t
70  236  t
24  582  t

Woll-  und  Halbwollgewebe
Plüsche,  Samte  und  sonstige  dichte  Gewebe  .
Teppiche
Filzwaren
Wirk-  u.  Wollwaren,  unvollständig  angemeldet
Wollgarne  für  den  Einzelverkauf

48  063  t
45  654  t

9910  t
8  148  t
10995  t
6000  t
128  770  t
3-179  t
55  000  t
30000  t

4252  t
5oot

125  5911
85  0001
210  5911
4  752  t
205  8391

23  386  t
2  833  t
2  323  t
2  787  t
4  486  t
1  795  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  291,8  Mill.  Mark.  37  610  t
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
168  229  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  7  750  Jh  angenommen,  1  303,8  Mill.  Mark

37  6l0t
168  229  t

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  303,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  126,0  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  291,8  „  „

1  721,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  303,8  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  45,3  „  „
1  349,1  Mill.  Mk.
        <pb n="85" />
        Entwickelung.

63

Entwickelung  der  Wollindustrie  Deutschlands  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark

•

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

257,8

274,1

418,4

441,8

41,4

39,6

88,8

105,3

Halbfabrikate  ....

121,9

162,7

198,9

169,2

60,6

85,1

111,9

126,0

Fertigwaren

16,7

20,7

39,1

45,4

229,8

215,8

279,3

291,8

396,4

457,5

656,4

656,4

331,8

340,5

480,0

523,1

An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
18.1  27,0  17,1  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  betragt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
17,4  38,8  18,3  Proz.
An  der  Produktion  der  Wollindustrie  der  europäischen  Staaten  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
21.2  21,5  15,7  Proz.
Am  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
19,8  16,1  13,9  Proz.
Auch  in  der  Wollindustrie  hat  Deutschland  unter  den  drei  Ländern  den
stärksten  Inlandsverbrauch.  In  der  Produktion  stehen  Großbritannien  und
Deutschland  sich  fast  gleich,  während  die  Produktion  Frankreichs  viel  niedriger  ist.
In  der  Ausfuhr  ist  der  Anteil  Großbritanniens  am  größten,  wenn  der
Unterschied  auch  bei  weitem  nicht  so  groß  ist  wie  bei  der  Ausfuhr  der  Baumwollwaren.
  Auch  Frankreichs  Ausfuhr  an  Wollwaren  ist  etwas  höher  als  die
Ausfuhr  Deutschlands,  aber  es  ist  der  wesentliche  Unterschied  hervorzuheben,  daß
Frankreichs  Ausfuhr  zum  großen  Teil  aus  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  besteht,
während  bei  Deutschlands  Ausfuhr  den  Fertigwaren  die  größere  Rolle  zufällt.
Die  Entwickelung  der  Wollindustrie  von  1890  bis  1913  ist  aus  nachstehenden

  vergleichenden  Zahlen  zu
Es  beträgt  die  Steigerung

ersehen.

In  der  Einfuhr

In  der  Ausfuhr

in  Deutschland

66  Proz.

57  Proz.

„  Großbritannien  ....

12

22

„  Frankreich

75  „

26  „
        <pb n="86" />
        64

Wollindustrie  Deutschlands.

In  allen  drei  Staaten  ist  die  Entwickelung  der  Wollindustrie  nicht  so
bedeutend  wie  die  der  Baumwollindustrie,  aber  Deutschlands  Wollindustrie  zeigt
in  der  Ausfuhr  die  stärkste  Erhöhung.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  37  Proz.  gestiegen,  am  stärksten  in  der  Periode  von  1900  bis  1910,
während  in  der  letzten  Periode,  von  1910  bis  1913,  sich  ein  Rückgang  zeigt.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  in  Deutschland  von  1890  bis  1913
eine  Steigerung  von  27  Proz.,  während  Großbritannien  im  gleichen  Zeiträume
einen  kleinen  Rückgang  und  Frankreich  sogar  einen  Rückgang  von  36  Proz.
aufweist.  Allerdings  haben  die  beiden  Staaten  den  Ausfall  an  Fertigwaren  durch
eine  Steigerung  der  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  auszugleichen  gesucht.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  172  Proz.
gestiegen,  was  in  gleicher  Weise  wie  bei  der  Baum  Wollindustrie  auf  den  stetig
steigenden  Inlandsverbrauch  hinweist.
Die  Wollindustrie  Deutschlands  hat  sich  sehr  gut  entwickelt,  viel  besser
als  die  von  Großbritannien  oder  Frankreich.  Am  günstigsten  war  auch  hier
die  Periode  von  1900  bis  1910,  während  die  folgenden  Jahre  von  1910  bis  1913
wohl  noch  eine  Steigerung  der  Ausfuhr,  dahingegen  eine  Verminderung  des
Rohstoffverbrauches  zeigen,  so  daß  die  Erhöhung  der  Ausfuhr  an  Fertigwaren
auf  Kosten  des  Inlandsverbrauches  vor  sich  ging.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  an  loser  Wolle  erfolgte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern:

Merinowolle

Kreuzzucht  wolle

Im
Schweiß
T  onnen

Rückenwäsche ­

Tonnen

Nach
der  Schur
gewaschen
Tonnen

Im
Schweiß
Tonnen

Rückenwäsche ­

Tonnen

Nach
der  Schur
gewaschen
Tonnen

Australien

61446

10

1  202

14931

42

50

Neuseeland  ....

186

—

10

3  062

—

36

Britisch-Südafrika  .

25  196

—

1  222

38

—

177

Argentinien  ....

12  341

—

—

37  399

—

—

Uruguay

5  814

—

—

3  552

—

—

Chile

—

—

—

4161

—

—

Belgien

—

—

1075

—

—

9  755

Frankreich

80

53

492

929

576

3  323

Marokko

—

—

—

1876

18

—

Großbritannien.  .  .

88

—

86

804

464

1  918

Österreich-Ungarn  .

133

189

194

718

165

323

Rußland

—

—

—

1235

830

204

Andere  Länder  .  .

576

33

76

1081

716

484

105  860

285

4  357

69  786

2  811

16  270
        <pb n="87" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

65

Die  Ausfuhr  an  loser  Wolle  erfolgte  im  Jahre  1913  nach  folgenden
Ländern  in  Millionen  Mark:

Österreich-Ungarn  .

•  23,9

Belgien

•  •  5,4

Schweden  .  .  .

•  ...  1,5

Rußland

Schweiz

.  .  4,0

Italien

.  ...  1,5

Frankreich  ....

•  9,8

Großbritannien  .  .

•  •  2,9

Rumänien  .  .  .

.  ...  1,5

Halbfabrikate.

a)  Kammzug.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  j28,5  51.7  81,5  63,0  Mill.  Mark
Ausfuhr  21,1  28,3  45,0  47,6  „  „

Obwohl  die  deutschen  Wollkämmereien  sehr  leistungsfähig  sind,  werden
beträchtliche  Mengen  Kammzug  aus  Frankreich,  Belgien  und  Großbritannien
eingeführt,  in  welchen  Ländern  sich  diese  Industrie  in  hervorragender  Weise
entwickelt  hat.  Der  Einfuhrzoll  ist  auch  so  niedrig,  daß  er  die  Einfuhr  begünstigt.
Immerhin  zeigt  der  Rückgang  der  Einfuhr  und  die  steigende  Ausfuhr  der  letzten
Jahre,  daß  auf  diesem  Gebiete  wesentliche  Fortschritte  zu  verzeichnen  sind.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  .  22,0  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  20,5  Mill.  Mk.  |  Belgien  .  .  .  .  20,3  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Österr.-Ungarn  .  33,4  Mill.  Mk.
Italien  3,8

Rußland
Schweden

3,3  Mill.  Mk.
2,8

Schweiz

2,6  Mill.  Mk.

b)  Kammgarne,  Streichgarne,  Mohairgarne  usw.

1890  1900  J910  1913
Einfuhr  93,4  111,0  119,7  108,0  Mill.  Mark
Ausfuhr  .......  39,5  56,8  77,2  90,5  „

Diese  Beträge  beziehen  sich  in  der  Hauptsache  auf  rohe  Kammgarne,  deren
Einfuhr  im  Jahre  1913  64,6  und  deren  Ausfuhr  48,6  Mill.  Mark  betrug.  Außerdem
wurden  Kammgarne  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt  für  5,3  Mill.  Mark  ein-  und
für  27,1  ausgeführt.
Wenn  auch  die  Gesamteinfuhr  der  Kammgarne  mit  69,9  Mill.  Mark  eine  sehr
hohe  ist,  so  hat  sich  diese  Industrie  doch  sehr  günstig  entwickelt,  da  der  Einfuhr
bereits  eine  Gesamtausfuhr  an  Kammgarnen  von  75,7  Mill.  Mark  gegenübersteht.
Deutschland  hat  damit  gegenüber  den  anderen  Ländern  die  zweithöchste  Ausfuhrzahl ­
  erreicht,  denn  nur  England  besitzt  mit  101,8  Mill.  Mark  eine  höhere  Kammgarnausfuhr. ­
  Frankreich,  das  in  der  Wollgarnerzeugung  mit  England  konkurriert,  hatte
im  Jahre  1913  in  Kamm-  und  Streichgarn  zusammen  eine  Ausfuhr  von  81,2  Mill.  Mark.
Ungünstiger  liegen  die  Verhältnisse  bei  den  Mohair-,  Alpaka-  und  Genappesgarnen,
  deren  Einfuhr  im  Jahre  1910  34,7  und  1913  28,2  Mill.  Mark  betrag.  Die
Einfuhr  erfolgte  ausschließlich  aus  England.  Auf  die  Herstellung  dieser  Garne
im  Inlande  müßte  ein  größeres  Gewicht  gelegt  werden,  da  Deutschland  der
Hauptabnehmer  Englands  für  diese  Garne  ist.  Hierbei  kommt  auch  in  Betracht,
daß  England  das  erforderliche  Rohmaterial,  die  Ziegen-  und  Kamelhaare,  zum
größten  Teil  aus  der  Türkei  und  aus  Rußland  bezieht  und  diese  Bezugsländer
für  Deutschland  gewiß  nicht  ungünstiger  liegen.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

5
        <pb n="88" />
        66

Wollindustrie  Deutschlands.

Die  hauptsächlichsten

Länder

für  die  Einfuhr

der  Wollgarne

im

Jahre

1913  waren:

Großbritannien  .  84,7  Mill.  Mk.

Belgien.

.  .  .5,9  Mill.  Mk.

Österr.-Ungarn

3,6  Mill.  Mk.

Frankreich...  8,0  „  „

Schweiz

.  ...  4,6  „  „

Die  hauptsächlichsten

Länder

für  die  Ausfuhr

der  W r ollgarne

im

Jahre

1913  waren:

Rußland  ....  18,8  Mill.  Mk.

Schweden

...  7,8  Mill.  Mk.

Argentinien.  .

1,9  Mill.  Mk.

Österr.-Ungarn  14,1  „  „

Schweiz.

.  .  .4.6  „  „

Britisch-Indien

1,9

„  „

Großbritannien  .12,1  „

China  .

...  3,6  „

Finnland  .  .  .

1,9

n  n

Japan  8,9  „

Niederlande  ...  2,1  „  „

Norwegen  .  .

1,8

„  „

Fertigwaren.

a)  Woll-  und  Halbwollgewebe.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

13.1

15,8  29,8
172,6  209,6

28,7  Mill.  Mk.

Ausfuhr

172,5

200,3  „

„

Bei  den  eingeführten  Artikeln  handelt  es  sich  in  erster  Linie  um  die
sogenannten  englischen  Herrenstoffe,  deren  Einfuhr  eine  bedeutende  ist  und  im
Jahre  1913  die  Höhe  von  etwa  20  Mill.  Mark  erreichte.  Es  können  in  dieser
Richtung  nur  die  Bemerkungen  in  der  früheren  Schrift  des  Verfassers  „Die
Textilindustrie  Deutschlands  im  Welthandel“,  S.  56,  wiederholt  werden:
„Daß  die  englischen  Herrenstoffe  vielfach  vorgezogen  werden,  ist  zutreffend
und  nicht  ganz  unberechtigt,  aber  die  Hauptfrage  ist,  ob  diese  nicht  ebensogut
im  Inlande  hergestellt  werden  können.
Dies  ist  unbedingt  der  Fall,  denn  die  Überlegenheit  der  englischen  Fabrikate
liegt  nur  darin,  daß  die  Stoffe  aus  bestem  Material  gewebt  und  zum  Schluß
einem  Pottingprozeß  unterworfen  werden,  damit  sie  sich  besser  tragen.  Würden
die  hiesigen  Tuchfabriken  nur  die  Hälfte  von  dem  mehr  bezahlt  bekommen,  •
was  für  die  englischen  Stoffe  gern  mehr  bezahlt  wird,  so  könnten  sie  ohne
weiteres  ebensogute  Tuche  liefern.
Es  wäre  nur  nötig,  daß  neben  den  landläufigen  Tuchen  neue  bessere  Marken
eingeführt  würden,  die  als  Ersatz  der  englischen  Ware  dienen  könnten.“  —
Die  Ausfuhr  umfaßt  sämtliche  Woll-  und  Halbwollartikel.  Vorherrschend
darin  sind  jedoch  die  Damenstoffe,  in  deren  Fabrikation  Deutschland  bekanntlich
sehr  leistungsfähig  ist  und  einen  Weltruf  erlangte.  Aber  auch  viele  andere
Tuche  und  Halbwollstoffe  sind  in  der  Ausfuhr  enthalten.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  21,9  Mill.  Mk.  Schweiz  2,0  Mill.  Mk.
Österreich-Ungarn  2,5  „  „  Frankreich  1,6  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien

29,7  Mill.  Mk.

Frankreich  .  .  ,

6,9  Mill.  Mk.

Japan  ....

3,3  Mill.  Mk

Niederlande  .

17,6  „

Rußland  .  .  .  .

6,6  „  „

Ägypten  .  .  .

3,1

„  „

Schweiz  .  .  .

15,8  „  „

Österr.-Ungarn.

6,5  „  „

China  ....

2,8

„  11

Italien  ....

12,0  „

Norwegen  .  .  .

6,5  „  „

Brasilien  .  .

2,2

„

Dänemark  .  .

10,9  „

Schweden  .  .  .

6,2  „

Finnland  .  .

2,1

,,

Türkei  .  .  .

10,6  „

Belgien  .  .  .  .

6,1  „

Kanada  .  .  .

1,6

»  ”

Britisch-Indien

8,5  „  „

Rumänien  .  .  .

4,4  „  „

Griechenland  .

1,3

M

Ver.  Staaten  .
Argentinien  .

8,2  „
7,6  „  „

Chile

4,2  „  „

Bulgarien  .  .

1,0

„  n
        <pb n="89" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

67

b)  Plüsch,  Samt,  dichte  Gewebe  für  Ausstattung,  Vorhänge  usw.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

0,3

0,1

1,1

0,9  Mill.  Mark

Ausfuhr

8,5

5,4

12,9

20,8  „

In  Plüsch  und  Samt  hat  Deutschland  von  den  verschiedenen  Industriestaaten ­
  die  höchsten  Ausfuhrzahlen,  wodurch  die  Überlegenheit,  die  es  in  diesen
Artikeln  seit  Jahrzehnten  besitzt,  bestätigt  wird.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  6,8  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

1,3  Mill.  Mk.

Spanien  ....

Ver.  Staaten  .  .  2,2  „  „

Österr.  -  Ungarn

1,2

r&amp;gt;  n

Schweden  .  .  .

Dänemark  •  .  .  1,3  „  „

Niederlande  .

.  1,1

„  *

c)  Teppiche,  geknüpft  oder  gewebt,  Filzwaren

auch  bedruckte  Teppich

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

4,1

9,6

12,8  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

.  ...  7,3

13,5

H,i

19,1  „

0,8  Mill.  Mk.
o,7  „

In  den  Einfuhrartikeln  sind  zum  größten  Teil  die  orientalischen  Teppiche
vertreten,  welche  in  die  Klasse  der  Luxusartikel  einzureihen  sind.
Die  Ausfuhr  enthält  neben  gewebten  Teppichen  auch  bedruckte  oder  sonstige
Filzwaren,  wie  Teppiche  aus  Filz.  Die  Ausfuhr  der  gewebten  Teppiche  hat  sich
von  1,7  Mill.  Mark  im  Jahre  1890  auf  10  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  erhöht,  was
als  eine  sehr  gute  Entwickelung  dieser  Industrie  bezeichnet  werden  kann.  Die
Ausfuhr  Englands  in  Teppichen  ist  in  dem  gleichen  Zeiträume  von  22,7  auf
31,4  Mill.  Mark  gestiegen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei  9,3  Mill.  Mark  |  Persien  1,7  Mill.  Mark
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .

3,1.Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

.  0,9  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .  .

0,8  Mill.  Mk.

Niederlande  .  .

1,9  „  „

Dänemark  .  .

■  0,8  „

Kanada  ....

0,8  „

Schweiz  .  .  .  .

1,5  ,,

Italien  ....

•  0,8  „

„

Brasilien....

0,8  „

„

Österr.  -Ungarn.

1,1  »

d)  Wirkund

  Netzstoffe

Wirkund

  Netzwaren.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

...  1,1

o,5

1,2

1,1  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

■  •  •  38,4

23,2

31,7

38,8  „

Wollene  Wirk-  und  Netzwaren  werden  bei  weitem  nicht  in  so  großen
Mengen  wie  baumwollene  erzeugt  und  verbraucht  und  so  liegt  es  in  der  Natur
der  Sache,  daß  ihre  Ausfuhr  nicht  stark  steigt,  wennschon  sie  immerhin  beträchtlich ­
  ist.
Die  hauptsächlichen  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  13,7  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  1,8  „  „
Argentinien  .  .  1,8  „  „
Rußland  ....  1,8  „  „

Niederlande  .  .  1,7  Mill.  Mk.
Frankreich...  1,4  „  „
Türkei  1,3  „

Belgien  ....  1,2  Mill.  Mk.
Ver.  Staaten  .  .  1,2  „  ~
Österr.-Ungarn.  1,2  „  „
        <pb n="90" />
        •.  «£z-

■ygsgVHgjl.  1.  fegk^ggj

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Artikel

Rohseide,  ungefärbt
Tussah
Florettseide,  ungekämmt
„  gekämmt
Florettseidegespinste,  ungefärbt
„  gefärbt
Seidenstreichgarn  (Bourettegarn)
Rohseide,  gefärbt
Seidenzwirn  für  den  Einzelverkauf
Samt,  Plüsch  u.  dergl.,  einschließlich  Bänder,  aus  Seide
Samt,  Plüsch  u.  dergl.  aus  Halbseide
Ausstattungsgewebe,  außer  Samt  und  Plüsch,  aus  Seide
und  Halbseide
Dichte  Bänder  aus  Seide
„  Gewebe  a.  Seide,Taschentuch,  a.  Habutacgeweb.  usw.
Dichte  Bänder  aus  Halbseide
„  Gewebe  „  „
„  seidene  taftbind.  Gewebe  (Habutae  und  Pongdes)
Tüll  aus  Seide
Gaze,  Krepp  und  Flor  aus  Seide
Beuteltuch  aus  Seide
Spitzenstoffe,  Spitzen  und  Stickereien  aus  Seide  ....
Handschuhe  und  sonst.  Wirk-  und  Netzwaren  aus  Seide
Seidenwaren,  unvollständig  angemeldet
Kunstseide

R

H

R  =  Rohstoffe.

1913

Tonnen

1  561

Einfuhr

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

1-147,5

108,5

18,7

20,7

22,4

17,6

11000  |  263,4  I  261,9
H  =  Halbfabrikate.

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

3,7

172,9  189,4  8620
F  =  Fertigwaren.

201,6

4,1

129,6

0,5

5,3

164,9

0,1

169,2  I  161,6  I  227,4

Seidenindustrie  Deutschlands.
        <pb n="91" />
        Produktionswert.
Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Deutschlands
im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoff  en  und  Halbfabrikaten:
Rohseide,  ungefärbt  38
Tussah  1
Florett-  (Abfall-)  Seide,  ungekämmt  655  t
Auf  Strang  umgerechnet  mit  etwa  4oProz
Florettseide,  gekämmt  4631
Auf  Strang  umgerechnet  mit  etwa  93  Proz
Florettseidengespinste,  gefärbt  und  ungefärbt
Bourettegarn
Hierzu:  Verbrauch  an  Baumwolle  6900t

„  „  Wolle
„  „  Kunstseide,  schätzungsweise  .  .
30  Proz.  Beschwerung  der  verbrauchten  Rohseide
Ab:  Verbrauch  für  die  Posamenten-  und  Halbwollindustrie
Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Rohseide  gefärbt

500  t
350  t

7  7501
1  142  t

Wert
pro  Tonne
Ausfuhr  an  Fertigwaren:  ' n  Mark
Samte  und  derartige  Gewebe,  auch  Bänder,  aus  Seide  .
„  „  „  „  aus  Halbseide
Ausstattungsstoffe  (außer  Samte)
Dichte  Gewebe  und  Bänder  aus  Seide,  Taschentücher,  auch
Habutaegewebe  9431
Dichte  Gewebe  und  Bänder  aus  Halbseide  2  473  t
Tülle,  Gaze,  Krepp  und  Flor  aus  Seide  441
Spitzenstoffe,  Spitzen  und  Stickereien  183  t
Wirk-  und  Netzwaren,  Seidenwaren  unvollst.  angemeld.  4621
Seidenzwirn  für  den  Einzelverkauf  257  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  155,5  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
8733  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  30000  Jt,  angenommen,  262  Mill.  Mark.
Produktion  der  Seidenund
  Halbseidenindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  .  262,-Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  .  31,2  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  .  155,5  »  „
        <pb n="92" />
        70

Seidenindustrie  Deutschlands.

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Deutschlands  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

4
Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

114,2

110,7

151,0

160,6

26,6

4,8

4,7

5,o

Halbfabrikate

45,3

26,5

44,0

41,1

20,6

19,8

23,9

31,2

Fertigwaren

29,9

35,7

46,2

43,0

180,2

137,0

132,2

155,5

Kunstseide

—

—

20,7

18,7

—

—

8,4

9,9

189,4

172,9

261,9

263,4

227,4

161,6

169,2

201,6

Die  größte  Seidenindustrie  in  Europa  besitzen  Deutschland,  Frankreich  und
die  Schweiz.
An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  ihr  Anteil:
Deutschland  Frankreich  Schweiz
16,8  21,0  10,0  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  ihr  Anteil:
Deutschland  Frankreich  Schweiz
12,7  31,9  14,3  Proz.
An  der  Produktion  der  Seidenindustrie  der  europäischen  Staaten  im
Jahre  1913  sind  sie  in  folgenden  Verhältnissen  beteiligt:
Deutschland  Frankreich  Schweiz
22,6  32,9  11,3  Proz.
Vom  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im
Jahre  1913  beträgt  ihr  Anteil:
Deutschland  Frankreich  Schweiz
2l',0  20,0  1,6  Proz.
Deutschland  hat  den  stärksten  Inlandsverbrauch.  In  der  Produktion
steht  Deutschland  an  zweiter  Stelle,  da  Frankreichs  Produktion  viel  bedeutender
ist.  Der  Anteil  Deutschlands  an  der  Ausfuhr  ist  niedriger  als  der  der  beiden
anderen  Staaten.  Es  hat  dies  seine  Ursache  teils  darin,  daß  der  Inlandsverbrauch
Deutschlands  ein  sehr  großer  ist,  teils  auch  darin,  daß  Frankreich  und  die
Schweiz  außer  Fertigwaren  noch  Rohseide  und  viel  Halbfabrikate  ausführen,
während  Deutschlands  Ausfuhr  sich  vornehmlich  auf  Fertigwaren  bezieht.
Die  Entwickelung  der  Seidenindustrie  von  1890  bis  1913  ist  aus  nachstehenden ­
  vergleichenden  Zahlen  zu  ersehen.
Es  beträgt  die  Steigerung  bzw.  der  Rückgang

In  der  Einfuhr

In  der  Ausfuhr

in  Deutschland

Steigerung  .

.  39  Proz.

Rückgang  .  .

.  11  Proz.

„  Frankreich

„

•  37  „

Steigerung  .

■  71  „

„  der  Schweiz

rt  •

■  36  „

„

•  37  „
        <pb n="93" />
        Entwickelung.

71

Nach  der  gleichmäßigen  Erhöhung  der  Einfuhr  der  drei  Staaten  zu
urteilen,  war  die  Entwickelung  der  Seidenindustrie  Deutschlands  an  sich  nicht
ungünstiger  als  die  der  beiden  anderen  Staaten.  Dagegen  weist  der  Rückgang
in  der  Ausfuhr  darauf  hin,  daß  diese,  vermutlich  infolge  des  stark  gestiegenen
Inlandsverbrauchs,  kaum  besonders  gefördert  wurde.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  44  Proz.  gestiegen. ­
  Ein  Vergleich  mit  den  anderen  beiden  Ländern  in  dieser  Richtung  fällt
zuungunsten  Deutschlands  aus.  Es  betrug  im  Jahre  19131
In  Deutschland  die  Fertigwaren  -  Einfuhr  45,0  neben  der  -Ausfuhr  155,5  Mill.  Mark
„  Frankreich  „  „  39,6  „  „  „  341,5  „  „
„  der  Schweiz  „  „  13,7  „  „  „  135,9  „  „

Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1900  einen  Rückgang,
der  sich  bis  1910  fortsetzte.  Erst  die  letzte  Periode  zeigt  wieder  eine  Erhöhung.
Die  verstärkte  Einfuhr  und  verminderte  Ausfuhr  ergeben  in  klarer  Weise  den
Stand  der  Seidenindustrie  Deutschlands.  Die  Seidenindustrie  Frankreichs  erlangte
durch  ihre  vorzügliche  Handhabung  der  sogenannten  Moderichtung  eine  große
Überlegenheit,  der  auch  Deutschland  den  Zoll  entrichten  mußte.  Der  Hinweis,  daß
die  Seidenindustrie  Deutschlands  ohne  weiteres  in  der  Lage  sei,  die  gleichen  Artikel
herzustellen,  ist  unter  diesen  Umständen  belanglos  und  kommt  auch  meist  verspätet.
Die  Verminderung  der  Ausfuhr  hängt  sonach  nur  zum  Teil  mit  dem  gesteigerten ­
  Inlands  verbrauch,  zum  größeren  Teil  jedoch  damit  zusammen,  daß  in  der
Zwischenzeit  die  Seidenindustrien  der  anderen  Länder  sich  stärker  entwickelten.

Es  wäre  eine  dankenswerte  Aufgabe  für  die  betreffenden  Industriezweige,  hier
helfend  und  fördernd  zu  wirken,  besonders  im  Hinblick  auf  die  Tatsache,  daß  die
Seidenindustrie  in  Deutschland  von  jeher  eine  der  bestgepflegten  Industrien  war.
Einen  Maßstab  für  die  Beurteilung  bieten  die  vergleichenden  Ausfuhrzahlen
für  Gewebe  und  Bänder  aus  Seide  und  Halbseide.

1890

1900

1910

1913

Deutschlands  Ausfuhr  .  .

.  .  164,9

129,6

112,8

124  Mill.

Mark

Frankreichs  „  •  •

.  .  176,6

166,0

243,0

270,3  „

Schweizer  „  ■  •

.  .  90,1

107,2

116,7

H9,3  „

„

Italiens  „  •  •

.  .  12,2

49,7

71,3

70,2  „

Rohs

10  f  f  e.

us  folgenden  Ländern

wurde  Rohseide  im

Jahre

1913  eingeführt:

Italien

.  2  7061  im

Durchschnittswerte

von  41  000  Jk

pro  t

Frankreich

*

„  40  000  „

„  t

Japan  .

»

„  32  000  „

„  t

Schweiz

■  1751  „

„  41  000  „

„  t

China

„

„  28  000  „

„  t

Österreich  -  Ungarn  .  .  .

68  t  „

„

„  37  000  „

„  t

Türkei

37  t

„

„  26000  „

„  t

Bemerkenswert  ist,  daß  in  Deutschland  im  Vergleich  zu  Frankreich  und  der
Schweiz  viel  weniger  die  billigeren  Grege-Seiden  verarbeitet  werden.
        <pb n="94" />
        gekämmt;

Florett  g(

ispmste,

Bourettegarn.

1890

1900

1910

1913

41,0

24,1

39,0

35,3  Mill.  Mk.

14,1

9,8

5,5

10,1  „  „

In  der  Einfuhr  von  1913  kommen  auf  Florettseide  gekämmt  5,1  und  auf
Florettgarne  28,2  Mill.  Mark.  Es  handelt  sich  demnach  um  recht  ansehnliche
Beträge,  die  den  inländischen  Florettseidenspinnereien  noch  zufallen  müßten.
Allerdings  fragt  es  sich  sehr,  ob  diese  Garne  mit  der  Zeit  nicht  vielfach  durch
Kunstseidengarne  oder  durch  merzerisierte  Baumwollgarne  ersetzt  werden  können.
Nachdem  die  Kunstseidenindustrie  in  den  letzten  Jahren  so  große  Fortschritte  in
der  Verbesserung  der  Garnfestigkeit  gemacht  hat,  könnte  dies  angenommen  werden.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Italien  6,1  Mill.  Mk.
Belgien  1,8  „  „

Österr.-Ungarn  .  1,3  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Ver.  Staaten  .  .  3,8  Mill.  Mk.  |  Schweiz  1,8  Mill.  Mk.  |  Österr.-Ungarn  .  2,0  Mill.  Mk.
b)  Rohseide,  gefärbt,  und  Seidenzwirn  für  den  Einzelverkauf.

1890

1900

1910

1913

•  5,3

3,0

5,2

6,2  Mill.  Mk.

•  9,9

12,4

23,1

28,6  „  „

Einfuhr  5,3
Ausfuhr  ....
Die  Ausfuhr  an  gefärbter  Rohseide  und  Seidenzwirn  weist  eine  fortschreitende ­
  Zunahme  auf.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Schweiz  ....  4,9  Mill.  Mk.  |  Italien  0,4  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  .  0,5  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Schweiz  ....  7,5  Mill.  Mk.
Österr.-Ungarn  .  6,4  „  „

Großbritannien  .  4,1  Mill.  Mk.
Italien  3,5  „

Rußland
Brasilien

2,9  Mill.  Mk.
1.0  „  „

F  ertigwaren.
a)  Gewebe  und  Bänder  aus  Seide  und  Halbseide.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .  .•

.  .  .  .  17,6

22,4

29,4

29,5  Mill.  Mk.

Ansfuhr  ....

.  .  .  .  164,9

129,6

112,8

124,0  „

Während  die  Einfuhr  in  diesen  Hauptartikeln  der  Seidenindustrie  gestiegen ­
  ist,  zeigt  die  Ausfuhr  eine  wesentliche  Abnahme.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich  .
Japan  .  .  .

.11,7  Mill.  Mk.
•  5,5  „  *

Großbritannien  .  5,0  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  3,2  „  „

Österr.-Ungarn  .  2,1  Mill.  Mk.
        <pb n="95" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

73

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  44,8  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

.  4,6  Mill.  Mk.

Niederlande.  .

.  3,0  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .

■  12,3  „  „

Schweden.  .  .

•  4,1  „  „

Italien  .  .  .  .

.  2,2  „  „

Schweiz  .  .  .

•  8,3  „  „

Dänemark  .  .

•  3,3  »  „

Norwegen  .  .

.  1,6  „

Frankreich  .  .

•  8,1  .  *.

Britisch-Indien

•  3,2  „  „

Brasilien  .  .  .

•  1,4  »  „

Österr.-Ungarn  7,8  „  „

Argentinien.  .

.  3,1  „

Kanada.  .  .  .

b)  Tüll,  Gaze,

Krepp,

Beuteltuch.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .

7,4

13,0

9,4  Mill.  Mk.

Ausfuhr  .  .  .

0,5

o,9

1,1  „

Es  handelt  sich  hier  um  Artikel,  die  von  jeher  vom  Auslande  bezogen
werden;  in  Tüll  und  Krepp  ist  England,  zum  Teil  auch  Frankreich,  in  Beuteltuch ­
  die  Schweiz  der  Hauptlieferant.
Die  Beträge  der  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich....

7,1  Mill.  Mk.

Schweiz  .

0,7  Mill.

c)  Spitzenstoffe,  Spitzen,

Stickereien  aus

Seide.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

8,3

5,2

3,3

3,1  Mill.

Mk.

Ausfuhr

1,4

1,6

7,3

7,0  „

r&amp;gt;

Die  hohen  Einfuhrzahlen  im  Jahre  1890  und  1900  dürften  wohl  dadurch  zu
erklären  sein,  daß  in  der  Statistik  früher  zu  Spitzen  und  Stickereien  auch
Artikel  der  unter  d)  angeführten  Gruppe  eingereiht  wurden.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  1,9  Mill.  Mk.  |  Österreich-Ungarn  0,5  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  1,4  Mill.  Mk '  Spanien  0,6  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  0,7  „  „  Frankreich  0,5  „

d)  Wirk-  und  Netzwaren,  Handschuhe  usw.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

0,1  0,3

0,6  Mill.  Mk.

Ausfuhr

2,8  5,0

14,5  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  4,1  Mill.  Mk.

Österr.-Ungarn

.  1,3  Mill.  Mk.

Rußland  ....  0,7  Mill

Frankreich  .  .  .  2,8  „  „

Kanada  .  .  .

.  0,8  „  „

Schweiz  ....  0,5  ,,
        <pb n="96" />
        *

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  roh

R

3  710

0,3

0,4

1

15  056

1,9

1,4

0,6

j-  n,o

„  gebrochen,  geschwungen  usw

„

67  123

57,3

40,4

l  32,8

37,6

20  828

l7,o

8,8

„  gehechelt

„

799

1,2

0,9

I

299

0,3

0,2

—

Flachswerg

n

22  389

15,5

10,4

11,2

8,3

7  322

5,1

3,3

4,5

3,3

Flachs-,  Flachswerg-  und  Leinengarn

H

16309

35,1

27,3

19,7

19,9

1  191

3,4

3,0

2,8

2,1

Leinengarn  für  den  Einzelverkauf

F

93

0,6

0,9

2,4

1,9

361

2,0

1,6

1,6

0,4

Rohe  dichte  Gewebe  aus  Flachs  usw

„

201

0,8

0,7

1,1

1,3

1  436

4,0

2,9

3,9

2,5

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt  .  .

»

290

3,2

3,8

l  48

2,7

1  278

7,2

5,9

6,3

4,1

Leinene  Taschentücher,  roh,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt

47

.0,8

0,7

4&amp;gt;o

4,0

20

0,2

0,2

—

—

Leinendamaste  und  andere  gemusterte  Gewebe  .  .

„

49

0,7

0,5

o,3

0,3

1298

7,5

7,7

6,3

6,7

Leinene  Spitzen  und  Wirkstoffe  und  ähnliche  undichte

  Gewebe  .

25

0,6

0,5

1,1

2,3

363

4,7.

2,0

0,3

6,1

11103s

116,1

00
On
Ln

73,4

78,3

49452

53,3

37,0

35,5

42,2

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Jute  und  Jutewerg

R

162  063

94,o

42,3

30,1

19,1

7  822

4,1

2,1

4,1'

.0,3

Jutegarne

H

4769

4,1

1,0

0,6

2,1

4688

3,2

2,0

1,7

1,3

Rohe  Jutegewebe

F

2  955

\  2,7

0,7

0,4

0,2

1580

1,4

1,3

4,3

1,5

Jutegewebe,  gebleicht,  gefärbt  usw.

*

47

I

0,2

—

—

73

0,1

0,1

—

—

Dichte  Jutegewebe  für  Ausstattung,

auch  Samt  und

Plüsch

—

—

—

—

—

23

0,2

—

—

—■  •  ■

Jutesäcke

882

0,8

0,8

—

—

1423

1,0

0,9

—

—

170716

101,6

45,0

31,1

21,4  !

15  609

10,0

6,4

10,1

3,1

H  =  Hobstofie.  H  =  Halbfabrikate.  "F  =  ‘Fertigwaren.

Leinen-  und  Juteindustrie  Deutschlands.
        <pb n="97" />
        Produktionswert.

75

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Deutschlands  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten:
Flachs,  gebrochen,  geschwungen
Aus  dem  Inland  stammend 1 )  *
Ab  lo  Proz  Verlust  beim  Hecheln *  2 )  .  .  .  .
Flachs,  gehechelt  und  Flachswerg
Aus  dem  Inland  stammend 1 )
Ab  26  Proz.  Spinnverlust 2 )

46  2951
3  58ot
49  875  t
4  987  t
15  567  t
1  142  t

Leinengarne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

Wert
pro  Tonne
in  Mark

Rohe  dichte  Gewebe  .  .
Gebleichte  Gewebe
Leinendamaste  und  andere  gemusterte  Gewebe  .  .  .  .
Spitzen-  und  Wirkstoffe  und  andere  undichte  Gewebe
Leinene  Taschentücher
Leinengarne  für  den  Einzelverkauf

.  .  .  1278  t
.  .  .  1298  t
...  3631
...  201
...  36lt

2  800
5630
5  78o,
13  000
10  000
5  540

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  25,6  Mill.  Mark.

4756  t

5  380

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

44  888  t
16  7091
61  597  t
16015  t
45  582  t
15  118t
60  7001

4  756  t
55  944  t

55,944  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  5400  Mt  angenommen,  302  Mill.  Mark.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  302,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  für  3.4  »  &amp;gt;.
„  Fertigwaren  für  25,6  „  „
331,0  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
F'ür  das  Inland  verarbeitet  für  302,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  für  6,7  „
308,7  Mill.  Mk,

1)  Es  wurde  die  gleiche  Menge  angenommen,  die  in  der  Produktionsaufnahme  vom  Jahre
1909  angeführt  wird.
2 )  Diese  Verlustzahlen  ergeben  sich  aus  der  am  Schluß  des  Abschnittes  Deutschland  befindlichen ­
  Produktionsaufnahme  vom  Jahre  1909.
        <pb n="98" />
        76

Leinen-  und  Juteindustrie  Deutschlands.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abziigl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten:

&amp;gt;te  154  323  t
Game  861  154  4081

Wert

pro  Tonne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

in  Mark

Rohe  Jutegewebe

900

Sonstige  Jutegewebe

96  t

3  100

Jutesäcke

7oo

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  2,7  Mill.  Mark.

3099  t

870

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  151  309t
151  309  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  900  Ms  angenommen,  136,2  Mill.  Mark.

Produktion  der  Juteindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  136,2  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  für  3,2  „  „
„  Fertigwaren  für  2,7  „  „

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  136,2  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  für  3,5  „  „
139,7  Mill.  Mk.

142,1  Mill.  Mk.
        <pb n="99" />
        Entwickelung.

77

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Deutschlands  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913  s

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

45,9

44,0

52,1

74,3

20,3

14,3

13,7

24,3

Halbfabrikate

19,9

19,7

27,3

35,1

2,1

2,8

3,0

3,4

Fertigwaren

12,5

9,7

7,1

6,7

19,8

18,4

20,3

25,6

78,3

73,4

86,3

116,1

42,2

35,5

37,0

53,3

An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
19,0  21,7  16,6  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
6,4  24,4  9,1  Proz.
An  der  Produktion  der  Leinenindustrie  der  europäischen  Staaten  im
Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
18,2  22,4  16,9  Proz.
Am  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im
Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
21,6  16,6  17,8  Proz.
Deutschland  hat  im  Inlandsverbrauch  von  allen  europäischen  Staaten
den  stärksten  Anteil.  In  der  Produktion  steht  Deutschlands  Leinenindustrie
an  zweiter  Stelle,  da  nur  Großbritanniens  Leinenindustrie  größer  ist.
Deutschlands  Anteil  an  der  Ausfuhr  ist  gegen  den  Großbritanniens  weitaus
zurückstehend,  da  dieses  Land  eine  ganz  bedeutende  Ausfuhr  an  Leinenwaren
besitzt.
Die  Entwickelung  der  Leinenindustrie  von  1890  bis  1913  ist  aus  nachstehenden ­
  vergleichenden  Zahlen  zu  ersehen.
Es  beträgt  die  Steigerung

i|  In  der  Einfuhr

In  der  Ausfuhr

in  Deutschland

.  ||  48  Proz.

26  Proz.

„  Großbritannien  .  .  .  .

63  „

49  „

„  Frankreich

.  fl  87  „

201  „
        <pb n="100" />
        78

Leinenindustrie  Deutschlands.

Die  Leinenindustrie  Deutschlands  zeigt  eine  stetig  fortschreitende  Entwickelung, ­
  ohne  jedoch  die  von  Großbritannien  zu  erreichen.  Frankreichs  Leinenindustrie ­
  zeigt  von  den  drei  Staaten  die  günstigste  Entwickelung,  da  es  ihr
gelungen  ist,  sowohl  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren,  als  auch  die  an  Halbfabrikaten
wesentlich  zu  steigern.  ■
Wenn  es  sich  bei  der  Leinenindustrie  Deutschlands  auch  nur  um  kleinere
Summen  handelt,  so  ist  doch  die  Entwickelung  an  sich  als  erfreulich  zu  bezeichnen, ­
  weil  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  —  bei  starkem  Inlandsverbrauch  —
stetig  zugenommen  und  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  abgenommen  hat.
Es  ist  anzunehmen,  daß  die  günstige  Entwickelung,  die  sich  besonders  in
den  letzten  Jahren  zeigt,  auf  die  Erkenntnis  zurückzuführen  ist,  daß  Deutschlands ­
  Leinenindustrie  überhaupt  viel  bedeutender  sein  könnte.
Für  die  Zufuhr  des  Rohstoffes  aus  Rußland  und  Österreich  -  Ungarn  liegt
Deutschland  sehr  günstig  und  es  wäre  nur  wünschenswert,  daß  neben  den  groben
und  mittleren  Leinengarnen  auch  besonders  die  feinen  Garne  im  Inlande  gesponnen, ­
  und  daß  ferner  auf  die  Herstellung  der  feinen  Leinengewebe  ein  stärkeres
Gewicht  als  bisher  gelegt  würde.
Der  Verbrauch  Deutschlands  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten
ist  von  1890  bis  1913  um  88  Proz.  gestiegen,  und  zwar  zeigt  sich  die  größte
Steigerung  in  der  letzten  Periode  von  1910  bis  1913.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  30  Proz.  gestiegen. ­
  Auch  hier  ist  die  letzte  Periode  am  günstigsten.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  87  Proz.  zurückgegangen. ­


Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  Flachs  und  Flachswerg  stammte  im  Jahre  1913  aus  folgenden
Ländern:

Flachs,  gebrochen,
geschwungen.

Rußland  ....

.  .  ‘62  774  t

Österr.-Ungarn  .

•  .  3  552  t

Niederlande  .  .

434  t

Belgien  ....

Frankreich  .  .  .

53  t

Flachswerg.
Rußland  9  919  t
Österr.  -Ungarn  ...  5  991  t
Belgien  3  183  t
Niederlande  2  44s  t
Frankreich  558  t

Flachs,  roh,  geröstet.
Rußland  2  6381
Österr.  -Ungarn  .  .  .  5221
Niederlande  .  .  .  .  ,  4551

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Österr.-Ungarn  i4.OMill.Mk. 1 )

Ver.  Staaten

.  2,5  Mill.  Mk.

Italien  ....

0,9  Mill.  Mk.

Frankreich  .  .  3,2  „  „

Belgien  .  .

.  1,7  „  „

Großbritannien

o,9  „

*)  In  dieser  Summe  ist  auch  der  Wert  für  15056  t  Rohflachs  enthalten,  die  Deutschland
nach  Österreich-Ungarn  liefert  und  die  dort  geröstet  und  aufgearbeitet  werden.
        <pb n="101" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

79

Halbfabrikate.

Leinengarn  und  Garne  für  den  Einzelverkauf.

1890  1900  1910  1913
Einfuhr  21,8  22,1  28,1  35,7  Mill.  Mark
Ausfuhr  .  ....  .  .  •  2,5  4,4  4,6  5,4  „  „

Die  Einfuhr  von  Leinengarnen  ist  eine  sehr  bedeutende  und  sie  weist
darauf  hin,  daß  die  inländischen  Spinnereien  den  Inlandsbedarf  bisher  nur  zum
kleinen  Teil  decken  können.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Österreich-Ungarn  13,5  Milk  Mk.  Großbritannien  .  .'  6,5  Mill.  Mk.
Belgien  12,6  „  „  Frankreich  2,7  „

Fertigwaren.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  3,4  Mill.  Mk.  |  Österreich-Ungarn  1,5  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten  .  .  11,0  Mill.  Mk.
Großbritannien.  2,0  „
Dänemark  .  .  .  2,0  „  „

Schweiz  ....  1,3  Mill.  Mk.
Schweden  .  .  .1,4  „  „

Österr.-Ungarn  .  0,6  Mill.  Mk.
Norwegen  .  .  .  0,6  „  „

Entwickelung  der  Juteindustrie  Deutschlands  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

19,1

30,1

42,3

94,o

0,3

4,1

2,1

4,1

Halbfabrikate  ......

2,1

0,6

1,0

4,1

1,3

1,7

2,0

3,2

Fertigwaren

0,2

0,4

1,7

3,5

1,5

4-3

2,3

2,7

21,4

31,1

45,0

101,6

3,1

10,1

6,4

10,0

An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Juteindustrie  im  Jahre  1915  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
18,0  44,1  10,5  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Juteindustrie  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
3,8  79,7  6,5  Proz.
        <pb n="102" />
        80

Juteindustrie  Deutschlands.

An  der  Produktion  der  Juteindustrie  der  europäischen  Staaten  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil

Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
21,4  31,4  16,6  Proz.
Am  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
24,6  22,1  16,S  Proz.
Deutschland  hat  von  allen  europäischen  Ländern  auch  in  Jutewaren  den
stärksten  Inlandsverbrauch.  In  der  Produktion  ist  nur  Großbritanniens  Juteindustrie ­
  überlegen.
Die  Ausfuhr  ist  im  Verhältnis  zu  der  Großbritanniens  keine  bedeutende.
Die  Entwickelung  der  Juteindustrie  von  1890  bis  1913  ist  aus  nachstehenden ­
  vergleichenden  Zahlen  zu  ersehen.
Es  beträgt  die  Steigerung

In  der  Einfuhr

In  der  Ausfuhr

in  Deutschland

37S  Proz.

222  Proz,

„  Großbritannien

143  „

98  „

„  Frankreich

163  „

210  „

Bei  der  Erhöhung  ist  in  erster  Linie  zu  berücksichtigen,  daß  sich  die
Preise  für  Rohjute  seit  1890  mehr  als  verdoppelt  haben,  so  daß  die  Erhöhung
in  quantitativer  Beziehung  nur  etwa  die  Hälfte  der  angegebenen  Zahlen  beträgt.
Aber  auch  dann  ist  die  Entwickelung  der  Juteindustrie  Deutschlands  eine  sehr
günstige,  da  sie  den  sehr  starken  Inlandsbedarf  fast  vollständig  deckt.  Sie  hat
zwar  nicht  den  Umfang  der  englischen  Juteindustrie,  da  diese  eine  starke  Fertigwarenausfuhr ­
  besitzt,  ist  aber  viel  bedeutender  als  die  Juteindustrie  Frankreichs.
Die  Einfuhr  der  Rohstoffe  erfolgt  fast  ausschließlich  aus  Britisch-Indien,  die
Einfuhr  der  Garne  aus  Belgien  und  Großbritannien;  doch  ist  die  Einfuhr  der
letzteren  keine  bedeutende.  Auch  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Fertigwaren
o
ist  nicht  von  Belang.
        <pb n="103" />
        Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

Deutschlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.
Kleider,  Putzwaren,  Wäsche  Hüte  (mit  Ausnahme  der  Strohhüte),  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren.

o*

Artikel

1913

Einfuhr
1910  |  1900  |  1890
Millionen  Mark

Ausfuhr
1913  j  1910  |  1900
Millionen  -Mark

a)  Kleider  und  Putzwaren.
Kleider,  Putzwaren  u.  sonst,  genähte  Gegenstände  aus  Seide  u.  Halbseide
Männer-  und  Knabenkleider  aus  Wolle  und  Halbwolle
Frauen-  und  Mädchenkleider,  Blusen,  Schürzen,  Putzwaren,  Leibwäsche
aus  Wolle  und  Halbwolle  .  .  : '\ c i  %
Männer-,  Frauen-  u.  Kinderkleider;  Blusen,  Schürzen  usw.  aus  Baumwolle
Mieder,  Putzwaren  und  sonstige  genähte  Gegenstände  aus  Baumwolle
Kleider  und  Mäntel  aus  Geweben  mit  Kautschuk  überzogen
Sonst,  genähte  Gegenstände,  auch  Täschnerwaren,  m.  Kautschuk  überzog.
Kleider  usw.  unvollständig  angemeldet
b)  Wäsche.
Baumwollene  Hemden,  Kragen  usw
Baumwollenes  Bett-  und  Tischzeug,  Handtücher  usw
Leinene  Kleider,  Schürzen,  Wäsche  und  Bettzeug  usw
Gummiwäsche,  Halskragen  u.  dgl.  mit  Zellhorn  bestrichen
c)  Hüte  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.
Hutstumpen  aus  Filz,  noch  nicht  in  Hutform
„  in  Hutform  .  .
Männerhüte  aus  Haarfilz
„  „  Wollfilz  '
Frauenhüte  aus  Filz  aller  Art
Männerhüte  a.  Seide  usw.,  Frauenhüte  a.  Seide,  Spitzen  u.  and.  Gespinsten
Frauen-  und  Kinderhüte  aller  Art,  auf  geputzt,  ausgenommen  die  aus
Stroh  und  sonstigen  Geflechten
Mützen  und  Feze
Hüte  unvollständig  angemeldet
d)  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren.
Posamentierwaren  a.  Seide,Wolle,  Baumwolle  od.  Leinen  usw.,  auch  Bandwaren ­
  a.  Baumwolle,  Leinen  od.  Wolle;  Chenille,  Knopfmacherwaren

3,5

3,1

9,9

7,5

0,8

0,8

8,5

7,3

•  4,1

4,6

-  !

•  85,5

1,0

1,0

44,9

40,1

0,9

o,9

17,2

12,8

.

2,2

1,7

0,3

—

19,5

12,4

8,0

o,5'

0,3

i,8S

0,9

1  ,  -

0,2

0,2

|  0,4

0,2

4,9

3,4

/  U

—

—

—

—

4,3

1,5

—

0,6

0,4

9,4

9,3

0,02

0,01

&amp;gt;  0,2

0,4

1,0

1,0

\  18,3

0,3

0,3

J

5,6

4,7

0,03

0,02

—

—

3,3

1,8

2,5

0,4

—

o,4

0,1

—

0,8

0,3

—

—

0,4

0,1

—

7,2

5,4

2,2

1

0,7

0,3

o,5

0,5

0,4

1,2

\  1,5

3,8

1,7

2,5

/

2,8

1,0

2,6

1,6

2,7

0,8

1,7

1,0

0,9

0,3

0,2

0,7

0,3

0,1

3,7

3,0

—

—

—

—

—

0,07

0,13

0,2

0,2

0,4

o,4

o,5

—

—

—

—

1,6

o,5

—

)

49,7

54,9

&amp;gt;  2,7

1,4

0,8

2,1

(  48,7

/

4,4

2,4

)

31,3

21,6

12,3

10,8

195,1

164,2

167,5

1890

112,1

o,5

8,6

6,5

0,6
0,1

o,3

50,2

178,9

Konfektionsindustrie  Deutschlands.
        <pb n="104" />
        82

Konfektionsindustrie  Deutschlands.

Entwickelung  der  Industrie  von  Konfektionswaren,  Hüten  und  Posamentierwaren
in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a)  Kleider  und  Putzwaren  .

4,8

4,8

8,0

9,1

112,6

95,2

85,9

111,0

b)  Wäsche

o,4

0,2

0,7

0,9

8,6

18,3

16,8

19,3

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der

Strohhüte

3,5

6,5

11,5

18,6

7,5

5,3

4,2

10,7

d)  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren



2,1

0,8

1,4

2,7

50,2

48,7

57,3

54,1

10,8

12,3

21,6

31,3

!  178,9

167,5

164,2

195,1

An  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Konfektionswaren  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
7,8  24,4  3,4  Proz.
An  der  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Konfektionswaren  im  Jahre
1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
23,3  29,3  29,2  Proz.
An  der  Produktion  der  Konfektionsindustrie  der  europäischen  Staaten
im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
23.2  29,3  29,1  Proz.
An  dem  Inlandsverbrauch  an  Konfektionswaren  der  europäischen
Staaten  im  Jahre  1913  beträgt  der  Anteil
Deutschlands  Großbritanniens  Frankreichs
15.3  28,1  16,2  Proz.
Die  Entwickelung  der  Konfektionsindustrie  von  1890  bis  1913  ist  aus  nachstehenden ­
  vergleichenden  Zahlen  zu  ersehen.
Es  beträgt  die  Steigerung

In  der  Einfuhr

In  der  Ausfuhr

in  Deutschland

190  Proz.

9  Proz.

„  Großbritanhien

476  „

88  „

„  Frankreich

24  „

91  „
        <pb n="105" />
        Entwickelung.

83

Die  stärkste  Produktion  und  den  größten  Inlandsverbrauch  hat  Großbritannien, ­
  an  zweiter  Stelle  steht  Frankreich  und  an  dritter  Deutschland.
Am  besten  hat  sich  die  Konfektionsindustrie  Frankreichs  entwickelt,  sie
weist  seit  1890  in  der  Ausfuhr  die  größte  und  in  der  Einfuhr  die  kleinste
Steigerung  auf.
Auffällig  erscheint  die  ganz  geringe  Erhöhung  der  Ausfuhr  Deutschlands, ­
  die  seit  1890  nur  9  Proz.  beträgt.
Die  allgemeine  Annahme,  daß  die  Konfektionsindustrie  in  Deutschland
sich  sehr  günstig  entwickele,  kann  sich  nur  auf  die  Deckung  des  gesteigerten
Inlandsbedarfes  beziehen,  aber  es  bleibt  dann  immer  noch  die  Lücke  offen,  daß
die  Ausfuhr  Deutschlands  zu  den  stark  gestiegenen  Ausfuhrzahlen  Frankreichs
und  Großbritanniens  nicht  im  Verhältnis  steht.
In  Frankreich  könnte  die  günstige  Entwickelung  auf  die  starke  Ausfuhr  an
Damenkleidern  zurückgeführt  werden,  denn  diese  Position  zeigt  dort  tatsächlich
die  größte  Steigerung;  daß  es  sich  aber  nicht  nur  um  durch  die  Mode  begünstigte
Artikel  handelt,  kann  aus  der  Entwickelung  der  Konfektionsindustrie  Großbritanniens ­
  geschlossen  werden.  Großbritannien  hat  z.  B.  in  dem  einen  Artikel
„Wasserdichte  Kleider“  (Waterproofed)  innerhalb  zehn  Jahren  eine  Ausfuhrsteigerung ­
  von  fast  300  Proz.  erzielt.  Die  Ausfuhr  darin  belief  sich  im  Jahre
1903  auf  5,5,  im  Jahre  1913  bereits  auf  20,8  Mill.  Mark.
Einzelne  Sachverständige,  denen  das  Ergebnis  der  Ausfuhr  Deutschlands
auch  ganz  überraschend  erschien,  nehmen  an,  daß  die  zurückbleibende  Entwickelung ­
  auf  die  neuere  soziale  Gesetzgebung  zurückgeführt  werden  müßte,
denn  die  anderen  Länder,  die  mit  billigeren  Arbeitslöhnen  arbeiten,  wären  dadurch ­
  im  Vorteil.  Auch  hätte  Großbritannien  durch  die  starke  Einwanderung
billiger  Arbeitskräfte  in  den  letzten  Jahrzehnten  gewonnen.  Vielleicht  ist  diese
Ansicht  zutreffend.  Es  wäre  aber  auch  die  Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen,
daß  die  Konfektionsindustrie  Deutschlands  etwas  zu  sehr  nur  die  Bedürfnisse
der  europäischen  oder  der  umliegenden  Staaten  berücksichtigt,  indem  sie  die
älteren  Artikel  wohl  immer  weiter  auszudehnen  sucht,  aber  sich  um  Neuerungen,
die  die  Hauptforderung  der  anderen  Zweige  der  Textilindustrie  bilden,  weniger
bemüht.
Die  Tatsache,  daß  die  stark  entwickelte  Konfektionsindustrie  Deutschlands
eine  nur  so  geringe  Erhöhung  der  Ausfuhr  seit  1890  aufweist,  müßte  immerhin
zu  neuen  Erwägungen  führen.

a)  Kleider  und  Putzwaren.
Die  Einfuhr  dieser  Artikel  ist  keine  bedeutende,  immerhin  ist  sie  von
1890  bis  1913  um  fast  100  Proz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  dieser  Artikel  von  1890  bis  1913  zeigt  eine,  wenn  auch  geringe
Verminderung.  In  Großbritannien  und  Frankreich  war  diese,  wie  aus  folgender
Aufstellung  zu  ersehen  ist,  eine  weitaus  günstigere.

6*
        <pb n="106" />
        ■  I

H  .  I

84

Konfektionsindustrie  Deutschlands.

Es  betrug  die  Ausfuhr  an  Kleidern  und  Putzwaren  in  Mill.  Mark

in  Deutschland.  .
„  Großbritannien
„  Frankreich  .  .

1890

1900

1910

1913

112,6

95,2

85,9

111,0

102,7

107,8

151,2

197,2

52,6

91,3

118,8

160,5

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich.  .  .
Großbritannien.

3.6  Mill  Mk.
1.6  „  .

Österreich-Ungarn  0,9  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  0,8  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Niederlande  .

.  20,2  Mill.  Mk.

Schweden  .  .  .

2,7  Mill.  Mk.

Uruguay  .  .  .

1,9  Mill.  Mk.

Großbritannien  .  17,1  „  „

Brasilien  .  .

.  2,6

Frankreich  .  .  .

1,7  „  „

Schweiz  .  .  .

■  15,5  „

Ver.  Staaaten

2,5  „  „

Türkei

1,2  „  „

Dänemark  .  .

•  5,7  „  „

Belgien  .  .  .

•  2,3  „  „

Chile

1,2  „  „

Argentinien  .  .  5,0  „  „
Österr.  -  Ungarn  4,3  „  „

Kanada  .  .  .
Norwegen  .  .

•2,1  „
2,1  „

Finnland  .  .  .
Deutsch-West-14

  „

Rußland.  .  .

•  3,2  „  „

Italien....

2,1  ,,  „

afrika  ....

0,8  „

b)  Wäsche.
Die  Einfuhr  an  Wäscheartikeln  ist  nicht  bedeutend,  während  die  Ausfuhr
eine  günstig  fortschreitende  Entwickelung  zeigt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Niederlande
Vcr.  Staaten

3,1  Mill.  Mk.
2,9  „  „

Großbritannien
Schweiz  .  .  .

2,4  Mill.  Mk.
1,7  „  „

Dänemark  .
Frankreich.

1,5  Mill.  Mk.
o,7  „  „

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.
Hervortretend  ist  hier  die  stark  steigende  Einfuhr,  die  sich  von
3,5  Mill.  Mark  in  1890  auf  18,6  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  erhöhte.  Die  Hauptposition ­
  hierbei  ist  „Männerhüte  aus  Haarfilz“;  die  Einfuhr  darin  betrug  im
Jahre  1890  2,2  und  im  Jahre  1913  bereits  7,2  Mill.  Mark.  Außerdem  wurden
noch  „Hutstumpen,  noch  nicht  in  Hutform“,  für  2,5  Mill.  Mark  im  Jahre  1913
eingeführt.
In  Frauen-  und  Kinderhüten,  die  zumeist  aus  Frankreich  stammen,  betrug
die  Einfuhr  im  Jahre  1913  4,1  Mill.  Mark.
In  der  Ausfuhr  ist  die  Hauptposition  „Männerhüte  aus  Wollfilz“,  die  im
Jahre  1913  3,8  Mill.  Mark  betrug.
Im  großen  ganzen  kann  die  Entwickelung  der  Hutindustrie  in  Deutschland ­
  als  günstig  nicht  bezeichnet  werden.  Die  Annahme,  daß  der  Hauptgrund ­
  in  den  billiger  arbeitenden  Hutindustrien  Österreich-Ungarns  und  Italiens
liegen  könnte,  ist  kaum  zutreffend,  denn  hiergegen  spricht  die  Tatsache,
daß  auch  Großbritannien  in  dem  gleichen  Artikel  eine  ziemlich  hohe  Ausfuhr
erreicht.
        <pb n="107" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

85

d)  Posamentier-  und  Knopf  macherwaren.
Diese  Industrie  ist  wohl  in  erster  Linie  von  der  Mode  abhängig;  Deutschland ­
  besitzt  aber  von  jeher  eine  große  Überlegenheit  in  dieser  Kleinkunst,  und
diesem  Umstande  kann  es  wohl  zugeschrieben  werden,  daß  die  Ausfuhrsumme ­
  —  trotz  der  ungünstigen  Moderichtung  der  letzten  Jahre  —  sich  fast
auf  gleicher  Höhe  halten  konnte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien

14,8  Mill.  Mk.

Niederlande

.  .  2,4  Mill.  Mk.

Argentinien  .  .

1,6  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .  .

6,8  „  „

Frankreich.

.  .  1,8  „  „

Brasilien  .  .  .

1,0  „  „

China

3,1  „  -

Italien.  .  .

.  .  1,5  ,,  „

Schweden  .  .

0,8  „

Rußland  .  .  .  .
Schweiz  .  .  .  .
Osterr.  -  Ungarn

2,9  ,,  „
2,4  „  -
2,9  „  „

Spanien  .  .
Belgien  .  .
Dänemark  .

.  .  1,5  „  -
•  •  1,2  „  „
.  .  1,2  „

Britisch-Indien

0,8  „
        <pb n="108" />
        86

Ein-  und  Ausfuhr  Deutschlands  an  Textilwaren

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Deutschlands  an
Sämtliche  Werte  i®

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


■
Textilwarf
insgesamt

Einfuhr  nach  Deutschland  von

4,3

63,6

15,8

16,1

2 ,1

0,5

102,4

0,1

0,5

—

—

—

—

0,6

12,4

50,2

55,3

3,9

1,1

8,3

131, 2

—

—

—

—

—

—

—

137,8

148,6

9,8

9,9

1,5

4,8

312,4

2,0

1,5

120,2

0,1

0,2

0,9

124,9

3,8

1,0

0,1

2,5

0,3

0,2

7,9

—

0,1

—

—

—

—

0,1

26,6

15,6

9,8

23,1

0,7

11,2

87,0

0,1

—

—

—

—

—

0,1

—

—

—

—

—

—

—

—

5,1

0,1

59,9

—

—

65,L

0,1

—

—

0,1

—

—

0,2

0,1

0,3

—

—

—

—

0,4

24,0

8,3

31,8

—

—

1,1

65, 2

—

—

—

—

—

—

—

0,1

o,9

—

—

—

1,0

2,1

10,5

1,2

—

—

—

13,8

74,0

—

—

—

—

—

74,0

0,2

z

—

—

—

0,2

0,2

—

—

—

—

0,2

2,4

—

—

—

—

—

2,4

—

—

—

—

—

i—

—

—

—

—

—

—

—

—

2,6

—

—

—

—

2,6

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

50,4

—

—

—

—

50,4

63,9

0,7

—

—

94,3

—

158,9

5,1

0,2

2,8

—

0,1

—

8,2

0,8

—

15,1

—

—

1,4

17,3

2,4

—

—

—

0,9

3,3

—

1,7

—

—

—

—

1,7

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,01

90,2

—

—

0,03

—

90,24

—

—

—

—

—

—

—

1,5

—

—

—

—

—

1,5

—

8,3

—

—

—

—

8,3

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,3

—

—

—

—

o,3

—

—

—

—

—

—

-—

—

—

—

—

—

0,04

—

—

—

—

—

o,o4

—

—

—

—

—

■

0,2

0,5

—

—

—

0,7

—

18,9

—

—

—

18,9

—

—

—

—

—

—

482,4

0,7

0,2

—

—

0,8

484, 1

0,5

—

—

—

—

—

o,5

—

—

—

—

—

—

0,02

165,9

—

—

165,92

—

7,0

—

—

—

—

7,0

—

—

—

—

—

—

3,o

2,6

1,2

0,5

0,4

2,1

9,8^-850,0



656,4

263,4

116,i

101,6  |

31,3

2  018,8

Belgien
Bulgarien
Dänemark
Frankreich
Griechenland
Großbrit.  mit  Gibraltar-Malta-Cypern  .
Italien
Niederlande
Norwegen
Österreich-Ungarn
Portugal
Rumänien
Rußland
Finnland
Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch  -  Kongo
Britisch-Ost-  und  Westafrika
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Franz.-Ost-  und  Westafrika
Liberia
Marokko
Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika  .
Spanische  Besitzungen  in  Afrika  .  .  .
Südafrikanischer  Bund
Britisch-Indien  und  Ceylon
China  und  Honkong
Japan
Niederländisch-Indien
Persien
Philippinen
Siam
Straits-Settlements
Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Dominikanische  Republik
Ekuador
Kanada  u.  s.  brit.  Bes.  in  Nordamerika
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Paraguay
Peru
Uruguay
Venezuela
Vereinigte  Staaten
Westindien
Zentralamerika
Australischer  Bund
Neuseeland
Ozeanien
Anderen  Ländern  &amp;gt;  .  .

nach  Ländern  geordnet.

87

Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.

Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Ausfuhr  aus  Deutschland  nach

15.7
0,7
12,4
20.3
1,6
105,3
21.9
31.9
5.2
61,0
3.5
6.6
30.8
2.7
9.8
23.4
0,6
5.9
12,8
5,8
0,2
0,1
2,4
2.3
0,3
o,o3
0,1
1,6
o,o5
4.2
20,7
5.3
1.1
3.2
1.2
1,1
1,1
2,'7
25.5
1,1
13.3
7.4
o,4
0,6
5.8
2.4
4,1
4.1
0,4
2.2
4,1
1,0
63.3
0,1
1.8
7,3
0,3
0,04
14.9

16.8
1.3
16,6
21.9
2.4
74.5
20.1
26.8
9.6
86.6
1.3
7.9
63,7
4.9
20.9
32,0
1.4
1.7
12,4
3.9
0,4
0,2
1,0
0,8
11.2
7.5
12.9
1.6
0,9
0,04
0,1
0,3
12,6
1,5
4.2
6.4
0,4
3.4
1.2
0,3
1,9
0,2
1,3
1.5
0,2
14,0
o,3
2,0
0,4
7,7

6.4
0,1
4.4
13,4
55.7
8.7
3.9
1.9
22,0
o,9
1.2
6.1
o,4
5.3
20.7
0,1
2.4
1.2
0,6
0,4
3.5
0,3
o,3
1.2
o,5
0,2
0,2
4.5
0,04
3,o
0,8
0,03
2.2
0,6
o,5
1,2
0,2
0,4
0,1
19.7
0,1
0,8
5,4

2.1
0,1
3.1
3.9
0,1
3,1
1,4
1,0
0,8
15.9
0,2
0,5
0,3
1,8
1.8
0,1
0,2
0,1
0,04
0,1
0,2
0,1
0,1
0,02
13,5
2.8

0,1
0,1
0,8
0,2
2,8
0,1
3,7
0,1
0,9
0,01
0,02
0,1
0,1
1,0

4.7
0,2
9.7
4.7
0,2
35.9
4.2
26.9
3.3
9,0
.0,7
1,0
6.5
1.5
4.7
21.7
0,2
1.8
1,5
1,0
0,1
0,1
1.8
0,1
0,2
1.1
3.4
0,1
0,9
0,1
0,1
0,2
6.8
0,5
4,0
2.1
0,1
2,9
0,7
0,9
1.1
0,1
0,4
2.2
0,1
12,6
o,3
0,8
n,9

45,8
2.4
46,3
64,2
4.3
275,3
56.3
90.7
20.8
197.3
6,6
17,3
111,1
9.5
42,6
100,5
2,4
12,02
27.9
n,4
0,3
0,1
3.3
4,34
0,3
0,03
1,1
1.7
0,05
5.2
36.5
16.6
14.5
6.9
2.7
1,44
1.2
3.4
49.6
3,14
24.6
16,8
0,4
1,13
14,3
4.9
5.8
8,32
o,7
4.1
8.2
1.4
123,2
0,1
2.5
10.9
0,7
0,04
43.7

Belgien
Bulgarien
Dänemark
Frankreich
Griechenland
Großbrit.  mit  Gibraltar-Malta-Cypern
Italien
Niederlande
Norwegen
Österreich-Ungarn
Portugal
Rumänien
Rußland
Finnland
Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch-Kongo
Britisch-Ost-  und  Westafrika
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Franz.-Ost-  und  Westafrika
Liberia
Marokko
Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika
Spanische  Besitzungen  in  Afrika
Südafrikanischer  Bund
Britisch-Indien  und  Ceylon
China  und  Honkong
Japan
Niederländisch-Indien
Persien
Philippinen
Siam
Straits-Stettlements
Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Dominikanische  Republik
Ekuador
Kanada  u.  s.  brit.  Bes.  in  Nordamerika
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Paraguay  &amp;lt;
Peru
Uruguay
Venezuela
Vereinigte  Staaten
Westindieu
Zentralamerika
Australischer  Bund
Neuseeland
Ozeanien
|  Anderen  Ländern

585,7

523,1

201,6

53,3

|  10,0

I  195,1

|  1  568,8
        <pb n="109" />
        88

Betriebe  und  Erzeugung

Betriebe  und  Erzeugung  der  verschiedenen  Zweige  der  Textilindustrie  Deutschlands.
Die  Zahl  der  Betriebe  der  Textilindustrie  im  Jahre  1912  betrug  17968.
Die  Zahl  der  in  diesen  beschäftigten  Arbeiter  947  325-Da
  die  Gesamtzahl  der  in  allen  deutschen  Industriebetrieben  beschäftigten
Arbeiter  nach  der  Betriebszählung  vom  Jahre  1912  7271725  betrug,  so  beschäftigt ­
  die  Textilindustrie  etwa  l3Proz.  sämtlicher  Industriearbeiter  Deutschlands.
Von  den  in  der  Textilindustrie  beschäftigten  Arbeitern  sind:

Erwachsene  männliche  Arbeiter  400  121  =  42,2  Proz.
Arbeiterinnen  über  16  Jahre  453  793  =  47,9  „
Junge  Leute  von  14  bis  16  Jahren  89  192  =  9,4  „
Kinder  unter  14  Jahren  4  219  =  0,5  „

Betriebe  und  Erzeugung  der  Baumwollindustrie.
Über  diese  Industrie  liegen  bisher  folgende  amtliche  Erhebungen  vor 1 ):

Baumwollspinnereien  einschließlich  Vigognespinnereien  nebst  Baumwollzwirnereien,
in  den  Jahren  1908  und  1909.

1908

1909

Zahl  der  Betriebe

398

405

Zahl  der  Spinnspindeln:
Selfaktorspindeln

5  435  034

5  477  340

Drosselspindeln

4  403  586

4  600  363

Sonstige  Spindeln

8  822  9  847  442

8438  10086141

Zahl  der  Zwirnspindeln

514  249

510  733

An  Spinnstoffen  wurden  verarbeitet  ....

406  3971

422  0741

Jahreserzeugung  an  eindräht.  Baumwollgarn

353  762  t

368  4221

Jahreserzeugung  an  rohen  und  veredelten
Baumwollgarnen  und  -zwirnen,  sowie
anderen  Garnen  und  Zwirnen

354  528  t

369  4641

An  Abfällen  wurden  in  den  Spinnereien  gewonnen ­


27  9621

29  051t

Wert  der  Jahreserzeugung

631,6  Mill.  Mark

599,8  Mill.  Mark

Absatz  der  hergestellten  Garne  und  Zwirne:
a)  An  d.  eig.  Webereien  u.Wirkereien  usw.

1066511

111623t

b)  „  andere  „  „  „  „

238446  t  345  097  t

257  399  t  369022  t

Wert  von  a)

171,5  Mill.  Mark

170,3  Mill.  Mark

Wert  „  b)

447,2  „

438,6  „

618,7  Mill.  Mark

608,9  Mill.  Mark

1 )  Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Ergänzungshelt  zu  1913,  III.
        <pb n="110" />
        der  Textilindustrie  Deutschlands.

89

Vigognespinnereien  in  den  Jahren  1908  und  1909.

1908

1909

Zahl  der  Spinnspindeln  (Selfaktorspindeln)

75
712  518
8  458

75
7oo  193
8608

An  Spinnstoffen  wurden  verarbeitet
Jahreserzeugung  an  eindrähtigem  Baumwollgarn

33  1111
30909t

35022  t
32  330  t

Wert  der  Jahreserzeugung  (in  Millionen  Mark)

41,7

40,3

Baumwollzwirnereien,  die  nicht  mit  Spinnereien  in  Verbindung  stehen,
in  den  Jahren  1908  und  1909.

1908

1909

Zahl  der  Betriebe
Zahl  der  Zwirnspindeln

84
331  505

87
332081

An  Garnen  wurden  verzwirnt
Jahreserzeugung  an  Zwirnen

12  2C6t
11  418  t

12976  t
118l7t

Wert  der  Jahreserzeugung  (in  Millionen  Mark)  .

36,8

36,7

Betriebe  und  Erzeugung  der  Wollindustrie.
Über  diese  Industrie  liegen  bisher  folgende  amtliche  Erhebungen  vor 1 ):

Wollwäscherei  im  Jahre  1907.
(Wollwäschereien  mit  oder  ohne  Karbonisierung.)
Zahl  der  Betriebe  31
Verarbeitete  Stoffe:
Rohwolle  (einschließlich  Rückenwäsche  und  Fabrikwäsche)  25047  t
Kämmlinge  und  sonstige  Abgänge  der  Kämmereien  und  Spinnereien  3  2581
Jahreserzeugung:
Gewaschene  Wolle  10  7671
Davon  Merinowolle  67791
Kreuzzuchtwolle  ....  39881
Karbonisierte  Wolle  873  t
Davon  Merinowolle  6521
Kreuzzuchtwolle  .  .  .  .  221  t
Karbonisierte  Kämmlinge  und  sonstige  Abgänge  der  Kämmereien  und  Spinnereien  2  287  t
Bezogene  karbonisierte  Wolle,  gewaschen  83  t

1 )  Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Ergänzungsheft  zu  )913&amp;gt;  UI.
        <pb n="111" />
        90

Betriebe  und  Erzeugung

Wollkämmerei  im  Jahre  1907.
(Wollkämmereien  allein  oder  in  Verbindung  mit  Kammgarnspinnereien.)

Zahl  der  Betriebe
Verarbeitete  Wolle
Davon  Merinowolle  92  434  t
Kreuzzuchtwolle  48  6161
Erzeugung  an  Kammzug
Davon  Merinokammzug  34  992  t
Kreuzzuchtkammzug  27  047  t
Erzeugung  an  Kämmlingen

Erzeugung  an  sonstigen  verwertbaren  Kämmerei-  und  Krempelabgängen  .  .  .

40
141  050  t

62  0391

7  332  t
5  789  t

Kammgarnspinnerei  und  Zwirnerei  im  Jahre  1907.
Zahl  der  Betriebe,  einschließlich  einer  selbständigen  Zwirnerei
Zahl  der  Spinnereien,  die  zugleich  Zwirnerei  betreiben
a)  Kammgarnspinnereien.

Zahl  der  Spinnspindeln
Verarbeiteter  Kammzug
Davon  Merinokammzug  36  9801
Kreuzzuchtkammzug  33  9461
Erzeugung  an  eindrähtigem  Kammgarn
Davon  Merinokammgarn  36  268  t
Kreuzzuchtkammgarn  30  221  t

Erzeugung  an  verwertbaren  SpinnereiabEällen
b)  Zwirnereien  von  Kammgarn.

Zahl  der  Zwirnspindeln
Menge  der  verzwirnten  Garne
Menge  der  hergestellten  Zwirne
Davon  zweidrähtiger  Zwirn  19037  t
dreidrähtiger  „  1  9941
vier-  oder  mehrdrähtiger  Zwirn  ...  12  705  t
nicht  näher  bezeichneter  „  ...  4  0851

103
98

2  263  364
70  926  t

66  4891
3  822  t

SS5  705
38227  t
37  821t

Wert  der  Erzeugung  an  Garnen  und  Zwirnen,  roh,  gebleicht,  gefärbt  usw.  .  .  .  410,8  Mill.  Mark

Streichgarnspinnerei  im  Jahre  1907.
(Einbezogen  sind  die  reinen  Streichgarnspinnereien,  wie  die  mit  Weberei  von  wollenen  und
halbwollenen  Kleiderstoffen  verbundenen  Streichgarnspinnereien.)
Menge  der  verarbeiteten  Spinnstoffe  93  974 1
Davon  entfallen  auf:
Schafwolle  in  gewaschenem  Zustande  .  27  675  t
Kämmlinge  und  andere  Abfälle  der
Kamm-  und  Streichgarnspinnereien  9  2561

Kunstwolle  40  6731
Baumwolle  15423  t
Andere  Spinnstoffe  .........  947  t
        <pb n="112" />
        der  Textilindustrie  Deutschlands.

91

Jahreserzeugung  an  eindrähtigem  Streichgarn  für  eigene  Rechnung  90566t
Gesamtwert  der  Jahreserzeugung  (einschließlich  der  Werterhöhung  durch  Zwirnen
oder  Veredeln  für  eigene  Rechnung)  229  Mill.  Mark
Jahreserzeugung  an  eindrähtigen  Streichgarnen  für  fremde  Rechnung  im  Lohn  .  .  10990  t
Menge  der  zu  Kunstwolle  verarbeiteten  Stoffe  30  4431

Streichgarnzwirnerei  im  Jahre  1907.
Zahl  der  Zwirnspindeln  23  036
Menge  der  für  eigene  Rechnung  verzwirnten  Garne  2  2481
Jahreserzeugung  an  gezwirnten  Garnen  für  eigene  Rechnung  2  2111
„  ,,  „  „  fremde  „  im  Lohn  469  t

Gesamtwert  der  Jahreserzeugung  an  gezwirnten  Garnen  für  eigene  Rechnung  .  .  5,3  Mill.  Mark

Herstellung  von  Kunstwolle  im  Jahre  1907.

(Hierbei  sind  nur  die  reinen  Kunstwollfabriken  vertreten,  d.  h.  Betriebe,  die  nicht  mit
Streichgarnspinnerei  und  Kleiderstoffweberei  verbunden  sind.)

Menge  der  für  eigene  Rechnung  zu  Kunstwolle  verarbeiteten  Stoffe
Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  an  Kunstwolle  und  sogenannten  Lappen  .
„  an  Kunstwolle  und  Lappen  für  fremde  Rechnung  im  Lohn  .  .
Gesamtwert  der  Jahreserzeugung  an  Kunstwolle  und  Lappen  für  eigene  Rechnung

37  715t
25  383t
3  982  t
20  Mill.  Mark

Weberei  von  wollenen  und  halbwollenen  Kleiderstoffen  im  Jahre  1907.
(Betrifft  Herstellung  von  gewebten  Herren-,  Damen-  und  Kinderkleiderstoffen,  einschließlich
Futterstoffe,  lediglich  aus  wollenen  Kamm-  und  Streichgarnen  oder  aus  solchen  zusammen  mit
anderen  Gespinsten,  mit  oder  ohne  Streichgarnspinnerei.)

Zahl  der  Ende  1907  vorhanden  gewesenen  eigenen  Webstühle
Davon  Mechanische  Webstiihle  92  189
Handwebstühle  3  203
Zahl  der  für  Rechnung  der  befragten  Webereien  im  Jahre  1907  durchschnittlich
beschäftigt  gewesenen  fremden  Webstühle
Davon  Mechanische  Webstühle  11017
Handwebstühle  8  036
Menge  der  für  eigene  Rechnung  verarbeiteten  Gespinste  (Garne  und  Zwirne)  .  .
Davon  für  eigene  Rechnung  hergestellte  Streichgarne  ....  65  196  t
Von  anderwärts  bezogene  Gespinste  (Garne  u.  Zwirne)  .  62  1971

Jahreserzeugung  an  Herren-,  Damen-  und  Kinderkleiderstoffen,  einschließlich
Futterstoffe,  für  eigene  Rechnung

95  392

19  053

127  393  t

113  355  1

Gesamtwert  der  Jahreserzeugung  dieser  Stoffe  für  eigene  Rechnung

774,5  Mill.  Mark

Jahreserzeugung  an  Herren  -,  Damen  -  und  Kinderkleiderstoffen,  einschließlich
Futterstoffe,  für  fremde  Rechnung  im  Lohn

9  264  t
        <pb n="113" />
        92

Betriebe  und  Erzeugung

Betriebe  und  Erzeugung  der  Seidenindustrie.
Über  diese  Industrie  liegen  bisher  folgende  amtliche  Erhebungen  vor*):

Seidenspinnereien  und  Zwirnereien.

1907

1910

Zahl  der  Betriebe

41

43

Davon  sind  Bourettespinnereien

6

5

Zahl  der  Spinnspindeln

69  950

84  93  2 s )

Zahl  der  Zwirnspindeln

65318

75  440 3 )

Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  (1907  auch  für  fremde  Rechnung) ­
  an  einfachen  Florettseidengespinsten  (Schappe)  und  Bouretteseidengespinsten


1  115  t

1  147  t

Endgültige  Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  (1907  auch  für
fremde  Rechnung)  insgesamt

805  t 2 )

1  902  t

Darunter:

An  ein-  und  mehrfach  gezwirnter  Rohseide  (realer  Seide)  .  .

248  t

193  t

An  einfach  Florettseidengespinsten  (Schappe),  an  gezwirnter
Florettseide  und  an  Florettseidengespinsten  oder  -zwirnen
in  Verbindung  mit  anderen  Spinnstoffen  oder  Gespinsten
(einschließlich  Bouretteseidengespinsten  und  -garnen)  .  .  .

1  2771

Wert  der  Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  (in  Mill.  Mark)  .  .

23  695  2 )

29  032

Seiden-  und  Samtwebereien.

1907

1910

Zahl  der  Betriebe

335

343  '

Zahl  der  eigenen  Webstühle,  die  die  Betriebe  (einschließlich  Lohnbetriebe ­
  und  Zwischenmeistcr)  am  Ende  des  Jahres  enthalten
haben

- 4 )

49005

Zahl  der  Hauswebstühle  ohne  Motorbetrieb,  die  außerdem  noch  für
eigene  Rechnung  durchschnittlich  im  Laufe  des  Jahres  beschäftigt ­
  waren

- 4 )

4  197

An  Gespinsten  wurden  für  eigene  Rechnung  verarbeitet:
Menge  (in  Tonnen)

9  147

10  441

Wert  (in  Mill.  Mark)

146,227

150,125

Gesamtwert  der  Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  (in  Mill.  Mark)

275,611

302,466

*)  Statistisches  Jahrbuch  fiir  das  Deutsche  Reich  1914.
2 )  Gesamtmenge  und  Wert  der  endgültigen  Jahreserzeugung  für  1907  beziehen  sich  nur
auf  Seidenzwirn.
3 )  Bei  den  Spinnspindeln  für  1910  sind  Lohnbetriebe  mit  berücksichtigt  worden.
4 )  Im  Jahre  1907  waren  am  Ende  des  Jahres  in  den  Betrieben  vorhanden:  41411  Web-Stühle;
  davon  waren:  in  den  Fabriken  befindliche  Webstiihle  39  558  und  außerhalb  der  Fabriken
stehende  Hauswebstiihle  1853.  Außerdem  waren  für  Rechnung  der  befragten  Betriebe  noch  beschäftigt: ­
  348  Fabrikwebstühle  und  6808  Hauswebstühle.
        <pb n="114" />
        der  Textilindustrie  Deutschlands.

93

Menge  der  für  eigene  Rechnung  inner-  und  außerhalb  der  Betriebe  zu  Webwaren ­
  verarbeiteten  Gespinste  und  zwar  :

Seide  vom  Maulbeerspinner  .  .  .
Seide  vom  Eichen-  und  Tussahspinner
Florett-  (Schappe-)  Seide
Kunstseide
Andere  Spinnstoffe  jedweder  Art  unter  Beimischung  von  Seide  oder
■  Kunstseide
Genappes-,  Mohair-  und  Alpakagespinste,  allein  oder  in  Mischung  mit
anderen  Spinnstoffen,  außer  Baumwolle
Gespinste  rein  aus  Schafwolle  oder  gemischt  mit  anderen  Tierhaaren
und  aus  Schafwolle  gemischt  mit  pflanzlichen  Spinnstoffen,  außer
Baumwolle
Gespinste  rein  aus  Baumwolle  5  521  t
Andere  Gespinste  aus  Leinen,  Jute,  Ramie

Zusammen  .

.zahlen

vor  J ):

1907

1910

2  214  t

2  710  t

73  t

—

839  t

847  t

67  t

140  t

42  t

30  t

147  t

108  t

243  t

275  t

5  521  1

6  322  t

1  t

8t

9  147  t

10440  t

Menge  der  für  eigene  Rechnung  verarbeiteten  Gespinste  lot
Wert  der  Jahreserzeugung  an  Geweben  für  eigene  Rechnung  (einschließlich  der  Erzeugung ­
  in  anderen  Betrieben  und  der  Hausweberei):
Stoffe  ganz  oder  teilweise  aus  Seide  150  Mill.  Mk.
Bänder  „  „  „  „  „  64,2  „
Samt  und  Plüsch  (einschließlich  Samtbänder)  ganz  oder  teilweise  aus  Seide  .  54,1  „  „
Reinwollener  Samt  7,3  „
275,6  Mill.  Mk.

Wert  der  Jahreserzeugung  an  Geweben  für  eigene  Rechnung  in  der  Hausweberei:
Stoffe  ganz  oder  teilweise  aus  Seide  11  Mill.  Mk.
Bänder  „  „  „  „  26,1  „  „
Samt  und  Plüsch  (einschließlich  Samtbänder)  ganz  oder  teilweise  aus  Seide  .  1,4  „  „

38,5  Mill.  Mk.

Absatz  an  Erzeugnissen,  die  für  eigene  Rechnung  hergestellt  waren,
vom  Jahre  1907.

Stoffe
ganz  oder  teilweise
aus  Seide

Bänder
ganz  oder  teilweise
aus  Seide

Samt  und  Plüsch
(einschließlich  Samtbänder) ­
  ganz  oder
teilweise  aus  Seide

Reinbaumwollener ­

Samt

In  Millionen  Mark

An  inländische  Verbrauchen

  .....

108,34

38,45

21,99

2,09

An  inländische  Exporteure



13.0

1,70

7,6  2

1,65

An  ausländische  Abnehmet'



38,60

23,79

26,25

3,8o

Zusammen

159.94

63,94

55,86

7,54

l )  Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Ergänzungsheft  zu  1913,  III.
        <pb n="115" />
        94

Betriebe  und  Erzeugung

Produktion  der  deutschen  Samtindustrie  im  Jahre  1913.
Mitgeteilt  vom  Verbände  deutscher  Samt-  und  Plüschfabrikanten.

Deutsche  Samtindustrie

Davon  Krefeld

1911

1912

1913

1911

1912

1913

1.  Durchschnittliche  Zahl  der

im  Laufe  des  Jahres  beschäftigten

  Webstühle:

In  Samt  und  Samtgeweben:

a)  Handstühle

315

297

219

134

119

121

b)  Mechanische  Stühle  .  .

3  716

3  860

3768

1  612

1  574

1490

In  festkantigem  Samtband:

a)  Handstühle

21

27

26

27

27

26

b)  Mechanische  Stühle  .  .

976

873

756

lös

ISO

129

2.  Umschlag:

Werte  in  Millionen  Mark

a)  Mit  Deutschland  ....

29.9

32,3

28,6

14,7

14,3

12,0

b)  „  Österreich-Ungarn  .

1,2

1,2

1,0

o,S

0,5

0,5

c)  „  England

7,8

6,3

9,7

4,7

3,9

5,5

d)  „  Frankreich  ....

6,2

5,6

5,3

4,8

3,9

3,9

e)  „  anderen  europäischen

Ländern

6,2

5,4

4,8

2,4

2,3

2,0

f)  Mit  außereurop.  Ländern

12,5

13,2

16,8

5,2

5,0

1,0

63,8

64,0

66,2

32,3

29,9

30,9

3.  Verbrauch  an  Rohmaterial:

In  Tonnen

a)  An  Rohseide

104,7

85,4

85,4

51,6

39,o

38,8

b)  „  Schappe

639,2

570,7

582,6

360,4

326,0

324,6

c)  „  Kunstseide

9,3

57,5

81,7

1,5

7,1

10,2

d)  „  Baumwolle

2913,1

2  958,5

27645

1  000,7

1014,7

854,6

c)  „  Wolle

222,3

200,7

227,7

—

0,05

0,1
        <pb n="116" />
        der  Textilindustrie  Deutschlands.

95

Produktion  der  Krefelder  Samt-  und  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.
Aufstellung  der  Handelskammer  in  Krefeld.

1911

1912

1913

A.  Durchschnittliche  Zahl  der  im  Laufe  des
Jahres  beschäftigten  Webstühle:

In  Samt-  und  Samtgeweben:
Mechanische  Stühle

134
1  612

119
1574

121
1  490

In  fest  kantigem  Samtband:
Mechanische  Stühle

27
165

27
150

26
129

In  Stoffen:
Mechanische  Stühle

1998
7  984

1765
8  117

1  7  22
8  167

In

festkantigen  Stoffen:
Stühle  im  Hausbetrieb  (Hand-  u.  mech.  Stühle)

337

363

557

In  Stoff  band:
Mechanische  Stühle  im  Fabrikbetrieb  .

465

463

481

B.  Umschlag:

Werte  in  Millionen  Mark

1.

Mit  Deutschland

f  Samt
\  Stoff

14,7  "j  55,8
41.1)

14  3  }  58,2
43,9  /

12,0  I
45,3  i 57 ’ 3

2.

„  Österreich-Ungarn

/  Samt
\  Stoff

o,5  )
2,7  J  3 ’ 2

El  «

°’ 5 !  2,7
2,2  /

3-„

  England

/  Samt
\  Stoff

4,7  111,8
7,1  /

S}-5,5

 114,6
9,1/

4.

„  Frankreich

(  Samt
l  Stoff

4 ’af  6 &amp;gt; 6
1,8  j

E}  “

3i9 i  5,4
1,5/  ’

5-„

  anderen  europäischen  Ländern  ....

J  Samt
1  Stoff

2,4  )
4,6/  7 ’°

S)»

2.01
5,3} 7 - 3

6.

„  außereuropäischen  Ländern

f  Samt
\  Stoff

2,1/  7 ’ 3

S}«

7,0  \
2,1} 9&amp;gt;1

91,7

92,9

96,4

Gesamtumschlag

/  Samt
\  Stoff

S}«

29 ' 9 \ooq
63,0/ y “’ y

30,9)  ,
,  &amp;gt;  96,4
65,5  /  1

C.  Verbrauch  an  Rohmaterial:

In  Tonnen

1.

Rohseide

/  Samt
\  Stoff

51,6
509,2

39,o
538,6

38,8
543,4

2.

Schappe

/  Samt
/  Stoff

360,4
64,0

326,0
57,2

324,6
62,9

3.

Kunstseide

/  Samt
\  Stoff

1,5
164,5

7,1
260,8

10,2
224,9

4.

Baumwolle

j  Samt
\  Stoff

1  000,7
838,8

1  014,7
863,0

854.6
903.6

5.

Wolle

/  Samt
\  Stoff

10,2

0,05
12,5

0,1
28,6
        <pb n="117" />
        96

Betriebe  und  Erzeugung

Betriebe  und  Erzeugung  der  Leinenindustrie.
Über  diese  Industrie  liegen  bisher  folgende  amtliche  Erhebungen  vor 1 ):

Produktion  der  Flachs-  und  Flachswergspinnerei,  einschließlich  der  mit  Spinnereien  verbundenen
Zwirnereien.

1908

1909

Zahl  der  Betriebe  •.  .

36

36

„  „  Spinnspindeln:

Zum  Naßspinnen

254  987

260  383

„  Trockenspinnen

10086

265  073

10  578

27,0961

Zahl  der  Zwirnspindeln

1  276

1  276

„  „  berufsgenossenschaftlichen  versicherten

Personen

1S039

15  259

An  Rohflachs  wurde  gehechelt:

Aus  dem  Ausland  stammend

35  368  t

36  0821

„  „  Inland  „

3  235  t

38  6031

3  58ot

39  6621

An  gehecheltem  Flachs  und  Flachswerg  wurde  hinzugekauft:



Aus  dem  Ausland  stammend

6  164  t

7  205  t

„  „  Inland  „

1  326  t

7  490  t

1  142  t

8  347  t

An  gehecheltem  Flachs  und  Flachswerg  wurden  für
eigene  und  fremde  Rechnung  verarbeitet:
Jahreserzeugung  von  eindrähtigem  Leinengarn  ohne

42  197  t

44396  t

Beimischung  von  anderen  Spinnstoffen:

Bis  Nr.  8  engl

2  167  t

2631t

Von  „  8  bis  14  engl

7  645  t

8027  t

*  „  14  „  20

7  679  t

7  8311

*  „  20  „  35

10  777  t

11  264  t

Über  „  35  engl

2  6661

3°  934  t

2  789  t

32  5421

Von  Garnen  und  Zwirnen  wurden  veredelt:

Leinengarne

7  2911

7  671t

Andere  Game  und  Zwirne

193  t

7  484  t

214  t

7885  t

Wert  der  von  auswärts  bezogenen  verarbeiteten

Stoffe

31,6  Mill.  Mk.

33,0  Mill.  Mk.

Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung
Absatz  der  für  eigene  Rechnung  hergestellten  Leinen-57,6

  „

53,9  „

”

game  und  -zwirne

54,5  „

»

52,4  »

n

Davon  für  eigene  Betriebe  zur  Weiterverarbeitung
Für  andere  inländische  Verbraucher  und  Abnehmer,

7,6  „

»

6,7  „

”

wie  auch  für  das  Ausland

46,9  .

»

45,7  „

-

i)  Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Ergänzungsheft  zu  1913,  III.
        <pb n="118" />
        der  Textilindustrie  Deutschlands.

97

Produktion  der  Zwirnereien  von  Leinengarn,  soweit  diese  nicht  mit  Flachs-  und
Flachswergspinnereien  verbunden  sind.

1908

1909

Zahl  der  Betriebe

s

5

Zahl  der  Zwirnspindeln

15  600

19  000

Zahl  der  berufsgenossenschaftlich  versicherten  Personen

583

687,

Verzwirnt  wurden:

an  Leinengarn

811t

1  005  t

„  Jute,  Hanf  und  Hanfwerggarn

l6t

16  t

„  Baumwollgarn

7  t  834  t

4  t  1  0251

Veredelt  wurden:

an  eindrähtigem  Leinengarn  und  Leinen  zwirn  .  .

1  220  t

1  550t

„  anderen  eindrähtigen  Garnen  und  Zwirnen  .  .

781  1  2981

861  1  6361

Wert  der  anderweitig  bezogenen,  für  eigene  Rechnung
verarbeiteten  Garne  und  Zwirne

3,8  Mill.  Mark

4,6  Mill.  Mark

Davon  von  inländischen  Betrieben

3.0  „

3,6  „

Jahreserzeugung  für  eigene  Rechnung  an  rohen,  veredelten

  und  anderen  Zwirnen

2.3  „

2,7  *

Absatz  der  für  eigene  Rechnung  hergestellten  Zwirne,

und  zwar  zumeist  an  eigene  Betriebe  zur  Weiterverarbeitung, ­
  sowie  an  inländische  Verbraucher  .  .  j

2,3  „

/
2,7  „

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

7
        <pb n="119" />
        98

Betriebe  und  Erzeugung  der  Textilindustrie  Deutschlands.

Betriebe  und  Erzeugung  der  Juteindustrie.
Über  diese  Industrie  liegen  folgende  amtliche  Erhebungen  vor 1 ):

Jutespinnereien  und  -Zwirnereien  in  den  Jahren  1907  bis  1911.

1907

1908

1909

1910

1911

Zahl  der  Betriebe

35

33

33

35

37

Zahl  der  Spinnspindeln  insgesamt  .  .

169  030

165  188

165  508

170  172

186016

davon:  zum  Spinnen  von  Jute  .

166950

163  108

163  428

168  092

183832

„  „  „  Flachs
u.  Flachswerg  sowie  von
Hanf  und  Hanfwerg  .  .

2  080

2  080

2  080

2  080

’Sj-00

O)

Zahl  der  Zwirnspindeln

8  367

8  479

8  7H

9  135

9  879

An  Jute  wurden  für  eigene  Rechnung
(1907  bis  1910  auch'  für  fremde
Rechnung)  verarbeitet.  .  Tonnen

138  884

136  121

141  779

147  575

148  957

Jahreserzeugung  für  eigne  Rechnung
(1907  bis  1910  auch  für  fremde
Rechnung)  an  eindrähtigem  Jutegarn ­
  ohne  Beimischung  von  anderen ­
  Spinnstoffen  .  .  .  Tonnen

139  786

137  198

142  696

147  254

148  509

davon:  bis  Nr.8  engl.  „

137  944

135  321

141  Hl

145351

146  599

über  „  8  „  „

00
tvj

1  876

1  585

1903

1  910

Endgültige  Jahreserzeugung  für  eigene
Rechnung:
Menge  Tonnen

139  403

137250

142  748

147  270

148  519

Wert  1000  Jb

81  886

77  621

67  405

66934

86  264

davon:  an  rohem  eindrähtigen
u.  veredeltem  Jutegarn
Menge  Tonnen

132  394

131  221

136211

140  342

141  526

Wert  1000  Jb

77  659

73812

63  930

63  397

81  821

an  rohem  und  an  veredeltem ­
  Jutezwirn
Menge  Tonnen

7  008

6028

6  536

6928

6  993

Wert  1000  Jb

4  227

3  809

3  475

3  537

4  443

Jahresabsatz  der  für  eigene  Rechnung
hergestellten  Jutegarne  u.  -zwirne
Menge  Tonnen

135  783

135085

141  085

146  720

148  595

Wert  1000  Jb

79  591

76153

66384

66  596

86  266

davon:  an  die  eig.  Weberei  usw.
zur  Weiterverarbeitung
Menge  Tonnen

102  141

97  201

98  298

102  525

105  825

Wert  1000  Jb

59  575

54  342

45  921

46  123

61  128

i)  Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen  Reiches  1914,  III,  S.  113.
        <pb n="120" />
        Textilindustrie  Großbritanniens.

99

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Großbritanniens.

Die  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1800

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

946,8

1  755,1

+  85

1  675,4

2  864,2

4-71

Wolle  und  Halbwolle  ....

812,9

983,6

+  21

951,7

1  165,2

-f-  22

Seide  und  Halbseide  ....

286,3

334,5

+  17

82,5

84,3

4-  2

Leinen

81,0

132,5

+  63

137,0

204,1

4-49

Jute

102,4

249,3

-f  143

107,2

212,8

4-98

Konfektion

2,0

97,2

+  4760

129,8

244,7

4-88

2231,4

3  552,2

4~  59,2

3  083,6

4  775,3

4-  54,8

Der  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhrhandel

  beträgt

8  594,7

15688,3

6  706,2

12  956,4

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt

demnach

25,9  Proz.

22,6  Proz.

45,9  Proz.

36,9  Proz.

England  hat  unter  den  europäischen  Staaten  die  höchste  Ein-  und  Ausfuhr ­
  an  Textilwaren.  Der  Anteil  der  Textilindustrie  Englands  an  der  Einfuhr
der  europäischen  Staaten  im  Jahre  1913  beträgt  29,5  Proz.,  an  der  Ausfuhr
41,7  Proz.  Besonders  in  der  Ausfuhr  besitzt  es  die  weitaus  höchste  Quote,  da
der  Anteil  Deutschlands  an  der  Ausfuhr  der  Textilwaren  nur  13,7  Proz.  und
der  Frankreichs  15,4  Proz.  beträgt.
Die  Erhöhung  seit  1890  in  der  Einfuhr  mit  59.2  Proz.  und  in  der  Ausfuhr ­
  mit  54,8  Proz.  ist  keine  so  hohe  wie  in  Deutschland  oder  in  Frankreich
(siehe  S.  40),  doch  hatte  England  bereits  im  Jahre  1890  sehr  hohe  Ein-  und
Ausfuhrwerte,  die  in  aufsteigender  Richtung  nie  so  leicht  zu  erhöhen  sind  wie
niedrigere  Werte.
Betreffs  der  Entwickelung  der  einzelnen  Gruppen  zeigt  die  Ausfuhr  der
Baumwolle,  Jute  und  Konfektion  die  stärkste  Erhöhung,  während  die  der
Wolle  und  Halbwolle  viel  niedriger  ist.  Die  Erhöhung  bei  der  Ausfuhr  an
Leinen  erreicht  den  allgemeinen  Durchschnitt;  die  englische  Seidenausfuhr
besitzt  keine  besondere  Bedeutung.
        <pb n="121" />
        100

Textilindustrie  Großbritanniens.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Großbritanniens.
Dieser  betrug

an  der  Einfuhr

an  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

25,9

22,6

45,9

36,9  Proz.

Die  Veränderung  von  1890  bis  1913  ist  keine  so  große  wie  in  Deutschland 1 )-aber
  auch  in  England  ist  der  Anteil  der  Textilindustrie  an  der  Gesamtausfuhr
wesentlich  zurückgegangen.  Danach  konnten  sich  auch  in  England  einzelne
andere  Industrien  stärker  als  die  Textilindustrie  entwickeln.
Andererseits  ist  die  Textilindustrie  fraglos  die  Hauptindustrie  des  Landes,
da  36,9  Proz.  aller  ausgeführten  Waren  sich  auf  die  Textilindustrie  beziehen.

Die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

1  450,1

13,2

291,8

219,2

865,9

1779,1

Wolle  und  Halbwolle

769,8

72,0

141,8

370,9

239,4

554,9

Seide  und  Halbseide  .

26,3

13,9

294,3

4,4

10,0

69,9

Leinen

85,3

22,8

24,4

9,4

24,9

169,8

Jute

188,6

1,7

59,0

70,9

16,0

125,9

Konfektion

—

—

97,2

—

—

244,7

2  520,1

123,6

908,5

674,8

1156,2

2  944,3

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug:  1  845,3  Mill.  Mark
„  Ausfuhr  „  Halbfabrikaten,  „  „  eingeführten,  „  1  032,6  „  „
„  „  „  Fertigwaren  „  „  „  „  2  035,8  „  „

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  60000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  120  Mill.  Mark
„  12000  t  Flachsfaser  „  „  „  11  „

131  Mill.  Mark
        <pb n="122" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

101

Im  Bezug  der  Rohstoffe  wird  England  sehr  durch  den  Umstand  unterstützt,
daß  seine  Kolonien  und  Schutzgebiete  fast  alle  gleichzeitig  große  Produzenten
an  Rohstoffen  der  Textilindustrie  sind.
Von  den  im  Jahre  1913  eingeführten  978186  t  roher  Baumwolle  kommen
212500  t  aus  Ägypten,  Britisch-Indien  und  Britisch-Afrika.
Von  den  eingeführten  362663  t  roher  Wolle  kommen  292135t  aus  Australien, ­
  Neuseeland,  Britisch-Südafrika,  Britisch-Indien  und  Ägypten.
Der  Bedarf  an  Rohjute  wird  ganz  von  Britisch-Indien  gedeckt.
Nur  Rohseide  wird  weder  im  Inlande  noch  in  den  Kolonien  gewonnen,
und  damit  hängt  es  vielleicht  zusammen,  daß  der  Seidenindustrie  in  England
nur  eine  geringere  Rolle  zufällt.

Halbfabrikate.
Bei  einer  verhältnismäßig  niedrigen  Einfuhr  ist  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten ­
  sehr  bedeutend.  Die  Hälfte  aller  aus  den  europäischen  Staaten  ausgeführten ­
  Halbfabrikate  wird  von  England  geliefert.
Baumwolle.  In  der  Ausfuhr  Englands  an  Halbfabrikaten  ist  die  Baumwollindustrie ­
  am  stärksten  vertreten.  Ausgeführt  wurden  1913  rohe  Garne  für
260,4  Mill.  Mark,  gebleichte  und  gefärbte  Game  für  46,2  Mill.  Mark,  rohe
Baumwollgewebe  für  559,3  Mill.  Mark.
Bei  den  Garnen  handelt  es  sich  teils  um  billige  Sorten,  die  in  die  verschiedenen ­
  Exportländer  gehen,  teils  um  feine  oder  gezwirnte  Garne,  die  an  die
europäischen  Länder  geliefert  werden;  solche  Garne  gingen  z.  B.  1913  nach
Deutschland  im  Werte  von  104,4  Mill.  Mark.
In  England  haben  sich  bekanntlich  die  Feinspinnereien  in  ganz  besonderem
Maße  entwickelt.  Im  Jahre  1913  waren  in  Englands  Spinnereien  59,3  Millionen
Spindeln  beschäftigt,  während  Deutschlands  Baumwollindustrie,  die  annähernd
zwei  Drittel  so  groß  als  die  englische  ist,  nur  mit  11,4  Millionen  Spindeln  arbeitet.
Die  Ausfuhr  der  gebleichten  und  gefärbten  Game  im  Werte  von  46,2  Mill.
Mark  geht  vornehmlich  nach  den  überseeischen  Ländern,  fast  die  Hälfte  davon
nach  Britisch-Indien.
Die  Ausfuhr  der  rohen  Gewebe  im  hohen  Werte  von  559,3  Mill.  Mark
beruht  darauf,  daß  Englands  Baumwollindustrie  auf  diese  Artikel  ein  großes
Gewicht  legt,  um  ihren  Spinnereien  und  Webereien  die  Massenproduktion  zu
ermöglichen.  Britisch-Indien  allein  bezog  1913  für  323,4  Mill.  Mark,  China  für
57  Mill.  Mark;  England  liefert  diese  Artikel  fast  nach  allen  Exportländern.
Feinere  rohe  Baumwollgewebe  gehen  auch  nach  den  europäischen  Ländern;
von  diesen  bezog  1913  Deutschland  für  15,5,  die  Schweiz  für  30,7  Mill.  Mark.
Wolle.  In  der  Einfuhr  ist  die  bedeutendste  Position  Streichgarne,  von
denen  im  Jahre  1913  für  69,2  Mill.  Mark  eingeführt  wurden.  Zum  größten  Teile
stammen  diese  aus  Frankreich  und  Belgien,  aber  auch  Deutschland  ist  mit
8,6  Mill.  Mark  an  der  Einfuhr  beteiligt,
        <pb n="123" />
        102

Textilindustrie  Großbritanniens.

In  der  Ausfuhr  sind  die  Positionen  Kammzug  und  Garne  sehr  bedeutend.
Am  stärksten  vertreten  sind  Kammgarne  mit  101,8  Mill.  Mark,  von  denen  nach
Deutschland  allein  für  56,5  Mill.  Mark  geliefert  werden;  der  Rest  verteilt  sich
auf  die  anderen  europäischen  Länder.
Die  Ausfuhr  an  Kammzug  beträgt  74,5  Mill.  Mark,  wovon  an  Deutschland
für  25,7  Mill.  Mark  geliefert  wurden.
Die  dritte  größere  Ausfuhrposition  umfaßt  die  Alpaka-,  Mohair-  und
Kaschmirgarne  im  Werte  von  52,9  Mill.  Mark,  wovon  Deutschland  den  größten
Teil,  und  zwar  für  38,1  Mill.  Mark  aufgenommen  hat.
Seide.  Eingeführt  wurden  1913  Florettseide  und  gezwirnte  Seide  und  die
gleichen  Artikel  wurden  auch  ausgeführt.  Die  Einfuhr  an  Florettseide  beträgt
4,4  Mill.  Mark  und  die  Ausfuhr  derselben  8,0  Mill.  Mark.  Die  englischen  Florettspinnereien ­
  decken  sonach  nicht  nur  den  inländischen  Bedarf,  sondern  können
auch  noch  für  die  Ausfuhr  arbeiten.
Leinen.  An  Leinengarnen  wurden  für  22,8  Mill.  Mark  ein-  und  für
24,9  Mill.  Mark  ausgeführt.  Die  Einfuhr  stammt  hauptsächlich  aus  Belgien  und
besteht  aus  billigeren  Garnen,  während  die  Ausfuhr,  die  nach  East  allen  europäischen ­
  Ländern  geht,  sich  auf  bessere  Qualitäten  bezieht.
Jute.  Die  Einfuhr  an  Jutegarnen  ist  nicht  bedeutend,  wohingegen  die
Ausfuhr  die  Eföhe  von  24,9  Mill.  Mark  aufweist.  Die  Ausfuhr  geht  zum  größten
Teil  nach  den  überseeischen  Ländern.

F  ertigwar  en.
Die  Ausfuhr  Englands  an  Fertigwaren  ist  eine  überaus  große.  Von  der
Fertigwaren-Ausfuhr  der  gesamten  europäischen  Staaten  entfallen  45  Proz.  allein
auf  England.  Die  Betrachtung  der  einzelnen  Zweige  wird  bei  den  später
folgenden  Abschnitten  betreffend  die  Entwickelung  der  Baumwoll-,  Woll-  und
Seidenindustrie  usw.  Englands  erfolgen.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Großbritanniens  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  zu  ersehen  ist,  beträgt  der
ungefähre  Produktionswert:

Mill.  Mark

Anteil  Großbritanniens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

3  502,2

28,6

Woll-  und  Halbwollindustrie

1  751,7

21,5

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

97,2

4,9

Leinenindustrie

407,6

22,4

Juteindustrie  ■

208,7

31,4

Kunstseidenindustrie

27,0

20,0

Konfektionsindustrie,  ähnlich  wie  bei  Deutschland,
dem  Ausfuhrwert  von  244,7  entsprechend  berechnet

367,0

29,3

6  361,4

24,2
        <pb n="124" />
        Produktion.  P03.
Die  Produktion  der  Textilindustrie  Großbritanniens  ist  die  größte  von  allen
europäischen  Staaten;  die  nächstgrößte  ist'  die  Deutschlands.  Dagegen  hat  die;
Textilindustrie  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  im  Jahre  1913/14  bereits
eine  höhere  Produktion  als  die  Großbritanniens  erreicht.
Interessant  ist  der  Vergleich,  der  in  einem  Bericht  des  Board  of  Trade
zwischen  den  Produktionen  der  Textilindustrie  und  der  Landwirtschaft  Großbritanniens ­
  gezogen  wird.  Danach  betrug  im  Jahre  1908
die  Produktion  der  landwirtschaftlichen  Produkte  (mit  Ausnahme ­

  von  Irland)  3  076  Mill.  Mark
die  Produktion  der  Textilindustrie  (einschl.  Irlands)  .....  6681  „

Die  vergleichenden  Zahlen  betreffend  die  Produktion  der  einzelnen  Gruppen
der  Textilindustrien  Großbritanniens,  Deutschlands  und  Frankreichs  sind  auf
S.  49/50  mitgeteilt.
Über  die  in  der  Textilindustrie  beschäftigten  Arbeiter  liegen  statistische
Angaben  nur  vom  Jahre  1907  vor.  Nach  diesen  betrug  die  Zahl  derselben
1  087  223,  welche  sich  wie  folgt  verteilt:

Erwachsene,  männliche  Arbeiter  310983  =  28,6  Proz.
Arbeiterinnen  über  18  Jahre  504  821  =  46,4  „
Junge  Leute  von  14  bis  18  Jahren  81  270  =  7,5  „
Arbeiterinnen  von  14  bis  18  Jahren  157  502  =  14,5  „
Kinder  unter  14  Jahren  32647  =  3,0  „

Baum  Wollindustrie.
Nach  der  amtlichen  Aufnahme  im  Jahre  1907  betrug  die  Produktion
Großbritanniens:
Rohe  Garne  682737  t  im  Werte  von  1  604,1  Mill.  Mark
Gebleichte  und  gefärbte  Garne  10171t  „  „  „  20,1  „
Gewebe  6453251000m  „  „  „  1676,2  „
Andere  Baumwollwaren  (wahrscheinlich
Spitzen,  Stickereien  und  Wirkwaren)  „  „  „  185,6  „  „
3  486  Mill.  Mark
Über  die  Baumwollspinnereien  und  Webereien  liegen  folgende  Angaben  vor:
Nach  „Worrals  Cotton  Spinners  and  Manufacturers  Directory  for  Lancashire“
  beziffert  sich  der  Gesamtbestand
der  Spindeln  Ende  1913  auf  59  317  187
„  Webstühle  „  „  „  805  452
Von  den  Spindeln  entfallen:
57  265  333  auf  reine  Spinnspindeln
2051854  „  Zwirnspindeln
Die  Zahl  der  Fabriken,  die  das  Spinnen  und  Weben  der  Baumwolle  betreiben, ­
  beträgt  2122,
        <pb n="125" />
        104

Textilindustrie  Großbritanniens.

Über  die  Zahl  der  Spinnereien  und  Webereien  Großbritanniens  gibt
auch  eine  Veröffentlichung  von  Chapman  und  Ashton 1 )  genauere  Auskünfte. ­
  Besonders  die  Verhältnisse  in  Lancashire  werden  dort  eingehender
beschrieben.

Im  Jahre

Zahl
der  Fabriken 1  2 )

Spindeln
in  Tausend

Webstühle
in  Tausend

1884

1911

1884

1911

1884

1911

Reine  Spinnereien

639

657

24  041

44  712

—

—

„  Zwirnereien

44

56

530

883

—

—

„  Webereien

557

855

—

—

226

478

Gemischte  Spinn-  und  Webereien  .

446

279

16  493

13  290

309

263

1686

1847

41  064  ,

58  885

535

741

Demnach  vermindert  sich  die  Zahl  der  gemischten  Betriebe  und  macht
sich  das  Bestreben  geltend,  die  Spinnereien  und  Webereien  getrennt  zu  halten.
Sowohl  die  Spinnereien  als  auch  die  Webereien  der  Baumwolle  haben
ihren  Hauptsitz  in  Lancashire.  Die  Größe  der  Spinnereien  ist  aus  nachstehender ­
  Aufstellung,  die  den  Stand  vom  Jahre  1911  wiedergibt,  ersichtlich:
26  Spinnereien  mit  nicht  mehr  als  2  500  Spindeln

56  „  „  mehr  als  2  500  bis  7  500
211  „  „  „  „  7  500  „  30000
152  „  „  30000  „  60000
175  *  .,  „  „  .  .  60000  „  100000
79  -  *  „  100000  „  130000
30  „  „  „  „  130000  „  170000
9  „  „  „  „  170000  „  200000
10  _  „  „  200000  „  260000
3  „  „  „  „  260  000  „  290  000
4  „  „  „  „  300  000  „  370  000
Je  1  Spinnerei  „  450  000  und  460  000

Außerdem  6  nicht  näher  bezeichnete  Spinnereien  mit  mehr  als  100  000  Spindeln  außerhalb  Lancashires.

Diese  Angaben  beziehen  sich  auf  Spinnereien  einschließlich  Zwirnereien
und  Abfallspinnereien.
Es  kann  als  zutreffend  angenommen  werden,  daß  früher  die  Spinnereien
mit  10  000  bis  20  000  Spindeln  vorherrschten,  und  dann  erst  größere  mit  20  000
bis  30  000  Spindeln  nachfolgten.  In  den  letzten  Jahren  wurden  vornehmlich
Spinnereien  mit  70  000  bis  80  000  Spindeln  eingerichtet  und  auch  diese  weichen
schon  den  Spinnereien  mit  noch  höheren  Spindelzahlen.

1 )  Journal  of  the  Royal  Statistical  Society  1914  April.
2 )  In  dieser  Aufstellung  fehlen  einige  kleinere  Fabriken  (67  für  1884  und  175  für  1911).
von  -welchen  keine  Angaben  über  ihre  Betriebsweise  zu  erhalten  waren.
        <pb n="126" />
        Produktion.

105

Was  die  Anzahl  der  Garnnummern  betrifft,  die  von  den  einzelnen  Spinnereien ­
  gesponnen  werden,  so  sind  dies  am  häufigsten  5  bis  10,  wie  auch  10  bis
15  Nummern.  Aus  nachstehender  Aufstellung  vom  Jahre  1911  ist  dies  genauer
zu  ersehen:

Zahl  der
Spinnereien

Zahl  der
gesponnenen
Nummern

Zahl  der
Spinnereien

Zahl  der
gesponnenen
Nummern

71

1  bis

5

8

30  bis  35

146

5

10

7

35  „  40

123

10  „

15

5

40  „  45

84

15  „

20

5

45  »  50

58

20  „

25

2

SO  „  55

24

25  „

30

3

55  *  60

4

60  „  65

Die  Spinnereien,  welche  sehr  viele  Garnnummern  spinnen,  gehören  meist
sehr  kapitalkräftigen  Gesellschaften,  die  nebeneinander  besondere  Einrichtungen
für  höhere  und  niedere  Nummern  haben  und  zuweilen  den  Abfall  der  höheren
Nummern  auf  niedere  verspinnen.
Die  Zahl  der  im  Jahre  1911  in  Großbritannien  befindlichen  reinen  Baumwollwebereien ­
  betrug  etwa  1050.  Von  diesen  Webereien  machten
855  in  Lancashire
86  in  Yorkshire
28  anderwärts
nähere  Angaben  über  ihre  Einrichtung.
Nach  der  Zahl  der  Webstühle  gruppieren  sich  die  Webereien  hauptsächlich  in
Webereien  mit  100  bis  200  Webstühlen
»  -  500  „  600
»  1000  „  1100
An  Webereien  mit  mehr  als  1000  Webstühlen  sind  außerhalb  Lancashire
nur  drei  ä  1100  aufgeführt.
Kleinere  Webereien  finden  sich  in  ziemlich  großer  Zahl,  weil  solche  leicht
in  Mietsräumen  und  mit  gemieteter  Kraft  einzurichten  sind.

Zahl  der
Webereien

Zahl  der
benutzten
Webstühle

Zahl  der
Webereien

Zahl  der
benutzten
Webstühle

Zahl  der
Webereien

Zahl  der
benutzten
Webstühle

3

25

37

500

8

1600

19

50

102

600

7

1700

24

75

59

700

4

1800

37

100

43

800

7

1900

74

150

38

900

5

2000

70

200

29

1000

4

2100

55

250

38

1100

2

2200

65

300

17

1200

3

2300

58

350

15

1300

3

2400

61

400

6

1400

2

2700

68

450

6

1500
        <pb n="127" />
        106

Textilindustrie  Großbritanniens.

Wollindustrie.
Die  amtliche  Aufnahme  im  Jahre  1907  ergibt  nachstehende  Produktion.
Während  nun  die  Wertangaben  bei  der  Produktion  der  Baumwolle  richtig  sein
mögen,  kann  dies  bei  den  Wertangaben  der  Wollindustrie  nicht  angenommen
werden.  Diese  besitzen  wie  alle  ähnlichen  Produktionsaufnahmen  nur  einen
sehr  fraglichen  Wert  und  die  Zahlen  sind  hier  nur  wiedergegeben,  weil  sie  hinsichtlich ­
  der  Mengenangaben  immerhin  einen  gewissen  Anhaltspunkt  über  die
Industrie  zu  bieten  vermögen.

Kammzug

Werte

von  55

Mill.  Mark

Kämmlinge,  Abfälle,  Flocken

„  28,7

5*  W

Shoddy,  Mungo  usw.  .  .  .

„  36,6

Streichgarne

»

„  49.2

M  »

Kammgarne

„  327,6

»

Alpaka-,  Mohair-  und  andere  Haargarne  ,

.  .  .  14160  t

»

*  55,5

M

Wollengewebe  -

.167806000  m

„

„  336,7

»  »

Kammgarngewebe

184071  000  „  „

„  320,6

Damast  und  Möbelstoffe

2  383  000  „

„

„  5,0

»

Woll-  und  Mohairplüsch

2  812  OOO  „

„  6,7-»



Flanelle  und  Delaines

45  470  000  „

„  35,7

»  „

Teppiche

23  809  000  „

»

„  68,1

Decken  (ohne  Reisedecken)

3  226  000  qm  „

„  12,3

Bettdecken

178  000  Stück  „

„

„  0,8

„  n

„

3115  000  Paare  „

„  29,6

„  •  „

Schale  und  Reisedecken

2  118  000  Stück  „

„

„  9,4

„  „

Sonstige  Wollerzeugnisse

„

„  34,1

»  M

1  411,6  Milt.  Mark
Über  die  Wollspinnereien  und  -Webereien  Großbritanniens  (Kammgarn- ­
  und  Streichgarnindustrie)  machen  Chapman  und  Ashton  in  der  bereits
S.  104  erwähnten  Veröffentlichung  folgende  Angaben:
Die  Zahl  der  Fabriken  in  Großbritannien,  welche  Kamm-  und  Streichgarne
spinnen  und  weben,  betrug  im  Jahre  1911  etwa  1250.  Von  diesen  haben  nur
1169  die  gestellten  Fragen  beantwortet  und  verteilen  sich  in  folgender  Weise:
'  Reine  Spinnereien  Reine  Webereien  Gemischte  Betriebe
1
277  417  475
Der  Hauptplatz  für  Kammgarnspinnerei  ist  Bradford,  während  Huddersfield
der  Hauptplatz  für  Streichgarnspinnerei  ist.  Im  Bradforder  Distrikt  bemerkt
man  größere  Zahlen  von  Spinnereien  zu  je  etwa  4000,  6000  und  10000  Spindeln,
im  Huddersfielder  Bezirk  fällt  nur  die  Zahl  von  2000  Spindeln  auf,  welche,
allgemein  gesprochen,  die  ungefähre  Grenze  für  Streichgarnspinnereien  zu  sein
scheint.

Von  den  etwa  360  Kamm-  und  Streichgarnspinnereien  in  Yorkshire
machten  245  nähere  Angaben,  wonach  sie  mit  folgenden  Spindelzahlen  arbeiten.
*
        <pb n="128" />
        Produktion.

Von  den  außerhalb  Yorkshires  belegenen  Wollspinnereien  berichteten  3
der  folgenden  Tabelle  in  Klammern  neben  der  zugehörigen  Spindel
geführt  sind.

4  Spinnereien  mit

nicht  mehr  als  .  .  .

1  000  Spindeln  (8)

28

„

„

mehr  als

bis

2  000

„

(7)

27

„

„

„  „

3  000

„

(3)

33

„

„  „

4000

„

(0

17

n

„

5  000

17

„

„

„

6  000

„

(3)

18

„

„

„

7  000

n

(1)

15

„

„

9000

,,

(4)

14

„

10000

„

9

„

11  000

„

12

„

„

13  000

1

13

„

„  „

„

15  000

„

(5)

38

„

„

n  „

iS  000

„

)

Als  reine  Kammgarnspinnereien  in  Yorkshire  bezeichneten  sich  hiervon ­
  160  Firmen,  und  zwar  mit  folgender  Spindelzahl:

14  Spinnereien  mit  nicht  mehr  als  2  500  Spindeln

36  „  mehr  als  2500  bis  4000
24  „  „  „  „  4  OOO  „  6  000
14  „  „  „  „  6  000  „  8  000
18  „  „  „  „  8000  „  10000
13  „  „  „  „  10000  „  13000
10  „  „  „  „  13000  „  15000
5  „  „  „  „  15000  „  17000
26  „  „  „  „  17  000

332  Webereien  in  Yorkshire,  die  Kamm-  und  Streichgarngewebe
herstellen,  arbeiteten  mit  folgender  Anzahl  an  Webstühlen:

35

Webereien  mit

....  25  Webstühlen

21  Webereien

mit

.  .  200  bis  300  Webstühlen

73

IO

»

.  .  300

400  „

48

„  „

9

„

.  .  400

500

44

„  „

....  100

3

.  .  500  ,

600  „

51

.  100  bis  150  „

3

„

„

700

30

„  „

.  150  „  200

5

,,

„

über  .

7oo

Leinenindustrie.
Nach  der  amtlichen  Aufnahme  im  Jahre  1907  betrug  die  Produktion
Großbritanniens:
Leinengarne  und  Nähgarne  58  046  t  im  ungef.  Werte  von  149,2  Mill.  .Mark
Glatte  Leinengewebe,  roh  und  gebleicht  .  .  .  244819000  m  „  „  „  „  126,8  „  „
Gefärbte  oder  bedruckte  Gewebe,  Damast  ...  58  356  000  „  „  „  „  ,,  49,8  „  „
Segeltuch  und  Canevas  22191000  „  „  „  ,»  ,,  2 4,7  „  „
Sonstige  Artikel  ,,  ,,  »  „  33,3  „  ,,
383,8  Mill.  Mark
Die  Leinenindustrie  der  Welt  beschäftigt  etwas  mehr  als  3  Mill.  Spindeln
(siehe  S.  21),  von  diesen  laufen  in  Irland  1  161  874-  Die  Zahl  der  in  Irland
beschäftigten  mechanischen  Webstühle  beträgt  57  500,
        <pb n="129" />
        108

Textilindustrie  Großbritanniens.

Es  ist  von  Interesse,  hier  nachstehende  Daten  aus  der  irländischen
Leinenindustrie  anzuführen,  welche  einer  Mitteilung  des  internationalen  Bundes
der  Flachsspinner  entstammen J ).
Die  irische  Leinenindustrie  ist  hauptsächlich  in  der  Provinz  Ulster  konzentriert
und  breitet  sich  hier  über  den  Norden  der  Insel  aus.  Ulster  samt  der  Metropole
Belfast  nehmen  auf  dem  Gebiete  der  Leinenfabrikation  eine  ähnliche  Weltstellung
ein,  wie  etwa  Lancashire  mit  Manchester  auf  dem  Felde  der  fabriksmäßigen  Verarbeitung ­
  der  Baumwolle.  Exportiert  werden  die  Erzeugnisse  vornehmlich  nach
den  Vereinigten  Staaten,  welche  allein  so  viel  Ware  aufnehmen,  als  alle  übrigen
Staaten  zusammen.  1895  waren  an  der  Aufnahme  der  Ausfuhr  die  Vereinigten
Staaten  mit  53,4  Proz.,  1900  mit  48,7  Proz.,  1905  mit  50,9  Proz.  und  1910  mit
51  Proz.  beteiligt.  In  Stückware  betrug  die  Quote  1912  52,46  Proz.  Hingegen
ist  der  Anteil  an  Segeltüchern  verschwindend  klein.  Das  meiste  darin  empfangen
Australien,  Indien  und  auch  Deutschland.  In  karierten,  bedruckten,  gefärbten
und  geblümten  Artikeln  sowie  Damasten  bezieht  Amerika  zwischen  einem
Drittel  und  einem  Viertel  der  gesamten  Ausfuhr,  den  Rest  Australien,  Brasilien,
Kuba,  Kanada  und  Argentinien,  wogegen  die  glatte  und  rohe,  nicht  gebleichte
Ware  zu  zwei  Dritteln  nach  den  Vereinigten  Staaten,  kleinere  Mengen
nach  Indien,  Deutschland,  Kuba,  Brasilien,  Japan,  Ägypten,  Australien  und
Kanada  gehen.  In  konfektionierten  Fabrikaten  übertrifft  der  Bedarf  Amerikas
alle  anderen  Länder  zusammen.
Den  besten  Markt  für  Zwirne  bildet  Australien.  Amerika  kommt  an  zweiter
Stelle.  Das  bedeutendste  Spinnunternehmen  ist  das  derFirma  J.  &amp;amp;  T.  M.  Greeves  Ltd.
in  Belfast  mit  70  000  Spindeln,  während  die  meisten  Stühle,  1800,  William
Ewart  &amp;amp;  Son  Ltd.  in  Belfast  beschäftigen.  Eine  weitere  große  Firma  ist  die
York  Street  Flax  Spinning  Co.  Ltd.  in  Belfast  mit  63000  Spindeln  und
1000  Webstühlen.  Sie  wird  an  Spindeln  und  Webstühlen  zwar  von  anderen
Fabriken  übertroffen,  mit  Rücksicht  auf  Vereinigung  von  Spindeln  und  Stühlen,
ferner  eigener  großer  Bleicherei,  Ausrüsterei  usf.  ist  sie  aber  unerreicht.
Die  Handweberei  behauptet  sich  noch  einigermaßen  in  den  Gegenden  von
Down,  Armagh,  Antrim  und  Lisburn.  Sie  beschäftigt  sich  meistens  mit  der
Herstellung  einiger  Spezialitäten.  Nachdem  die  Konkurrenz  des  mechanischen
Stuhles  in  den  glatten  Geweben  am  schärfsten  ist,  sieht  sich  ein  großer  Teil  der
noch  vorhandenen  Handweber  veranlaßt,  Beschäftigung  in  besonders  schweren
Damasten  und  blumiggemusterten  Stoffen  zu  suchen.  Die  Tagesleistung  eines
Handstuhles  beträgt  bis  4  Yards  solcher  Ware  und  darüber,  bewegt  sich  aber
im  Durchschnitt  um  2  bis  3  Yards  herum.  Nach  Schätzungen  beliefen  sich  die
Jahresarbeitslöhne  aller  irischen  Handweber  1893  auf  die  Summe  von  220  000  £,
1910  aber  nur  noch  auf  55000  £.  Die  Firma  John  S.  Brown  &amp;amp;  Sons  Ltd.
in  Lurgan  führt  in  ihrem  Verzeichnis  neben  950  mechanischen  Stühlen  noch
750  Handwebstühle  an.
J )  Österr.  Wollen-  und  Leinenindustrie  1914,  S.  104  und  1912,  S.  436.
        <pb n="130" />
        Produktion.

109

Nach  den  Berichten  der  Flax  Supply  Association  in  Belfast  sind  die  zeitweilig ­
  geschlossenen  Fabriken,  welche  über  945  962  Spindeln  verfügen,  nach  und
nach  alle  wieder  in  Betrieb  gesetzt  worden.  Es  ist  unumstößliche  Tatsache,
daß  derzeit  die  Position  der  irischen  Leinenindustrie  so  kräftig  ist,  wie  sie  in
der  Geschichte  dieser  wandlungsreichen  Industrie  kaum  ein  zweites  Mal  als
dagewesen  angesehen  werden  kann.  Alle  mitwirkenden  Faktoren,  der  Bauer,
Spinner,  Weber  und  Ingenieur  vereinigen  sich  im  Bemühen,  der  Wohlfahrt
dieser  alten  Industrie  die  möglichste  Pflege  angedeihen  zu  lassen.  Es  wird  oft
behauptet,  daß  sich  technisch  seit  50  Jahren  kein  AVandel  der  Arbeitsmethoden
vollzogen  habe.  Wie  jedoch  der  Belfaster  Leinentechniker  James  G.  Crawford
auf  einer  Versammlung  des  Textilinstitutes  in  Belfast  vor  einigen  Monaten  in
einem  längeren  Vortrage  nachwies,  ist  das  Bild,  welches  heute  eine  Flachsgarnspinnerei ­
  bietet,  von  jenem  vor  50  Jahren  doch  etwas  verändert.  Insbesondere
kann  konstatiert  werden,  daß  die  Produktion  pro  Arbeiter  eine  merkliche  Erhöhung ­
  erfahren  hat,  indem  die  neueren  Maschinen  eine  leichtere  Beaufsichtigung
gestatten  und  mit  verschiedenen,  wenn  auch  nicht  epochalen  Verbesserungen
ausgerüstet  erscheinen.  Ein  Mädchen  in  den  älteren  Fabriken  bediente  124  Spindeln
bei  2 1 / 2 "-Teilung,  heute  aber  260.  In  der  Vorbereitung  ist  der  Fortschritt  allerdings ­
  nur  ein  geringer.  Dessenungeachtet  macht  sich  aber  das  Bestreben  sichtbar, ­
  auch  hier  die  Maschinen  leistungsfähiger  auszubauen.  Es  darf  auch  nicht
vergessen  werden,  daß  das  Spinnen  von  Flachs  gegenüber  dem  von  Baumwolle
mit  größeren  Schwierigkeiten  verknüpft  ist,  langsamer  vor  sich  geht  und  mehr
Kosten  verursacht,  was  seine  Begründung  in  der  anderen  Struktur  der  Faser
lindet.  Weitere  Schwierigkeiten  sind  der  Industrie  durch  die  Verbesserungen
in  der  Veredlung  der  baumwollenen  Gewebe  entstanden,  die  dahin  abzielen,
Leinen  aus  diversen  Positionen  zu  verdrängen  bzw.  der  baumwollenen  Ware  im
Äußeren  das  Aussehen  leinener  zu  verleihen.  Der  Kostenpunkt  einer  Leinenspinnerei ­
  weicht  von  dem  einer  Baumwollspinnerei  sehr  bedeutend  ab  und
schwankt  zwischen  5  bis  8  £  pro  Spindel,  wogegen  die  neuen  englischen  Baumwollspinnereien ­
  samt  und  sonders  mit  25  s  bis  27  s  6  d  pro  Spindel  hergestellt
werden.  1850  besaß  Irland  im  ganzen  88  mechanische  Leinenwebstühle.  1911
befanden  sich  34942  im  Betriebe.  Mit  Ausnahme  einiger  kleiner  Rückschläge
hat  die  Zahl  derselben  seit  60  Jahren  konstant  Vermehrung  erfahren.  Meistens
werden  die  neuen  Stühle  in  solchen  Fabriken  in  Gang  gesetzt,  die  sich  nur  auf
Weberei  verlegen  wollen.  I872  zählte  man  z.  B.  6579  angegliederte  Stühle  und
8255  besondere,  1885  von  ersteren  10  979,  1897  10  894,  1904  aber  nur  noch  8225
oder  294  weniger  als  1872.  Seitdem  sind  die  separat  aufgestellten  Stühle  auf
der  Höhe  von  28  249  Stück  angelangt.  Irland  verbraucht  jedes  Jahr  bedeutende
Mengen  fremder  Leinengarne  und  exportiert  dagegen  seine  eigenen  vorzüglichen
Qualitäten.  So  führte  Belfast  19H  16  240  000  Pfund  ausländischer  Gespinste  ein
und  21390120  Pfund  wieder  aus,  dem  ein  Gesamtimport  im  ganzen  Vereinigten
Königreiche  von  28801612  Pfund  im  Werte  von  l  051  509  V  und  ein  Gesamtexport ­
  von  18003  000  Pfund  im  Werte  von  1  218994  £  gegenübersteht.
        <pb n="131" />
        110

Textilindustrie  Großbritanniens.

Juteindustrie.
Die  Juteindustrie  Englands  ist  hauptsächlich  in  Schottland  bzw.  in  Dundee
vertreten.  Die  Gesamtzahl  der  beschäftigten  Arbeiter  beläuft  sich  auf  etwa
40  000;  davon  sind  der  größte  Teil  weibliche  oder  jugendliche  Arbeitskräfte.
Nach  der  amtlichen  Aufnahme  von  1907  betrug  die  Produktion  Großbritanniens ­

  :
Jutegarn  136438  t  im  Werte  von  82,0  Mill.  Mark
Jutegewebe  209  491000  m  „  „  „  66,0  „  „
„  2  680  000  qm  „  „  „  6,8  „
Jutewaren  591311  „  „  „  44,4  „  „
Sonstige  Artikel  „  „  „  0,7  „  „
199,9  Mill.  Mark

Nach  der  erwähnten  Veröffentlichung  von  Chapman  und  Ashton  sind  in
Großbritannien  376  Spinnereien  und  Webereien  der  Leinen-  und  Juteindustrie
in  Tätigkeit,  von  welchen  227  die  gestellten  Fragen  beantwortet  haben.  Diese
verteilen  sich  wie  folgt:

56  Spinnereien

137  Webereien

34

gemischte  Betriebe.

Größe  der  Spinnereien.

Größe  der  Webereien.

11

Spinnereien  mit  bis  zu

2  500  Sp.

6  Weber

eien  mit  bis  zu

...  50

Webst.

9

„  „  2  SOO  bis

5  000  „

14

„

„

SO  bis  100

„

14

„  „  5  000  „

10  000  „

33

„

„

100  „  200

„

14

„  „  10  000  „

20  OÖO  „

28

„

„

200  „  300

„

5

„  „  20  000  „

30  000  „

21

„

„

300  „  400

1

„  „

35000  „

11

„

„

400  „  500

„

1

*  „

60000  „

18

„

„

500  „  800

1

„  „

70000  „

2

„

„

.  .  .  1000

„

4

„

„  über

.  .  .  1000

„

Der  Inlandsverbrauch  Großbritanniens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Dieser  betrug  an:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit
46  Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

25,00

Woll-  und  Halbwollwaren

...  1  099,2

23,90

Seiden-  und  Halbseidenwaren.  .  .  .

•  ■  •  311,6

6,77

Leinenwaren

5,16

Jutewaren  x )

Konfektionswaren

367,0

Ab  mehreingeführte  Konfektionswaren


132,1  234,9

5,10

3  157,8

65,93

J )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="132" />
        Inlandsverbrauch.  —  Absatzverhältnisse.

111

Nur  bei  Baumwollwaren  ist  der  Verbrauch  pro  Person  berechnet  niedriger
als  in  Deutschland;  der  Verbrauch  an  Woll-,  Seiden-,  Leinen-  und  Konfektionswaren ­
  dagegen  ist  höher.
Gegen  Frankreich  ist  der  Verbrauch  an  Woll-,  Seiden-  und  Leinenwaren
etwas  niedriger,  der  Verbrauch  an  Konfektionswaren  dagegen  etwas  höher.
Der  Gesamtverbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  beträgt  in  England
65,93  Mark  gegen  58,92  Mark  in  Deutschland  und  66,22  Mark  in  Frankreich.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Großbritanniens  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  im  Werte  von  6361,4  Mill.  Mark  kommen
auf  den  Inlandsverbrauch  auf  die  Ausfuhr
49,6  Proz.  50,4  Proz.
Die  große  Bedeutung  der  englischen  Textilindustrie  liegt  in  erster  Linie
in  ihrer  hohen  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren,  die  sie  nach  allen
Erdteilen  liefert.
Die  größten  Abnehmer  sind  Englands  Besitzungen  und  Schutzgebiete,  die
zumeist  auch  die  stärksten  Verbraucher  seiner  Textilwaren  sind.
So  betrug  im  Jahre  1913  die  Ausfuhr  an  Textilwaren  nach

Britisch-Indien  und  Ceylon  .  .  847,7  Mill.  Mk.
Kanada  und  sonst.  Besitzungen
in  Nordamerika  249,1  „  „
Australischer  Bund  232,1  „
Südafrikanischer  Bund  ....  138,6  „  „

Ägypten  81,2  Mill.  Mk.
Neuseeland  66,2
Britisch-Ost-  und  Westafrika  .  .  59,0
Straits  Settlements  45,4

Die  übrigen  größeren  Absatzländer  Englands  sind:

Deutschland  ....
Vereinigte  Staaten  .  .
China  und  Hongkong
Frankreich
Belgien
Argentinien  ....
Rußland
Niederlande  ....

.  .  .  503,8  Mill.  Mk.
•  •  •  413,7  ,  „
....  269,4  „
.  .  .  .  209,4  „  „
.  .  .  .  153,7  „  „
•  •  .  •  144,7  „  „
.  .  .  .  132,9  „  „
.  .  .  .  124,7  „

Türkei
Niederländisch-Indien
Brasilien
Japan
Schweiz
Chile
Schweden
Italien

115,8  Mill.  Mk.
'73,6  „
72,9  „  „
64,8  „  „
64,0  „
43,3  »  »
39,7  „  „
32,1  „
        <pb n="133" />
        Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Baumwolle  R

984  957

1439.6

1462,9

836

862

116  799

186,5

196

98,1

96,9

Abfall  von  bearbeiteter  Baumwolle  ,

15  782

10,5

13,3

2,7

—

52  295

32,7

25,8

11,7

5,3

Baumwollgarne,  roh  H

3  372

5,5

4,1

58

78  828

260,4

230,9

122

197,8

„  gebleicht,  gefärbt  „

1  868

5,8

4

5,8

16387

46,2

41,4

35,9

53,9

Baumwollgewebe,  roh  2  157  481  TM 1 )  .,

1,9

1,4

172  598

559,3

420

330,2

428,3

„  gebleicht  .  .  .  .  1  871  406  „  F

2

1,7

168  426

551,9

401,8

269,9

272

„  im  Stück  gefärbt  .  1053  509  „  „

46,8

38,1

94  815

443,9

367,8

„  bedruckt  1  126  140  „  „

13,4

11,4

90  091

341,6

328,9

(Auch  Hand-  u.  sonstige  Tücher)

19

13,8

•  468,4

Tücher,  Schale,  bedr.  u.  unbedr.  .  .  70  653  „  „

—

—

6  538

24,9

—

(Nicht  in  Stückform)

Gewebe  aus  gefärbten  Garnen  .  .  .  265  695  „  „

4,4

2,1

21  255

98,1

86,8

Buchbinderleinwand

0,2

0,2

—

—

—

—

—

Spitzen  und  Patentmaschengewebe  „

46,8

51,8

2  3,7

18,5

4  575

83,8

86,6

54,5

41,8

Stickereien  einschl.  Posamente  in  kleineren  Mengen  .  „

65,9

60,1

23,9

9,1

1  140

25,5

22,2

31,3

43,1

Handschuhe

14,8

11,4

&amp;gt;  12,6

o,5

0,3

\  8

7,3

Socken,  Strümpfe  u.  dgl

47,2

37,1

1  890  &amp;lt;

13,7

11,8

/

Bänder  und  Besatzartikel  *.  .  .  „

22,0

21,4

{

1,9

1,9

—

—

Nähgarne

—

—

9  391

70,5

85,5

80,2

61

Baumwollwaren,  nicht  näher  bezeichnet  „

28,3

23,6

65,7

34,3

10  000

66,2

71,1

53,6

51,7

(In  den  früheren  Jahren  meist  Wirkwaren  und

sonstige  ähnliche  Artikel)

Fertigwaren,  die  aus-  u.  wieder  ausgeführt  wurden,  darunter

  im  Jahre  1913  Gewebe  für  6,2,  Spitzen  für  25,1,

Stickereien  für  12,1,  Wirkwaren  für  6,8  Mill.  Mk.  .  „

—

—

—

—

—

—

56,6

62,9

16,8

n,8

1755,1

1744,6

989,4

946,8

845  028

2864,2

2441,7

1580,6

1675,4

l)  Die  englische  Statistik  gibt  bei  Geweben  nur  die  Yardszahl  an,  die  sich  leicht  in  Meter  umrechnen  läßt.  „TM“  bedeutet  1000  m.  Die
bei  den  Geweben  in  der  Ausfuhr  angegebenen  Tonnenzahlen  sind  im  Gegensatz  zu  den  anderen  nicht  der  amtlichen  Statistik  entnommen,  sondern
durch  möglichst  sorgfältige  Umrechnung  gewonnen,  können  aber  immerhin  nur  als  Anhaltspunkt  dienen.  Die  angegebenen  Meterzahlen  beziehen  sich
nur  auf.  die  Ausfuhr.

112  Baumwollindustrie  Großbritanniens.
        <pb n="134" />
        Produktionswert.

113

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Großbritanniens

im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen:
Rohe  Baumwolle  .  868  158  t
Ab  8  Proz.  Spinnverlust  69452  t  798706  t
Abfälle  von  bearbeiteter  Baumwolle  3  5  782  t
814488  t
Ab  Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie  .  .  .  45  500  t
768  988  t
Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:

586  227  t
182761t
182  7611  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5000  J{s  angenommen,  913,80  Mill.  Mark.
Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  913,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  865,9  ,,  ,,
Ausgeführte  Fertigwaren  „  1  722,5  „  „
3  502,2  Mül.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.  4
Für  das  Inland  verarbeitet  für  913,8  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  235,2  „  „
1  149,0  Mill.  Mk.

Garne,  roh,  gebleicht  und  gefärbt  89  975  t
Gewebe,  roh  172  598  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe,  gebleicht

„  aus  gefärbten  Garnen
Spitzen  und  Patentmaschengewebe
Stickereien
Wirkwaren,  Bänder  und  Besatzartikel  .  .  .  .
Nähgarne
Baumwollwaren,  nicht  näher  bezeichnet  .  .  .
Ausfuhrwert  der  Fertigw.  1  722,5  Mill.  Mk.

262  573  t

Wert
pro  Tonne
in  Mark

168  426  t

3270

94815  t

4  700

96  6291

3  800

21  255  t

4  600

4  575  t

18  300

1  140  t

22  400

1  890  t

8  500

9  391t

7  500

10000t

6600

408  121t

4  220

Ab  15  Proz.  Appretur  von  563  114  t  Geweben  und  Nähgarnen
Es.  verblieben  für  den  Innenverbrauch

408  1211
670  694  t
84  4671

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

8
        <pb n="135" />
        114

Baumwollindustrie  Großbritanniens.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Großbritanniens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

862,0

838,7

1476,2

1450,1

102,2

109,8

221,8

219,2

Halbfabrikate  ....

9,1

5,8

9,5

13,2

680,0

488,1

692,3

865,9

Fertigwaren

75,7

144,9

258,9

291,8

893,2

982,7

1527,6

1779,1

946,8

989,4

1744,6

1755,1

1675,4

1580,6

2441,7

2864,2

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  33,6  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  58,2  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  28,6  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Bauwollwaren  im  Jahre  1913  13,2  „
England  hat  die  stärkste  Produktion  an  Baumwollwaren  in  Europa,  doch
ist  der  Unterschied  gegen  Deutschlands  Produktion,  28,6  gegen  19,1  Proz.,  nicht
allzu  bedeutend.  Viel  größer  ist  der  Unterschied  im  Anteil  an  der  Ausfuhr.
Deutschlands  Anteil  beträgt  nur  11,9  gegen  58,2  Proz.  Englands.  Mehr  als  die
Hälfte  sämtlicher  aus  europäischen  Ländern  ausgeführter  Rohstoffe  und  Erzeugnisse ­
  der  Baumwollindustrie  kommt  daher  aus  England.
Die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  an  Baumwolle  und  Baumwollwaren
von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
85  Proz.  71  Proz.
Berücksichtigt  man,  daß  die  Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1890  bereits  eine  beträchtliche ­
  war,  ist  die  Steigerung  —  wenn  sie  auch  gegen  die  Deutschlands
und  Frankreichs  zurücksteht x )  —  doch  eine  recht  hohe.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  ist  von  1890  bis  1913  um  62  Proz.  gestiegen, ­
  und  zwar  am  stärksten  in  der  Periode  von  1900  bis  1910,  während  in
den  letzten  Jahren  ein  Rückgang  sich  geltend  machte.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  99  Proz.  gestiegen, ­
  und  zwar  von  1900  ab  in  ziemlich  gleichmäßiger  Weise.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  27  Proz.  .
Bei  der  Baumwollindustrie  Englands  zeigen  sich  die  bei  der  Baumwollindustrie ­
  Deutschlands  erwähnten  Entwickelungsverhältnisse  in  verstärktem  Maße.
Auch  hier  hat  sich  die  Periode  1900  bis  1910  am  günstigsten  entwickelt  und
zwar  gegen  die  erste  Periode  1890  bis  1900  sprunghaft  mit  einer  Rohstoff-Einfuhrerhöhung
  von  72  Proz.  und  einer  Fertigwaren-Ausfuhrerhöhung  von
55  Proz.  Im  letzten  Abschnitt  von  1910  bis  1913  erreicht  die  Fertigwarenausfuhr
        <pb n="136" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

115

noch  annähernd  die  gleiche  Erhöhung,  während  der  Rohstoffverbrauch  zurückging, ­
  so  daß  dementsprechend  der  Inlandsverbrauch  nachgelassen  hat.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Erhöhung  von
285  Proz.  und  in  dieser  Richtung  steht  England  mit  Deutschland  annähernd  gleich.

Rohstoffe.

Nach  Qualitäten  geordnet  wurden  an  loser  Baumwolle  im  Jahre  1913
folgende  Mengen  eingeführt.  Die  Einfuhrzahlen  von  1890  sind  beigefügt,
weil  aus  der  Gegenüberstellung  zu  ersehen  ist,  welche  Verschiebungen  die  Einfuhr ­

  erfahren  hat.

Aus  den  Vereinigten  Staaten  597,243  t
„  Ägypten  ■  80,217  t
„  Britisch-Indien  108,2881
„  Brasilien  12,710  t
„  Peru  3,5881
„  Chile  531  t
„  Britisch-Südafrika  469  t
„  „  -Westafrika  —
„  „  -Ostafrika  —
„  Portugiesisch-Afrika  -.  —
„  Deutsch-Ostafrika  —

1913
717,900  t
182,409  t
23,2411
27,997  t
17,398  t
124  t
2,791  t
5,059  t
1,172  t
95  t

803,046  t  978,186  t

Am  auffälligsten  erscheint  der  starke  Rückgang  der  Einfuhr  der  indischen
Baumwolle  bei  gleichzeitiger  starker  Erhöhung  der  Einfuhr  aus  den  südamerikanischen ­
  Staaten.  Es  bestätigt  dies  vielleicht  die  in  England  vorherrschende
Ansicht,  daß  es  im  allgemeinen  vorteilhafter  sei,  die  bessere,  wenn  auch  teurere
Baumwolle  zu  verarbeiten.

Halbfabrikate.

a)  Garne.
Die  Ausfuhr  sowohl  in  rohen  als  auch  in  gebleichten  und  gefärbten
Garnen  ist  eine  sehr  bedeutende,  und  zwar  ist  die  Ausfuhr  der  rohen  Garne
eine  stetig  stark  steigende,  während  die  der  gebleichten  und  gefärbten  Garne
die  frühere  Höhe  vom  Jahre  1890  noch  nicht  wieder  erreicht  hat.

1890
Die  Ausfuhr  der  Rohgarne  betrug  .  .  197,8
„  „  „  gebleichten  und  gefärbten ­
  Garne  betrug  53,9

1900  1910  1913
122,0  230,9  260,4  Mill.  Mark
35,9  4U4  46,2  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  der  Rohgarne  im  Jahie

1913  waren:
Deutschland.  .  104,4  Mill.  Mk.
Niederlande.  .  36,1  „  „
Britisch-Indien  23,7  „  „
Schweiz  .  .  .  19,4  „  „
Ver.  Staaten  .  12,5  „  „
Frankreich  11,7  „  „
Belgien  .  .  .  6,8  „  „

Rumänien  .  .  .  6,5  Mill.  Mk.
Türkei  5,0  „  „
Rußland  ....  5,2  »  „
Kanada  4,5  „  »
Österr.-Ungarn  .  3,4  „  „
Norwegen  .  .  .  2,5  „  „
Schweden.  ...  2,1  „  „

Bulgarien.  .  .  .  1,5  Mill.  Mk.
Argentinien.  .  .  1,5  „  „
Hongkong  ...  1,5  -  „
Brasilien  .  ...  1,3  „  „
Kolumbien  ...  1,2  „  „
Ägypten  .  ...  1,0  „  „
8*
        <pb n="137" />
        116

Baum  Wollindustrie  Großbritanniens.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  der  gebleichten  und  gefärbten
Garne  im  Jahre  1913  waren:

Britisch-Indien  .  22,5  Mill.  Mk.
Türkei  ....  4,0  „  „
Str.  Settlements  1,8  „  „

Kanada  1,4  Mill.  Mk.
Kolumbien  .  .  .  1,4  „  „
Ver.  Staaten.  .  .  1,4  „  „

Bulgarien.  .  .  .  1,1  Mill.  Mk.
Frankreich  .  .  .  0,8  „  „

b)  Rohe  Gewebe.
Noch  viel  größer  als  die  Ausfuhr  der  Rohgarne  ist  die  Ausfuhr  der  rohen
Gewebe;  auch  bei  diesen  ist  die  Entwickelung  besonders  in  den  letzten  Jahren
eine  sehr  stark  steigende.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Britisch-Indien

323,4  Mill.  Mk.

Honkong  .  .  .

.  9,9  Mill.  Mk.

Neuseeland  .  .

.  2,4  Mill.  Mk.

China  .  .  .  .

57,0  „  „

Str.  Settlements

7,9  „  ,,

Griechenland  .

.  2,2  „

Schweiz  .  .  .

30,7  „  „

Australien  .  .

7,4  „  „

Chile

.  2,0  „

Türkei  .  .  .  .

17,5  „  „

Java

7,2  „

Nigeria....

.  1,8  „

Niederlande

16,3  „  „

Kanada....

5,5  „  „

Schweden.  .  .

•  1,6  „

Deutschland  .

15,5  „  „

Japan  ....

•  4,6  ..

Belgien....

.  1,5

Ägypten  .  .  .

13,7  „  „

Argentinien.  .

3,4  „  „

Fertigwaren,
a)  Gebleichte  Gewebe.
Die  gebleichten  Gewebe  sind  in  der  Ausfuhr  eine  der  Hauptpositionen  und
überhaupt  einer  der  stärksten  Artikel  der  englischen  Baumwollindustrie.  Die
Ausfuhr  darin  hat  sich  in  den  letzten  13  Jahren  mehr  als  verdoppelt.
Die  Ausfuhr  betrug:
1890  1900  1910  1913
272,0  269,9  401,8  551,9  Mill.  Mark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Britisch-Indien

183,4

Mill.  Mk.

Chile

7,3

Mill.  Mk.

Siam

2,6  Mill.  Mk.

China  ....

60,7

„  „

Franz.-Afrika  .

6,7

n  n

Mexiko  ....

2,4  „

„

Türkei  ....

25,8

„  „

Kolumbien  .  .

6,4

Niederlande  .  .

2,5  „

..

Australien  .  .

22,1

„  „

Deutschland  .  .

5,9

„  „

Griechenland  .

2,4  „

n

Ägypten  .  .  .

21,8

„  5,

Kuba

5,1

„  „

Spanien  ....

2,2  „

Java

21,5

„  „

Portugal....

4,5

„  „

Peru

2,0  „

„

Hongkong  .  .

18,6

„  „

Japan

4,6

„  »

Tunis  .  .  .  .  .

2,0  „

M

Argentinien.  .

18,0

„  „

Neuseeland  .  .

4,5

„  „

Belgien  ....

2,1  „

„

Marokko  .  .  .

12,9

„  „

Ceylon  ....

4,3

„  „

Dänemark  .  .  .

1,9  „

Str.  Settlements

12,6

„  „

Br.-Westindien

3,4

„  „

Persien  ....

1,9  ,,

Kanada....

12,3

„  „

Uruguay  .  .  .

3,5

„  „

Ekuador  ....

1,5  „

Nigeria....

9,0

„  „

Kap  d.  g.  Hoffn.

3,2

„  »

Guatemala  .  .  .

1,5  „

Brasilien  .  .  .

8,3

„  „

Venezuela  .  .  .

2,8

„  „

Ver.  Staaten  .

8,0

11  n

Br.-Westafrika  .

2,7

„  „

b)  Gewebe  im  Stück  gefärbt  oder  bedruckt,  aus  gefärbten  Garnen
gewebte  Tücher,  Schale.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .  .  .

13,8

19,0

51,8

64,8  Mill,  Mark

Ausfuhr

404,5

468,4

783,5

908,5  „
        <pb n="138" />
        Ein-  und  AusEuhr.

117

Bei  diesem  Artikel  zeigt  sich  der  gleiche  Aufstieg  wie  bei  den  gebleichten
Geweben,  nur  daß  die  Ausfuhrsummen  noch  beträchtlicher  sind.
.Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .

38,9  Mill.  Mk.

Frankreich  .

.  .  6,8  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

.  2,2  Mill.  Mk

Belgien  .  .  .

9.1

Niederlande.

•  •  3,5  „

„  1

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  AusEuhr  im  Jahre  1913  waren:

Brit.-Indien  .  .

209,6  Mill.  Mk.

Japan  .  .  .

.  .  12,3  Mill.  Mk.

Rumänien  .  .

.  4,9  Mill.  Mk

China  ....

76,5  ,,

,

Belgien  .  .

.  •  n,9  „

»

Brasilien  .  .  .

4,9  -  „

Java

62,3  „

Chile  .  .  .

„

Norwegen  .  .

■4,8  „  '  „

Türkei  ....

44,1  „

„

Kolumbien.

.  .  10,2  „

Schweden.  .  .

4,4  »  „

Australien  .  .

42,3  „

n

Neuseeland

.  .  9,9  „

„

Italien  ....

4,5  „  „

Argentinien  .  .

42,3  „

„

Siam  .  .0  .

.  .  9,5  „

,1

Philippinen  .  .

•  4,3  „  „

Ägypten  .  .  .

31,9  „

Niederlande

.  .  9,4  „

„

Griechenland  .

•  4,6  „  „

Kanada....

23,6  „

n

Portugal.  .

.  .  8,8  „

„

Venezuela  .  .

•  4,6  „  „

Ver.  Staaten

19,5  „

n

Kuba  .  .  .

„

Dänemark  .  .

•  3,6  „  „

Nigeria.  .  .  .

19,2  „

Persien  .  .

•  •  7,6  „

„

D.-Westafrika  .

•  3,0  „  „

Deutschland.  .

18,1  „

„

Uruguay  .

•  •  7,2  „

„

Schweiz  ....

•  2,6  „

Hongkong  .  .

17,7  „

„

Mexiko  .  .

•  •  6,3  „

„

Marokko  .  .  .

•  2,2  „  „

Str.  Settlements

16,9  „

n

Frankreich.

.  .  6,2  „

„

Belgisch-Kongo

•  2,0  „

Br.-Westafrika

16,8  „

„

Peru  .  .  .

•  •  6,2  „

„

Spanien  .  .  .

•  2,0  „

Siidafrik.  Bund

16,2  „

Ceylon  .  ,

•  •  5,9  „

„

Ekuador  .  .  .

•  2,0  „

Fr.-Westafrika

13,3  „

”

Brit.-Westindien  5,8  „

»

c)  Spitzen  und  Stickereien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr.  .  .  .

47,6

111,9

112,7  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .  .

85,8

108,8

109,3  „

„

Neben  der  eigenen  starken  Erzeugung  an  Spitzen  und  Stickereien  ist  auch
die  Einfuhr  dieser  Artikel  eine  sehr  beträchtliche.  Die  vorstehend  angegebenen
Ausfuhrsummen  beziehen  sich  sämtlich  auf  im  Inlande  hergestellte  Spitzen  und
Stickereien;  außerdem  wurden  von  den  im  Jahre  1913  für  112,7  Mill.  Mark  eingeführten ­
  für  37,2  Mill.  Mark  wieder  ausgeführt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  .  .  .

51,5  Mill.  Mk.

Frankreich  .

23,0  Mill.  Mk.

Deutschland  .

Belgien.  .  .

2,3  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Ver.  Staaten  .

.  43,0  Mill.  Mk.

Südafrik.  Bund

.  4,4  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .

.  .  2,4  Mill.  Mk.

Australien  .  .

•  18,5  „  „

Argentinien.

•  4,1  „

„

Mexiko  .  .  .

.  .  1,8  „  „

Kanada  .  .  .

.11,8  „

Brit.-Indien  .

■  4,o  „

Spanien  .  .

.  .  1,4  „  „

Deutschland  .

•  8,5  „  „

Niederlande.

CO
00

„

Kuba  .  .  .

.  .  1,2  „  „

Frankreich  .  .

•  5,4  ,,  „

Belgien.  .  .

»

Neuseeland  .

•  4,5  „  „

Brasilien  .  .

■  3,0  „

»

d)  Wirkwaren.

1900

1910

1913

Einfuhr

48,5

•  62,0  Mill.

Mark

Ausfuhr

8,o

12,1

14,2  „
        <pb n="139" />
        118

Baum  Wollindustrie  Großbritanniens.

Außerdem  wurden  im  Jahre  1913  von  den  eingeführten  Wirkwaren  für
6,8  Mill.  Mark  wieder  ausgeführt.  Bemerkenswert  bei  dieser  Position  ist  die
Zunahme  der  Einfuhr  von  Wirkwaren  aus  den  Vereinigten  Staaten.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  53,0  Mill.  Mark  |  Vereinigte  Staaten  4,7  Mill.  Mark
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Australien  5,1  Mill.  Mark  Südafrikanischer  Bund  ....  2,3  Mill.  Mark
Kanada  3,3  „  „  Neuseeland  1,3  „  „

e)  Bänder  und  Besatzartikel.
Diese  Artikel  wurden  in  den  anderen  Ländern  bei  den  Konfektionswaren
eingereiht  und  nur  in  England  erscheinen  sie  ausnahmsweise  bei  den  Baumwollwaren.
  Es  handelt  sich  hierbei  um  Artikel,  die  vornehmlich  aus  dem
Auslande  eingeführt  werden.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  14,1  Mill.  Mk.  [  Belgien  4,1  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  .  3,3  Mill.  Mk.

f)  Nähgarne.
Die  Ausfuhr  betrug:
1890  1900  1910  1913
61,0  80,2  85,5  70,5  Mill.  Mark.

Die  Nähgarnausfuhr,  die  früher  fast  ausschließlich  von  England  beherrscht
wurde,  erreichte  ihren  Höhepunkt  im  Jahre  1910  mit  einer  Ausfuhr  von  85,5  Mill.  Mk.
Der  Rückgang  im  Jahre  1913  findet  seine  Begründung  teils  in  dem  Umstande,
daß  die  englischen  Fabriken  vielfach  Filialen  in  anderen  Ländern  errichteten,
teils  in  der  Entwickelung  der  Nähgarnindustrie  Deutschlands,  die  eine  stark
steigende  Ausfuhr  aufzuweisen  hat.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Brasilien  .  .  .

.  6,9  Mill.  Mk.

Rußland  .  .  .

•  6,5  „  „

Britisch-Indien

•  5,1  „  „

Argentinien  .  .

•  4,o  „  „

Australien  .  .

•  3,1  „  „

Mexiko  ....

■  3,0  „  „

Java

•  2,8  „  „

Schweden.  .  .

■  2,6  „

Türkei  ....

•  2,3  „  „

Deutschland,  .

•  1,8  „  „

Chile  1,8  Mill.  Mk.
Rumänien  ...  1,6  „  „
Kanada  1,5  „  „
Frankreich  ...  1,4  „  „
Ver.  Staaten.  .  .  1,4  „  „
Südafrikan.  Bund  1,4  „  „
Kuba  1,3  „  „
Österr.-Ungarn  .1,2  „  „
Ägypten  ....  1,2  „  „
China  1,2  „  „

Kolumbien  .  .  .  1,2  Mill.  Mk.
Italien  1,0  „  „
Str.  Settlements  .  1,0  „  „
Griechenland  .  .  1,0  „  „
Peru  0,8  „
Venezuela  ...  0,8  „  „
Uruguay  ....  0,8  „
Niederlande  .  .  .  0,8  „  „
        <pb n="140" />
        Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900'

1890

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Schafwolle,  roh  oder  ungewaschen

R

362  663

698,2

689,7

445,4

549,4

151  819

'310,1

331,1

168,2

311,6

Alpaka-,  Lama-,  Kamelhaar-,  Mohairwolle

v

20  224

46,9

44

30,6

18,9

1  539

3,2

3,6

Kämmlinge,  Wollabfälle  und  Flocken  .......

»

1  518

2,2

2,4

3,2

—

15  620

44,5

36,8

17,6

—

Lumpen,  gerissen  und  ungerissen  '.  .

„

55  325

22,5

25,4

11,8

14,6

10  863

13,1

13,1

7,8

—

Kammzug

H

—

—

—

—

—

19  766

74,5

68,9

32,8

—

Streichgarne

„

14  476

69,2

54

|

2  329

10,2

8,1

2,2

—

Kammgarne

»

208

1,2

1,3

r  44,2

39,8

22  610

101,8

126

89,7

83,4

Alpaka-,  Mohair-  und  Kaschmirgarne

»

262

1,6

1,8

11  690

52,9

51,3

33,2

—

Schwere,  breite  Wollengewebe  ....  23  641  TM  *)

F

13  830

141,3

113

50,9

Desgl.  Halbwollgewebe  30  665  „

»

13  800

66,7

50,3

29,7

Schwere,  schmale  Woll-  u.  Halbwollgew.  1  007  „

„

245

2,5

2,7

2,5

122,7

Leichte,  breite  Woll-u.  Halbwollgewebe  30600  „

„

8  677

71,3

75,5

29

Leichte,  schm.  Woll-u.  Halbwollgewebe  10971  „
Breite  Kammgarngewebe  12415  „

”

—

106,1

101,1

i486
5  58o

13,2
59,4

14.3
68.4

8,4
41,3

j

Breite  Halbwollgewebe  7  174  »

»

2  900

18,7

19,8

12,7

2io;6

Schmale  Kammgarn-u.  Halbwollgewebe  764  „

190

2

2,2

3,7

Reinwollene  Futter-  und  Kleiderstoffe  .  S  455  „

*

785

8,2

12,9

11,3

Halbwollene  Futter-  und  Kleiderstoffe  .  31  398  „

„

189,8

190,2

5  450

37,8

57,2

62,9

Teppiche  und  Läuferstoffe  7  192  □  „

„

—

14,2

12,4

5  480

31,4

26,8

18,8

22,7

Plüsche,  Damaste,  Ausstattungsstoffe  .  453  „

„

—

—

—

250

2,3

2,1

2,6

0,7

Flanelle  und  bedruckte  Delaines  ...  7  063  „

„

—

2,9

4,8

760

6,1

6,6

8,3

10,1

Wollene  Decken  und  Schale

„

—

0,4

0,3

2  520

16,5

15,3

14,6

12,3

Wirkwaren

—

9,6

11,3

4  320

40,1

34,2

18,3

|  37,3

Wollwaren,  nicht  näher  bezeichnet
Fertigwaren,  die  ein-  und  wieder  ausgeführt  wurden,

»

8,6

8,9

1  400

12,3

10

4,8

darunter  im  Jahre  1913  Gewebe  für  13,3,  Teppiche
für  8,3  Millionen  Mark

—

—

—

—

25,1

23,1

16,4

140,3

I  983,6

957,4

725,0

812,9

303  909

[  1165,2

1173,3

687,7

95L7

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  —  Fertigwaren.

t)  Siehe  Fußnote  Seite  112.

Wollindustrie  Großbritanniens.  119
        <pb n="141" />
        120

Wollindustrie  Großbritanniens.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Großbritanniens
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten:
Rohe  Wolle,  ungewaschen,  einbezogen  Alpaka-Kamelhaarwolle ­

  224  8011
Aus  dem  Inland  stammend 1 )  60000t
284  8011
Ab  45,6  Proz.  Waschverlust  129869  t  lS4  932t

Rohe  Wolle,  gewaschen
Streichgarne

Ab  Mehrausfuhr  an  Kämmlingen  und  Abfällen  .
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle,  der
etwas  höher  als  in  Deutschland  angenommen  werden
kann,  da  die  Halbwollartikel  mit  Baumwollkette  in
stärkerem  Maße  hergestellt  werden  und  auch  die
verarbeitete  Menge  Wolle  eine  höhere  ist
Ab  2  Proz.  Spinnverlust  von  232939  t,  da  19766  t
ausgeführter  Kammzug  abgehen
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten: ­


Kammzug  19766  t
Kammgarne  22  4021
Alpaka-,  Mohair-  und  Kaschmirgarne  11428  t

4728  t
12  147  t
171807  t
14  102  t  lS7  70St

95  000  t
252  705  t
4659  t
248  0461

53  5961

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Woll-  und  Halbwollgewebc  |  ^  ^  t
Sonstige  Woll  waren  j

Wert
pro  Tonne
in  Mark
7  830

67  673  t

121269t

Ausfuhrw.  d.  Fertigwaren  :  529,8  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  126  777t
126  777  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  Deutschland  mit  7750  Jl  angenommen,  982  52  Mill.  Mark.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  982,5  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  239,4  „  ,,
Ausgeführte  Fertigwaren  „  529,8  „  „
1  751,7  Mill.  Mb.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  982,5  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  116,7  „
1  099,2  Mill.  Mk.

!)  Nach  The  Statesman’s  year  book,  London  1913,  betrug  die  Wollgewinnung  im  Jahre
1912  133  Mill.  Lbs,
        <pb n="142" />
        Entwickelung.

121

Entwickelung  der  Wollindustrie  Großbritanniens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

582,9

491,0

761,5

769,8

311,6

193,6

384,6

370,9

Halbfabrikate  .  .  .  .

39,8

44.2

57,1

12,0

83,4

157,9

254,3

239,4

Fertigwaren

190,2

189,8

138,8

141,8

556,7

336,2

534,4

554,9

812,9

725,0

957,4

983,6

951,7

687,7

1173,3

1165,2

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  27  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  38.8  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  21,5  ,,
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  16,1  „
Die  Produktion  der  englischen  Woll-  und  Halbwollindustrie  ist  annähernd
gleich  hoch  wie  die  Deutschlands,  dagegen  ist  der  Inlandsverbrauch  Englands
niedriger.  Der  Anteil  Englands  an  der  Ausfuhr  ist  auch  in  dieser  Industrie
der  höchste  unter  den  europäischen  Ländern,  er  ist  mehr  als  doppelt  so  hoch
als  der  Ausfuhranteil  Deutschlands.
Die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
21  Proz.  22  Proz.
Die  Entwickelung  der  Woll-  und  Halb  Wollindustrie  erscheint  daher  weitaus ­
  weniger  günstig  als  die  der  Baumwollindustrie  und  steht  auch  gegen  die
viel  stärkere  Entwickelung  Deutschlands  zurück.  Auch  Frankreichs  Wollindustrie ­
  hat  sich  günstiger  entwickelt  und  konnte  besonders  in  Halbfabrikaten
konkurrierend  gegen  England  auftreten.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung ­
  von  46  Proz.,  doch  kam  diese  weniger  den  Fertigwaren,  als  den  Halbfabrikaten ­
  zugute.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  hat  sich  von  1890  bis  1913  etwas  verringert. ­
  Die  Verminderung  in  der  Ausfuhr  an  Fertigwaren  wurde  dadurch
wettgemacht,  daß  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  stark  gesteigert  wurde,
und  zwar  um  187  Proz.  England  besitzt  in  diesen  die  stärkste  Ausfuhr  von
allen  Ländern.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Verminderung ­
  von  25  Proz.,  was  darauf  hinweist,  daß  auch  der  Inlandsverbrauch  zurückgegangen ­
  ist.
        <pb n="143" />
        122

Wollindustrie  Großbritanniens.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  der  losen  Wolle  erfolgte  im  Jahre  1913
Ländern.  Zum  Vergleich  sind  auch  die  Einfuhrziffem  vom  Jahre

aus  folgenden
1890  beigefügt.

1890

1913

Aus

Australien

189  7031

1200811

n

Neuseeland

—

82  0751

„

Britisch  -  Süd  westafrika  .

395111

60  3501

den  Falklandsinseln  .  .

—

2  7861

„

Britisch-Indien  ....

15  509  t

24  981t

„

Argentinien

10631

25  121  t

„

Chile

1  0001

11  002  t

„

Uruguay

—

4  375  t

„

Peru

969  t

2  392  t

„

Ägypten

1  0411

1  862  t

„

Marokko

1  2021

133  t

„

der  Türkei

7  9081

4  271  1

„

Rußland

11  2271

3236  t

Frankreich

492s  t

1109s  t

„

Deutschland

2  9981

2  137  t

„

Belgien

2  757  t

1399  t

„

Persien

—

845  t

„

China

—

1  O50t

anderen  Ländern  .  .  .

—

3  472  t

279813  t

362  663  t

Die  stärksten  Veränderungen  zeigen

sich  in  der  Zunahme  der

aus  Südafrika,  Argentinien  und

Chile,  wie  auch

in  der  Zunahme  der

von  gewaschener  Wolle  aus  Frankreich.

Die  stärkste  Abnahme  ist

Einfuhr  aus

Rußland  zu  bemerken.

Die  Einfuhr  an  Alpaka-,

Lama-,  Vicunna

-,  Kamelhaar

-  und  V

wolle  stammte  aus  folgenden  Ländern:

1890

1913

Aus

Britisch  -  Afrika  ....

.  4  1421

8390  t

der  Türkei

.  1  8661

4  712  t

„

Peru

.  1410  t

2  461  t

„

Chile

2451

154  t

,,

China

4101

1  6011

„

Rußland

—

2  203  t

anderen  Ländern  .  .  .

—

703  t

8073  t

20  224  t

bei  der

Die  große  Erhöhung  der  Einfuhr  zeigt,  welch’  starke  Ausdehnung  die
Haargarnindustrie  in  England  erlangt  hat.
Die  hauptsächlichste  Ausfuhr  an  loser  Wolle  ging  im  Jahre  1913  in
folgenden  Beträgen  nach  folgenden  Ländern:

Deutschland
Frankreich  .

95,0  Mill.  Mk.
74,1  .  „

Belgien  .  .
Ver.  Staaten
Niederlande

.  63,7  Mill.  Mk.
•  53,3  „  „
•  7,4  „  „

Rußland  ....  6,9  Mill.  Mk.
Kanada  4,9  „  „
        <pb n="144" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

123

Halbfabrikate.

a)  Kammzug.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

—

—

—  Mill.  Mark

Ausfuhr

—

32,8

68,9

74,5  „

Die  Ausfuhr  an  Kammzug  zeigt  eine  ansehnliche  Höhe  und  entwickelt
sich  in  fortschreitender  Richtung,  ohne  jedoch  die  Höhe  der  Kammzugausfuhr
Frankreichs  bis  jetzt  erreicht  zu  haben.  Zum  Vergleich  seien  nachstehend  die

betreffenden  Zahlen  der  beiden  nächstinteressierten  Staaten

beigefügt:

Die  Kammzugausfuhr  betrug  in  den

Jahren

1890

1900

1910

1913

in  England  —

32,8

68,9

74,5  Mill.  Mark

„  Frankreich  35,9

64,9

116,5

95,8  „

„  Deutschland  21,1

28,3

45,0

47,6  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  von  Kammzug  aus  England
im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .
Japan  ....
Schweden  .  .
Niederlande  .

.  25,7  Mill.  Mk.
•  12,6  „
•  8,9  „  „
•  5,5  „  „

Kanada.
Belgien.
Italien  .
Rußland

....  3,6  „  „
....  3,3  »  „
.  ...  2,1  „

Frankreich  .  .
j  Spanien  .  .  .
j  Österr.-Ungarn

.  1,9  Mill.  Mk.
•  1,7  „  „
•  1,0  „  „

b)  Kammgarne.

Die  Ausfuhr  an  Kammgarnen

betrug:

1890  1900  1910  1913
83,4  89,7  126,0  101,8  Mill.  Mark

und  ist  somit  noch  größer  als  die  Ausfuhr  an  Kammzug.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .

.  56,5  Mill.  Mk.

Österr.-Ungarn

.  3,2  Mill.  Mk.

Belgien  .  .

.  .  2,6  Mill.  Mk.

Kanada  .  .  .

■  8,5  „  „

Norwegen  .  .

•  3,2  „  „

Türkei  .  .  .

•  •  1,2  „  „

Dänemark  .  .

•  4,1  „  „

Niederlande.  .

•  3,0  „  „

Schweiz  .  .

•  •  1,1  „

Rußland  .  .  .

•  4,0  „  „

Frankreich  .  .

•  3,o  „  *

Australien  .  .

•  3,9  „  ,,

Schweden.  .  .

.  2,7  „  „

c)  Streichgarne.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  36,8  41,2  54,0  69,2  Mill.  Mark
Ausfuhr  —  2,2  8,1  10,2  „  „

Im  Gegensatz  zu  Kammgarnen  führt  England  große  Mengen  Streichgarne
ein,  und  zwar  zum  größten  Teil  aus  Frankreich  und  Belgien.
        <pb n="145" />
        124

Wollindustrie  Großbritanniens.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich.  .  .  31,0  Mill.  Mk.  |  Belgien  .  .  .  .  28,7  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  8,6  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  3,3  Mill.  Mk.  |  Kanada  1,8  Mill.  Mk.  j  Australien  .  .  .0,7  Mill.  Mk.
d)  Alpaka-,  Mohair-  und  Kaschmirgarne.
Die  Ausfuhr  dieser  Garne  betrug:
1900  19m
33,2  51,3
Die  Fabrikation  dieser  sogenannten  Efaargarne  ist  eine  Spezialität  Englands
und  seitens  der  anderen  Länder  wird  dieser  Artikel  fast  ausschließlich  von
England  bezogen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  38,1  Mill.  Mk.  Frankreich  .  .  .  2,5  Mill.  Mk.  |  Österr.  -  Ungarn  .  1,4  Mill.  Mk.
Rußland....  5,3  „  „  Belgien  ....  1,5  „  „

1913
52,9  Mill.  Mark.

Fertigwaren.
a)  Schwere  Woll-  und  Halbwollgewebe  (breite  und  schmale).

Ausfuhr

1900
83,1

1910
166,0

1913
210,5  Mill.  Mark

Ausfuhr

b)  Leichte  Woll-  und  Halbwollgewebe.
1900  1910  1913
37,4  89,8  84,5  Mill.  Mark

c)  Schwere  Kammgarn-  und  ähnliche  Halbwollgewebe.
1900  1910  1913
Ausfuhr  54,0  88,2  78,2  Mill.  Mark
d)  Wollene  und  halbwollene  Futter-  und  Kleiderstoffe.
1900  1910  1913
Ausfuhr  .  77,9  72,3  48,0  Mill.  Mark
Zu  a).  Die  wichtigste  Gruppe  ist  die  unter  a)  angeführte,  da  in  derselben
die  sogenannten  englischen  Tuche  enthalten  sind;  ihre  Ausfuhr  ist  bei  fortschreitender ­
  Steigerung  auch  am  größten.
Die  häuptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Kanada  .  .  .  .

3U7

Mill.  Mk.

Chile

.  5,8  Mill.  Mk.

Dänemark  .  .

.  1,8  Mill.  Mk.

Frankreich.  .  .

25,6

n  n

Britisch-Indien

•  5,7  »  „

Uruguay  .  .  .

.  1,6  „

Deutschland  .  .

25,4

„  „

Rußland  .  .  .

•  4,7  „  „

Südafrik.  Bund

.  1,4  „  „

Argentinien  .  .

16,2

„  „

Italien  ....

•  4,7  „  „

Peru

•  1,2  „  -

Australien  .  .  .

10,0

„  „

Türkei  ....

-4,1  „  .

Hongkong  .  .

•  1,2  „

Belgien  .  .  .  .

9,7

China  ....

•  4,1  „  „

Rumänien  .  .

•  1,0  „

Niederlande  .  .

8,1

„  „

Griechenland  .

•  3,8  „  „

Spanien  .  .  .

•  1,0  „  „

Japan

8,1

„  „

Brasilien  .  .  .

Ägypten  .  .  .

•  0,9  „  „

Ver.  Staaten  .  .

7,7

M  n

Neuseeland  .  .

•  2,5  „  „

Österr.  -  Ungarn

7,2

»  n

Schweiz  .  .  .

•  2,0  „  „
        <pb n="146" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

125

Zu  b).  Die  wichtigsten  Länder  für  die  Ausfuhr  der  b)  -  Gruppe  im  Jahre
1913  waren:

Australien  .  .  .  10,0  Mill.  Mk.

Kanada....

.  3,1  Mill.  Mk.

Südafrik.  Bund

2,0  Mill.  Mk.

Britisch-Indien  .  7,8  „  „

Chile

Osten*.  -  Ungarn

2,0  „

Japan  7,6  „  „

Belgien  .  .  .

•  2,3  „  „

Niederlande.  .  .

2,0  „

Deutschland  .  .  6,0  „  „

Brasilien  .  .  .

•  2,2  „  „

Peru

1,4  „  „

Argentinien  .  .  5,1  „  „

Italien  ....

.  2,2  „  „

Hongkong  .  .  .

1,4  „  „

Frankreich.  .  .  4,6  „  „

Ver.  Staaten  .

■  2,1  „  „

Rußland  .  .  .  .

1,4  „  „

China  3,7

Neuseeland  .  .

•  2,1  „

Zu  c).  Die  wichtigsten  Länder  für

die  Ausfuhr  der  c)-  Gruppe

im  Jahre

1913  waren:

Kanada  ....  15,8  Mill.  Mk.

Japan  ....

.  4,5  Mill.  Mk.

Südafrik.  Bund  .

1,6  Mill.  Mk.

Australien  ...  11,1  „

Britisch  -  Indien

■  3,8  „  „

Neuseeland  .  .  .

1,6  „  „

Deutschland  .  .  9,0  „  „

Ver.  Staaten  .

•  3,7  »  „

Frankreich  .  .  .

1,4  „  „

Argentinien  .  .  7,1  „  „

Chile

•  3,4  „  „

Italien

1,3  „  „

Zu  d).  Bei  der  d)-Gruppe  handelt

es  sich  um

Damen-  und  Futterstoffe.

Die  Ausfuhr  dieser  hat,

im  Gegensatz

zu  den  drei  vorhergehenden  Gruppen,

stark  abgenommen.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr

der  d)  -  Gruppe

im  Jahre

1913  waren:

Ver.  Staaten  .  .  7,2  Mill.  Mk.

Argentinien.  .

.  3,2  Mül.  Mk.

Hongkong  .  .  .

1,9  Mill.  Mk.

Kanada  5,2

China  ....

.  2,6  „

Italien

1,6  „  „

Australien  .  .  .  3,7

Frankreich  .  .

.  2,2  „

Belgien  .  .  .  .

1,3  „  „

Britisch-Indien  .  3,6  „

Japan  ....

•  2,0  „

Südafrik.  Bund  .

1,0  „

Die  Einfuhr  an  Tuchen  und  sonstigen  Wollund

  Halbwollstoffen  kam

im  Jahre  1913  hauptsächlich  aus  folgenden  Ländern:

Frankreich  .  .  .  73,7  Mill.  Mk.

Belgien.  .  .  .

.  3,5  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .  .

1,3  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .  23,0  „  „

Niederlande.  .

•  !,6  „  „

e)  Teppiche  und  Lauferstoffe.

1890

1900  1910  1913

Einfuhr

14,2  Mill.  Mark

Ausfuhr

18,8  26,8

3L4  „

Die  Einfuhr  kam  hauptsächlich  aus

folgenden  Ländern:

Türkei  4,5  Mill.  Mk.

Frankreich  .  .

1,2  Mill.  Mk.

Persien

1,2  Mill.  Mk.

Britisch-Indien  .3,1  .,  „

Rußland  .  .  .

.  1.2  »  „

Deutschland.  .  .

1,1  „

Belgien  1,8  „  „

Die  Ausfuhr  ging  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:

Kanada  9,8  Mill.  Mk.

Niederlande.  .

.  2,1  Mill.  Mk.

Chile

1,1  Mill.  Mk.

Australien  ...  6,9  „  „

Neuseeland  .  .

1,8  „  „

Ägypten  .  .  .  .

1,0  „  „

Deutschland.  .  .2,6  „  „

Argentinien.  .

1,7  „

Südafrik.  Bund  .

0,9  „  „

Ver.  Staaten...  2,5  „  „

Frankreich  .  .

1,6  „

Britisch-Indien  .

0,8  „  „
        <pb n="147" />
        *  r

126

Wollindustrie  Großbritanniens.

f)  Flanelle  und  bedruckte  Delaines.
Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  war:
Deutschland  mit  2,9  Mill.  Mark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Kanada  4,3  Mill.  Mk.  |  Ver.  Staaten  .  .  2,7  Mill.  Mk.
Australien  ...  4,0  „  „  |  Britisch-Indien  .  1,4  „  „

Neuseeland  .  .  .  1,0  Mill.  Mk.
Frankreich  .  .  .  0,8  „  „

g)  Wollene  Decken  und  Schale.
Die  Ausfuhr  betrug:
1890
12,3

1900
14,6

1913
16,5  Mill.  Mark

Diese  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach:

Sfidafrik.  Bund  .  5,4  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  .2,5  „  „

Hongkong
Kanada.  .

.  2,1  Mill.  Mk.
•  1,7  „  „

h)  Wirkwaren.
1890  1900
Einfuhr  Nicht  bes.  angegeben
Ausfuhr  desgl.  18,3

Australien  .  .  .0,8  Mill.  Mk.

1913
9,6  Mill.  Mark
40,1  „

Die  Ausfuhr  an  wollenen  Wirkwaren  aus  England  ist  noch  beträchtlich.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  6,4  Mill.  Mk.  |  Schweiz  2,6  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Australien  .  .

.  11,2  Mill.  Mk.

Siidafrik.  Bund

.  3,4  Mill.  Mk.

Kanada  .  .  .

.  10,3  „  „

Britisch-Indien

.  1,8  „  „

Neuseeland  .

•  3,9  ,,  „

Dänemark  .  .

•  1,1  „

Argentinien.  .
Frankreich  .  .

,  1,0  Mill.  Mk.
-  0,9  „  „
        <pb n="148" />
        Seidenindustrie  Großbritanniens.

127

Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Seidenindustrie.

Artikel

Einfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Kokons,  Abfallkokons,  Florettabfall  ....

.  .  R

3  337

13,7

13,8

11,1

16,2

439

12,6

12

18,7

28,4

Gezwirnte  Seide,  gefärbt  oder  ungefärbt  .  .

.  .  H

217

9,5

8,6

&amp;gt;  12.3

10,8

Florettseide,  gefärbt  oder  ungefärbt  ....

261

4,4

3,9

Seidengewebe

.  .  F

157,9

153,5

Halbseidengewebe

—

57,8

38,2

Seiden-  und  Halbseidenbänder

—

56,7

51,1

■301,2

230,9

—

8,7

5,2

Seiden-  und  Halbseidenwaren

—

13,2

15,2

(nicht  näher  bezeichnet)

—

334,5

301,5

343,3

286,3

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Kokons,  Abfallkokons,  Florettabfall

R

1476

3,9

2,9

o,9

2,3

Rohseide

„

20

0,5

o,5

2,3

3,5

Gezwirnte  Seide,  gefärbt  oder  ungefärbt  ....

H

51

2

1,5

|  9,2

11,5

Florettseide,  gefärbt  oder  ungefärbt

»

531

8

9,8

Seidengewebe  3  833  TM x )  .  .

F

220

8,8

9,1

16,2

}  2 5,9

Halbseidengewebe  7  002  „  •  ■

»

670

15,1

14,7

8,7

Seiden-  und  Halbseidenbänder

»

16

0,5

0,5

)

■»

12

0,7

2,9

7,8

19,5

Seiden-  und  Halbseidenwaren

»

300

9,7

8,8

J

•

(nicht  näher  bezeichnet)

Fertigwaren,  ein-  und  wieder  ausgeführt:  im

Jahre  1913  Seiden-  und  Halbseidengewebe
für  17,7,  Seiden-  und  Halbseidenbänder  für
7,7,  Spitzen  für  3,9,  Sonstiges  für  5,8  Mill.  Mk.  .

35,1

39,2

22,1

19,8

3,296

84,3

89,9

67,2

82,5

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

!)  Siehe  S.  112.
        <pb n="149" />
        128

Seidenindustrie  Großbritanniens.

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Großbritanniens
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  Halbfabrikaten:
Kokons,  Abfallkokons  und  Florettabfall  i  8611
Auf  Strang  umgerechnet  mit  55  Proz
Rohseide
Gezwirnte  Seide
Hinzu:  Verbrauch  an  Baumwolle,  im  Verhältnis  zum  Verbrauch  Deutschlands
angenommen  mit  1  5001
30  Proz.  Beschwerung  der  verbrauchten  Rohseide  126  t
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Florettseide,  gefärbt  und  ungefärbt  270  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Seiden-  und  Halbseidengewebe,  Bänder  usw  1  218  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  34,8  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark
28  500

1  218  t

1  023  t
419t
1661
1  608  t

1  626  t
3  234  t

1488  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

1  746  t

1  746  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  30  000  M  angenommen,  52,4  Mill.  Mark.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  52,4  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  10,0  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  34,8  „  „

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  52,4  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  259,2  „  „
311,6  Mill.  Mk.

97,2  Mill.  Mk.
        <pb n="150" />
        Entwickelung.

12Ö

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Großbritanniens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

44,6

29,8

25,8

26,3

5,8

3,2

3,4

4,4

Halbfabrikate

10,8

12,3

12,5  7

13,9

11,5

9,2

11,3

10,0

Fertigwaren

230,9

301,2

263,2

294,3

65,2

54,8

75,2

69,9

286,3

343,3

301,5

334,5

82,5

67,2

89,9

84,3

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Seidenindustrie  im  Jahre  1913  21,2  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  5,3  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  4,9  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  21,5  „
Die  Produktion  der  Seidenindustrie  Englands  und  auch  die  Ausfuhr
sind  nicht  bedeutend.  Dagegen  ist  der  Anteil  am  Inlandsverbrauch  der
höchste  unter  den  europäischen  Staaten  und  dementsprechend  auch  der  Einfuhranteil ­
  der  größte.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  32  Proz.  zurückgegangen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  7  Proz.  gestiegen,
während  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  eine  Steigerung  von  27  Proz.  zeigt.
Die  Seidenindustrie  Englands  zeigt  in  der  Periode  1890  bis  1913  keine
steigende  Entwickelung.  Der  beträchtliche  Bedarf  des  Inlandes  an  Fertigwaren
wird  zum  größten  Teil  aus  dem  Auslande  gedeckt.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe  im  Jahre  1913  stammt  aus  folgenden  Ländern:
„  ,  Kokons
Rohseide  u  Fi ore ttmaterial

Aus  China  2 47  t
„  Hongkong
„  Frankreich  88  *
„  Japan  46  t
„  Italien  2 71
„  Belgien
„  der  Türkei  *6t
„  anderen  Ländern  *51

439  t

1555  t
381t
334  t
2191
198  t
155  t
35  t
460  t
3337  t

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

9
        <pb n="151" />
        130

Seidenindustrie  Großbritanniens.

Halbfabrikate.
Gezwirnte  Seide  und  Florettseide,  auch  gefärbte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  nach  England  im  Jahre

1913  waren:
Deutschland  4,6  Mill.  Mk.
Italien  4,5  „
Schweiz  (hauptsächlich  Florettgarn)  2,6  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  aus  England  im  Jahre

1913  waren:
Vereinigte  Staaten  (Florettgarn)  4,6  Mill.  Mk.
Deutschland  (gezwirnte  Seide)  1,8  „  „

Fertigwaren.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  kam  hauptsächlich  aus  folgenden  Ländern:

a)  Sei  den  ge  webe.

Frankreich  .
Schweiz.  .  .

.  79,5  Mill.  Mk.
•  35,2  „  „

Japan  22,0  Mill.  Mk.
Italien  ....  14,3  „  „

China
Deutschland  .  .

4,3  Mill.  Mk.
1,2  „

b)  Halbseidengewebe.

Deutschland  .
Frankreich  .

.  34,6  Mill.  Mk.
.  12,0  „

Schweiz  ....  5,7  Mill.  Mk.  j
Italien  2,0

Belgien  .  .  .  .
Osterr.  -  Ungarn

1,8  Mill.  Mk.
1,3  „  „

c)  Seiden-  und  Halbseidenbänder.
Frankreich  .  .  19,6  Mill.  Mk.  |  Schweiz.  .  .  .  25,1  Mill.  Mk.  i  Deutschland.  .  10,1  Mill.  Mk.

d)  Spitzen  aus  Seide  und  Halbseide.
Frankreich  .  .  8,3  Mill.  Mk.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ging  im  Jahre  1913  in  größeren  Mengen
nach  folgenden  Ländern:
Australien.  .  .  14,7  Mill.  Mk.  j  Frankreich.  .  .  8,0  Mill.  Mk.  j  Argentinien  .  .  2,0  Mill.  Mk.
Kanada  ....  12,9  „  „  |  Deutschland  .  .  4,4  „  „  Brit.-Westafrika  1,0  „
Ver.  Staaten  .  7,4  „  „  j  Britisch-Indien  .  2,1  „  „
        <pb n="152" />
        Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Flachs,  gehechelt  und  ungehechelt,  Werg  .  .  .

R

85618

85,3

65

5L2

58,3

8363

9,4

7,5

3,9

2,8

Leinengarne

H

12622

22,8

21,4

18,7

13,9  I

7  452

24,9

24,5

19,1

17,7

Nähgarne

F

—

—

—

—

1  199

7,1

7

4,8

7,2

Segelleinen  3  732  TM  x )

—

—

—

5,1

3,9

5,1

3,3

Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht  .  158  293  „

*

14,2

105,4

108,2

69,8

76,3

„  gefärbt  oder  bedruckt  15  194  „

•  „

20,4

12

8,8

23  700  •

11,3

12,6

3,7

7,2

(auch  Damaste  und  Di  eile)

Leinenwaren,  nicht  näher  bezeichnet

10,2

39,4

37,3

23,2

22,5

Fertigwaren,  ein-  und  wieder  ausgeführt  .  .  .

•  ,,

—

—

—

1,5

1,9

0,8

—

132,5

106,8

81,9

81

40  714

1  204,1

202,9

130,4

137,0

Großbritanniens  Einund



Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Jutei

ndustrie.

Jute,  roh

.  R

356  439

188,6

95,3

84,3

100,4

129  829

70,9

31,5

33,1

32,5

Jutegarn

.  H

2  157

1,7

1,1

1,8

2

19015

16

14,2

9,9

7,9

Jutegewebe  •  158738  TM 1 )

.  F

}  59

52,6

43,9

_

98  800  &amp;lt;

62,5

42

38,2

53,6

Jutesäcke  zum  Verpacken

25

l6

11

13,2

Jutewaren,  nicht  näher  bezeichnet

—

—

—

—

5,4

3,1

1,5

—

Fertigwaren,  ein-  und  wieder  ausgeführt  .  .  .

•  »

—

—

—

—

—

33

35,7

34,1

—

II

249,3

149

130

102,4

247  644

212,8

142,5

127,8

107,2

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

J )  Siehe  Fußnote  S.  112.

Leinen-  und  Juteindustrie  Großbritanniens.  131
        <pb n="153" />
        132

Leinen-  und  Jnteindustrie  Großbritanniens.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Großbritanniens  im  Jahre  1913.

Im  Inland  gewonnene  Flachsfaser 1 )  12000t
Ab  36  Proz.  Hechel-  und  Spinnverlust  4  3201  7  6801

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Flachs,  gehechelt  und  ungehechelt
(Der  Einfuhrliste  nach  ist  der  größte  Teil  ungehechelt)
Ab  33  Proz.  Hechel-  und  Spinnverlust  k .  .
Leinengarn
Wert
pro  Tonne
in  Mark
5  900
6  800
6  700
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Nähgarne  1  199  t
Gewebe  23  7001
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  168,3  Mill.Mk.  24899t

77  2551
25  4941

5176it
5  170  t
64  6111

24  899  t
39  712t

39  712  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5400  Jt&amp;gt;  angenommen,  214,4  Mill.  Mark.

Produktion  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  214,4  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  24,9  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  168,3  ,,  „
407,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  214,4  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  22,9  „  „
237,3  Mill.  Mb.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  Großbritanniens  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Jute  226610  t
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Jutegarn  16858  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Jutegewebe  und  Säcke  98800  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  92,9  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark

940

98  8001  115  6581

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

110  952  t

110952  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  900  J(&amp;gt;  angenommen,  99,8  Mill.  Mark.

Produktion  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  99,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  16,0  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  92,9  „
208,7  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  99,8  Mill.Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  26,0  „  „
125,8  Mill.  Mk.

1 )  Nach  The  Statesmans  year  book,  London,  vom  Jahre  1913  betrug  die  Ernte  an  Flachsfaser ­
  im  Jahre  1912  28  Mill.  Lbs.
        <pb n="154" />
        Entwickelung.

133

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Großbritanniens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

58,3

51,2

65,0

85,3

2,8

3,9

7,5

9,4

Halbfabrikate  ....  ...  .  .  .

13,9

18,7

21,4

22,8

17,7

19,1

24,5

24,9

Fertigwaren

8,8

12,0

20,4

24,4

116,5

107,4

170,9

169,8

1

81,0

81,9

106,8

132,5

137,0

130,4

202,9

204,1

Der  Anteil  der  Leinenindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Leinenindustrie  im  Jahre  1913  21,7  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  24,4  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  22,4
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  16,6  „
England  hat  die  größte  Leinenindustrie  unter  den  europäischen  Staaten
und  auch  die  größte  Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  43  Proz.  gestiegen.  Während  die  erste  Periode  einen  Rückgang  zeigt,
ist  in  der  zweiten  und  dritten  Periode  eine  wesentliche  Steigerung  vorhanden.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  19 1 3  eine  Erhöhung
von  45  Proz.,  und  auch  hier  sind  die  letzten  Jahre  in  der  Entwickelung  viel
günstiger  als  die  früheren.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  an  sich  zwar  eine
Steigerung  von  177  Proz.,  doch  ist  sie  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  der  Fertigwaren ­
  nicht  von  Bedeutung.
Die  Leinenindustrie  Englands  hat  sich  namentlich  in  den  letzten  Jahren
sehr  gut  entwickelt,  da  sowohl  der  Inlandsverbrauch  als  auch  die  Ausfuhr  an
Fertigwaren  stark  gestiegen  sind.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  an  Flachs  kam  im  Jahre'  1913  hauptsächlich  aus  folgenden
Ländern  in  nachstehenden  Mengen:

Rußland  69  2521
Belgien  14  4211
Niederlande  1  4651

Deutschland  239  t
Frankreich  101  t
        <pb n="155" />
        134

Leinenindustrie  Großbritanniens.

Halbfabrikate.
Leinengarne.  In  Leinengarn  sind  sowohl  die  Einfuhr  als  auch  die  Ausfuhr
bedeutend,  und  zwar  liegen  die  Verhältnisse  in  England  so,  daß  hauptsächlich
billigere  Leinengarne  eingeführt  und  bessere  Qualitäten  ausgeführt  werden.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  15,7  Mill.  Mk.  j  Österr.-Ungarn  2,5  Mill.  Mk.
Frankreich  2,8  „  „  j  Deutschland  1,7  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  7,6  Mill.  Mk.  |  Niederlande  .  .  1,9  Mill.  Mk.  Frankreich  .  .  .  1,4  Mill.  Mk.
Belgien  ....  4,5  „  „  !  Spanien  ....  1,9  „  „  Ägypten  .  ...  1,2  „  „
Ver.  Staaten  .  .  2,4  „  „

Fertigwaren.
a)  Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht.
Die  Ausfuhr  betrug
1890  1900  1910  1913
76,3  69,8  108,2  105,4  Mill.  Mark.
Es  ist  dies  der  wichtigste  Artikel  der  englischen  Leinenindustrie,  und  seine
Ausfuhr  ist  in  den  letzten  Jahren  ganz  beträchtlich  gestiegen.  Zwar  handelt
es  sich  nicht  um  bedeutende  Beträge,  aber  immerhin  hat  keiner  der  anderen
Staaten  auch  nur  annähernd  eine  derartige  Ausfuhr  in  Leinengeweben  zu  verzeichnen. ­

England  bzw.  Irland  besitzt  in  den  feineren  Leinenstoffen  einen  Weltruf,
und  es  wird  vielfach  angenommen,  daß  ihrer  Herstellung  besondere  Verfahren
zugrunde  liegen  oder  daß  sie  ausschließlich  nach  der  schonenderen  Rasenbleiche ­
  gebleicht  würden.
Das  Bleichen  erfolgt  jedoch  auch  dort  zum  größten  Teil  mit  Chlorkalk.
Der  Hauptvorteil  liegt  vielmehr  darin,  daß  die  Leinenindustrie  Irlands  über  Feinspinnereien ­
  verfügt,  die  in  diesem  Artikel  eine  besondere  Leistungsfähigkeit
besitzen.  —  Ein  weiterer,  kleinerer  Vorteil  besteht  im  Appreturverfahren,  indem
die  Ware  in  Irland  noch  vielfach  auf  den  älteren  Holzmangeln  fertiggestellt  wird
und  so  einen  besseren  Griff  erhält  als  bei  Anwendung  der  neueren  hydraulischen
Mangeln.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten  .

.  57,6  Mill.  Mk.

Brasilien  .  .  .

2,7  Mill.  Mk.

Frankreich

.  1,1  Mill.  Mk.

Australien  .  .

.  8,0  „  „  •

Britisch  -  Indien

2,7  „  „

Japan  .  .  .  .

•  0,9  „  „

Kanada  .  .  .

•  5,6  „  „

Neuseeland  .  .

2,0  „  „

Italien  .  .  .

.  0,8  „  „

Argentinien  .

•  4,0  „  „

Südafrik.  Bund

1,6  „  „

Kolumbien

•  0,7  „  „

Deutschland  .

•  3,2  „  „

Java

1,1  „

Kuba  ....

•  3,0  „  „

Straits  Settlem.  .

1,1  „  „
        <pb n="156" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

135

b)  Leinengewebe,  gefärbt  oder  bedruckt;  Segelleinen  und  sonstige  Leinenwaren.

Die.  hauptsächlichsten
Ver.  Staaten  .  .  21,8  Mill.  Mk.
Kanada  ....  8,0  „  „
Australien  ...  4,5  „  „
Argentinien  .  .  2,6  „  „

Länder  für  die  Ausfuhr  im
Britisch  -  Indien.  2,1  Mill.  Mk.  |
Schweiz  ....  1,9  „  „
Kuba  1,6  „  „
Neuseeland  .  .  1,4  „  „

Jahre  1913  waren:
Südafrik.  Bund  .  1,2  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  1,1  „  „
Brasilien  ...  1,2  „  „
Italien  ....  0,8  „  „

c)  Leinenzwirn.
Die  Ausfuhr  betrug
1890  1900  1910  1913
7,2  4,8  7,0  7,1  Mill.  Mark
und  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:
Deutschland  .  .  1,2  Mill.  Mk.  j  Ver.  Staaten  .  .  1,2  Mill.  Mk.  |  Australien.  .  .  1,1  Mill.  Mk.

Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  [Gruppen  a)  bis  c)]  stammte  im  Jahre  1913
in  der  Hauptsache  aus  folgenden  Ländern:
Belgien  11,4  Mill.  Mk.  j  Frankreich  3,2  Mill.  Mk.
Deutschland  7,2  „  „  Japan  1,0  „  „

Entwickelung  der  Juteindustrie  Großbritanniens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1QOO

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

100,4

84,3

95,3

188,6

32,5

33,1

3L5

70,9

Halbfabrikate

2,0

1,8

1,1

1,7

7,9

9,9

14,2

16,0

Fertigwaren

43,9

52,6

59,0

66,8

84,8

96,8

125,9

102,4

130,0

149,0

249,3

107,2

127,8

142,5

212,8

Der  Anteil  der  Juteindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Juteindustrie  im  Jahre  1913  44,1  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  79i7  »

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  •  3L4  ,,
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre.1913  ■  22,1  „
Der  Bedarf  im  Inlande  ist  niedriger  als  in  Deutschland,  aber  die
Produktion  ist  viel  größer,  da  England  eine  sehr  bedeutende  Ausfuhr
in  Jutewaren  hat,  während  Deutschlands  Juteindustrie  mehr  nur  den  Innenbedarf ­
  deckt.
        <pb n="157" />
        136

Juteindustrie  Großbritanniens.

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  läßt  sich  nach  dem  Werte  nicht  berechnen,
da,  wie  schon  bei  der  Juteindustrie  Deutschlands  erwähnt,  die  Preise  für  Jute
in  der  Zeit  von  1890  bis  1913  etwa  auf  das  Doppelte  gestiegen  siftd.  Tatsächlich ­
  hat  England  an  Jute  aus  Britisch-Indien  eingeführt:
1890  369690  t  im  Werte  von  100,4  Mill.  Mark
1913  •  •  350826  t  „  „  „  188,6  „
Es  läßt  sich  aus  der  vorseitigen  Aufstellung  nur  schließen,  daß  die  Juteindustrie ­
  Englands  —  in  der  Ausdehnung  seit  1890  sich  ziemlich  gleich  bleibend  —
in  erster  Linie  für  die  Ausfuhr  arbeitet,  indem  ein  kleinerer  Teil  als  Halbfabrikate
(Garne)  und  ein  größerer  Teil  als  Fertigwaren  ausgeführt  wird.
Auch  die  Einfuhr  an  Jutegeweben  und  Säcken  ist  eine  recht  bedeutende. ­
  Die  hauptsächlichsten  Einfuhrländer  hierfür  im  Jahre  1913  waren:

Britisch-Indien  49,5  Mill.  Mk.
Belgien  2,5  „  „

Deutschland
Frankreich  .

1,6  Mill.  Mk.
1.4  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten  .  .

52,4  Mill.  Mk.

Australien  .  .  .

2,5  Mill.  Mk.

Argentinien  .  .

14,1  „  „

Dänemark  .  .  .

2,2  „

Kanada  .  .  .  .

9,6  „  „

Norwegen  .  .  .

2,0  „

Kuba

4,2  „  „

Chile

2,0  „  „

Deutschland  .  .

2,8  „  „

Schweden  .  .  .

1,9  „  „

Niederlande  .  .

2,5  „  „

Brit.-Südafrika  .

1,8  „  .,

Brit.-Westafrika

2,6  „  „

Peru

1,6  „

Kolumbien  .  .
Britisch  -  Indien
Uruguay  .  .  .
Neuseeland  .  .
Belgien  .  .  .  .
Rußland  .  .  .  .

1.4  Mill.  Mk.
1.4  „  „
1.2  „  „
1.3  „  „
1.4  „  „
1,2  „  „

Jutegarne.
1913  waren:

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre

Brasilien
Portugal

6,0  Mill.  Mk.
2,6  „  „

Kanada  .  .
Argentinien

1,3  Mill.  Mk.
1,2  „  „

Niederlande
Belgien  .  .

1,1  Mill.  Mk.
1,1  „  „
        <pb n="158" />
        Konfektionsindustrie  Großbritanniens.

137

Großbritanniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.

Artikel

Einfuhr

1913

1910

1903

1900

1890

Millionen  Mark

Kleider  aus  verschiedenem  Material  ....

76,6

70,5

|

1
1  Ist  in  den  anderen

(nicht  wasserdicht  gemacht)

}  62,4

|  Textilartikeln

Kleider,  wasserdicht  gemacht

0,1

0,1

I

einbezogen

(waterproofed)

Haarhüte  und  Kappen

11

1,3

|

(garniert  und  ungarniert)

4

2,2

2

Sonstige  Hüte  und  Kappen

9,5

10,7

)

(garniert  und  ungarniert)

97,2

82,6

66,4

2,2

2

Ausfuhr;

Artikel

1913

1910

1903

1900

1890

Millionen  Mark

Kleider  aus  verschiedenem  Material  ....

176,4

141

124,5

107,8

102,7

(nicht  wasserdicht  gemacht)

Kleider,  wasserdicht  gemacht

20,8

10,2

5,5

—

—

(waterproofed)

Haarhüte  und  Kappen

24,7

23,4

14,8

|

(garniert  und  ungarniert)

|  16,4

27,1

Sonstige  Hüte  und  Kappen  •

7,4

4,9

0,8

1

(garniert  und  ungarniert)

Fertigwaren,  ein-  und  wieder  ausgeführt,

darunter  im  Jahre  1913:  Kleider,  nicht
wasserdicht  gemacht,  für  11,0,  Haarhüte
für  1,4  und  sonstige  Hüte  für  3  Mill.  Mk.

15,4

15,7

0,5

244,7

195,2

145,6

124,7

129,8
        <pb n="159" />
        138

Konfektionsindustrie  Großbritanniens.

Entwickelung  der  Industrie  von  Konfektionswaren  und  Hüten  Großbritanniens
in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Der  Anteil  der  Konfektionsindustrie  Englands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913  24,4  Proz.
„  „  Ausfuhr  „  „  „  „  „  „  „  „  29,3  „
„  „  Produktion  der  „  „  „  „  „  „  „  29,3  „
„  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  „  „  „  „  28,1  „
Da  sowohl  der  Inlandsverbrauch  als  auch  die  Ausfuhr  an  Konfektionswaren ­
  in  England  sehr  bedeutend  sind,  erreichen  auch  die  Produktion  wie
die  Einfuhr  die  höchsten  Anteilszahlen.
Die  Entwickelung  der  Konfektionsindustrie  seit  1890  ist  als  sehr  günstig
zu  bezeichnen.  Die  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  ist  in  fortschreitender  Zunahme ­
  begriffen  und  hat  bereits  eine  recht  ansehnliche  Höhe  erreicht.
Die  Steigerung  der  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt

bei  Kleidern  92  Proz.
„  Hüten  und  Kappen  18  „

a)  Kleider  aus  Wolle,  Halbwolle  und  anderen  Materialien.

1890  1900  1903  1910  1913
Einfuhr  nicht  bes.  angeg.  62,4  70,5  76,6  Mill.  Mark
Ausfuhr  102,7  107,8  124,5  141,0  176,4  „

Die  Ausfuhr  der  Kleiderwaren  ist  namentlich  in  den  letzten  Jahren  sehr  stark
gestiegen,  und  zwar  sind  die  Kapkolonie  (Südafrikanischer  Bund)  und  Australien
die  Hauptabsatzgebiete,  welche  mehr  als  die  Hälfte  der  Ausfuhr  aufnehmen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich  .  .  38,2  Mill.  Mk.  |  Belgien  ....  4,6  Mill.  Mk.  Schweiz  ....  1,9  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  25,8  „  „  Ver.  Staaten  .  .  3,5  „  „  |  Japan  1,5  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Südafrik.  Bund  68,7  Mill.  Mk.  Niederlande  .  .  3,5  Mill.  Mk.  Java  1,3  Mill.  Mk.
Australien.  .  .  22,1  „  „  Argentinien  .  .  3,4  „  „  Ägypten  ....  1,3  „  „
Neuseeland  .  .  15,3  „  „  Brit.-Westafrika  3,1  „  „  Str.  Settlements  .  1,2  „  „
Kanada  ....  15,2  „  „  Ver.  Staaten  .  .  3,1  „  „  Hongkong  .  .  .  1,1
Britisch-Indien  8,7  „  „  Brasilien.  ...  2,3  „  „  Schweiz  ....  1,1
Frankreich  .  .  8,1  „  „  Chile  2,0  „  „  Uruguay  ....  1,0  ,,
Deutschland  .  .  4,7  „  „  Belgien  .  ...  1,8  „  „  j  China  1,0  „

b)  Kleider,  wasserdicht  gemacht  (waterproofcd).
Es  ist  dies  ein  Spezialartikel  Englands,  der  unter  der  Bezeichnung  „Gummimäntel“ ­
  allgemein  bekannt  ist.  Welche  Bedeutung  derselbe  erreicht  hat,  geht  aus
der  Ausfuhrziffer  hervor,  die  in  den  letzten  10  Jahren  eine  Steigerung  von  5,5
auf  20,8  Mill.  Mark  aufweisen  kann.
        <pb n="160" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

139

Die  hauptsächlichsten
Kanada  ....  5,7  Mill.  Mk.
Schweden  ...  1,8  „  „
Dänemark  ...  1,8  „  *

Länder  für  die  Ausfuhr  im
Norwegen  .  .  .  1,4  Mill.  Mk.
Deutschland  ..  1,2  „  „
Neuseeland  ...  1,2  „  „

Jahre  1913  waren:
Niederlande  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Australien  ...  0,8  „  „

Einfuhr
Ausfuhr

c)  Hüte

und  Ka]

?  P  en.

1890

1900

1910

1913

.  2,0

2,2

12,0

20,5  Mill.  Mark

.  27,1

16,4

28,3

32,1  „

Die  Hutindustrie  in  England  ist  recht  gut  entwickelt,  da  die  Ausfuhr
eine  recht  beträchtliche  Höhe  erreicht  hat,  aber  auch  die  Einfuhr  ist  in
steigender  Zunahme  begriffen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Italien  3,2  Mill.  Mk.

Deutschland
Frankreich  .

5,9  Mill.  Mk.
5,0  „  »

Österreich-Ungarn  °,6

Die  hauptsächlichsten

Kanada  .  .  .

7,1  Mill.  Mk.

Australien  .  .

4,6  „  „

Deutschland  .

3,9  ,,  ,,

Südafrik.  Bund

3,0  „  „

Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich  ...  2,9  Mill.  Mk.
Neuseeland.  .  .  2,1  „
Britisch-Indien  .  1,7  „
Ver.  Staaten  .  .  1,2  „  „

Niederlande  .  .  1,2  Mill.  Mk.
Belgien  ....  0,9  „  „
Argentinien  .  .  0,7  »  „
Schweden  ...  0,7  „  *
        <pb n="161" />
        1  ::

140

Ein-  und  Ausfuhr  Großbritanniens
Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Großbritanniens  an  Rohstoffen  und
Sämtliche  Werte  in

Belgien
Bulgarien
Dänemark  mit  Island  und  Grönland
Deutschland
Frankreich
Griechenland
Italien
Niederlande
Norwegen
Österreich-Ungarn
Portugal  und  portug.  Besitzungen  .  .
Rumänien
Rußland
Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien  und  span.  Besitzungen.  .  .  .
Türkei
Gibraltar—Malta—Cypern
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch  -  Kongo
Britisch-Ost-  und  Westafrika
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Franz.-Ost-  und  Westafrika
Marokko
Südafrikanischer  Bund
Tripolis
Britisch-Indien  und  Ceylon
China  und  Hongkong
Japan
Niederländisch-Indien
Persien
Philippinen
Siam
Straits-  Settlements
Argentinien
Bolivien
Brasilien
Britisch-Guiana  und  Falklandsinseln  .
Chile
Ekuador
Kanada  u.  s.  brit.  Bes.  in  Nordamerika
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Peru
Portoriko
Uruguay
Venezuela
Vereinigte  Staaten
Westindien  ohne  Kuba
Zentralamerika
Australischer  Bund
Neuseeland
Anderen  Ländern

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Einfuhr  nach  Großbritannien  von

Textilwaren
insgesamt

:  1  755,1  |  983,6

28,2

39,3

3,4

52,8

3,2

—

—

—

—

—

—

1,3

—

0,2

—

166,4

64,2

54,1

9,3

2,0

38,7

148,1

13L5

6,2

2,5

1,3

2,2

24,3

—

5,7

3,5

—

1,8

0,3

—

0,1

—

—

—

0,3

0,9

1,9

2,9

0,1

1,6

1,0

—

—

—

.—

12,3

57,3

z

—

0,2

—

—

57,8

4,1

69,7

0,1

—

—

—

—

—

—

0,2

0,1

—

—

—

—

23,3

0,7

—

—  •

—

—

—

—

—

359,9

2,4

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

10,0

—

—

0,1

—

—

—

—

—

—

—

—

0,2

—

—

—

—

122,5

—

—

27,3

37,0

o,9

236,9

1,3

5,8

18,4

—

0,6

0,1

—

27,3

1,02

0,4

—

—

—

—

—

—

2,1

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

43,7

—

—

1,1

—

—

—

40,6

—

—

—

—

—

4,2

—

—

—

0,2

16,5

—

—

—

—

—

—

—

—

4,3

0,9

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

26,1

10,2

—

—

—

—

8,1

—

—

976,2

6,8

1,0

0,5

2,02

—

—

1

I

251,3

—

—

—

166,6

—

—

—

6,8

4,7

1,3

0,9

1,7

4,9

131,8

—

1,5

31,7

327,7

43,2

370,2

3,2

31,0

o,6

n,9

—

0,1

0,7

6,8

—

2,6

—

69,6

—

0,2

2,5

134,2

0,04

0,34

z

24,0

—

362,3

—

10,0

—

0,1

—

0,2

122,5

—

302,1

0,7

26,8

1,5

30,32

o,9

0,9

—

2,1

0,06

0,06

—

44,8

—

40,6

—

4,2

—

16,7

1,5

1,5

—

5,2

0,4

0,4

0,6

36,9

—

8,1

3,7

988,2

0,14

2,16

25L3

166,6

0,9

16,3

334,5

132,5  249,3  97,2  3  552,2

an  Textilwaren.  Nach  Ländern  geordnet.

141

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.
Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren  i
insgesamt  j

Ausfuhr  aus  Großbritannien  nach

37,0

93,0

1,2

6,1

13,2

3,3

153,7

Belgien

5,9

—

5,9

Bulgarien

8,9

10,3

0,1

1,2

2,2

3,2

25,9

Dänemark  mit  Island  und  Grönland

172,5

283,9

7,1

13,1

17,5

9,7

503,8

Deutschland

35,4

124,8

9,5

3,1

25,1

n,S

209,4

Frankreich

12,0

4,9

0,5

—

17,4

Griechenland

10,4

18,6

0,6

1,6

—

0,9

32,1

Italien

74,6

32,4

0,1

2,2

9,9

5,5

124,7

Niederlande

10,9

6,4

0,3

2,8

1,8

22,2

Norwegen

7,3

16,0

0,6

0,1

—

0,7

24,7

Österreich-Ungarn

20,3

2,1

0,6

2,6

o,9

26,5

Portugal  und  portug.  Besitzungen

15,6

1,1

0,04

—

0,5

17,24

Rumänien

93,2

35,6

0,6

3,5

—

132,9

Rußland

15,4

18,2

0,3

0,5

2,5

2,8

39,7

Schweden

55,6

4,0

0,8

2,5

1,1

64,0

Schweiz

0,1

—

—

0,1

Serbien

10,8

3,6

0,3

2,0

2,9

0,1

19,7

Spanien  und  span.  Besitzungen

102,8

9,8

o,3

0,6

1,1

1,2

115,8

Türkei

0,22

—

i

0,04

0,26

Gibraltar—Malta—Cypern

72,5

5,0

0,1

2,1

0,1

1,4

81,2

Ägypten

3,7

—

—

—

3,7

Algerien  und  Tunis

2,0

—

—

—

2,0

Belgisch-Kongo

52,2

1,0

2,6

3,2

59,0

Britisch-Ost-  und  Westafrika

3,1

—

3,1

Deutsch-Ost-  und  Westafrika

22,6

—

—

22,6

Franz.-Ost-  und  Westafrika

1 5,4

■

—

—

—

15,4

Marokko

43,5

17,7

0,4

2,8

1,8

72,4

138,6

Südafrikanischer  Bund

1,4

—

—

—

1,4

Tripolis

798,6

28,6

2,3

4,9

1,4

11,9

847,7

Britisch-Indien  und  Ceylon

2 47,2

19,2

0,5

0,2

—

2,3

269,4

China  und  Hongkong  x

2 4,7

37,9

o,3

1,3

—

0,6

64,8

Japan  &amp;gt;

71,2

1,0

—

1,4

73,6

Niederländisch-Indien

10,o

—

—

10,0

Persien

5,9

—

—

—

5,9

Philippinen

12,4

—

—

0,1

12,5

Siam

41,8

0,5

0,3

1,3

—

1,5

45,4

Straits  Stettlements

79,7

35,6

2,0

6,9

15,7

4,8

144,7

Argentinien

0,5

—

—

—

o,5

Bolivien

47,7

8,4

0,3

4,9

8,7

3,9

72,9

Brasilien

0,1

0,1

0,2

Britisch-Guiana  und  Falklandsinseln

2 4,1

13,9

—

0,9

2,0

2,4

43,3

Chile

4,4

0,4

—

0,5

—

5,3

Ekuador

76,5

105,6

13,3

14,7

10,9

28,1

249,1

Kanada  u.  s.  brit.  Bes.  in  Nordamerika

22,0

0,9

0,7

1,4

—

25,0

Kolumbien

16,2

1,1

—

4,6

4,7

0,1

26,7

Kuba

14,2

1,8

0,7

2,8

0,1

19,6

Mexiko

9,6

3,1

—

1,6

—

14,3

Peru

'

—

0,3

—

0,3

!  Portoriko

13,8

3,7

—'

1,2

l, 2

19,9

Uruguay

9,0

0,2

0,3

1,1

10,6

Venezuela

407,3

82,3

14,1

90,8

54,7

4,5

413,7

Vereinigte  Staaten

16,8

o,7

0,04

—

1,02

o,3

18,86

Westindien  ohne  Kuba

U,l

0,3

—

1,7

13,1

Zentralamerika

110,0

63,7

15,0

13,8

2,5

27,1

232,1

Australischer  Bund

27,0

15,2

o,5

3,6

L3

18,6

66,2

Neuseeland

97,1

54,6

13,2

14,1

10,5

17,2

206,7

Anderen  Ländern

2  864,2

1165,2

84,3

204,1

212,8

244,7

I  4775,3
        <pb n="162" />
        142

Handelsbezeichnungen  der  verschiedenen  Exportartikel

Handelsbezeichnungen  der  verschiedenen  Exportartikel  der  Baumwollindustrie
in  England  J ).
Baffetas  =  ein  leichter  Stoff  in  Kalikobindung  entweder  gebleicht  oder  blau  gefärbt.
Brillante  =  ein  leichter  Baumwollstoff  mit  eingewebten  Brokatfiguren  und  mit  einer
nainsook-Appretur.  Gewebt  auf  Dobbystühlen  mit  6  bis  12  Schäften.
Calico  und  Muslin  und  Cambrics,  Checks.
Chintz  =  ein  bedruckter  Baumwollstoff,  mit  grellen  und  sehr  bunten  Variationen  bedruckt.
Crimps  =  ein  einfaches  Kalikogewebe.  Die  Kette  ist  geteilt  und  auf  zwei  Bäumen  gewickelt, ­
  der  eine  Baum  gebremst  und  der  andere  ohne  Bremse,  so  entstehen  beim  Weben  die
gestreiften  Crimps.
Demin  =  ein  vierschäftiger  Kettköper  mit  brauner  oder  blauer,  feiner,  dicht  eingestellter
Kette  mit  grobem  rohweißen  Schuß.
Dhooty  =  grau  Schirting  mit  fancy  -  Streifen  an  den  Leisten,  wird  von  den  Hindus  als
Lendentuch  benutzt.  Die  Figurfäden  werden  von  Spezialdobbys  oder  schmalen  und  kleinen
Jaquards  gearbeitet.
Domestics  =  ein  Kaliko-  oder  Köpergewebe,  mittelschwere  bis  ganz  schwere  Qualität.
Drills  =  ein  starker  schwerer  Artikel  in  drei-,  vier-  und  fünfschäftigem  Kettköper  und
Kettsatin,  verkauft  in  roh  mit  schwer  geleimter  Kette  und  gebleicht,  gefärbt  oder  gestreift.  Dieser
Stoff  wird  verlangt  als  Anzugstoff  für  die  Tropen  wie  auch  die
Ducks  mit  einem  Matten-  oder  Panamagewebe  und  in  schwerer  Qualität.
Dungaree  =  ein  Stoff  wie  „Demin“,  aber  mit  gefärbtem  Schuß.
Fents  =  kurze  beschädigte  Enden  von  1  bis  2  m  an,  von  den  Stückenden  geschnitten,  ein
besonderer  Handel  in  Manchester  auch  für  Export  nach  Kleinasien  und  Ägypten.
Flannelette  =  Kalikogewebe  oder  Köper  mit  bunten  Streifen  und  Karos  und  mit  grobem,
■weich  gedrehtem  Schuß,  gerauht  auf  einer  oder  beiden  Seiten.
Fustian  =  eine  besondere,  ziemlich  weite  Klasse  von  schweren  Schußgeweben,  für  Arbeiterund ­
  Reithosen  und  in  leichteren  Qualitäten  für  Damenkleider.  Verschiedene  Marken  in  diesem
Genre  mögen  den  Schuß  geschnitten  oder  auch  ungeschnitten  haben,  und  gehören  folgende  Handelsnamen ­
  unter  dieselbe  Gruppe:  thicksets,  constitutions,  cables,  round  tops,  Genoa  backs,
Tabby  backs,  Cantoons,  Diagonals,  Imperials,  Swansdowns,  Lambskins,  moleskins,
beaverteens.
Gauze  oder  Leno  =  ein  leichtes,  offenes  Gazegewebe  von  bedeutender  Haltbarkeit,  ebenso
werden  auch  Lenobrokatstoffe  im  Jaquard  gewebt.
Gingham  =  ein  kräftiges  Kalikogewebe,  blau,  weiß,  rot,  grün  kariert,  für  Schürzen,
Taschentücher  und  Schals  für  Eingeborene  Westafrikas  und  Indiens.  Ähnliche  Stoffe  mit  größeren
Variationen  in  Farben  und  Karos  sind  bekannt  als  „Checks“.  In  dasselbe  Genre  wird  „Madras
Gingham“  eingereiht  mit  einer  distinkt  kräuselnden  Leiste,  meistens  verwendet  für  Jupen
und  Schals.
Granite  =  ein  besonderer  Gewebetyp  mit  einem  irregulären,  gebrochenen  Aussehen.
Grenadine  =  ein  durchsichtiger  Kleiderstoff  aus  Baumwolle,  Seide  oder  Wolle,  oder  auch
aus  Mischung  von  dreien,  gewebt  wie  „Leno“  oder  Gaze  mit  geringer  Einstellung.  Er  wird  aber
auch  mit  Kalikobindung  gewebt,  wenn  der  Schuß  durch  Polieren  gehärtet  wird.
Hickory  stripes  =  ein  grobes,  buntgewebtes  Köperdessin,  in  blau-weißen  oder  braunweißen ­
  Streifen,  für  Hemden  und  Unterhosen  in  gewissen  Teilen  der  Vereinigten  Staaten.
Harvard  =  ein  buntgewebter  Hemdenstoff  aus  vierschäftigem  gleichseitigen  Köper.
Huckaback  =  ein  Handtuchgewebe  aus  groben  Garnen,  ähnlich  unserem  Gerstenkorn,
für  Indien,  Kolombo  und  Südamerika.

! )  Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie  1914,  S.  34/35  und  1913,  S.  100.
        <pb n="163" />
        der  Baumwollindustrie  Englands.

143

Italian  cloth  =  ein  Baumwollfutterstoff,  durch  die  Appretur  von  großer  Berühmtheit.
Es  ist  ein  fünfschäftiger  Schußsatin  mit  bedeutend  mehr  Schußfäden  als  Kette.  Kette  und  Schuß
mag  entweder  ganz  aus  Baumwolle  oder  aber  Schuß,  kann  auch  aus  Mohair  sein.  Gewöhnlich
schwarz  gefärbt  mit  einer  Glanzappretur.
Jaconet  =  ein  hartappretierter  Stoff,  lim  453,6  g  etwa  91  cm  breit,  mit  glatter,  glänzender
Cambricappretur.
Jaconettes  =  ebenfalls  ein  Kalikogewebe  in  Stücklängen  von  18m.
Jean  =  ein  dreischäftiger  Kett-  oder  Schußköper.  Wenn  dieser  Stoff  als  Schußköper  und
in  mittlerem  Gewicht  gewebt  wird,  ist  derselbe  sehr  gangbar  für  Futterzwecke.  Als  Kettköper
und  mit  starker  Kette  wird  der  Stoff  verwendet  als  „Drill“  für  Anzüge,  Schuhfutter  und  Korsetts.
Jeanettes  =  im  selben  Genre  als  „Jean  drill“,  aber  leichter.
Lawn  =  ein  sehr  feines  Kalikogewebe.  „India  law“  ist  ein  kalanderter  Artikel,  etwa
11  m  pro  453,6  g  und  71  bis  91  cm  breit.  „Viktoria  lawn“  hat  eine  sehr  steife  Appretur.
Long  cloth  =  ein  Kaliko-  oder  Köpergewebe  für  Bleichzwecke  und  wird  dann  verwendet
für  Unterkleider.  In  billigeren  Qualitäten  wird  dieser  Artikel  für  Export  sehr  gesucht.
Madras  =  ein  dünner,  leicht  gewebter,  feiner  Stoff  in  glatten  und  auch  bunten  Streifen.
Die  Spezialität  in  diesem  Stoff  ist  der  feine,  bunte  Streifen,  und  der  Stoff  wird  in  großen  Mengen
für  Hemden  verwendet.  Das  Garn  wird  zum  großen  Teil  aus  ägyptischer  Baumwolle  hergestellt
und  die  Streifen  mögen  aus  Seide  oder  Kunstseide  sein.
Mexican  =  ein  Kalikorohgewebe  der  Schirtingklasse,  gewöhnlich  18/18  Einstellung  mit
ßiner  mittelmäßig  geleimten  Kette.
Madapollams  =  ein  Kalikogewebe  12/12  Einstellung,  Breite  81cm  und  Länge  44m  mit
zwei  buntgewebten  Schußkanten  in  der  Mitte.
Mull  =  ein  sehr  feingarniges  Kalikogewebe  mit  sehr  weicher  Appretur  und  keiner  Steife.
China-  oder  Seidenmull  ist  dasselbe  Gewebe  aus  Baumwolle  und  Seide.
Nankeen  =  ein  Artikel  mit  der  Heimat  Nanking-China,  aber  in  England  sehr  gut  imitiert.
Die  eigentümliche,  gelblich  angehauchte  Farbe  ist  das  Resultat  der  natürlichen  Färbung  der
Rohbaumwolle.
Osnaburg  =  ein  grobes,  bunt  gestreiftes  und  kariertes  Gewebe,  wird  in  den  südlichen
Maaten  von  Nordamerika  in  den  Pflanzungen  getragen.
Printers  =  Kalikogewebe  für  Druckzwecke.  Die  Garne  sind  von  guter  Qualität  und  der
Artikel  sauber  gewebt.  „Burnley  Printers“  oder  „Lumps“  messen  gewöhnlich  Breite  81  cm,
Länge  106m;  16/16  Einstellung.  „Glossop“  oder  „Cheshire“  printers  sind  91cm  und  46m
®it  Einstellung  19/22.
Quilts  und  Quiltings  =  enthalten  eine  große  Variation  von  schweren  Geweben,  roh,
gebleicht  und  buntgewebt,  für  Tischtücher,  Bettücher,  mit  einem  guten  Absatzgebiet  in  Indien,
Rolombo  und  Südamerika.
Regatta  =  buntgestreiftes  oder  kariertes  Genre  in  dreischäftigem  Kettköper  und  geleimtem
Schuß,  für  Knabenanzüge,  Waschkleider  und  Schürzen.
Sarongs  =  ein  Kalikogewebe,  bunt  gestreift  oder  kariert  mit  Schußkanten  in  allen  Variabonen.
  Dieser  Artikel  wird  in  den  östlichen  Ländern  (besonders  Indien)  sehr  gekauft  für  Schals
und  Schärpen.
Sheeting  =  ein  dickes,  schweres  Gewebe  mit  Abfallschuß  für  Unterwäsche  und  die  gröberen
Qualitäten  für  Bettlaken.
Shirting  =  der  stuhlrohe  Exportschirting  ist  ein  Kalikogewebe  von  geringer  Qualität  und
schwer  geleimter  Kette.  Außer  den  rohen  Schirtings  kommen  dann  für  Herrenhemden  die  buntgewebten ­
  Schirtings  in  Frage.
Harvard  =  Schirting  für  Südamerika  ist  ein  vierschäftiger  gleichseitiger  Körper,  ziemlich
dicht  gewebt.  Oxford-Schirting  ist  ein  Kalikogewebe  mit  zwei  Fäden  in  einer  Litze  und  mit  einem
weichen  Schuß  im  Fach.  Weitere  Handelsnamen  in  Schirtings  sind:  Sateen  shirting,  Grandrelle,
  Tennis  shirting.
        <pb n="164" />
        144

Handelsbezeichnungen  der  Juteindustrie  Englands.

Tanjibs  =  leicht  geleimtes  Kalikogewebe,  Einstellung  12/12,  13/13,  14/14  mit  zwei  Schußkanten ­
  in  der  Mitte,  entweder  lila,  rot  oder  Kordkante.
T  cloth  =  eine  Rohware  mit  Kalikobindung  und  sehr  geringer  Qualität  mit  schwer  geleimten ­
  Garnen,  die  Stücklänge  ist  stets  22  m.  Der  Name  rührt  von  dem  Originalexporteur  her,
welcher  die  Stücke  mit  einem  T  stempelte.

Handelsbezeichnungen  der  verschiedenen  Exportartikel  der  Juteindustrie
in  England.
Hessians  =  ein  glattes  Gewebe,  das  eine  Art  Sacktuch  darstellt,  in  verschiedenen  Breiten
und  Stärken  gefertigt  wird  und  zur  Herstellung  von  Säcken  und  Verpackung  aller  Art  Güter
dient.  Es  wird  häufig  mit  Papier  gefüttert,  wenn  es  zur  Verpackung  von  Zucker,  Mehl  und  ähnlichen ­
  Waren  verwendet  werden  soll.  Ein  Quadratyard  wiegt  etwa  loV 2  englische  Unzen  und
kostet  etwa  3%  Pence,  was  für  das  Quadratmeter  etwa  360  g  und  0,36  Mk.  ausmacht.
Bagging  ==  ebenfalls  ein  glattes  Gewebe  mit  doppelter  Kette  und  einfachem  Einschlag.
Eine  besondere  Art  wird  Bin-Bagging  genannt;  sie  unterscheidet  sich  durch  eine  gelblichbraune
Farbe,  die  ursprünglich  bestimmt  war,  die  Färbung  von  Hanf  nachzuahmen.
Tarpauling  =  gleichfalls  ein  glattes  Gewebe  mit  doppelter  Kette  und  einfachem  Einschlag,
feiner  als  das  gewöhnliche  Bagging.  Quadratyard  wiegt  16  bis  24  englische  Unzen  und  kostet
etwa  5  Pence  (42,5  Pf.).  Es  dient  zur  Herstellung  von  Säcken,  von  Planen  aller  Art  zur  Bedeckung
von  Eisenbahnwagen,  Heuschobern  und  dergleichen.  Ein  sehr  ähnliches  Fabrikat  ist  Hop  Pocketing,
  das,  wie  der  Name  andeutet,  zur  Verpackung  von  Hopfen  besonders  hergestellt  wird.
Sacking  =  ein  dreibindiger  Köper  mit  doppelter  Kette  und  einfachem  Einschlag,  ist  ein
ziemlich  schwerer  Stoff.  Ein  Quadratyard  wiegt  etwa  1V2  englische  Pfund  und  kostet  etwa
4V2  Pence,  was  für  das  Quadratmeter  etwa  0,8  kg  und  0,50  Mk.  ausmacht.  Es  wird  für  Kohlen-,
Zement-  und  Erzsäcke  und  zur  Verpackung  ähnlicher  schwerer  Materialien  verwendet.  Es  wird
auch  als  vierschäftiger  Köper  mit  einfacher  oder  doppelter  Kette  hergestellt.
Horse-Cloth  =  (Pferdedeckenstoff)  ein  zweiseitiger  Köper,  häufig  auf  der  Rückseite
aus  Wolle  gearbeitet,  meist  gefärbt  in  einfachen  Farben  oder  gestreift.  Einige  schmale  Fabrikate
dieser  Gattung  werden  für  Gurte,  Schutzdecken  für  Automobilräder  und  ähnliche  Zwecke  hergestellt.
Paddings  =  eine  Art  Hessians,  die  —  schwarz  gefärbt  oder  auch  ungefärbt  —  gestärkt
und  von  den  Schneidern  als  Steifmittel  verwandt  werden.  Der  Preis  ist  etwa  6 / 8 d  (5,3  Pf.)  höher
als  für  die  entsprechenden  ungestärkten  Hessians.
Cotton-Bagging  =  ein  besonders  schweres  und  grobes,  einfaches  Jutegewebe,  das
zur  Verpackung  von  roher  Baumwolle  in  den  Baumwolländern  benutzt  wird.
Mending-Bagging  =  ein  ähnlicher  Stoff  wie  der  eben  genannte,  der  für  Liverpool
zum  Zwecke  der  Ausbesserung  der  Baumwollsäcke  hergestellt  wird.
Von  den  Fabrikaten,  die  nicht  aus  reiner  Jute  bestehen,  sind  Lonas  zu  erwähnen.  Der
Name  stammt  augenscheinlich  von  dem  spanischen  Lona  =  das  Segel.  Es  ist  ein  aus  Leinwand
und  Jute  gemischter  Stoff.
        <pb n="165" />
        Textilindustrie  Frankreichs.

145

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Frankreichs.

Die  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz  1
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

216,4

529,4

+146

101,2

368,9

+  264

Wolle  und  Plalbwolle  .  .  .

355,6

622,4

+  75

442,5

549,1

+  24

Seide  und  Halbseide  ....

241,8

332,0

37

294,1

503,4

+  71

Leinen

54,3

101,6

+  87

25,1

75,7

+201

Jute

22,5

59,2

+  163

5,6

17,4

+  210

Konfektion

11,2

13,9

+  24

128,7

244,1

+  90

Die  Gesamt-Ein-  und  Ausfuhr

901,8

1658,5

+  83,9

997,2

1758,6

+  76,3

3  593,9

6  806,7

3  040,3

5  500,3

—

im  Spezialhandel  beträgt  .
Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt
demnach  in  Prozenten  .  _

25,1

24,3

32,8

31,9

Der  Anteil  der  Textilindustrie  Frankreichs  an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten

an  Textilwaren  im  Jahre  1913  beträgt  13.8  Proz.
Desgleichen  an  der  Ausfuhr  15&amp;gt;4  „

Unter  den  drei  Staaten  Frankreich,  Deutschland  und  England  nimmt
Frankreichs  Textilindustrie  im  Einfuhranteil  die  dritte  Stelle  und  im  Ausfuhranteil ­
  die  zweite  Stelle  ein.  Nur  die  Textilindustrie  Englands  hat  eine
höhere  Ausfuhr.
Frankreichs  Erhöhung  in  der  Einfuhr  seit  1890  mit  83,9  Proz.  ist  etwas
niedriger,  und  die  Erhöhung  in  der  Ausfuhr  mit  76,3  Proz.  etwas  höher  als  die
entsprechende  Ein-  und  Ausfuhr  Deutschlands;  die  Werte  zeigen  eine  starke
Entwickelung  der  Textilindustrie.
Am  stärksten  hat  sich  die  Baumwollindustrie  entwickelt;  im  Jahre  1890
hatte  sie  eine  Ausfuhr  von  nur  101,2  Mill.  Mark,  die  im  Jahre  1913  auf
368,9  Mill.  Mark  gestiegen  war.  Zustatten  kam  der  Baumwollindustrie,  daß
Frankreichs  Kolonien,  wie  Algerien,  Tunis,  Marokko,  Franz.-Indochina  usw.
sehr  große  Baumwollkonsumenten  sind  und  Frankreich  die  Einfuhr  dorthin
fast  allein  beherrschte,  ferner,  daß  die  Industrie  der  Baumwollgewebe,  der  Tülle,
Spitzen  und  Stickereien  sich  sehr  günstig  entwickeln  konnte.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

10
        <pb n="166" />
        146

Textilindustrie  Frankreichs.

Außerdem  zeigen  auch  die  Seiden-,  Leinen-,  Jute-  und  Konfektionsindustrie
bedeutende  Steigerungen  in  der  Ausfuhr;  nur  bei  der  Woll-  und  Halbwollindustrie ­
  ist  die  Steigerung  sehr  niedrig.  Aus  der  später  folgenden  näheren
Besprechung  der  einzelnen  Industrien  ist  die  Entwickelung  genauer  zu  ersehen.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Frankreichs.
Dieser  betrug:

An  der

Einfuhr

An  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

25,1  Proz.

24,3  Proz.

32,8  Proz.

31,9  Proz.

Interessant  ist  die  Wahrnehmung,  daß  der  Anteil  der  Textilindustrie  an
der  Gesamtausfuhr  Frankreichs,  in  starkem  Gegensatz  zu  dem  Deutschlands,  sich
seit  1890  nur  ganz  unwesentlich  verändert  hat;  es  kann  dies  als  ein  Zeichen
dafür  aufgefaßt  werden,  daß  Frankreichs  Gesamtindustrie  von  der  großen
Bewegung  und  der  damit  verbundenen  Entwickelung  einzelner  Industriezweige,
die  in  Deutschland  zu  vielen  neuen  Ausfuhrwerten  führte,  ziemlich  unbeeinflußt
geblieben  ist.
Die  Textilindustrie  selbst  beherrschte  im  Jahre  1890  32,8  Proz.,  im  Jahre  1913
31,9  Proz.  aller  Ausfuhrwerte  des  Landes;  sie  besitzt  danach  eine  außerordentliche
Wichtigkeit  für  Frankreich.

Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

462,1

27,2

40,1

82,4

41,6

244,9

Wolle  und  Halbwolle  .  .

569,8

10,0

42,6

186,  S

177,4

185,2

Seide  und  Halbseide  .  .

282,3

10,1

39,6

96,8

58,S

341,5

Leinen

93,6

4,2

3,8

17,8.

34,2

23,7

Jute

58,7

—

0,5

0,f

6,2

10,4

Konfektion  und  Posamente

—

—

14,0

—

—

244,1

Kunstseide

—

—

—

—

—

6,5

1  1  466,5

51,5

140,6  |

384,3

317,9

1056,3

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  082,2  Mill.  Mk.
„  Ausfuhr  „  Halbfabrikaten  „  „  eingeführten,  „  266,4  »  „
.  „  „  Fertigwaren  „  „  »  „  915,7  ,,
        <pb n="167" />
        Rohstoffe.  Halbfabrikate.

147

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
37000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  70,3  Mill.  Mark
6  278  t  frische  Kokons  im  ungefähren  Werte  an  Seide  „  16,9  „  „
20899  t  geschwungener  Flachs  im  ungefähren  Werte  „  23,0  „  „
110,2  Mill.  Mark
An  Rohbaumwolle  wurde  verarbeitet  für  379,8  Mill.  Mark.  Der  Bezug
aus  den  Kolonien  Algerien,  Indochina  und  Franz.-Westafrika  ist  unbedeutend
und  betrug  nur  0,9  Mill.  Mark.
An  Rohwolle  wurden  eingeführt,  abzüglich  der  ausgeführten,  für
412,9  Mill.  Mark,  davon  stammen  für  11,4  Mill.  Mark  aus  Algerien,  Marokko,
Tunis,  Senegal.
An  Kokons,  Rohseide,  Florettmaterial  wurden  eingeführt,  abzüglich
der  ausgeführten,  für  198,0  Mill.  Mark  hauptsächlich  aus  China,  Japan,  Italien
und  der  Türkei.
An  Flachs  und  Werg  wurden  eingeführt,  abzüglich  der  ausgeführten,  für
78,8  Mill.  Mark.  Die  Einfuhr  stammt  hauptsächlich  aus  Rußland  und  Belgien.
An  Jute  wurde  für  58,0  Mill.  Mark  aus  Britisch-Indien  geliefert.

Halbfabrikate.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  stellt  sich  wesentlich  günstiger
als  in  Deutschland,  denn  in  Frankreich  ist  die  Einfuhr  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr ­
  nicht  bedeutend.  Im  Jahre  1913  wurden  eingeführt:
Baumwolle.  Rohe  Baumwollgarne  für  22,6  Mill.  Mark,  bei  denen  es  sich
dem  Einfuhrwerte  nach  um  ganz  feine,  meist  aus  England  stammende  Garne
handelt;  gebleichte,  gefärbte  und  merzerisierte  Garne  für  3-7  Mill.  Mark.
Wolle.  Kamm-,  Alpaka-  und  Mohairgarne  für  3,6  Mill.  Mark.
Seide.  Florettmaterial  gekämmt,  welches  den  Florettspinnereien  als  Rohmaterial ­
  dient,  für  6,4  Mill.  Mark  und  Florettgarne  für  3,2  Mill.  Mark.
Leinen.  Leinengarne  für  4,2  Mill.  Mark,  welche  Summe  im  Verhältnis  zu
der  großen  Ausfuhr  von  Garnen,  34,2  Mill.  Mark,  nicht  bedeutend  ist.
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1913:
Baumwolle.  Rohe  Baumwollgarne  für  11,1  Mill.  Mark.  Es  handelt  sich
bei  diesen  meist  um  billige  einfache  Garne,  die  nach  Belgien,  der  Niederlande
und  Deutschland  ausgeführt  werden;  Baumwollgewebe  roh  für  22,8  Mill.  Mark,
die  nach  den  französischen  Kolonien  geliefert  werden  und  mit  denen  Frankreich
ln  den  letzten  Jahren  gegen  England  konkurriert.
10*
        <pb n="168" />
        148

Textilindustrie  Frankreichs.

Wolle.  Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  von  177,4  Mill.  Mark  ist  in  Frankreich ­
  eine  sehr  hohe,  da  sich  diese  Industrie  namentlich  von  1900  ab  in
sehr  starker  Weise  entwickelt  hat.  Es  wurden  ausgeführt:  Kammzug  roh  für
94,9  Mill.  Mark,  Kamm-  und  Streichgarne  für  81,2  Milk  Mark.  Frankreichs  Ausfuhr ­
  konkurriert  auch  hier,  ebenso  wie  bei  den  rohen  Baumwollgeweben,  gegen
die  gleichartige  Ausfuhr  Englands.
Seide.  Am  bedeutendsten  ist  die  Ausfuhr  an  gezwirnter  Seide  im  Werte
von  39,3  Mill.  Mark,  die  hauptsächlich  nach  der  Schweiz  geht.  Die  Ausfuhr  an
Florett-  und  Bourettegarnen  im  Werte  von  12,0  Mill.  Mark  wird  nach  fast  allen
europäischen  Seidenländern  geliefert.
Leinen.  Die  Ausfuhr  an  Leinengarnen  mit  34,2  Mill.  Mark  ist  sehr
beträchtlich  und  geht  vornehmlich  nach  Belgien.  Dieser  Industriezweig  hat  sich
erst  in  den  letzten  Jahren  stark  entwickelt.

F  ertigwar  en.
In  der  Baumwoll-,  Woll-  und  Seidenindustrie  hält  sich  die  Einfuhr  an
Fertigwaren  annähernd  auf  gleicher  Höhe  wie  in  Deutschland.
Dagegen  ist  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  in  der  Baumwoll-  und  Wollindustrie ­
  'wesentlich  niedriger  als  die  deutsche,  während  in  der  Seiden-  und
Konfektionsindustrie  die  Ausfuhr  Frankreichs  höher  ist.  Die  genaueren  Einzelheiten ­
  sind  bei  den  Abschnitten  über  die  Entwickelung  der  verschiedenen
Industriezweige  zu  ersehen.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Frankreichs  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  zu  ersehen  ist,  beträgt  der
ungefähre  Produktionswert:

Mill.  Mark

Anteil  Frankreichs
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

1  233,7

10

Woll-  und  Halbwollindustrie

1  274,9

15,7

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

652,0

32,9

Leinenindustric

307,9

16,9

Juteindustrie

110,0

16,6

Kunstseidenindustrie 1 )

28,5

21,1

Konfektionsindustrie,  ähnlich  wie  im  gleichen  Falle
bei  Deutschland,  dem  Ausfuhrwert  von  244,1  Mill.
Mark  entsprechend  berechnet

366,0

29,1

3  973,0

15,2

9  Siehe  S.  18.
        <pb n="169" />
        Produktion.

149

Die  vergleichenden  Zahlen  betreffend  die  Produktion  der  einzelnen  Gruppen
der  Textilindustrien  von  Frankreich,  Deutschland  und  Großbritannien  sind  im
Kapitel  Deutschland  auf  S.  49/50  mitgeteilt.
Statistische  Angaben  über  die  Textilindustrie  Frankreichs  liegen  nur
spärlich  vor.
Die  Baumwollindustrie  beschäftigte  im  Jahre  1913 :
430  Spinnereien  mit  7  400  000  Spindeln,
während  Deutschland
372  Spinnereien  mit  to  162  872  Spindeln
beschäftigte.  Die  Zahl  der  Webstühle  betrug
in  Frankreich  108  000
in  Deutschland  230  200
Die  Wirkwarenindustrie  hat  sich  besonders  in  den  letzten  Jahren  entwickelt. ­
  Die  Ausfuhr  ist  von  12,1  Mill.  Mark  im  Jahre  1900  auf  24,0  Mill.  Mark
im  Jahre  1913  gestiegen.
Über  die  Tüll-  und  Spitzenindustrie  in  Calais  liegt  ein  Bericht  des
deutschen  Vizekonsulats  in  Calais  über  das  Jahr  1911  vor.  Nach  diesem  gibt  es
in  Calais  96  Spitzenfabriken  mit  2725  Maschinen.  Der  Wert  der  Produktion
wird  auf  56,0  Mill.  Mark  geschätzt,  wovon  für  ungefähr  16,0  Mill.  Mark  nach  den
Vereinigten  Staaten  und  für  8,0  Mill.  Mark  nach  Deutschland  gehen.  Die  Anzahl
der  Schiffchenmaschinen,  die  die  Plauener  Broderieartikel  hersteilen,  nimmt
ständig  zu.  Die  Fabrikanten  erzeugen  mit  diesen  Maschinen  wie  bisher  nur
die  feineren  Artikel.  Man  hofft,  daß  diese  neue  Industrie,  die  sich  in  Calais
schneller  eingebürgert  hat,  als  man  urspünglich  erwartete,  auch  weiterhin  eine
größere  Ausdehnung  erlangen  wird.
Über  die  Wollindustrie  in  Roubaix  im  Jahre  1912  wird  berichtet,  daß
dort  13  Wollkämmereien  tätig  sind,  die  58670t  Kammzug  herstellten.  Außerdem ­
  erzeugten  7  Privatkämmereien  10000  t  Kammzug  jährlich.
In  der  Leinenindustrie  beträgt  die  Zahl  der  Spindeln  567079,  d.  i.  beiläufig ­
  die  Hälfte  der  Leinenspindelzahl  in  Großbritannien.

Die  Zahl  der  mechanischen  Webstühle  beträgt  17  000
Die  Zahl  der  Handstühle  20000

Die  große  Zahl  der  Handstühle  zeigt  die  starke  V  erbreitung  dieser  Industrie
m  Frankreich  als  Hausindustrie.
Über  die  Seidenindustrie  liegen  genaue  Angaben  im  „Compte  rendu  des
traveaux  de  la  chambre  de  commerce  de  Lyon  1913“  vor -  Nach  diesen  betiug
die  Seidenwarenproduktion  in  Lyon  und  Umgebung  im  Jahre  1913  374,2  Mill.
Mark,  die  Produktion  der  Seiderjbandindustrie  in  St.  Etienne  und  Umgebung
74,6  Mill.  Mark.
Die  Produktion  der  einzelnen  Artikel  wird  in  genanntem  Werke  wie  folgt
angegeben:
        <pb n="170" />
        150

Textilindustrie  Frankreichs.

Produktion  der  Lyoner  Seidenindustrie.

Im  Jahre

1911

1912

1913

Millionen  Mark

Glatte  reinseidene  Stoffe:  Failles,  Tafte,  gerippte  Stoffe  für  Kleider,

Futter  einschl.  gestreifte,  karrierte  und  bedruckte  Tafte  .  .  .

7,2

8,0

8,0

Satins  aus  Seide  oder  Schappe:  Kleider-,  Konfektions-  und  Futter-Stoffe

  einschl.  Krepps,  Satins,  Messaline  Satins,  gaufrierte  und

bedruckte  Satins

44,0

48,0

56,o

Armures  aus  Seide  oder  Schappe  einschl.  Armures  für  Kleider,

Konfektions-  und  Kravattenstoffe

27,2

22,4

24,0

Futterstoffe  aus  Seide  oder  Schappe

—

4,8

6,4

Taffet  und  Sergestoffe  für  Schirmstoffe

3,2

4,0

3,6

Möbel-  und  Kirchenstoffe

0,8

1,0

1,0

Foulards,  Pongees,  Krepps

16,8

13,6

9,6

Moirös  antiques

1,0

1,2

4,8

Glatte  Seidenstoffe  im  Kettendruck  hergestellt  .

0,4

0,5

0,8

Gemusterte  und  broschierte  Stoffe  aus  Seide  oder  Bouretteseide  .

21,6

24,4

30,0

Stoffe  aus  Seide  und  Bouretteseide  mit  Silber-  oder  Goldornamenten

  für  die  Levante  und  Indien

9,6

9,6

8,0

Halbseidenstoffe  moiriert,  gaufriert  und  bedruckt  in  Satins,

Armures  usw.

32,0

33,6

40,0

Halbseidenstoffe  mit  Baumwolle  oder  Wolle  für  Schirmstoffe  .  .

4,0

4,8

4,4

Halbseidenstoffe  für  Möbel-  und  Kirchenstoffe  t

0,8

1,0

1,0

Halbseidenstoffe  für  Kravatten  usw

,  2,8

3,2

7,2

Halbseidenstoffe  aus  Seide  oder  Bourette,  gemustert  oder  broschiert

5,6

6,7

7,2

Velours,  Plüsche  aus  reiner  Seide

5,8

6,2

8,4

Halbseidene  Velours  und  Plüsche

23,6

23,2

23,9

Mousselines,  Gaze  und  Krepps

71,2

69,2

82,4

Tülle  und  Spitzen

17,0

18,9

23,2

Möbelstoffe  aus  Bourette

o,9

0,9

0,9

Posamentierwaren

21,6

20,0

19,6

Kunstseidenstoffe

1,2

3,6

7,2

Zusammen  .  .  .

318,3

328,8

377,6

Produktion  der  Seidenbandindustrie  von  St.

Etienne.

Im  Jahre

1910

1911

1912

Millionen  Mark

Glatte  schwarze  Bänder  aus  Seide

7,4

4,8

3,3

Glatte  schwarze  Bänder  aus  Halbseide

1,8

1,7

1,6

Glatte  farbige  Bänder  aus  Seide

24,1

20,1

21,6

Glatte  farbige  Bänder  aus  Halbseide

6,2

5,7

3,0

Gemusterte  Bänder  aus  Seide

3,1

5,1

5,3

Gemusterte  Bänder  aus  Halbseide

3,4

3,3

3,0

Reinseidene  und  halbseidene  Kravattenstoffe

0,4

0,2

0,3

Halbseidene  Samte  mit  Rückseite  in  Leinenbindung

2,2

2,6

2,2

Reinseidene  Samte  mit  Rückseite  in  Satin  oder  gemusterter  Bindung

1,4

2,1

3,5

Halbseidene  Samte  mit  Rückseite  in  Satin  oder  gemusterter  Bindung

6,3

7,5

10,2

Posamentierwaren

3,1

4,0

2,8

Artikel  für  Hutfabrikation

1,7

1,3

1,7

Elastische  Gewebe

2,6

2,7

2,7

Halbseidene  Gewebe

7,1

6,7

6,5

Reinseidene  Gewebe

0,4

0,5

0,3

Die  gleichen  Artikel  in  der  Umgebung  von  St.  Etienne  hergestellt

5,7

6,2

6,0

Zusammen  .  .  .

76,9

74,5

74,0
        <pb n="171" />
        Produktion.  1(1  1
Das  deutsche  Konsulat  in  Lyon  berichtet  nach  dem  Bulletin  des  Soies  et
des  Soieries  über  die  Samt-  und  Plüschfabrikation  in  Frankreich  folgendes*):

Samt-  und  Plüschfabrikation  in  Lyon.

Im  Jahre

1909

1910

1911

1912

1913

in  Millionen  Franken

Reinseidene  Samte  und  Plüsche:
Rutensamte

6

7  )

Fassonierte  Samte
Gestreifte  Samte

0,2
0,1

0,6
0,1  J

7,3

7,7

10,6

Halbseidene  Samte  und  Plüsche:

Rutensamte  mit  Baumwollschuß  und  Seidenflor

2,6s

4,2

4

2,2

2,1

Mechanische  Samte  mit  Baumwollschuß  und  Seidenflor  .  .

19,3

23,3

23,5

21,7

22,3

Mechanische  Samte  aus  Baumwolle

—

—

—

2,6

2,1

Plüsche  für  Hut-  und  Etuifabrikation  .

1,75

2,1

2

2,3

3,4

Zusammen  .  .  .

30,0

37,3

36,8

36,5

40,5

Samtbänderfabrikation  in  St.  Etienne.

Im  Jahre

1909

1910

1911

1912

1913

in  Millionen  Franken

Samte  mit  Leinwandrückseite:

Reinseidene

0,3

0,03

0,3

o,3

—

Halbseidene

2,1

2,77

3

2,3

2,1

Samte  mit  Satin-  oder  Armurerückseite:

Reinseidene

1,4

1,8

2,7

4,3

3

Halbseidene

10,7

7,9

9,4

12,6

16,9

Zusammen  .  .  .

14,5

12,5

15,4

19,5

22,0

Insgesamt  .  .  .

44,5

49,8

52,2

56,o

62,5

Gesamtumsatz  (Stücke  und  Bänder)  in  Samt  und  Plüsch.

Im  Jahre

Deutschland

Frankreich

Zusammen

in  Millionen  Franken

1907

00

52,5

130,3

1908

58,7

33,9

92,6

1909

61,8

44,8

106,6

1910

78,3

49,8

128,1

1911

79,7

52,1

131,8

IQ]  2

80,2

56,1

136,3

1913

82,8

62,6

145,4

Das-Bulletin  des  Soies  et  des  Soieries  hebt  hervor,  daß  nach  der  nachstehenden ­
  Statistik  der  Anteil  Frankreichs  an  dem  Gesamtumsatz  der  beiden
Länder  von  41,1  Proz.  im  Jahre  1912  auf  43,3  Proz.  im  Jahre  1913  gestiegen  ist.

b  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1914&amp;gt;  Nr.  86,
        <pb n="172" />
        152

Textilindustrie  Frankreichs.  —  Inlandsverbrauch.  —  Absatzverhältnisse.

Die  Zahl  sämtlicher  Betriebe  der  Textilindustrie  im  Jahre  1912  betrug 1 )  17,635
Die  Zahl  der  in  diesen  beschäftigten  Arbeiter  683,052
Da  die  Gesamtzahl  der  in  allen  Industriebetrieben  Frankreichs  beschäftigten  Arbeiter
im  Jahre  1912  4,360,761
betrug,  so  beschäftigt  die  Textilindustrie  etwa  15,6  Proz.  sämtlicher  Arbeiter  Frankreichs.
Von  den  683,052  Arbeitern  sind:
Erwachsene  männliche  Arbeiter  264,072  =  38,7  Proz.
Arbeiterinnen  über  18  Jahre  279,099  =  40,9  „
Männliche  Arbeiter  unter  18  Jahren  50,318  =  7,3  „
Weibliche  Arbeiter  unter  18  Jahren  89,563  =  13,1  „

Der  Inlandsverbrauch  Frankreichs  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch  an

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit  39,5
Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

•  •  •  987,3

24,99

Woll-  und  Halbwollwaren

•  •  •  947,7

23,99

Seiden-  und  Halbseidenwaren  .  .  .

.  .  .  291,6

7,38

Leinen  waren

•  •  •  253,8

6,42

Jutewaren

•  •  •  93,7  2 )

—

Konfektionswaren

366,0

Ab  mehrausgeführte  Konfektionswaren



230,2  135,8

3,44

2  709,9

66,22

Frankreich  hat,  pro  Person  berechnet,  von  den  europäischen  Staaten  den
höchsten  Verbrauch  an  Textilwaren.  Der  Verbrauch  speziell  in  Baumwollwaren
ist  allerdings  niedriger  als  in  Deutschland,  dagegen  ist  der  Verbrauch  in  Seidenund
  Leinenwaren  viel  höher  als  in  Deutschland.
Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Frankreichs  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  3,973  Mill.  Mark  kommen
auf  den  Inlandsverbrauch:  68,3  Proz.,  auf  die  Ausfuhr:  31,8  Proz.
Wie  aus  der  entsprechenden  Aufstellung  über  Deutschland  zu  ersehen  ist,
ist  Frankreichs  Ausfuhr  im  Verhältnis  zum  Inlandsverbrauch  viel  höher  als  in
Deutschland.  —  Am  stärksten  sind  an  der  Ausfuhr  die  Woll-,  Seiden-  und
Konfektionsindustrie  beteiligt:  in  den  letzten  Jahren  entwickelt  Sich  allerdings
auch  die  Baumwollindustrie  in  gleicher  Richtung.
Die  wichtigsten  Absatzländer  für  Frankreichs  Textilindustrie  im  Jahre
1913  waren:

Großbritannien  462,4  Mill.  Mk.

Franz.  Besitzen-Ägypten

  .  .  .

12,7  Mill.  Mk.

Belgien  .  .

330,5  „

55

gen  in  Asien  .  33,0  Mill.  Mk.

Osterr  .-Ungarn

12,0  „

Deutschland

166,2  „

55

Franz.-  Ost-  und

Niederlande  .  .

11,5  ,.  -

Ver.  Staaten

139,3  „

55

Westafrika  .  30,4  „

„

China  ....

10,4  „

Schweiz  .  .

122,2  „

Türkei  ....  18,1  „

Chile

9,8  .,

Italien  .  .  .

91,7  „

55

Spanien  ....  18,0  „

-

Marokko  .  .  .

9,6  .,

Algerien  u.  Tunis  88,0  „

55

Britisch-Indien.  18,0  „

Griechenland  .

8,7  „  „

Argentinien

56,8  „

5»

Brasilien  .  .  .  14,7  „

„

Rußland  .  .  .

8,6  „  „

l )  Annuaire  statisticjue

1913,  S,  110,  —  2 )  Siehe  Anmerkung

auf  S.  51-
        <pb n="173" />
        Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohbaumwolle  und  Linters

.  R

329  136

461,7

375,9

199,1

165,1

57,840

8l,9

.138,2

35,3

25,3

Abfälle  von  Baumwollgarn

1  123

0,4

0,4

0,1

0,2

1  391

0,5

0,5

0,7

o,5

Baumwollgarne,  roh  einfach

.  H

1  575

13,1

11,2

7,3

17,6

4  824

9,3

4,0

0,9

o,5

„  gezwirnt

926

9,5

8,6

2,9

4,2

529

1,8

2,2

0,5

o,3

„  gebleicht,  merzerisiert

422

2,8

2,7

0,5

1,4

1  303

4,3

2,9

1,6

1,1

„  gefärbt,  bedruckt  usw

200

o,9

o,7

2,1

1,8

980

3,4

2,9

1,3

o,5

Baumwollgewebe,  roh

243

0,9

1,0

0,9

|

8017

22,8

18,9

n,5

5,0

„  gebleicht

.  F

234

o,9

1,1

0,7

5,9

9  723

30,4

28,3

19,5

15,6

„  gefärbt,  buntgewebt

390

1,7

1,9

1,2

J

22  740

95,6

66,2

38,3

19,0

„  bedruckt,  Taschentücher  .  .  .

•  „

365

2,4

3,1

3,6

4,7

914

3,9

2,3

2,8

5,3

Buchbinderleinen

220

0,6

o,5

0,5

—

1

0,003

—

—

—

Stoffe  für  Indien  („Guinees  des  Indes“)  .....

—

0,4

0,3

—

—

100

o,4

0,4

0,05

0,1

Jaquardgewebe,  auch  für  Decken,  Tischtücher  .  '.

■  »

152

1,1

1,0

1,3

2,3

171

1,2

3,9

1,7

0,2

Baumwollsamt  und  -velvet

148

o,9

1,9

0,5

2,4

226

1,2

0,7

0,4

0,5

Baumwolldecken  *  •

—

—

—

—

0,01

2196

3,7

2,0

0,5

0,4

Tüll,  glatt  und  bestickt

25

0,8

0,4

0,2

1,7

511

14,2

9,2

1,6

3,9

Vorhänge,  Vorhangstoffe,  auch  bestickt

0,4

0,01

o,4

0,3

0,1

44

1,6

2,9

0,9

0,8

Musselins  bestickt  und  Gaze  fassoniert

12

0,3

—

—

10

0,2

—

Spitzen  und  Spitzenstoffe,  mechanisch  hergestellt  .

•  »

73

4,7

4,7

7,1

4,o

777

48,5

44,4

26,7

0,9

Desgleichen,  Handarbeit

17

4,5

5,1

6,6

—

13

3,4

2,6

0,6

Stickereien  verschiedener  Art

87

10,0

12,6

9,5

3,1

145

16,5

15,0

6,8

0,7

Gewirkte  Handschuhe

35

0,7

0,8

1,3

]

1

0,02

0,1

0,1

|

Wirkwaren  im  Stück

440

4,4

5,1

o,7

&amp;gt;  1,0

8

0,04

0,1

0,5

?  20,6

Andere  gewirkte  Artikel

538

4,3  *

2,0

0,5

, y

1  875

24,0

22,9

12,1

Wirkwaren  mit  Stickereien

100

2,4

o,5

0,03

J

1

0,02

0,04

0,0s

)

336  461

529,4

441,9

246,9

216,4

114  340

368,9

370,6

164,4

101,2

Baumwollindustrie  Frankreichs.  153
        <pb n="174" />
        154

Baumwollindustrie  Frankreichs.
        <pb n="175" />
        Entwickelung.

155

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

165,3

199,3

376,3

462,1

25,8

36,0

138,7

82,4

Halbfabrikate

25,9

13,7

24,2

27,2

7,4

15,8

30,9

41,6

Fertigwaren

25,2

33,9

41,4

40,1

68,0

112,6

201,0

244,9

216,4

246,9

441,9

529,4

101,2

164,4

370,6

368,9

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Frankreichs  beträgt

an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  10,1  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  7,5  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  10,0  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im
Jahre  1913  H,3  ,,

Der  Vergleich  gegen  die  Anteilzahlen  Deutschlands  und  Englands  ist  auf
S.  56  zu  ersehen.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
144  Proz.  264  Proz.
Diese  bedeutende  Erhöhung,  die  wesentlich  größer  ist  als  die  Deutschlands  oder
Englands,  ist  dadurch  erklärlich,  daß  die  Baumwollindustrie  Frankreichs  im
Jahre  1890  noch  eine  verhältnismäßig  niedrige  Ausfuhr  hatte  und  sich  erst  in
den  letzten  Jahrzehnten  stärker  entwickelt  hat.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  ist  von  1890  bis  1913  um  190  Proz.
gestiegen,  und  zwar  in  der  Periode  von  1890  bis  1900  nur  in  geringem,  später
jedoch  —  besonders  in  den  Jahren  1910  bis  1913  —  in  sehr  starkem  Maße.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  um  260  Proz.  gestiegen,  und  die
Steigerung  hielt  namentlich  auch  in  den  letzten  Jahren,  1910  bis  19^3»  i n
gleicher  Weise  an.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  ergibt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung ­
  von  462  Proz.  Die  große  Erhöhung  rührt  daher,  daß  die  Baumwollindustrie ­
  Frankreichs  die  Erzeugung  der  rohen  und  gebleichten  Exportgewebe
für  den  Bedarf  der  französischen  Kolonien  aufnahm,  die  früher  fast  ausschließlich
von  England  geliefert  wurden.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  59  Proz.
gestiegen,  eine  im  Vergleich  zur  Fertigwareneinfuhr  Deutschlands  und  Englands
sehr  niedrige  Steigerung.
        <pb n="176" />
        156

Baumwollindustrie  Frankreichs.

Die  Baumwollindustrie  Frankreichs  zeigt  insofern  eine  bessere  Entwickelung ­
  als  die  Deutschlands  und  Englands,  als  die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr
von  1890  bis  1913  eine  höhere  ist  und  speziell  auch  in  den  letzten  Jahren  anhielt, ­
  während  in  Deutschland  und  England  die  Steigerung  in  den  letzten  Jahren
nicht  mehr  die  gleiche  Höhe  wie  in  den  früheren  Jahren  aufweist.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  an  loser  Baumwolle  im  Jahre  1913,  nach  Herkunft
geordnet,  war  folgende:

Aus  Nordamerika  24g  877  t
„  Indien  25  3461
„  Ägypten  29  49s  t
n  China  9891
„  Südamerika  1  7951
„  der  Türkei  1  8691
„  Algerien  118  t
„  Franz.-Indochina  295  t
„  Franz.-Westafrika  170  t
„  Neukaledonien  1751
„  europäischen  Ländern  19  0071
329  136  t

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  an  loser  Baumwolle
im  Jahre  1913  waren:

Deutschland.  .  41,3  Mill.  Mk.
Belgien  ...  16,0  „  „
Schweiz  .  .  .  9,0  „  „

Einfuhr
Ausfuhr

Rußland  ....  5,2  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  3,0  „  „
Italien  2,9  „  „

Halbfabrikate.

Rohe

Baumwollg

ar  n  e.

1890

1900

1910

21,8

10,2

19,8

0,8

1,4

6,2

Franz.-Indochina  0,9  Mill.  Mk.

1913
22,6  Mill.  Mark
11.1  *

Die  Ausfuhr  hat  wohl  eine  Zunahme  aufzuweisen,  aber  wie  aus  den  Zahlen
ersichtlich,  ist  diese  nicht  bedeutend.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  .  18,3  Mill.  Mk.  |  Belgien  1,8  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  ....  5,0  Mill.  Mk.  |  Niederlande  .  .  2,8  Mill.  Mk.  ;  Deutschland  .  .  1,4  Mill.  Mk.
        <pb n="177" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

157

b)  Baumwollgarne,  gebleicht  oder  merzerisiert,  gefärbt  oder  bedruckt.

1890  1900  1910  1913
Einfuhr  3,2  2,6  3.4  3,7  Mill.  Mk.
Ausfuhr  1,6  2,9  5,8  7,7  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  .  .  1,7  Mill.  Mk.  |  Deutschland.  .  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Niederlande  ....  1,8  Mill.  Mk.  I  Franz.-Indochina.  .  1,0  Mill.  Mk.
Belgien  1,1  „  „  I  Algerien  0,8  „  „

c)  Rohe  Baumwollgewebe.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,9  0,9  1,0  0,9  Mill.  Mk.
Ausfuhr  5,0  11,5  18,9  22,8  „  .

Bei  der  Ausfuhr  der  rohen  Gewebe,  die  sich  ziemlich  gut  entwickelt  hat,
handelt  es  sich  in  erster  Linie  um  billigere  Exportgewebe,  mit  denen  Frankreich
vornehmlich  die  eigenen  Kolonien  versorgt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Algerien  8,2  Mill.  Mk.  j  Madagaskar  ....  4,3  Mill.  Mk.
Franz.-Indochina  .  .  6,1  „  „  |  Belgien  1,3  „  „

1913
30,4  Mill.  Mk.

F  ertig  waren.
a)  Baumwollgewebe,  gebleicht.
1890  1900  1910
Die  Ausfuhr  betrug  .  .  15,6  19,5  28,3
Auch  hier  handelt  es  sich,  wie  bei  dem  vorher  angeführten  Artikel,  um
billige  Exportgewebe,  die  hauptsächlich  nach  den  französischen  Kolonien  ausgeführt ­
  werden  und  worin  Frankreich  gegen  die  englischen  Fabrikate  zu  konkurrieren ­
  hat.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Algerien  .

.  .  13,2  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

.  1,6  Mill.  Mk.

Madagaskar  .  .  0,9  Mill.  Mk.

Franz.-Indochina  9,6  „  „

Tunis  ....

•  1,5  ,

b)  Baumwollgewebe,

glatt,  gefärbt

bedruckt;  Jacquardgewebe,  Samt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

■  •  ■  14,4

7,1

8,7

7,2  Mill.  Mk.

Ausfuhr

.  .  .  25,1

43,2

73,5

102,3  *

Die

Erzeugung  der  gefärbten  und  bedruckten

Gewebe  nimmt  von  Jahr

zu  Jahr  an  Bedeutung  zu,  und  die  Ausfuhrsumme  hat  in  den  letzten  Jahren
schon  eine  beträchtliche  Höhe  erreicht.
        <pb n="178" />
        158

Baumwollindustrie  Frankreichs.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Algerien  .  .  .  19,6  Mill.  Mk.

Ägypten  .  .  .

.  2,6  Mill.  Mk.

Mexiko,Uruguay

1,7  Mill.  Mk.

Franz.-Indochina  10,5  „  „

Senegal  .  .

•  1,9  „  »

Martinique.  .  .

1,3  „  „

Großbritannien  .  9,6  „  „

Deutschland

•  1,7  „

Brasilien....

1,7  „

Ver.  Staaten  .  .  8,2  „  „

Tunis  .  .  .

Chile

1,3  „  „

Madagaskar  .  .  7,0  „  „

Marokko  .  .

•  1,1  „

Kanada  ....

1,2  „  „

Argentinien  .  .  6,4  „  „

Franz.-Westafrika  1,1  „  „

Spanien  ....

1,0  „  „

Türkei  ....  5,7  »  „

Reunion  .  .

•  0,1  „  „

Italien

0,9  „  „

Belgien  .  ...  5,6  „  „

And.  frz.  Kolonien  1,7  „  „

c)  Tülle,  Vorhänge,  Vorhangstoffe,

Spitzen,  Spitzenstoffe,  Stickereien.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

.  .  .  8,9

23,6  23,2

20,3  Mill.  Mk.

Ausfuhr

•  •  •  6,3

36,6  74,1

84,4  ,,  „

Frankreich  besitzt  eine  hoch  entwickelte  Spitzenindustrie  im  Bezirk  Calais,
die  besonders  in  den  letzten  Jahren  in  stärkerem  Maße  zur  Geltung  kam.
Die  Einfuhr  dieser  Artikel  bewegt  sich  im  gleichen  Rahmen  wie  die
Einfuhr  der  gleichen  Position  in  Deutschland.  Die  Ausfuhr  hat  sich  insofern
günstiger  entwickelt,  da  sie  von  6,3  Mill.  Mk.  im  Jahre  1890  auf  84,4  Mill.  Mk.
im  Jahre  1913  gestiegen  ist,  während  die  Ausfuhr  aus  Deutschland  schon  im
Jahre  1890  bereits  32,3  Mill.  Mk.  betrag  und  bis  1913  sich  auf  86,9  Mill.  Mk.
steigerte.  —  In  der  Ausfuhr  sind  besonders  die  Spitzen  und  Tülle  stärker
hervortretend.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.
Belgien  ....

Deutschland
Schweiz  .  .

6,5  Mill.  Mk.
5,o  „  „

4,2  Mill.  Mk.
2.4  „  „

Italien  2,0  Mill.  Mk.
Türkei  ....  0,6  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten
Großbritannien

46,0  Mill.  Mk.
18,5  „  „

Belgien  .  .
Deutschland

7,0  Mill.  Mk.
4,1  „  *

Italien  1,1  Mill.  Mk.
Franz.  Kolonien  1,4  „  „

d)  Wirkwaren.

1890

1900

1910

1913

1,9

2,5

8,4

11,8  Mill.  Mk.

20,6

12,7

23,1

24,0  „  „

Ausfuhr
Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  war  Deutschland
mit  10,9  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Argentinien  .  .  4,2  Mill.  Mk.  Tunis  1,0  Mill.  Mk.  Türkei  ....  0,9  Mill.  Mk.
Algerien.  ...  4,1  „  „  Franz.-Indochina  1  ;  Ver.  Staaten  .  .  0,9
Großbritannien  .  2,0  „  „  u.  Madagaskar  /  ’  ”  ”  Ägypten  .  .  .  0,9
Brasilien
Mexiko  .

.  4,2  Mill.  Mk.

Tunis  1,0  Mill.  Mk.

•  4,1  „

Franz.-Indochina  t

•  2,0  „

u.  Madagaskar  /  ’  ”  ”

•  1,7  „  „

And.  frz.  Kolonien  1,0  „  „

•  1,4  „  „

Belgien  ....  0,9  „  „
        <pb n="179" />
        Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Lose  Wolle

R

268  766

519,2

527,1

341,1

269,9

35  686

106,4

107,9

68,4

35,7

Schaf-,  Ziegen-  und  Kamelhaare

583

1,9

1.9

1,3

1,6

476

1,3

1,5

1,9

1,2

Kunstwolle,  Tuchenden

„

30  336

7,8

5,9

5,9

2,8

106  333

32,7

26,3

25,7

26,1

Wollabfälle

„

16  524

40,9

30,8

16,7

14,2

23  592

46,0

48,6

27,9

25,2

Lose  Wolle,  gefärbt

H

—

—

—

—

—

15

0,1

0,02

0,1

—

Kammzug,  roh

„

254

i.i

1,1

0,4

0,7

21  193

94,9

115,3

64,5

J  ^5,0

Desgleichen,  gefärbt

99

23

0,1

0,1

0,1

—

178

0,9

1,3

0,4

Kammgarne,  einfach  od.  gezwirnt;  roh  od.  gebleicht  .
Streichgarne,  desgleichen

”

676
60

3,6
0,2

5,2
0,4

5,1
0,3

7,0
bei  Kammgarn
einbezogen

11  872
86

71,9
0,3

50,4
0,8

17,0
o,5

18,2
bei  Kammgarn
einbezogen

Kammgarne,  einfach  od.  gezwirnt;  gefärbt  od.  bedruckt
Streichgarne,  desgleichen

”

125
82

0,8
0,4

1,0
0,6

0,6
o,3

1,0
bei  Kammgarn
einbezogen

1  282
89

8,8
o,3

9,0
0,3

9,8
0,3

9,3
bei  Kammgarn
einbezogen

Teppichgarne,  roh,  gefärbt  oder  bedruckt

99

12

0,1

0,1

0,03

0,1

28

0,2

0,5

0,1

0,2

Alpaka-  und  Mohairgarne

V

586

3,6

1

3,8

5,1

5

0,01

0,1

0,02

0,01

Wollene  und  halbwollene  Tuche,  Kaschmirs  und  ähnliehe

  Gewebe  '

F

2  924

28,0

24,7

18,7

19,9

4  773

49,6

51,3

74,6

129,3

Reinwollene  Stoffe  für  Bekleidung

„

178

1,9

2,1

4,6

7,8

7  878

81,8

86,0

70,2

83,3

Bedruckte  Musselins

80

0,9

1,0

0,5

—

15

0,2

0,05

0,2

—

Kleider-  und  Futterstoffe,  Serge,  Alpaka,  Kaschmirschale

  usw

„

327

2,6

3,8

3,8

0,3

157

2,1

0,6

2,0

0,2

Halbwollgewebe

99

391

3,1

1,9

5,2

19,0

2  493

27,6

30,2

30,2

53,8

Wollteppiche,  geknüpft

9,

359

2,8

3,4

1,4

1,0

12

0,3

0,2

0,1

1  2,7

Desgleichen,  gewebt

99

151

0,7

0,5

0,7

1,8

831

3,4

7,3

2,2

i

Wollwirkwaren,  auch  gewirkte  Kleidung

„

148

1,9

2,3

1,2

2,6

519

6,5

4,5

3,1

15,1

Wolldecken  usw

10

0,1

0,1

0,02

0,1

2  466

10,3

3,6

3,1

2,9

Filze

,,

204

0,4

0,2

0,2

0,6

422

1,7

2,2

2,0

1.6

Wollplüsche  für  Ausstattung

„

5

0,1

0,1

0,02

—

6

0,1

0,1

0,3

1,8

Stickereien,  Tapisserien,  Schale  usw

»

22

0,2

0,2

0,2

0,1

39

1,7

1,9

0,9

322  826

622,4

619,6

412,1

355,6

1220  446

549,1

549,9

405,5

442,5

R  —  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Wollindustrie  Frankreichs.  159
        <pb n="180" />
        160

Wollindustrie  Frankreichs.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Frankreichs
im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr  an  Rohstoffen:
Lose  Wolle  268766  t

Im  Inland  gewonnene  Wolle
Ab  46  Proz.  Waschverlust,  ähnlich  wie  in  Deuschland
Ab  ausgefiihrte  gewaschene  Wolle
Mehrausfuhr  an  Kämmlingen  und  Abfällen  .  .
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle,  schätzungsweise
im  Verhältnis  zu  Deutschlands  Verbrauch  .
Verbrauch  an  Baumwolle
Ab  2  Proz.  Spinnverlust  von  151251t,  da  21094  t
ausgeführter  Kammzug  abgehen  ....
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Kammzug
Garne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Wollene  und  halbwollene  Tuche,  Kaschmirs  usw.  .  12651t
Bedruckte  Musseline  15  t
Kleider-  und  Futterstoffe,  Serge  usw  157  t
Halbwollgewebe  2  493  t
Teppiche  843  t
Wollwirkwaren  519  t
Wolldecken  2  4661
Filze  und  Wollplüsch  428  t
Stickereien,  Tapisserien  usw  391
Ausfuhrwert  der  Fertigw.  185,21  Mill.  Mk.  19  611t

37  000  t

21  094  t
11  8211

305

766  t

140

652  t

165

114t

35

7011

7

0681

42

7691

122

345  t

40

000  t

10

000  t

50

000  t

172

345  t

3

025  t

169

320  t

32

9t5t

Wert
pro  Tonne
in  Mark

10400
10  700
13  500
11  000
4  300
12  500
4  100
4  200
43  000

9440

19611t

52  526  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  116  794  t
116794  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  7  750  Jh  angenommen,  905,1  Mill.  Mk.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.

Für  das  Inland  verarbeitet  für

905,1  Mill.  Mk.

Ausgeführte  Halbfabrikate  „

177,4  „  *

Ausgeführte  Fertigwaren  „

185,2  „  „

Produktionsw.  des  Waschens

der  ausgeführten  Wolle

35  70ot  zu  200  Jb  pro  t  „

7,2  „  „

1  274,9  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  905,1  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  42,6  „  „
947,7  Mill.Mk.
        <pb n="181" />
        Entwickelung.

161

Entwickelung  der  Wollindustrie  Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

288,5

364,9

565,7

569,8

88,1

123,9

184,4

186,5

Halbfabrikate  ....

13,9

10,6

13,7

10,0

63,7

92,7

177,6

177,4

Fertigwaren

53,2

36,6

40,2

42,6

290,7

188,9

187,9

185,2

355,6

412,1

619,6

622,4

442,5

405,5

549,9

549,1

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Frankreichs  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  17,1  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  18,3  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  .  15,7  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  13,9  „
Der  Anteil  Frankreichs  an  der  Produktion  der  Wollindustrie  ist  nicht  so
bedeutend  wie  der  Anteil  Deutschlands  oder  Englands,  dagegen  ist  der  Anteil
an  der  Ausfuhr  etwas  höher  als  der  Deutschlands.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
75  Proz.  24  Proz.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen,  mit  Hinzuziehung  der  eingeführten
Halbfabrikate,  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung  von  84  Proz.,  doch
kommt  diese  weniger  der  Ausfuhr  der  Fertigwaren  als  der  Ausfuhr  der  Halbfabrikate ­
  zugute.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  36  Proz.  zurückgegangen, ­
  wohingegen  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  eine  Erhöhung  von
17B  Proz.  aufweist.
Bei  der  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  sich  von  1890  bis  1913  ein
Rückgang  von  20  Proz.
In  der  Wollindustrie  Frankreichs  ist  in  dem  beschriebenen  Zeiträume  insofern ­
  eine  Wandlung  eingetreten,  als  sie  von  der  Erzeugung  von  Fertigwaren
mehr  auf  die  von  Halbfabrikaten  übergegangen  ist.  Der  starke  Ausfall  bei
der  Fertigwarenausfuhr  findet  demgemäß  in  der  erhöhten  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten ­
  einen  gewissen  Ausgleich.
Die  Wollindustrie  Frankreichs  hat  sonach  in  dieser  Richtung  den  direkten
Wettbewerb  mit  der  Wollindustrie  Englands  aufgenommen  und  tatsächlich  hat
sich  in  den  beiden  Ländern  die  Halbfabrikatenausfuhr  auf  ziemlich  gleiche
Höhe  entwickelt.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  ]  j
        <pb n="182" />
        162

Wollindustrie  Frankreichs.

Nur  insofern  zeigt  sich  die  Entwickelung  der  Wollindustrie  Frankreichs
ungünstiger,  als  England  in  der  Fertigwarenausfuhr  die  frühere  Höhe  nach
einigen  Jahren  wieder  erreichte,  während  Frankreich  den  Rückgang  nicht
wieder  wettmachen  konnte.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Wolle  stammte  im  Jahre  1913  aus  folgenden

Ländern  :
Aus  Australien  93  885  t
„  Argentinien  62  9711
„  Uruguay  26  122  t
„  Chile  3  SOI  t
„  Algerien  8  8981
„  Marokko  3  057  t
„  Britisch-Afrika  1748t
„  Ägypten  1  416  t
„  Tunis,  Senegal  usw  781  t
„  Großbritannien  36317  t
„  Britisch  -  Indien  7  381  t
„  Spanien  11  122  t
„  Deutschland,  Belgien  usw  3  7331
„  Italien  3053  t
„  Rußland  1  975  t
„  der  Türkei  1  8381
„  Portugal  9681

268  766  t
Die  Ausfuhr  an  loser  Wolle  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach
folgenden  Ländern:

Belgien  .  .  .  .

35,6  Mill.  Mk.

Italien  .  .  .

.  5,8  Mill.  Mk.

Spanien  .  .  .

.  2,0  Mill.  Mk.

Großbritannien

31,8  „  „

Schweiz  .  .

•  5,1  „  „

Rußland  .  .  .

■  1,0  „  „

Deutschland  .  .

18,5  „  „

Dänemark  .

..  2,4  „  „

Ver.  Staaten  .

•  1,0  „  .

Wollabfälle,  Kämmlinge.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Belgien  .  .
Deutschland

17,7  Mill.  Mk.
14,4  „  *

Großbritannien
Italien  ....

5.6  Mill.  Mk.
1.7  *  *

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  33,7  Mill.  Mk.  Italien  2,0  Mill.  Mk.
Deutschland  8,0  „  „  Großbritannien  1,1  „  „

Halbfabrikate.
a)  Kammzug.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,7  0,5  1,2  1,2  Mill.  Mark
Ausfuhr  35,9  64,9  116,5-  95,8  „
        <pb n="183" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

163

Frankreich  besitzt  von  allen  Ländern  die  bedeutendste  Kammzugindustrie.
Zum  Vergleich  sei  beigefügt,  daß  Englands  Kammzugausfuhr  im  Jahre  1913
74&amp;gt;5  Milk  Mark  betrug.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1Q13  waren:

Großbritannien
Spanien.  .  .  .
Schweiz  .  .  .

56,8  Mill.  Mk.
19,6  „  „
12,0  „

Belgien  .  .
Deutschland
Italien  .  .  .

b)  Kammgarne  und  Streichgarne.

Nach  den  statistischen  Zahlen  betrachtet,  wäre  die  Streichgarnausfuhr  im
Verhältnis  zur  Kammgamausfuhr  nicht  bedeutend;  da  dies  aber  mit  den  tatsächlichen ­
  Verhältnissen  im  Widerspruch  steht,  muß  angenommen  werden,  daß
in  Frankreich  vielfach  die  Streichgarne  als  Kammgarne  bezeichnet  werden.  Es
erscheint  deshalb  richtiger,  die  beiden  Garnsorten  gemeinsam  anzuführen.

1890  1900  1910  1913
8,0  6,2  7,3  5&amp;gt;o  Mill.  Mk.
27,s  27,6  60,5  81,2  „

Einfuhr
Ausfuhr

Die  Ausfuhr  an  Kamm-  und  Streichgarnen  steht  zwar  auf  bedeutender
Höhe,  ist  aber  gegen  die  gleiche  Ausfuhr  Englands  zurückstehend,  welche  im
Jahre  1913  für  beide  Gamsorten  112,0  Mill.  Mark  betrug.  Nächstinteressiert  ist
Deutschland,  welches  im  Jahre  1913  eine  Ausfuhr  von  78,0  Mill.  Mark  für  rohe
und  gefärbte  Kammgarne  hatte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  3,8  Mill.  Mk.  |  Deutschland  0,4  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  41,0  Mill.  Mk.  j  Brasilien  5,3  Mill.  Mk.
Belgien  13,6  „  „  Schweiz  2,6  „  „
Deutschland  11,0  „  „  :  Japan  1,1
Niederlande  3,0  „  „  Argentinien  1,0  „

Fertigwaren.

a)  Wollene  und  halbwollene  Tuche  und  sonstige  Woll-  und  Halbwollgewebe.

1890  1900  1910  1913
47,0  32,8  33,5  36,5  Mill.  Mark
266,5  177,1  168,2  161,3  »

Einfuhr
Ausfuhr

Bei  diesen  in  der  Wollindustrie  wichtigsten  Artikeln  zeigt  sich  der  in  der
Einleitung  erwähnte  Rückgang  der  Fertigwarenausfuhr  besonders  stark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien
Deutschland  .
Belgien  .  .  .

28,8  Mill.  Mark
5,9  „
0,9  „

11*
        <pb n="184" />
        Egg«

164  Wollindustrie  Frankreichs.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien

79,2  Mill.  Mk.

Türkei  .

.  ...  3,4  Mill.  Mk.

Kanada  .  .  .

.  1,9  Mill.  Mk.

Belgien  ....

19,5  „  „

Italien  .

•  •  •  •  3,3

„  n

Britisch-Indien

1,7  „  „

Ver.  Staaten  .  .

9,1  „  *

Schweiz

.  ...  3,1

„  „

Ägypten  .  .  .

1,5  „  „

Argentinien  .  .

5,8  „  „

Chile  .

.  ...  3,0

„  „

Portugal  .  .  .

1,1  „  „

Deutschland  .  .

4,8  „  „

Spanien

.  ...  2,3

„  »

Brasilien  .  .  .

1,0  „  „

Algerien  .  .  .

3,5  „  „

Kolumbien  .  .  .2,9

,,  „

Griechenland  .

o,9  „  „

And.  franz.  Kol.

2,5  *  „

Mexiko

...  2,2

„  „

b)

Teppiche.

1890

1900

1910  1913

Einfuhr

.  2,8

2,1

3,9  3,5  Mill.  Mark

Ausfuhr

•  2,7

2,2

7,5  3,6  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei  1,3  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  0,8  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  1,1  Mill.  Mk.  Großbritannien  0,7  Mill.  Mk.

c)  Wolldecken.

Die  Ausfuhr  betrug
1890
2,9

1913
10,3  Mill.  Mark

und  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:

China  3,6  Mill.  Mk.
Algerien  .  ...  1,2  „  „

Die  Ausfuhr  betrug

And.  franz.  Bes.  .  1,2  Mill.  Mk.
Ägypten  ....  0,6  „  „
d)  Wollwirkrvaren.

Japan

0,6  Mill.  Mk.

1913
6,5  Mill.  Mark

und  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:

Belgien

2,6  Mill.  Mk.  Großbritannien  .  1,2  Mill.  Mk.  Chile  0,7  Mill.  Mk.
        <pb n="185" />
        Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Seidenkokons

R

4öS

4,2

6,6

4,5

1,4

70

0,7

0,9

0,9

2,3

Abfälle  von  gefärbter  und  ungefärbter  Seide

„

19

0,1

0,4

1,7

—

1  832

12,7

7,3

12,6

—

Rohseide  (Grege)

7  168

216,5

210,3

159,3

128,0

2  315

68,5

69,9

69,1

56,6

Florettmaterial,  ungekämmt

„

10730

61,4

55,4

29,5

41,1

2  608

14,9

12,5

4,2

11,6

„  gekämmt

H

436

6,4

3,9

3,9

1,6

485

7,2

10,5

6,1

8,2

Gezwirnte  Seide,  ungefärbt  und  gefärbt

„

6

0,2

o,5

0,6

11,9

1  276

39,3

45,6

19,6

—  ..

Florettseide  im  Strang  •

„

194

3,2

3,1

3,4

6,3

609

10,8

10,3

4,3

4,1

Bouretteseidengarn

„

68

0,3

0,1

0,1

0,01

261

1,2

1,5

0,5

0,3

Näh-  und  Stickseide,  gefärbt  und  ungefärbt

F

12

0,5

o,4

0,5

1,0

16

0,6

0,8

1,1

o,3

Seidengewebe,  glatt,  gemustert  oder  broschiert,  roh  oder

entbastet

182

8,1

12,3

18,1

Seidengewebe,  gefärbt

„

207

9,0

10,0

13,0

133,0

3  147

177,5

148,9

62,7

78,3

Halbseidengewebe,  auch  mit  metallenen  Ornamenten  .  .

„

63

1,9

4,7

6,1

9,8

1  701

47,6

47,1

70,9

60,9

Seidene  Samt-  und  andere  Bänder

„

51

3,7

3,0

1,7

0,4

305

22,2

32,6

11,6

12,9

Halbseidene  Samt-  und  andere  Bänder

„

9

0,3

0,3

1,1

0,02

488

21,1

12,9

20,8

24,5

Samt  und  Plüsch

„

l6l

6,2

6,2

—

—

27

1,9

1,6

—

—

Gaze,  Krepp,  Musselin,  aus  Seide  und  Halbseide  .  .  .

„

75

3,7

3,4

4,3

4,5

10

0,8

o,9

3,1

7,5

Tüll

„

7,7

0,7

0,6

1,6

i,i

28

2,6

2,7

15,4

18,4

Spitzen

„

0,4

0,01

0,01

0,03

0,05

226

18,0

13,5

15,8

1,9

Stickereien

M

5

1,6

1,9

1,3

—

1,5

0,3

o,5

0,6

—

Seidene  Handschuhe

n

2,2

0,1

1

Seidene  Wirkwaren  im  Stück

„

29

1,7

l  1,4

0,6

1,5

125

13,5

1,0

0,9

1,9

Sonstige  seidene  Wirkwaren

„

31

1,3

J

Bouretteseidengewebe  für  Ausstattung  (in  den  früheren

Jahren  auch  Foulards  einbezogen)

„

—

—

0,01

0,4

0,2

1

0,02

0,2

1,1

4,3

Postsendungen,  Seidengewebe  enthaltend

„

—

—

—

—

—

700

34,6

29,1

nicht  spezifiziert

Kunstseidengarn

„

3

0,03

—

—

—

497

6,6

2,3

0,01

—

Kunstseidengewebe

»

42

0,9

1,5

0,2

—

31

o,7

1,5

0,05

—

19  966

332,0

326,0

250,9

241,8

16  759

503,3

454,1

321,3

294,0

R  =  Rohstoffe.

H  —  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Seidenindustrie  Frankreichs.  165
        <pb n="186" />
        166

Seidenindustrie  Frankreichs.

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Frankreichs
im  Jahre  1913.

Im  lnlande  gewonnene  Grege,  Campagne  191  a/13  505  t
Daneben  gewonnenes  Florettmaterial,  auf  Strang  umgerechnet  mit  60  Proz.
von  obigen  303  t
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen:
Kokons,  trocken  395  t,  auf  Strang  umgerechnet  mit  38  Proz  150  t
Florettmaterial  6  3091,  „  „  „  „  55  „  3  4701
Rohseide  (Grege)  4  853  t
8  473  t
Hierzu:  Verbrauch  an  Baumwolle 1 )  3000t
„  „  Kunstseide,  schätzungsweise 2 )  4001

30  Proz.  Beschwerung  der  verbrauchten  5.458  t  Rohseide

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:

Florettmaterial,  gekämmt  501,  auf  Strang  umgerechnet  45  t
Florett-  und  Bouretteseidengarn  608  t
Gezwirnte  Seide,  auch  Nähseide  1  274  t

1  927  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

Seidengewebe  3  147  t
Halbseidengewebe  1  701  t
Seiden-  und  Halbseidenbänder  793  t
Samt  und  Plüsch  27  t
Gaze,  Krepp,  Tüll  38  t
Spitzen  und  Stickereien  227  t
Wirkwaren  125  t
Sonstiges  7321

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  341,5  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark
56400
28  OOO
54  500
70000
89000
81  000
108  000

50  300

6790  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

808  t

11  873  t
1  637  t
14318t

8717  t
5  601  t

5601t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  45oooJ(  angenommen,  252  Mill.  Mark.

Produktion  der  Seidenund
  Halbseidenindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  .  252,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  .  58,5  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  .  341,5  „  „
652,0  Mill.  Mk.  3)

Inlandsverbrauch  an  Seidenund
  Halbseidenwaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  .  252,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  .  39,6  „  „
291,6  Mill.  Mk.

!)  Da  Angaben  über  den  Baumwollverbrauch  der  Seidenindustrie  in  Frankreich  nicht  voriiegen,
  erschien  es  richtig,  denselben  im  Verhältnis  zum  Seidenverbrauch,  und  zwar  etwas  höher
als  das  Verhältnis  in  der  Schweiz  und  niedriger  als  in  Deutschland,  anzunehmen.
a )  Nach  dem  Jahresbericht  der  Handelskammer  in  St.  ICtienne  belief  sich  der  Verbrauch  an
Kunstseide  für  die  dortige  Bandfabrikation  im  Jahre  1912  auf  250  bis  270  t.
3 )  Der  Produktionswert  des  Spinnens  der  Rohseide  ist  hier  nicht  mit  einbegiiffen,  da  dieser
bereits  dem  Wert  der  Rohstoffe  zugezählt  wurde.
        <pb n="187" />
        Entwickelung.

167

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

170,6

194,9

272,7

282,3

70,5

86,9

90,7

96,8

Halbfabrikate

19,7

7.0

7,5

10,1

12,6

30,5

68,0

58,5

Fertigwaren

51,5

49,0

45,8

39,6

211,0

203,9

293,1

341,5

Kunstseide

—

—

—

—

—

—

2,3

6,6

241,8

2SO,9

326,0

332,0

294,1

321,3

454,1

503,4

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  Frankreichs  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  21,0  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3L9  ,,

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  32,9  ,,
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  20,0  „
Die  Seidenindustrie  Frankreichs  ist  die  bedeutendste  in  Europa.  —  In  der
Produktion  ist  die  Seidenindustrie  Deutschlands,  dessen  Anteil  an  der  Seidenproduktion ­
  Europas  22,6  Proz.  beträgt,  wohl  auch  sehr  groß,  die  Ausfuhr
Frankreichs  ist  aber  viel  höher  als  die  Deutschlands;  siehe  Vergleich  auf  S.  7°-In
  der  ersten  Periode,  von  1890  bis  1900,  zeigt  die  Seidenindustrie  Frankreichs ­
  einen  kleinen  Rückgang  der  Fertigwaren-Ausfuhr,  doch  wird  dieser  durch
die  Steigerung  der  Halbfabrikaten  -  Ausfuhr  wettgemacht.  Vom  Jahre  1900  ab
war  jedoch  die  Entwickelung  eine  sehr  günstige,  da  neben  der  Erhöhung  der
Fertigwaren-Ausfuhr  gleichzeitig  auch  eine  sehr  starke  Zunahme  der  Halbfabrikaten ­
  -  Ausfuhr  eintrat.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  37  Proz.  in  der  Ausfuhr  71  Proz.
Die  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  l890bis  1913
um  54  Proz.,  und  die  Ausfuhr  darin  in  der  gleichen  Zeit  um  87  Proz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  62  Proz.,  während  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  in  der  gleichen  Zeit  einen
Rückgang  von  23  Proz.  aufweist.

Rohstoffe.
a)  Rohseide.
Die  Einfuhr  an  Rohseide  stammte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern
in  den  beibemerkten  Mengen:

Aus  China  3  623  t
„  Japan  1  577  t
„  Italien  1021t
„  der  Türkei  5891

„  Britisch-Indien  .
„  Spanien
„  Österreich-Ungarn
„  anderen  Ländern

7  168  t
        <pb n="188" />
        168

Seidenindustrie  Frankreichs.

Bemerkenswert  ist  die  starke  Einfuhr  an  billigerer  Grege  aus  China,  Japan
und  der  Türkei.  Es  geht  daraus  hervor,  daß  in  Frankreich  —  obwohl  es  im
Inlande  ungefähr  5001  besserer  Grege  gewinnt  —  im  Gegensatz  zu  Deutschland
doch  viel  mehr  billigere  Rohseidesorten  verarbeitet  werden.
Die  Ausfuhr  an  Rohseide  ging  im  Jahre  1913  nach  folgenden  Ländern:

Italien  .  .  .

.  39,4  Mill.  Mk.

Großbritannien

3,6  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

2,0  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

•  13,7  „  •*

Spanien....

2,0  „  „

Deutschland  .

1,0  „

Ver.  Staaten  .

•  3,9  „  „

Marokko,  Tunis

2,0  „

b)  Florettmaterial.

1890

1900  1910  1913

Einfuhr

29,5  55,4  61,4  Mill.  Mark

Ausfuhr

4,2  12,5  14,9  »

„

In  den  hohen  Einfuhrwerten  zeigt  sich  die  günstig  fortschreitende  Entwickelung ­
  der  Florettseidenspinnereien  Frankreichs.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

China  21,4  Mill.  Mk.
Japan  15,1  „
Italien  ....  11,8  „  „

Türkei  ....  4,0  Mill.  Mk.
Rußland.  .  .  .  3,5  „  „

Britisch-Indien  .  1,9  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  ],o  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  6,0  Mill.  Mk.  j  Deutschland  2,5  Mill.  Mk.
Belgien  3,6  „  „  j  Großbritannien  1,0  „  „

Halbfabrikate.

a)  Gezwirnte  Seide,  ungefärbt  und  gefärbt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  j  1,9

0,6

o,5

0,2  Mill.  Mark

Ausfuhr

19,6

45,6

39,3  ,,

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr

im

Jahre  1913  waren

Schweiz.  .  .  .  32,5Mill.Mk.  |  Italien  ....  4,0Mill.Mk.  |  Deutschland  .  .  2,oMill.Mk.

b)  Florett-  und  Bouretteseide  im  Strang.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  6,3  3,5  3,2  3,5  Mill.  Mark
Ausfuhr  4,4  4,8  11,8  12,0  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  ....  1,1  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  1,0  Mill.  Mk.  |  Italien  0,6  Mill.  Mk,

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .  .  3,3  Mill.  Mk.  Schweiz
Großbritannien  .  2,7  „  „  Belgien

2,4  Mill.  Mk.
2,0  „  „

Spanien  ....  1,1  Mill.  Mk.

Fertigwaren.

a)  Seiden-  und  Halbseidengewebe.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

....  42,8

37,1

27,0

18,9  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .  ,  .  ,

,  •  ,  .  139,2

133,6

196,0

225,1  „
        <pb n="189" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

169

Der  Rückgang  in  der  Einfuhr  und  die  starke  Steigerung  der  Ausfuhr
zeigen  deutlich,  wie  günstig  sich  die  Seidenindustrie  in  diesen  Hauptartikeln
entwickelt  hat.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  ....  7,1  Mill.  Mk.

China  .  .  .  .

Großbritannien

.  1,1  Mill.  Mk.

Japan  4,9  „

Deutschland  .

•  2,2  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Großbritannien  115,8Mill.  Mk.

Türkei  .  .  .  .

.  4,2  Mill.  Mk.

Argentinien

.  2,6  Mill.  Mk.

Belgien  ...  22,1  „

Ägypten  .  .  .

.  4,0  „  „

Italien  .  .  .  .

•  1,6  „  „

Ver.  Staaten  .  18,1  „  „

China  .  .  .  .

•  3,5  „  „

Spanien  .  .  .

.  1,2  „

Brit.-Indien  .  14,5  „  „

Marokko  .  .  .

•  2,8  „

Kanada  .  .  •

•  1,2  „

Schweiz  .  .  .  12,0  „

And.  franz.  Besitz.  1,6  „  „

Mexiko.  .  .  .

.  0,8  „  „

Deutschland  .  6,1  „  „

b)  Seidene  und  halbseidene  Bänder.

1890

1900  1910  1913

Einfuhr

0,4

2,7  3,3  4,0  Mill.  Mark

Ausfuhr

•  ■  •  .  37,4

32,4  45,4  43,3  „

-

Das  hauptsächlichste  Einfuhrland

im  Jahre  1913  war  die  Schweiz  mit

3,6  Mill.  Mark.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Großbritannien.  23,7  Mill.  Mk.

China  .  .  .

.  2,9  Mill.Mk.

Schweiz  .  .

.  2,0  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .  .  8,0  „  „

Belgien  .  .

.  2,6  „

c)  Gaze,  Krepp,  Musselin,

Tülle,  Spitzen

Stickereien.

1890

1900  1910  1913

Einfuhr

5,6

7,3  5,9  5,9  Mill.  Mark

Ausfuhr

27,7

34,8  17,3  21,7  „

„

Das  hauptsächlichste  Einfuhrland

im  Jahre  1913  war  Großbritannien  mit

3,7  Milk  Mark  (vorwiegend  für  Gaze,  Krepp  und  Tülle).
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  18,7  Mill.  Mk.  Vereinigte  Staaten  1,9  Mill.  Mk.
(vorwiegend  für  Spitzen)
d)  Seidene  Wirkwaren.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  1,5  0,6  1,4  3,1  Mill.  Mark
Ausfuhr  1,9  0,9  1,0  13,5  „  ,,
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  11,1  Mill.  Mk.  [  Vereinigte  Staaten  1,4  Mill.  Mk.
e)  Postsendungen,  Seidengewebe  enthaltend.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  16,0  Mill.  Mk.  Schweiz  ....  1,8  Mill.  Mk.  Österr.-Ungarn  .  1,1  Mill.  Mk.
Italien  ....  7,2  „  „  Rußland  ....  1,4  „  „  Großbritannien  .  1,0  „  „
Belgien  .  ...  3,3  „  „
        <pb n="190" />
        Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  roh

.  .  .  R

777

0,1

0,05

0,1

0,2

76  421

9,7

7,0

2,8

1,0

,,  geschwungen

97  979

83,8

60,0

61,7

44,6

872

1,3

2,3

2,3

2,5

„  gehechelt

602

0,7

0,03

0,01

0,1

118

0,3

o,7

0,3

0,02

Flachswerg

13  536

9,0

5,8

4,3

1,5

8386

6,5

6,9

5,3

3,8

Garne  (auch  Hanf-  und  Ramiegame)  einfach

oder

gezwirnt,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt  .  .

.  .  H

434

4,2

5,0

4,3

5,1

11  OOl

34,2

22,8

13,3

7,6

Garne  für  den  Einzelverkauf

.  .  F

212

1,5

1,8

0,7

—

413

2,8

4,3

3,4

1,8

Gewebe,  glatt  oder  gemustert,  roh

72

0,2

0,1

0,3

0,4

2  759

9,2

5,0

4,8

.  3,7

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt  .  .  .

168

1,4

1,7

3,1

2,2

1  403

10,9

7,3

2,3

1,6

Damaste,  Batiste,  Tischzeug  usw

15

0,2

0,2

0,3

0,1

22

0,2

0,3

o,9

0,3

Leinene  Wirkwaren

1

0,04

0,02

0,03

0
b
to

1

0,03

0,1

0,02

0,01

Leinene  Spitzen

3

0,2

—

—

—

3

0,03

0,04

0,02

2,6

Bestickte  Taschentücher  und  Stickereien.  .  .

255

0,3

0,3

0,2

0,1

1,1

0,2

0,5

0,7

0,02

Leinenplüsch  für  Möbel

—

—

—

—

—

45

0,3

0,2

0,02

—

Halbleinengewebe

—

—

—

—

21

0,1

0,1

0,2

0,2

114  054

101,6

74,9

75,0

54,3

101466

75,7

57,5

36,3

25,1

Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Jutegarne  H
Jutegewebe  F
Säcke,  neu  „
Juteteppiche
Velour  und  Plüsch  „

1  122  230
27
183
33
216
3

58,7
0,02
0,2
0,03
0,3
0,01

42,2
o,3
o,3
o,3
|  0,2

23,4
0,02
0,1
0,1
0,2

18,3
0,5
2,0
1,0
0,7

1486
6  738
4865
5  241
292
3

0,8
6,3
4,7
5,2
0,4
0,02

o,5
3,0
1.3
5.3
o,3
0,04

0,2
3.1
1.1
2.1
0,2
0,04

0,2
1,6
0,6
3,1
0,1
—

1  122692

59,2  43,3

23,8

22,5

18625

17,4

10,4  I  6,7  5,6

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

170  Leinen-  und  Juteindustrie  Frankreichs.
        <pb n="191" />
        Produktionswert.

171

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Frankreichs  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr  an  Flachs,  geschwungen  .  97  107  t
Aus  dem  Inlande  stammend 1 )  20  899*  118006t
Ab  36  Proz.  Verlust  beim  Hecheln  und  Spinnen  .  42479t

„  Mehrausfuhr  an  Rohflachs
Abzügl.  76  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten.
Mehreinfuhr  an  Flachs,  gehechelt,  und  Flachswerg  .  .  .
Ab  26  Proz.  Spinnverlust
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Leinengarnen  .

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Leinengewebe  und  Halbleinengewebe
Damaste,  Tischzeug  usw
Spitzen  und  bestickte  Taschentücher.  .
Leinenplüsch  und  Wirkwaren  ....
Leinengarne  für  den  Einzelverkauf  .  .

75  644*
57  489  t
5  634  t
1  465  t

75  527  t
18  155  t
57  372  t
4  169  t
10  567  t

4  668  t

6154it

15  235  t

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  23,73  Mill.  Mk.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  46  306t
Diese  ergeben,  den  Tonnen  wert  wie  bei  Deutschland  mit  5400  Jl&amp;gt;  angenommen,  250  Mill.  Mark.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  250,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  34,2  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  23,7  ,,  *
307,9  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  250,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  3,8  „  „
253,8  Mill.  Mk.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  Frankreichs  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Jute  120744*
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Jutegarnen  6711t
Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Werte  von  10,38  Mill.  Mark  10401t  17  112t
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  103  632  t

Diese  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  England  mit  900  M  angenommen,  93,2  Mill.  Mark.

Produktion  der  Juteindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  93,2  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  6,3  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  10,4  „  „
109,9  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  93,2  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  0,5  „
93,7  Mill.  Mk.

] )  Ernteergebnis  im  Jahre  1912  nach  Statistique  generale  de  la  France  vom  Jahre  1913-
        <pb n="192" />
        172

Leinenindustrie  Frankreichs.

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

46,3

66,1

65,9

93,6

7,3

10,8

17,0

17,8

Halbfabrikate

5,2

4,3

5,o

4,2

7,6

13,3

22,8

34,2

Fertigwaren

2,8

4,6

4,0

3,8

10,2

12,2

17,7

23,7

54,3

75,0

74,9

101,6

25,1

36,3

57,5

75,7

Der  Anteil  der  Leinenindustrie  Frankreichs  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913  16,6  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  9,1  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  16,9  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  17,8  „
Der  Anteil  Frankreichs  an  der  Produktion  Europas  ist  etwas  kleiner  als
der  Anteil  Deutschlands,  während  der  Anteil  an  der  Ausfuhr  etwas  größer  als
der  Deutschlands  ist.
Die  Leinenindustrie  Frankreichs  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  sehr  entwickelt, ­
  da  sowohl  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren,  als  auch  besonders  die  der
Halbfabrikate  (Leinengarne)  stark  zugenommen  hat.  —  Belgien,  das  die  größte
Leinengarn-Ausfuhr  besitzt,  hat  in  neuerer  Zeit  einen  Teil  dieser  Ausfuhr
Frankreich  überlassen  müssen.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
87  Proz.  201  Proz.
Von  den  drei  größten  Produktionsländern  der  Leinenindustrie  hat  Frankreich
die  höchste  Steigerung  der  Ausfuhr  erzielt.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen,  mit  Hinzuziehung  der  eingeführten
Halbfabrikate,  ist  von  1890  bis  1913  um  81  Proz.  gestiegen.  Diese  Steigerung
steht  zum  kleineren  Teil  mit  der  Förderung  der  Fertigwaren-Ausfuhr,  zum
größeren  Teil  aber  mit  der  der  Halbfabrikaten-Ausfuhr  im  Zusammenhang.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  132  Proz.,  während  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  in  der  gleichen  Zeit
eine  solche  von  350  Proz.  aufweist.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  36  Proz.  gestiegen, ­
  doch  hat  diese  an  sich  keine  große  Bedeutung.
        <pb n="193" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

173

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  Flachs  und  Flachswerg  bestand  1913  aus  folgenden
Mengen:

Flachs

Flachswerg

Aus  Rußland

91244  t

4  150  t

„  Belgien

5  543  t

8  562  t

„  Deutschland

478  t

386  t

„  den  Niederlanden  .  .  .

564  t

—

„  anderen  Ländern  .  .  .

150t

438  t

97  979  t

13  536  t

Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  war:
Belgien  mit  17,5  Mill.  Mark.
(76421t  Rohflachs  gingen  zum  Rösten  und  Aufarbeiten  nach  Belgien.)

Halbfabrikate.
Leinengarne.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  5,1  4,3  5,0  4,2  Mill.  Mark
Ausfuhr  7,6  13,3  22,8  34,2  „  „

Die  stark  gestiegene  Ausfuhr  weist,  wie  oben  erwähnt,  auf  die  günstige
Entwickelung  der  Leinengarnindustrie  hin.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  2,9  Mill.  Mk.  ]  Belgien  1,1  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  ....  28,3  Mill.  Mk.  |  Großbritannien.  2,9Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  0,9  Mill.  Mk.

Fertigwaren.
Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt.

1800

1900

1910

1913  •

Einfuhr  .  .  .  .

2,6

3,3

1,8

1,6  Mill.  Mark

Ausfuhr.  .  .  .

5,3

7,1

12,3

20,1  „

Die  Ausfuhr  dieser  Artikel  ist  bei  weitem  nicht  so  bedeutend  wie  ie
gleiche  Ausfuhr  Englands,  aber  sie  ist  immerhin  in  steter  Zunahme  begn  en
und  hat  die  gleiche  Ausfuhr  Deutschlands  bereits  überflügelt.
Das  hauptsächlichste  Einfuhrland  im  Jahre  1913  war.
Großbritannien  mit  x ’l  MilL  Mark '
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  Maren.
Großbritannien  .  5,0  Mill.  Mk.  I  Sonst,  franz.  Bes.  1,9  Mill.  Mk.  i  Argentinien  .  .  1,0  '
Algier  3,1  „  „  ;  Ver.  Staaten  .  .  2,1  „  „  Schweiz  ....  0,7  „  „
Belgien  ....  2,9  „  „  |
        <pb n="194" />
        174

Juteindustrie  Frankreichs.

Entwickelung  der  Juteindustrie  Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

X

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

18,3

23,3

42,2

58,7

0,2

0,2

o,S

0,8

Halbfabrikate  ......

0,5

—

0,3

—

1,6

3,1

3,0

6,2

Fertigwaren

3,7

o,5

0,8

o,5

3,8

3,4

6,9

10,4

22,5

23,8

43,3

59,2

5,6

6,7

10,4

17,4

Der  Anteil  der  Juteindustrie  Frankreichs  beträgt
an  der  Einfahr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Juteindustrie  im  Jahre  1913  10,5  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  6,5  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  16,6
an  dem  Inlands  verbrauch  der  europ.  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  16,5  „
Der  Anteil  Frankreichs  an  der  Produktion  der  Juteindustrie  Europas  ist
viel  geringer  als  der  gleiche  Anteil  Deutschlands,  immerhin  steht  Frankreich
unter  den  europäischen  Staaten  damit  an  dritter  Stelle.
Die  Juteindustrie  Frankreichs  zeigt  eine  stetig  fortschreitende  Entwickelung, ­
  ohne  aber  die  Bedeutung  der  Juteindustrie  Englands  oder  Deutschlands
zu  erreichen.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
163  Proz.  210  Proz.
Die  große  Erhöhung  ist  einerseits  auf  die  in  der  Zwischenzeit  eingetretene
Steigerung  des  Jutepreises,  auf  etwa  das  Doppelte,  zurückzuführen,  andererseits
auch  darauf,  daß  sich  die  Juteindustrie  erst  in  dem  beschriebenen  Zeiträume
stärker  entwickelt  hat.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  220  Proz.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ergibt  in  der  gleichen  Zeit  eine  Steigerung ­
  von  173  Proz.  —  Auch  die  Ausfuhr  an  Jutegarnen  hat  stark  zugenommen. ­

Die  Einfuhrländer  von  Rohjute  sind  Britisch-Indien  und  Großbritannien.
Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrländer  für  Halbfabrikate  (Jutegarne)
im  Jahre  1913  waren:
Belgien  mit  3,2  und  Großbritannien  mit  2,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrländer  für  Fertigwaren  (Jutegewebe  und
Säcke)  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  2,3  Mill.  Mk.  Tunis  1,1  Mill.  Mk.
Algerien  3,6  „  „  Andere  franz.  Besitzungen  ...  1,2  „  „
        <pb n="195" />
        Konfektionsindustrie  Frankreichs.

175

Frankreichs  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.

Artikel

Herrenkleider
Damenkleider  aus  Seide
„  „  anderen  Stoffen
Krawatten  aus  Seide  und  anderen  Stoffen
Korsetts
Gewebe,  kautschukiert
Kleider,  mit  Kautschuk  überzogen
Konfektionsartikel,  nicht  näher  bezeichnet
Weiß  wasche,  genäht
Haarhüte  und  Hüte  in  Filzform,  Mützen
Wollhüte  .
Fez
Posamentierwaren  aus  Baumwolle,  Wolle,  Seide  oder
Leinen  usw.,  auch  Bandwaren  aus  Baumwolle,
Wolle  oder  Leinen  J

Einfuhr

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

2,5

2,6

1,1

2,8

0,7

&amp;gt;  3,9

1,9

0,8

2,3

1

0,4

0,5

0,4

—

0,3

0,3

0,01

—

o,5

0,6

1

}  0,4

0,7

0,6

0,9

1

1,7

1,5

0,6

—

1,0

0,8

0,7

0,8

2,2

2,1

2,1

0,9

0,5

0,2

0,1

0,5

1,2

1,9

3,5

4,7

13,9

15,3

10,8

11,2

Ausfuhr

Artikel

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Herrenkleider

19,3

15,9

20,3

12,1

Damenkleider  aus  Seide

17,3

|  94,2

64,9

39,3

„  „  anderen  Stoffen

111,1

Krawatten  aus  Seide  und  anderen  Stoffen

0,6

0,3

0,7

1,0

2,0

1,3

1,1

—

Gewebe,  kautschukiert

0,4

0,2

0,2

&amp;gt;  0,2

Kleider,  mit  Kautschuk  überzogen

1,4

1,6

1,0

1

KonEektionsartikel,  nicht  näher  bezeichnet

8,4

5,3

3,2

—

Weißwäsche,  genäht

45,3

22,7

19,8

47,8

Haarhüte  und  Hüte  in  Filzform,  Mützen  J )

2,0

1,0

0,6

5,0

Wollhüte  .

1,1

0,8

0,8

0,1

Posamentierwaren  aus  Baumwolle,  Wolle,  Seide  oder

0,1

Leinen  usw.,  auch  Bandwaren  aus  Baumwolle,
Wolle  oder  Leinen

35,1

30,4

14,2

23,2

244,1

173,7

126,8

128,7

*)  Strohhüte  wurden  wie  in  den  anderen  Ländern  auch  hier  nicht  einbezogen.  Außerdem
konnte  eine  Position  „Ouvrages  de  Modes“  nicht  aufgenommen  werden,  obwohl  sie  die  Damenhüte
umfaßt,  weil  die  Möglichkeit  vorliegt,  daß  sie  sich  auch  auf  andere  Artikel  bezieht.  Die  Einfuhr
dieser  Position  beträgt  o,8,  die  Ausfuhr  45,3  Mill.  Mark.
        <pb n="196" />
        176

Konfektionsindustrie  Frankreichs.

Entwickelung  der  Industrie  für  Konfektionswaren,  Hüte  und  Posatnentierwaren
Frankreichs  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a)  Kleider  und  Putzwaren  .

4,3

4,4

10,3

9,0

52,6

91,4

118,8

160,5

b)  Weiß  wasche

0,8

0,7

0,8

1,0

47,8

19,8

22,6

45,3

c)  Haar-  u.Wollhüte,  Mützen

1,4

2,2

2,3

2,7

5,1

1,4

1,8

3,2

d)  Posamentierwaren  .  .  .

4,7

3,5

1,9

1,2

23,2

14,2

30,5

35,1

11,2

10,8

15,3

13,9

128,7

126,8

173,7

244,1

Der  Anteil  der  Konfektionsindustrie  Frankreichs  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Kpnfektionswaren  im  Jahre  1913  .  3,4  Proz.
an  der  Ausfuhr  „  „  „  „  „  „  „  „  ,  29,2  „
an  der  Produktion  der„  „  „  „  „  „  „  .  29,1  „
an  dem  Indlandsverbrauch  der  europ.  „  „  „  „  „  „  .  16,2  „
Unter  den  europäischen  Ländern  haben  Frankreich  und  England  den
größten  Anteil  an  der  Ausfuhr  von  Konfektionswaren.  Das  Verhältnis  in
Frankreich  ist  jedoch  insofern  viel  günstiger,  als  Frankreich  nur  eine  geringe,
England  dagegen  eine  sehr  große  Einfuhr  an  Konfektionswaren  hat.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  Konfektionswaren  von  1890
bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
24  Proz.  90  Proz.
In  der  Erhöhung  der  Ausfuhr  hat  Frankreich  England  noch  etwas  übertroffen.

a)  Kleider  und  Putzwaren.
Die  Einfuhr  dieser  Artikel  ist  seit  1890  zwar  auf  das  Doppelte  gestiegen,
doch  ist  sie  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  der  gleichen  Artikel  keine  bedeutende.
Die  Ausfuhr  an  Kleidern  und  Putzwaren  hat  sich  —  von  1890  bis  1913  mit
einer  Steigerung  von  205  Proz.  —  in  hervorragender  Weise  entwickelt,  und  zwar
besonders  in  den  letzten  Jahren,  wie  aus  nachstehender  Übersicht  zu  ersehen  ist:
von  1890  bis  1900  betrug  die  Steigerung  74  Proz.
von  1900  „  1910  „  „  „  30  „
von  1910  „  1913  35  Proz.,  das  sind  auf  10  Jahre  berechnet  .117
Die  Hauptpositionen  sind  Herren-  und  Damenkleider.
Die  Ausfuhr  an  Herrenkleidern  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach
folgenden  Ländern:

Algerien  ....  6,1  Mill.  Mk.  !  Türkei  1,3  Mill.  Mk.  j  Schweiz  ....  1,1  Mill.  Mk.
Tunis  1,2  „  „  !  Großbritannien  .  1,2  „  „  |  Italien  0,9

Sonst,  franz.  Bes.  1,6
        <pb n="197" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

177

Die  Ausfuhr  an  Damenkleidern  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach
folgenden  Ländern:

Großbritannien  40,6  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten  .

.  7,4  Mill.  Mk.

And.  franz.  Bes.  .  1,4  Mill.  Mk.

Argentinien  .  .  27,6  „  „

Osterr.-Ungarn

6,7  „  „

Spanien  ....  1,0  „  „

Deutschland  .  .  10,8  „  „

Griechenland  .

•  4,4  *  ,

Italien  0,8  „  „

Belgien  ....  10,3  „

Brasilien  .  .  .

.  2,0  „  „

Schweiz  ....  8,8  „  „

Algerien  .  .  .

b)  Weißwäsche,  genäht.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

O
O
00

1,0  Mill.  Mark

Ausfuhr

.  .  .  47,8

19,8  22,6

45,3  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  13,4  Mill.  Mk.

Algerien  .  .  .

.  2,4  Mill.  Mk.

Italien  1,2  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten.  .  12,2  „  „

And.  franz.  Bes.

•  2,7  „  „

Ägypten  ....  1,1  „  „

Belgien  .  ...  2,6  „  „

Kolumbien  .  .

.  1,5  *  *

Mexiko  .  ...  2,3  „  „

Kuba  ....

■  93  ,,  „

c)

Haar-  und  Wollhiite,  Mützen.

Bei  dieser  Position  sind  sowohl  die  Einfuhr  als  auch  die  Ausfuhr  nicht

'wesentlich  und  diese  Industrie  besitzt  daher  für  den  Außenhandel  Frankreichs
keine  besondere  Bedeutung.  Eine  Ausnahme  machen  nur  die  Damen-  und  Kinderhüte, ­
  die  als  Modewaren  ausgeführt  werden  und  deren  Ausfuhr  im  Jahre  1913&amp;gt;
soweit  die  Position  zutreffend  ist  (siehe  Fußnote  S.  175)  45,3  Mill.  Mark  betrug.

d)  Posamentierwaren.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

3,5  1,9

1,2  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

.  .  .  23,2

14,2  30,4

35,1  „

Die  Posamentenindustrie  Frankreichs  ist  sehr  bedeutend,  steht  aber  immerhin ­
  gegen  die  wesentlich  größere  Industrie  Deutschlands  zurück.
Die  starken  Schwankungen  in  der  Ausfuhr  sind  vornehmlich  auf  die
Moderichtung  zurückzuführen,  durch  welche  die  Posamentenindustrie  in  Frankreich ­
  stark  beeinflußt  wird.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  8,8  Mill.  Mk.
Belgien  ....  7,4  „  „
Argentinien  .  .  4,0  „  ,,

Ver.  Staaten  .  .  3,5  Mill.  Mk.
Algier  1,5  „
And.  franz.  Bes.  1,3  „  „

Brasilien  ....  1,2  Mill.  Mk.
Chile  1,2  „  „
Deutschland  .  .  0,8  „  „

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

12
        <pb n="198" />
        178

Ein-  und  Ausfuhr  Frankreichs

an  Textilwaren.  Nach  Ländern  geordnet.

179

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Frankreichs  an
Sämtliche  Werte  in

Baumwolle ­


Wolle

Belgien

9,7

24,2

Bulgarien

—

—

Dänemark

—

—

Deutschland

25,4

26,4

Freie  Zollzone  Gex  u.  Obersavoyen  .  .

0,4

0,1

Griechenland

—

—

Großbritannien  mit  Gibraltar-Malta  .

42,2

117,3

Italien.  .  .  .  «

3,5

8,5

Niederlande

0,8

0,6

Norwegen

—

—

Österreich-Ungarn

—

0,5

Portugal

0,1

1,9

Rumänien

—

—

Rußland

—

4,0

Schweden

—

Schweiz

6,5

1,1

Spanien

1,1

22,4

Türkei

3,0

5,4

Ägypten

54,0

2,8

Algerien  und  Tunis

0,2

12,0

Brit.-Ost-  und  -  Westafrika

—

3,4

Franz.-Ost-  und  -Westafrika

0,2

0,5

Marokko

—

6,3

Tripolis

—

0,1

Brit.-Indien

30,4

14,5

China

1,3

0,03

Franz.  Besitzungen  in  Asien  ....

0,7

Japan

0,1

—

Niederländ.-Indien

Philippinen

—

—

Siam

—

—

Argentinien

123,4

Brasilien

1,7

Chile

—

6,9

Dominikan.  Republik

—

Ekuador

—

—

Franz.-Guiana

—

—

Kanada

—

—

Kolumbien

—

—

Kuba

—

—

Mexiko

—

—

Peru

0,1

—

Uruguay

51,2

Venezuela

—

—

Vereinigte  Staaten

346,0

0,4

Westindien  ohne  Kuba

0,5

—

Zentralamerika  .

—

—

Australischer  Bund

—

184,0

Ozeanien

0,2

—

Anderen  Ländern  .

1,2

4,5

529,3

622,4

Wolle  Seide  Leinen  Jute

Konfektion ­


Einfuhr  nach  Frankreich  von

Textilwaren
insgesamt  |

Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.
Millionen  Mark.

o,5

12,3

0,3

1,1

48,1

12,3

1,6

0,1

4,5

70,3

—

—

—

—

0,5

0,1

—

—

—

0,1

9,o

4,6

19,9

5,5

198,5

45,6

0,1

—

0,8

58,5

—

0,5

—

—

1,9

1,4

—

0,1

o,4

2,4

—

—

—

—

2,0

4,9

81,5

—

—

90,4

17,8

o,4

—

0,6

26,4

2,6

—

—

—

26,1

24,0

—

—

—

32,4

—

—

—

—

56,8

—

—

—

0,1

12,3

—

—

—

—

3,4

—

—

—

—

0,7

—

—

—

—

6,3

—

—

—

—

0,1

8,2

—

38,4

91,5

133,8

—

0,2

0,1

135,4.

1,3

—

0,1

—

2,1

68,1

—

0,1

68,3

—

—

123,4

—

—

—

6,9

—

•—

—

—

—

0,05

0,0.

—

—

—

—

—-—



—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,1

—

—

—

51,2

—

—

—

—

0,1

—

—

0,5

347,°

—

—

—

0,5

—

—

—

—

•

—

—

184,0

—

—

—

—

0,2

2,3

o,7

0,1

0,3

9,1

332,0

101,7

59,2

14,0

1  658,6

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Ausfuhr  aus  Frankreich  nach

fr

I

39,6

49,1
1,0
1.5
35,6
5,1
5.5

0,02
5.2
0,1
10,4
1,9
6.7
3.8
52,2
0,6
23,8
1.2

0,2
0,3
29,2
0,04

11,6
3,1
2,3

1,1
0,4
2,3
1,6
55,7
2,1
0,2

176,4
2.9
68,3
0,8
1,2
167,6
25.5
4.3
0,01
2.4
2.3
0,1
1,7
0,02
13.6
7.9
3,6
2,1
7.4
0,7
1,0
0,8

2,4
3,7
1,1
2.2
0,05
0,1
7.3
6,6
4,6
0,2

2,0
3,0
0,2
2,5
0,04
0,5
13,2
0,02

38,8

33,9
1.6
0,6
180,2
56,6
0,8
1.9
0,3
0,4
1,5
86,1
5.9
5.2
4.3
1.7
o,5
0,3
4.7
0,02
15,0
6.4
0,6
0,1
0,8
0,05
0,02
3,1
0,4
0,5

1,7
0,1
0,04
1,0
0,2
43,4

50,0
0,1
1,5
0,1
8,1
0,8
0,5
0,1

0,1
0,9
0,6
0,4
0,2
4,5
o,9
0,2

o,5

1,2
o,3
0,05

2,9
0,03

1,8

4,o
0,1
0,1
o,5

4,8
0,1
0,3

0,1
0,04
0,1
4,8
0,05
0,8
0,05

0,6
0,04

0,01
0,02
0,1
o,5

503,3

75,8

o,3

Textilwaren
insgesamt

21,7

12,9
1,0
5,3
66.1
3.6
0,1
7.6
0,2
0,1
11.2
1.6
2,2
2,2
17,4
0,5
4.6
2.7

0,4
0,03
1,6
0,05
0,0s

33,o
4.3
2.4
0,01
0,1
0,08
1.8
1,1
3.8
0,7
24,0
0,8

o,9
8,0

17,4  1  244,1

330,5
0,1
3,1
166.2
4.4
8.7
462,4
9L7
11,5
0,01
12,0
2,82
o,5
8,6
0,12
122.2
18,0
18,14
12.7
880
2,35
30.4
9,65
0,02
18,0
10,43
33,0
2,39
0,85
0,1
0,12
56.8
14,74
9,85
0,2
0,01
0,1
4,88
5,3
1,34
9,61
2,56
o,5
139,3
3,45
0,2
o,7
1,06
39,0

Belgien
Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Freie  Zollzone  Gex  u.  Obersavoyen
Griechenland
Großbritannien  mit  Gibraltar-Malta
Italien
Niederlande
Norwegen
Österreich-U  ngarn
Portugal
Rumänien
Rußland
Schweden
Schweiz
Spanien
Türkei
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Brit.-Ost-  und  -Westafrika
Franz.-Ost-  und  -Westafrika
Marokko
Tripolis
Brit.-Indien
China
Franz.  Besitzungen  in  Asien
Japan
Niederländ.-Indien
Philippinen
Siam
Argentinien
Brasilien
Chile
Dominikan.  Republik
Ekuador
Franz.-Guiana
Kanada
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Peru
Uruguay
V  enezuela
Vereinigte  Staaten
Westindien  ohne  Kuba
Zentralamerika
Australischer  Bund
Ozeanien
Anderen  Ländern

1  758,6

12*
        <pb n="199" />
        180

Rußland.  ,  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Rußlands.

Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1900  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1913

Differenz
Proz.

1900

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

169,1

320,7

+  89

25,7

97,7

+  280

Wolle  und  Halbwolle  ....

66,9

212,0

-f  217

17,6

32,5

+  84

Seide  und  Halbseide  ....

40,9

95,8

+  134

3,2

10,0

+  210

Leinen

2,4

3,0

+  25

107,9

205,6

+  90

Jute

.  8,7

26,5

+  204

—

—

—

Konfektion

4,1

16,4

+  300

2,5

3,8

+  52

292,1

674,4

+  130

156,9

349,6

+  123

Der  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhrhandel

  beträgt

1  353,0

2  967,9

1  547,5

3  283,5

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt

demnach

21,6  Proz.

22,7  Proz.

10,1  Proz.

10,6  Proz.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  Rußlands  an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an
Textilwaren  im  Jahre  1913  beträgt  5,6  Proz.
Desgleichen  an  der  Ausfuhr  3^  )

Textilwaren  im  Jahre  1913  beträgt  5,6  Proz.
Desgleichen  an  der  Ausfuhr  3^  )

Im  Vergleich  zu  den  vorher  besprochenen  drei  Staaten  ist  der  Anteil  Rußlands ­
  an  der  Ein-  und  Ausfuhr  der  europäischen  Staaten  ein  sehr  niedriger,  aber
nicht,  weil  die  Textilindustrie  Rußlands  von  keiner  großen  Bedeutung  wäre,  sondern
weil  die  Ein-  und  Ausfuhrverhältnisse  dieser  Industrie  in  Rußland  von  denen  in
Deutschland,  England  und  Frankreich  ziemlich  stark  abweichen.
Der  Einfuhranteil  ist  so  niedrig,  weil  Rußland  sehr  viel  Rohstoffe  der  Textilindustrie ­
  im  Inlande  selbst  erzeugt.  Baumwolle,  Wolle,  Seide,  Flachs,  die  von
den  anderen  genannten  Staaten  in  Millionen  Werten  eingeführt  werden  müssen,
gewinnt  Rußland  im  eigenen  Lande.
Der  verhältnismäßig  niedrige  Umfang  der  Ausfuhr  hängt  damit  zusammen,
daß  Rußlands  Textilindustrie  in  erster  Linie  den  großen  Bedarf  des  Inlandes  zu
decken  hat  und  so  auf  die  Ausfuhr  nur  ein  geringeres  Gewicht  legen  kann.  Bei
einer  Bevölkerung  von  170  Milk  muß  naturgemäß  der  Inlandsbedarf  ein  sehr  großer
sein.  Welche  Ausdehnungsmöglichkeit  die  dortige  Textilindustrie  in  dieser  Richtung ­
  noch  hat,  ergibt  am  besten  die  später  folgende  Aufstellung  des  Inlandsverbrauchs, ­
  nach  welcher  der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  im  Jahre
nur  20,33  Mk.  beträgt.  Unter  allen  europäischen  Staaten  hat  Rußland  den
niedrigsten  Inlands  verbrauch,  der  bei  einer  normalen  Entwickelung  mit  der  Zeit
auf  das  Doppelte  oder  Dreifache  steigen  kann.
        <pb n="200" />
        Rv

Ein-  und  Ausfuhr.

181

Die  Erhöhung  der  Einfuhr  an  Textilwaren  seit  1900  mit  130Proz.  und
die  der  Ausfuhr  mit  123  Proz.  erscheint  nicht  unbedeutend;  aber  die  in  Betracht
kommenden  Beträge  selbst  sind  an  sich  noch  sehr  niedrig.
Am  besten  hat  sich  bisher  die  Baumwollindustrie  entwickelt.  Die  Ausfuhr ­
  ist  von  25,7  Mill.  Mark  im  Jahre  1900  auf  97,7  Mill.  Mark  im  Jahre  1913
gestiegen.  Die  in  Rußland  führende  Baumwollindustrie  hat  dabei  in  bezeichnender ­
  Weise  auch  die  richtigen  Absatzländer  sich  zu  eigen  gemacht;
denn  der  größte  Teil  der  Ausfuhr  ging  nach  Persien,  China,  Mongolei  und
Afghanistan,  Ausfuhrdomänen,  die  früher  oder  später  doch  Rußland  in  stärkster
Weise  zufallen  müssen.
Bei  den  anderen  Industrien  ist  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  von  geringer
Bedeutung  und  die  in  der  Ausfuhr  genannten  Beträge  beziehen  sich  meist  auf
Rohstoffe  wie  Flachs,  Wolle  und  Kokons.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Rußlands.
Dieser  betrug

an  der  Einfuhr

an  der  Ausfuhr

1900

1913

1900

1913

21,6  Proz.

22,7  Proz.

10,1  Proz.

10,6  Proz.

In  der  Periode  von  I9OO  bis  1913  ist  eine  in  Betracht  kommende  Veränderung ­
  der  Anteilsquote  der  Textilindustrie  nicht  eingetreten.

Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baum wo ;i e

246,7

19,0

55,0

—

2,6

95,1

Wolle  und  Halbwolle  .  .

133,4

40,1

38,5

26,8

—

5,7

Se &amp;gt;de  und  Halbseide  .  .  .

60,8

9,1

21,4

9,5

0,2

0,3

Kunstseide  .

4,5

—

Leinen  .

0,4

2,6

203,4

0,3

1,9

Jute  .

23,9

1,0

1,6

—

—

—

Konfektion  •

16,4

—

—

3,8

465,2

69,2

140,0

239,7

3,1

106,8

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug:  225,5  Mill.  Mark
»  „  Halbfabrikaten  „  „  „  „  66,1  „  „
”  ’&amp;gt;  &amp;gt;,  Fertigwaren  „  „  „  „  33.2  „  „
        <pb n="201" />
        182

Rußland.  Textilindustrie.

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

205  800  t  rohe  Baumwolle  ...  im  ungefähren  Werte  .  .  .  von  209,0  Mill.  Mark
160000  t  rohe  Wolle  „  „  „  .  .  .  „  270,0  „  „
4  1681  Kamelhaare  „  „  „  .  .  .  „  5&amp;gt;4  „
9  1941  Kokons  (feuchte)  .  .  .  „  „  „an  Seide  „  24,8  „  „
4561421  geschwungener  Flachs  „  „  „  .  .  .  „  301,0  „  „
8lO,2  Mill.  Mark

Rußland  ist  das  größte  europäische  Produktionsland  von  Rohstoffen  der
Textilindustrie;  der  größte  Teil  derselben  wird  im  Inlande  selbst  verbraucht,  nur
Flachs  wird  in  sehr  großen  Mengen  ausgeführt.
Baumwolle.  Die  Baumwollernte  betrug  (1  Ballen  zu  220  kg  gerechnet):

Im  Jahre

Ballen

Umgerechnet
auf  Tonnen

1908/09

620  282

136  102

1910/11

824  000

181  280

1913/14

1  030  147

226  632

Die  Ursprungsländer  sind:  Fergana,  Taschkent,  Samarkand,  Buchara,  Merw,
Chiva,  Aschabad,  Kaukasus.  Von  diesen  ist  Fergana  am  bedeutendsten,  da  es
mehr  als  die  Hälfte  der  angegebenen  Mengen  liefert.
Die  russische  Baumwolle  ist  in  Qualität  ähnlich  der  amerikanischen  (vielfach ­
  allerdings  stärker  veunreinigt)  und  steht  auch  etwa  in  demselben  Preisverhältnis. ­

Nach  einer  späteren  Aufstellung  betrug  die  Ernte
im  Jahre  1912.  .  .  208697  t;  im  Jahre  1913  .  .  .  228484  t.
Etwas  mehr  als  die  Hälfte  der  verarbeiteten  rohen  Baumwolle  stammt  aus  dem
Inlande.  Die  andere  Hälfte  von  annähernd  200  000  t  im  Werte  von  246,3  Mill.  Mark
wird  vom  Auslande  bezogen.  Zur  Ausfuhr  gelangte  rohe  Baumwolle  bisher  nicht.
Da  die  Baumwollanpflanzungen  in  ständiger  Zunahme  begriffen  sind,  ist  anzunehmen, ­
  daß  die  Einfuhr  aus  Amerika  nach  einigen  Jahren  ganz  entbehrlich
wird.  Die  übrigen  Einfuhrländer,  die  dann  noch  in  Betracht  kommen  würden,
sind  Persien  und  Afghanistan,  von  welchen  im  Jahre  1913  für  26,4  Mill.  Mark
Baumwolle  geliefert  wurden.
Die  russische  Regierung  ist  weiter  bestrebt,  den  heimischen  Bedarf  an  Baumwolle ­
  vollständig  mit  eigener  Baumwolle  zu  decken  und  plant,  zu  diesem  Zweck
große  Landesstrecken  in  Zentralasien  und  im  Kaukasus  durch  künstliche  Bewässerung ­
  für  Baumwollkulturen  verwendbar  zu  machen.  So  wurde  in  der  sogenannten
Hungersteppe  im  Jahre  1913  bereits  ein  Bewässerungskanal  eröffnet,  der  die
Gebiete  Turkestans  für  den  Baumwollanbau  dienstbar  machen  soll.
Wolle.  Der  Bedarf  an  roher  Wolle  wird  fast  ganz  vom  Inlande  gedeckt.
Der  Umstand,  daß  die  russische  Wolle  für  einzelne  Artikel  zu  grob  ist,  veranlaßt
        <pb n="202" />
        Rohstoffe.  Halbfabrikate.

183

1

die  Einfuhr  von  feineren  Merinowollen.  Im  Jahre  1913  wurden  für  annähernd
125,0  Mill.  Mark  rohe  und  gewaschene  Wolle  eingeführt  und  für  17,7  Mill.  Mark
inländische  grobe  Wolle  nebst  Kämmlingen  und  Abfällen  aus'geführt.  Außer
letzteren  gelangten  zur  Ausfuhr  Kamelhaare  und  Ziegenhaare  für  5,4  Mill.  Mark.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  wird  in  Turkestan  und  im  Kaukasus  sehr
stark  betrieben,  wenn  sie  auch  in  den  letzten  Jahren  eher  im  Rückgang  begriffen
ist.  Als  Ursache  hiervon  wird  angegeben,  daß  die  Bevölkerung  in  der  Pflege
der  Raupen  und  der  Aufarbeitung  viel  zu  wünschen  übrig  ließe  und  daß  es  an
Anstalten  zum  Haspeln  der  Seide  an  Ort  und  Stelle  fehle.  Tatsächlich  werden
nn  Inlande  nur  etwa  60  Proz.  der  gewonnenen  Kokons  verarbeitet.
Die  im  Inlande  gewonnene  Menge  an  feuchten  Kokons  beträgt  ungefähr
90001;  eingeführt  werden  dazu  aus  Persien  900  t  trockene  Kokons.  Dagegen
wurden  trockene  Kokons  ausgeführt  in  Höhe  von  1400  t.
Die  Einfuhr  an  Grege  betrug  im  Jahre  1913  15031  im  Werte  von
52,7  Mill.  Mark.
Leinen.  Im  Jahre  1913  wurden  etwas  mehr  als  300  000  t  Flachsfaser  und
Werg  ausgeführt.
Jute.  Die  Einfuhr  an  Jute  betrug  im  Jahre  1913  44759t  im  Werte  von
23,9  Mill.  Mark.

Halbfabrikate.
Die  Einfuhr  Rußlands  an  Halbfabrikaten  ist  nicht  bedeutend,  da  die
inländischen  Spinnereien  den  großen  Bedarf  an  Garnen  fast  ganz  zu  decken
vermögen.  Die  Ausfuhr  an  diesen  ist  belanglos.
Baumwolle.  Eingeführt  werden  rohe  Baumwollgarne  für  17,7  Mill.  Mark,
hauptsächlich  aus  Deutschland,  England  und  Österreich-Ungarn,  daneben  gereichte, ­
  merzerisierte  und  gefärbte  Garne  für  1,3  Mill.  Mark.
Wolle.  Eingeführt  wurden  im  Jahre  1913  Kammzug  für  5,0  Mill.  Mark
aus  Deutschland  und  England;  rohe  und  gefärbte  Garne  für  34,3  Mill.  Mark
ebenfalls  aus  Deutschland  und  England.
Seide.  Die  höchste  Einfuhrposition  ist  gekämmte  Florettseide  für
6&amp;gt;6  Mill.  Mark  aus  Italien,  Deutschland  und  Frankreich,  welche  für  die  russischen
h  lorettspinnereien  bestimmt  ist.  Außerdem  werden  noch  etwas  Florettgarne  und
gezwirnte  Seidengarne  eingeführt.
Leinen  und  Jute.  Bei  diesen  kommt  weder  eine  Einfuhr  noch  eine
Ausfuhr  in  Betracht,  so  daß  beispielsweise  die  Leinenspinnereien  nur  für  den
inländischen  Bedarf  arbeiten.
        <pb n="203" />
        184

Rußland.  Textilindustrie.

Fertigwaren.
Bei  den  Fertigwaren  erscheint  die  verhältnismäßig  niedrige  Einfuhr  an
Fertigwaren  auffällig,  die  trotz  der  Größe  des  Landes  im  Jahre  1913  nur
140,0  Mill.  Mark  betrug.  Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  wohl  auch  nicht  groß,
doch  nimmt  sie  in  den  letzten  Jahren  an  Bedeutung  ständig  zu.
Baumwolle.  Zur  Einfuhr  gelangen  rohe,  gebleichte,  gefärbte  und  bedruckte
Gewebe,  Spitzen,  Stickereien,  Tülle  und  Wirkwaren.  Dagegen  werden  ausgeführt ­
  hauptsächlich  Gewebe,  roh,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  und  buntgewebt,
im  Werte  von  94,9  Mill.  Mark,  die  nach  Persien,  China  und  Afghanistan  gehen.
Wolle.  Die  Einfuhr  umfaßt  wollene  und  halbwollene  Gewebe,  sowie  Wirkwaren, ­
  die  vorwiegend  aus  Deutschland  und  England  bezogen  werden,  außerdem
für  4,1  Mill.  Mark  Teppiche  aus  Persien,  China,  Afghanistan  und  Deutschland.
Dagegen  werden  Teppiche  im  Werte  von  2,7  Mill.  Mark  wieder  ausgeführt.
Seide.  Eingeführt  werden  Seiden-  und  Halbseidengewebe,  Spitzen  und
Stickereien  im  Werte  von.  21,2  Mill.  Mark.
Leinen  und  Jute.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  nur  unbedeutend. ­

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Rußlands  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert:

Mill.  Mark

Anteil  Rußlands
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

1  821,0

14,8

Woll-  und  Halbwollindustrie

1  210,5

15,0

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

135,2

6,8

Leinenindustrie

252,1

13,9

Juteindustrie

40,6

6,1

Kunstseidenindustrie 1 )

10,0

7,4

Konfektionsindustrie  (schätzungsweise,  abzüglich  der
bereits  verrechneten  Textilmaterialien)

15,0

1,2

3  484,4

13,3

Die  Produktion  Rußlands  an  Textilwaren  ist  recht  bedeutend,  sie  ist
nächst  der  Englands,  Deutschlands  und  Frankreichs  die  viertgrößte  in  Europa.
Die  Produktion  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  beträgt
in  Frankreich  3  973,0  Mill.  Mark
„  Rußland  3  484,4  „  „

*)  Siehe  S,  18.
        <pb n="204" />
        Produktion.

185

Dabei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  die  Produktion  Rußlands  an  Baumwollwaren
weit  größer  als  die  Frankreichs  ist.  Diese  Überlegenheit  gegenüber  Frankreich
kommt  in  dem  Endergebnis  nur  dadurch  weniger  zur  Geltung,  daß  Frankreich
andererseits  in  der  Seiden-  und  Konfektionsindustrie  eine  sehr  große  Produktion
besitzt.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  im  Jahre  1913  aus  Rußland  ausgeführten
Baumwollfertigwaren  betrug  5500  Mark.  Der  Vergleich  gegen  Deutschlands,
Englands  und  Frankreichs  Tonnenwert  ist  auf  S.  49  gegeben.
Der  Vergleich  im  Anteil  an  der  Produktion  wie  auch  der  Vergleich  des
Tonnenwertes  gegen  Österreich-Ungarn  und  Italien  ist  aus  der  Besprechung  dei
Produktion  Österreich-Ungarns  zu  ersehen.
Die  Zahl  der  in  sämtlichen  russischen  Betrieben  beschäftigten  Personen
betrug  im  Jahre  1911  2  051000;  davon  entfallen  auf  die  Textilindustrie  868000.
Am  ausgedehntesten  ist  die  Baumwollindustrie,  welche  allein  538  000  Personen
beschäftigt.
Baumwollindustrie.  Die  Zahlen  der  Spinnereien,  Spindeln  und  Webstühle
werden  im  Baumwollhandbuch  Bremen  1915  wie  folgt  angegeben:
98  Spinnereien.  7  665  654  Spindeln.  213  179  Webstühle.
Diese  Zahlen  dürften  jedoch  im  Hinblick  auf  andere  zuverlässige  Unterlagen  viel
zu  niedrig  angegeben  sein.  Nach  einem  Bericht  des  deutschen  Generalkonsuls
bi  St.  Petersburg  betrug  in  der  Baumwollindustrie
1910  1913
die  Anzahl  der  Spindeln  8306372  8988000
„  „  „  Webstühle  213  179  2 55  500
Nach  einem  Bericht  des  Konsulats  in  Moskau J )  war  die  Zahl  der
Spinnereien  am  1.  März  1911  139
Spinnspindeln  8 4 48  8l8\  insgesamt
Zwirnspindeln  594  582/  9  043  400  Spindeln
Die  hohe  Spindelzahl  bei  der  verhältnismäßig  niedrigen  Zahl  der  Spinnereien ­
  weist  darauf  hin,  daß  die  Spinnereien  in  Rußland  meistens  sehr  große
Unternehmungen  sind,  wie  wir  sie  nur  noch  in  England  und  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  finden.
In  der  Produktion  an  Baumwollwaren  steht  Rußland  unter  den  europäischen
Staaten  an  dritter  Stelle,  da  nur  England  und  Deutschland  eine  höhere  Produktion ­
  aufweisen.
Die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie  wird  in  vorteilhaftester  Weise
unterstützt  durch  die  ständige  Zunahme  der  im  Inlande  gewonnenen  Menge
Rohbaumwolle.
Die  Baumwollindustrie  ist  am  stärksten  in  den  Bezirken  Moskau  -  Iwanow  o
und  Lodz  mit  Umgebung  vertreten;  so  befanden  sich  im  Jahre  1911  von  den

')  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913»  S-  150-
        <pb n="205" />
        186

Rußland.  Textilindustrie.

oben  angegebenen  Spindeln  des  Moskauer  Berichtes  im  Bezirk  Moskau-Iwanowo
allein  5  311  573  Spinn-  und  303  932  Zwirnspindeln.
Eine  genauere  Aufstellung  über  die  Verteilung  der  Baum  Wollindustrie  finden
wir  in  der  nachstehend  wiedergegebenen  Übersicht  des  Generalkonsulats  in
St.  Petersburg,  die  sich  auf  das  Jahr  1910  bezieht.
Am  Gesamtbestand  bzw.  an  der  Gesamtproduktion  sind  beteiligt  in
Prozenten:

Spindeln

Webstühle

Hergestellte
Garne

Hergcstellte
Gewebe

Moskau

23

23

23,4

21,6

Wladimir

17,7

30,9

18,1

30,4

Petrikau

14.4

14,5

18,6

17

Kostroma

8,1

14

8,7

14,4

St.  Petersburg

14,3

5,1

8,3

4,9

Jaroslaw,  Esthland,  Rjäsan,  Twer  .  .

18,5

10

18,4

10,5

Nach  einer  Aufstellung  des  russischen  Handelsministeriums  befanden  sich
in  Russisch-Polen  im  Jahre  1910  54  Spinnereien  mit  1  275  OOO  Spindeln  und
21  848  Arbeitern,  die  64  2911  Baumwollgarne  produzierten;  ferner  125  Webereien
mit  23  218  Webstühlen  und  27  771  Arbeitern,  die  49205  t  Baumwollgewebe  herstellten. ­

Im  gesamten  Rußland  wurden  nach  der  gleichen  Quelle  im  Jahre  I912
360000  t  Garne  gesponnen  und  311000  t  rohe  Gewebe  hergestellt.  Die  Zahl  der
in  der  Baumwollindustrie  beschäftigten  Arbeiter  wird  auf  500  000  geschätzt,  das
sind  etwa  25  Proz.  aller  Industriearbeiter  Rußlands.
Nach  dieser  amtlichen  und  auch  zuverlässig  erscheinenden  Aufstellung ­
  sind  in  Russisch-Polen  (Petrikau)  an  Spindeln  und  Webstühlen ­
  annähernd  der  siebente  Teil  von  Rußlands  Gesamtzahl  tätig,
während  die  hergestellten  Garne  und  Gewebe  den  sechsten  Teil  der
Gesamtproduktion  ausmachen.
Die  Hauptartikel  der  russischen  Baumwollindustrie  sind:  Druckkattune,
Barchente  und  Bombasine.  In  der  Veredelungsindustrie  haben  sich  die  Druckereien, ­
  deren  Hauptsitze  sich  in  Moskau,  Wladimir  und  Petrikau  bzw.  Lodz  befinden, ­
  sehr  günstig  entwickelt.
Wollindustrie.  Nach  der  oben  erwähnten  Aufstellung  des  russischen
Handelsministeriums  waren  im  Jahre  1911  in  der  Wollindustrie  1210  Fabriken
mit  157  000  Arbeitern  beschäftigt,  die  217742  t  russischer  Grobwolle  und  20  t
russischer  Merinowolle  verarbeiteten.  (Die  Zahlen  erscheinen,  soweit  sie  sich
auf  russische  Wollen  beziehen  sollen,  zu  hoch;  wahrscheinlich  sind  die  aus  dem
Auslande  eingeführten  Wollen  mitgerechnet  worden.  Anmerkung  des  Verfassers.)
Der  Bedarf  an  groben  Wollen  wird  vom  Inlande  gedeckt,  dagegen  müssen  die
feineren  Wollen  vom  Auslande  bezogen  werden.
        <pb n="206" />
        Produktion.

187

Besonders  erfolgreich  gestaltete  sich  die  Fabrikation  von  Wollwaren  im
Weichsel-  und  im  Westgebiete.  Polen  ist  ein  Hauptindustriegebiet  für  Wollund
  Halbwollwaren  der  Damen-  und  Herrenkonfektionsbranche,  ebenso  auch  für
wollene  Frauentücher.  Die  Tuchfabriken  und  Fabriken  für  Militärstoffe  befinden
sich  in  den  Moskauer  und  Petersburger  Bezirken.  Im  Kaukasus  und  in  Turkestan
ist  die  Teppichfabrikation  als  Hausindustrie  stark  vertreten.
Seiden-  und  Halbseidenindustrie.  Nach  der  gleichen  Quelle,  wie  vorseitig
erwähnt,  gab  es  in  Rußland  176  Seidenfabriken  mit  33000  Arbeitern.  Rohseide ­
  bzw.  Kokons  kommen  aus  Turkestan  und  dem  Kaukasus.
Ein  großer  Teil  der  Kokons  wird  ausgeführt,  weil  es  an  Seidenhaspelfabriken
fehlt;  allerdings  sollen  in  den  letzten  Jahren  in  Moskau  vier  Seidenhaspelfabriken
errichtet  worden  sein.  Das  Hauptzentrum  der  Seidenindustrie  ist  Moskau  und
Wladimir.  Die  Zahl  der  Seidenspindeln  im  gesamten  Rußland  beträgt  180  000,
wovon  allein  80  Proz.  auf  den  Moskauer  Rayon  entfallen,  11  Proz.  auf  Polen  und
der  Rest  auf  Transkaukasien.
Leinenindustrie.  Nach  Angaben  der  allrussischen  Gesellschaft  der  Leinenindustriellen ­
 1 )  hat  im  Jahre  1913/14  die  Gesamtanzahl  der  Spindeln  im  Vergleich
zum  Jahre  vorher  um  21637  Stück  oder  5,5  Proz.  zugenommen  und  selbst
diejenige  des  Jahres  1911/12  überstiegen.  Infolge  der  Entwickelung  der  kleinen
Spinnereien,  besonders  in  den  Ostseeprovinzen  und  im  Gouvernement  Wladimir,
nimmt  indes  die  Anzahl  der  Spindeln,  welche  auf  ein  Unternehmen  entfallen,  ab.
So  kamen  im  Jahre  1900  auf  eine  Spinnerei  etwa  9000  und  im  Jahre  1907/08
9870  Spindeln,  im  Jahre  1913/14  waren  es  aber  nur  noch  8162.
Auf  die  einzelnen  Gouvernements  verteilten  sich  die  Spindeln  im  Jahre
^913/14  im  Vergleich  zu  1912/13  in  nachfolgender  Weise:

Gouvernements

Die  übrigen
Gouvernements ­


Im
ganzen

Kastroma

Wladimir

Jaroslaw

Trockene

/  1912/13

7  146

22  151

4616

19  176

53  089

l  1913/14

8  256

25  528

4  828

19  697

58309

Nasse

f  1912/13

99  872

71  760

43  218

89825

304  675

l  1913/14

101  633

76  231

45  212

92  133

315209

Im  ganzen  ....

/  1912/13

107018

94  011

47  834

109  001

357  864

l  1913/14

109  889

101759

50040

111830

373  518

Anzahl

1  1912/13

9  510

11395

3  620

12  248

36773

der  Ringspindeln

l  1913/14

9  352

15593

4  168

13643

42  756

)  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1915’  Nr.  36,  S.  5-
        <pb n="207" />
        188

Rußland.  Textilindustrie.

Die  Menge  des  verarbeiteten  Rohmaterials  hat  um  mehr  als  4668  Tonnen
zugenommen,  wie  folgende  Tabelle  zeigt:

Gouvernements

Die  übrigen
Gouvernements ­


Im
ganzen

Kostroma

Wladimir

Jaroslaw

Flachs  I 1912 / 13
l  1913/14
Hede  und  Werg  •  (  1Q1 / 13
&amp;amp;  \  1913/14

12  456  t
10939  t
4  384  t
6  160  t

20163t
21  56S  t
S  745  t
6039  t

8674  t
8  476  t
1  843  t
2  103  t

15  967  t
17  751  1
8  070  t
8791t

57  2621
58  732  t
20  0431
23095  t

T  /  1912/13
Im  ganzen  •  •  •  •  (

16  840  t
17  099  t

25  9081
27  6041

10S17t
10  579  t

24  037  t
26  5421

77305  t
818271

Die  Arbeitsleistung  ,  d.  h.  die  Menge  des  verarbeiteten  Flachses  und  der
Hede  auf  einer  Spindel,  ist  im  Vergleich  zur  früheren  Zeit  unverändert  geblieben.
Mit  der  Zunahme  der  Verarbeitung  des  Rohmaterials  hatte  auch  die  Herstellung ­
  von  Garn  ungefähr  um  1540  Tonnen  zugenommen,  wovon  557  Tonnen
auf  Flachsgarn  und  983  Tonnen  auf  Kammgarn  entfallen.  Auf  die  einzelnen
Rayons  verteilte  sich  die  Herstellung  von  Garn  in  nachfolgender  Weise:

Gouvernements

Die  übrigen
Gouvernements ­


Im
ganzen

Kostroma

Wladimir

Jaroslaw

Flachsgarn  ■  •  ■  ■  (  191 / 13
s  l  1913/14
Kammgarn  ■  •  •  •  P 91 / 13
l1913/14

2  6281
2  824  t
8  354  t
8  639  t

2323  t
2  535t
13  691t
14  327  t

2  759  t
2  805  t
4604  t
4  420  t

5  028  t
5  128t
10  3931
10640  t

12  739t
13  304  t
37  0441
38  0371

T  f1912/13
Im  ganzen  •  •  •  •  &amp;lt;  '
11913/14

10982  t
11463t

16014  t
16  862  t

7  363  t
7  225  t

15  421t
15  768  t

49  7831
51341t

Die  Herstellung  von  Nähgarn  hat  ebenfalls  um  453  Tonnen  zugenommen.
Die  große  prozentuale  Zunahme  erklärt  sich  durch  die  bedeutende  Nachfrage
am  Markte.  In  den  einzelnen  Rayons  gestaltete  sich  die  Herstellung  von  Nähgarn ­
  wie  folgt:

Gouvernements

1912/13

1913/14

Kostroma

674  t

700  t

Wladimir  •

1  290  t

1  713  t

Jaroslaw

375  t

469  t

In  den  übrigen  Gouvernements

1  555  t

1  468  t

Im  ganzen  .  .  .

3  894  t

4  350  t

Die  gesamte  Anzahl  der  in  den  Leinenfabriken  arbeitenden  Webstühle
hat  im  Jahre  1913/14  um  918  abgenommen.  Im  ganzen  zählte  man  15049
arbeitende  Webstühle  gegen  15  957  i n  der  vorhergehenden  Periode,  darunter
waren  14340  mechanische  gegen  15  315  und  608  Handwebstühle  gegen  642  in
der  vorigen  Periode.
        <pb n="208" />
        Inlandsverbrauch

189

Juteindustrie.  Nach  einem  Bericht  des  Deutschen  Generalkonsulats  in  Moskau
"wurden  im  Jahre  1912  2  948  000  Pud  Rohjute  im  Werte  von  11  Milk  Rubel  verbraucht. ­
  Man  rechnet  dort  auf  eine  weitere  günstige  Entwickelung  des  Jutegeschäfts ­
  und  veranschlagt  die  voraussichtliche  Erhöhung  des  Umsatzes  für  1913
auf  3  bis  5Proz.  Während  sich  die  Verwendung  von  Rohjute  für  andere  Industrieerzeugnisse ­
  wegen  der  Konkurrenz  von  Hanf,  Leinen  und  Baumwolle  nur  langsam ­
  steigert,  wächst  die  Produktion  und  der  Verbrauch  von  Jutesäcken  und
Jutepack  material  stark  und  stetig.  Im  Jahre  1912  ist  in  Polen  eine  neue  Jutefabrik ­
  in  Betrieb  gesetzt  worden;  einige  andere  Jutefabriken  sollen  ihre  Maschinen
vermehrt  haben.

Der  Inlandsverbrauch  Rußlands  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch:

Mill.  Mark  .

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913,  ohne  Finnland, ­
  mit  170  Mill.  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre
Mark

Eaumwollwaren

.  •  1  778,3

10,46

W°ll_  un( j  Halbwollwaren  .  .  .

•  ■  1  243,3

7,31

Seiden-  und  Halbseidenwaren  .  .

.  .  156,1

0,92

Leinenwaren

■  •  252,5

1,48

Jutewaren

.  .  42,2  b

—

Konfektionswaren

.  .  27,6

0,16

3  500,0

20,33

Rußland  hat,  pro  Person  berechnet,  einen  äußerst  niedrigen  Verbrauch  an
Textilwaren;  es  zeigt  dies  auch,  wie  groß  die  Entwickelungsmöglichkeit  für  die
dortige  Textilindustrie  noch  ist.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Rußlands  im  Jahre  1913.
Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  3.500,0  Mill.  Mark
wird  gedeckt
von  der  Produktion  v « n  der  Einfuhr
zu  99,6  Proz.  zu  °A  Proz.
Die  Absatzverhältnisse  der  einzelnen  Industrien,  bzw.  deren  Ein-  und  Ausfuhr, ­
  sind  aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  zu  ersehen.
L )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="209" />
        Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Artikel

Rohe  Baumwolle  und  Garnabfälle
Baumwolle,  gekardet,  Kammzug  usw
Rohgame,  niedriger  als  Nr.  38
Desgl.,  von  Nr.  38  bis  60
Desgl-,  über  Nr.  60
Rohgarne,  gezwirnt,  unter  Nr.  60
Desgl.,  über  Nr.  60
Garne,  gebleicht,  merzerisiert  oder  gefärbt
Garne,  türkischrot  gefärbt
Gewebe,  roh  oder  gebleicht  i  .  .  .  .
Gewebe,  merzerisiert,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt.
Gewebe,  türkischrot  gefärbt
Samte,  Plüsche,  Plüschbänder
Tücher,  Servietten,  Gardinen,  Stores  usw
Tülle  aller  Art,  auch  besäumt
Spitzen  und  Spitzenwaren
Stickereien
Wirkwaren
Game  für  den  Einzelverkauf

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

R

196917

246,3

279,9

144,9

45

0,05

0,1

0,05

»

246

0,4

0,5

0,4

—

—

—

—

H

892

1,8

0,9

0,4

w

416

1,8

1,3

0,2

627

2,2

0,7

0,9

617

2,5

0,8

o,4

»

1  432

8,0

9,2

\  6,4

n

498

3,9

4,4

1

n

238

1,0

0,9

0,5

n

101

0,3

0,4

0,1

13

0,06

0,05

—

F

1  828

12,1

9,9

5,8

4635

19,9

10,5

1312

14,7

12,9

5,7

10161

59,6

30,9

125,3

»

—

—

—

—

2405

15,4

12,9

—

»

239

3,7

5,3

0,6

—

—

—

—

n

85

1,8

2,3

0,03

—

—

—

—

n

13

0,9

0,7

0,4

—

—

—

—

n

89

5,8

4,6

1,1

15

0,2

0,04

—

52

5,2

3,6

0,7

—

—

—

—

„

693

8,6

6,9

0,9

—

—

—

—

510

2,2

4,8

0,1

—

—

—

—

206  188

320,7

349,2

169,1

17  891

97,7

55,3

25,7

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

190  Rußland.  Baumwollindustrie.
        <pb n="210" />
        Produktionswert.

191

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Rußlands  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Rohe  Baumwolle  und  Abfälle  197  1631
Aus  dem  Inlande  stammend 1 )  205800t
402  963  t
Ab  8  Proz.  Spinnverlust  32  237  t
Garne,  roh  und  gefärbt

Ab:  Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie.

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe,  roh  und  gebleicht  4  6351
Gewebe,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt  10  1611
Gewebe,  türkischrot  gefärbt  2  4 °5 1
Spitzen

Wert
pro  Tonne
in  Mark

4300
5  900
6  400
14600

Ausfuhrw.  der  Fertigwaren:  95,1  Mill.  Mark.  17216  t

5  500

Ab  15  Proz.  Appretur
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

17  2161
2  580  t

370726  t
3  574  t
374  3001
15  000  t

359  3001

14636  t

344  664  t

344  664  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  hei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5000  Mk.  angenommen,  1  723,3  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie  im  Jahre
1913.
Rär  das  Inland  verarbeitet  für  1  723,3  Mill.  Mk.
A usgeführte  Halbfabrikate  „  2,6  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  95, 1  »  »
1  821,0  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  723,3  Mill.  Mk,
Eingeführte  Fertigwaren  „  55,0  „  „
1  778,3  Mill.  Mk.

v )  Nach  einem  Bericht  des  russischen  Zentral-Baumwollko  ^  Ernteergebnis  mit  940000
&amp;gt;913/14  1030,47  und  1914/15  H25675  Ballen.  Für  1912/13
Ballen  =  205  800  Tonnen  angegeben.
        <pb n="211" />
        192

Rußland.  Baumwollindustrie.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Rußlands  in  den  Jahren  1900  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1910

1913

1900

1910

1013

Rohstoffe

145,3

280,4

246,7

—

0,1

—

Halbfabrikate

8,5

17,8

19,0

0,4

0,9

2,6

Fertigwaren

15,3

51,0

55,0

25,3

54,3

95,1

169,1

349,2

320,7

25,7

55,3

97,7

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Rußlands  beträgt:

an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  6,1  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  2,0  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwolhvaren  im  Jahre  1913  14,9  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  20,4  „
Der  Anteil  an  der  Produktion  sowie  der  Anteil  am  Inlandsverbrauch
sind  sehr  bedeutend,  beide  sind  wesentlich  höher  als  die  gleichen  Anteile
Frankreichs.  Dagegen  sind  die  Anteile  an  der  Ein-  und  Ausfuhr  aus  den
in  der  Einleitung  erwähnten  Gründen  nur  geringe.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1900  bis  1913  beträgt
iu  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
89  Proz.  280  Proz.
Die  große  Erhöhung  der  Ausfuhr  zeigt  die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie ­
  in  den  letzten  Jahren;  sie  ist  auch  aus  dem  steigenden  Verbrauch  an
loser  Baumwolle  zu  ersehen.  Letzterer  betrug

1894  201474  t
1901  273  5461
1913  402963  t

Danach  ist  in  den  letzten  20  Jahren  der  Verbrauch  um  100  Proz.  gestiegen;
die  Steigerung  dürfte  annähernd  gleich  hoch  wie  in  Deutschland  sein.

Lose  Baumwolle.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten  .  .  i02,3Mill.Mk.
Deutschland.  .  59,1  „  „
Persien.  ...  24,1  „

Großbritannien  20,5  Mill.  Mk.  China
Türkei  ....  17,7  „  „  Afghanistan  .  .
Ägypten  ...  12,3  „

Rohe  Garne.
Die  Einfuhr  betrug
1900  1910  1913
7,9  16,5  17,7  Mill.  Mk.
und  ging  1913  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:
Deutschland  9,1  Mill.  Mk.  Österreich  -  Ungarn
Großbritannien  6,3  „  „  Finnland

3,7  Mill.  Mk.
2,3  »  *

6,3  Mill.  Mk.
0,7  „  „
        <pb n="212" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

193

Gewebe,  roh  oder  gebleicht.

1900

1910

1913

5,8

9,9

12,1  Mill.  Mk.

8,3

10,5

19,9  „  „

:  die  Einfuhr

im  Jahre  1913  waren

Einfuhr
Ausfuhr
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  wa
Deutschland  .  .  7,3  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  .  2,0  Mill.  Mk.  |  China  1,8  Mill.  Mk
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren
Persien  .  10,9  Mill.  Mk.  !  China  .  .  .
Finnland  3,4  „  „  j  Afghanistan

4.2  Mill.  Mk.
1.3  *

Gewebe,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt.

1900

1910

1913

5,7

12,9

14,7  Mill..  Mk.

17,0

30,9

59,6  „  „

Einfuhr  5,7
Ausfuhr
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland
Finnland  .

Großbritannien
China  ....

10,3  Mill.  Mk.
1,9  ,,  -
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

1,0  Mill.  Mk.
0,6  „  „

Persien  ....
China

.  27,2  Mill.  Mk.
.  22,5  „

Afghanistan.
Türkei  .  .  .

7,8  Mill.  Mk.
2,0  „  „

1,2  Mill.  Mk.

Gewebe,  türkischrot  gefärbt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  19^3  waren.
Persien  ....  12,2  Mill.  Mk.  |  Afghanistan  .  .  2,0  Mill.  Mk.
Samt  und  Plüsch.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  3,3  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  0,3  Mill.  Mk.
Tücher,  Servietten,  Gardinen,  Stores.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  1,6  Mill.  Mk.  |  Großbritannien
Tülle,  Spitzen  und  Stickereien.
Die  Einfuhr  betrug
1900
2,2
Un d  kam  im  Jahre  1913  hauptsächlich  aus  folgenden  Ländern:
Deutschland  .  .  9,9  Mill.  Mk.  |  Schweiz  .  .

0,1  Mill.  Mk.

1910
8,9

1913
11,9  Mill.  Mk.

Frankreich  ...  0,7
Die  Einfuhr  betrug

0,45  Mill.  Mk.
Großbritannien.  0,38
Wirkwaren.

Österr.-Ungarn  0,32  Mill.  Mk.

1900
0,9

1910
6,9

1913
8,6  Mill.  Mk.

Un d  kam  im  Jahre  1913  hauptsächlich  aus  folgenden  Ländern:
Deutschland  .  .  8,1  Mill.  Mk.  |  Österr.-Ungarn  .  0,1  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .

0,1  Mill.  Mk.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

13
        <pb n="213" />
        R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Wolle,  auch  Kämmlinge  u.  Abfälle,  ungereinigt  u.  gereinigt  .  R

55  196

129,6

115,9

24,4

13  388

17,7

7,0

10,3

„  auch  Kämmlinge,  gefärbt

295

0,8

1,5

2,7

■

—

—

—

Kamelhaare  und  sonstige  Tierhaare

—

—

—

—

4  168

5,4

4,8

2,4

Wollumpen,  Abfälle

11  472

3,0

2,0

0,1

15637

3,7

1,8

1,3

Kammzug,  roh  H

1  422

4,8

3,8

7,2

—

—

—

—

„  gefärbt

41

0,2

0,2

0,1

—

—

—

—

Garne,  roh

5  022

26,9

35,9

12,7

\

(  5

0,01

0,01

0,01

„  gefärbt

1  024

7,4

7,2

3,1

J

Wollene  Ketten  für  Teppiche

218

0,8

0,7

0,9

—

—

—

—

Gewebe,  bis  270  g  per  qm  F

925

17,8

13,7

1

„  über  270  g  per  qm

189

5,3

4,3

i  7,7

„  bedruckt

17

0,6

0,6

0,1

535

2,9

2,3

0,9

Wollene  und  halbwollene  Gewebe  und  Tuche

637

2,6

2,2

3,3

Wollgewebe  mit  Webeffekten,  ungefärbt

208

1,4

1,4

—

—

—

—

—

Desgleichen,  gefärbt

36

0,3

0,3

—

—

—

—

—

Samte  und  Plüsche

27

1,6

2,8

0,2

—

—

—

—

Teppiche  aller  Art

624

4,1

3,2

2,7

645

2,7

3,6

2,5

Filze  aller  Art,  auch  bedruckt

62

0,3

0,2

0,3

75

0,1

0,1

0,2

Tücher,  Schärpen,  Servietten,  Decken

10

0,1

0,2

0,2

—

—

—

—

Wirkwaren

314

4,4

3,0

1,2

—

—

—

—

77  739

212,0

199,1

66,9

34  453

32,5

19,6

17,6

194  Rußland.  Wollindustrie.
        <pb n="214" />
        Produktionswert.

.195

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Rußlands
im  Jahre  1913.
Eingeführt  wurden  55  196  t;  davon  sind  gewaschene  Wolle  38673  t,  rohe  Wolle  ....
Ausgeführt  „  13388  t;  „  „  „  —  t,  „  *  .  .  .  .
38  673  t,
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  160000t 1 ),  abziigl.  d.  ausgef.  Ziegenhaare  usw.  .
Ab  45  Proz.  Waschverlust

16  523  t
13  388  t

3  135  t
155  832  t

158  967  t
71  535t

87  432  t

Eingeführte  gewaschene  Wolle

.  .  6041t

Hinzu:  Verbrauch  an  Baumwolle  ....

Verbrauch  an  Kunstwolle  ....

Wert

pro  Tonne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

in  Mark

5  400

4  200

1306

1  255  t

4540

89  472  t

176904  t
3  538  t

173  366  t

Ausfuhrwert  der  Fertigw.  5,7  Mill.  Mk.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
172  1111  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  7000  Mk.  angenommen,
1  204,8  Millionen  Mark.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  204,8  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  38,5  „  „

1  243,3  Mill.  Mk.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1  204,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  —  »  *
Ausgeführte  Fertigwaren  „  5,7  „
1  210,5  Mill.  Mk.
!)  Über  die  Höhe  der  Wollproduktion  in  Rußland  j^^J^bis  190000  Tonnen.
Die  in  den  Büchern  vorhandenen  Angaben  sehwan  en  vor j jan( j elie  statistische  Angabe  über
Einen  annähernden  Anhaltspunkt  gewinnt  man  durc  &amp;gt;  74066167.  Es  erscheint
die  Zahl  der  Schafe.  Diese  betrug,  inklusive  der  Ziegen,  1J  nehmen .
danach  richtiger,  die  niedrigere  Zahl  mit  160000  Tonnen

1.3
        <pb n="215" />
        196

Rußland.  Wollindustrie.

Entwickelung  der  Wollindustrie  Rußlands  in  den  Jahren  1900  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1910

1913

1900

1910

1913

Rohstoffe

27,2

H9,4

133,4

14,0

13,6

26,8

Halbfabrikate

24,0

47,8

40,1

—

—

—

Fertigwaren

15,7

31,9

38,5

3,6

6,0

5,7

66,9

199,1

212,0

17,6

19,6

32,5

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Rußlands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  5,9  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  1,1  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  15,0  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  18,3  „

Nächst  Deutschland  hat  Rußland  den  größten  Inlandsverbrauch  an  Wollwaren ­
  in  Europa.
In  der  Produktion  an  Wollwaren  steht  Rußland  in  Europa  an  vierter  Stelle.
Sie  ist  fast  so  groß  wie  die  Produktion  Frankreichs.
Die  niedrige  Ausfuhr  erklärt  sich  aus  dem  Umstande,  daß  die  Wollindustrie ­
  in  erster  Linie  den  starken  Inlandsbedarf  zu  decken  hat.
Die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1900  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  217  Proz.,  in  der  Ausfuhr  84  Proz.
Der  Steigerung  der  Einfuhr  nach  hat  besonders  der  Inlandsbedarf  an  Wollbzw.
  Halbwolhvaren  in  der  beschriebenen  Periode  stark  zugenommen.

Lose  Wolle,  ungewaschen  und  gewaschen,  auch  Kämmlinge  und  Abfälle.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .  .

52,0  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .  .

4,5  Mill.  Mk.

Niederlande  .

.  1,7  Mill.  Mk.

Frankreich  .  .

36,8  „

„

Afghanistan  .  .

2,0  „

Dänemark  .  .

•  1,6  „  „

China  .  .  ;  .

14,0  „

Österr.-Ungarn  .

2,0  „  „

Persien  .  .  .

•  1,3  n

Großbritannien

12,0  „

„

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  .  4,9  Mill.  Mk.  Frankreich  ...  2,7  Mill.  Mk.  Österr.-Ungarn  .  1,6  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  4,3  „  „  Verein.  Staaten  .  2,7  „  „
        <pb n="216" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

197

Kamelhaare,  Ziegenhaare  usw.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  ...  2,6  Mill.  Mk.  Deutschland  ....  1,2  Mill.  Mk.
Kammzug,  roh.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  2,7  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  .  1,2  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,8  Mill.  Mb.
Rohe  Garne.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .
Großbritannien

13,4  Mill.  Mk.
11,3  „

Österreich-Ungarn  .  1,3  Mill.  Mk.
Frankreich  ....  0,6  „  ,,

Gefärbte  Garne.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  4,4  Mill.  Mk.  j  Großbritannien  .  2,6  Mül.  Mk.  |  Österr.-Ungarn  .  0,3  Mill.  Mk.
Wollen-  und  Halbwollengewebe.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .
Großbritannien

21,0  Mill.  Mk.
S,o  „

Österreich-Ungarn  .  0,9  Mill.  Mk.
Frankreich  .  ...  0,5  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
^ina  0,9Mill.  Mk.  |  Persien  ....  0,9  Mill.  Mk.  |  Finnland.  .  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Teppiche  aller  Art.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Persien  .  .
Deutschland

1,5  Mill.  Mk.
1,2  „

China  ....
Afghanistan  .

0,8  Mill.  Mk.
0,5  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei  1,1  Mill.  Mk.  |  Frankreich  ....  1,1  Mill.  Mk.

Wirkwaren.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  ....  3,9  Mill.  Mk.  |  Persien  0,2  Mill.  Mk.
        <pb n="217" />
        Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Seidenkokons

.  R

933

7,5

4,2

0,6

1444

8,4

10,9

2,1

Seiden-  und  Garnabfälle

567

0,6

0,4

1

622

0,9

1,8

0,5

Rohseide,  Grege

1503

52,7

53,5

28,2

8

0,2

0,1

0,1

Florettseide,  gekämmt

.  .  H

67  2

6,6

4,8

J

—

—

—

—

Seide,  gezwirnt;  ungefärbt  und  gefärbt

•  V)

47

1,2

o,9

1

—

—

—

—

Florettgarne,  ungefärbt  und  gefärbt

45

1,3

o,9

1

1,2

11

0,2

—

0,2

Samte,  Plüsche

.  F

3

0,2

0,4

]

\

8,2

Andere  Seidengewebe

•  *

126

12,0

14,9

1

9

0,3

0,4

0,3

Halbseidengewebe

55

2,2

2,2

1,0

)

Wollgewebe  mit  Seide

6l

1,6

1,1

0,1

—

—

—

—

Foulards,  bedruckt  usw.  .

1

0,1

0,1

0,1

—

—

—

—

Servietten,  Tischtücher

11

0,7

0,5

—

—

—

—

—

Spitzen,  auch  solche  mit  Baumwolle

20

2,8

1,3

0,9

—

—

—

—

Stickereien  und  bestickte  Tülle

11

1,8

1,0

0,6

—

—

—

—

Wollgarne  oder  Filze  mit  Seide  oder  unechtem  Gold  .

•  »

2

0,02

—

—

—

—

—

—

Kunstseide,  ungefärbt  und  gefärbt

193

4,5

0,6

—

—

~

—

—

424O

95,8

85,8

40,9

2094

10,0

13,2

3,2

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Rußland.  Seidenindustrie.
        <pb n="218" />
        Produktionswert.

199

Ungefährer

Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Rußlands
im  Jahre  1913.
9  194  t 1 )

Im  Inlande  gewonnene  Kokons
Ab  Mehrausfuhr  an  getrockneten  Kokons  521  t  =  feuchte  1563  t
7631t  =  Grege  6101
Daneben  gewonnenes  Florettmaterial
50  Proz.  von  Grege  305  t
Ab  Mehrausfuhr  an  Florettmaterial  .  .  55  t
2501  mit  52  Proz.  auf  Garn  berechn.  1301
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Grege  1  495  t
Florettseide,  gekämmt,  672  t  mit  93  Proz.  Ausbeute  625  t
Seiden-  und  Florettseidengarn  811

Baumwolle,  im  gleichen  Verhältnis  wie  für  Deutsch-Hin

  z  u:  Verbrauch  an
land  berechnet
Verbrauch  an  Kunstseide,  schätzungsweise  .  .  .
3o  Proz.  Beschwerung  der  verbrauchten  Rohseide  (2023  t)

920  t
30  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Seiden-  und  Halbseidengewebe  .  .  .
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  0,3  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
4489  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  30000  Ji&amp;gt;  angenommen,  134,7  Mill.  Mark.

740  t

2  2011
2  9411
950t
607  t
4  498  t
9t
.  4489t

Produktion  der  Seiden-  und
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  134.7  Mill.  Mk,
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  0,2  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  0,3  „

Halbseidenindustrie  Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeit
Eingeführte  Fertigwaren

waren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  134,7  Mill.  Mk.
21,4  „
156,1  Mill.  Mk.

135,2  Mill.  Mk. 2

de  statistique  agricole  Rome  1913/Hl

 )  Nach  dem  Annuaire  internationale  de  statistique  ajuwn  —  --ä
 )  Der  Produktionswert  des  Spinnens  der  Rohseide  ist  in  dieser  Summe  nicht  einbegriffen,
weil  dieser  dem  Wert  der  Rohstoffe  bereits  zugezählt  wurde.
        <pb n="219" />
        200

Rußland.  Seidenindustrie.

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Rußlands  in  den  Jahren  1900  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1910

1913

1900

1910

1913

Rohstoffe

28,8

57,1

60,8

2,7

12,8

9,5

Halbfabrikate

1,2

6,6

9,1

0,2

—

0,2

F  ertig  waren

10,9

21,5

21,4

0,3

0,4

0,3

Kunstseide

—

0,6

4,5

—

—

—

40,9

85,8

95,8

3,2

13,2

10,0

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  Rußlands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  6,1  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  o,6

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  6,8  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  10,8  „
Die  Produktion  der  Seidenindustrie  ist  nicht  groß,  immerhin  nimmt  Rußland
unter  den  europäischen  Staaten  in  dieser  Richtung  den  fünften  Rang  ein;  nur  die
Seidenindustrien  Frankreichs,  Deutschlands,  Italiens  und  der  Schweiz  sind  überlegen.
Die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1900  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
134  Proz.  210  Proz.,
so  daß  bei  verhältnismäßig  niedrigen  Beträgen  eine  ziemlich  gute  Entwickelung ­
  wahrzunehmen  ist.
Kokons.
Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  war:
Persien  .  7,5  Mill.  Mark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Österreich-Ungarn  3,1  Mill.  Mark  |  Frankreich  2,1  Mill.  Mark
Italien  2,7  „  „  |  Türkei  0,5  „
Die  Einfuhr  der  folgenden  Artikel  kam  im  Jahre  1913  hauptsächlich ­
  aus  nachstehenden  Ländern:

Rohseide  (Grege).
Deutschland  .  .  28,9  Mill.  Mark  Schweiz
Italien  12,9  „  „  Frankreich
Florettseide,  gekämmt.
Italien  5,0  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  0,8  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .
Seide,  gezwirnt,  gefärbt  oder  ungefärbt.
Deutschland  1,0  Mill.  Mark.

Deutschland
Deutschland
Persien  .  .

Florettgarn,  gefärbt  oder  ungefärbt.
.  1,2  Mill.  Mark  |  Großbritannien  .  .
Seiden-  und  Halbseidengewebe.
.  10,8  Mill.  Mark  Frankreich  ....
.  1,9  „  „  Österreich-Ungarn
Spitzen  und  Stickereien.
.  3,4  Mill.  Mark  |  Frankreich  ....

5.6  Mill.  Mark
3.7  „

.  0,5  Mill.  Mk.

0,2  Mill.  Mark
1,7  Mill.  Mark
0,3  „

Deutschland

0,7  Mill.  Mark
        <pb n="220" />
        Leinen-  und  Juteindustrie.

201

Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.
Einfuhr.

Artikel

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mar

k

.  .  R

—

—

—

—

Flachs,  gehechelt,  Werg

530

o,4

0,2

o,4

.  .  H

—

Gewebe,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt  .  .

.  .  F

234

1,5

1,7

1,8

16

o,4

0,3

0,03

Segeltuch  und  Wagendecken

164

0,7

0,6

0,2

1  944

3,o

I  2,8

1  2,4

Ausfuhr.

Artikel

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mark

.  .  R

272  422

187,5

145,0

94,7

Flachs,  gehechelt,  Werg

32  570

15,9

14,6

11,3

Leinengarne

.  .  H

173

0,3

1,2

0,4

Gewebe,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt  .  .

.  .  F

1  250

1,9

1,9

i,5

—

—

—

'

Segeltuch  und  Wagendecken  ......

—

—

—

0,07

|  306,415

205,6

162,7

io7,9

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.
Einfuhr.

Artikel

1913

1913

1910

1900

Tonnen

Millionen  Mar

k

Rohjute  .

.  .  .  .  R

44  759

23,9

15,1

7,5

Jutegarne  .  .

.  .  .  .  H

359

1,0

0,5

0,2

Jutegewebe,  Matratzen  usw

.  .  .  .  F

314

1,1

1,1

0,5

Tischtücher  usw

24

0,2

0,1

0,1

Säcke  .

200

0,3

0,6

0,4

45  656

I  26,5

17,4

8,7

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Ausfuhr.
Keine.
        <pb n="221" />
        202

Rußland.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Rußlands
im  Jahre  1913.
Die  Produktion  der  Leinenindustrie  Rußlands  läßt  sich  an  Hand  der  im
Inlande  gewonnenen  Flachsfaser  nicht  berechnen,  weil  bei  den  vorliegenden
Angaben  über  die  Ernte  an  Flachsfaser  irgend  ein  Versehen  vorliegt.
Die  amtlichen  Unterlagen  über  die  Erntemengen  sind  die  nachstehenden;
Nach  den  Mitteilungen  des  Internationalen  Agrikultur  -  Instituts  Rom  1913/14
wurden  im  europäischen  und  asiatischen  Rußland  (ohne  Finnland)  an  Flachsfaser ­
  gewonnen:
Im  Jahre  ....  1911  1912  1913
Tonnen  509  405  760238  851147
Da  in  der  Statistik  allgemein  mit  Flachsfaser,  d.  i.  mit  gebrochenem,
geschwungenem  Flachs  gerechnet  wird,  wurde  bisher  angenommen,  daß  sich  die
obigen  Zahlen  darauf  beziehen,  und  die  bisher  veröffentlichten  statistischen  Daten
beruhen  ebenfalls  auf  dieser  Annahme.  Diese  kann  jedoch  nicht  richtig  sein,
weil  die  Ausfuhrzahlen,  die  sich  fraglos  auf  geschwungenen  Flachs  beziehen
und  die  nicht  beanstandet  werden  können,  dagegen  sprechen.
Die  Ausfuhr  an  geschwungenem  Flachs,  und  zwar  mit  Werg  zusammen,
betrug  nach  der  amtlichen  Statistik:
Im  Jahre  ....  1911  1912  1913
Tonnen  225  700  356309  304  992.
Es  ist  nun  als  ausgeschlossen  zu  bezeichnen,  daß  die  sich  ergebenden  Restmengen ­
  Flachsfaser  in  dieser  Flöhe  in  Rußland  verarbeitet  wurden;  es  muß
daher  angenommen  werden,  daß  die  oben  veröffentlichten  Erntezahlen  sich
nicht  auf  Flachsfaser,  also  geschwungenen  Flachs,  sondern  auf  gebrochenen
Flachs  beziehen.
100  kg  gebrochener  Flachs  ergeben  ungefähr  60  kg  geschwungenen  Flachs,
und  die  so  erhaltenen  Zahlen  würden  dann  dem  tatsächlichen  Verhältnis  näher
kommen.
Für  die  Produktionsberechnung  erscheint  es  deshalb  richtiger,  die  auf
S.  189  angegebenen  Mengen  erzeugter  Garne  als  Unterlage  zu  nehmen.

An  Leinengarnen  wurden  in  Rußland  im  Jahre  1913/14  hergestellt  ....  55  691  t
Davon  wieder  ausgeführt  1731
Es  verblieben  als  im  Inlande  verarbeitet  55  518t

Diese  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  4500  J(,  angenommen,  249,9  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  249,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  2,6  „  „
252,5  Mill.  Mk.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  249,9  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  0,3  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  1,9  „  „

252,1  Mill.  Mk.
        <pb n="222" />
        Produktionswert  und  Entwickelung.

203

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  Rußlands  im  Jahre  1913.
Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Rohjute  44  759  t
Garne  359  t  45  118  t
Ausfuhr  an  Fertigwaren  —
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  45  118  t
45  118  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  900  Jh  angenommen,  40,6  Mill.  Alk.

Produktion  der  Juteindustrie
im  Jahre  1913.
Rur  das  Inland  verarbeitet  für  40,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  40,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  1,6  „  „
42,2  Mill.  Mk.

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Rußlands  in  den  Jahren  1900  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1910

1913

1900

1910

1913

Rohstoffe.  .  .

0,4

0,2

0,4

106,0

159,6

203,4

Halbfabrikate

0,4

1,2

0,3

Fertigwaren

2,0

2,6

2,6

1.5

1,9

1,9

2.4

2,8

3,0

107,9

162,7

205,6

Der  Anteil  der  Leinenindustrie  Rußlands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Leinenindustrie  im  Jahre  °&amp;gt;5  Proz '
desgleichen  an  der  Ausfuhr  2 4&amp;gt;7  »
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  14,0  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre
,,

Die  Produktion  der  Leinenindustrie  Rußlands  ist  etwas  größer  als  die
Österreich-Üngarns;  die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  aus  Rußland ­
  ist  aber  viel  geringer,  da  die  Produktion  fast  ganz  vom  Inlande  verbraucht
wird.  Der  hohe  Anteil  an  der  Ausfuhr  kommt  nur  von  der  starken  Ausfuhr  an
Rohstoffen  —  Flachs  —,  mit  welchem  Rußland  fast  alle  Staaten  versorgt.
Die  Erhöhung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1900  bis  1913  bet  lägt
in  der  Einfuhr  ia  d er  Ausfuhr
25  Proz.  9°  Proz '
Die  Steigerung  in  der  Ausfuhr  ist  nur  auf  die  vermehrte  Ausfuhr  von  Flachs
zurückzuführen.
        <pb n="223" />
        204

Rußland.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Nach  Berichten  des  russischen  Verbandes  der  Leinenindustriellen  haben  im
Jahre  1913  fast  alle  Fabriken  mit  vollem  Betriebe  gearbeitet.  Die  gesamte  Herstellung ­
  von  Garn  ist  auf  51  341  Tonnen  gestiegen.  Davon  entfällt  der  dritte  Teil
auf  Leinen-,  der  Rest  auf  Werggarne.  Eine  bedeutende  Entwickelung  zeigt  die
mechanische  Herstellung  der  leinenen  Netze.  Die  Zahl  der  Strickmaschinen
betrug  77  mit  einer  Gesamtproduktion  von  550  Tonnen.

Die  hauptsächlichsten
im  Jahre  1913  waren:
Belgien  .  .  .  58,9  Mill.  Mk.
Großbritannien  53,9  „  „
Deutschland  .  46,6  „  „

Länder  für  die  Ausfuhr

Frankreich  .  .  27,1  Mill.  Mk.
Osterr.-Ungarn  13,6  „  „
Finnland  ...  1,8  „  „

an  Flachs  und  Flachswerg
|  Schweden  .  .  .  0,6  Mill.  Mk.
!  Niederlande  .  .  0,3  „  „

Entwickelung  der  Juteindustrie  Rußlands  in  den  Jahren  1900  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1900

1910

1913

1900

1910

1913

Rohstoffe

7,5

15,1

23,9

_

_

_

Halbfabrikate

0,2

0,5

1,0

—

—

Fertigwaren

1,0

1,8

1,6

—

—

—

8,7

17,4

26,5

—

—

—

Der  Anteil  der  Juteindustrie  Rußlands  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Juteindustrie  im  Jahre  1913  4,7  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  —  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  .  6,1  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  7,4  „
Die  Produktion  an  Jutewaren  ist  nicht  bedeutend  und  auch  die  Einfuhr ­
  an  Fertigwaren  ist  gering;  dagegen  zeigt  die  Erhöhung  der  Einfuhr
an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  seit  1900  einen  Mehrverbrauch  von
220  Proz.,  was  eine  ziemlich  starke  Entwickelung  der  Juteindustrie  Rußlands
beweist.
Die  Einfuhr  der  Rohjute  erfolgt  zum  größten  Teil  aus  Ostindien,  die  der
Garne  aus  Finnland,  Deutschland  und  Großbritannien.
        <pb n="224" />
        Konfektionsindustrie.

205

Rußlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1910

1900

1913

1910

1900

Millionen  Mark

Millionen  Mark

Herrenkleider  aus  Baumwolle  oder

Leinen

0,2

0,8

0,1

Desgleichen,  aus  Wolle  ....

0,9

o,4

0,2

Frauen-  und  Kinderkleider  aus

Geweben  aller  Art,  außer  Seide

und  Halbseide

0,5

0,2

0,2

2,9

1,4

2,2

Desgleichen,  aus  Samt,  Seide  oder

Halbseide

2,0

1,4

0,6

Desgleichen,  mit  Besatz  aus  Bändern,

  Pelzwerk  usw

2,1

1,4

0,4

Damenhüte  mit  Aufputz  usw.  .

0,2

0,2

0,1

—

—

—

Filzwaren  u.  Gegenstände  durch

Ausschneiden  aus  Filz  her-Unter

  Wollgestellt



1,3

1,4

inbegriffen

—

—

—

Wäsche  aller  Art  aus  Baumwolle

oder  Leinen

0,2

0,3

0,2

1

Wäsche  mit  Spitzenbesatz  oder

V  In  obigen  Zahlen  inbegriffen

Stickerei

0,2

0,2

0,2

)

Hüte  aus  Haar-  oder  Wollfilz  .

2,1

1,8

0,7

—

—

—

Hutstumpen,  gewalkt,  aus  Haar

oder  Wolle

0,1

—

—

—

—

—

Mützen  ohne  Pelzwerk  ....

0,1

0,1

0,02

0,9

0,3

0,3

Fez  .

0,04

0,0s

0,02

—

—

—

Losamentierwaren

6,5

7,1

1,4

—

—

—

16,4

1
15,3

4,1

3,8

1,7

2,5

NB.  Die  hauptsächlichsten  Herkunfts-  und  Absatzländer  für  Konfektionswaren
  sind  aus  der  folgenden  Tabelle  „Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr
Rußlands“  zu  ersehen.
        <pb n="225" />
        206

Rußland.  Ein-  und  Ausfuhr.

an  Textilwaren  nach  Ländern  geordnet.

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Rußlands  an  Rohstoffen  und

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.

Sämtliche  Werte  in  \  Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren  j
insgesamt

Einfuhr  nach  Rußland  von

Ausfuhr  aus  Rußland  nach

Belgien

—

4,6

0,02

0,01

—

—

4,63

—

0,5

—

58,9

—

—

59,4

Belgien

Dänemark

0.3

1,6

—

0,04

—

—

1,94

—

0,3

—

0,2

-*

—

0,5

Dänemark

Deutschland

110,8

103,0

50,7

1,6

2,7

13,2

282,0

0,1

7,5

0,3

46,6

—

0,2

54,7

Deutschland

Finnland

2,5

o,3

—

0,5

1,1

0,1

4,5

3,5

2,6

—

2,3

—

0,6

9,0

Finnland

Frankreich

2,4

40,2

7,2

0,04

0,04

0,8

50,6

—

3,0

2,9

27,1

—

0,05

33,05

Frankreich

Griechenland

o,3

—

—

—

—

—

o,3

—

—

—

—

—

—

—

Griechenland

Großbritannien

32,0

33,3

1,8

0,5

1,2

0,2

69,0

0,01

8,0

0,03

54,1

—

—

62,14

Großbritannien

Italien

—

0,07

18,0

—

0,07

0,06

18,2

—

0,2

-  2,7

0,02

—

—

2,92

Italien

Niederlande

o,9

1,8

0,01

—

0,01

—  '

2,72

—

0,2

—

0,3

—

—

0,5

Niederlande

Norwegen

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,02

—

—

0,02

N  orwegen

Österreich-Ungarn

2,8

4,6

1,0

0,2

0,5

0,9

10,0

—

1,8

3,1

13,6

—

0,2

18,7

Österreich-Ungarn

Portugal  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,07

—

—

0,07

Portugal

Rumänien

—

—

—

—

—

—

—

0,01

0,01

—

—

—

0,05

0,07

Rumänien

Schweden

0,1

0,08

—

—

—

—

0,18

—

0,3

—

0,6

—

—

0,9

Schweden

Schweiz

0,5

0,6

6,1

—

—

0,1

7,3

--—



—

—

_

—

—

Schweiz

Serbien

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Serbien

Spanien

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Spanien

Türkei

17,7

0,04

0,07

—

0,04

0,02

17,87

2,1

1,1

o,5

0,04

—

0,05

3,79

Türkei

Ägypten

12,3

—

—

—

0,03

—

12,33

—

—

0,1

—

—

—

0,1

Ägypten

Afghanistan

2,3

2,5

—

—

—

0,1

4,9

u  ,2

0,08

0,1

—

—

0,02

11,40

Afghanistan

China  und  Mongolei

6,0

15,0

0,9

—

0,03

0,8

22,73

28,2

1,0

0,02

0,3

—

2,5

32,02

China  und  Mongolei

Japan

0,3

—

0,1

—

—

—

0,4

—

—

—

—

—

—

Japan

Ostindien

0,6

—

—

—

20,2

—

20,8

—

—

0,02

—

—

0,02

Ostindien

Persien

24,2

3,1

9,8

—

—

0,1

37,2

i

52,4

1,1

0,2

1,0

—

0,06

54,76

Persien

Vereinigte  Staaten  von  Amerika

102,3

0,1

—

■  —

0,5

—

102,9

—

4,2

—

0,2

—

—

4,4

Vereinigte  Staaten  von  Amerika

Anderen  Ländern

2,4

1,11

0,1

0,11

0,1

0,1

3,92^J.

0,2

0,61

0,03

0,25

—

0,1

1,19

Anderen  Ländern

1

320,7

212,0

95,8

3,0

26,5

16,4

674,4

97,7

32,5

10,0

205,6

—

3,8

349,6
        <pb n="226" />
        208

Österreich  -  Ungarn.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Österreich-Ungarns.
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

*

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

14L3

353,5

-4-150

26,5

174,1

~t~  557

Wolle  und  Halbwolle  .  .  .

112,2

198,2

+  76

75,0

92,3

+  23

Seide  und  Halbseide  ....

56,0

99,7

+  78

29,8

41,1

+  38

Leinen

18,6

42,1

4-  126

20,4

46,6

+  128

Jute

11,0

37,4

+  240

0,5

U,3

+2160

Konfektionswaren

11,5

21,3

+  85

22,5

75,0

+  233

350,6

752,2

+  114

174,7

440,4

+  152

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

im  Spezialhandel  beträgt  .

1  038,2

2  885,2

1311,3

2  348,6

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt

demnach

33,8  Proz.

26  Proz.

13,3  Proz.

18,7  Proz.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt
an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  .  .  6,3  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3,8  „
Der  Anteil  an  der  Einfuhr  Europas  mit  6,3  Proz.  entspricht  den  Verhältnissen, ­
  dagegen  erscheint  der  Ausfuhranteil  mit  3,8  Proz.  sehr  niedrig,  wenn
berücksichtigt  wird,  daß  der  Ausfuhranteil  Italiens  6,3  Proz.  und  der  der  Schweiz
4,1  Proz.  beträgt.
Zum  Teil  dürfte  dies  dadurch  zu  erklären  sein,  daß  die  Textilindustrie
Österreich  -  Ungarns  sich  erst  in  den  letzten  Jahren  zur  Ausfuhrindustrie  entwickelt ­
  hat;  dementsprechend  beträgt  auch  die  Steigerung  der  Ausfuhr  von
1890  bis  1913  152  Proz.
Am  stärksten  hat  sich  die  Ausfuhr  der  Baumwollindustrie  und  die
der  Konfektionsindustrie  entwickelt.  Die  Ausfuhr  in  Wolle  und  Seide
zeigt  nur  eine  sehr  mäßige  Erhöhung,  während  die  Leinen-  und  Juteindustrie
sich  zwar  günstig  entwickelten,  aber  nur  einen  geringen  Einfluß  auf  das  Gesamtergebnis ­
  ausüben  konnten.
Aus  der  später  folgenden  Besprechung  der  einzelnen  Gruppen  ist  die  Entwickelung ­
  der  verschiedenen  Industrien  genauer  zu  übersehen.
        <pb n="227" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

209

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Österreich-Ungarns.
Dieser  betrug

an  der  Einfuhr

an  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

33,8  Proz.

26  Proz.

13,3  Proz.

18,7  Proz.

Während  der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  in  der
Einfuhr  zurückgegangen  ist,  ist  er  in  der  Ausfuhr  gestiegen,  so  daß  die
Textilindustrie  in  Österreich-Ungarn  für  den  Außenhandel  an  Bedeutung  wesentlich ­
  gewonnen  hat.
Allerdings  kann  dies  gleichzeitig  auch  als  Beweis  dafür  gelten,  daß  die
übrigen  Industrien  in  Österreich-Ungarn  nicht  die  Ausdehnung  erlangten  wie
m  vielen  anderen  Staaten.
Wie  auf  Seite  41  ersichtlich,  liegt  bei  Deutschland  das  interessante  Ergebnis ­
  vor,  daß  die  Textilindustrie,  trotz  ihrer  starken  Entwickelung,  im  Anteil
an  der  Ausfuhr  zurückging,  weil  die  anderen  Industrien  an  Ausdehnung  bzw.
an  der  Ausfuhr  stärker  als  die  Textilindustrie  Zunahmen.  In  England  und  auch
111  Italien  war  das  gleiche,  wenn  auch  in  vermindertem  Maße,  der  Fall.  In
Frankreich  machte  sich  ein  gewisser  Gleichgewichtszustand  geltend,  indem  dort
die  Anteile  der  Textilindustrie  an  der  Ein-  und  Ausfuhr  1913  denen  von  1890
annähernd  gleich  waren.  In  Österreich-Ungarn  finden  wir  nun,  daß  der
Ausfuhranteil  stark  hinaufging,  von  13,3  Proz.  auf  18,7  Proz.,  und  zwar  nicht
etwa,  weil  eine  überaus  starke  Ausfuhr  erreicht  wurde,  sondern  mehr  nur,  weil
die  Textilindustrie  im  Verhältnis  zu  den  anderen  Industrien  ihre  Ausfuhr  stärker
erhöhen  konnte.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Plalbfabrikate


Fertigwaren ­


j,  Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle  .

283,6

44,1

25,8

12,3

51,8

110,0

Wolle  und  Halbwolle  .  .

73,9

88,4

35,9

21,2

16,2

54,9

Seide  und  Halbseide.  .  .

23,7

22,6

45,5

17,8

4,0

16,1

Kunstseide  .  .

7,9

_

—

3,2

Leinen

35,4

4,1

2,6

5,6

21,0

20,0

Jute  .  .

33,6

3.0

0,8

0,4

0,3

10,6

Konfektion  und  Posamente

21,3

-

—

75,0

450,2

162,2

139,8

II  57,3

93,3

289,8

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug:  39 2 ,9  Mill.  Mark
,,  „  „  Halbfabrikaten,  „  „  „  68,9  „
„  Ausfuhr  „  Fertigwaren,  „  „  eingeführten,  „  150,o  „  ,
Kertesz,  fextilindustrie  sämtlicher  Staaten.

14
        <pb n="228" />
        210

Österreich-Ungarn.  Rohstoffe.  Halbfabrikate.

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  27000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  48,6  Mill.  Mark
„  33  2001  geschwungener  Flachs  im  ungefähren  Werte  „  26,6  „  „
„  3  4821  frische  Kokons  im  ungefähren  Werte  an  Seide  „  9,4  „  „
84,6  Mill.  Mark.

Die  Wollgewinnung!)  verteilt  sich:
auf  Österreich  mit  ungefähr  5  OOO  t
„  Ungarn  „  „  17  0001
„  Bosnien  und  Herzegowina  mit  ungefähr  5  0001

Von  1895  bis  1911  war  ein  stetiger  Rückgang  der  Schafzucht  wahrzunehmen; ­
  erst  in  den  letzten  Jahren  ist  wieder  eine  geringe  Zunahme,  vermutlich ­
  infolge  der  besseren  Wollpreise,  zu  konstatieren.
Die  Gewinnung  der  Flachsfaser 1 )  im  Jahre  1912/13  verteilt  sich  im
wesentlichen:
auf  Österreich  mit  23  375  t
„  Ungarn  „  9  6401
Kokons 1  2 )  wurden  im  Jahre  1912  gewonnen:
in  Österreich  2  1851
„  Ungarn  1.  2981

Halbfabrikate.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  verhältnismäßig  recht  bedeutend,  und
zwar  sind  folgende  Positionen  die  wichtigsten:
Baumwolle.  Eingeführt  wurden  1913  rohe  gezwirnte  Garne  bis  Nr.  50
und  feinere  im  Werte  von  11,2  Mill.  Mark.  Diesen  steht  die  beträchtliche
Ausfuhr  an  einfachen  rohen  Garnen  im  Werte  von  33,7  Mill.  Mark  gegenüber.
Rohe  Gewebe  wurden  eingeführt  für  18,9  Mill.  Mark,  doch  handelt  es  sich  bei
diesen  hauptsächlich  um  feine  Gewebe  für  Stickerei  zwecke,  die  durch  den  Veredelungsverkehr ­
  aus  der  Schweiz  eingeführt  werden.  Ausgeführt  wurden  dagegen ­
  billige  rohe  Gewebe  für  10,1  Mill.  Mark.
Wolle.  Die  stärkste  Position  ist  Kammzug,  als  Ausgangsprodukt  der
Kammgarnspinnereien,  dessen  Einfuhr  48,1  Mill.  Mark  betrug.  An  rohen  Kammgarnen ­
  wurden  für  18,3  Mill.  Mark,  an  gebleichten,  gefärbten  und  bedruckten
für  7,6  Mill.  Mark  eingeführt,  dagegen  haben  die  Spinnereien  rohe  Kammgarne
im  Werte  von  11,9  Mill.  Mark  ausgeführt.
Die  nächstwichtigen  Einfuhrartikel  sind  Mohair-,  Alpaka-  und  Genappesgarne,
  von  denen  aus  England  für  9  Mill.  Mark  eingeführt  wurden.

1 )  Nach  dem  Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rome  1913/14.
2 )  Nach  dem  Österreichischen  statistischen  Handbuch  1914  und  dem  Ungarischen  statistischen
Jahrbuch  1914.
        <pb n="229" />
        Produktion.

211

Seide.  Kokons  wurden  im  Werte  von  6,3  Mill.  Mk.  ausgeführt,  während
von  Rohseide  für  21,7  Mill.  Mk.  eingeführt  und  für  10,4  Mill.  Mk.  ausgeführt
wurde.  Auch  bei  gefärbter  Seide  ist  die  Einfuhr  von  9,6  Mill.  Mk.  eine  sehr
hohe.  Das  gleiche  ist  der  Fall  bei  Florettseide,  deren  Einfuhr  11,0  Mill.  Mk.
und  Ausfuhr  3,6  Mill.  Mk.  beträgt.
Leinen.  Sehr  günstig  hat  sich  die  Ausfuhr  von  Leinengarnen  entwickelt,
im  Jahre  1913  betrug  die  Ausfuhr  21,0  Mill.  Mk.  und  die  Einfuhr  nur  4,1  Mill.  Mk.
Jute.  Die  Einfuhr  an  Jutegarnen  betrug  3,0  Mill.  Mk.
Fertigwaren.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  derselben  eine
sehr  erhebliche,  besonders  bezieht  sich  dies  auf  die  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
So  ist  beispielsweise  die  Einfuhr  an  diesen  höher  als  in  Deutschland,  Frankreich ­
  oder  Rußland.
Die  genaueren  Einzelheiten  über  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Fertigwaren
smd  aus  den  später  folgenden  Abschnitten  über  die  Entwickelung  der  verschiedenen ­
  Industriezweige  Österreich-Ungarns  zu  ersehen.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Österreich-Ungarns  im  Jahre  1913.
Aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionsakte ­
  der  österreich-ungarischen  Textilindustrie.

1

Mill.  Mark

Anteil  Österr.-Ungarns
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

889,4

7,2

W°li-  und  Halbwollindustrie

566,1

7,0

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

103,1

5,2

232,6

12,8

Juteindustrie

S8,l

8,8

10,5

7,8

^ er  Produktionswert  der  Konfektionsindustrie  kann,
ähnlich  wie  in  Deutschland,  entsprechend  dem
Ausfuhrwert  von  75,0  Mill.  Mark,  abzüglich  der
bereits  verrechneten  Textilmaterialien,  angenommen
■werden  mit.  .  .

112,0

8,9

1  971,8

1  7,5

ln  Österreich-Ungarn  sind  an  der  Te ^ llindUStll _ e u ^J e ^o 1 iindustrie,  dann
S6  beteiligt  j  foed  sind  die  besonc i e rs  in  den  letzten
folgen  die  Leinen-  und  Konfektionsinuus  11  ,  ■  ^  Tute-  und  Kunst-Jahren
  stark  entwickelt  haben,  und  schließlich  die  beiden  ,  J
Seidenindustrie.
        <pb n="230" />
        212

Österreich-Ungarn.  Textilindustrie.

Baumwollindustrie.  Die  Zahl  der  Spindeln  betrug  494.IOOO  im  Jahre
1913,  wovon  in  Österreich  4400000  und.in  Ungarn  500000  tätig  waren.
Die  Zahl  der  Webstühle  betrug  170000,  davon  in  Ungarn  annähernd
6000  bis  7000.
Die  Zahl  der  Druckmaschinen  wird  auf  250  geschätzt,  wovon  auf  Ungarn
etwa  45  entfallen.
Der  Anteil  Ungarns  an  der  Spinnerei  und  Weberei  ist  verhältnismäßig
gering,  weil  der  größte  Teil  des  Bedarfs  an  Halbfabrikaten,  wie  Baumwollgarne
und  rohe  Gewebe,  durch  Bezug  von  Österreich  gedeckt  wird.  Dagegen  ergibt
die  Verteilung  der  Druckmaschinen  ein  für  Ungarn  günstigeres  Verhältnis.
Die  Stickereiindustrie  hat  sich  besonders  in  Vorarlberg  ansässig  gemacht. ­
  Direktor  Wehn  er  in  Lustenau  gibt  folgende  statistische  Übersicht x )
über  den  Maschinenstand  dieser  Industrie:
In  Vorarlberg  sind  vorhanden:  582  Betriebe  mit  l  Maschine  —  582;
118  Betriebe  mit  2  Maschinen  =  236;  22  Betriebe  mit  3  Maschinen  =  66;  es
stehen  also  884  Schiffchenmaschinen  nocli  im  Kleinbetriebe.  Großbetriebe  mit
10  und  mehr  Maschinen  sind  31  vorhanden,  davon  in  Lustenau  13.  Nach  der
Herkunft  stammen:  916  Maschinen  (darunter  alle  Automat-  und  Punschmaschinen)
aus  der  Vogtländischen  Maschinenfabrik  A.-G.  in  Plauen;  699  Maschinen  (hauptsächlich ­
  10  Yards-Pantographen)  aus  der  Maschinenfabrik  von  Adolf  Sauer  in
Arbon;  nur  40  Maschinen  stammen  von  Hilscher,  Chemnitz,  und  1  Maschine
von  Kappel,  Chemnitz.
Unter  Zugrundelegung  der  Werte,  die  Dr.  Karrer  in  seiner  Statistik *  2 )
nach  Angabe  des  Handelskammerrates  Fritz  Bösch  in  Lustenau  annimmt,
ergeben  sich  folgende  in  der  Stickereiindustrie  festgelegten  Werte  (in  Francs):

Maschinengattung

Zahl

Anschaffungswert

Jetziger  Wert

pro  Stück

Summe

pro  Stück

Summe

Kettenstickmaschinen

3000

200

600000

100

300000

Handstickmaschinen

3200

2000

6400000

800

2  560000

Schiffli,  5  und  6  Yards

82

3000

246  000

500

41  000

„  6 3 / 4  und  7V2  Yards

394

5000

1  880000

1000

394  000

„  9  Yards

67

8000

536000

8000

536000

„  10  und  13V2  Yards

1084

9200

9  972  800

9200

9  97  2  800

Automaten

297

7000

2  079000

7000

2  079  000

Punschmaschinen

29

7000

203  000

7000

203  000

1

21  916  800

16  085  800

Unter  Annahme,  daß  im  Durchschnitt  bei  der  Handstickmaschine  1 1 /,,
bei  den  kürzeren  Schifflistickmaschinen  2,  bei  längeren  3  und  bei  der  Automat9 ­
  „Das  Handelmuseum“,  Wien  1913,  S.  33.
2 )  Statistik  der  Schiffchenmaschinen  in  der  Schweiz  und  in  Vorarlberg  für  1912  von
A.  Keller.  Verlag  E.  Löpfe-Benz,  Rorscbach.
        <pb n="231" />
        Produktion.

213

maschine  2 &amp;gt; / 3  Personen  zur  Bedienung  einer  Maschine  nötig  sind,  ergibt  sich
unter  Zurechnung  der  Kettenstich-  und  Handstickerinnen,  daß  im  eigentlichen
Stickereibetriebe  zwischen  12000  bis  13000  Menschen  beschäftigt  sind.  Im
weiteren  Sinne  sind  aber  auch  dazu  zu  rechnen  jene  Personen,  welche  mit  Nachsticken, ­
  Bleichen,  Ausschneiden,  Ausrüsten  usw.  beschäftigt  sind,  sowie  das
Kontorpersonal  der  Bahnkanten  und  Ferger;  diese  sind  mit  4000  eher  zu  niedrig
als  zu  hoch  angesetzt.  Daraus  ergibt  sich,  daß  in  Vorarlberg  17000  Personen
in  der  Stickereiindustrie  tätig  sind,  bei  einer  Bevölkerung  von  145000  Seelen
fast  12  Prozent.  Es  bestehen  in  Vorarlberg  40  Firmen  (davon  19  in  Lustenau),
die  sich  selbständig  mit  der  Fabrikation  von  Stickereien  beschäftigen,  Fergereien
sind  29  vorhanden  (davon  9  in  Lustenau).

Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Baumwollindustrie  aller  europäischen
Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland  Rußland
7,2  Proz.  5,7  Proz.  19,1  Proz.  J 4,9  Proz.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  ausgeführten  Baumwollwaren  im  Jahre
1( B3  beträgt  in
Österreich-Ungarn  Italien  *)  Deutschland  Rußland
6600  Mk.  3210  Mk.  6720  Mk.  5500  Mk.
Durch  die  beträchtliche  Ausfuhr  an  hochwertigen  Stickereien  ist  der  Tonnen-^ert
  fast  ebenso  hoch  wie  in  Deutschland.
Woll-  und  Halbwollindustrie.  Die  Woll-  und  Halbwollindustrie  ist  in
Österreich  stark  entwickelt,  wenn  sie  auch,  wie  aus  der  späteren  Besprechung
der  Entwickelung  dieser  Industrie  hervorgeht,  in  den  letzten  Jahren  nur  geringere
Fortschritte  machen  konnte.  In  Ungarn  dagegen  hat  sich  die  Wollindustrie
in  letzter  Zeit  stärker  entwickelt;  es  gibt  dort  außer  den  Militärtuchfabriken
a ^ch  einige  größere  Unternehmungen,  die  bereits  exportfähige  Waren  in
größeren  Mengen  herstellen.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Wollindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland  Rußland
7  Proz.  4,9  Proz.  21,2  Proz.  15  Proz.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  im  Jahre  1913  ausgeführten  Woll-  und
Halbwollwaren  beträgt  in
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland
8700  Mk.  8500  Mk.  7750  Mk.
Der  niedrigere  Tonnenwert  in  Deutschland  ist  lediglich  durch  die  hohe
Ausfuhr  an  Teppichen,  die  einen  geringeren  Tonnenwert  haben,  bedingt.
b  Siehe  auch  Bemerkung  betr.  den  Tonnenwert  bei  der  Besprechung  der  Produktion  Italiens,
        <pb n="232" />
        214

Österreich-Ungarn.  Textilindustrie.

Seiden-  und  Halbseidenindustrie.  Die  Seiden-  und  Halbseidenindustrie
ist  nur  in  Österreich  vertreten,  in  Ungarn  kommt  sie  bisher  kaum  in  Betracht.
Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Seidenindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  '  Deutschland  Rußland
5,2  Proz.  14,6  Proz.  22,6  Proz.  6,8  Proz.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  im  Jahre  1913  ausgeführten  Seiden-  und
Halbseidenwaren  beträgt  in
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland
31300  Mk.  46700  Mk.  27900  Mk.
Leinenindustrie.  Die  Spindelzahl  in  der  Leinenindustrie  &amp;gt;)  beträgt  in
Österreich  288  000,  in  Ungarn  12  000.
Die  Zahl  der  Webstühle  beträgt  in

Österreich  mechanische  25  000,  Handwebstühle  6000
Ungarn  „  3  000,  „  3000.

Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Leinenindustrie  der  gesamten  europäischen ­
  Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland  Rußland
12,8  Proz.  1,6  Proz.  18,2  Proz.  14  Proz.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  im  Jahre  1913  ausgeführten  Leinenwaren
beträgt  in
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland
7800  Mk.  15  000  Mk.  5380  Mk.
Der  hohe  Tonnenwert  in  Italien  rührt  daher,  daß  die  Ausfuhr  sich  vorwiegend ­
  auf  die  teuren  leinenen  Spitzen  erstreckt;  auch  in  Österreich  -  Ungarn
wird  durch  die  Ausfuhr  dieser  Artikel  der  Tonnenwert  erhöht.
Juteindustrie.  Die  Zahl  der  Spindeln  und  Webstühle  in  der  Juteindustrie
beträgt  :
Spindeln  Webstühle

In  Österreich  44  000  2  720
„  Ungarn  18  000  968

Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Juteindustrie  der  gesamten  europäischen
Staaten  betragen  von
Österreich  -  Ungarn  Italien  Deutschland  Rußland
8,8  Proz.  5,3  Proz.  21,4  Proz.  6,1  Proz.
Der  Durchschnittstonnenwert  der  ausgeführten  Jutewaren  ist  in  allen  Ländern
annäherndJder  gleiche.

ri  Die  Leinen-,  Hanf-  und  Juteindustrie  Österreich-Ungarns  von  Dr.  Herman  Leiter.
Verlag  Ed.  Hölzel,  Wien  1916.
        <pb n="233" />
        Produktion.  Inlandsverbrauch.

215

Konfektions-  und  Posamentenindustrie.  Die  Anteile  an  der  Produktion
der  gesamten  europäischen  Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland
8,9  Proz.  4,9  Proz.  23,2  Proz.
Kunstseidenindustrie.  Die  Anteile  an  der  Produktion  der  Kunstseidenindustrie ­
  der  europäischen  Staaten  betragen  von
Österreich-Ungarn  Italien  Deutschland  Rußland
7,8  Proz.  6,7  Proz.  28,1  Proz.  7,4  Proz.

Über  die  Zahl  der  Betriebe  und  Anzahl  der  beschäftigten  Arbeiter  liegen
genauere  Angaben  nur  von  Österreich  vor;  nach  diesen  betrug  Ende  1911

die  Anzahl  der  Betriebe  der  Textilindustrie  4  076
„  „  „in  diesen  beschäftigten  Arbeiter  347  769.

Da  die  Gesamtzahl  der  Arbeiter  in  allen  Betrieben  3814596  betrug,  so
beschäftigte  die  Textilindustrie  9,1  Proz.  sämtlicher  Arbeiter  Österreichs.
Von  den  347769  Arbeitern  der  Textilindustrie  waren:
Erwachsene  männliche  155  139  =  44,6  Proz.
„  weibliche  180  077  =  51,8  „
Jugendliche  männliche  .  6  302  =1,8  „
„  weibliche  6251  =  1,8  „

Der  Inlandsverbrauch  Österreich-Ungarns  an  Textilwaren
im  Jahre  1913.

Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch:

Mi  11.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  52,5  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre

An  Baumwollwaren  753,4
Woll-  und  Halbwollwaren  53  &amp;gt;9
128,5
„  Seiden-  und  Halbseidenwaren
„  Leinenwaren
,,  Jutewaren
»  Konlektions  waren

Ab  mehrausgeführte  Konfektionswaren  53,7  58,3
1  713,3

Mark

14,35
10,11
2,44
3,70

1,11
31,71

ö  Siehe  Anmerkung  S.  51,
        <pb n="234" />
        Österreich  -  Ungarn.  Textilindustrie.

21(5

Der  Inlandsverbrauch  Österreich-Ungarns  pro  Person  und  Jahr  bleibt
gegen  den  Durchschnittsverbrauch  in  Europa,  welcher  37,89  Mb.  beträgt  (s.  S.  39),
ziemlich  zurück,  so  daß  mit  der  Hebung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  auch
die  Entwickelung  der  Textilindustrie  stärker  vor  sich  gehen  dürfte.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Österreich-Ungarns
im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  1971,8  Mill.  Mk.
kommen
auf  den  Inlandsverbrauch  auf  die  Ausfuhr
86,9  Proz.  13,1  Proz.
Daß  der  Inlandsverbrauch  noch  eine  starke  Erhöhung  erfahren  kann,  ergibt
sich  aus  der  vorausgehenden  Aufstellung.
Die  Ausfuhrquote  mit  13,1  Proz.  ist  im  Vergleich  zu  vielen  anderen
Staaten  nicht  ungünstig,  wohl  aber  ist  dies  der  Fall,  wenn  wir  einen  Vergleich
mit  den  benachbarten  Staaten  ziehen,  die  eine  stärkere  industrielle  Entwickelung
besitzen.
Es  kommen  von  der  Produktion

Auf  den

Auf  die

Inlandsverbrauch

Ausfuhr

In  Deutschland

77,5  Proz.

22,5  Proz.

„  Italien

74,4  „

25,6  „

„  der  Schweiz

42,5  „

57,5  „

Die  stärksten  Absatzgebiete  für  Österreich  -  Ungarn  in  Textilwaren  sind

in  Europa:
Italien
Rumänien
Serbien

Deutschland
Schweiz
Türkei

Griechenland
Bulgarien
Rußland.

Im  Absatz  an  Textilwaren  nach  den  Balkanländern  fällt  Österreich-Ungarn
die  Hauptrolle  zu;  es  hat  bereits  die  höchste  Einfuhr  an  Fertigwaren  in  Rumänien,
Bulgarien  und  Serbien.  In  Griechenland  hat  England  die  höchste  Einfuhr,  dann
folgen  Deutschland,  Österreich  -  Ungarn  und  Italien.  Ebenso  hat  England  in
der  Türkei  die  höchste  Einfuhr,  dann  folgen  Italien,  Österreich-Ungarn  und
Deutschland.
Sehr  schwach  ist  Österreich-Ungarn  in  der  Ausfuhr  nach  den  außereuropäischen ­
  Ländern  vertreten;  es  steht  beispielsweise  gegen  Italien,  dessen  Ausfuhr
sich  gerade  in  dieser  Richtung  sehr  günstig  entwickelt  hat,  weit  zurück.
Die  genauen  Zahlen  sind  aus  den  Schlußtabellen  der  betreffenden  Länder
„Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  nach  Ländern  geordnet“  zu  ersehen.
        <pb n="235" />
        Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Artikel

Lose  Baumwolle  R
Baumwolle  in  Abfällen  „
Baumwolle,  gebleicht  oder  gefärbt  H
Baumwollgarne,  roh,  eindrähtig  bis  Nr.  So  .  .  .  .  „
„  „  „  über  Nr.  SO  .  .  .  .  „
„  roh,  zwei-  u.  mehrdrähtig,  bis  Nr.  50  „
„  „  „  „  über  Nr.  50  „
„  gebleicht,  mercerisiert  oder  beides  „
.,  gefärbt  oder  bedruckt
Baumwollgewebe,  roh
„  gebleicht  F
„  gefärbt
„  bedruckt
„  bunt  gewebt
Samt  und  samtartige  Gewebe
Buchbinder-Leinwand
Tülle  und  tüllartige  Netzstoffe,  Vorhänge  usw.  .  .  „
Baumwollene  Spitzen
Baumwollene  Stickereien,  auch  i.Verbd.m.  Metallfäden  „
Wirkwaren  in  Stücken,  Strümpfe,  Handschuhe  und
sonstige  Wirkwaren
Nähgarn  für  den  Einzelverkauf.  .  .  •  .......

Einfuhr

1913

Tonnen

R

I!  237128  ]
Rohstoffe.  H

9,7

353,3  330,1  |  174,5
=  Halbfabrikate.  F

7,8

3  898
1  181

1,6

78
2  493

141,3
Fertigwaren.

33,7

1,9

0,9

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

Tonnen

1890

Millionen  Mark

1,0

0,3

0,1

Baum  Wollindustrie.  217
        <pb n="236" />
        218

Österreich-Ungarn.  Baumwollindnstrie.  Produktions  wert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Österreich-Ungarns
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten: ­


Lose  Baumwolle  und  Abfälle  209  5891
Ab:  8  Proz.  Spinnverlust  16763t
192  826  t
Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie  ....  12500t  180326t

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:

Baumwollgarne  und  rohe  Baumwollgewebc

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Baumwollgewebe,  gebleicht  1181t
„  gefärbt,  bedruckt  u.  bunt  gewebt  10  9531
Nähgarne  737  t
Samt  und  Buchbinderleinen  5911
Tüll,  Vorhänge,  Spitzen,  Stickereien  2  5941
Wirkwaren  432  t
16  4881

Ausfuhrwert  d.  Fertigwaren  110  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark

3  470
4  460
3  000
7  100
18  800
3  500
6600

20  3381

Ab  12  Proz.  Appretur  von  16789  t  .  .  2014  t  14  474  t  34812  t
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  145  5141

145  514t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5000  Jt  angenommen,  727,57  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  727,6  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  51,8  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  110,0  „  „
889,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  727,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  25,8
753,4  Mill.  Mk.
        <pb n="237" />
        Entwickelung.

219

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Österreich-Ungarns  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

107,1

128,6

248,8

283,6

13,6

4,6

10,8

12,3

Halbfabrikate

22,6

23,9

Ln
00

44,1

2,7

3,8

13,2

51,8

Fertigwaren

11,6

22,0

28,5

25,8

10,2

40,6

95,4

110,0

141,3

174,5

330,1

353,5

26,5

49,0

H9,4

174,1

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt:
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  6,8  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3,6  „

an  der  Produktion  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  7,2  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  8,6  „
In  der  Produktion  an  Baumwollwaren  steht  Österreich-Ungarn  an  fünfter
Stelle.  Englands,  Deutschlands,  Rußlands  und  Frankreichs  Baumwollindustrien
sind  größer.  Die  italienische  steht  gegen  die  Österreich-Ungarns  zurück,  hat
aber  trotz  der  kleineren  Produktion  eine  höhere  Ausfuhr.
Die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie  seit  1890  ergibt  sich  aus  der
Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt:
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
150  Proz.  557  Proz.
Diese  große  Steigerung  zeigt,  daß  sich  die  Baumwollindustrie  erst  in  dieser
Periode  zur  Ausfuhrindustrie  entwickeln  konnte.
Auch  in  'Italien  finden  wir  annähernd  die  gleiche  Erhöhung  bzw.  ist  sie
dort  noch  etwas  günstiger.  Sie  beträgt:
in  der  Einfuhr  .  in  der  Ausfuhr
120  Proz.  63s  Proz.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  zeigt  von  1890
bis  1913  eine  Erhöhung  von  132  Proz.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  978  Proz.
gestiegen.
Zum  Vergleich  sei  erwähnt,  daß  die  Ausfuhr  Italiens  eine  Steigerung  von
annähernd  2000  Proz.  aufweist,  wie  dies  aus  nachstehender  Aufstellung  hervorgeht:
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  betrug:

1890

1913

in  Österreich-Ungarn  .  .  .

110,0  Mill.  Mark

in  Italien

.  .  .  .  6,4

139,0  „
        <pb n="238" />
        220

Österreich-Ungarn.  Baum  Wollindustrie.

Am  günstigsten  war  die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Österreich-Ungarns
  in  den  beiden  ersten  Perioden  1890  bis  1910,  da  in  diesen  sowohl  der
Rohstoffverbrauch,  als  auch  die  Ausfuhr  der  Fertigwaren  eine  starke  Erhöhung
erzielten.
Die  Periode  von  1910  bis  1913  zeigt  dagegen  wieder  eine  Verminderung
des  Rohstoffverbrauchs,  was  auf  einen  entsprechenden  Rückgang  des  Inlandsverbrauchs ­
  hinweist.  Um  diesen  Rückgang  auszugleichen,  wurde  die
Ausfuhr  der  Halbfabrikate  stark  gesteigert,  so  daß  bei  diesen  von  1910  bis
1913  eine  Erhöhung  der  Ausfuhr  von  292  Proz.  eintrat.
Die  Ausfuhr  der  Rohgarne  allein  betrug  im  Jahre  1910  7,2  Mill.  Mark,
1913  35,6  Mill.  Mark,  ein  Ergebnis,  das  natürlich  nur  durch  ganz  besondere
Anstrengungen  zu  erreichen  war.
Die  Einfuhr  der  Fertigwaren  erhöhte  sich  von  1890  bis  1910  um
146  Proz.  und  verminderte  sich  dann  von  1910  bis  1913  wieder  um  9,5  Proz.,
was  auch  mit  dem  Rückgang  des  Inlandsverbrauchs  zusammenhängt.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Baumwolle  im  Jahre  1913  bestand,  nacii  Herkunft
geordnet,  aus  folgenden  Mengen:
Aus  Nordamerika  129697  Tonnen
„  Britisch-Indien  42586  „
„  Ägypten  12343
„  Türkei,  asiatische  5  282  „
„  „  europäische  73  „
„  China  296  „
„  Deutschland  15  885  n
„  anderen  Ländern  395
206  557  Tonnen
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Italien  2,2  Mill.  Mk.  |  Deutschland  ...  1,6  Mill.  Mk.

Halbfabrikate.
a)  Rohgarne.

1890

1900  '

1910

1913

Einfuhr....

.  .  .  .  19,6

14,3

22,7

16,0  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .  .

.  .  .  .  1,0

o,9

7,2

35,6  „

In  den  eingeführten  Garnen  im  Jahre  1913  sind  für  11,6  Mill.  Mark  feinere
Game,  aus  Großbritannien  stammend,  enthalten.
Die  ausgeführten  Garne  sind  zum  allergrößten  Teil  billigere  einfache  Garne,
deren  Ausfuhr  in  den  letzten  Jahren  besonders  gefördert  wurde.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  11,9  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  1,3  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  1,1  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  19,3  Mill.  Mk.  Rumänien  ...  4,3  Mill.  Mk.  |  Bulgarien  ...  0,5  Mill.  Mk.
Niederlande  .  .  5,5  »  „  Serbien  .  ...  1,9  „  „  .  |  Rußland  ....  0,4  „  „
j  Türkei  .  ...  1,0  „  „
        <pb n="239" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

221

b)  Baumwollgarne,  gebleicht,  mercerisiert,  gefärbt  oder  bedruckt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .....

1,9

7,1

7,0

6,7  Mill.  Mk.

Ausfuhr

1,2

2,7

4,4

6,0  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Schweiz  ....  4,4  Mill.  Mk.  [  Deutschland  .  .  l,2Mill.  Mk.  Großbritannien.  0,7  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Rumänien
Türkei  .

2,0  Mill.  Mk.
1.4  „  »

Bulgarien
Serbien  .

0,3  Mill.  Mk.
0,25  „

c)  Rohe  Baumwollgewebe.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr....

.  ...  0,2

1,3

20,5

18,9  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .  .

....  o.S

0,2

1,4

10,1  „  „

Bei  der  Einfuhr  der  rohen  Gewebe  handelt  es  sich  meist  um  feine  Gewebe,
die  auf  dem  Wege  des  Veredelungsverkehrs  eingeführt  werden.  So  aus  der
Schweiz  für  16,0,  aus  Großbritannien  für  1,3,  aus  Deutschland  für  0,6  Mill.  Mark.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Türkei  5,5  Mill.  Mk.
Schweiz  1,2  „  „

Deutschland  1,0  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  0,6  „  „

Fertigwaren.

Einfuhr

icht,

gef  ärbt,

bedruckt  oder

bunt  gewebt

1890

1900

1910

1913

4,3

8,0

7,5  Mill.  Mark

8,2

9,9

41,4

53,0  „

Die  stärkste  Ausfuhr  hatten  die  gefärbten  Gewebe,  die  von  l  Mill.  Mark
im  Jahre  1890  auf  28,3  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  steigen  konnten.  Die  bedruckten ­
  Stoffe  hatten  im  Jahre  1913  eine  Ausfuhr  von  9,1,  während  die  buntgewebten ­
  eine  solche  von  11,5  Mill.  Mark  aufwiesen.
Viel  günstiger  hat  sich  die  Ausfuhr  in  Italien  entwickelt.  Die  Ausfulu
der  bedruckten  Stoffe  hat  dort  29,6  und  die  der  gefärbten  und  gewebten  Stoffe
89,8  Mill.  Mark  erreicht.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .
Großbritannien

3,0  Mill.  Mk.
1,9  „  »
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  .
Frankreich

1,3  Mill.  Mk.
0,8  „

Türkei  .  .  .  .  22,2  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  4,9
Rumänien  .  .  .  4,6
Ägypten.  .  ....  2,7.
Deutschland  .  .  2,6
Ereih.  Hamburg,  2,2

Mk.

Griechenland  .  .

1,7  Mill.  Mk.

Serbien  ....

1,3  ,,  *

Italien  .....

1,4  »  »

„

Großbritannien  .

1,2  „

„

Bulgarien  .  .  .

0,8  „  „

„

Montenegro  .  •

0,8  „  „

Argentinien
Brasilien.  .
Schweiz  .  .
Ver.  Staaten

0,8  Mill.  Mk.
0,8  „"  „
0,8  „
0,6  „
        <pb n="240" />
        222

Österreich-Ungarn.  Baum  Wollindustrie.

b)  Samt  und

samtartige

Gewebe.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .

0,7

0,9

1,2

1,2  Mill.  Mk.

Ausfuhr  .  .

0,8

1,0

2,2

4,1  „  „

Wenn  die  Ausfuhrbeträge  auch  keine  besonders  hohen  sind,  so  weist  die
Steigerung  der  Ausfuhr  doch  auf  die  günstige  Entwickelung  dieser  Industrie
hin,  die  in  einzelnen  Arten  eine  gewisse  Überlegenheit  gegen  die  Konkurrenzländer ­
  erreichen  konnte.
Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  war:
Deutschland  1,0  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .  .  2.

,0  Mill.  Mk.  |

Ver.  Staaten  .

.  0,3  Mill.  Mk.  j

Schweden.  .  .

0,25

c)  Tülle

,  Vorhänge,

Spitzen,

Sticker

eien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .

.  2,0

12,5

12,9

10,4  Mill.

Mk.

Ausfuhr  .

•  0,4

27,4

48,8

49,1  „

„

Eingeführt  wurden  hauptsächlich  Tülle  und  Spitzen,  während  die  Ausfuhr ­
  die  Produktion  der  Stickereiindustrie  Vorarlbergs  umfaßt.  Diese  arbeitet
fast  ausschließlich  im  Veredelungsverkehr  für  die  Schweiz.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  4,4  Mill.  Mk.  |  Frankreich  1,0  Mill.  Mk.
Schweiz  3,2  „  „  Großbritannien  1,3  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Schweiz  .  .  .  44,0  Mill.  Mk.  |

Deutschland

.  .  1,6  Mill.  Mk.

Großbritannien  .  0,6  Mill.  Mk.

d)  Wirkwaren.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

o,4

1,1

1,7  Mill.  Mark

Ausfuhr

•  •  0,4

1,0

0,7

1,5  „

Bei  diesen  ist  weder  die  Einfuhr

noch  die  Ausfuhr  eine  bedeutende  und

es  kann  angenommen  werden,  daß  diese  Industrie  in

erster  Linie  für  den  sehr

großen  inländischen  Bedarf

arbeitet.

e)  Nähgarne.

1890

1900

191c

1  1913

Einfuhr

•  ■  •  4,3

3,6

4,8

4,4  Mill.  Mk.

Ausfuhr

.  .  .  0,4

i,3

2,2

2.2  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  3,7  Mill.  Mk.  |  GroBbritannien  0 y  j^ill  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Rumänien.  .  .  o,5  Mill.  Mk.  |  Türkei  0,4  Mill.  Mk.  |  Britisch-Indien  .  0,6  Mill.  Mk.
        <pb n="241" />
        Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

r

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Schafwolle,  roh,  ungewaschen  R

18  394

33,8

30,4

31,2

44,o

2  312

3,5

2,6

11,1

21,7

„  gewaschen

7  872

27,1

33,2

16,3

n,l

2  009

7,5

7,6

5,8

12,2

Alpaka-,  Kaschmir-,  Vigognewolle  usw  „

336

o,5

0,8

0,1

0,02

118

0,1

—  ;

—

—

Wollkämmlinge,  Abfall,  Gerberwolle  „

2471

5,6

10,6

5,0

3,1

2550

5,4

3,1

0,4

0,03

Wolle  in  Flocken  und  andere  Wollabfälle,  Kunstwolle  „

5  741

6,9

7,5

2,0

1,8

4  212

4,7

4,0

1,6

0,4

„  gefärbt,  gebleicht  usw  H

65

0,3

0,3

o,3

0,8

40

0,2

0,1

0,1

0,04

Kammzug  „

9803

48,1

49,4

19,5

5,4

103

0,5

o,3

0,1

0,2

Mohair-,  Alpaka-,  Genappesgarne  usw

1  511

9,o

11,7

4,8

2,8

9

0,1

0,6

Kammgarne,  roh  „

3  430

18,3

28,7

17,1

2  227

11,9

8,6

„  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  „

957

7,6

10,0

0,9

535

3,2

1,0

Streich-  u.  Strickgarne,  roh,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  „

654

2,5

2,8

3,9

27,6

93

0,3

0,4

3,9

4,4

Effektgarne  oder  in  der  Wolle  gefärbte  melierte

Garne,  bedruckte  Teppichkettengarne

416

2,6

3,4

6,6

—

—

Wollgarne  für  den  Einzelverkauf  F

155

1,0

1,1

—

—

58

0,4

0,3

WolleneWebwaren,  z.T.  auch  halbwollene  od.  bedruckte  „

1  951

26,0

29,8

19,7

12,1

4  980

48,3

50,5

27,4

32,2

Samt  und  samtartige  Gewebe

171

1,6

1,5

1,2

1,6

24

0,2

0,1

0,3

0,1

Teppiche,  geknüpft

56i

4,8

5,6

1,4

I  «&amp;gt;

73

0,5

0,4

l  0,9

0,3

Andere  Fußteppiche  und  solche  aus  Filz  „

136

0,5

0,6

—

i

307

1,1

1,1

i

Spitzen  und  gestickte  Waren

7

0,1

0,3

0,1

0,3

5

0,1

0,2

0,3

0,03

Wirk-  und  Stückwaren

93

1,4

1,1

o,3

0,4

201

1,9

1,6

0,5

1,7

Filze  und  Filzwaren,  Kotzen,  Halinatuch  usw.  .  .  .  „

154

o,5

0,6

0,3

0,2

652

2,4

2,6

1,1

1,7

54  878

198,2

229,4

130,7

112,2

20  508

92,3

85,1

53,5

75,00

Wollindustrie.  223
        <pb n="242" />
        ■224

Österreich-Ungarn.  Wollindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Österreich-Ungarns
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Rohe  Wolle,  ungewaschen  16082  t
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  27  000t
43  0821
Ab  45  Proz.  Verlust  beim  Waschen  19386t  23696t
Gewaschene  Wolle,  auch  gefärbte  Alpakawolle  6  106  t
Kammzug  9  7001
Kammgarne,  Streichgarne  und  sonstige  Garne  4  1041

Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle,  im  gleichen
Verhältnis  wie  Deutschlands  Verbrauch
Ab  2  Proz.  Spinnverlust  .  .  .  .

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

Wollgewebe  4980  t
Teppiche  380  t
Wirk-  und  Strickwaren,  Stickereien  206  t
Filze,  Kotzen  usw  652  t
Samt  und  samtartige  Gewebe  24  t
Wollgarne  für  den  Einzelverkauf  58  t
6  300  t

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  54,9  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  ....

Wert
pro  Tonne
in  Mark

9700
4200
9700
3800
8300
6900
8700

43  6061
28  000  t
71  606  t
1  432  t
70  174  t

6  300  t
63,8741

63  874  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  7  750  J6  angenommen,  495,0  Mill.  Mark.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  495,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  16,2  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  54,9  „  „

Inlandsverbrauch  an  Woll-  u.  Halbwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  495,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  35,9  „  „
530,9  Mill.  Mk.

566,1  Mill.  Mk.
        <pb n="243" />
        Entwickelung.

225

Entwickelung  der  Wollindustrie  Österreich-Ungarns  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einf

uhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1013

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

60,0

54,6

82,5

73,9

34,3

18,9

17,3

21,2

Halbfabrikate

36,6

53,1

106,3

88,4

4,7

4,1

11,0

16,2

Fertigwaren

15,6

23,0

40,6

35,9

36,0

30,5

56,8

54,9

112,2

130,7

229,4

198,2

75,o

53,5

85,1

92,3

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  .  5,4  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3,1  »

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  7,0  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  7,8  ,,
Wie  die  Baumwollindustrie,  nimmt  auch  die  Wollindustrie  Österreich-Ungarns
  den  fünften  Rang  in  Europa  ein,  und  nur  England,  Deutschland,  Frankreich ­
  und  Rußland  besitzen  eine  stärkere  Produktion.  Die  Wollindustrie
Italiens  ist  viel  kleiner.  Im  gleichen  Verhältnis  steht  auch  der  Inlandsverbrauch. ­

Der  Anteil  an  der  Ausfuhr  ist  verhältnismäßig  niedrig,  da  die  Entwickelung ­
  der  Wollindustrie  in  Österreich-Ungarn  keine  günstige  war.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
76  Proz.  23  Proz.
Die  geringe  prozentuale  Steigerung  der  Ausfuhr  wird  dadurch  erklärlich,
daß  Österreich-Ungarn  schon  früher  eine  ziemlich  starke  Wollindustrie  besaß,
die  bereits  im  Jahre  1890  eine  Ausfuhr  von  36  Milk  Mark  aufzuweisen  hatte.
Hie  Entwickelung  bis  1913  konnte  sich  nur  so  weit  ausdehnen,  daß  eine  Ausiuhrsumme
  von  54,9  Mill.  Mark  erreicht  wurde.  Ein  Vergleich  mit  den  hohen
Ausfuhrsummen  Englands,  Frankreichs  und  Deutschlands  ist  nicht  gut  möglich,
dagegen  ist  ein  Vergleich  mit  Italiens  Wollindustrie  näherliegend.  Dort  betrug  die
Ausfuhrsumme  1890  5,8  Milk  Mark  und  stieg  bis  1913  auf  47,3  Milk  Mark.

Kert

esii &amp;gt;  Iextilindustrie  sämtlicher  Staaten.

15
        <pb n="244" />
        226

Österreich  -Ungarn.  Wotlindustrie.

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  117  Proz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Erhöhung
von  52  Proz.,  und  zwar  trat  die  stärkste  Erhöhung  von  1900  bis  1910  ein,
während  im  letzten  Jahre  die  Ausfuhr  wieder  eine  Verminderung  aufweist.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  l8QObis  1913  um  130Proz.  gestiegen.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Wolle  erfolgte  19x3  aus  folgenden  Ländern:

Schafwolle
ungewaschen
t

Schafwolle
gewaschen
t

Argentinien  .  .  .  ’

6  868

285

Australien

3  675

29

Rumänien

802

2

Griechenland

381

20g

Montenegro

52

26

Serbien

—

36

Türkei

57  2

303

Rußland

585

323

Deutschland

3290

3679

Belgien

460

2151

Anderen  Ländern

1  709

829

18  394

7872

Die  Ausfuhr  an

loser  Wolle  erfolgte  1913  in

größeren  Mengen  nach

folgenden  Ländern:

Deutschland

Rußland  ....

Italien

•  2,5  „  „

Serbien  .  .  .  .

1,5  „

Halbfabrikate.

a)  Kammzug.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

•  •  •  ■  5,4

19,5  49,4

48,1  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

0,1  0,3

0,5  „

Der  Bedarf  an  Kammzug  wird  zum

größten  Teil  aus  dem  Auslande  gedeckt.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  1913  waren:

Deutschland

.  37,5  Mill.  Mark

Großbritannien  .

Belgien

•  3,7  „

Schweiz  .  .  .  .

Frankreich

•  2,4  „

X))  Kamm-  und  Streichgarne,  rohe,

gebleichte,  gefärbte  oder  bedruckte.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr  .....

....  27,6

28,5  46,0

32,0  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

....  4,4

3,9  10,3

15,8  „
        <pb n="245" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

227

Die  Wollgarnindustrie  liegt  insofern  günstiger  als  die  Kammzugindustrie,
als  der  Einfuhr  von  Kammgarnen  in  der  Höhe  von  18,3  eine  Ausfuhr  von
11,9  Mill.  Mark  gegenübersteht.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  1913  waren:
Deutschland  16,5  Mill.  Mark  Frankreich  1,0  Mill.  Mark
Großbritannien  11,8  „  „  Schweiz  1,0  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  1913  waren:

Japan  6,4  Mill.  Mark  !  Rußland  3,4  Mill.  Mark
Deutschland  3,5  „  „  I  Britisch-Indien  0,6  „

c)  Mohair-,  Alpaka-,  Genappes-Garne.
Diese  Garne  im  Werte  von  9  Mill.  Mark  werden,  wie  in  Deutschland,  aus
Großbritannien  eingeführt.

Fertigwaren.
a)  Wollene  und  halbwollene  Webwaren,  auch  bedruckte.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  12,1  19,7  29,8  26,0  Mill.  Mark
Ausfuhr  32,2  27,4  50,5  48,3  »  „

Im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  ist  die  Einfuhr  nicht  unbedeutend.  Auch
hier  sind  es  die  englischen  Tuche,  die  in  der  Einfuhr  die  größte  Summe  ausroachen.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  waren:
Großbritannien  .  14,9  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  8,9  Mill.  Mk.  |  Frankreich  ...  0,7  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  1913  waren:

Rumänien  .

7,9  Mill.  Mk.

;  Freih.  Hamburg

1,9  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

.  1,1  Mill.  Mk.

Türkei  .  .

7,8  ..  .,

Serbien  .  .  .  .

1,5  *  *

Niederlande  .

.  1,0  „

Deutschland  .

6,9  „

Bulgarien  .  .  •

1,5  -

Belgien  .  .  .

.  0,7  „

Britisch-Indien

2,4  ••

Griechenland  .  .

1,4  „  -

Argentinien  .

•  0,7  „

Italien  .

2,2  .,

Ägypten  .  .  .  .

1,3  „  *

Sonst.  Südamerika  0,7  „  „

Großbritannien

2,1  „

Frankreich  .  .  .

1,3  „  „

Persien  .  .  .

•  0,4  „

Rußland  .

2,1  „

Ver.  Staaten  .  .

1,3  »  „

b)  Teppiche  geknüpft.  Andere  Fußteppiche  und  solche  aus  Filz.
Die  geknüpften  Teppiche,  im  Einfuhrwert  von  4-S  Mill.  Mark,  kommen
ZUrn  größten  Teil  aus  der  Türkei.

c)  Die  übrigen  Artikel,
wie  Spitzen,  wollene  Wirkwaren,  Filze,  spielen  in  der  Ein-  und  Ausfuhr  keine
wesentliche  Rolle.
        <pb n="246" />
        Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Tonnen

Wert  in  Millionen  Mark

Seidenkokons,  frische
„  getrocknete

R

HO
125

o,3
1,2

0,2
0,8

!
/

1,0

1,0

117
619

o,3
6,0

o,S
4,3

}  6 ’ 5

3,6

Seidenabfälle,  auch  gekämmte,  und  Ausschußkokons  .

„

180

0,5

1,4

2,2

4,8

331

1,1

0,9

0,8

2,6

Rohseide

„

654

21,7

21,1

19,0

18,3

269

10,4

10,2

7,4

13,5

Seide,  gefärbt

H

335

9,6

13,3

8,5

8,6

11

0,3

0,3

0,2

0,3

Florettseide,  auch  gezwirnt,  roh

553

11,0

7,4

4,2

2,2

175

3,5

1,6

3,0

0,7

„  gefärbt

„

42

1,0

1,4

0,6

0,6

2

0,1

0,1

0,1

}  0,1

Seidenzwirne  und  sonstige  Garne

„

38

1,0

1,5

0,9

0,2

3

0,1

0,1

—

Glatte  Seidengewebe,  ungefärbt,  gefärbt  oder  bedruckt

F

325

i7,o

21,2

80

3,0

1,1

]

Fassonierte  Seidengewebe,  ungefärbt,  gefärbt  oder
bedruckt

43

2,8

2,0

16,3

10,0

125

5,5

2,8

\  4,8

2,5

Bandwaren  aus  Seide

53

3.3

3,5

27

0,7

0,2

—

—

Seidenwaren,  bestickte,  auch  mit  Metallfäden  ....

„

12

0,6

1.3

1,7

0,8

16

0,6

0,5

0,4

0,2

Samte  und  samtartige  Gewebe

„

81

3,1

3,1

1,4

2,8

15

0,4

0,3

—

—

Halbseidengewebe,  glatt  und  fassoniert

„

151

5,6

6,1

4,7

4,3

185

3,8

3,2

3,7

6,2

Halbseidene  Bandwaren

„

58

2,0

2,4

—

—

17

0,2

0,2

—

—

Tülle  und  tüllartige  Netzstoffe,  Gaze
Spitzen  und  Spitzentücher,  auch  bestickte  Halbseiden--



100

6,0

6,3

1,4

0,7

&amp;gt;  48

1,7

1,9

0,2

0,1

waren

16

1,5

1,0

0,8

1,2

1

Beuteltuch  aus  Seide

„

9

1,0

0,9

o,6

0,5

—

—

0,1

—

—

Wirk-  und  Strickwaren

21

1,6

1,2

—

—

3

0,2

—

—

Halbseidene  Wirk-  und  Strickwaren

„

23

1,0

o,5

0,1

—

1

0,04

/  °&amp;gt; l

—

—

Kunstseide,  auch  gefärbte

794

7,9

6,5

—

—

331

3,2

3,1

—

—

3  723

99,7

103,1

63,4

56,0

2  375

4M

31,5

27.1

29,8

R  =  Rohstoffe.

H  —  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

228  Österreich-Ungarn.  Seidenindustrie.
        <pb n="247" />
        Produktionswert.

229

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Österreich-Ungarns
im  Jahre  1913.

Im  Inlande  gewonnene  Kokons:
Betriebsperiode  1912/13  in  Österreich
„  „  „  Ungarn
Ab  Mehrausfuhr  an  frischen  Kokons
„  „  trockenen  Kokons  ....  4941.
Auf  frische  umgerechnet  (dreifache  Menge)  ...  1  482  t

2  184  t
1  2891
7  t

3  482  t

1489  t

1  993  t

Die  Ausbeute  dieser,  mit  8 l / 2  Proz.  Grege  und  4 1 / ä  Proz.  sonstigen  Garnen
berechnet,  ergibt  .
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Rohseide,  auch  gefärbte  und  gezwirnte
Florettseide

Hinzu:  Verbrauch  an  Baumwolle,  berechnet  im  gleichen  Verhältnis  wie
Deutschlands  Verbrauch  1  4001
Verbrauch  an  Kunstseide,  schätzungsweise  501
30  Proz.  Beschwerung  der  verarbeiteten  1003  t  Rohseide  .  .  .  3001

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

Glatte  und  sonstige  Seidengewebe
Seidene  Bandwaren
Seidenwaren,  bestickt
Samt  und  samtartige  Gewebe
Halbseidene  Gewebe  und  Bandwaren
Tülle,  Spitzen,  Halbseidenwaren  bestickt  .  .  •
Seidene  und  halbseidene  Wirk-  und  Strickwaren

20s  t
27  t
161
15  t
202
48
4  t
517  t

Wert
pro  Tonne
in  Mark
42  200
26000
37  500
26  600
19800
35  400
60000

31  300

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  16,1  Mill.  Mk.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
2654  t  ergeben,  den  Tonnen  wert  mit  31  300  Jh  angenommen,  83  Mill.  Mk

259  t
7441
418  t
1  421  t

1  750  t
3  171  t

517  t
2  6541

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  83,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  4.0  &amp;gt;.  »
Ausgeführte  Fertigwaren  „  16,1  &amp;gt;.  "
103,1  Mill.  Mk.')
•j  •  ,  u; P r  nicht  mit  einbezogen,  da  dieser
’)  Der  Produktionswert  des  Spinnens  der  Rohseide  is
bereits  dem  Wert  der  Rohstoffe  zugezählt  wurde,

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  83,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  45,5  „  „
128,5  Mill.  Mk.
        <pb n="248" />
        230

Österreich  -Ungarn.  Seidenindustrie.

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Österreich  -  Ungarns  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

24,1

22,2

23,5

23,7

19,7

14,7

15,9

17,8

Halbfabrikate

11,6

14,2

23,6

22,6

1,1

3,3

2;  1

4,0

Fertigwaren

20,3

27,0

49,5

45,5

9,o

9,1

10,4

16,1

Kunstseide

—

—

6,5

7,9

—

—

3,1

3,2

j  56,0

63,4

103,1

99,7

29,8

27,1

31,5

41,1

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  6,3  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  2,6  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  5,2  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  8,9  „
Die  Produktion  ist  nicht  bedeutend,  aber  immerhin  kann  sie  zum  Teil
den  Inlandsbedarf  decken  und  auch  in  geringerem  Maße  zur  Ausfuhr  beitragen.
Der  Anteil  an  der  Ausfuhr  ist  gering.  Österreich-Ungarn  steht  in  dieser
Richtung  unter  den  europäischen  Staaten  an  siebenter  Stelle.  Der  Inlandsverbrauch ­
  dagegen  ist  ziemlich  hoch.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  79  Proz.,  was  an  sich  —  bei  höheren  Ausfuhrbeträgen  —  nicht  ungünstig  wäre.
Stärker  hervortretend  ist  die  verhältnismäßig  große  Einfuhr  an  Fertigwaren, ­
  die  von  20,3  Mill.  Mark  im  Jahre  1890  auf  45,5  Milk  Mark  im  Jahre
1913,  d.  i.  um  124  Proz.,  gestiegen  ist.  Sie  ist  höher  als  die  Einfuhr  von  Deutschland, ­
  Frankreich,  Rußland  oder  Italien.

Rohstoffe.
Die  Ausfuhr  an  Kokons  ändert  sich  je  nach  der  Jahresausbeute  und  hat
im  großen  ganzen  seit  1890  keine  große  Änderung  erfahren.
a)  Kokons
wurden  im  Jahre  1913  hauptsächlich

eingeführt  aus  Italien  für  1,3  Mill.  Mark
ausgeführt  nach  Italien  für  6,3  „

b)  Rohseide.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Erankreich  .  .  .  7,4Mill.Mk.  Schweiz  ....  4,0Mill.  Mk.  Türkei  1,0Mill.  Mk.
Italien  6,7  „  „  Deutschland  .  .  2,2  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Italien  5,7  Mill.  Mk.  :  Frankreich  10  Mill.  Mk.
Deutschland  2,6  „  „  |  Schweiz
        <pb n="249" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

231

Halbfabrikate.

a)  Gefärbte  Seide.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  8,6

8,5  13,3

9,6  Mill.

Mark

Ausfuhr

...  0^

0,2  0,3

0,3  *

»

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  im

Jahre  1913

waren:

Deutschland  .  .  3,9  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

.  3,6  Mill.  Mk.  |

Frankreich  .  .

.  1,5  Mill.  Mk.

b)  Florettseide,

roh  oder  gefärbt.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  2,8

4,8  8,8

12,0  Mill.

Mark

Ausfuhr

...  0,7

3,1  1.7

3,6

Die  hauptsächlichsten

Länder  für

die  Einfuhr  im

Jahre  1913

waren:

Italien  5,3  Mill.  Mk.

Deutschland  .

.  3,8  Mill.  Mk.  j

Schweiz  .  .  .

.  1,2  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten

Länder  für  die  Ausfuhr  im

Jahre  1913

waren:

Deutschland

2,6  Mill.  Mk.

Italien  .  .  .  .

.  0,4  Mill.  Mk.

F  ertigwaren.

a)  Seidenund

  Halbseidengewebe,

ebenso

Bänder,

glatt  oder  fassonie

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

17,9

24,1

39,6

34,4  Mill.  Mark

Ausfuhr

8,9

8,9

8,3

14,2  „

Deutschland
Schweiz

11.4Mm.Mk.
10.3  „  „

Großbritannien  .  6,lMffl.Mk.
Gutschland  .  .  2,3  „  „

Ausfuhr

Länder  für

die  Einfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Frankreich.  .

.  .  7,4  Mill.  Mk.  j

Italien  .  .  .  .

.  1,4  Mill.  Mk.

Großbritannien  .  3,0  „  „

Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Schweiz  .  .

.  .  1,0  Mill.  Mk.

Frankreich.  .

.  0,6  Mill.  Mk.

Rumänien  .

.  .  0,8  „  „

Italien.  .  .  .

•  0,5  „  „

Tülle,  Spit

zen,  Beuteltuch.

1890
.  .  2,4

1900  19m
2,8  8,2

1013
8,5  Mill.

Mark

O
td
b

1,7  „

Jt

die  2

Die  Hauptpositionen  sind  in  der  Einfuhr  Tülle  und  Gaze  mit  6  Mill.  Mark,
zum  größten  Teil  aus  Frankreich  eingeführt  werden.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich.  .  .  5,6  Mill.  Mk.  I  Deutschland  .  .  1.0  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  1,2  Mill.  Mk.

c)  Wirk-  und  Strickwaren  aus  Seide  und  Halbseide.
Diese  werden  zum  größten  Teil  aus  Deutschland  eingeführt,
o
        <pb n="250" />
        Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  roh  oder  geröstet

R

14  768

2,2

1,5

0,9

—

1  032

0,1

0,3

0,1

Flachs,  gebrochen,  geschwungen

n

39  678

30,9

22,9

18,9

14,0  .

4  213

3,7

3,4

2,8

2,3

Flachswerg  und  Flachsabfälle

„

4  597

2,3

1,8

1,3

1,1

6862

1,8

1,8

1,3

o,7

Leinengarne,  Werggarne,  einfach  oder  gezwirnt  .  .

H

1  170

3,9

4,7

2,3

2,4

9  353

20,1

14,0

12,7

10,0

Leinengarne,  gebleicht,  gefärbt  usw

*

35

0,2

0,1

0,1

0,1

320

0,9

1,6

2,3

0,4

Leinengarne  fiir  den  Einzelverkauf

F

90

0,5

0,4

0,3

0,4

50

0,1

0,1

0,1

0,1

Glatte  und  gemusterte  Leinengewebe,  roh  od.  gebleicht

„

65

0,4

0,5

0,5

0,2

1  690

10,4

8,7

)

Desgleichen,  gefärbt,  bedruckt  oder  bunt  gewebt  .

„

46

0,4

0,4

—

0,1

132

1,0

1,0

14,1

6,8

Leinene  Damaste  aller  Art

*

5

0,1

0,1

0,1

0,05

559

4,4

2,2

1

Leinene  Batiste,  Gaze,  Linons  usw

17

0,4

0,3

0,1

0,15

—

—

0,1

0,1

0,02

Leinene  Spitzen,  Kanten,  Tülle,  auch  bestickt  .  .  .

„

16

0,6

0,5

0,1

0,04

56

2,3

1,8

0,4

0,1

Leinene  Stickereien

4

0,2

0,2

—

0,04

44

1,8

LS

1,0

—

il  60491

42,1

33,4

24,6

18,6

24  311

46,6

36,5

34,9

20,4

Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Jute  ...  ■

R

60881

33,4

16,7

11,7

9,2

\

Jutewerg  und  Juteabfälle

„

1  270

0,2

0,1

—

—

j  2103

0,4

0,1

0,1

0,1

Jutegarne

H

4  260

3,0

1,6

1,5

1,7

523

0,3

0,1

0,1

0,04

Jutesäcke
Andere  Jutegewebe

391

0,4

0,6

)  °' 1

0,1

5  441

5,1

3,2

0,4

|  0,4

„

355

0,4

0,4

5855

5,5

1,0

0,8

67  157

37,4

19,4

13,3

11,0

13  922

11,3

4,4

1,4

o,5

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

232  Österreich-Ungarn.  Leinen-  und  Juteindustrie.
        <pb n="251" />
        Produktionswert..

283

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Österreich-Ungarns
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen:
Rohflachs
Ab  78  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten
Geschwungener  Flachs
„  „  im  Inlande  gewonnen 1 )  ....
Ab  io  Proz.  Hechelverlust
Ab  26  Proz.  Spinnverlust

13  736  t
10  714t
35  4651
33  200  t
68665t
6  866  t
61  799  t
16067  t

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an

Halbfabrikaten:

Flachswerg  und  Flachsabfälle
Garne

2  265  t
8  468  t

Wert
pro  Tonne
in  Mark

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Leinengew r ebe,  glatt  und  gemustert  .
„  gefärbt  und  gedruckt
Feinendamaste  aller  Art
Spitzen  und  Stickereien
Leinengarne  für  den  Einzelverkauf  .

.  .  .  1690t
.  .  .  132t
...  559  t
.  .  .  1001
...  50t
2  531t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  20  Mlll.  Mark.

3  022  t

45  7321

10  733  t

2  53it

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

48  754  t

13  2641

35  4901

35  490  t  ergeben  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5400  Ji&amp;gt;  angenommen,  191,6  MiU.  Mark.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
t'ür  das  Inland  verarbeitet  für  191,6  Mill-  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „21  „  &amp;gt;,
Ausgefiihrte  Fertigwaren  „20  „  „
232,6  Mill.  Mk.
t)  Ernteertrag  im  Jahre  1912/13-Inlandsverbrauch

  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  191,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  2,6  „  „
194,2  Mill.  Mk.
        <pb n="252" />
        234

Österreich-Ungarn.  Leinen-  u.  Juteindustrie.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  Österreich-Ungarns  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Jute,  Jutewerg  und  Jutegarne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  10,6  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

Wert

pro  Tonne

in  Mark

5  4411

930

5  855  t

930

11  296t

930

52  489  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  900  Ji&amp;gt;  angenommen,  47,2  Mill.  Mark.

63  785  t

11  2961

52  4891

Produktion  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  47,2  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  0,3  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  10,6  „  „
58,1  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  47,2  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  0,8  „  „
48,0  Mill.  Mk.

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Österreich-Ungarns  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

15,1

21,1

26,2

35,4

3,0

4,2

5,5

5,6

Halbfabrikate

2,5

2,4

4,8

4,1

10,4

15,0

15,6

21,0

Fertigwaren

1,0

1,1

2,4

2,6

7,0

15,7

15,4

20,0

18,6

24,6

33,4

42,1

20,4

34,9

36,5

46,6

Der  Anteil  der  Leinenindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt:
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913  6,9  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  5,6  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  12,8  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  13,6  „
Unter  den  europäischen  Ländern  nimmt  Österreich-Ungarn  in  der  Leinenindustrie ­
  die  fünfte  Stelle  ein.  Die  Leinenindustrien  Englands,  Deutschlands,
Frankreichs  und  Rußlands  sind  bedeutender.  In  gleichem  Verhältnis  steht  der
Inlandsverbrauch,  der  in  Österreich-Ungarn  den  Durchschnittsverbrauch  Europas
übersteigt.  Die  Ausfuhr  ist  etwas  niedriger  als  in  Deutschland.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
.  126  Proz.  128  Proz.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  207  Proz.  gestiegen,  und  zwar  tritt  die  Steigerung  erst  von  1900  ab  ein.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  in  der  gleichen  Periode  eine  Erhöhung ­
  um  186  Proz.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  eine  solche  von  102  Proz.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1,0  auf  2,6  Mill.  Mark  gestiegen.
        <pb n="253" />
        Bin-  und  Ausfuhr.

235

Im  Verhältnis  zu  den  anderen  Industrien  ist  die  Leinenindustrie  Österreich-Ungarns
  wohl  nicht  bedeutend,  aber  die  günstige  Erhöhung  der  Ausfuhr  an
Fertigwaren  wie  an  Halbfabrikaten  zeigt,  daß  sie  sich  unvergleichlich  besser
entwickelt  hat,  als  beispielsweise  die  Seidenindustrie.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  Flachs,  Flachs  geschwungen  und  Flachswerg  kam  1913
aus  folgenden  Ländern:

Rohflachs

Flachs  geschwu

n  gen

Flachswer

Deutschland  ....  14768  t

Rußland

35  139  t

1  441t

Deutschland  .  .  .  .

4  3001

3  008  t

Belgien

202  t

120t

Sonstigen  Ländern  .

37  t  !

28t

39  678  t

4  597  t

Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Ausfuhr  im  Jahre

1913  war:

Deutschland  5,3  Mill.  Mark.

%

Halbfabrikate.

Leinengarne

,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt.  Nähgarne.

1890  1900

1910

1913

Einfuhr

.  .  2,9  2,7

5,2

4,6  Mill.  Mk.

Ausfuhr

•  ■  10,5  15,1

15,7

21,1  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  2,2  Mill.  Mk.  |  Deutschland  1,7  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  14,9  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  .  1,2  Mill.  Mk.  Hamburg  (Freih.)  3,1  Mill.  Mk.

Fertigwaren.
a )  Glatte  und  gemusterte  Gewebe,  roh  oder  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt.  Damaste.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,3  0,6  1,0  0,9  Mill.  Mk.
Ausfuhr  6,8  14,1  11,9  15,8  ,,

Uie  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
r , ei '  Staaten  .  .  4,3  Mill.  Mk.  Hamburg  .  .  .  1,0  Mill.  Mk.  j  Rumänien  .  .  .  0,6  Mill.  Mk.
jo  Britannien  .  2,7  Italien  0,9  „  „  1  Argentinien  .  .  0,6  „  „
Deutschland  .  .  2 , 2
b)  Leinene  Spitzen  und  Stickereien.

1890

1900

1910

1913

&amp;gt;

Einfuhr

0,1

o,7

0,8  Mill.  Mk.

Ausfuhr.  .  .

1,4

3,3

4,1  „  «

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  2,7  Mill.  Mk.  |  Ver.  Staaten  .  .  0,4  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  0,3  Mill.  Mk.
        <pb n="254" />
        2.36

Österreich-Ungarn.  Juteindustrie.

Entwickelung  der  Juteindustrie  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

9.2

11,7

16,8

33,6

0,1

0,1

0,1

0,4

Halbfabrikate

1,7

1,5

1,6

3,0

—

0,1

0,1

0,3

Fertigwaren

0,1

0,1

1,0

o,8

0,4

1,2

4,2

10,6

11,0

13,3

19,4

37,4

0,5

1.4

4,4

11,3

Der  Anteil  der  Juteindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt:
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Juteindustrie  im  Jahre  1913  '.  .  .  6,6  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  4,2  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  8,8  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Jutewaren  im  Jahre  1913  8,4  „
Die  Juteindustrie  Österreich  -  Ungarns  hat  sich,  wie  aus  der  Erhöhung  der
Rohstoffeinfuhr  und  Fertigwarenausfuhr  hervorgeht,  in  den  letzten  Jahren  recht
günstig  entwickelt,  sie  nimmt  unter  den  europäischen  Staaten,  wie  bei  Leinen,
den  vierten  Rang  ein;  nur  die  Juteindustrien  Englands,  Deutschlands  und  Frankreichs ­
  sind  bedeutender.
Die  Ausfuhr  ist  nicht  bedeutend,  aber  immerhin  etwas  höher  als  die
Deutschlands.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  Jutewaren  von  1890  bis
1913  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
240  Proz.  2160  Proz.,
ein  Beweis,  daß  sich  die  Juteindustrie  erst  in  den  letzten  Jahren  stärker  entwickelt ­
  hat.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  232  Proz.  gestiegen.  Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  betrug  1890
0,4  Mill.  Mark  und  1913  10,6  Mill.  Mark,
Die  Einfuhr  der  R.ohjute  erfolgte  zum  größten  Teil  aus  Indien.
Jutegarne  wurden  1913  hauptsächlich  eingeführt  aus:
Deutschland  2,5  Mill.  Mk.  Belgien  0 ,3  Mill.  Mk.
Fertigware  n.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Hamburg(Freih.)  3,0  Mill.  Mk.  Türkei  1,9  Mill.  Mk.  Ver.  Staaten  .  .  0,6  Mill.  Mk.
Rumänien  ...  2,0  „  „  Deutschland  .  .  0,9  „
        <pb n="255" />
        Österreich-Ungarns  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.
Kleider,  Patzwaren,  Wäsche,  Hüte  (mit  Ausnahme  der  Strohhüte),  Posamentier-  und  Kn  opfm  a  ch  er  waren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1910

1900

1890

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Millionen  Mark

a)  Kleider  und  Putzwaren.

Damenkleidungen  aus  Seide  oder  Halbseide

2,8

2,3

2,4

4,1

2,8

2,7

4,6

1,0

Desgl.  aus  Wolle

1,7

Li

1,4

1,3

1,6

2,0

1,2

1,4

Desgl.  aus  Baumwolle  oder  Leinen

1,0

0,7

2,5

1,8

4,1

4,1

1,1

1,6

Herren-  und  Knabenkleidungen  aus  Wolle,  Seide  usw

0,7

0,6

0,4

0,6

9,9

10,1

8,8

3,8

Desgl.  aus  Baumwolle  oder  Leinen

0,2

0,1

0,1

0,1

0,8

0,7

0,3

0,5

Kleidungen  mit  Kautschuk  überzogen

n

0,9

0,1

0,1

0,3

0,3

0,1

0,1

Putzwaren  (auch  Putzwäsche)  und  andere  genähte  Artikel  aus  Baumwolle

2,5

1,9

0,5

0,1

3,0

6,8

0,1

0,3

Desgl.  aus  Leinen

0,7

0,7

0,1

0,1

0,4

1,5

0,1

0,02

Desgl.  aus  Wolle,  Seide  oder  Halbseide

3,o

3,3

0,5

0,4

3,0

2,3

0,1

0,3

b)  Wäsche.

Wäsche  aus  Baumwolle

0,2

■  0,2

0,3

0,1

12,4

10,8

5,5

4,8

Desgl.  aus  Leinen

0,1

0,1

0,2

0,2

0,6

o,5

0,8

0,6

Desgl.  aus  Wolle  oder  Seide  usw

0,1

—

0,1

0,1

0,1

0,1

0,1

0,03

c)  Hüte  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.

Hutstumpen  aus  Haarfilz

\  0,1

0,1

0,1

1,9

0,2

}  0,4

0,1

Desgl.  aus  Wollfilz

1

1,1

0,3

)

Herren-  und  Knabenhüte,  nicht  garniert

—

—

0,1

—

o,4

0,3

0,2

0,1

Desgl.  aus  Haarfilz,  garniert

1,3

1,8

1,6

0,6

11,8

4,9

4,3

2,2

Desgl.  aus  Wollfilz,  garniert

0,9

0,7

—

—

0,6

0,5

—

—

Desgl.  aus  Seide  und  auch  aus  anderen  Stoffen

0,1

0,2

0,3

0,1

0,2

0,1

0,1

0,1

Damenhüte,  nicht  garniert

0,6

0,3

0,2

—

7,9

0,7

_

Desgl.  garniert

0,2

0,2

0,3

0,1

0,3

0,1

/

Hüte,  nicht  besonders  benannte  '

—

—

—

—

—

—

—

1,5

Fez,  mit  oder  ohne  Quasten

—

—

—

—

4,4

5,4

4,1

1,9

d)  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren.

Posamentier  waren  aus  Seide,  Wolle,  Baumwolle  oder  Leinen,  Knopfmacherwaren,

  auch  Bandwaren  aus  Baumwolle,  Leinen  oder  Wolle

4,0

4,8

3,6

1,6

7,4

10,2

5,9

2,2

21,3

19,9

14,8

n,5

75,0

64,6

39,5

22,s

Konfektionsindustrie.  237
        <pb n="256" />
        238

Österreich-Ungarn.  Konfektionswaren.

Entwickelung  der  Industrie  für  Konfektionswaren,  Hüte  und  Posamentierwaren
Österreich-Ungarns  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a)  Kleider  und  Putzwaren

8,6

8,0

11,6

13,7

9,0

16,4

30,5

25,9

b)  Wäsche

0,4

0,6

0,3

0,4

5,4

6,4

11,4

13,1

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhiite  .

o,9

2,6

3,2

3,2

5,9

10,8

12,5

28,6

d)  Posamentier-  und  Knopfmaoherwaren

1,6

3,6

4,8

4,0

2,2

5,9

10,2

7,4

11,5

h,8

19,9

21,3

22,5

39,5

64,6

75,0

Der  Anteil  der  Konfektionsindustrie  Österreich-Ungarns  beträgt:
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913  5,3  Proz.
an  der  Ausfuhr  „  „  „  „  „  „  „  9,0  „
an  der  Produktion  der  „  „  „  „  „  .  „  „  8,9  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  „  „  „  7,0  „
Sowohl  in  der  Produktion  wie  in  der  Ausfuhr  nimmt  die  Konfektionsindustrie ­
  Österreich-Ungarns  unter  den  europäischen  Staaten  den  vierten  Rang
ein;  nur  die  Konfektionsindustrie  Englands,  Frankreichs  und  Deutschlands  sind
bedeutender.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  Konfektionswaren  von  1890
bis  1Q13  beträgt
in  der  Einfuhr:  in  der  Ausfuhr:
85  Proz.  233  Proz.

Die  Entwickelung  der  einzelnen  Gruppen  ist  aus  nachfolgender  Aufstellung
zu  ersehen.
a)  Kleider  und  Putzwaren.

Die  Ausfuhr  dieser  Artikel  ist  von  1890  bis  1913  um  187  Proz.  gestiegen,
an  sich  ein  sehr  gutes  Ergebnis,  aber  die  Ausfuhrsumme  selbst  ist  im  Verhältnis
zur  Ausfuhrsumme  der  anderen  Länder  noch  nicht  hoch.
Die  Einfuhr  der  gleichen  Artikel  ist  in  steter  Zunahme  begriffen  und
erreichte  1913  die  Summe  von  13,7  Mill.  Mark  Sie  ist  höher  als  in  Deutschland
oder  Frankreich.  —  Die  wichtigsten  einzelnen  Positionen  sind:

1.  Damenbekleidungen  aus  Seide,  Wolle,  Baumwolle  usw.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

7,2

6,3

4,1

5,5  Mill.  Mk.

Ausfuhr  ....

4,0

6,9

8,8

8,5  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Plinfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  2,5  Mill.  Mk.  Frankreich  1,8  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  3,5  Mill.  Mk.  Rumänien  .  .  .  0,6  Mill.  Mk.  Türkei  0,4  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  1,0  „  „  Bulgarien  ...  0,4  „  „  Rußland  ....  0,3  „  „
Italien  0,6  „  „

;en  aus

Wolle,

Baumwolle  usw.

1890

1900

1910

0,7

0,5

0,7

4,3

9,1

10,8

1913
Einfuhr  0,7  0,5  0,7  0,9  Mill.  Mk.
Ausfuhr  4,3  9,1  10,8  10,7  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ägypten
Türkei  .

4,0  Mill.  Mk.
3,6  „  „

Deutschland  .
Griechenland

1,0  Mill.  Mk.
0,2  „
        <pb n="257" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

239

3.  Putzwaren,  auch  Putzwäsche  und  andere  genähte  Artikel.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

0,6

1,1

5,9

6,2  Mill.  Mk.

Ausfuhr  ....

0,6

0,3

10,6

6,4  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  3,3  Mill.  Mk.  !  Frankreich  .  .  .  l,4Mill.  Mk.  j  Großbritannien  .  0,6Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1Q13  waren:
Großbritannien  1,8  Mill.  Mk.  I  Ver.  Staaten  0,5  Mill.  Mk.
Deutschland  1,2  „  „  I  Rumänien  0,3  „  „

b)  Wäs  che.
Während  die  Einfuhr  nur  gering  war,  ist  die  Ausfuhr  von  18QO  bis  1Q13
in  günstiger  Weise  und  zwar  um  142  Proz.  gestiegen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei  .  .
Brasilien  .
Rumänien
Serbien  .
Ägypten  .

.  1,6  Mill.  Mk.

Deutschland  .

0,7  Mill.  Mk.

Argentinien  .

.  0,2  Mill.  Mk.

•  1,1  „

Ver.  Staaten  .

0,7  „

Griechenland  .

•  0,2  „

•  1,0  „

Niederlande  .

.  0,3  „  „

Bulgarien  .  .

•  0,2  „

•  1,0  „

Norwegen  .  .

.  0,3  „  „

Dänemark  .  .

•  0,25  „

.  0,9  „  „

Schweiz  .  .  .

-  0,3  „  „

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.
Die  Hutindustrie  hat  sich  sehr  günstig  entwickelt  und  besonders  die  Ausfuhr ­
  an  Haarfilzhüten  ist  größer  als  aus  Italien.
Auch  die  Ausfuhr  an  Damenhüten  erreichte  1913  8,2  Mill.  Mark  und  ist
m  starkem  Aufstieg  begriffen.  Als  Anhaltspunkt,  wieweit  die  Ausdehnung  möglicli
lst -  sei  bemerkt,  daß  die  Ausfuhr  Frankreichs  in  diesem  Artikel  45,3  Mill.  Mk.  betrug.
Die  einzelnen  wichtigsten  Positionen  sind:

1.  Herrenund

  Knabenhüte

aus  Haar  filz

garniert.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .

0,6

1,6

1,8

1,3  Mill.  Mk.

Ausfuhr  .  .

4,3

4,9

11,8  „  „

Deutschland
Hamb

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

6,0  Mill.  Mk.

Großbritannien
Rumänien  .  .

0,7  Mill.  Mk.
o,7  ,,  *,

o,3S  Mil.  Mk.

Rußland  ....  0,8  Mill.  Mk.
urg.  ...  1,5  „  „  [  Ver.  Staaten  .  .  0,8  „  „
2.  Damenhüte,  nicht  garniert.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
roßbritannien  .  4,3  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  1,6  Mill.  Mk.  Frankreich
3-  Fez,  mit  oder  ohne  Quasten.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
2,5  Mill.  Mk.  Ägypten  0,35  Mill.  Mk.
0,6  „  „  Britisch-Afrika  •  •  •  0,34  „  „
d)  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren.

Türkei
Dritisch-Indien

Einfuhr
Ausfuhr  2,2
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  3,5  Mill.  Mk.  |  Frankreich  °’ 2  Ml11 '  Mk '
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

1890

1900

1910

1913

1,6

3,6

'  4,8

4,0  Mill.  Mk.

2,2

5,9

10,2

7,4  -  „

JT  '
Deutschland  .  .1,7  Mill.  Mk.
Großbritannien  .1,5  „  ”
Türkei  .....  0,7  „  «
Britisch-lndien  .  0,4  -  „

Schweiz  ....  0,35  Mill.  Mk.
Rumänien  .  .  .  0,35  -  „
Rußland....  0,3  „  „

Ver.  Staaten  .  .  0,25  Mill.  Mk.
Persien  ....  0,25  „  „
Ägypten  .  .  .  0,25  „  „
        <pb n="258" />
        240

Österreich-Ungarn.  Ein-  und  Ausfuhr.

an  Textilwaren  nach  Ländern  geordnet.

241

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Österreich-Ungarns  an  Rohstoffen  u n( *  Zeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.
Sämtliche  Werte  &amp;gt;»  Ml 'Honen  Mark.

Belgien
Bulgarien
Dänemark  mit  Island  und  Grönland  .
Deutschland
Hamburg  und  Bremen  (Freihäfen)  .  .
Frankreich
Griechenland
Großbritann.  m.  Gibraltar,  Malta,  Cypern
Italien
Montenegro
Niederlande
Norwegen
Portugal
Rumänien
Rußland
Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei
Triest  und  Fiume  (Freigebiete)  ....

Ägypten
Algerien  und  Tunis  ....
Belgisch-Kongo
Britisch-Ost-  und  Westafrika
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Marokko
Tripolis

Britisch-Indien  .  .  .
China
Japan
Niederländisch-Indien
Persien.  ......

Argentinien
Brasilien
Chile
Kanada  u.  sonst.  brit.Bes.  in  Nordamerika
Kolumbien  .  .  -
Kuba
Mexiko
Peru
Vereinigte  Staaten
Westindien
Zentralamerika

Australischer  Bund
Neuseeland  ....

Anderen  Ländern

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwar eI1
insgesatf^

Einfuhr  nach  Österreich-Ungarn  von

0,3

15,5

2,3

0,5

o,3

0,3

19.2

—

0,02

—

—

—

—

0,02

—

0,01

—

—

—

—

0,01

47,1

97,4

30,0

10,2

3,6

12,1

200,4

—

—

—

—

—

—

—-2,1



5,9

23,0

0,7

0,02

3,9

35,02

—

1,0

0,1

—

—

—

1,1

19,5

41,2

4,2

2,6

0,6

1,8

69,9

1,0

0,5

16,2

0,04

0,3

1,5

19,51

—

0,1

—

—

—

—

0,1

0,1

0,3

0,02

0,02

0,02

0,04

0,5

—

—

—

—

—

—

■—

0,01

0,02

—

—

—

—

0,03

0,01

1,2

0,01

—

0,01

—

1,23

—

1,7

0,01

27,7

—

—

29,4 1

—

—

—

—

—

—

—

27,4

4,2

21,6

0,2

0,01

0,5

53,91

—

0,1

—

—

—

—

0,1

—

0,2

—

—

—

—

0,2  i

7,0

5,5

1,3

—

—

0,2

14,0

—

—

—

0,01

—

0,0 1

24,5

—

—

24,5

—

0,1

—

—

—

—

0,1

—  '

—

—

—

0,01

0,08

—

—

—

—

o,o9

—

—

—

—

—

-—

—

0,01

—

—

—

—

0,01

—

—

—

—

—

■—

51,2

0,3

0,3

—

32,4

84,2

0,4

—

0,03

—

—

—

0,43

0,01

—

0,1

—

—

0,02

o,i3

—

—

—

—

—

0,01

0,02

—

—

—

—

co
O
Ö

0,01

12,3

—

—

12,31

0,1

—

—

—

0,1
0,08

—

0,08

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

172,0

0,6

0,1

—

—

0,2

17  2,9  &amp;gt;

—

—

—

—

—

—

0,02

—

—

—

—

0,02

—

7,7

_

7,7

—

0,03

—

—

—

o,o3

0,7

2,1

0,4

0,2

0,1

0,8

4,3l

353&amp;gt;5

198,2

99,7

42,1

37,4

21,3

752,2

Baumwolle ­


Textilwaren

Wolle  Seide

Leinen

J ute  tion

insgesamt

Ausfuhr  aus  Österreich-Ungarn  nach

0,03

46,6

11,3

7S,o

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

0,6

0,3

0,8

3,8

0,2

0,3

0,2

i,i

5,9

0,07

0,3

—

o,S

1,47

10,0

25,2

1,4

17,8

109,3

0,4

4,3

3,0

4,1

19,9

2,1

0,1

—

1,5

6,4

0,04

0,1

0,3

0,7

5,14

6,8

4,0

0,02

10,2

28,12

13,7

2,0

0,2

1,3

26,7

0,02

—

—

0,4

1,72

0,2

0,1

—

0,9

9,2

0,01

0,1

0,02

0,5

0,87

0,1

—

0,02

0,23

0,9

0,8

2,1

3,3

28,4

0,2

0,2

0,1

2,0

12,2

0,02

0,6

0,07

0,3

2,19

3,1

0,8

0,8

2,5

56,3

0,1

o,5

0,3

2,1

10,7

0,1

0,01

—

0,06

0,45

0,2

0,3

1,9

9,3

52,2

0,01

0,1

0,63

0,04

0,1

0,06

5,8

10,8

—

—

—

0,02

0,1

—

—

—

0,02

0,02

—

—

—

0,3

0,5

0,01

—

—

0,1

0,17

—

—

—

0,1

0,25

—

—

0,02

0,05

0,2

0,05

0,05

1,1

11,2

—

—

0,2

0,8

—

—

0,03

6,73

0,02

—

0,1

0,37

0,2

0,01

—

0,3

1,31

0,2

0,6

0,02

0,5

3.32

0,1

0,2

—

1,5

3,1

0,09

—

0,1

0,69

0,4

0,2

—

0,3

1,5

0,01

0,01

—

0,1

0,21

0,01

0,02

—

0,2

0,36

0,03

0,02

—

0,2

0,49

—

—

—

0,1

0,2

o,9

4,8

0,6

2,7

12,3

—

—

0,02

0,04

|

—

—

0,1

0,16

0,01

0,02

I  '  —

0,07

0,3

!  —

—

—

—

—

0,1

0,5

0,1

1,5

3,6

Großbritann.  m.  Gibraltar,  Malta,  Cypern
Italien
Montenegro
Niederlande
Norwegen
Portugal
Rumänien
Rußland
Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei
Triest  und  Fiume  (Freigebiete)
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch  -  Kongo
Britisch-Ost-  und  Westafrika
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Marokko
Tripolis
Britisch-Indien
China
Japan
Niederländisch-Indien
Persien
Argentinien
Brasilien
Chile
Kanada  u.  sonst,  brit.  Bes.  in  Nordamerika
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Peru
Vereinigte  Staaten
Westindien  ohne  Kuba
Zentralamerika
Australischer  Bund
Neuseeland
Anderen  Ländern

440,4

16
        <pb n="259" />
        242

Italien.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Italiens.
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

139.4

307,1

4-120

26,3

193,5

+  635

Wolle  und  Halbwolle  .  .  .

78,1

145,4

+  86

5,8

47,3

+715

Seide  und  Halbseide  ....

67,9

172,7

4-154

261,0

420,5

4-  61

Leinen

13,9

19,0

4-  37

4,0

6,1

+  52

Jute

4,4

27,6

+527

1,9

10,7

4-463

Konfektion

9,9

17,2

+  74

4,0

41,6

4-940

313,6

689,0

4-119,7

303,0

719,7

4-137,5

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr
im  Spezialhandel  beträgt  .
Der  Anteil  der  Textilindustrie

1055,7

2  910,2

716,8

2  003,1

am  Außenhandel  betrug
demnach

29,7  Proz.

23,6  Proz.

42,3  Proz.

35,9  Proz.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  Italiens  beträgt
an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an  Textilwai-en  im  Jahre  1913  .  .  5,7  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  6,3  „
Die  Einfuhrquote  Italiens  ist  etwas  niedriger  als  die  Österreich-Ungarns,  die
6,3  Proz.  beträgt;  dagegen  ist  die  Ausfuhrquote,  entsprechend  der  viel  größeren
Ausfuhr,  höher.  Österreich-Ungarn  hat  eine  Ausfuhrquote  von  nur  3,8  Proz.
Die  beiden  Hauptindustrien  des  Landes,  die  Baumwoll-  und  Seidenindustrie,
haben  sich  sehr  günstig  entwickelt.  Die  Ausfuhr  der  Baumwollindustrie,  die
sich  zum  weitaus  größten  Teile  auf  Fertigwaren  und  Halbfabrikate  erstreckt,  ist
von  1890  bis  1913  von  26,3  auf  193,5  Milk  Mk.  gestiegen.  Dagegen  zeigt  die
Einfuhr  an  Fertigwaren  und  Halbfabrikaten  im  gleichen  Zeiträume  kaum  eine
Erhöhung,  so  daß  danach  die  Baumwollindustrie  den  inzwischen  stark  gestiegenen
Inlandsverbrauch  fast  vollkommen  decken  konnte.
Auch  in  der  Seidenindustrie  ist  die  Ausfuhr,  die  schon  im  Jahre  1890  sehr
bedeutend  war,  von  1890  bis  1913  um  61  Proz.  gestiegen.  Allerdings  ist  dabei
zu  berücksichtigen,  daß  die  Ausfuhr  sich  vornehmlich  auf  Rohstoffe  und  Halbfabrikate ­
  dieser  Industrie  bezieht.
Wolle  und  Konfektion  zeigen  in  der  Ausfuhr  eine  sehr  starke  Erhöhung,
doph  sind  die  Ausfuhrsummen  selbst  nicht  beträchtlich.
Die  Ausfuhr  an  Leinen-  und  Jutewaren  ist  die  wenigst  bedeutende.
        <pb n="260" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

243

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Qesamtaußenhandel  Italiens.
Dieser  betrug:

An  der  Einfuhr

An  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

29,7  Proz.

23,6  Proz.

42,3  Proz.

35,9  Proz.

Sowohl  in  der  Einfuhr  wie  in  der  Ausfuhr  hat  sich  der  prozentuale  Anteil
der  Textilindustrie  1913  gegen  1890  vermindert,  weil  die  anderen  Ausfuhrwerte
Italiens  eine  entsprechende  Steigerung  erfuhren.
Immerhin  ist  der  Anteil  an  der  Ausfuhr  der  Textilindustrie  mit  35,9  Proz.
ein  sehr  hoher  und  zeigt,  daß  mehr  als  der  dritte  Teil  aller  Ausfuhrwerte  Italiens
der  Textilindustrie  entstammt,  so  daß  diese  die  bedeutendste  Industrie  des
Landes  ist.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

272,6

4,8

29,7

6,2

48,3

139,0

Wolle  und  Halbwolle  .  .

62,0

33,1

50,3

8,9

5,6

32,8

Seide  und  Halbseide  .  .

127,7

12,2

28,7

193,9

144,7

80,2

Kunstseide  .

_

—

4.1

—

1,7

Leinen

2,9

13,2

2,9

2,5

3,6

Jute  .  .

27,2

0,2

0,2

0,4

0,4

9,9

Konfektion  .

-

—

17,2-41,6



492,4

63,5

133,1

209,4

201,5

308,8

Ihe  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  283,0  Mül.  Mk,
”  Ausfuhr  „  Halbfabrikaten  „  „  eingeführten,  „  138,0  „  „
-  „  Fertigwaren  „  „  „  „  175,7  »  „

Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  283,0  Mill.  Mk.
*  Ausfuhr  „  Halbfabrikaten  „  „  eingeführten,  „  138,0  „  „
»  „  Fertigwaren  „  „  „  „  175,7  „  „

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  1912/13  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
21  637  t  rohe  Wolle 1 )  ...  im  ungefähren  Werte  von  35,7  Mill.  Mark
47  500  t  Kokons 1 )  im  ungefähren  Werte  an  Seide  „  128,2  „  „
2  5001  Flachsfaser  ....  im  ungefähren  W  erte  „  2,0  „  „
165,9  Mill.  Mark

16*

*)  Raut  amtlicher  Statistik  Italiens.
        <pb n="261" />
        244

Italien.  Textilindustrie  :  Rohstoffe,  Halbfabrikate.

Die  rolie  Baumwolle  wird  zum  größten  Teil  aus  Nordamerika,  Britisch  -
Indien  und  Ägypten  eingeführt.  Genauere  Angaben,  nach  Mengen  und  Herkunftsländern ­
  geordnet,  befinden  sich  auf  S.  254.
In  den  letzten  Jahren  bemühte  sich  Italien,  Baumwolle  im  Inlande  zu
pflanzen,  und  zwar  in  Apulien  und  Sizilien,  doch  kommen  die  gewonnenen
Mengen  bis  jetzt  noch  nicht  in  Betracht.
Rohe  Wolle  wird  zwar  im  Inlande  gewonnen,  aber  lange  nicht  in  ausreichender ­
  Menge,  denn  es  mußte  im  Jahre  1913  noch  für  37  Milk  Mark  Wolle
aus  dem  Auslande  bezogen  werden.  Andererseits  wird  in  den  letzten  Jahren
auf  eine  bessere  Förderung  der  Schafzucht  großes  Gewicht  gelegt.  Die  Zahl
der  Schafe  ist  innerhalb  25  Jahren  von  8,5  Millionen  auf  11,5  Millionen  gestiegen.
Was  die  Seide  betrifft,  so  hat  Italien  unter  den  europäischen  Staaten  die
größte  Kokonsproduktion,  obgleich  sie  in  stetem  langsamen  Rückgang  begriffen
ist.  Im  Jahre  1900  betrug  die  Kokonsernte  57000  t  und  im  Jahre  1912  47500  t.
Es  wird  über  den  Rückgang  der  Seidenraupenzucht  in  Italien  viel  geklagt,  aber
eine  Abhilfe  dürfte  kaum  zu  erreichen  sein,  weil  diese  in  erster  Linie  von  billigen
Arbeitskräften  abhängig  ist.  Japan  und  China  besitzen  in  dieser  Richtung  eine
große  Überlegenheit.  Die  italienische  Rohseidenfabrikation  hat  indessen  durch
den  Rückgang  der  Seidenraupenzucht  keine  Einbuße  erlitten,  denn  es  werden
große  Mengen  Kokons  aus  Rußland,  Österreich-Ungarn  und  der  Türkei  usw.  eingeführt. ­
  Der  Wert  der  ausgeführten  Rohseide,  abzüglich  der  eingeführten,  betrug
im  Jahre  1890  45,4,  im  Jahre  1913  95,7  Milk  Mark,  so  daß  bei  abnehmender
Kokonsernte  die  Rohseidenproduktion  dennoch  beträchtlich  zugenommen  hat.
Leinen.  Die  Einfuhr  von  Flachs  ist  nicht  bedeutend.
Jute.  Die  beträchtliche  Juteeinfuhr  1913  im  Werte  von  27,2  Milk  Mark
stammt  aus  Britisch-Indien.

Halbfabrikate.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  verhältnismäßig  gering,  während  die
Ausfuhr  derselben  bereits  eine,  ziemliche  Höhe  erreicht.
Baumwolle.  Die  Spinnereien  arbeiten  für  den  Inlandsbedarf  so  weit,  daß
die  Einfuhr  1913  an  rohen  und  gezwirnten  Garnen  ganz  unbedeutend  ist,  während
die  Ausfuhr  darin  die  stattliche  Höhe  von  24,5  Milk  Mark  aufweist.  Auch  bei
gebleichten  oder  gefärbten  Garnen  zeigt  die  Ausfuhr  gegen  die  Einfuhr  einen
Überschuß  von  4,6  Milk  Mark.  Rohe  feinere  Gewebe  wurden  für  1,8  Milk  Mark
eingeführt,  während  rohe  Exportgewebe  für  17,1  Milk  Mark  ausgeführt  wurden.
Wolle.  Die  stärkste  Einfuhrposition  ist  Kammzug,  wovon  im  Jahre  1913
für  30,6  Milk  Mark  eingeführt  wurde.  Die  Produktion  der  Kammgarnspinnereien
ist  dagegen  bedeutend,  denn  sie  deckt  nicht  nur  den  großen  Inlandsbedarf  an
Kammgarnen,  sondern  konnte  auch  einen  Ausfuhrüberschuß  von  3,1  Milk  Mark
erreichen.
Seide.  Sehr  bedeutend  ist  die  Ausfuhr  an  gezwirnter  Seide,  die  im
Jahre  1913  die  Höhe  von  114,7  Milk  Mark  erreichte,  während  die  Einfuhr  darin
        <pb n="262" />
        Produktion.

245

9.1  Mill.  Mark  betrug.  Auch  bei  Florettgarnen  ist  der  Überschuß  der  Ausfuhr
gegen  die  Einfuhr  von  22,6  Mill.  Mark  ein  sehr  hoher.  An  gefärbter  Seide
wurde  für  1,4  Mill.  Mark  ein-  und  für  5,9  Mill.  Mark  ausgeführt.
Leinen.  Der  Wert  der  eingeführten  rohen  und  gebleichten  Game  im
Jahre  1913  beträgt  13,2  Mill.  Mark,  dem  eine  Ausfuhr  von  2,5  Mill.  Mark  gegenübersteht. ­

Fertigwaren.
Die  genauen  Einzelheiten  über  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Fertigwaren  sind
aus  den  später  folgenden  Abschnitten  über  die  Entwickelung  der  verschiedenen
Industriezweige  Italiens  zu  ersehen.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Italiens  im  Jahre  1913.
Aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionswerte ­
  der  italienischen  Textilindustrie:

Mill.  Mark

Anteil  Italiens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Pro  z.

Baumwollindustrie

697,5

5,7

'Voll-  und  Halbwollindustrie

393,1

4,9

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

289,2

14,6

Leinenindustrie

30,6

1,6

Juteindustrie

35,2

5,3

Kunstseidenindustrie 1 )

9,1

6,7

Der  Produktionswert  der  Konfektionsindustrie  kann

ähnlich  wie  in  Deutschland  —  entsprechend  dem

Ausfuhrwert  von  41,6  Mill.  Mark,  abzüglich  der  bereits

  verrechneten  Textilmaterialien,  angenommen

werden  mit  .

62,4

4,9

1  517,1

5,8

Die  vergleichenden  Zahlen  betreffend  die  Produktion  der  einzelnen  Gruppen
'ler  "I  nxtilindustrie  von  Italien  und  von  Österreich  sind  im  Kapitel  Österreich-Ungarn,
  S.  213  bis  215,  zu  ersehen.

Italiens  Textilindustrie 2 ).
Italien  besitzt  eine  sehr  bedeutende,  mit  allen  Mitteln  der  modernen  Technik
u «gestattete  Textilindustrie.  An  erster  Stelle  steht  die  Baumwollindustrie,  die
auptsächlich  in  Oberitalien,  weniger  in  Mittel-  und  nur  spärlich  in  Süditalien
vertreten  ist.
9  Siehe  Seite  18.
schaftli  1  *&amp;gt;B°lletino  della  Cotoniera“,  „L’industria  Tessile  e  Tintoria“.  Fitzner:  „Die  wirtc
  611  Verhältnisse  Italiens“,  Berichte  über  Handel  und  Industrie.  Bd.  XX  und  XXII,
        <pb n="263" />
        240

Italien.,  Textilindustrie.

Baumwollindustrie.  Die  rasche  Entwickelung  der  italienischen  Baumwollindustrie ­
  ist  aus  folgenden  Vergleichszahlen  zu  ersehen.  Es  waren  in  Tätigkeit
im  Jahre  1900  im  Jahre  1913

Spindeln  2,2  Mill.  4,6  Mill.
Webstiihle  100000  145000

Nach  der  Arbeitsstatistik  von  1909  waren  in  der  Baum  Wollindustrie  207412
Arbeiter  beschäftigt,  welche  sich  wie  folgt  verteilen:

Männliche  Erwachsene  53  454
„  Kinder  9  238
Verheiratete  erwachsene  Arbeiterinnen  56  880
Junge  Arbeiterinnen  60  206
Mädchen  27  634

Eine  führende  Rolle,  sowohl  in  der  Spinnerei  als  auch  in  der  Weberei,
spielt  die  Lombardei;  es  folgen  dann  Piemont,  Venetien  und  Ligurien.  In  der
nachstehenden  Aufstellung  ist  das  Verhältnis  der  Betriebsausdehnung  der  verschiedenen ­
  Landesteile  unter  sich  zu  ersehen:

Spindeln  Webstühle
Lombardei  48,0  Proz.  57,0  Proz.
Piemont  27,0  „  22,0  „
Venetien  12,0  „  4,5  „
Ligurien  .  .  .  6,5  „  4,3  „
Übriges  Italien  6,5  „  12,2  „

Außer  den  Spinnereien  und  Webereien  haben  sich  auch  die  Färbereien
und  Druckereien  in  hervorragender  Weise,  entwickelt.  .
Die  Spinnerei  hatte  1913  einen  Verbrauch  an  roher  Baumwolle  von
202  000  t,  die  zum  weitaus  größten  Teile  und  zwar  mit  148000  t  von  den  Vereinigten ­
  Staaten  von  Nordamerika  geliefert  wurden;  weiter  waren  an  der  Einfuhr ­
  beteiligt:  Britisch-Indien  und  Ceylon  mit  35200t,  Ägypten  mit  10300t,
die  asiatische  Türkei  mit  6  100  t.
Hervorgehoben  zu  werden  verdienen  die  in  Apulien  und  Sizilien  angestellten
  Versuche  der  Baumwollanpflanzung,  die  dahin  zielen,  weite  Ländereien,
die  schon  früher  der  Baumwollkultur  dienten,  nun  aber  fast  brach  liegen,  derselben
wieder  nutzbar  zu  machen.  Laut  veröffentlichtem  Bericht  des  „Istituto  Agricolo
Coloniale  Italiano“  sind  die  Bemühungen  schon  zufriedenstellend,  und  die  Zukunft ­
  wird  zeigen,  ob  und  wieweit  Italien  als  Baumwolle  produzierendes  Land
in  Frage  kommen  kann.
Die  Produktion  an  Garnen  belief  sich  im  Jahre  1913  auf  175500  t  gegen
128200  t  im  Jahre  1902;  davon  wurden  108700  t  gegen  104100  t  im  Jahre  1912
dem  einheimischen  Markte  zugeführt.  Die  restlichen  Garne  mit  66800  t,  wovon
52  200t  zu  Geweben  verarbeitet  wurden,  fielen  der  Ausfuhr  zu.  Es  werden
vornehmlich  niedere  Garnnummern  (l  bis  50)  hergestellt,  die  Hauptnummern
        <pb n="264" />
        Produktion.

247

sind  8  bis  44.  Die  Makospinnerei  und  Zwirnerei  stellt  Garne  in  den  Nummern
80  bis  200  bzw.  80/2  bis  200/2  her.
Die  wichtigsten  Spinnereizentren  Italiens  befinden  sich  in  den  Provinzen
Mailand,  Bergamo,  Brescia,  Turin,  Novara  und  Udine.
Weberei.  Die  Zahl  der  mechanischen  Webstühle  wird  auf  ungefähr
130  000,  die  der  Bandwebstühle  auf  24  000  geschätzt.  Die  Handweberei  wird
fast  auschließlich  von  der  Landbevölkerung  Mittel-  und  Süditaliens  betrieben.
Die  Webereien  verarbeiten  in  der  Hauptsache  italienische  Garne.  Nur
wenige  besondere  Typen,  wie  Fantasiegarne  usw.,  deren  Herstellung  sich  infolge ­
  des  geringen  Verbrauches  nicht  lohnt,  werden  vornehmlich  aus  England
und  Frankreich  eingeführt.
Über  die  Produktion  der  Webereien  liegen  keine  zuverlässigen  Zahlen
vor.  Teilt  man  jedoch  die  hergestellten  Fabrikate  in  Gruppen  ein,  so  ergibt
sich  folgende  Reihenfolge:  1.  gefärbte  Gewebe,  2.  rohe  Gewebe,  3.  bedruckte
Gewebe  und  4.  gebleichte  Gewebe.  Zu  den  Hauptartikeln  der  italienischen
Webereien  gehören:  Baumwollflanell,  Barchent,  Oxford,  Zephir,  Florida,  Drillich,
Satin,  Shirting,  Futter-,  Krepp-,  Cretonne-  und  Baumwollkonfektionsstoffe,  Velvet,
Cord,  Jaquardgewebe,  Tischzeug,  Tischdecken  und  Taschentücher.
Die  Wirkwarenindustrie,  deren  Erzeugnisse  meistens  zu  den  billigeren
Artikeln  gehören,  hat  sich  hauptsächlich  in  Brescia  und  Umgebung,  sowie  in
Mailand,  Turin  und  im  Genovesato  angesiedelt.  Hergestellt  werden  hauptsächlich ­
  Strümpfe,  Unterbeinkleider,  Theatertrikots,  Sportbekleidungen,  sowie  gewirkte
Gewebe.  Die  Industrie  beschäftigt  mehr  als  20  000  Arbeiter,  von  denen  etwa
a /s  männliche  und  1 / s  weibliche  sind.
Das  Maschinenstickerei-  und  Spitzengewerbe  umfaßt  87  Betriebe
mit  752  Hand-  und  306  Navettenmaschinen.  Die  Provinz  Mailand  mit  Galamte ­
  und  Umgebung  spielt  auch  in  diesem  Industriezweig  die  führende  Rolle,
und  zwar  hat  in  den  letzten  Jahren  Galarate  auch  die  Herstellung  von  Baumwolltüllspitzen
  mit  befriedigendem  Ergebnis  aufgenommen.
Nähgarnindustrie.  Diese  hat  sich  erst  in  den  letzten  Jahren  stärker  entwickelt, ­
  und  zwar  namentlich  durch  Errichtung  neuer  Fabiiken  dei  englischen
Firma  Coats.  Es  bestehen  neun  Fabriken  in  der  Provinz  Lucca,  die  füi  den
inländischen  Bedarf  arbeiten  und  auch  geringere  Mengen  ausftihien.  Außeidem
ist  auch  noch  die  Einfuhr  an  Nähgarnen  sehr  bedeutend.
Wollindustrie.  Die  italienische  Wollindustrie  befindet  sich  in  I  iemont,
der  Lombardei,  Venetien  und  Toscana.  Die  Hauptgebiete  sind  Schio,  Biella
und  Prato-Toscana.  Sie  beschäftigt  ungefähr  88000  Arbeitei.  Die  Spindelzahl
'wird  auf  487786  geschätzt,  wovon  260000  auf  die  Wollkämmereien  kommen.
Die  Provinz  Novara  nimmt  zweifellos  den  ersten  l’latz  in  dei  italienischen
Wollindustrie  ein.  Nach  den  von  der  Handelskammer  in  Novaia  gesammelten
Daten  besaß  genannte  Provinz  im  Jahre  1914  eine  Totalspindelzahl  von  182854,
sowie  3401  Webstühle  und  78  Maschinen  für  die  Bearbeitung  der  Kunstwolle.
        <pb n="265" />
        248

Italien.  Textilindustrie.

In  diesen  Betrieben  waren  17637  Arbeiter  (10  631  weibliche  und  7006  männliche) ­
  beschäftigt.
Die  Streich-  und  Kammgarnspinnereien  Italiens  haben  eine  durchschnittliche ­
  Jahresproduktion  von  etwa  150  000t  Garne,  der  nur  ein  Verbrauch  von
etwa  40  000  t  gegenübersteht.  Da  die  inländischen  Spinnereien  hauptsächlich
gröbere  und  mittlere  Garne  herstellen,  so  wird  der  Bedarf  an  feineren  und
feinsten  Nummern  aus  dem  Auslande  gedeckt.
Für  die  Webereien  liegen  genaue  Angaben  über  die  Produktion  nicht  vor.
Es  werden  meistens  leichte  Frauenkleiderstoffe,  Herrenkonfektionsstoffe,  Militärtuche, ­
  Schale  und  Bettdecken  hergestellt.
Seidenindustrie.  Die  Seidenraupenzucht  wie  auch  die  Seidenindustrie  sind
ein  wichtiger  Faktor  in  der  italienischen  Textilindustrie,  jedoch  zeigt  die  Produktion ­
  an  Kokons,  wie  auf  S.  244  erwähnt,  einen  jährlichen  Rückgang,  weil  die
Konkurrenz  Japans  sich  stark  fühlbar  macht.  In  Japan  hat  sich  die  Kokonsproduktion ­
  in  den  letzten  25  Jahren  verzehnfacht,  während  sie  in  gleicher  Zeit
in  Italien  eher  zurück  gegangen  ist.  Dieser  Ausfall  wird  allerdings  dadurch
wettgemacht,  daß  die  Spinnereien  erhebliche  Mengen  Kokons  aus  dem  Auslande
einführen.
Die  Kokonsproduktion  Italiens  belief  sich  im  Jahre  1912  auf  4.7470  t  gegen
einen  Durchschnittsertrag  von  50790  t  der  Jahre  1906  bis  1911.  Der  Hauptproduzent ­
  ist  die  Lombardei,  die  mit  18410  t  an  der  Kokonsproduktion  beteiligt
ist.  Es  schließen  sich  an:  Venetien  mit  11750t,  Piemont  und  Ligurien  mit
zusammen  8  2601,  Emilien  mit  2  9001,  die  Marken  und  Umbrien  mit  1  9501,
Toscana  und  Latium  mit  2260  t  und  Süditalien  mit  Inseln  mit  1940  t.
Der  Ertrag  an  Rohseide  betrug  4105  t;  für  1kg  Rohseide  waren  also
11,4kg  Kokons  nötig  gegen  11,85kg  im  Jahre  1911.
Die  Filanden  (Abhaspelanstalten),  Spinnereien  und  Webereien  haben  ebenfalls ­
  ihren  Hauptsitz  in  der  Lombardei,  wo  Como  mit  seinen  136  Filanden  und
10  020  Becken,  177  Spinnereien  mit  einer  Gesamtzahl  von  295  719  Spindeln  und
73  Webereien  mit  10246  Webstühlen  eine  Vorrangstellung  einnimmt.
Die  italienische  Seidenweberei  hatte  im  Jahre  1912  rund  14100  mechanische
und  4500  Handwebstühle  im  Betrieb  und  beschäftigte  etwa  39  000  Arbeiter,  in  der
Mehrzahl  Frauen  und  Mädchen.  Die  Produktion  belief  sich  auf  1,4  Mill.kg  Gewebe.
Leinen-  und  Hanfindustrie.  Mailand  ist  der  Sitz  der  bedeutendsten  Unternehmungen ­
  der  meist  miteinander  eng  verbundenen  Leinen-  und  Hanfindustrie.
Nach  der  Industriezählung  1911  waren  in  der  Lombardei  vorhanden:
in  der  Leinenindustrie:  3  Spinnereien  und  58  Webereien  mit  zusammen  4176  Arbeitern,
„  „  Hanfindustrie:  46  Spinnereien  und  Seilereien  und  3  Webereien  mit  zus.  336  Arbeitern.
Ligurien  hat  ebenfalls  eine  nicht  unbedeutende  Leinen-  und  Planfindustrie.
Für  die  Hanfverarbeitung  bestehen  28  Betriebe  mit  612  Arbeitern  (meist  Seilereien), ­
  die  ihren  Absatz  bei  den  italienischen  Schiffsunternehmungen  haben.
Venetien,  hauptsächlich  aber  Emilien,  kommen  für  den.Hanfbau  in  Betracht.
Die  Hauptaufgabe  der  hier  bestehenden  Betriebe  ist  das  Brechen  des  Hanfes.
        <pb n="266" />
        Produktion.

24!)

Die  italienische  Leinenindustrie  erzeugt  vornehmlich  Wäschestoffe,  besonders ­
  Tischzeug,  Segelleinwand,  Zeltstoffe,  doch  werden  auch  Kleiderleinen,
farbige  Leinengewebe,  wie  auch  Bett-  und  Tischwäsche  aus  Leinen  in  größeren
Mengen  eingeführt.
Eine  Unterabteilung  der  Leinenindustrie  ist  die  Klöppelspitzenfabrikation,
die  sowohl  als  Heimarbeit  als  auch  fabrikatorisch  betrieben  wird.  Dieser
Industriezweig  ist  eine  Spezialität  Venetiens,  die  wegen  der  teuren  Erzeugnisse,
die  sie  auf  den  Markt  bringt,  hervorgehoben  zu  werden  verdient.
Juteindustrie.  Da  die  Rohjute  ausschließlich  indischen  Ursprungs  ist  und
über  Genua  eingeführt  wird,  ist  es  erklärlich,  daß  die  Juteindustrie  sich  zum
weitaus  größten  Teil  in  Ligurien,  und  zwar  vornehmlich  in  Genua  mit  Umgebung, ­
  niedergelassen  hat.  Im  ganzen  sind  neun  Aktiengesellschaften  mit
16,1  Milk  Lire  Aktienkapital  vorhanden,  von  denen  sich  fünf  mit  12,3  Milk  Lire
Aktienkapital  in  Ligurien  befinden.
Die  Produktion  übersteigt  bei  weitem  den  Inlandsbedarf,  und  die  Fabriken
sind  bemüht,  die  Ausfuhr  nach  Argentinien  und  den  Vereinigten  Staaten  —
selbst  bei  unlohnenden  Preisen  —  zu  steigern.  Es  werden  hauptsächlich  billige
Gewebe  und  Säcke  hergestellt.
Filzhutindustrie.  Die  Hutindustrie  befindet  sich  hauptsächlich  in  der
Lombardei  und  in  Piemont,  mit  Monza  bzw.  Alessandria  als  Hauptsitz.  Auch
Ligurien  und  Toscana  haben  einige  Hutfabriken  aufzuweisen,  doch  sind  diese
n ur  von  sekundärer  Bedeutung.
In  der  Lombardei  befassen  sich  87  Firmen  mit  5608  Arbeitern  mit  der
Fabrikation  von  Filzhüten;  davon  entfallen  allein  schon  auf  die  Provinz  Mailand ­
  44  Betriebe,  die  4384  Arbeiter  beschäftigen.  Monza  zählt  28  Hutfabriken,
von  welchen  einzelne  eine  Tagesproduktion  von  6-  bis  12  000  Hüten  haben.
Hier  werden  vorzugsweise  die  billigeren  Wollfilzhüte  für  Frauen  und  Männer
hergestellt,  die  zum  größten  Teil  ausgeführt  werden.  Es  sind  aber  auch  einige
Fabriken  vorhanden,  die  sich  der  Erzeugung  der  feinen  Haarfilzhüte  widmen.
Oiese  beschäftigen  sich  sowohl  mit  dem  Scheren  und  Präparieren  des  Haares
als  auch  mit  der  Herstellung  bis  zum  tragfertigen  Hut.
Weitere  Plätze  in  der  Lombardei,  die  sich  mit  der  Wollfilzhutfabrikation
befassen,  sind:  Acquaseria,  Alzano-Maggiore,  Caravaggia,  Mozzanica  und  Morlara. ­
  Letzteres  hat  sich  in  der  Fezfabrikation  spezialisiert.
Das  Piemont  besitzt  59  Betriebe  mit  etwa  500  Arbeitern,  von  denen  32
auf  Kleinbetriebe  mit  148  Arbeitern  entfallen.
Im  Gegensatz  zu  Monza  werden  in  Alessandria  vornehmlich  die  teuien
Haarfilzhüte  hergestellt.
Mit  der  Filzhutfabrikation  beschäftigen  sich  noch  folgende  Ortschaften.
Sagliano-Micca,  Adorno,  Tavigliano,  Biella,  Chiavazza,  Intra,  Ghiffa  und  Pallanza,
  von  welchen  die  letzten  drei  hervorgehoben  zu  werden  vetdienen.
        <pb n="267" />
        250

Italien.  Inlandsverbrauch.  Absatzverhältnisse.

Der  Inlandsverbrauch  Italiens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch  an

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit
35  Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

539,9

15,40

Woll-  und  Halbwollwaxen  ....

405,0

11,57

Seiden-  und  Halbseidenwaren  .  .  .

93,0

2,65

Leinenwaren

27,4

0,78

Jutewaren

25,1  x )

—

Konfektionswaren

62,40

Ab  mehrausgeführte  Konfektionswaren



24,35

38,0

1,08

1  128,4

31,48

Der  Inlandsverbrauch  ist  annähernd  der  gleiche  wie  in  Österreich-Ungarn  und
bleibt  gegen  den  Durchschnittsverbrauch  pro  Person  in  Europa,  der  37,39  Mark
pro  Jahr  beträgt  (s.  S.  39),  ziemlich  zurück.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Italiens  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  1517,1  Mill.Mk.  kommen
auf  den  Inlandsverbrauch:  74,4  Proz.,  auf  die  Ausfuhr:  25,6  Proz.
Die  Ausfuhrquote  ist  höher  als  die  Deutschlands  oder  Österreich-Ungarns
und  niedriger  als  die  Frankreichs.
Die  Ausfuhr  Italiens  verteilt  sich  wie  folgt:
Auf  Europäische  Länder  entfallen  64,0  Proz.

die  Verein.  Staaten  „  8,0  „
übriges  Amerika  „  13,0  „
Asiatische  Länder  „  6,2  „
Afrikanische  Länder  „  6,6  ,
Australische  Länder  „  0,2  „

Beim  Vergleich  mit  der  bei  Deutschland  befindlichen  Aufstellung  (S.  52)
zeigt  sich,  daß  der  Absatz  nach  Südamerika  und  Kanada  mit  13  Proz.  viel
höher  ist  als  der  Deutschlands  oder  Frankreichs,  so  daß  diese  Absatzländer  von
Italien  sehr  erfolgreich  bearbeitet  werden.  Auch  der  Absatz  nach  Afrika  ist  höher
als  der  Deutschlands  und  steht  gegen  den  Frankreichs  nur  wenig  zurück.
Der  Absatz  nach  den  Vereinigten  Staaten  beträgt  wohl  8  Proz.  der  Ausfuhr, ­
  aber  es  handelt  sich  hierbei  fast  ausschließlich  um  die  Ausfuhr  an  Rohseide.
Der  Absatz  nach  Australien  ist  geringfügig.
Die  hauptsächlichen  europäischen  Absatzländer  sind:

Schweiz  .  .  .  106,6  Mill.  Mk»
Deutschland  .  94,6  „  „
Großbritannien  63,6  „  „
Frankreich.  .  59,0  „  „

Türkei  ....  53,3  Mill.  Mk.
Österr.-Ungarn  30,2  „  „
Rußland  .  .  .  25,6  „  „  f
|  Griechenland  .  7,2  „  „

Rumänien  ...  6,7  Mill.  Mk.
Belgien  ....  4,0  „
Spanien  ....  3,7  „  „
Bulgarien  ...  2,7  „  ,

')  Siehe  Anmerkung  auf  S.  51.
        <pb n="268" />
        Italiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Artikel

Baumwollabfälle
Baumwollgarne,  roh,  einfach,  bis  Nr.  47  ...  .
„  „  „  höhere  Nummern.
„  „  gezwirnt,  bis  Nr.  47  .  .  .
„  „  „  höhere  Nummern
Vigognegarne
Baumwollgarne,  gebleicht,  gefärbt
Baumwollgewebe,  roh
„  gebleicht
„  für  medizinische  Zwecke,  ehern,  rein
,,  buntgewebt  oder  gefärbt  .  .  .
„  bedruckt
„  mit  Metallfäden  verziert  .  .  .
Taschentücher,  Schals,  bedruckt
Samt  und  Velvet
Gewebe,  broschiert
„  bestickt
Stickereien  auf  Tüll
Spitzen  und  Atzspitzen
Musseline,  und  derartige  Gewebe
Tülle
Strümpfe,  Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren  (auch
genähte)
Bett-  und  Tischwäsche,  Handtücher
Baumwolldecken,  in  ger.Mengen  auch  Baumwollfilze
Nähgarne

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

R

201  881

257,0

122,2

103,0

77

0,1

0,1

2,1

18,3

„

1  743

1,4

1,6

—

—

8  934

6,1

5,0

—

—

H

122

0,2

0,2

0,2

}  1 ' 8

9  155

16,4

14,7

4,5

|  0,03

34

0,2

0,2

0,04

598

2,6

0,2

0,02

„

22

0,1

0,1

—

1  , 0

1738

4,2

1,8

0,6

6l

0,6

o,5

0,3

130

1,2

0,1

—

»

—

—

—

—

0,2

122

0,3

—

—

—

„

410

2,0

1,1

0,6

2,2

2  738

6,7

5,5

3,9

1,2

„

348

1,8

1,4

0,1

3,2

7648

17,1

13,6

1,2

0,3

F

390

2,0

1,6

0,8

5,5

2  547

6,6

3,1

0,9

0,2

—

—

—

—

—

37

0,2

—

—

—

777

3,6

3,8

1,3

4,9

30946

89,8

60,9

27,1

3,2

„

524

3,10

2,6

2,2

12,1

6986

29,6

23,0

4,5

0,7

„

4

0,4

—

—

—

—

—

—

—

—

42

0,2

0,3

—

—

64

0,4

0,04

—

—

„

313

2,4

3,4

0,8

1,8

55

0,5

0,1

—

„

74

0,4

0,4

—

0,01

4

0,02

—

—

—

„

124

2,1

1,6

0,3

0,4

51

1,0

1,1

—

—

„

55

1,8

2,0

—

—

—

—

—

—

—

20s

5,0

5,8

0,6

0,3

12

0,9

0,3

0,3

0,1

„

25

0,3

0,4

0,8

0,2

1

0,01

0,01

0,3

0,1

”

46

0,9

0,7

0,1

0,4

6

0,1

0,2

0,5

—

tt

424

3,0

2,1

0,2

0,01

967

3,2

2,7

2,9

2,1

„

108

0,3

0,3

0,1

0,1

328

1,0

0,1

0,1

0,01

„

46

0,2

0,4

0.1

1  097

4,9

0,5

—

—

»

425

4,0

3,1

2,8

1,3

135

0,6

0,7

0,2

0,1

208  203

307,1

290,6

133,5

139,4

74376

193,5

133,7

49,1

26,3

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Baum  Wollindustrie.  251
        <pb n="269" />
        252

Italien.  Baumwollindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Italiens
im  Jahre  1913.

Einfuhr,^abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten- ­


  Baumwolle  und  Abfälle  194613  t
Ab  8  Proz.  Spinnverlust  15  569  t

Ab  Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie,  schätzungsweise ­


Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Baumwollgarne,  roh,  gebleicht,  gefärbt  .  ...  ,  13  8321
Baumwollgewebe,  roh  7  300  t  21132  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Baumwollgewebe,  gebleicht

2  584  t

Wert
pro  Tonne
in  Mark
2  640

„  buntgewebt  oder  gefärbt  .  .  .

30  9461

2  900

„  bedruckt

7  050  t

4  260

Samt  und  broschierte  Gewebe

59  t

8400

Tülle,  Spitzen  und  Stickereien

70  t

30000

Strümpfe,  Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren  .

967  t

3  370

Bett-  und  Handtücher,  Decken

1  425  t

4  100

Nähgarne

135  t

4  200

43  236  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  139  Mill.  Mark.
Ab  15  Proz.  Appretur  von

3  210 1 )
48015  t.  .

43  2361
64  368  t
7  202  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

179  044  t
8  Soo  t
170  5441

57  16O  t
113378  t

113  378  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  4500  J6 1 )  angenommen,
510,2  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  510,2  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  48,3  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  139,0  „  „
697,5  Mill.  Mk.
l )  Der  Tonnen  wert  der  ausgeführten  Baumwollwaren  ist  in  Ialien  sehr  niedrig,  zum  Teil  daher
kommend,  daß  diese  von  den  Sachverständigen  der  Zollverwaltung  zu  niedrig  eingeschätzt  werden.
Der  Tonnenwert  der  im  Lande  verbliebenen  Waren  kann  annähernd  wie  in  Deutschland  mit
4500  „H&amp;gt;  angenommen  werden.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  510,2  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  29,7  „  „

539,9  Mill.  Mk.
        <pb n="270" />
        Entwickelung.

253

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Italiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910  |

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

103,1

122,2

258,7  ;

272,6

18,4

2,1

5,1

6,2

Halbfabrikate  ....

9,4

1,2

3,4

4,8

1,5

10,1

35,9

48,3

Fertigwaren

26,9

10,1

28,5

29,7

6,4

36,9

92,7

139,0

139,4

133,5

290,6

307,1

26,3

49,1

133,7

193,5

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Italiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  5.9  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3.9  ..
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  5,7  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im
Jahre  1913  6,2  „

Sowohl  die  Produktion  der  Baumwollindustrie  als  der  Inlandsverbrauch
an  Baumwollwaren  sind  etwas  niedriger,  die  Ausfuhr  jedoch  etwas  höher  als
die  Österreich-Ungarns.
Die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie,  die  erst  von  1890  ab  zu  großer
Ausfuhr  führte,  ist  ähnlich  der  Österreich-Ungarns  im  gleichen  Zeiträume,  aber
®it  noch  größeren  Erhöhungen.
Diese  betragen:
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
120  Proz.  635  Proz.
Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halblabrikaten  ist  von  1890  bis
*913  um  140  Proz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  um  etwa  2000  Pioz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  hat  ebenfalls,  besonders  in  den  letzten
Jahren,  sehr  stark  zugenommen.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  nui "  um  10  Pioz.
gestiegen,  weil  der  erhöhte  Inlandsverbrauch  zum  größten  Teil  von  der  Inlandsproduktion ­
  gedeckt  worden  ist.
Die  Baumwollindustrie  Italiens  zeigt  ein  sehr  günstiges  Entwickelungsbild;
s ie  hat  sich  besonders  die  Ausfuhr  nach  der  Türkei,  den  Balkanländern,  wie
auch  nach  den  südamerikanischen  Staaten  angelegen  sein  lassen  und  dies  wie
die  Ausfuhrzahlen  beweisen  —  mit  gutem  Erfolge.
        <pb n="271" />
        254

Italien.  Baumwollindustrie.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Baumwolle  im  Jahre  1913  bestand,  nach  Herkunft ­
  geordnet,  aus  folgenden  Mengen:

Aus  Nordamerika  ;  148  3381
„  Britisch-Indien  35  225  t
„  Ägypten  10  3951
„  der  asiatischen  Türkei  6  107  t
„  der  europäischen  Türkei  6281
„  China  172  t
„  anderen  Bändern  10161

201  881  t

Halbfabrikate,
a)  Rohgarne.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

•  •  •  •  3,7

o,S

0,9

1,1  Mill.  Mark

Ausfuhr....

.  .  .  .  —

5,1

16,9

24,5  „

Die  Einfuhr  der  Rohgarne  ist  bis  auf  die  geringe  Summe  von  1,1  Mill.  Mark
zurückgegangen.  Die  Spinnereien  decken  daher  den  Inlandsverbrauch  fast  vollkommen ­
  und  konnten  außerdem  die  Ausfuhr  ziemlich  erhöhen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Argentinien  .  .  3,6Mill.Mk.

Ägypten  .  .

.  .  1,6  Mill.  Mk.

Erythrea  und

Türkei,  asiat.  .  .  3,2  „  „

Rumänien  .

•  •  1,4  »  „

Somaliland  .  .

0,3  Mill.  Mk.

Türkei,  europ.  .2,1  „  „

Deutschland

.  .  1,1  „  „

Tripolis  ....

0,3  „  „

Schweiz  ....  3,8  „  „

Bulgarien  .

•  •  0,7  „  „

Brasilien  ....

o,3  „  „

Rußland  ....  1,9  „  „

Griechenland

.  •  0,6  „

Chile

0,25  „

Österr.-Ungarn  .  1,7  „  „

Uruguay  .  .

•  •  0,4  „  „

b)  Baumwollgarne,

rebleicht  oder  g

efärbt.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

.  .  .  2,2

0,6  1,0

1,9  Mill.  Mark

Ausfuhr

.  .  .  1,2

3,9  5,4

6,6  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland.  .  .

1,3  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .

.  .  .  0,5  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Argentinien  .  .  l,5MiII.Mk.

Türkei,  europ

.  0,6Mill.  Mk.

Bulgarien  .  .  ,

0,2  Mill.  Mk.

Ägypten  ....  0,3  „  „

Rumänien  .

•  •  0,2  „

Österr.-Ungarn  .

0,3  „  „

Türkei,  asiat.  .  .  1,0  „  „

Brasilien  .  .

•  •  0,5  „  „

c).  Rohe  Baumwollge  webe.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

.  .  .  3,2

0,1  1,4

1,8  Mill.  Mark

Ausfuhr

.  .  .  0,3

1-1  13,5

17,1  „
        <pb n="272" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

255

Die  Einfuhr  der  rohen  Gewebe,  die  zum  größten  Teil  aus  England
stammt,  ist  nicht  bedeutend;  dagegen  ist  die  Ausfuhr  in  stetem  Steigen
begriffen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Er-ythrea  und

Schweiz  .  .  .

.  i,4Mill.Mk.

Tripolis  .  .  .

.  0,25  Mill.  Mk.

Somaliland  .

6,0  Mill.  Mk.

Griechenland  .

.  0,6  „  „

Rumänien  .  .

.  0,2

Türkei,  asiat.  .

2,2  „

Argentinien  .

.  1,1  „  „

Bulgarien  .  .

.  0,2

Türkei,  europ.

•  1,7  „  „

Britisch-Afrika

.  0,6  „

Ägypten  .  .  .

1,5  „  „

Aden  ....

•  0,4  „  „

Fertig

waren.

a )  Baum  wollte  webe,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt,  auch  Taschentücher.

1890  1900  1910  1913
Einfuhr  22,3  4,3  8,2  9,3  Mill.  Mark-Ausfuhr
  4,0  32,6  87,1  126,7  „

Die  Ausfuhr  dieser  Artikel  hat  sich  in  Italien  sehr  günstig  entwickelt;
kein  anderes  Land  kann  in  der  beschriebenen,  verhältnismäßig  kurzen  Zeit  eine
•solche  Steigerung  aufweisen.
Auch  insofern  ist  die  Ausfuhr  günstig  zu  beurteilen,  als  die  billigeren,
§ e bleichten  Gewebe  an  der  Steigerung  den  kleinsten  Anteil  haben  und  die  Steigerung ­
  vielmehr  vornehmlich  den  bedruckten,  gefärbten  oder  buntgewebten  Stoffen
zufällt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  3,5  Mill.  Mark  j  Frankreich  0,7  Mill.  Mark
Großbritannien  3,2  „  „  Schweiz  0,8  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Argentinien  .
Türkei,  asiat.
Türkei,  europ.
britisch-  Indien
Ägypten  .  .
Niederl.-Indien
Griechenland.
Drug U ay  .  .
Uritisch-Afrika

.  28,1  Mill.Mk.

Rumänien  .  .

2,3  Mill.  Mk.

•  17,4  „  „

Österr.-Ungarn

2,2  „  „

•  12,6  „  „

Tripolis,  Erythrea  2,0  „  „

■  12,1  „  „

Tunis  ....

.  1,8  ..

•  9,8  „  .,

China  ....

.  1,8  ..  .,

•  4,4  „  „

Chile  ....

.  1,6  ..

•  3,1  „  „

Brasilien  .  .  .

.  1,3  ,,  „

•  2,9  „  „

Peru

.  1,3  „  ,,

•  2,7  „  „

Großbritannien

.  1,2  „  „

b)  Samt  un

d  Velvet.

1890

1900  1910

infuhr

0,8  3,4

Kolumbien
Rufiland  .
Schweiz  .
Bulgarien
Japan  .  .
Portug.-Afrika
Serbien  .  .  .

1,1  Mill.  Mk.
1,0  „  „
1,0  „  „
0,9  *  „
o,7  „  „
0,6  „  „
0,35  „  „

Ausfuhr  ,

1913
2,4  Mill.  Mk.
0,5  „  „
        <pb n="273" />
        256

Italien.  Baumwollindustrie.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  ....  i,3Mill.Mk.  Großbritannien.  .  .  o,7Mill.Mk.

c)  Gewebe,  broschiert,  bestickt,  Musseline,  Tülle,  Spitzen  und  Stickereien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .  .

....  1,2

1,7

io,9

10,4  Mill.  Mark

Ausfuhr.  .  .  .

....  0,1

1,0

1,5

2,1  „

hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im

Jahre  1913  waren

Deutschland  .  .

.  6,1  Mill.  Mark

Frankreich  .  .

.  1,1  Mill.  Mark

Schweiz.  .  .  .

.  1,7

Großbritannien.

.  0,7  „

d)  Wirkwaren.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .  .

....  —

0,2

2,1

3,0  Mill.  Mark

Ausfuhr.  .  .  .

....  2,1

2,9

2,7

3,3  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  .  2,2  Mill.  Mark  Vereinigte  Staaten  .  0,6  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei  ....  0,7  Mill.  Mk.  Ägj^pten  .  .  .  0,7  Mill.  Mk.  Britisch-Indien  .  0,3  Mill.  Mk.

e)  Nähgarne.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  1,9  Mill.  Mk.  |  Großbritannien.  1,2  Mill.  Mk.  Frankreich.  .  .  0,4  Mill.  Mk.
        <pb n="274" />
        Italiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Schafwolle,  roh  R

11  550

25,0

15,0

3,5

3,5

1  354

3,5

2,4

2,4

1,9

„  gewaschen  „

5  359

18,4

15,4

5,7

10,5

590

2,5

2,2

2,2

0,7

„  gekrempelt  ,,

47

0,2

0,3

0,02

0,1

—

—

—

—

—

Wollabfälle  und  Flocken

5  282

17,1

9,o

4,7

2,7

1  365

1,5

1,5

0,5

0,4

Kunstwolle  und  Lumpen

3610

1,2

1,1

1,3

1,2

740

1,4

0,5

0,4

0,1

Kammzug  H

6  281

30,6

34,2

20,6

4,7

—

—

—

—

—

Kammgarne

362

2,5

4,4

2,3

7,7

881

5,6

1,9

0,2

0,01

Streichgarne  „

16

0,1

0,03

—

0,3

11

0,04

0,1

—

—

Gewebe  aus  Streichgarn  F

643

9,2

4,8

2,6

7,1

1  2  57

9,1

5,3

2,6

1,3

„  „  Kammgarn

2  123

31,7

31,3

12,3

31,0

718

8,1

3,5

1,3

0,4

Bedruckte  Gewebe  „

59

0,8

0,6

0,3

1,6

12

0,1

0,1

—

0,02

Halbwollgewebe

191

1,7

1,7

1,9

5,1

883

7,9

1,9

0,2

—

Teppiche

387

2,5

1,9

1,7

1,7

13

0,04

0,02

—

0,02

Filze  und  Filztücher

278

3,3

1,7

0,3

0,3

392

2,6

2,1

0,05

0,01

Decken  •  „

11

0,1

0,1

—

0,02

178

0,9

0,5

0,2

0,1

Stickereien  auf  Wolle,  Spitzen

9

0,1

0,1

0,1

0,3

—

—

—

—

—

Strümpfe,  Handschuhe,  auch  genähte  Wirkwaren  „

71

0,9

0,8

0,4

0,3

396

4,0

2,2

1,0

0,9

Brokatgewebe

—

—

—

—

—

6

0,1

0,02

—

0,01

36  2  79

145,4

122,4

57,7

78,1

8  796

47,3

24,2

11

5,8

R  =  Rohstoffe.  H  ==  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Wollindustrie.  257
        <pb n="275" />
        258

Italien.  Wollindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Italiens
im  Jahre  1913.

Im  Inlande  gewonnene  gewaschene  Wolle 1 )
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Ungewaschene  Wolle  10196  t
Ab  45  Proz.  Waschverlust  4  588t  5608  t
Gewaschene  und  gekrempelte  Wolle  4816t
Wollabfälle  und  Flocken  3  9171
Kammzug  6281t

Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle,  in  ähnlichem ­
  Verhältnis  wie  in  Österreich  -  Ungarn  .

Ab:  2  Proz.  Spinnverlust  .

Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:

Kamm-  und  Streichgarne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe  aus  Streichgarn  1257  t
„  „  Kammgarn  7l8t
„  bedruckt  12t
Halbwollgewebe  8831
Teppiche,  Filze,  Filztücher  405  t
Decken  178  t
Wirkwaren  396  t
Sonstiges  6  t

3855  t
Ausfuhrwert  an  Fertigwaren:  32,82  Mill.Mk.

514t

Wert
pro  Tonne
in  Mark
7  240
11  300
8  300
8900
6400
5  050
10  100

8  500

3855  t

12  543  t

20  6221
18000  t
51  165  t
1023  t
50  142  t

4  369  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

45  7731

45  773  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  7750  Ji&amp;gt;  angenommen,  354,7  Mill.  Mark.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie
Im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  354,7  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  5,6  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  32,8  „  „
393,1  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  354,7  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  50,3
405,0  Mill.  Mk.

Nach  Angabe  der  amtlichen  italienischen  Statistik  vom  Jahre  1913.
        <pb n="276" />
        Entwickelung.

259

Entwickelung  der  Wollindustrie  Italiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

18,0

15,2

40,7

62,0

3,0

5,4

6,6

8,9

12,8

22,9

38,7

33,1

—

0,2

1,9

5,6

Fertigwaren

47,3

19,6

43,0

50,3

2,8

5,4

15,7

32,8

78,1

57,7

122,4

145,4

1  5,8

n,o

24,2

47,3

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Italiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Wollindustrie  im  Jahre  1913  4,0  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  1.6  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  .  4,9  „

an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  6,0  „
Die  Produktion  der  Wollindustrie  ist  viel  niedriger  als  die  Österreich-Ungarns;
  auch  die  Ausfuhr  ist  nicht  bedeutend.
Dagegen  ist  die  Einfuhr  bzw.  der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten ­
  von  1890  bis  1913  um  190  Proz.,  und  die  Einfuhr  an  Fertigwaren ­
  im  gleichen  Zeitraum  nur  um  6  Proz.  gestiegen.
Die  Wollindustrie  entwickelte  sich  erst  in  den  Jahren  1900  bis  1910  und
zwar  ziemlich  stark.  In  der  letzten  Periode  setzte  sich  die  Steigerung  fort.
Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Wolle  erfolgte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern:

Schafwolle
ungewaschen
T  onnen

Schafwolle
gewaschen
Tonnen

Argentinien

3485

111

3196

—

2844

363

Britisch-Afrika

513

120

Spanien

283

263

Türkei

21

411

Algier,  Marokko,  Tunis

168

27

Frankreich

269

1628

Großbritannien

358

563

Belgien

—

924

Österreich-Ungarn

5

759

Tripolis  und  Cyrenaika

150

110

Andere  Länder

257

80

n  549

5359
        <pb n="277" />
        260

Italien.  Wollindustrie.

»

Halbfabrikate.
a)  Kammzug.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  4,7  20,6  34,3  30,6  Mill.  Mark
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  16,4  Mill.  Mk.  1  Deutschland  5,3  Mill.  Mk.
Großbritannien  7,6  „  ,,  Belgien  2,8  „  „

b)  Kammgarne  und  Streichgarne.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  8,1  2,3  4,4  2,5  Mill.  Mark
Ausfuhr  —  0,2  1,9  5,6  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Argentinien  3,2  Mill.  Mk.  !  Bulgarien  0,25  Mill.  Mk.
Brasilien  1,6  „  „  ,  Griechenland  0,25  „  „

Fertigwaren.
a)  Streich-  und  Kammgarngewebe.  Halbwollgewebe.  Bedruckte  Wollstoffe.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

....  44,8

17,1

38,3

43,4  Mill.  Mark

Ausfuhr

....  1,7

4,2

10,8

25,2  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  19,2  Mill.  Mk.  j  Frankreich  5,5  Mill.  Mk.
Großbritannien  16,0  „  „  |  Österreich-Ungarn  1,7  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Argentinien  .  .  5,3  Mill.  Mk.  ,  Türkei,  asiat..  .  1,2  Mill.  Mk.  Chile  0,8  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  .  2,6  „  „  ;  Griechenland.  .  1,2  „  „  j  Niederl.-Indien  .  0,6  „
Britisch-Afrika  .  2,4  ,  „  |  China  ......  1,0  „  ,.  |  Japan  0,6  „
Türkei,  europ.  .1,4  „  „  Erythrea  ...  0,8  „  „  i  Frankreich.  .  .  0,4  „
b)  Teppiche.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  1,0  Mill.  Mk.  |  Großbritannien.  0,7  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  0,4  Mill.  Mk.

c)  Filze  und  Filztücher.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,3  0,3  1,7  3,3  Mill.  Mark
Ausfuhr  —  —  2,1  2,6  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  1,9  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,5  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  0,5  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  0,7  Mill.  Mk.  Schweiz  0,3  Mill.  Mk.
Japan  0,4  „  „  ]  Chile  0,3
d)  Wirkwaren.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  .  .  .  .  '  0,3  0,3  0,8  0,9  Mill.  Mark
Ausfuhr  0,9  1,0  2,2  4,0
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Türkei,  europäische  1,4  Mill.  Mk.  I  Ägypten  0,5  Mill.  Mk.
„  asiatische  1,3  „  „  Argentinien  02
        <pb n="278" />
        t

Italiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Kokons,  frische

R

188

0,6

0,9

0,7

1 11S

149

0,5

0,5

0.3

S  34

.,  trockene

4866

45,3

32,9

21,8

215

2,1

2,5

0.8

Rohseide

„

2605

80,3

78,5

58,4

29,3

4  526

176,0

154,6

139,1

74,8

Seidenabfälle,  Strusi,  Strazza,  Doppelkokons  .  .

„

93

\

1,4

1  486

11,4

10,0

7,9

10,6

Andere  Seidenabfälle

„

390

1

1,9

1  278

3,9

3,2

2,8

2,8

Florettseide,  gekämmt

H

24

0,3

1,6

—

—

1

0,01

0,1

4,9

4,9

Florettgarn

w

77

1,4

1,2

0,6

0,3

1  236

24,0

22,9

10,1

3,8

Gezwirnte  Seide

„

239

9,1

8,4

1,9

3,1

2  833

114,7

163,2

143,7

146,5

Seide,  gefärbt

„

34

1,4

1,0

25,7

5,4

140

5,9

5,2

0,6

0,3

Nähseide

F

S

0,2

0,2

0,2

0,3

31

1,4

1,6

0,1

0,1

Seidengewebe

„

117

6,5

6,6

3,0

3,6

907

50,9

53,9

44,1

11,1

Halbseide  mit  weniger  als  12  Proz.  Seide  .  .  .

„

63

0,8

0,6

0,6

0,3

56

0,7

o,4

—

—

„  „12  bis  50  Proz.  Seide

„

55

1,9

2,2

2,0

2,5

544

17,8

16,7

5,5

0,8

Seiden-  und  Halbseidengewebe  mit  Metallfäden

„

8

1,2

3,4

0,3

0,4

2

0,3

0,1

—

0,02

Samt,  glatt  und  gemustert

»

92

6,0

5,6

1,7

3,1

8

o,5

0,2

0,1

0,2

Beuteltuch

„

1

0,1

0,2

0,3

—

—

—

—

—

—

Sonstiges  Gittergewebe

„

16

1,1

1,3

0,9

0,3

1

0,1

0,1

—

0,01

Tüll,  Spitzen  und  gemusterte  Tülle

„

49

5,1

6,6

2,8

3,4

3

0,3

0,1

—

0,03

Stickereien  auf  Seide  und  Atzspitzen

„

16

1,1

1,0

0,5

0,2

—

—

—

—

—

Bänder  aus  Seide
„  „  Halbseide

"

42
24

2,8
0,7

3,9
1,2

1,1
0,5

}  2,2

79
61

5,2
1,7

1,9
1,9

0,7
0,2

|  0,8

Wirkwaren  aus  Seide  und  Halbseide  ....

„

11,5

0,7

0,3

0,1

0,1

0,3

0,02

0,01

—

—

Fichus,  Schale  usw

„

5

0,4

0,2

—

—

10

1,0

0,2

—

—

Gewebe  aus  Bourette

„

2

0,1

0,1

—

0,01

15

0,4

0,1

1,0

0,9

Kunstseide

n

358

4,1

2,5

—

—

153

1,7

1,1

—

—

9380

172,7

161,8

126,8

67,9

13  734

420,5

440,5

361,9

261,0

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Seidenindustrie.  261
        <pb n="279" />
        262

Italien.  Seidenindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  Italiens
im  Jahre  1913.

Im  Inlande  gewonnene  Grege,  Betriebsperiode  19x2/13;  4100t
Daneben  gewonnenes  Florettmaterial,  auf  Strang  umgerechnet,  mit  60  Proz.
von  obigen  2460  t

ergeben  laut  amtlicher  Angabe  an  Grege  ....  1  162  t

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Frische  Kokons  .  .  39  t
Trockene  Kokons  .  4631
Daneben  gewonnenes  Florettmaterial,  auf  Strang  umgerechnet,  mit  60  Proz.
von  obigen.  700t
Florettseide  gekämmt,  23  t,  auf  Strang  umgerechnet,  mit  92  Proz  21t

59  tl
5it/

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr  an  Halbfabrikaten:
Rohseide  1  921  t
Gezwirnte,  auch  gefärbte  Seide  2  7001
Seidenabfälle,  Strusi,  Strazza,  1393  t,  auf  Strang  umgerechnet,  mit  55  Proz.  .  .  766  t
„  anderer  Art,  8881,  „  „  „  „  22  „  .  .  1951
Florettseidengarn  1  1591
Hinzu:  Verbrauch  an  Baumwolle  und  Kunstseide,  schätzungsweise  1400t
30  Proz.  Beschwerung  der  verarbeiteten  745  t  Rohseide.  .  223  t

6  5601

1  883  t
8  443  t

6741  t

1623  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Seidengewebe  g 0 7  t
Halbseidengewebe  -.  .  .  .  6001
Sonstige  Gewebe,  Tülle  und  Spitzen  14  t
Bänder  aus  Seide  und  Halbseide  140  t
Fichus,  Schale,  Wirkwaren  10,3  t
Gewebe  aus  Bourettegarn  15t
Nähseide  31t
1  717  t

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  80,25  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

.  3  325  t
Wert
pro  Tonne
.  in  Mark
56  100
30  700
80000
49  700
loo  000
25  300
43  500
46  700  1717t

1  608  t

Diese  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  der  Schweiz
mit  40  000  J(i  angenommen,  64,3  Mill.  Mark.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  64,3  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  144,7  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  80,2  „  „
289,2  Mill.  Mk.!)

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  64,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  28,7  „  „
93,0  Mill.  Mk.

*)  Der  Produktionswert  des  Spinnens  der  Rohseide  ist  in  dieser  Summe  nicht  einbegriffen,
weil  dieser  bereits  in  den  Wert  der  Rohstoffe  einbezogen  wurde.
        <pb n="280" />
        Entwickelung.

263

Entwickelung  der  Seidenindustrie  Italiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

42,7

84,6

113,8

127,7

91,5

150,9

170,9

193,9

Halbfabrikate  ....

8,9

28,2

12,2

12,2

155,4

159,3

191,4

144,7

Fertigwaren

!  16,3

14,0

33,3

28,7

14,1

51,7

77,1

80,2

Kunstseide

~

—

2,5

4,1

—

—

1,1

1,7

V.  ,  |  ,

1  67,9

126,8

161,8

172,7

261,0

361,9

440,5

420,5

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  Italiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913  10,9  Proz,
desgleichen  an  der  Ausfuhr  26,6  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  14,6  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im
Jahre  6 ,4

In  der  Produktion  nimmt  die  Seidenindustrie  Italiens  unter  den  europäischen ­
  Staaten  den  dritten  Rang  ein,  da  Frankreich  und  Deutschland  eine
viel  höhere  Produktion  haben.  In  der  Ausfuhr  jedoch  den  zweiten,  da  nur
Frankreich  eine  höhere  Ausfuhr  hat.
Beide  Länder,  Frankreich  mit  31,9  Proz.  und  Italien  mit  26,6  Proz.  Anteil,
beherrschen  mehr  als  die  Hälfte  der  gesamten  Seidenausfuhr  der  europäischen
Staaten.  Allerdings  ist  ein  großer  Unterschied  zwischen  beiden  Ländern  in  der
Art  der  ausgeführten  Waren  vorhanden.  Von  der  Ausfuhr  im  Jahre  1913
entfallen  in
Frankreich  auf  Fertigwaren  341,3  Mill.Mk.,  auf  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  155,3  Mill.Mk.
Italien  .  .  n  80,2  „  „  „  „  „  ™  338,6  „  „
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Italiens  von  1890  bis  1913  beträgt.
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
154  Proz.  61  Proz.
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis  1913
tun  171  Proz.  gestiegen.  Bei  der  sehr  großen  Ausfuhr  an  Rohseide  und  Halbfabrikaten ­
  diente  die  gesteigerte  Einfuhr  weniger  dem  Inlandsverbiauch  als
ber  Ausfuhr.
Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  (Rohseide  und  Florettmaterial)  zeigt  von
1890  bis  1913  eine  Steigerung  von  112  Proz.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  etwas  zurückgegangen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  sehr  stark  gestiegen,  und  zwai  von
1 890  bis  1913  um  469  Proz.
        <pb n="281" />
        264

Italien.  Seidenindustrie.

Italiens  Seidenindustrie  entwickelte  sich  sehr  stark.  In  früheren  Jahren
wurde  das  Hauptgewicht  auf  die  Produktion  von  Grege  gelegt  und  es  wurde
erreicht,  daß  Italien  die  höchste  Produktion  darin  in  Europa  besitzt.  Später  folgte
die  Herstellung  der  gezwirnten  Seiden-  und  Florettgarne,  während  in  den  letzten
Jahren  auch  die  Herstellung  der  Seiden-  und  Halbseidengewebe  so  weit  gefördert
wurde,  daß  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  bereits  eine  recht  ansehnliche  ist.

Rohstoffe.

Die  Einfuhr  erfolgte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern:

a)  Kokons,

b)  Kokons,

frische

trockene

6  J  JA  U  JUL  ö  C  JL  U.  L-Tonnen



Tonnen

Tonnen

Rußland

1298

1

Türkei,  europäische

—

955

33

Türkei,  asiatische

—

1  120

25

Österreich-Ungarn  .

151

609

152

Bulgarien

—

177

—

Griechenland

—

99

6

Serbien

—

38

—

Frankreich

27

13

28

Britisch-lndien  und  Ceylon

—

57

9

Persien

—

28

—

China

—

30

1036

Japan

—

2

1  228

Andere  asiatische  Länder

—

397

1

Schweiz

10

—

49

Deutschland

—

28

Andere  Länder

—

43

9

188

4866

2  605

Die  Ausfuhr  erfolgte  im  Jahre  1913  nach  folgenden  Ländern:

a)  Kokons,

b)  Kokons,

c)  Rohseide

frische

trockene

Tonnen

Tonnen

Tonnen

Österreich-Ungarn

106

134

135

Frankreich

10

4

970

Schweiz

33

76

669

Deutschland

—

—

859

Großbritannien

—

—

149

Rußland

—

596

Vereinigte  Staaten

—

—

1  048

Spanien

—

—

14

Portugal

—

—

12

Ägypten

—

—

17

Tunis

—

—

19

Brasilien

—

17

Andere  Länder

—

21

149

214

4  526
        <pb n="282" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

265

d)  Seidenabfälle,  Strusi,  Strazza  und  sonstige  Abfälle.
1890  1900  1910  1913
Ausfuhr  13,6  10,7  13.2  15,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  8,8  Mill.  Mk.  Schweiz  1,6  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  3,2  „  „  Großbritannien  1,3  „  ,,

Halbfabrikate,
a)  Gezwirnte  Seide  und  Nähseide,

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

•  ■  3,4

to
00
Cb

9,3  Mill.  Mark

Ausfuhr

.  .  146,6

143,7  164,9

116,0  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich  .  .  5,6  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .

.  2,7  Mill.  Mk.

Deutschland.  .  0,7  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten

Länder  für  die  Ausfuhr  im

Jahre  1913  waren:

Schweiz  .  .  .  59,1  Mill.  Mk.
Deutschland.  .  43,9  „  „

Österr.-Ungarn.  5,6  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  1,7  „  „

Frankreich  .  .  1,5  Mill.  Mk.

b)  Florettgarne.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  0,3

0,6  1,2

1,4  Mill.  Mark

Ausfuhr

•  •  •  3,8

10,1  22,9

24,0  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Dsterr.-Ungarn.  5,0  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  1,4  n
Britisch-Indien  .  5,0  „

Ägypten.  .
Deutschland
Frankreich.

.  1,3  Mill.  Mk.
■  4,8  „  „
.  1,0  „  „

Ver.  Staaten  .  .  2,5  Mill.  Mk.
Spanien  ....  0,9  „  „

c)  Gefärbte  Seide.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  5,4

25,7  1,0

1,4  Mill.  Mark.

Ausfuhr

...  0,3

0,6  5,2

5,9  „

Uie  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren.
■  chweiz  ....  2,7  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  1,5  Mill.  Mk.  |  Österr.-Ungarn.  0,7  Mill.  Mk.

F  ertigwaren.

d  Halbse

idengew

ebe  nebst

Bändern.

1890

1900

1910

1913

•  8,9

7,5

17,8

13,9  Mill.  Mark

50,4

74,8

76,6  „  „

Einfuhr  .
Ausfuhr  .
        <pb n="283" />
        266

Italien.  Seidenindustrie.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland
Frankreich  .

5,ö  Mill.  Mk.  j  Großbritannien  0,7  Mill.  Mk.
4,7  „  „  |  Schweiz  1,0  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien

40,8  Mill.  Mk.

Ägypten  .  .  .

.  2,7  Mill.  Mk.

Schweiz  .  .  .

4*.
00

Österr.-Ungarn.  2,5  ,,  „

Frankreich  .  .

4,0  „

Türkei  .  .  .

.  2,0  „

Argentinien.  .

3,4  ,,  *

Belgien  .  .  .

.  1,5  „  „

Brit.-Indien  .  .

3,4  „  „

Deutschland  .

•  1,7  „  „

Ver.  Staaten.  .

3,0  „

Gibr.,  Malta,  Cyp.  0,9  „  „

o)  Samt,  glatt  und  gemustert.

Persien  .  .
Uruguay  .
Brasilien  .
Rumänien  .

0,8  Mill.  Mk.
0,8  „  „
0,8  „  „
0,6  „  „

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  3,1

1,7

5,7

6,0  Mill.  Mark.

Ausfuhr  0,2

0,1

0,2

0,5  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  im

Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  2,2  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .

.  2,0  Mill.  Mk.  I

Frankreich.  .  .  1,6  Mill.

c)  Beuteltuch.  Sonstiges  Gittergewebe.

Tüll,  Spitzen,  Stickereien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  3,9

4,5

9,1

7,4  Mill.  Mk.

Ausfuhr  —

—

0,2

0,4  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  ...  4,0  Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  2,5  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  0,3  Mill.  Mk.
        <pb n="284" />
        Italiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  roh

.  .  R

2  509

2,5

1,7

0,1

0,02

—

—

—

0,2

0,05

„  gehechelt

250

0,4

o,5

0,01

0,01

—

—

—

2,9

2,6

Garne,  roh  oder  gebleicht

.  .  H

4  190

13,2

16,5

8,2

11,6

1  218

2,5

1,1

0,1

0,2

Gewebe,  roh  oder  gebleicht

.  .  F

402

1,6

1,8

0,9

1,6

162

0,7

0,5

0,4

0,5

„  gefärbt  oder  bedruckt  .......

75

o,3

0,5

0,1

0,2

12

0,04

0,04

—

0,02

Bett-  und  Tischwäsche,  auch  Handtücher  .  .

101

0,4

0,3

0,2

0,2

29

0,1

0,1

0,02

0,02

Stickereien  auf  Geweben  und  ähnliches  .  .  .

4

0,05

0,1

0,01

0,01  ;

—

—

—

—

—

Spitzen  und  Tülle

1

0,3

0,7

0,3

0,2

2,5

2,7

2,8

0,7

0,7

Wirkwaren

1

0,01

0,01

—

—

—

—

—

—

Wagendecken  und  Gew r ebe,  wasserdicht  .  .  .

101

0,3

0,4

0,02

0,1

29

0,1

0,02

—

—

7634

19

22,5

9,8

13,9

1452

6,1

4,5

4,3

4,0

Italiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Jute

R

41  977

27,2

14,2

5,3

3,2

610

0,4

0,1

—

0,1

Jutegarne

244

0,2

0,3

0,2

0,2

464

0,4

0,03

0,2

0,01

Jutegewebe

F

44

0,1

0*1

0,04

0,2

7  298

6,5

0,5

1,1*

0,6

Juteteppiche

27

0,04

0,02

—

—

—

—

—

:  —

Jutesäcke

145

0,1

0,04

2,1

0,8

4556

3,4

0,8

1,2

1,2

42  437

27,6

14,6

7,6

4,4

12  928

10,7

1,4

2,5

1,9

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  ==  Fertigwaren.

Leinen-  und  Juteindustrie.  267
        <pb n="285" />
        26«

Italien.  Leinen-  und  Juteindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Italiens  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten:
Geschwungener  Flachs
Im  Inlande  gewonnener  geschwungener  Flachs 1 )
Ab  36  Proz.  Verlust  beim  Hecheln  und  Spinnen  .
Gehechelter  Flachs  250  t

Ab  26  Proz.  Spinnverlust

65  t

Garne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe
Spitzen  und  Tülle
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  3,58  Milt.  Mk.

232  t
2,5  t
234,5  t

2  309  t
2  500  t
5009  t
1  803  t
3  206  t
185  t
2  9721

Wert
pro  Tonne
in  Mark
4000
1  070  000
15000

6363  t

234  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  6  129t
6129  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  4000  Ji,  angenommen,  24,5  Mill.  Mark.
Inlands  verbrauch  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  24,5  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  2,9  „  „

Produktion  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  24,5  Mill.  Mk,
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  2,5  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  3,6  „  „

30,6  Mill.  Mk.

27,4  Mül.  Mk.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  Italiens  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen:
Jute  41  367  t
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:
Jutegarne

220  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Jutegewebe  7  298  t
Jutesäcke  4  556  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  9,93  Mill.  Mk.  11854t
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

Wert
pro  Tonne
in  Mark

890
760
840

11  854  t  12  074  t
.  .  .  .  29  293  t

29293  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  850  Ji  angenommen,  24,9  Mill.  Mark.

Produktion  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  24,9  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  04  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  9,9  „  „
35,2  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  24,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  0,2  „
23,1  Mill.  Mk.

t)  Nach  dem  „Annuaire  Internationale  de  Statistique  agricole,  Rome  1913/14“.
        <pb n="286" />
        Entwickelung.

2(59

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Italiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

—

0,1

2,2

2,9

2,6

3,1

—

—

Halbfabrikate

11,6

8,2

16,5

13,2

0,2

0,1

1,1

2,5

Fertigwaren

2,3

1,5

3,8

2,9

1,2

1,1

3,4

3,6

13,9

9,8

22,5

19,0

4,0

4,3

4,5

6,1

Die  Leinenindustrie,  wie  auch  der  Verbrauch  an  Leinenwaren  in  Italien
sind  unbedeutend.  Die  Verarbeitung  von  Flachs  selbst  entwickelte  sich  in
geringem  Maße  erst  in  den  letzten  Jahren,  dagegen  wurden  ziemliche  Mengen
Leinengarne  zur  weiteren  Verarbeitung  eingeführt.
Die  Einfuhr  an  Leinengarnen  erfolgte  im  Jahre  1913  aus:
Belgien  11,5  Mill.  Mk.  |  Österreich-Ungarn  1,3  Mill.  Mk.
Bei  den  Fertigwaren  ist  nur  die  eine  Position  Spitzen  und  Tülle  hervortretend, ­
  indem  in  den  letzten  Jahren  die  Ausfuhr  an  Leinenspitzen  sich
ziemlich  gut  entwickelte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  dieser  Position  im  Jahre
J 9l3  waren:
Ver.  Staaten  .  .  1,4  Mill.  Mk.  Österr.  -  Ungarn  0,2  Mill.  Mk.  Frankreich  .  .  o.löMill.Mk.
Deutschland  .  .  0,5  „  „  Großbritannien  .  0,2  „  „  Schweiz  ...  0,15  „  ,,

Entwickelung  der  Juteindustrie  Italiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

3,2

5,3

14,2

27,2

0,1

—

0,1

0,4

Halbfabrikate  .

0,2

0,2

0,3

0,2

—

0,2

—

0,4

Fertigwaren  .  .

1,0

2,1

0,1

0,2

1,8

2,3

1,3

9,9

4,4

7,6

14,6

27,6

1,9

2,5

1,4

10,7

Die  Juteindustrie  Italiens  entwickelte  sich  viel  g^süg^  als^  ^  Jute _
Industrie;  trotzdem  sie  neueren  Datums  ist,  hat  si
Industrie  Österreich-Ungarns  erreicht.  T  .•
Die  Einfuhr  an  Rohjute  erfolgt  ausschließlich  aus  Bm  -  „  [üh  ,
Jutegarne  werden  in  Betracht  kommenden  Mengen  weder  em-  noch  ausgefuf  .

Die  Ausfuhr  an  Jutegeweben  und  Jutesäcken  betrug  im  Jahre  1913
I&amp;gt;9  Mill.  Mark,  und  zwar  waren  die  hauptsächlichsten  Absatzländer:

Argentinien  .  .  2,4  Mill.  Mk.
Ver.  Staaten  .  .  2,0  „  „
Schweiz  ....  1,2  „

Großbritannien.  1,0  Mill.  Mk.
Rumänien  .  .  .  0,9  „  „
Österr.  -  Ungarn  0,7  „  „

Deutschland  .  0,4  Mill.  Mk.
Bulgarien  .  .  0,25  „  „
I  Türkei  ....  0,25  „  „
        <pb n="287" />
        270  Italien.  Konfektionsindustrie.
        <pb n="288" />
        Entwickelung.

271

Entwickelung  der  Industrie  der  Konfektionswaren,  Hüte  und  Posamentierwaren
in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a)  Kleider  und  Putzwaren
h)  Weißwäsche
c )  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte  .
1)  Posamentierwaren

7,6
0,1
0,7
1,5

4  A
0,2
o,9

13,9
0,3
1,0
2,8

13,8
0,3
1,1
2,0

2,4
0,2
0,8
0,6

3,5
0,3
6.2
2.2

n,6
0,5
23,9
3,8

12,0
0,9
23,7
5,0

9,9

5,5

18,0

17,2

4,0

12,2

39,8

41,6

a)  Kleider  und  Putzwaren.
Die  Einfuhr  ist  von  1890  bis  1913  auf  das  Doppelte  gestiegen;  es  entspricht ­
  dies  den  Verhältnissen,  wie  wir  sie  auch  in  den  Aufstellungen  von
Deutschland,  Frankreich  und  Österreich-Ungarn  finden.
Die  Erhöhung  der  Ausfuhr  ist  wesentlich  größer  und  besonders  die  Ausfuhr ­
  der  genähten  Gegenstände  aus  Seide  hat  sich  stärker  entwickelt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren  inMill.Mk.:
Kleider  und  Putzwaren  aus

Baumwolle

Wolle

Seide

Deutschland

•  •  •  0,7

1,6

2,1

Frankreich

.  .  .  0,3

0,6

3,0

Großbritannien

.  .  .  0,4

0,4

0,9

Österreich-  Ungarn

0,3

0,25

Schweiz  .  .

—

0,35

Japan

—

0,8

hauptsächlichsten  Länder

für  die  Ausfuhr

der  Kleider

usw.

•  X
lm  Jahre  1913  waren:

Uruguay  .
ochweiz
Frankreich!
-i  ürkei.

2,0  Mill.  Mk.
0,7  „  „
0,6  „  „
0,6  „  „

Ägypten  .  .  .
Ver.  Staaten  .
Brasilien  .  .

0,6  Mill.  Mk.
0,5  „  „
0,5  „  „

Argentinien  .  .  0,3  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,3  „  „
Peru  0,3  „  „
Kuba  0,23  „  „

Großbritannien.  0,4
b)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.
Die  Hutindustrie  Italiens  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  sehr  gut  entwickelt
Die  Ausfuhr  der  Woll-  und  Haarhüte  betrug

1890
0,8

1900
6,1

1910
22,0

1913
21,0

.  2,4  Mill.  Mk.

Argentinien  .

0,7  Mill.  Mk.

.  1,6  „

Kuba  ....

0,7  „  „

•  1,5  „  „

Mexiko  .  .  .

0,6  „

•  1,4  „  „

Uruguay  .  .

0,6  „  „

•  1-3  „

Rumänien  .  .

0,6  „

•  B3  „

Japan  ....

0,5  „  „

Peru  ....
Kanada  .  .  .
Ver.  Staaten  .
Schweiz  .  .  .

0,4  Mill.  Mk.
0,4  „  „
0,3  „  „
0,3  „  „

Un d  ging  1913  hauptsächlich  nach  folgenden  Ländern:
China  ....
Großbritannien
Australien  .  .
Deutschland  .
Chile  .
Csterr.-Ungam
c)  Posamentierwaren.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahie  1913  waten.
Deutschland  .  .  1,1  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,3  Mill.  Mk.  |  Japan  0,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Argentinien  .  .  1,0  Mill.  Mk.  I  Großbritannien.  0,6  Mill.  Mk.
hlna  0,8  „  „  |  Britisch-Indien  .  0,4  „  ,,

Türkei  Oj3  Mill.  Mk.
        <pb n="289" />
        272  Italien.  Ein-  und  Ausfuhr.
Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Italiens  an  Rohstoffen  und

Sämtliche  Werte  i®

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


I  Textilwaren
1  insgesanit^

Einfuhr  nach  Italien  von

Belgien

o,3

n,5

o,9

12,0

0,2

0,02

24,92

&amp;gt;

Bulgarien

0,1

—

1,6

—

—

—

1,7

Dänemark

—

—

—

—

—

—-Deutschland



18,8

29,7

14,0

1,0

0,03

6,1

69,63

1-Frankreich



3,1

34,3

19,7

o,6

0,05

5,1

62,85

)

Griechenland

0,1

1,5

—

—

1,6

Großbrit.  mit  Gibraltar,  Malta,  Cypern

!  8,7

33,7

3,1

o,9

0,02

2,3

48,72

Montenegro

—

0,4

—

—

—

0,4

Niederlande

—

0,03

—

0,2

0,01

—

0,24

Norwegen

—

—

—

—

—

—

—

Österreich-Ungarn

o,6

5,o

12,9

1,8

0,05

1,1

21,45

Portugal

—

0,1

—

—

0,1

Rumänien

0,03

0,04

0,02

—

—

—

0,09

Rußland

—

o,3

12,2

2,3

—

—

14,8

Schweden

—

—

—

Schweiz

3,7

2,0

8,1

0,1

0,01

o,5

14,41

Serbien

0,01

—

o,3

—

0,31

Spanien

0,1

1,5

0,02

—

—

—

1,62

Türkei

8,4

1,8

21,3

—

—

—

31,5

Ägypten

19,4

0,02

—

—

0,01

—

19,43

Algerien  und  Tunis

—

0,4

—

—

—

—

0,4

Belgisch-Kongo

—

—

—

—

—

—

—■

Britisch-Ost-  und  Westafrika

0,02

1,6

—

■  —

—

—

1,62

Deutsch-Ost-  und  Westafrika

—

—

—

Franz.-Ost-  und  Westafrika
Italienische  Besitzungen  in  Afrika:

—

—

—

—

—

—

—

&amp;gt;

Erythrea

—

—

—

—

—

Somaliland  .

—

.

Marokko

—

0,03

0,03

Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika  .

—

—

—

—

Spanische  Besitzungen  in  Afrika  .  .  .

—

—

—

—

—

Tripolis  und  Cyrenaika

—

0,7

—

—

0,02

0,72

Britisch-Indien  und  Ceylon

38,8

0,8

—

27,2

0,02

66,82

China  und  Hongkong

0,2

—

31,8

—

32,0

Französische  Besitzungen  in  Asien  .  .

—

—

—

—

—

—

Japan

—

—

38,6

—

—

i,i

39,7

Niederländisch-Indien

—

—

—

—

—

Persien

—

0,1

0,3

—

—

0,1

0,5

Philippinen

—

—

—

—

—

■

Siam

—

—

—

—

—

—

—

Argentinien

0,02

7,9

—

—

—

—

7,92

Brasilien

0,02

0,01

—

—

—

—

o,o3

Bolivien

—

—

—

—

—

—

—

Chile

0,01

—

—

—

—

0,01

Ekuador

—

—

—

—

—

—

Kanada

—

—

—

—

—

Kolumbien

—

—

—

—

—

Kuba

—

—

—

—

—

Mexiko

—

—

—

—

—

Paraguay

—

—

—

—

—

Peru

—

—

—

—

—

Portoriko

—

—

—

—

—

Uruguay

—

6,9

—

—

6,9

Venezuela

—

—

—

—

—

Vereinigte  Staaten

203,9

o,3

o,3

—

0,3

204,8

Westindien

—

—

—

—

Zentralamerika

—

—

—

—

Australischer  Bund

—

6,3

—

6,3

Anderen  Ländern

o,9

0,7

5,3

0,1

—

0,6  j

7,6

307,1

145,4

172,7

19,0

27,6

17,2  1

689-0

an  Textilwaren  nach  Ländern  geordnet.

273

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.
Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Ausfuhr  aus  Italien  nach

1,0

1,0

1,5

0,1

0,1

0,3

4,0

Belgien

2,1

0,3

—

0,2

0,1

2,7

Bulgarien

0,1

0,02

—

0,04

—

0,1

0,26

Dänemark

3,4

2,0

86,2

0,5

0,6

1,9

94,6

Deutschland

1,8

2,4

53,3

0,2

0,2

1,1

59,0

Frankreich

4,6

2,2

0,1

0,1

0,2

7,2

Griechenland

3,5

3,3

52,6

0,2

1,1

2,9

63,6

Großbrit.  mit  Gibraltar,  Malta,  Cypern

0,t

0,02

—

0,1

0,22

Montenegro

0,1

0,1

0,1

—

0,1

0,1

o,S

Niederlande

0,03

—

0,3

—

0,02

0,35

Norwegen

4,8

0,9

21,6

0,3

0,7

1,9

30,2

Österreich-Ungarn

0,1

—

0,6

0,02

0,1

0,82

Portugal

4,2

0,3

0,6

0,02

1,0

0,6

6,72

Rumänien

2,0

23,3

—

0,1

0,2

25,6

Rußland

0,1

—

0,02

—

0,1

0,22

Schweden

6,3

1,8

95,8

0,2

1,2

1,3

106,6

Schweiz

0,5

0,03

0,04

—

—

0,2

0,77

Serbien

0,2

0,01

3,4

—

0,01

0,1

3,72

Spanien

43,2

»,5

2,4

0,02

0,3

1,9

53,32

Türkei

13,9

2,2

5,3

0,05

0,1

0,8

22,35

Ägypten

2,7

0,04

1,2

—

0,02

0,2

4,16

Algerien  und  Tunis

—

—

—

—

0,2
6,11

Belgisch-Kongo

3,6

2,5

—

—

0,01

Britisch-Ost-  und  Westafrika

°,4

—

—

—

0,04

0,44

Deutsch-Ost-  und  Westafrika

■—■

—

—

—

0,1

0,1

Franz.-Ost-  und  Westafrika
Italienische  Besitzungen  in  Afrika:

4,9
2,4

0,8

—

—

0,1

0,01

5,81

Erythrea

■—

—

—

0,01

2,41

Somaliland

0,3
0,8
0,4
2,2
12,9
2,0
0,8
0,7
5,0
0  2

—

0,2

—

—

0,5

Marokko

0,1

—

—

—

0,03

0,93

Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika

0,2

0,1

—

—

0,3

1,0

Spanische  Besitzungen  in  Afrika

0,3

0,4

0,03

0,1

0,5

3,53

Tripolis  und  Cyrenaika

2,7

8,7

0,02

—

2,2

26,52

Britisch-Indien  und  Ceylon

1,0

0,3

0,04

—

3,2

6,54

China  und  Hongkong

—■

—

0,1

o,9

Französische  Besitzungen  in  Asien

1,0

—

—

—

0,5

2,2

Japan

0,7

0,04

—

—

0,3

6,04

Niederländisch-Indien

0,2
0,6
38  7

—‘

0,8

—

—

—

1,0
0,63

Persien

0,03

0,1

—

—

0,3

Philippinen

*

—

0,02

—

0,2

0,82

Siam

2,5
0,1
2,8
0,2

9,0

4,0

2,0

2,4

2,5

58,6

Argentinien

1,8

2,1

0,01

0,2

1,1

7,71

Brasilien

0,1

—

—

0,2

0,4

Bolivien

1,2

0,4

—

—

1,8

6,2

Chile

0,02

—

0,1

0,32

Ekuador

0,1

0,3

0,1

—

0,4

0,9

Kanada

0,3

0,2

0,3

1,7

Kolumbien

0,3

0,1

—

—

—

1,0

1,4

Kuba

0,2

0,1

—

—

0,01

0,6

1,01

Mexiko

1,6

—

0,02

—

0,1

0,32

Paraguay

0 T O?

0,2

—

0,02

—

1,0

2,82

Peru

4,0

—

—

—

0,02

0,04

Portoriko

0,9

0,2

0,8

0,3

—

2,9

8,2

Uruguay

1,8

0,1

—

0,05

1,05

Venezuela

0,2

0,4

50,7

1,5

2,1

0,9

57,4

Vereinigte  Staaten

1,3
0,1

0,02

0,3

0,52

Westindien  ohne  Kuba

0,2

0,1

0,02

0,7

2,32

Zentralamerika

5,0

0,1

—

0,1

1,5

1,8

Australischer  Bund

2,0

3,4

—

1  4,1

14,5

Anderen  Ländern

!  47,3  |  420,5
Kertesz,  Texti

6,1  |  10,7  |  41,6
lindustrie  sämtlicher  Staaten.

|  719,8

18
        <pb n="290" />
        274

•Schweiz.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  der  Schweiz.
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

61,6

103,3

+  67,7

129,6

213,1

+  64,4

Wolle  und  Halbwolle  .  .  .

47,3

62,0

+  31

16,2

25,1

“I -  55

Seide  und  Halbseide  ....

114,0

155,2

+  36

164,0

224,9

+  37

Leinen

7,5

11,4

+  52

1,0

34

+210

fute

1,8

3,3

+  83

—

—

—

Konfektion

22,1

39,6

+  79

3,8

3,6

—  5  *

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

254,3

374,8

+  47,3

314,6

469,8

+  49,3

im  Spezialhandel  beträgt  .

762,7

1  540,6

—

562,8

1  100,7

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt

demnach  in  Prozenten  .  .

33,4

24,3

—

155,9

42,7

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie  der  Schweiz  beträgt
an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  3,1  Proz.
Desgleichen  an  der  Ausfuhr  4,1  „
Die  Bedeutung  der  Textilindustrie  der  Schweiz  ist  daraus  ersichtlich,  daß
ihr  Anteil  an  der  Ausfuhr  mit  4,1  Proz.  schon  ein  recht  erheblicher  ist  und
daß  nur  England,  Deutschland,  Frankreich,  Italien  und  Belgien  eine  höhere
Ausfuhr  haben.  Dabei  ist  noch  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  die  Ausfuhr  der
Schweiz  zum  größten  Teil,  bzw.  zu  74,6  Proz.,  aus  Fertigwaren  besteht,  während
bei  der  Ausfuhr  aus  Italien  42,9  Proz.  und  bei  der  Ausfuhr  aus  Belgien  nur
12,3  Proz.  sich  auf  Fertigwaren  beziehen.  Die  höchsten  Ausfuhrwerte  liefern
die  Seiden-  und  die  Baum  Wollindustrie,  während  die  Wollindustrie  nur  eine  sehr
mäßige,  und  die  Leinen-,  Jute-  und  Konfektionsindustrie  eine  kaum  in  Betracht
kommende  Ausfuhr  haben.
Die  Entwickelung  der  Textilindustrie  seit  1890  zeigt  eine  Erhöhung  der
Einfuhr  von  47,3  Proz.  und  der  Ausfuhr  von  49,3  Proz.  Die  Erhöhung  ist  die
niedrigste  in  den  größeren  Textilindustriestaaten  und  wird  einerseits  dadurch
erklärlich,  daß  die  Schweiz  bereits  im  Jahre  1890  eine  stark  entwickelte  Baumwoll-
  und  Seidenindustrie  hatte  —  die  Ausfuhr  der  Baumwollindustrie  betrug
1890  bereits  129,6  Milk  Mark,  während  die  gleichen  Industrien  in  Österreich-
        <pb n="291" />
        Anteil  am  Außenhandel.

275

Ungarn  oder  Italien  I890  nur  für  je  26  Mill.  Mark  ausführten  —  andererseits
aber  auch  dadurch,  daß  die  Baumwollindustrie  der  Schweiz  von  jeher  Neigung
hat,  sich  auf  einzelne  Artikel  zu  konzentrieren.  Es  liegt  nun  in  der  Natur  der
Sache,  daß  diese  Artikel  nicht  so  weit  gesteigert  werden  können,  daß  sie  auf
die  Dauer  eine  Erhöhung  der  Produktion  ergeben.  Nachdem  ein  gewisser  Höhepunkt ­
  erreicht  ist,  tritt  Stillstand  oder  Rückgang  ein.  Wir  brauchen  uns  in
dieser  Richtung  nur  der  früheren  Blüte  der  Türkischrotfärberei  oder  Jasmasdruckerei
  der  Schweiz  zu  erinnern.
Der  schweizerischen  Textilindustrie  kommt  andererseits  zu  statten,  daß  sie
sehr  gute  Verbindungen  mit  allen  Überseeländern  besitzt,  so  daß  ihr  die  Pflege
des  Exporthandels  verhältnismäßig  leicht  fällt.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  der  Schweiz.
Dieser  betrug

an  der  Einfuhr

an  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

33,4  Proz.

24,3  Proz.

55,9  Proz.

42,7  Proz.

Der  Rückgang  der  Anteile  von  1890  bis  1913  ist  ein  ähnlicher,  wie  wir
ihn  in  England  (S.  100)  finden.  Von  den  Textilindustrien  der  europäischen
Länder  hat  die  schweizerische  Textilindustrie  den  höchsten  Anteil  an  der
Gesamtausfuhr  des  Landes.  Mit  dem  Anteil  von  4 2 &amp;gt;7  Proz.  kann  sie  in  ausgesprochenster ­
  Weise  als  Hauptindustrie  der  Schweiz  bezeichnet  werden.

E «n-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Baumwolle
Wolle  und  Halbwolle
Seide  und  Halbseide
Kunstseide
Leinen
Jute
Konfektion

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

j  Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


45,9

38,3

19,1

3,7

17,5

191,9

14,2

13,8

34,0

1,8

11,0

12,3

35,0

104,9

13,7

6,5

78,5

135,9

—

—

1,6

—

—

4,0

2,5

3,2

5,7

—

0,1

3,0

0,1

0,7

2,5

—

—

—

II  —

—

39,6

—

3,6

I!  97,7

160,9

116,2

12,0

107,1

350,7

18  *
        <pb n="292" />
        276

Schweiz.  Textilindustrie.

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  .  85,7  Mill.  Mk.
„  „  „  Halbfabrikaten,  „  „  „  „  53,8  „  „
„  Ausfuhr  „  Fertigwaren,  „  „  eingeführten,  „  234,5  „  „

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

Etwa  350  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  0,6  Mill.  Mk.
„  44t  Kokons  .  .  „  „  „  an  Seide  von.  .  .  0,1  „  „
0,7  Mill.  Mk.

Die  Gewinnung  von  Rohstoffen  im  Inlande  ist  demnach  unbedeutend.
Eingeführt  wurden  im  Jahre  1913:
Rohbaumwolle  für  etwa  46  Mill.  Mk.,  und  zwar  aus  Amerika  15600  t,  aus
Ägypten  10  300  t,  aus  Britisch-Indien  1030  t.
Wolle  für  12,9  Mill.  Mk.  aus  Australien,  Deutschland  und  Frankreich.
Seide  (abzüglich  der  ausgeführten):  Kokons  für  1  Mill.  Mk.,  Grege  für
21,4  Mill.  Mk.,  Seidenabfälle  und  defekte  Kokons,  die  von  den  Florettspinnereien
verarbeitet  werden,  für  6,2  Mill.  Mk.
Flachs,  Hanf  und  Ramie  für  2,2  Mill.  Mk.
Jute  nur  ganz  unbedeutend.

Halbfabrikate.
Baumwolle.  Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  wohl  verhältnismäßig
hoch,  doch  ist  auch  die  Ausfuhr  bedeutend.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  rohen  Garnen  betrug  15,9  Mill.  Mk.  Davon
beziehen  sich  8,4  Mill.  Mk.  auf  einfache  Garne,  und  zwar  werden  vorwiegend
feine  Garne,  größtenteils  in  der  Preislage  von  4,40  Mk.  pro  Kilogramm,  in  geringeren ­
  Mengen  noch  feinere  Garne  (über  Nr.  120)  in  der  Preislage  von  6,40  Mk.
pro  Kilogramm  aus  England  eingeführt.  7,5  Mill.  Mk.  kommen  auf  gezwirnte
Garne,  welche  ebenfalls  aus  England,  größtenteils  in  feineren  Nummern,  in  der
Preislage  von  6,40  Mk.  pro  Kilogramm  und  kleinenteils  in  gröberen  Nummern,
in  der  Preislage  von  3,50  Mk.  pro  Kilogramm  eingeführt  werden.
Die  Ausfuhr  an  Garnen  im  Jahre  1913  beträgt  8,3  Mill.  Mk.,  wobei  es  sich
größtenteils  um  einfache  Garne  in  der  Preislage  von  3,60  Mk.  pro  Kilogramm,
die  nach  Deutschland  ausgeführt  werden,  handelt.  Geringere  Mengen  von  einfachen ­
  und  gezwirnten  Garnen  werden  nach  den  anderen  Ländern  geliefert.  Es
sei  hierbei  bemerkt,  daß  die  Ausfuhr  an  rohen  Garnen  durch  die  Konkurrenz
von  Österreich-Ungarn  und  Italien,  die  rlie  Ausfuhr  billiger  roher  Garne  stark
gefördert  haben,  ständig  abnimmt.
In  gebleichten,  mercerisierten  oder  gefärbten  Garnen  ist  die  Einfuhr  nicht
bedeutend;  die  Ausfuhr  in  diesen  betrug  3,2  Mill.  Mk.,  die  zum  größten  Teil
nach  Britisch-Indien  geht.
        <pb n="293" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

277

Rohe  Gewebe  wurden  im  Jahre  1913  für  den  erheblichen  Betrag  von
21,1  Mill.  Mk.  eingeführt.  Es  handelt  sich  hierbei  großenteils  um  feine  Gewebe
im  Tonnenwert  von  4700  Mk.,  die  ausschließlich  aus  England  eingeführt  werden.
Die  Ausfuhr  von  6  Mill.  Mk.  bezieht  sich  ebenfalls  auf  feine,  nach  Deutschland
gelieferte  Gewebe.
Wolle.  Kammzug.  Ein  großer  Teil  des  inländischen  Bedarfs  wird  von
den  inländischen  Wollkämmereien  gedeckt;  daneben  erfolgte  noch  eine  Einfuhr,
zur  Hälfte  aus  Deutschland  und  Frankreich,  im  Werte  von  6  Mill.  Mk.  Die
Ausfuhr  im  Betrage  von  2,1  Mill.  Mk.  geht  nach  Österreich-Ungarn.
Kammgarn.  Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  rohen  Kammgarnen  beträgt
4,9  Mill.  Mk.,  die  vorwiegend  aus  Deutschland  und  Frankreich  stammt;  dagegen
werden  feinere  Kammgarne  im  Werte  von  8,9  Mill.  Mk.  nach  Deutschland,  Rußland ­
  und  Österreich-Ungarn  ausgeführt.  Gebleichte  und  gefärbte  Kammgarne
werden  für  2,4  Mill.  Mk.  eingeführt.
Seide.  Die  Einfuhr  an  Organsin  und  Trame  ist  sehr  bedeutend;  sie  betrug
inr  Jahre  1913  82,2  Mill.  Mk.  und  kam  hauptsächlich  aus  Italien  und  Frankreich.
Davon  wurden  für  29,2  Mill.  Mk.  wieder  ausgeführt  und  zwar  hauptsächlich
nach  Deutschland.
An  Florettseide,  gekämmt,  als  Ausgangsmaterial  der  Florettspinnereien,
wurden  für  19,5  Mill.  Mk.  ein-  und  für  4,4  Mill.  Mk.  ausgeführt.  Die  Einfuhr
stammt  hauptsächlich  aus  Frankreich.
An  Florettgarnen  wurden  für  2,1  Mill.  Mk.  ein-  und  für  27,4  Mill.  Mk.  ausgeführt. ­
  Die  große  Ausfuhr  zeigt  die  Bedeutung  der  schweizerischen  Florettspinnereien ­
  und  -Zwirnereien.  Die  hauptsächlichen  Absatzländer  sind  Deutschland ­
  und  Amerika.
Auch  die  Ausfuhr  an  gefärbter,  Näh-,  Stick-  und  Posamentierseide  im  Werte
Von  19,9  Mill.  Mk.  ist  recht  hoch;  sie  geht  hauptsächlich  nach  Deutschland  und
Osterreich-U  ngarn.
Leinen.  Die  Einfuhr  an  Leinengarnen,  roh,  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt,
betrug  i m  Jahre  1913  3,2  Mill.  Mk.

F  er  tigwaren.
Sowohl  die  Ein-  als  auch  die  Ausfuhr  an  Textilfertigwaren  ist  verhältnismäßig ­
  recht  bedeutend.  Nähere  Einzelheiten  sind  bei  den  später  folgenden
Abschnitten  über  die  Entwickelung  der  verschiedenen  Zweige  der  Textilindustrie
zu  ersehen.
        <pb n="294" />
        *)  Siehe  Seite  18,

278

Schweiz.  Textilindustrie.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  der  Schweiz  im  Jahre  1913.

Es  beträgt  der  Produktionswert  entsprechend  den  später  folgenden  Aufstellungen ­
  :

Mill.  Mark

Anteil  der  Schweiz
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

284,4

2,3

Woll-  und  Halb  Wollindustrie

60,6

0,7

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

224,2

11,3

Leinenindustrie

17,4

1,0

Juteindustrie

0,9

0,1

Kunstseidenindustrie  x )

3,o

2,2

Konfektionsindustrie,  wie  bei  Deutschland  entsprechend

der  Ausfuhr  berechnet

5,o

0,4

595,5

2,3

In  der  Schweiz  sind  die  Baumwoll-  und  Seidenindustrie  die  beiden
Hauptindustrien,  während  den  Woll-,  Leinen-,  Jute-  und  Konfektionsindustrien
eine  geringere  Bedeutung  zukommt.
Die  Art  der  Produktion  prägt  sich  am  stärksten  im  Durchschnitts-Tonnenwert ­
  der  ausgeführten  Fertigwaren  aus.  Der  Tonnenwert  der  im  Jahre  1913
ausgeführten  Baumwollwaren  betrug:
in  der  Schweiz  j  in  Deutschland  j  in  Großbritannien
i5  40oMk.  ;  6  72oMk.  j  4  220  Mk.
Von  allen  Baumwoll-Industriestaaten  hat  die  Schweiz  den  höchsten  Ausfuhr-Tonnenwert,
  weil  sie  fast  ausschließlich  die  Ausfuhr  der  teuren  Stickereiartikel
betreibt.
Der  Tonnenwert  der  im  Jahre  1913  ausgeführten  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  betrug:
in  der  Schweiz  in  Frankreich  in  Deutschland
42  030  Mk.  50  300  Mk.  27  900  Mk.

Die  Zahl  der  Betriebe  der  Textilindustrie  betrug  im  Jahre  1911:  1584.
Die  Zahl  der  in  diesen  beschäftigten  Arbeiter:  100  175.  Da  die  Gesamtzahl  der
in  sämtlichen  schweizerischen  Betrieben  beschäftigten  Arbeiter  328841  beträgt,
so  entfallen  auf  die  Textilindustrie  30,4  Proz.  sämtlicher  Arbeiter.
        <pb n="295" />
        Produktion.

27!)

Von  den  100  175  Arbeitern  sind:
Erwachsene,  männliche  Arbeiter  über  18  Jahre  29  695  =  29,6  Proz.
„  weibliche  „  „18  „  49  837  =  49,8  „
Männliche  Arbeiter  von  16  bis  18  Jahren  2  827  =  2,8  „
Weibliche  „  „  16  „  18  8  498  =  8,5  „
Männliche  „  „  14  „  16  „  2  762  =  2,8  „
Weibliche  „  „  14  „  16  6  556  =  6,5  „

Von  diesen  waren  im  Jahre  1911  beschäftigt:

Männliche

Weibliche

Zusammen

Im  Jahre  1912/13
betrug  die

Anzahl
der  Betriebe

Zahl
der  Arbeiter

In  der  Baumwollindustrie  ....

11  618

17  932

29  550

326

30410

»  *  Wollindustrie

2  190

3  135

5  325

69

5  332

„  Seidenindustrie

7  735

23  802

31  537

215

31  9i8

„  „  Leinenindustrie

440

567

1  007

25

1  222

„  „  Stickereiindustrie

u  784

16822

28  606

898

29752

»  „  übrigen  Textilindustrie  .  .

1517

2  633

4  150

114

4333

|  35  284

64  891

100  175

1  647

102  967

Baumwollindustrie.  Der  Schweizer  Spinner-,  Zwirner-  und  Weberverein
gibt  für  1913  folgende  Produktionsstatistik:

Spinnerei

Zwirnerei

Weberei

Anzahl  der  Betriebe

63

53

80

»  „  Spindeln

1  404  574

118  804

—

»  „  Webstühle

—

—

22  394

Verwendete  mechanische  Kraft  P.  S.

23  500

2  230

7  630

Hiervon  Wasserkraft

15  700

1440

4  730

&amp;gt;.  Dampfkraft  •

2  900

130

520

»  elektrische  Kraft

4350

1470

2080

»  01-  und  Gasmotoren

550

160

300

Zahl  der  Arbeiter  und  Angestellten

9790

2  040

12  890

Löhne  und  Gehälter  in  Francs

10  005  650

1946  200

13  137  200

*  erarbeitete  Baumwolle  in  Kilogramm

26  380  000

—

—

Verarbeitete  Garne  „  „

—

4  127  000

14  705  000

Produktion

21  630  000

4  101  000

14  848000

Wert  der  Produktion  in  Francs

69  198  750

20  424  300

74  166  500

Die  von  der  Spinnerei  verarbeitete  Baumwolle  verteilte  sich  auf
amerikanische  mit  14215000kg,  auf  Mako  mit  9795000kg  und  auf  andere
Sorten  mit  2370000  kg.
Die  volle  Bedeutung  der  schweizerischen  Baumwollindustrie  ei  hellt  aus
folgender  Zusammenstellung:
Zahl  der  Arbeiter  und  Angestellten  24720  I  Jahreserzeugung  in  Kilogramm.  .  40  579  000
Löhne  und  Gehälter  in  Francs.  ,  ,  25089050)  Wert  der  Jahreserzeugung  in  Francs  163789550
        <pb n="296" />
        280

Schweiz.  Textilindustrie.

In  dieser  Aufstellung  ist  jedoch  die  bedeutende  Stic  swarenindustrie
der  Schweiz  nicht  enthalten.  Über  diese  sind  folgende  statistische  Zahlen  veröffentlicht ­
  *):

Anlagen

Maschinen

1913

1914

1913

1914

Schweiz:

Aargau

1

1

30

30

Appenzell

49

65

249

244

Basel

1

1

13

12

Bern

2

—

2

—

Glarus

2

1

12

11

Luzern

1

1

l6

16

Schwyz

27

29

129

135

St.  Gallen

442

SSI

3729

3724

Thurgau

355

392

2204

1996

Zürich

34

43

184

214

Österreichische  Grenze:

Bregenzerwald

29

23

37

31

Liechtenstein

—

2

—

2

Vorarlberg

758

747

1702

1625

Deutsche  Grenze:

Baden

1

1

48

48

Bayern  .  .  .  .  :

2

2

2

2

1704

1859

8357

8090

Dem  Systeme  nach  entfallen  von  den  8090  Maschinen  6298  auf  Pantographen
und  1792  auf  Automaten;  der  Abstammung  nach  39  auf  Chemnitz  (Hilscher),
65  auf  Kappel,  3028  auf  Plauen,  5  auf  Winterthur  (Rieter)  und  4953  auf  Arbon
(Saurer).  Von  den  116  neuen  15  Yards  breiten  Maschinen  sind  noch  46  mit
Pantographen,  70  mit  Automaten  eingerichtet.  Die  Anzahl  der  Handmagchinen
beträgt  etwa  16  OOO.  Die  bedeutendste  Fabrik  für  den  Bau  der  Schiffchenstickmaschine ­
  ist  die  Vogtländische  Maschinenfabrik  in  Plauen,  eine
Gründung  aus  dem  Jahre  1881,  also  aus  verhältnismäßig  neuer  Zeit,  der  es
gelungen  ist,  bex'eits  im  Dezember  1892  die  1000.,  im  Mai  1904  die  5000.  und  im
Dezember  1910  die  10  000.  Maschine  abzuliefern.  Gegenwärtig  ist  die  Firma
hart  daran,  die  15000.  Maschine  zum  Versand  zu  bringen.  Sie  verfügt  über
200  eigene  Patente.  Darunter  spielen  die  verschiedenen  Patente  de?  jüngst  verstorbenen ­
  Leiters  des  Werkes,  Robert  Zahn,  eine  große  Rolle;  sie  betreffen
eine  Vorrichtung,  die  nach  der  Idee  der  Jacquardmaschine  den  Pantographen  und
die  Arbeit  des  Pantographenführers  vollständig  entbehrlich  macht  und  allgemein

x )  Österreichs  Wollen-  und  Leinenindustrie  1914,  S.  172.
        <pb n="297" />
        Produktion.

281

9  Siehe  Fußnote  auf  Seite  212.

unter  der  Bezeichnung  Automat  verstanden  wird.  Die  damit  ausgerüsteten
Maschinen  laufen  beträchtlich  schneller,  mit  135  Stich  pro  Minute  und  besitzen
größere  Schiffchen  von  anderer,  weniger  Raum  erfordernder  Anordnung.  Die
Karten  bestehen  aus  endlosen  Bändern,  die  an  der  Jacquardseite  auf-  und
niederlaufen  und  auf  sinnreichen  Spezialmaschinen  geschlagen  werden.  In
Nottingham  (England)  sind  von  den  100  10  Yards  breiten  Maschinen  20  automatisch ­
  gebaut  und  17  davon  Plauener  Fabrikat.  Schon  jetzt  beläuft  sich  der
Absatz  des  Zahn-Automaten  auf  rund  2000  Exemplare,  wovon  viele  nach  den
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  ausgeführt  werden.
Über  die  Entwickelung  der  Stickereiindustrie  Ende  1913  berichtet  die
Neue  Züricher  Zeitung  wie  folgt:  Seit  mehr  als  einem  Dezennium  orientiert  uns
eine  seinerzeit  von  Herrn  Kellner  in  Rorschach 1 )  ins  Leben  gerufene  Statistik
alljährlich  über  die  Zahl  der  Schifflistickmaschinen  im  schweizerisch-vorarlbergischen
  Stickereigebiet.  Die  Arbeit  hat  allmählich  einen  anerkennenswerten
Ausbau  erfahren  und  erscheint  seit  einigen  Jahren  im  Verlage  der  Buchdruckerei
E.  Löpfe-Benz  in  Rorschach.  Der  Automat  hat  begonnen,  das  Industriegebiet
zu  erobern  und  hat  einen  großen  Teil  davon  auch  schon  gewonnen.  Der
Warnungsruf,  man  möchte  von  der  Aufstellung  neuer  Schifflistickmaschinen  mit
Rücksicht  auf  die  allgemeine  Lage  der  Industrie  und  die  Gefahr  einer  stetigen
Überproduktion  auch  in  ganz  guten  Geschäftszeiten  absehen,  hat  nicht  überall
Beachtung  gefunden.  Allerdings  sind  im  letzten  Jahre  nur  ganz  wenige  größere
neue  Fabriketablissements  entstanden.  Wenn  die  Zahl  der  Etablissements  sich
trotzdem  von  1704  anfangs  1913  auf  1859  zu  Anfang  1914  vermehrt  hat,  so  ist
dies  auf  die  Tatsache  zurückzuführen,  daß  auffallend  viele  Einzelmaschinen
Aufstellung  gefunden  haben,  ganz  besonders  im  Kanton  St.  Gallen  und  auch  in
Thurgau,  Appenzell  a.  Rh.  und  Zürich.  Umgekehrt  ist  die  Maschinenzahl  zurückgegangen, ­
  und  zwar  von  8357  auf  8090.  Dieser  ziffernmäßige  Rückgang  könnte
nun  aber  sehr  leicht  zu  falschen  Schlüssen  führen  und  die  Meinung  aufkommen
lassen,  es  wäre  damit  auch  die  Produktionsfähigkeit  im  allgemeinen  gesunken.
Uie  verminderte  Maschinenzahl  (Januar  1913 :  8357.  1909 ;  6457-  19° 1:  2670)
erklärt  sich  daraus,  daß  eine  große  Anzahl  kurzer  Maschinen,  weil  nicht  mehr
leistungsfähig,  entfernt  wurde.  An  ihre  Stelle  sind  dann  lange  Maschinen  mit
Automatenbetrieb  getreten;  ein  großer  Teil  der  kurzen  Maschinen  dürfte  wohl
durch  solche  von  15  Yards  Länge  ersetzt  worden  sein.  So  hat  die  Firma  Saurer
ln  Arbon  im  verflossenen  Jahre  rund  350  neue  Maschinen  aufgestellt,  die
Maschinenfabrik  Plauen  120  usw.  Hatten  wir  letztes  Jahr  erst  ganz  wenige
J 5-  Yards-Maschinen,  so  sind  es  heute  bereits  70,  nämlich  53  Saurer  und
D  Plauener.  1913  hat  uns  neben  den  Plauener  Automaten  auch  noch  den
ebenfalls  vorzüglich  arbeitenden  Saurerschen  gebracht.  Den  1421  Automaten
Im  letzten  Jahre  stehen  bereits  1792  mit  128  Punschiermaschinen  im  Jahie  1914
gegenüber;  die  Zahl  der  Pantographmaschinen  beläuft  sich  nur  noch  auf  6298.
        <pb n="298" />
        282

Schweiz.  Textilindustrie.

AVährend  4953  Maschinen  des  Stickereigebietes  aus  der  Arboner  Fabrik  Saurer
stammen,  sind  3028  Maschinen  aus  der  Maschinenfabrik  Plauen  hervorgegangen.
Von  den  Automaten  sind  1513  nach  dem  Plauener  System,  213  nach  Saurer,
65  nach  Kappel-Chemnitz  und  einer  nach  Hilscher  gebaut.  Alle  diese
Systeme  haben  Eingang  gefunden  in  der  Feldmühle-A.-G.  in  Rorschach,
während  die  anderen  Betriebe  sich  mehr  oder  weniger  zu  einem  einzelnen
System  verpflichtet  haben.  Die  nächste  Zukunft  wird  zweifellos  nach  wie  vor
im  Zeichen  des  technischen  Wettbewerbes  stehen;  in  erster  Linie  stehen  die
verschiedenen  Automaten  im  Vordergründe,  Hand  in  Hand  mit  dieser  Entwickelung ­
  geht  die  Aufstellung  von  Maschinen  von  großen  Längen,  der  15-Yards-Maschinen,
  die  an  Stelle  alter  kurzer  Maschinen  treten  und  in  neuen  Anlagen
Aufstellung  finden  werden.
Auffallend  ist,  daß  in  Vorarlberg  innerhalb  Jahresfrist  sowohl  die  Zahl  der
Betriebe  (758  bzw.  747)  als  auch  die  Maschinenzahl  (1702  bzw.  1625)  zurückgegangen ­
  ist.  Im  übrigen  weist  zu  Anfang  1914  der  Kanton  St.  Gallen
3724  Maschinen  und  551  Betriebe  auf,  Thurgau  1996  und  392,  Appenzell  a.  Rh.
240  und  64,  Zürich  214  und  43  Maschinen  bzw.  Betriebe.
Seidenindustrie.  Eine  Produktionserhebung  der  schweizerischen  Seidenindustrie ­
  vom  Jahre  1910  befindet  sich  am  Schlüsse  des  Abschnittes  Schweiz,
S.  306.
Ergänzend  hierzu  schreibt  die  Züricher  Gesellschaft  der  Seidenindustriellen
über  das  Jahr  1912:
Ende  1912  waren  14616  Stühle  vorhanden  gegen  16034  im  Jahre  1910,
also  .um  1600  weniger.  In  Wirklichkeit  ist  jedoch  die  Leistungsfähigkeit  der
Industrie  heute  mindestens  die  gleich  große  und  der  ziffernmäßige  Abgangerklärt
  sich  mehr  aus  anderen  Ursachen,  so  durch  den  Austausch  vieler  veralteter
schmaler  Stühle  gegen  zeitgemäßere  breitere,  etwas  auch  durch  die  allgemeine
große  Stockung  im  Seidengewerbe,  wie  sich  dieselbe  auch  im  Produktionsresultate ­
  widerspiegelt.  1912  stellte  man  46,5  Mill.  Meter  seidener  Gewebe  her
oder  um  7%  Proz.  weniger  wie  1910  und  um  15  Proz.  unter  der  Erzeugung  1908.
Die  alte  Seidenhandweberei  des  Landes  behauptet  sich  in  einem  Maßstabe,
welcher  alle  Voraussagen  und  Zukunftsansichten  ziemlich  zunichte  macht.
Mindestens  weist  sie  nicht  Rückschritte,  wenn  schon  nicht  Fortschritte,  auf
und  die  Anzahl  der  Stühle  verbleibt  stationär  um  2800  herum.  Das  Bestreben,
die  Handweber  für  die  Benutzung  von  Elektromotoren  zu  gewinnen,  ist  auf
mittelmäßig  fruchtbaren  Boden  gefallen,  indem  der  gesamte  Einbau  nur  an
200—300  Stühlen  durchgeführt  wurde.
Diese  Angaben  beziehen  sich  nur  auf  die  Seidenspinnerei  und  -Zwirnerei
und  die  Herstellung  der  Gewebe,  während  die  verhältnismäßig  große  Bandfabrikation, ­
  die  vornehmlich  in  Basel  und  Umgebung  betrieben  wird,  nicht
einbezogen  ist.
        <pb n="299" />
        Inlandsverbrauch.  Absatzverhältnisse.

283

1 )  Siehe  Anmerkung  auf  S.  51.

Der  Inlandsverbrauch  der  Schweiz  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch  an

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  3  877  200  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

94,1

24,27

Woll-  und  Halbwollwaren

71,3

18,38

Seiden-  und  Haibseidenwaren

23,5

6,06

Leinenwaien

20,0

5,16

Jutewaren

3,4  9

—

Konfektionswaren

40,9

10,55

253,2

64,42

Der  Inlandsverbrauch  der  Schweiz  pro  Person  ist  ein  recht  hoher  und
dürfte  kaum  viel  mehr  gesteigert  werden  können.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  der  Schweiz  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  595,5  Mill.  Mark
kommen  „  ,  ,  ,
auf  den  Inlandsverbrauch  auf  die  Ausfuhr
42.5  Proz.  57,5  Proz.
Die  Textilindustrie  der  Schweiz  arbeitet  daher  zum  größten  Teil  für  die
Ausfuhr,  und  zwar  in  viel  stärkerem  Maße  als  alle  anderen  Textilländer.  Selbst
England  hat  ein  niedrigeres  Ausfuhrverhältnis,  denn  dort  kommen
auf  den  Inlandsverbrauch  auf  die  Ausfuhr
49.6  Proz.  50,4  Proz.
Die  Ausfuhr  der  Schweiz  verteilt  sich  wie  folgt:
Auf  europäische  Länder  entfallen  .  68,8  Proz.  [  Auf  asiatische  Länder  entfallen
»  die  Vereinigten  Staaten  „  .  15,1  ,,  !  „  afrikanische  „  „
„  das  übrige  Amerika  „  .  9,8  „  |  „  australische
Der  Vergleich  gegen  Deutschland,  England,  Frankreich  und  Italien  ist  auf
S-  52  und  250  zu  ersehen.
Die  günstigsten  Absatzgebiete  für  die  Schweiz  sind  die  europäischen  Länder
und  die  Vereinigten  Staaten.  Die  Ausfuhrquote  für  die  Vereinigten  Staaten  ist
Del  höher  als  in  allen  anderen  Staaten.  Auch  die  Ausfuhr  nach  Südamerika
und  Kanada  ist  noch  günstig,  dagegen  ist  der  Absatz  nach  Asien,  Afrika  und
Australien  im  Verhältnis  unbedeutend.
Die  hauptsächlichsten  europäischen  Absatzländer  für  Textilwaren  sind:
Großbritannien  mit  109,1  Mill.  Mk.  |  Rußland  8,0  Mill.  Mk.

3,0  Proz.
1,0  „
1,3  „

Deutschland
Österreich-Unga  rn  .
Frankreich
Italien
Spanien  ....
Belgien  .  .

109,1  Mill.  Mk.
101,8  „
25,8  „
24,0  „
16,7  „
8,5  „  „
8,2  „

Türkei  4,6

Schweden  .
Niederlande
Rumänien  .
Dänemark  .
Portugal.  .

3,6
3,6
3,0
2,3
1,8
        <pb n="300" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Baumwolle

R

27  274

44,1

41,0

27,5

34,3

—

—

—

0,1

Baumwollabfälle

n

3  883

1,9

1,8

1,0

0,9

4  600

3,7

3,0

1,3

1,5

Lose  Baumwolle,  gebleicht  oder  gefärbt

H

50

0,1

0,2

—

—

5

0,01

0,01

—

—

Garne,  roh,  einfach

„

1  830

8,4

11,0

1.1

0,9

2  025

6,8

6,8

11,2

13,9

„  „  gezwirnt

„

1  369

7,5

2,8

3,1

2,1

328

1,6

1,5

0,7

o,7

Vigognegarnimitation

»

187

0,3

0,5

—

0,3

10

0,02

—

—

—

Garne,  gebleicht,  mercerisiert  oder  gefärbt

„

190

o,9

0,5

1,0

0,7

913

3,2

3,3

3,9

3,3

Gewebe,  roh

„

4  628

21,1

22,0

n,8

8,4

1  286

5,9

5,5

4,9

7,2

gebleicht  oder  mercerisiert

F

214

0,8

1,0

0,6

1,2

538

6,1

5,5

1,5

2,1

„  gefärbt

„

310

1,3

1,6

1,8

2,6

606

3,6

4,1

3,2

3,5

„  bedruckt

„

321

1,6

2,0

1,8

2,1

814

4,8

4,7

6,3

13,2

„  buntgewebt

„

522

2,0

2,6

0,4

0,3

738

3,2

2,7

5,3

io,3

Buchbinderleinwand

„

89

0,3

0,3

0,1

—

—

—

—

—

—

Piques,  Damaste  und  broschierte  Gewebe

„

476

1,8

3,0

2,9

2,4

73

0,5

0,6

1,5

2,0

Samte

170

1,5

1,1

1,8

1,0

6

0,1

0,1

0,4

0,1

Umschlagtücher,  Schärpen,  Foulards

„

3

0,01

0,03

0,01

—

11

0,1

0,2

0,01

—

Tülle,  glatt  oder  broschiert,  auch  halb  gebleicht  .  .

„

199

1,8

1,8

2,1

1,4

9

0,1

0,1

0,1

0,1

Bobbinet-  und  Plattstichgewebe

„

147

1,0

1,4

0,6

0,1

258

4,7

5,3

4,8

2,0

Kettenstichstickereien,  Hand-  und  Maschinenarbeit  .

„

18

0,4

0,3

0,1

0,0s

481

7,3

6,6

11,0

7,7

Plattstichstickereien,  mit  oder  ohne  Applikation  .  .

„

12

o,3

0,2

0,05

0,1

7  407

125,8

125,1

64,5

Tüllstickereien  ,  .  .  .

„

20

0,7

0,5

0,02

—

163

10,0

7,8

0,4

f  60,3

Andere  Plattstichstickereien

W

13

0,4

0,3

0,04

—

755

20,8

18,0

13,6

J

Handstickereien

„

6

0,2

0,4

0,3

0,02

2

0,2

0,3

0,1

0,3

Spitzen

„

22

0,7

0,8

0,6

0,4

3

0,2

o,3

0,3

0,1

Handschuhe  und  Strümpfe

„

151

1,6

1,2

1  13

1,0

1

0,02

0,01

\

Sonstige  Wirkwaren

„

156

1,1

1,3

j  ,3

—

200

2,5

2,4

/

Nähgarn  für  den  Einzelverkauf  .........

309

1,5

2,0

2,2

1,4

376

1,9

1,1

0,4

0,2

42  569

103,3

101,6

62,2

61,6

21608

213,1

205

136,9

129,6

F  —  Fertigwaren.

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

284  Schweiz.  Baumwollindustrie.
        <pb n="301" />
        Produktions  wert.

285

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  der  Schweiz
•  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten ­
  :
Lose  Baumwolle  und
Ab  8  Proz.  Spinnverlust
Baumwollgarne,  roh,  gebleicht,  gefärbt,  auch  gefärbte  Baumwolle  .  .  .
Baumwollgewebe,  roh

26  557  t
2  124t

Ab  Verbrauch  f.  d.  Halbwoll-  u.  Halbseidenindustrie,  schätzungsweise

2  696  t
90  t
267  t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Baumwollgewebe,  gebl.  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt
Piques,  Damaste,  Samte,  Foulards  •
Bobbinet-,  Plattstichgewebe  und  Tülle
Kettenstichstickereien  .'  '  '  4811
Plattstichstickereien  ^
Tüllstickereien  '  ^
Handstickereien  und  Spitzen
Wirkwaren
Garn  für  den  Einzelverkauf

Ausfuhrwert  der  Fertigw.:  191,9  Mill.  Mark.

5t
201  t
376  t
12  441t

6540
8  330
18000
15  000
17900
61  000
82  000
12  500
5  000

15  400

Ab  8  Proz.  Appretur  von  2  786  t

24  433  t
345  t
3  342  t
28  1201
900  t
27  220  t

124411

223  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch
15  002  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5  000  Ji,  angenommen,  75  Mill.  Mark.

12  218  t
15  002  t

Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
t*  ür  das  Inland  verarbeitet  für  75,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  17,5  ,,
Ausgeführte  Fertigwaren  „  191,9  „  &amp;gt;,
284,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  75,o  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  19,1  „  „
94,1  Mill.  Mk.
        <pb n="302" />
        i  *  *  *

i'  i

286

Schweiz.  Baumwollindustrie.

Entwickelung  der  Bautnwollindustrie  der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

35,2

28,6

42,8

45,9

1,6

1,3

3,0

3,7

Halbfabrikate  ....

12,4

17,0

37,0

38,3

25,1

20,6

17,1

17,5

Fertigwaren

14,0

16,6

21,8

19,1

102,9

115,0

184,9

191,9

61,6

62,2

101,6

103,3

129,6

136,9

205,0

213,1

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  der  Schweiz  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  2,0  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  4,3  „
an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  2,3  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  1,1  „
Die  Produktion  der  Baumwollindustrie  ist  nicht  groß,  weil  auch  der
Inlandsverbrauch  nur  ein  geringer  ist;  dagegen  ist  der  prozentuale  Anteil
an  der  Ausfuhr  ein  sehr  hoher;  nur  die  drei  Hauptstaaten  England,  Deutschland ­
  und  Frankreich  haben  höhere  Ausfuhranteile.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  •  in  der  Ausfuhr
67,7  Proz.  64,4  Proz.
Es  sei  in  dieser  Beziehung  auf  die  Ausführung  in  der  Einleitung,  S.  274,  verwiesen.

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  75  Proz.  gestiegen,  und  zwar  am  stärksten  in  der  Periode  von  1900
bis  1910.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  86  Proz.;  die  stärkste  in  der  Periode  von  1900  bis  1910.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Erhöhung
um  36  Proz.
Wie  in  den  meisten  anderen  Staaten  zeigt  die  Baumwollindustrie  der
Schweiz  in  der  ersten  Periode  ein  langsames  Aufsteigen,  in  der  zweiten  (von
1900  bis  1910)  eine  sehr  günstige  starke  Erhöhung  und  in  der  dritten  wieder
eine  Abschwächung,  wenn  auch  in  dieser  noch  eine  geringe  Steigerung  der
Ausfuhr  an  Fertigwaren  vorhanden  ist.
Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  loser  Baumwolle  erfolgte  im  Jahre  1913  hauptsächlich
aus  folgenden  Ländern:
Nordamerika  15  596  t
Ägypten  10  365  t
Britisch-Indien  1  0301
        <pb n="303" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

287

Halbfabrikate.

a)  Rohgarne,  einfach  und  gezwirnt.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  3,0  4,2  13,8  15,9  Mill.  Mk.
Ausfuhr  14,6  11,8  8,3  8,4  „  „

Zur  Einfuhr  gelangten  meist  feinere  Garne,  zur  Ausfuhr  einfache  Garne
in  gröberen  Nummern.  Die  Ausfuhr  war  in  den  früheren  Jahren  viel  giößer,
doch  haben  in  den  letzten  Jahren  Österreich  -  Ungarn  und  Italien  die  Lieferung
der  einfachen  Rohgarne  in  stärkerer  Weise  aufgenommen  und  dadurch  die
Schweiz  zurückgedrängt.
Das  hauptsächlichste  Land  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  war:
Großbritannien  14,9  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  5,4  Mill.  Mk.  |  Österreich-Ungarn  1,0  Mill.  Mk.

b)  Baumwollgarne  gebleicht,  mercerisiert  oder  gefärbt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

1,0

o,5

0,9  Mill.  Mk.

Ausfuhr....

3,9

3,3

3,2  *  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Britisch-Indien  1,0  Mill.  Mk.  |  Vereinigte  Staaten  0,3  Mill.  Mk.
Österreich-Ungarn  -  •  •  0,45  „  „  |  Philippinen  0,2  „  „

c)  Baumwollgewebe,  roh.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  8,4  11,7  22,0  21,1  Mill.  Mk.
Ausfuhr  7,2  4,9  5,5  5,9  „

Die  große  Zunahme  in  der  Einfuhr  ist  nur  auf  den  verstärkten  Gebrauch
der  feinen  Gewebe  in  der  Stickereiindustrie  zurückzuführen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waten.
Großbritannien  19,2  Mill.  Mk.  |  Deutschland  °&amp;gt; 8  Ml] l.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waten

Deutschland

3,7  Mill.  Mk.  |  Österreich-Ungarn

1,0  Mill.  Mk.

Fertigwaren.
l )  Baumwollgewebe,  gebleicht  oder  mercerisiert,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt,
Piques,  Damaste,  Samte.

1890  1900  1910  1913
Elnf "hr  9,6  9,3  11,5  9,4  Mill.  Mk.
Ausfuhr  31)2  18,4  17,8  18,4  „

Wie  die  Zahlen  ergeben,  spielen  diese  in  den  anderen  Ländern  so  wichtigen
öttikel  in  der  Schweiz  keine  besondere  Rolle.
        <pb n="304" />
        288

Schweiz.  Baumwollindustrie.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .  .  4,6  Mill.  Mk.

Frankreich

1,2  Mill.  Mk.

Italien.  .  .  .

.  0,4  Mill.  Mk.

Großbritannien.  1,8  „  „

Osterr.-Ungarn

0,7  ,,

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Deutschland  .  .  2,3  Mill.  Mk.

Großbritannien

0,8  Mill.  Mk.

Spanien  .  .

.  0,6  Mill.  Mk.

Türkei  .  ...  1,6  „  ,,

Rumänien  .  .

0,8  „  „

Algier,  Tunis.

•  0,4  „  „

Afrika  1,5  „

Frankreich.  .

0,7  „

Serbien  .  .

•  0,4  „

Britisch-Indien  .  1,4  „  „

Osterr.-Ungarn

0,7  „

Argentinien

•  0,3  „  „

Italien  1,4  „  „

Belgien  .  .  .

0,7

Niederl.-Indien.  1,1  „  „

Philippinen  .

o,7  „

b)  Tülle,  glatt  oder  broschiert,  Bobbinet-  und

Plattstichgewebe.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

•  •  ■  1,5

2,7  3,2

2,8  Mill.  Mk.

Ausfuhr

...  2,1

4,9  5,4

4,8  „

1,

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Großbritannien  .......

1,8  Mill.  Mk.  1

Deutschland.

.  0,7  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Britisch-Indien

Deutschland.

Großbritannien

1,1  „

Vereinigte  Staaten

•  0,35  „

c)  Kettenstichstickereien,  Hand-  und  Maschinenarbeit.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  —

0,1  0,3

0,3  Mill.  Mk.

Ausfuhr

•  •  •  7,7

11,1  6,6

7,2  „

„

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913

waren:

Ver.  Staaten  .  .  2,0  Mill.  Mk.

Britisch-Indien

0,6  Mill.  Mk.

Niederl.-Indien  .  0,4  Mill.  Mk.

Großbritannien.  1,5  „  „

Kanada  .  .  .

0,5  „

Deutschland

•  0,3  „

d)  Plattstichstickereien  mit  oder  ohne  Applikation,  Tiillstickereien,
andere  Plattstichstickereien.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  .  .  .  0,1

0,1

1,1

1,4  Mill.  Mk.

Ausfuhr  ....

.  .  .  .  60,3

78,5

151,0

156,6  „  „

Die  Schweiz  hat  in  diesen  Artikeln  die  größte  Produktion  in  Europa.  Die
Steigerung  der  Ausfuhr  war  bis  1910  eine  äußerst  große;  von  1910  ab  konnte
sie  sich  aber  nur  langsamer  fortsetzen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Ver.  Staaten.  .

45,6  Mill.

Mk.

Australien  .  .  .

3,9  Mill.  Mk.

Niederlande  .  .

1,9  Mill.  Mk.

Großbritannien

36,5  „

*

Zentralamerika  .

3,9  „  „

Chile

1,3  „  „

Deutschland.  .

12,5  „

„

Argentinien  .  .

3,7  „  „

Niederl.-Indien  .

0,9  ,,  „

Kanada  ....

5,5  „

„

Belgien  .  .  .  .

3,1  „  „

Portugal....

0,8  „

Spanien  .  .  .

5,3  „

Österr.-Ungarn.

3,0  „  „

Schweden  .  .  .

0,8  „

Frankreich  .  .

4,8  „

Britisch-Indien  .

2,8  „

Türkei

0,8  „

Brasilien  .  .  .

4,1  „

„

Rußland  ....

2,6  „

Rumänien  .  .  .

0,8  „

Italien  ....

4,o  „

„

Mexiko  .  .  .  .

2,1  „  „
        <pb n="305" />
        rtesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

*

Artikel

Lose  Wolle
Wolle,  gewaschen  oder  gefärbt
Wollabfälle  und  Kämmlinge
Kunstwolle
Kammzug
Streichgarne,  Alpaka-,  Mohairgarne
Kammgarne,  roh
Streichgarne,  gebleicht  oder  gefärbt
Kammgarne,  gebleicht  oder  gefärbt
Ausbrennstoffe  für  die  Stickerei
Streichgarngewebe,  ungefärbt
Kammgarngewebe,  „  .  .
Wollgewebe,  gebleicht  oder  gefärbt,  über  300g  pro  qm
Desgleichen  unter  300  g  pro  qm
Zanella,  Serge
Wollplüsche  und  Krimmer
Teppiche
Umschlagetücher,  Schärpen  usw
Stickereien  und  Spitzen
Filzstoffe,  Filztücher,  Filzwaren
Handschuhe  und  Strümpfe
Sonstige  Wirkwaren
Garne  für  den  Einzelyerkauf

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

R

3663

8,9

9,5
4,3

)

}  83

0,2

0,4

i  2,6

r&amp;gt;

1073

4,o

\  8,3

7,8

1,4

»

404

1,0

1,4

443

1,0

1,4

J

n

120

0,2

o,3

1

350

0,6

0,4

—

—

H

1218

6,0

5,0

4,1

3,4

415

2,1

2,1

1,2

.  0,1

„

60

0,2

0,3

0,2

0,1

—

—

—

—

—

»

798

5,0

5,1

1,3

0,8

1  096

8,9

9,2

6,0

8,1

21

0,1

0,1

0,3

0,8

2

0,01

—

0,01

»

355

2,4

2,1

0,9

1,7

4

0,03

0,1

0,1

0,1

»

36

0,2

0,1

—

—

—

—

—

—

—

F

30

0,2

0,2

0,3

|  0,3

—

—

0,1

0,2

\

„

8

0,1

0,1

0,03

277

2,3

1,5

2,5

j  0,7

»

1  135

7,6

7,1

8,1

|  25,0

29

0,3

0,3

0,3

J,s

»

1  057

13,9

17,9

13,0

172

2,1

3,0

2,5

»

105

o,9

0,9

—

—

—

—

—

—

—

151

1,0

1,1

—

—

1

0,01

0,01

—

—

»

S23

3,3

2,2

2,4

2,2

2

0,02

0,1

0,02

0,02

8

0,1

0,2

0,2

1,2

0,3

0,01

—

—

1,4

»

7

0,1

0,1

0,2

0,2

9

0,3

1,2

0,2

0,4

142

0,8

0,8

0,9

0,7

26

0,2

0,2

0,2

—

»

77

1,1

1,1

}  2,4

2,5

1

0,02

0,01

1  *.1

2,1

199

2,1

2,1

333

5,9

5,8

f

394

2,8

3,0

1,8

0,6

155

1,2

1,0

0,5

0,4

11  584

62,0

65,0

44,4

47,3

3398

25,1

26,8

18,4

16,2

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Wollindustrie.  289
        <pb n="306" />
        290

Schweiz.  Woll-  und  Halbwollindustrie.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  der  Schweiz
im  Jahre  1913.

Im  Inlande  gewonnene  rohe  Wolle  350t
Einfuhr,  abziigl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Wolle,  ungewaschen  3663  t
4013  t
Ab  45  Proz.  Waschverlust  von  4013  t.  .  .  1805  t  2208  t
Wolle,  gewaschen  9901
Kammzug  8031
Wollgarne  138  t
4  139  t
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle,  schätzungsweise  1800t
5  939  t

Ab  2  Proz.  Spinnverlust  ...  1191
5  820  t

Wert

pro  Tonne

Ausfuhr  an  Fertigwaren:

in  Mark

Wollgewebe

...  478t

9  900

Plüsche,  Teppiche,  Filzwaren  usw

10  300

Stickereien  und  Spitzen

30000

Wirkwaren

17  600

Garne  für  den  Einzelverkauf

...  155t

7  800

1  005  t

12  000

Ausfuhrw.  der  Fertigwaren:  12,29  Mi».  Mark.

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  ....  4815t
4815  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  7  750  Ji,  angenommen,  37,3  Mi».  Mark.

Produktion  der  Wo»-  und  Halbwollindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  37,3  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  11,0  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  12,3  „  „

Inlandsverbrauch  an  Wo»-  und  Haibwollwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  37,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  34,0  „  „
71,3  Mill.  Mk.

60,6  Mill.  Mk.
        <pb n="307" />
        19

Entwickelung.  Ein-  und  Ausfuhr.

291

Entwickelung  der  Wollindustrie  der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

■
7,8

8,3

15,6

14,1

1,3

2,6

2,2

1,8

Halbfabrikate  ....

6,9

6,8

12,7

13,9

8,3

7  A

11,3

11,0

Fertigwaren

32,6

29,3

36,7

34,0

6,6

8,4

13,3

12,3

47,3

44,4

65,0

62,0

16,2

18,4

26,8

25,1

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  in  den  Jahren
1890  und  1900  genau  der  gleiche  geblieben.  Erst  von  da  ab  zeigt  sich  eine
Verdoppelung  des  Verbrauches  und  ebenso  auch  eine  annähernde  Verdoppelung
der  Ausfuhr  an  Fertigwaren.
Die  Wollindustrie  selbst,  einschließlich  der  Halbwollindustrie,  ist  in  der
Schweiz  nicht  bedeutend,  und  der  Bedarf  wird  zum  großen  Teil  durch  Einfuhr
a n  Fertigwaren  gedeckt.
Rohstoffe.
Die  Einfuhr  der  losen  Wolle  stammt  zum  größten  Teil  aus  Australien.
Daneben  wird  noch  gewaschene  Wolle  aus  Deutschland  und  Frankreich  eingeführt.
Halbfabrikate.
a)  Kammzug.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  3,3  4,1  4,9  6,0  Mill.  Mk.
Ausfuhr  —  1,2  2,1  2,1  „  „

Die  Einfuhr  erfolgt  je  etwa  zur  Hälfte  aus  Deutschland  und  Frankreich;
der  ausgeführte  Kammzug  geht  nach  Österreich-Ungarn.
b)  Kammgarne,  roh.  '

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  .  .  .  0,8

1,3

5,1

4,9  Mill.  Mk.

Ausfuhr  ....

.  .  .  .  8,1

6,o

9,2

8,9  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  2,5  Mill.  Mk.  Belgien  0,7  Mill.  Mk.
!ankreich  0,9  „  „  !  Großbritannien  0,6  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  4,6  Mill.  Mk.  j  Österreich-Ungarn  1,2  Mill.  Mk.
&amp;lt;Ußland  1,5  „  „  Großbritannien  0,6  „  „
        <pb n="308" />
        292

Schweiz.  Wollindustrie.

c)  Kammgarne  und  Streichgarne,  gehleicht  oder  gefärbt
1890  1900  1910  1913
Die  Einfuhr  betrug.  .  .  2,5  1,1  2,2  2,5  Mill.  Mk.
und  kam  hauptsächlich  aus  Deutschland,  Belgien  und  Großbritannien.

Fertigwaren.

a)  Wollgewebe,

ungefärbt  oder

gefärbt,

Zanella,

Wollplüsche.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr

•  •  •  •  25,3

21,4

27,1

23,7  Mill.  Mk.

Ausfuhr

...  2,1

5,5

4,9

4,7  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  14,5  Mill.  Mk.  Großbritannien.  4,6  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  3,6  Mill.  Mk.
b)  Teppiche.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  2,2  2,4  2,2  3,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  1,7  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,6  Mill.  Mk.  Türkei  0,6  Mill.  Mk.
c)  Wirkwaren.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  .  .  .  2,5

2,4

3,2

3,2  Mill.  Mk.

Ausfuhr....

.  .  .  .  2,1

2,0

5,8

5,9  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  2,2  Mill.  Mk.  |  Frankreich  ...  0,5  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  .  0,2  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  .  2,6  Mill.  Mk.  Frankreich  ...  0,4  Mill.  Mk.  Argentinien  .  .  0,3  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,7  „  „  Ver.  Staaten  .  .  0,4  „
        <pb n="309" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Seidenkokons

R

128

1,0

0,7

'
1,0

1,8

12

0,04

0,1

0,4

0,2

Seidenabfälle,  defekte  Kokons

„

2334

8,5

5,9

3,2

7,8

1197

2,3

2,1

1,0

2,5

Grege

„

699

25,6

19,6

17,4

18,1

120

4,2

3,9

6,0

5,1

Organsin  und  Trame

H

2  119

82,2

83,7

70,0

57,3

727

29,1

27,6

21,8

22,4

Florettseide,  gekämmt

»

1369

19,6

18,9

11,7

14,9

396

4,5

3,6

1,4

1.7

„  ungezwirnt

»

53

0,8

0,4

1,0

1,0

263

4,5

4,1

2,2

0,4

„  gezwirnt

„

76

1.3

0,7

0,6

0,9

1  212

22,9

23,6

19,2

24,3

■Seide,  gefärbt

25

0,7

1,5

1,6

0,7

451

17,4

20,2

6,3

3,4

Ausschußseide,  gefärbt

„

28

0,2

0,2

0,2

0,1

16

0,2

0,1

0,1

0,3

Näh-,  Stick-  und  Posamentierseide

F

38

0,8

0,8

0,4

0,5

87

2,4

2,8

3,1

3,0

Gewebe,  Seide  und  Halbseide

*

240

9,2

8,1

7,4

6,0

2138

85,2

83,7

81,8

62,5

Bänder,  „  „  „

n

63

2,0

2,1

1,6

3,4

691

34,1

33,0

25,3

27,6

Seidenbeuteltuch

„

0,2

0,02

0,01

—

0,1

33

4,3

4,2

3,5

3,4

Stickereien

„

8

0,5

0,5

0,2

0,4

24

2,9

4,7

5,7

4,3

Spitzen

2

0,2

0,2

0,4

0,8

0,2

0,03

0,03

0,1

0,1

Handschuhe  und  Strümpfe

7

0,4

0,2

l

/

0,5

0,03

0,02

\

&amp;gt;  0,2

0,2  {

r  2,4

2,8

Sonstige  Wirkwaren

n

8

0,3

0,1

1

1

201

5,3

3,5

i

Waren  aus  Seide,  zugeschnitten,  auch  gesäumt  (Decken

ausgenommen)

„

7

0,3

0,5

0,2

—

39

1,6

2,1

3,8

—

Kunstseide

26s

1,6

0,6

—

—

396

4,0

3,2

—

—

7469

155,2

144,7

117,1

114,0

8  004

224,9

222,5

184,1

164

R  —  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Seidenindustrie.  293
        <pb n="310" />
        294

Schweiz.  Seidenindustrie.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  der  Schweiz
im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Seidenkokons,  trocken  1  lö  t
Auf  Strang  umgerechnet  mit  38  Proz  44  t
Seidenabfälle,  defekte  Kokons  1  137  t
Auf  Strang  umgerechnet  mit  55  Proz  625  t
Florettseide,  gekämmt  973  t
Auf  Strang  umgerechnet  mit  93  Proz  905  t
Ausschußseide  12t
Grege,  Trame,  Organsin  1  971  t

3  557  t

Hinzu:  Verbrauch  an  Baumwolle,  Kunstseide  usw.,  schätzungsweise  (siehe  auch
Produktionserhebung  in  der  Seidenindustrie,  S.  306)  1  070  t
30  Proz.  Beschwerung  der  verarbeiteten  Rohseide  (1997  t)  599  t
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1912  44t  frische  Kokons  gewonnen,  auf
Strang  berechnet  4  t

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten:

5  230  t

Florettseide,  gezwirnt  und  ungezwirnt  1  3461
Gefärbte  Seide  426  t  1772t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe  aus  Seide  und  Florettseide
Bänder  aus  Seide  und  Halbseide
Seidenbeuteltuch
Stickereien  und  Spitzen
Wirkwaren
Näh-,  Stick-  und  Posamentierseide
Ausfuhrw.  der  Fertigw.:  135,88  Mill.  Mark.

Wert
pro  Tonne
in  Mark

2  177  t

39  800

691  t

49  300

33  t

130  000

24,2  t

122  000

201,5  t

26600

87  t

27  200

3  213,7  t

42  000

3  214  t

4  986  t

Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  ....  244t

2441  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  40  000  Mi  angenommen,  9,8  Mill.  Mark.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie ­
  im  Jahre  1913.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren ­
  im  Jahre  1913.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  9,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  78,5  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  135,9  „  „
224,2  Mill.  Mk.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  9,8  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  13,7  „  „
23,5  Mill.  Mk.
        <pb n="311" />
        Entwickelung.

295

Entwickelung  der  Seidenindustrie  der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

27,7

21,6

26,2

35,0

7,9

7,3

6,2

6,5

Halbfabrikate

74,8

85,0

105,4

104,9

52,6

51,1

79,1

78,5

Fertigwaren

11,5

10,5

12,5

13,7

103,5

125,7

134,0

135,9

Kunstseide

—

—

0,6

1,6

—

—

3,2

4,0

H4,0

117,1

144,7

155,2

164,0

184,1

222,5

224,9

Der  Anteil  der  Seidenindustrie  der  Schweiz  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Seidenindustrie  im  Jahre  1913  10,0  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  14,3  »

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  11,3  »
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Seidenwaren  im  Jahre  1913  1,6  „
Die  Schweiz  zählt  mit  11,3  Proz.  Produktionsanteil  noch  zu  den  vier
größten  Seidenländern  Europas.  Der  Anteil  an  der  Seidenproduktion  Europas
beträgt  in  Frankreich  32,9  Proz.,  in  Deutschland  22,6  Proz.  und  in  Italien  14,6  Proz.
Die  Ausfuhr,  die  höher  als  die  Deutschlands  ist,  kann  als  drittgrößte
Duropas  angenommen  werden.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
36  Proz.  37  Proz.
Die  Seidenindustrie  der  Schweiz  zeigt  keine  so  günstige  Entwickelung
die  Frankreichs  oder  Italiens.  Am  stärksten  hat  sich  die  Ausfuhr  der
Halbfabrikate  (Florettgarne,  Organsin  und  Trame,  gefärbte  Seide)  entwickelt,
die  von  1890  bis  1913  eine  Erhöhung  von  49  Proz.  ergibt.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  e i ne  Erhöhung
von  31  p roz .  j n  Frankreich  beträgt  die  Erhöhung  an  Fertigwaren  im  gleichen
Zeiträume  62  Proz.  und  in  Italien  469  Proz.  Allerdings  hatte  Italien  im  Jahre  1890
eine  Fertigwaren-Ausfuhr  von  nur  14,1  Mill.  Mk.,  die  bis  1913  auf  80,2  Mill.  Mk.
gestiegen  ist,  während  die  Schweiz  1890  bereits  eine  Fertigwaren-Ausfuhr  von
10 3.5  Milk  Mk.  hatte,  die  sich  bis  1913  auf  135,9  Mill.  Mk.  erhöhte.
Frankreich  hatte  im  Jahre  1913  eine  Ausfuhr  an  Fertigwaren  von
341.5  Milk  Mk.  gegen  211,0  Milk  Mk.  im  Jahre  1890.
Ein  Vergleich  mit  Deutschlands  Fertigwaren-Ausfuhr  ist  nicht  gut  möglich,
^eil  die  Seidenindustrie  Deutschlands  in  erster  Linie  den  starken  Inlandsbedarf
zu  decken  hat.
        <pb n="312" />
        296

Schweiz.  Seidenindustrie.

Rohstoffe.
Die  Einfuhr  an  Rohseide  stammte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern:

Grege
Tonnen

Kokons
Tonnen

Seidenabfälle.
Defekte  Kokons
Tonnen

Italien

28s

127

283

Frankreich

—

—

1063

Japan

292

—

196

China

111

—

335

Türkei

10

—

47

Deutschland

—

—

258

Großbritannien

—

—

98

Österreich-Ungarn

1

—

34

Rußland

—

—

10

Sonstigen  Ländern

—

1

10

699

128

2334

Ausgeführt  wurden  Seiden  ab  fälle  1197  Tonnen  nach  den  verschiedenen ­
  Ländern.  Während  der  Durchschnittswert  der  eingeführten  Seidenabfälle
4480  Francs  pro  Tonne  betrug,  war  der  Durchschnittswert  der  ausgeführten
Seidenabfälle  2340  Francs  pro  Tonne.
Grege  wurde  in  größeren  Mengen  ausgeführt  nach  folgenden  Ländern:
Deutschland  .  .  2,7  Mill.  Mk.  |  Italien  t.oMill.  Mk.  Rußland.  .  .  .  0,4  Mill.  Mk.

Elalbfabrikate.
a)  Florettseide,  gekämmt.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  14,8  11,7  18,9  19,5  Mill.  Mk.
Ausfuhr  1,7  1,4  3,5  4,4  „  „

Die  Einfuhr  an  gekämmtem  Florettmaterial  ist  sehr  groß  und  bietet  in
Verbindung  mit  den  eingeführten  Abfällen  die  Grundlage  der  Florettspinnerei.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Frankreich  .  .  16,5  Mill.  Mk.  f  Italien  1,5  Mill.  Mk.  |  Japan  0,7  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  ,  .  2,1  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  1,8  Mill.  Mk.  |  Rußland.  .  .  .  0,4  Mill.  Mk.
        <pb n="313" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

297

b)  Florettgarne,  ungezwirnt  und  gezwirnt.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  1,9  1,6  1,1  2,1  Mill.  Mk.
Ausfuhr  24,7  21,5  27,7  27,4  ,

Die  Schweiz  hat  die  größte  Ausfuhr  an  Florettgarnen,  die  zum  größten
Teil  gezwirnt  sind.  Die  nächst  größte  Ausfuhr  hat  Italien,  das  die  Ausfuhr  in
der  gleichen  Periode  wie  folgt  entwickelte:
1890  1900  1910  1913
3,8  10,1  22,9  24,0  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  14,5'Mill.  Mk.  Großbritannien.  1,3  Mill.  Mk.  !  Frankreich.  .  .  1,0  Mill.  Mk.
^  er.  Staaten  .  .  8,0  „  „  Österr.-Ungarn.  1,4  „  „

c)  Organsin

und  Xrame.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

57,3

70,0

GO
CO
^.1

82,2  Mill.  Mk.

Ausfuhr  ....

22,4

21,8

27,6

29,1  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Italien  ....  65,0  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  13,3  Mill.  Mk.  ]  Deutschland  .  .  3,5  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  25,6  Mill.  Mk.  |  Italien  2,3  Mill.  Mk.  |  Österr.-Ungarn  .  0,7  Mill.  Mk.

d)  Gefärbte  Seide,  auch  Näh-,  Stick-  und  Posamentierseide.

1890  1900  1910  1913
Einfuhr  1,3  2,2  2,4  1,7  Mill.  Mk.
Ausfuhr  6,6  9,4  23,1  !9&amp;gt;9  »  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland.  .  13,3  Mill.  Mk.  j  Österr.-Ungarn.  3,7  Mill.  Mk.  |  Italien  1,2  Mill.  Mk.

Fertigwaren.

ider  aus

Seide

und  Halb

seide.

1890

1900

1910

1913

9,4

9,0

10,1

11,2  Mill.  Mk.

90,1

107,2

116,7

1)9,3  „

Einfuhr
Ausfuhr
        <pb n="314" />
        298

Schweiz.  Seidenindustrie.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  5,5  Mill.  Mk.  \  Italien  0,5  Mili.  Mk.
Deutschland  4,1  „  „  Großbritannien  0,5  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien

56,0  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .

3,0  Mill.  Mk.

Dänemark  .

.  1,0  Mill.  Mk.

Kanada....

13,5  *  „

Belgien  ....

2,5  „  „

Rumänien  .  .

•  0,9  „  „

Frankreich  .  .

9,1  „  „

Italien

2,0  „

Spanien  .  .  .

•  0,6  „

Österr.-Ungarn

7,2  „

Schweden  .  .  .

1,9  „  „

China  .  .  .  .

•  0,5  „  „

Ver.  Staaten  .

5,6  „

Australien  .  .  .

1,4  »

Argentinien  .

3,3  „  „

Türkei  ....

1,2  „

b)  Seidenbeuteltuch.
1890  1900  1910  1913
Ausfuhr  3,4  3,5  4,3  4,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Ver.  Staaten  .  .  1,1  Mill.  Mk.  Rußland.  .  .  .  0,6  Mill.  Mk.  Großbritannien.  0,4  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,7  „  „  j  Österr.-Ungarn.  0,6  „

c)  Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren.
1890  1900  1910  1913

Einfuhr  0,2  0,2  0,3  0,7  Mill.  Mk.
Ausfuhr  2,8  2,4  3,5  5,3  »

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien
Frankreich  .  .

3,1  Mill.  Mk.
0,6  „

Deutschland.  .  .
Vereinigte  Staaten

0,4  Mill.  Mk.
o,4  „  „
        <pb n="315" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  Hanf,  Ramie

R

1  788

2,2

1,8

1.3

1,4

8

0,01

0,1

0,02

0,02

„  „  „  Abfälle

„

631

0,3

0,1

—

32

0,02

0,02

—

—

Leinengarne,  roh

H

624

1,8

1,5

}  M

1,1  {

44

0,1

0,07

J  o,!

0,1

„  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt  .  .

»

439

1,4

1,2

l

—

—

Leinengewebe,  roh

F

32S

1,2

1,3

[

10

0,1

0,1

„  gebleicht

"

275

1,9

2,3

•  4,6

4,6

36

0,4

0,4

■  0,4

0,6

„  imprägniert,  gefärbt  oder  bedruckt

*

187

o,7

1,2

6

0,04

0,03

Batistgewebe

*

18

0,3

0,3

i

—

—

—

Stickereien

”

30

0,9

0,8

■  0,2

0,1  |

76

2,5

1,6

J  0,6

0,3

Spitzen

8

o,4

0,3

0,3

0,02

0,01

Leinengarne  für  den  Einzelverkauf

w

47

0,3

0,3

o,3

o,3

—

—

—

0,01

0,02

4  372

11.4

n,i

7,8

7,5

212

3,1

2,3

1,1

1

Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Rohjute

R

130

0,1

0,1

—

0,01

23

0,02

0,01

—

—

Garne

H

901

o,7

0,6

0,2

0,1

—

—

—

—

—

Gewebe

F

2  952

2,4

2,0

1,2

1,3

5

0,01

—

—

0,03

Matten,  gewebt

66

0,1

0,1

0,04

0,4

—

—

—

—

—

Säcke

26

0,03

0,1

—

—

22

0,02  •

—

—

—

4  075

3,3

2,9

1,4

1,8

50

0,05

0,01

—

0,03

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Leinen-  und  Juteindustrie.  299
        <pb n="316" />
        300

Schweiz.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  der  Schweiz  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Flachs,  gehechelt,  und  Werg  2  379  t
Ab  26  Proz.  Spinnverlust  6181  l  7611
Garne  1019  t  2780t

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Leinengewebe
Stickereien  und  Spitzen

Wert
pro  Tonne
in  Mark

52  t
76  t

9600
33  SOO

Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  3,06  Mill.  Mark.

128  t

24  000

128  t

Es  verblieben  für  den

Innenverbrauch.

.  2  6521

2652  t  ergeben,  den  Tonnen  wert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  5400  M&amp;gt;  angenommen,  14,3  Mill.  Mark.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  14,3  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  0,1  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  3  „  „
17,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  14,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  5,7  „  „
20,0  Mill.  Mk.

Ungefährer  Produktionswert  der  Juteindustrie  der  Schweiz  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:
Rohjute  und  Game

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Gewebe  und  Säcke  27  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  0,03  Mill.  Mark.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  .

Wert
pro  Tonne
in  Mark

1  260

1  008  t

27  t
981t

9811  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands
mit  900  Ji  angenommen,  0,9  Mill.  Mark.

Produktion  der  Juteindustrie
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  0,9  Mill,  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren
im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  0,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  2,5  „  „
        <pb n="317" />
        Entwickelung.

301

Entwickelung  der  Leinenindustrie  der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

1,4

1,3

1,9

2,5

—

—

0,1

—

Halbfabrikate

1,1

1,4

2,6

3,2

0,1

0,1

0,1

0,]

Fertigwaren

5,o

5,1

6,6

5,7

0,9

1,0

2,1

3,0

7,5

7,8

11,1

11,4

1,0

1,1

2,3

3,1

Die  Produktion  der  Leinenindustrie,  wie  auch  die  Ein-  und  Ausfuhr  an
Fertigwaren  sind  nicht  bedeutend.  Es  erübrigt  sich  daher  auch,  auf  die  einzelnen ­
  Positionen  näher  einzugehen.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  kam  zum  größten  Teil  aus  Deutschland,
Felgien  und  Frankreich.
Bei  der  Ausfuhr  der  Fertigwaren  ist  nur  die  eine  Position  „Stickereien“ ­
  mit  einer  Ausfuhr  von  2,5  Milk  Mk.  im  Jahre  1913  hervortretend.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Vereinigte  Staaten.  .  .  .  l,3Mill.  Mk.  Frankreich  0,3  Mill.  Mk.
Großbritannien  0,3  „  „  Deutschland  0,2  „  „

Entwickelung  der  Juteindustrie  der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe  .

_

0,1

0,1

—

0,01

0,02

Halbfabrikate

0,1

0,2

o,6

0,7

—

—

—

—

Fertigwaren

1,7

1,2

2,2

2,5

0,03

—

—

0,03

1,8

1,4

2,9

3,3

0,03

—

0,01

0,05

Das  oben  bei  der  Leinenindustrie  Gesagte  gilt  in  erhöhtem  Maße  von  der
Juteindustrie.
        <pb n="318" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Schweiz  an  Konfektionswaren.

Kleider,  Putzwaren,  Wäsche,  Hüte  (mit  Ausnahme  der  Strohhüte),  Posamentierwaren  und  Bandwaren  aus  Baumwolle,  Leinen,  Wolle.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1910

1900

1890

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Millionen  Mark

a)  Kleider  und  Putzwaren.

Herren-  und  Knabenkleider  aus  Baumwolle  oder  Leinen  .  .

o,9

1,1

0,02

—

Desgleichen  aus  Wolle  usw

5,8

6,7

0,1

0,1

Damen-  und  Mädchenkleider  aus  Baumwolle  oder  Leinen  .

3,7

4,9

0,1

0,05

Desgleichen  aus  Wolle

9,1

8,9

n,5

12,1

0,1

0,1

0,9

1,7

„  „  Seide

1,6

1,1

0,1.

0,1

„  bestickte  oder  Spitzenkleider

o,7

o,6

0,2

0,2

„  aus  Wirk-  und  Strickwaren

0,1

0,06

—

—

Krawatten  aller  Art

0,8

o,8

0,7

0,4

0,02

0,03

0,01

—

Mieder

1,5

i,5

1,0

1,2

0,02

0,02

—

0,02

Baumwollene  Bett-  und  Tischdecken,  abgepaßt  (ohne  oder

mit  Näharbeit)

1,0

1,3

0,6

0,4

0,2

0,1

0,01

—

Desgleichen,  leinene

1,2

1,0

—

—

0,1

0,04

—

—

„  wollene  und  seidene

0,4

6,4

0,4

o,9

0,2

0,1

0,05

0,2

Vorhänge,  Draperien  usw

2,3

2,0

—

—

0,2

0,1

b)  Wäsche.

.

Weißwäsche  aus  Baumwolle  oder  Leinen

3,6

2,9

1,8

&amp;gt;  0.8

1,0

1,1

0,3

\  0,1

Leibwäsche  aus  Seide  oder  Wolle

0,2

0,1

0,1

0,6

0,5

0,03

1

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.

Hüte,  ungamiert

i,i

0,5

0,1

0,4

0,1

0,02

—

—

„  garniert

2,0

1,8

1,0

0,9

0,2

0,1

o,5

0,4

Haar-  und  Wollfilzstumpen

0,5

o,6

—

—

—

—

Mützen

0,2

0,2

—

—

0,01

0,01

—

d)  Posamentierwaren,  Bandwaren.

Posamentierwaren  aus  Seide,  einschl.  Litzen  und  Bandwaren

aus  Baumwolle,  Leinen,  Wolle

2,9

3,6

4,9

5,0

0,4

0,4

0,3

1,48

39,6

40,o

22,1

22,1

3,6

3,0

1,6

3,8

302  Schweiz.  Konfektionsindustrie.
        <pb n="319" />
        Entwickelung.

303

Entwickelung  der  Industrie  der  Konfektionswaren,  Hüte  und  Posamentierwaren
der  Schweiz  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a )  Kleider  und  Putzwaren  .

tS,o

14,2

30,3

29,2

1,8

o,9

1,0

1,4

fr)  Wäsche

0,8

1,9

3,1

3,7

0,1

0,3

1,5  •

1,5

c )  Hüte,  mit  Ausnahme  der
Strohhüte

1,3

1,1

3,0

3,8

0,4

0,1

0,1

0,3

d)  Posamentierwareneinschi.
Bandwaren  aus  Baumwolle, ­
  Leinen,  Wolle  .

5,o

4,9

3,6

2,9

1,5

o,3

0,4

0,4

!  22,1

22,1

40,0

39,6

3,8

1,6

3,0

3,6

a)  Kleider  und  Putzwaren.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  .  19,6  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  ...  1,2  Mill.  Mk.
Frankreich  ....  6,3  „  „  Österreich-Ungarn  .  0,7  „  „
b)  Wäsche.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  1,7  Mill.  Mk.  Frankreich.  .  .  1,0  Mill.  Mk.  !  Großbritannien  .  0,6  Mill.  Mk.

c)  Hüte,  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  ....  1,5  Mill.  Mk.  !  Italien  0,7  Mill.  Mk.
Frankreich  ....  1,0  „  „  !  Österreich-Ungarn  .  0,3  „  „
d)  Posamentierwaren  einschl.  Bandwaren  aus  Baumwolle,
Leinen,  Wolle.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  ....  2,2  Mill.  Mk.  !  Frankreich  ....  0,5  Mill.  Mk.
        <pb n="320" />
        an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

305

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geoidnet.

^Mionen  Mark.

Bäumwolle


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Ausfuhr  aus  der  Schweiz  nach

4,4

0^1

3,6

0,01

0,08

8,2

Belgien

0,3

0,01

0,1

—

0,4

Bulgarien  und  Montenegro

l.o

0,07

1,2

—

—

2,3  ■

Dänemark  mit  Island  und  Grönland

28,5

8,5

64,1

0,3

0,03

0,4

101,8

Deutschland

6,6

1,4

14,8

0,4

0,01

0,8

24,0

Frankreich

o,4

0,1

0,2

0,01

—

0,01

0,7

Griechenland

40,8

4,6

62,8

0,3

—

0,6

109,1

Großbrit.  mit  Gibraltar,  Malta,  Cypern

6,o

1,2

8,1

0,3

0,01

0,2

16,7

Italien

2,4

o,3

0,8

0,01

—

0,06

3,6

Niederlande

0,2

0,08

0,4

0,01

—

0,01

0,7

Norwegen

6,8

3,7

15,0

0,1

—

0,2

25,8

Österreich-Ungarn

1,0

o,o6

0,7

—

—

1,8

Portugal

1,9

0,06

1,0

0,01

—

0,06

3,03

Rumänien

4,3

1,7

2,0

0,01

—

0,03

8,04

Rußland

1,2

0,4

2,0

—

—

0,01

3,6

Schweden

o,5

0,01

0,06

—

—

—

0,6

Serbien

6,2

0,04

2,2

0,02

—

0,04

8,5

Spanien  und  spanische  Besitzungen

2,9

0,3

1,3

0,06

—

0,04

4,6

Türkei

0,7

0,03

0,3

0,06

—

0,07

1,2

Ägypten

1,0

0,1

0,1

—

—

—

1,2

Algier,  Tunis,  Tripolis  und  Marokko

0,4

0,1

0,1

—

—

0,6

Brit.-Südafrika  und  Port.-Ostafrika

1,4

0,01

0,2

—

—

0,01

1,6

Übriges  Afrika

7,0

0,3

0,5

—

0,01

7,8

Brit.-Indien  und  Straits  Settlements

0,1

0,01

0,5

—

—

0,1

0,7

China

0,03

0,2

0,05

—

—

0,02

0,3

Japan

2,7

0,02

0,08

—

—

—

2,8

1  Niederländ.-Indien

o,3

0,08

0,06

—

—

0,44

!  Persien  und  Afghanistan

1,4

0,01

0,1

—

—

—

1,5

Philippinen

0,5

0,01

0,01

—

*

0,5

Siam  und  Franz.-Hinterindien

4,6

0,4

3,7

0,1

0,2

9,0

Argentinien  und  Falklandsinseln

4,6

0,01

0,7

—

—

0,07

5,4

Brasilien

1,3

0,02

0,4

0,01

—

0,02

.1,75

Chile

0,7

0,01

0,3

0,01

1,0

Columbien,  Venezuela  und  Guayana
Kanada  und  sonstiges  Britisch  Nord-6,1



0,1

13,7

0,01

—

19,9

amerika

2,2

0,01

o,7

0,01

2,9

Mexiko

1,0

0,03

0,5

0,01

—

0,08

1,6

Übriges  Südamerika

49,8

o,5

19,2
0,3

1,3
0,01

0,1

70,9

Vereinigte  Staaten

4,2

0,01

—

0,1

4,6

Zentralamerika  und  Westindien

4,1

0,08

1,5

0,01

0,01

5,7

Australischer  Bund

0,5

0,01

0,3

—

—

—

0,8

Neuseeland

2,2

0,4

1,2

0,2

—

0,3

4,3

Anderen  Ländern

213,1

25,1
Ke

1  224,9
rte  sz,  Tex

3,2
tilindustrie

0,0s
sämtlicher

3,65
Staaten.

1  470,0

20
        <pb n="321" />
        306

Schweiz.  Seidenindustrie.

Produktionserhebungen  in  der  Seidenindustrie  der  Schweiz.
(Produktionsstatistik  der  Zürcherischen  Seidenindustrie-Gesellschaft  für  das  Jahr  1910.)

1910

1908

1906

1904

1900

Seidenstoffweberei.

Zahl  der  Firmen

66

70

65

70

83

Zahl  der  am  31.  Dezember  beschäftigten  mechanischen

  Stühle  für  glatte  Gewebe

14  730

14648

13  710

13  260

11  163

Zahl  der  am  31.  Dezember  beschäftigten  mechanischen

  Stühle  für  Jacquardgewebe

1  304

1278

1  446

1625

2  133

Zahl  der  mechanischen  Stühle

16034

iS  926

15  156

14885

13  296

„  „  Handstühle

3  420

4  7So

11430

13041

19  544

„  „  Angestellten  und  Arbeiter  in  der  mechanischen

  und  Hausindustrie

23885

26  080

32  350

34919

38  791

Rohgewicht  der  verarbeiteten

kg

kg

kg

kg

kg

Grege
Organsin

77  100
583  200

50  100
691  300

59  800
585  100

70  200
560  700

&amp;gt;  1136100

Trame
Schappe

502  000
27  400

494  900
23  7oo

562  500
14  700

566  500
20  400

1
12000

Zusammen:  Seide  .  .  .

1  189  700

1  260  000

1  222  100

1217  800

1148100

Baumwolle

386  000

O
O
ti'-



263  300

234  400

417  400

Wolle  und  andere  Gespinste

21  300

8400

4000

1  400

4  000

Produktion  von  im  Strang  gefärbten  glatten,  ganzm



m

seidenen  Stückwaren  und  Tüchern

41280  800

46  722  600

45  16S  500

41465  200

36  429  800

Produktion  von  im  Strang  gefärbten  glatten,  halbseidenen

  Stückwaren  und  Tüchern

3  237  600

3  049  800

2  372  300

2  386100

4  174900

Produktion  von  im  Strang  gefärbten  Jacquardgeweben

  und  Tüchern,  ganz-  und  halbseiden  .

2  222  800

1  803  100

2  420  100

3102  300

4093  200

Produktion  von  im  Stück  gefärbten  ganz-  und

halbseidenen  Geweben  und  Tüchern  ....

3  462  400

3  030  800

2  562  700

3  470100

2  369  500

Gesamtproduktion  .  .  .

50  203  600

54  606  300

52  520  600

50  423  700

47  067  400

Wert  der  fakturierten  Ware

Francs
101  298  800

Francs
117  391  900

Francs
109  627  000

Francs
104  530  000

Francs
103  595  000

Beuteltuchweberei.

Zahl  der  Firmen

2

2

7

7

6

„  „  am  31.  Dez.  beschäftigten  Handstühle  .

12681

1404

1582

1  679

I  417

„  ,  Angestellten  und  Arbeiter

1484

1610

1690

1  775

1504

Produktion

m
580  700

m
713  400

m
754  700

m
793  700

m
614  200

Wert  der  fakturierten  Ware

Francs  I
S  155  000

Francs
4  204  500

Francs
4  491  000

Francs
X )

Francs
x )

J )  Erhebungen  fehlen.
        <pb n="322" />
        f*

Produktionserhebungen.

6  V A
üa beraii*.  ®J
5 107  »m  ‘  i

Schweizerische  Seidenstoff  Weberei
im  Auslande.
Zahl  der  Firmen
»  „  Webereien
„  „  am  31.  Dezember  beschäftigten  mechanischen ­
  Stühle  in
Deutschland
Frankreich
Italien
den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  .  .

Summe  der  Stuhle  im  Auslande  .

Zürcherische  Seidenfärberei.
Zahl  der  Firmen
»  „  Angestellten  und  Arbeiter  .  .  .

Rohgewicht  der  gefärbten  Seide,  farbig  .  .
„  „  „  „  schwarz
„  „  „  Schappe,  farbig  .
schwarz

Zusammen  .

Zürcherische  Stückfärberei.
Zahl  der  Firmen
»  „  Angestellten  und  Arbeiter  .  .  .
Gewicht  der  tramierten
Baumwollgewebe
Woll-  und  Schappegewebe
Zürcherische  Seidendruckerei.
Zahl  der  Firmen
»  „  Angestellten  und  Arbeiter  .  .  .

Bedruckte  Ketten.
„  Stücke  .

Flotten

-w*—•—

1910

1908

1906

1904

19
38

6  812
2  218
1  596
3  934

Zürcherische  Appretur.
Zahl  der  Firmen
•&amp;gt;  „  Angestellten  und  Arbeiter
Zylindrierte,  gepreßte,  geriebene  und  bearbeitete
Stücke
Appretierte  und  moirierte  Stücke  .

20
33

5  891
2  14t
1  424
3  246

20
29

5  478
2  184
1  379
2  964

18
25

5  172
1  788
1  389
2  906

\V

16
23

3  652
1  445
1  408
2058

14  560

12  702

12  005

n  253

8563

9

9

9

9

9

2  235

2189

2  120

2  279

1882

kg

kg

kg

kg

kg

886  700

833  500

964900

999  100

8263OO

457  600

418600

401  200

590800

345  400

17  000

18900

48400

17300

26  100

10  700

10  500

10  800

8  500  |

5  500

1  372  OOO

1281500

142s  300

1  6l5  700

1  203  300

1

1

1

1

1

75

67

83

88

Angaben
nicht

kg
64  800

kg
106  100

kg
91  500

kg
180  200

erhältlich

18  000

33  100

27  700

39OOO

1

2

2

2

2

99

183

190

131

m

m

m

m

Angaben

953  900

947  200

389  800

358  200

89  900
kg

68  700

277  000

250  400

erhältlich

kg

kg

kg

22  000

600

175

4

5

5

5

4

331

371

350

335

322

m
19  234  100

m
23  320  600

m
21236900

m
18  477  900

m
7  703  900

5  209  600

2  446  000

5  420  500

6  334  600

10  383  700

24  443  700

|  25  766  600

|  26657400

|  24  812  50
20*

118027600

Zusammen  .  .
        <pb n="323" />
        308

Schweiz.  Seidenindustrie.

1910

1908

1906

1904

1900

Seidenspinnerei  (im  Kanton  Tessin).

Zahl  der  Firmen

2

2

2

2

2

„  „  Spinnereien

2

2

3

2

2

„  „  Angestellten  und  Arbeiter

390

385

285

347

420

„  „  Spinnbassinen  .

240

232

232

240

260

„  „  Batteuses

180

172

ll6

120

130

Produktion  von

kg

kg

kg

kg

kg

Grege

27  600

29  IOO

23  600

21  IOO

27  300

Seiden  Zwirnerei.

Zahl  der  Firmen

16

18

19

19

20

„  „  Zwirnereien

30

33

35

36

38

„  „  Angestellten  und  Arbeiter

2  549

2  795

2695

3458

3  862

Zwirnspindeln  für  Organsin  und  Trame  ....

42  028

43  344

35  341

41892

47  218

„  „  Nähseide

20  738

22436

25  731

23  810

21  122

Produktion  von

kg

kg

kg

kg

kg

Organsin

37  000

41100

29  100

39  100

41  300

Trame

272  600

246  200

265  700

244  300

241  200

Nähseide,  Cordonnet

43000

60  800

67  7oo

61  300

77  900

Stickseide,  Trame  vaga

28  200

33  100

31  200

17  700

29  000

Zürcherische  Seidentrocknungsanstalt.

Zahl  der  Trocknungen

1

1

1

1

1

„  „  Angestellten  und  Arbeiter

60

ÖO

56

52

43

Umsatz  in

kg

kg

kg

kg

kg

Gregen

356  890

380  323

387153

424  221

377  904

Organsin

602  734

547  138

532  783

567  958

465  011

Tramen

578  079

530  800

621  077

615  753

459  761

Summe  (Nettoverwiegungen  inbegriffen)
Zusammenstellung.

1  537  703

1  458  261

1  541  013

1  607  932

1302  676

Zahl  der  Angestellten  und  Arbeiter  in  der

Seidenstoffweberei

23  885

26080

32  350

34  319

38  791

Beuteltuchweberei

1  484

1  610

1  690

1  775

1504

Seidenfärberei

2235

2  189

2  120

2  279

1882

Stückfärberei  und  -druckerei

250

174

250

273

.  219

Appretur

331

371

350

335

322

Seidenspinnerei

390

385

285

347

420

Seidenzwirnerei

2  549

2  795

2  695

3458

3  862

Seidentrocknungsanstalt

ÖO

60

56

52

43

Zusammen  .  .  .

31  784

33  664

39  796

43  488

47  043
        <pb n="324" />
        Belgien.  Textilindustrie.

309

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Belgiens.

Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1890

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

50,7

225,2

+  344

49,1

169,5

+  245

Wolle  und  Halbwolle  .  .  .

97,5

395,5

+  305

113,3

385,8

+  240

Seide  und  Halbseide  ....

27,2

30,8

+  13

9,o

36,9

+310

Leinen

60,7

132,1

-+-  117

116,7

00
Ol

+  84

Jute

6,0

16,0

+  166

1,7

2,0

+  17

Konfektion  .........

6,6

16,3

+  147

5,3

13,3

+  151

248,7

815,9

228

295,1

822,3

+  178

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr
im  Spezialhandel  beträgt  .
Der  Anteil  der  Textilindustrie

1  337,7

3  998,6

|  1  149,6

2925,5

am  Außenhandel  beträgt
demnach

18,6  Proz.

20,4  Proz.

1  25,7  Proz.

28,1  Proz.

Der  Anteil  Belgiens  beträgt
an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  .  .  6,8  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  7,2  „
Der  Anteil  an  der  Ein-  und  Ausfuhr  ist  ein  so  hoher,  daß  darnach  die
Textilindustrie  Belgiens  die  vierte  Stelle  unter  den  europäischen  Staaten  einnehmen
  würde.  Nur  England,  Deutschland  und  Frankreich  haben  eine  höhere
Ein-  und  Ausfuhr.
Belgiens  Anteil  an  der  Produktion  Europas  an  Textilwaren  beträgt  aber
nur  2,8  Proz.  und  darnach  kommt  Belgien  an  die  siebente  Stelle.  Es  erklärt
sich  dies  leicht  aus  dem  Umstande,  daß  Belgien  hauptsächlich  Rohstoffe  und
Halbfabrikate  ausführt,  während  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren,  die  immer  einen
höheren  Produktionswert  haben,  nur  gering  ist.
Die  sehr  starke  Entwickelung  der  Textilindustrie  Belgiens  von  1890  bis
J 913  ergibt  sich  aus  der  Zunahme  in  der  Einfuhr  mit  228  Proz.  und  der  Ausfuhr ­
  mit  178  Proz.  Mit  diesen  Zahlen  erlangte  Belgiens  Textilindustrie  die
höchste  Steigerung  unter  den  europäischen  Staaten,
        <pb n="325" />
        310

Belgien.  Textilindustrie.

Von  den  einzelnen  Industrien  besitzen  nur  die  Woll-,  Leinen-  und  Baumwollindustrie ­
  größere  Bedeutung.
In  der  Wollindustrie  sind  es  besonders  die  Wollwäscherei,  sowie  die
Kammzug-  und  Garnfabrikation,  die  sich  hervorragend  entwickeln  konnten.
So  betrug  die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  im  Jahre  1890
89,8  Mill.  Mk.  und  im  Jahre  1913  bereits  373,2  Mill.  Mk.
Frankreichs  Wollindustrie,  die  in  der  gleichen  Fabrikation  bedeutend  ist,
hatte  schon  1890  eine  Ausfuhr  von  151,8  Mill.  Mk.,  und  diese  erhöhte  sich  bis
1913  auE  363,9  Mill.  Mk.;  Belgien  und  Frankreich  haben  demnach  jetzt  fast  die
gleichen  Ausfuhrzahlen  in  dieser  Richtung.
In  der  Leinenindustrie  hat  Belgien  die  stärkste  Ausfuhr  an  geschwungenem ­
  Flachs  und  an  Leinengarnen.  Es  wird  in  diesen  Ausfuhrwerten  von
keinem  anderen  Lande  auch  nur  annähernd  erreicht.
In  der  Baumwollindustrie  haben  sich  die  Ausfuhr  der  Garne  und  die
der  gewebten  Stoffe  gut  entwickelt,  wenn  auch  diese  Industrie  nicht  den  gleichen
Erfolg  wie  die  Woll-  und  Leinenindustrie  erzielen  konnte.
Die  übrigen  Industrien,  wie  Seiden-,  Jute-  und  Konfektionsindustrie,
spielen  in  Belgien  keine  besondere  Rolle.
Die  weitere  Entwickelung  der  Textilindustrie  Belgiens  ist  schwer  abzusehen; ­
  wir  können  aber  annehmen,  daß  sie  auch  bei  einem  innigeren  Zusammengehen ­
  mit  der  Textilindustrie  Deutschlands  die  bisherigen  Fortschritte
nicht  nur  erhalten,  sondern  noch  erhöhen  kann,  und  zwar  ganz  auf  der  schon
bestehenden  Grundlage.  Belgiens  Textilindustrie  fiele  die  Aufgabe  der  stärkeren
Entwickelung  der  Halbfabrikate  zu,  da  sie  sich  auf  diesem  Gebiete  bereits
besonders  leistungsfähig  erwiesen  hat,  während  Deutschlands  Textilindustrie  dagegen ­
  gerade  für  diese  Halbfabrikate  noch  sehr  aufnahmsfähig  ist.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  Belgiens.
Dieser  betrug

an  der  Einfuhr

an  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

18,6  Proz.

20,4  Proz.

25,7  Proz.

28,1  Proz.

Der  höhere  Anteil  im  Jahre  I9I3  erklärt  sich  durch  die  starke  Entwickelung ­
  der  Textilindustrie.  Andererseits  zeigt  der  hohe  Ausfuhranteil  welche
große  Bedeutung  die  Textilindustrie  für  Belgien  besitzt  und  wie  wünschenswert
es  erscheint,  daß  ihre  Weiterentwickelung  entsprechend  gefördert  wird.
        <pb n="326" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

311

Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

179,6

19,7

25,9

82,6

33,1

53,8

Wolle  und  Halbwolle  .  .

366,1

5,2

24,2

319,0

54,2

12,6

Seide  und  Halbseide,  einschließlich

  Kunstseide.

—

14,0

16,8

—

35,4

1,5

Leinen

89,5

41,0

1,6

104,3

92,0

18,5

Jute

15,4

—

0,6

0,9

—

1,1

Konfektion

—

—

16,3

—

—

13,3

650,6

79,9

85,4

506,8

214,7

100,8

Die  Einfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug:  143,8  Mill.  Mark
„  Ausfuhr  „  Halbfabrikaten  „  „  eingeführten,  „  134,8  „  „
„  „  „  Fertigwaren  „  „  „  „  15.4  „  „

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

23  536  t  Flachs  im  ungefähren  Werte  von  25,9  Mill.  Mk.
3501  Wolle  „  „  „  0,6  „  „
26,5  Mill.  Mk.

Die  Einfuhr  von  Rohstoffen  ist  eine  sehr  bedeutende,  doch  gelangen  diese
teils  direkt  wieder  zur  Ausfuhr,  teils  werden  sie,  namentlich  Wolle  und  Flachs,
nach  erfolgter  erster  Aufarbeitung  wieder  ausgeführt.

Halbfabrikate.
Belgiens  Textilindustrie  hat  sich  in  stärkster  Weise  der  Herstellung  \on
Halbfabrikaten  gewidmet  und  die  Ausfuhr  an  diesen  ist  viel  höher  als  die
Ausfuhr  an  Fertigwaren.  Bei  der  Ausfuhr  von  Baumwolle  handelt  es  sich
hauptsächlich  um  einfache  billigere  Garne  und  rohe  Gewebe.  Die  Ausfuhr  von
Wolle,  die  54,2  Mill.  Mk.  beträgt,  bezieht  sich  nur  auf  Streich-  und  Kammgarne.
Der  ausgeführte  Kammzug  wird  infolge  der  bekannten  Mängel  dei  belgischen.
        <pb n="327" />
        312

Belgien.  Textilindustrie.

Statistik  wahrscheinlich  der  ausgeführten  losen  Wolle  zugezählt,  so  daß  der
Wert  der  ausgeführten  Halbfabrikate  der  Wollindustrie  in  Wirklichkeit  beträchtlich ­
  höher  anzunehmen  ist.
Sehr  groß  ist  auch  die  Ausfuhr  von  Leinengarnen,  und  zwar  hat  Belgien
unter  allen  europäischen  Staaten  hierin  die  höchste  Ausfuhrziffer.  Auch  die
Einfuhr  von  Leinengarnen  für  40  Mill.  Mk.  ist  eine  hohe;  diese  stammt  vornehmlich ­
  aus  Frankreich.

Fertigwaren.
Baumwolle.  Zur  Einfuhr  gelangen  meist  Baumwollgewebe,  gebleicht,  gefärbt,
bedruckt  und  buntgewebt,  und  die  gleichen  Artikel  werden  in  jährlich  steigenden
Mengen  auch  ausgeführt.  Die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  betrug  63,8  Mill.  Mk.  und
ging  nach  allen  europäischen  und  auch  überseeischen  Ländern.  Die  übrigen
Baumwollartikel  sind  in  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  geringer  Bedeutung.
Wolle.  Die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Fertigwaren  der  Wollindustrie  ist  nicht
bedeutend,  da  die  Produktion  sich  vornehmlich  auf  Halbfabrikate  erstreckt.
Leinen.  Die  Leinenindustrie  Belgiens  befaßt  sich  in  erster  Linie  mit  der
Herstellung  und  Ausfuhr  von  Garnen.  Die  Fertigwaren,  d.  h.  Leinengewebe  usw.,
kommen  erst  in  zweiter  Linie.  Die  Webereien  decken  den  verhältnismäßig  sehlgroßen
  Inlandsbedarf  und  fördern  in  geringerem  Maße  auch  die  Gewebeausfuhr,
die  von  5,9  Mill.  Mk.  im  Jahre  1890  auf  15,1  Mill.  Mk.  im  Jahre  1913  gestiegen
ist.  Auch  die  Ausfuhr  von  Leinentüll  und  -spitzen  zeigt  eine  wesentliche
Steigerung.

Produktion  der  Textilindustrie  Belgiens  im  Jahre  1913.
Aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionswerte ­
  der  belgischen  Textilindustrie:

Mill.  Mark

Anteil  Belgiens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
l'roz.

Baumwollindustrie

259,3

2,1

Woll-  und  Halbwollindustrie

251,1

3,1

Leinenindustrie

170,8

9,4

Juteindustrie

19,0

3,0

Kunstseidenindustrie  *)

4,5

3,3

Konfektionsindustrie  wie  für  Deutschland  entsprechend

der  Ausfuhr  berechnet

18,6

1,4

723,3

2,8

1 )  Siehe  Seite  18.
        <pb n="328" />
        Produktion.

313

In  der  Textilindustrie  Belgiens  sind  die  Baumwoll-,  Woll-  und  Leinenindustrie ­
  die  wichtigsten;  von  geringerer  Bedeutung  ist  die  Juteindustrie.  Die
Baumwoll-  und  Leinenindustrien  haben  ihren  Hauptsitz  in  Gent,  während  für
die  Wollindustrie  Verviers  als  Mittelpunkt  anzusehen  ist.
Baumwollindustrie  *).  In  dieser  gehört  die  Spinnerei  zu  den  bedeutendsten
Textilzweigen  Belgiens.  Sie  beschäftigt  53  Spinnereien  mit  1  775  OOO  Spindeln
und  24000  Webstühlen  und  ist  in  folgenden  vier  Provinzen  ansässig:  Ostflandern,
Westflandern,  Brabant  und  Hainaut.  Die  Spinnereien  verarbeiten  vornehmlich
amerikanische,  indische  und  auch  ägyptische  Baumwolle  und  haben  einen  durchschnittlichen ­
  Jahresbedarf  an  roher  Baumwolle  von  44560  t.  Ihre  Fabrikate
beschränken  sich  fast  ausschließlich  auf  einfache  rohe  Garne,  welche  gut  vier
Fünftel  der  belgischen  Garnproduktion  ausmachen.  Es  werden  rohe  Schuß-  und
Kettengarne  der  Feinheiten  Nr.  1  bis  80  a  hergestellt,  vornehmlich  aber  die  Garne
Nr.  16  bis  40  a,  der  Rest  besteht  aus  groben  Schußgarnen  von  Nr.  1  bis  16a.
Im  allgemeinen  kann  gesagt  werden,  daß  die  belgischen  Spinnereien  nur  grobe
Garne  produzieren.  Mit  90  Proz.  ihrer  Produktion  nehmen  die  Spinner  Anteil
am  einheimischen  Markt,  und  nur  10  Proz.  fallen  der  Ausfuhr  zu.
Die  Weberei  hat  ihren  Hauptsitz  in  Ostflandern,  wo  sich  von  61  Webereien ­
  57  befinden.  7  921  Arbeiter  sind  in  den  Fabriken  beschäftigt  und  2  800
leisten  Heimarbeit.  Letztere  Art  von  Arbeitern  nimmt  jedoch  von  Jahr  zu  Jahr
ab.  Die  Webereien  stellen  eine  ganz  hübsche  Anzahl  von  Geweben  dar,  und
sei  der  bedeutendsten  in  nachfolgendem  Erwähnung  getan:
Gent  fabriziert  in  der  Hauptsache  einfach  gewebte  und  fassonierte  Stoffe,
sowie  auch  Baumwollsamt.  Hervorgehoben  zu  werden  verdienen  die  Kattune,
Kalikos,  Kretonnes,  Madapolams,  Schirtings,  Baumwollflanelle,  zweiseitig  gerauht,
Drilliche,  Satins  und  Futterstoffe,  sowie  die  Servietten-,  Tisch-  und  Bettdeckenfabrikation. ­
  Gent  hat  sich  auch  für  die  sogenannten  Kolonialstoffe,  wie
»Americani“  (roher  Kaliko)  und  „Indigo-Drill“  (blaugefärbter  Baumwollstoff)
spezialisiert,  welch  letztere  nach  dem  Belgisch  -  Congo  als  Tauschgut  exportiert
werden.
Renaix,  eines  der  wichtigsten  Industriezentren,  hat  sich  vornehmlich  auf  die
Herstellung  der  Kretonne-  ünd  Zephirstoffe,  sowie  der  Baumwollkonfektionsstoffe
geworfen.  Es  werden  aber  auch  Drilliche,  Flanelle,  Satins,  Oxfords  und  dergleichen, ­
  sowie  Taschentücher  und  andere  Phantasieartikel  produziert.  Außer
Renaix,  wo  die  Erzeugung  der  Baumwollkonfektionsstoffe  eine  sehr  große  Ausdehnung ­
  gewonnen  hat,  wird  dieser  Artikel  noch  in  Mouscron,  Dottignies  und
Courtrai  hergestellt.
Saint-Nicolas  erzeugt  hauptsächlich  Kattune,  Flanelle  und  Schale.  1ermonde
  und  Alost  fabrizieren  einfache  und  fassonierte  Baumwolldecken,  Scheuertücher ­
  usw.,  Brüssel  und  Stalle  liefern  alle  Arten  bedruckte  Gewebe.

l )  Nach  „Etudes  sur  la  Belgique  1913“.  Verlag  Misch  &amp;amp;  Thorn,  Brüssel-Leipzig.
        <pb n="329" />
        314

Belgien.  Textilindustrie.

Spitzenindustrie.  Die  belgische  Spitzenindustrie  besitzt  nicht  mehr  ihre
frühere  Bedeutung,  da  sie  durch  die  neue  mechanische  Spitzenindustrie  fast  ganz
verdrängt  wird.  In  Belgien  ist  sie  noch  eine  ausgesprochene  Heimindustrie.  Ihr
Hauptsitz  befindet  sich  in  den  zwei  Flandern 1 ).  Infolge  der  äußerst  schlechten
Bezahlung  der  Arbeiterinnen  befindet  sich  diese  ehemals  in  hoher  Blüte  gestandene ­
  Industrie  in  stetigem  Rückgang.  Die  Zahl  der  in  diesem  Gewerbe
beschäftigten  Frauen  und  Mädchen  wurde  im  Jahre  1870  auf  mindestens  150  000
geschätzt,  während  nach  amtlicher  Zählung  vom  Jahre  1896  nur  noch  etwa
47000  diesem  Berufe  oblagen,  und  allen  Anzeichen  nach  dürfte  sich  seither
diese  Zahl  noch  ganz  erheblich  verringert  haben.
Die  offizielle  belgische  Ausfuhrstatistik  über  Leinen-Tülle,  -Spitzen  und
-Blonden  der  Jahre  1900  und  1910  zeigt  folgendes  Bild:

1900
Francs

1910
Francs

Deutschland

22  85s

15  959

England

276  953

181  565

Dänemark

1560

2  330

Vereinigte  Staaten

—

Frankreich

S9i  584

l  280  420

Niederlande

10  599

30  710

Verschiedene  Länder

21  805

32  898

Im  ganzen  .  .

925  356

1  543  882

Diese  Zahlen,  die  der  Wirklichkeit  jedoch  bei  weitem  nicht  entsprechen,
enthalten  sicherlich  auch  die  Erzeugnisse  der  mechanischen  Spitzenindustrie,  die,
wie  oben  gesagt,  das  Handgewerbe  allmählich  verdrängt.
Wie  ungenau  die  amtlichen  Daten  sind,  beweist  folgender  Umstand.
Während  für  das  Jahr  1900  obige  Tabelle  keine  Ausfuhr  an  Tüllen,  Spitzen  und
Blonden  nach  den  Vereinigten  Staaten  aufweist,  hat  eine  Nachforschung  auf
dem  amerikanischen  Konsulat  in  Brüssel  ergeben,  daß  an  Hand  Vorgefundener
Konsulatsfakturen  (solche  werden  nur  für  Posten  von  einem  Mindestwert  von
500  S  eingefordert),  tatsächlich  für  165242$  ausgeführt  wurden.  Es  ist  auch
bekannt,  daß  infolge  enorm  hoher  Einfuhrzölle  der  Schmuggel  große  Ausdehnung
und  die  raffiniertesten  Formen  angenommen  hat  und  dadurch  dem  belgischen
Statistiker  ganz  erhebliche  Summen  entgehen.
Der  Verfasser  des  Buches  „La  dentelle  beige“,  Dr.  Pierre  Verhaegen,
schätzt  den  Verkaufswert  auf  mindestens  13,5  Mill.  Francs  und  legt  demselben
folgende  Berechnung  zugrunde:  Rechnet  man  für  die  etwa  50  000  Arbeiterinnen
und  Schülerinnen  einen  Tagelohn  von  durchschnittlich  60  Centimes  —  was  unter
der  Wirklichkeit  ist  —  und  nimmt  man  durch  eine  ebenso  bescheidene  Schätzung
an,  daß  der  Bruttoertrag  der  Fabrikanten  und  Zwischenhändler  150  Prozent  der

9  Nach  „La  dentelle  beige“  von  Pierre  Verhaegen,  Brüssel  1912.
        <pb n="330" />
        Produktion.

315

Jahreslöhne  beträgt,  so  würde  dies  eine  Verkaufssumme  von  etwa  13,5  Mill.  Francs
ergeben;  also  um  mindestens  lObis  11  Mill.Francs  höher  als  die  amtlichen  Angaben.
Die  Hauptabnehmer  der  belgischen  Spitzenerzeugung  sind  Paris,  New  York
und  Südamerika.  Paris  diktiert  ihr  die  Mode,  sendet  seine  Zeichnungen  und
erhält  aller  Art  Spitzen,  vornehmlich  aber  die  feinsten  Artikel.
Wollindustrie 1 ).  Diese  ist  in  Verviers  und  Umgebung  konzentriert.  Einzelne ­
  große  Fabriken  befassen  sich  sowohl  mit  dem  Waschen  und  Karbonisieren,
als  auch  mit  dem  Karden,  Spinnen,  Weben  usw.  bis  zur  Fertigstellung  der
Fabrikate.  Andere  besorgen  nur  die  einzelnen  Arbeiten  im  Lohn.
Die  rohe  Wolle  wird  entweder  direkt  in  den  Produktionsländern  oder  an
den  Auktionen  in  London,  Antwerpen,  Havre  und  Liverpool  eingekauft.
Die  Wäschereien  verarbeiten  mit  ungefähr  2200  Arbeitern  und  114  Leviathans ­
  etwa  50  bis  60  Mill.  Kilogramm  rohe  Wolle,  die  in  gewaschenem  Zustande
nach  Deutschland,  Österreich  -  Ungarn,  Rußland,  Frankreich  und  selbst  nach
Japan  gehen.
Das  Waschen  der  Wolle  erfolgt,  wie  allgemein  üblich,  in  zwei  Operationen: ­
  zunächst  Vorwaschen  mit  lauwarmem  Wasser,  wobei  die  löslichen
Schweißsalze  gewonnen  werden.  Die  Waschwässer  werden  eingedampft,  und
man  gewinnt  daraus  durch  Kalzinieren  Pottasche.  Die  zweite  Wäsche  wird
mit  Seife  und  Soda  im  Leviathan  vorgenommen.  Statt  der  Seifenwäsche  wird
in  einer  Fabrik  die  Wolle  durch  leicht  flüchtige  Lösungsmittel  (Benzin,  Naphtha),
und  zwar  nach  dem  bekannten  Verfahren  von  Maertens  entfettet.  Diese  Fabrik
arbeitet  mit  vier  Extraktionsapparaten,  die  je  2000  bis  3000  kg  Material  fassen,
so  daß  täglich  25  000  bis  30  000  kg  Wolle  gereinigt  werden.  Das  gewonnene
Fett  wird  verkauft  und  dient  zur  Lanolinfabrikation.
Ein  Hauptzweig  der  Wollindustrie  ist  die  Herstellung  der  Streichgarne.
475  Sortimente,  welche  340  000  Spinn-  und  22000  Zwirnspindeln  speisen,
erzeugen  mehr  als  13  Mill.  Kilogramm  Garne,  wovon  11,8  Mill.  Kilogramm
einfache  Garne  sind.  Von  den  Streichgarnen  werden  rund  60  Proz.  ausgeführt,
während  40  Proz.  zur  Weiterverarbeitung  im  Inlande  verbleiben.
Ein  ebenfalls  wichtiger  Zweig  der  Wollindustrie  Belgiens  ist  die  Kämmerei ­
  und  Kammgarnspinnerei.  Die  Kämmereien  verarbeiten  mit
345  Kämmaschinen,  hauptsächlich  Heilmannschen  Systems,  durchschnittlich
21  Mill.  Kilogramm  Schmutzwolle,  wovon  6  Mill.  Kilogramm  australischer,
1 3,5  Mill.  südamerikanischer  und  1,5  Mill.  europäischer  Herkunft  sind,  die  zusammen ­
  10,5  Mill.  Kilogramm  gewaschene  Wolle  ergeben.  Letztere  liefern
6,7  Mill.  Kilogramm  Kammzug  und  1,8  Mill.  Kilogramm  Kämmlinge.  Die
Kammgarnspinnereien  haben  einen  Jahresverbrauch  von  durchschnittlich  12  bis
13  Mill.  Kilogramm  Kammzug,  die  vom  Inlande  mit  4,5  Mill.  Kilogramm,  von
Frankreich  mit  7,4  Mill.  Kilogramm,  und  der  Rest  von  England  und  Deutschland
gedeckt  werden.  242000  Spinn-  und  67000  Zwirnspindeln,  von  4600  Arbeitern

r )  Nach  „Etudes  sur  la  Belgique  1913“.  Verlag  von  Misch  &amp;amp;  Thorn,  Brüssel-Leipzig.
        <pb n="331" />
        316

Belgien.  Textilindustrie.

bedient,  liefern  jährlich  5,5  Mill.  Kilogramm  einfache  und  6,2  Mill.  Kilogramm
gezwirnte  Game.  Davon  werden  35  bis  40  Proz.  ausgeführt,  und  die  übrigen
60  bis  65  Proz.  werden  von  der  einheimischen  Industrie  absorbiert.
Rein-  und  halbwollene  Gewebe  werden  von  112  Webereien  mit  insgesamt
8448  Arbeitern  hergestellt.  Es  wird  aber  auch  ziemlich  viel  im  Lohn  gearbeitet.
Im  Bezirk  Verviers  werden  vornehmlich  Streichgarnstoffe,  wie  Möbelstoffe,
Modestoffe  für  Kleider,  Modekammgarnstoffe  für  Herrenanzüge  angefertigt.  Die
Industrie  von  Verviers  stellt  außer  den  obenerwähnten  noch  eine  große  Anzahl
anderer  Spezialitäten  her,  so  z.  B.  schwere  Mantelstoffe,  Satins,  Kaschmir-  und
Zephirstoffe,  Militärtuche,  Billardtuche,  Woll-  und  Halbwollflanelle,  Tennis-  und
andere  Phantasiestoffe  für  Herren  und  Damen,  Schale,  Plaids  und  Reisedecken,
Moquette-  und  Möbelstoffe  usw.
Loth  und  Dinant  sind  zwei  Zentren,  welche  sich  in  der  Fabrikation  leichter
Damenstoffe  spezialisiert  haben.
Flanelle  und  Moletons  werden  in  Malines,  Düffel,  Herrenthals  usw.  angefertigt. ­
  Die  Wolldeckenindustrie  ist  in  Moll,  Malines,  Beaumont,  Sterrebeek,
Sclessin  und  Louvain  zu  Hause.
Halbwollstoffe  werden  in  Renaix,  Braine  -  l’Alleud,  Saint  -  Nicolas  und
Mouscron  als  Spezialität  hergestellt.
Seidenindustrie.  Belgien  befaßt  sich  infolge  der  ungünstigen  klimatischen
Verhältnisse  nicht  mit  der  Seidenraupenzucht.  Die  Seide  wird  wohl  in  den  verschiedensten ­
  Formen  verarbeitet,  doch  hat  sich  diese  Industrie  keine  Bedeutung
zu  sichern  gewußt.
Leinenindustrie.  Die  Leinenindustrie  Belgiens  ist  von  sehr  großer  Bedeutung; ­
  sie  beschäftigt  315404  Spindeln,  während  in  Deutschlands  Leinenindustrie ­
  nur  272934  Spindeln  tätig  sind.  Die  Zahl  der  Webstühle  beträgt:
mechanische  4750,  Handstühle  8000.  Es  werden  in  der  Lys,  deren  Wasser  sich
zur  Rösterei  vorzüglich  eignet,  jährlich  130  Mill.  Kilogramm  Leinen  geröstet,
und  zwar  nicht  nur  einheimischer  Flachs,  sondern  auch  aus  Frankreich  und  den
Niederlanden  in  großen  Mengen  eingeführter.  Die  Einnahmen  der  Flachsröstereien
in  Lys  übersteigen  in  manchen  Jahren  die  Summe  von  9  Mill.  Mark.  Dieses
cremefarbige  Produkt  von  Lys,  das  sehr  geschätzt  ist,  kommt  als  „Courtrai“  in
den  Handel.  Flandern  und  Wallonen  liefern  ebenfalls  sehr  schöne  blaue  Ware,
die  jedoch  rauher  und  gröberer  Qualität  ist.  Das  Leinen  von  Courtrai  geht
größtenteils  nach  England.
Die  Spinnerei  hat  sich  in  der  Mehrzahl  in  den  zwei  Flandern  festgesetzt;
nur  wenige  Fabriken  befinden  sich  in  Brabant,  Hainaut  und  in  der  Provinz
Lüttich.  Die  Spinnereien  produzieren  alle  Arten  Garne,  vom  schönsten  Leinen
Flanderns  bis  zum  gröbsten  Werg,  von  den  Garnnummern  8  bis  110.  Ein  großer
Teil  der  Garne,  hauptsächlich  die  gröberen,  gelangen  zur  Ausfuhr.
Die  Weberei  hat  sich,  nachdem  sie  in  Courtrai  an  Boden  verlor,  in  Gent,
Alost,  Roulers,  Iseghem,  Turnhout  und  Ruysbroeck  entwickelt.  Sie  beschäftigt
        <pb n="332" />
        Inlandsverbrauch.

317

etwa  17  600  Arbeiter,  wovon  7800  auf  die  mechanische  Weberei  entfallen.  Die
zwei  Flandern  mit  zusammen  40  mechanischen  und  83  Handwebereien  stehen
an  Bedeutung  obenan;  es  folgen  dann  die  Provinzen  Antwerpen,  Brabant  und
Hainaut.
Weiße  Leinwand  aller  Art  wird  hauptsächlich  in  Gent,  Courtrai,  Roulers,
Iseghem,  Eecloo,  Alost  und  Ruysbroeck  gewoben.  'Marquisen-  und  Matratzenstoffe ­
  werden  in  Courtrai,  Gent  und  Turnhout  hergestellt.  Damasttischzeug
liefern  Ruysbroeck  und  Gent.  Leinenplüsche  produziert  man  in  Avelghem.
Halbleinenstoffe  aller  Art,  sowie  halbleinene  Marquisen-  und  Matratzenstoffe
werden  von  allen  Fabriken  geliefert,  die  diese  Artikel  bereits  in  Reinleinen  herstellen.

Juteindustrie.  Die  Jutespinnerei  hat  sich  fast  ausschließlich  in  den  zwei
Flandern  angesiedelt,  von  welchen  Ostflandern  mit  seinen  12  Spinnereien  eine
führende  Rolle  spielt.  Das  Rohmaterial  ist  indischer  Herkunft  und  wird  in
London  eingekauft.  1500  bis  1600  Arbeiter  verarbeiten  mit  32800  Spindeln
jährlich  18  bis  19  Milk  Kilogramm  Rohjute  und  Jutewerg  zu  16  bis  17  Milk
Kilogramm  Rohjutegarnen.  Alle  Garne  von  Nr.  1  bis  18,  hauptsächlich  aber
von  Nr.  4  bis  7,  werden  hergestellt.
Die  Jutewebereien,  die  sich  hauptsächlich  in  Roulers,  Eecloo,  Gent,  Tamise
und  Hamme  befinden,  beschäftigen  etwa  1300  Arbeiter  auf  mechanischen  Webstühlen,
  wozu  noch  300  Handweber  kommen.  Sie  produzieren  Sackstoffe,  Zeltbahnen, ­
  Gewebe  für  die  Linoleum-  und  Wachstuchfabrikation,  Gewebe  für  die
Fahrradbereifung  usw.  Auch  Möbelstoffe  aus  Jute  mit  Baumwolle  gemischt  werden
hergestellt,  und  es  befassen  sich  damit  Saint-Nicolas,  Courtrai  und  Deerlyck.

Der  Inlandsverbrauch  Belgiens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Auf  Grund  der  später  folgenden  Berechnungen  kann  als  ungefährer  Inlandsverbrauch ­
  angenommen  werden:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre
1913  mit  7  650  OOO  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

198,3

25,92

Woll-  und  Halbwollwaren

188,7

24,66

Seiden-  und  Halbseidenwaren  ....

38,2

4,99

Leinenwaren

55,9

7,3  2

Jutewaren

18,6  b

—

Konfektionswaren

2,82

521,3

65,71

l )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="333" />
        318

Belgien.  Textilindustrie.

Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  ist  in  Belgien  sehr  hoch,  annähernd ­
  wie  in  Frankreich  oder  England.  —  Speziell  in  Leinenwaren  ist  der
Verbrauch  in  Belgien  unter  allen  Ländern  am  größten.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Belgiens  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  723,3  Mill.  Mark
kommen
auf  den  Inlandsverbraucli  auf  die  Ausfuhr
72  Proz.  28  Proz.
Das  Verhältnis  ist  ein  ähnliches  wie  in  Deutschland,  bzw.  ist  die  Ausfuhr ­
  etwas  höher.
Die  Ausfuhr  Belgiens  verteilt  sich  wie  folgt:
Auf  europäische  Länder  entfallen  91,6  Proz.
„  die  Verein.  Staaten  „  2,4  „
„  das  übrige  Amerika  „  2,5  „
„  Asien  „  1,3  „
„  Afrika  „  1,2  „
„  Australien  „  0,2  „
Die  Ausfuhr  nach  den  überseeischen  Ländern  ist  nicht  bedeutend,  wenn
auch  bemerkenswerte  Anfänge  bereits  vorhanden  sind.  Die  Hauptausfuhr  erfolgt
nach  den  europäischen  Ländern.
Die  bedeutendsten  europäischen  Absatzländer  in  Textilwaren  sind:
Deutschland  mit  256,9  Mill.  Mk.
Hamburg,  Bremen,  Lübeck,  Freihäfen  „  11,3  „  „
Frankreich  „  186,8  „  „
Großbritannien  141,7  „  „
Niederlande  „  38,7  „  „
Rußland  „  29,6  „  „
Italien  „  25,6  „  „
Schweiz  18,5  „  „
Österreich-Ungarn  „  16,9  „  „
Türkei  „  6,9  „  „
Dänemark  „  3,9  „  „
Portugal  „  3,7  „  „
Spanien  „  3,5  „
Schweden  3,2  „  „
Griechenland  .  .  "  „  1,9  „  „
Rumänien  „  1,9  „  „
Norwegen  „  1,6  „  „
        <pb n="334" />
        Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Baumwolle  R

140  368

179,6

79,0

32,5

32,3

64589

82,6

—

—

Garne,  einfach  oder  gezwirnt;  roh  oder  gebleicht  .  H

3  546

11,0

7,6

3,0

2,7

5641

10,4

9,7

4,4

3,2

gefärbt  oder  geschlichtet  „

251

0,8

0,4

0,4

1,0

615

1,4

o,9

1,7

3,1

Gewebe,  roh,  gebl.,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt  |j(|  p
Sonstige  Baumwollgewebe  „

3  546
960

16,7
7,1

bo
OJ
00

22,7

14,5

5804
22  036

17,1
46,7

|  60,0

20,7

42,4

Baumwollsamt  „

241

1,4

0,5

1,0

—

70

0,3

0,1

0,02

—

Tüll  und  Spitzen  „

618

4,0

2,1

1,0

0,2

39

3,5

4,1

3,6

0,4

Wirkwaren  „

422

3,4

3,2

1,7

—

51

0,5

0,1

0,1

—

Handstickereien  „
Baumwollgarne,  auch  Leinen-  und  Wollgarne,  für

0,6

0,02

0,02

—

—

2,6

o,3

0,1

0,03

den  Einzelverkauf  „

314

1,2

1,9

1,7

—

1560

6,7

5,6

3,1

—

150  266

225,2

118,5

64,0

50,7

100407

169,5

80,6

33,6

49,1

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  Belgiens  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  loser  Baumwolle  .  .  75  779  t
Proz.  Spinnverlust  6062  t  69  717  t

Ab

Ab  V  erbr.  f.  d.  Halb  Wollindustrie,  Decken  usw  2  5001
67  217  t
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Halbfabrikaten  .  .  .  10237t
Ausfuhr  an  Fertigwaren  20282t
Ausfuhrwert  53,81  Mill.  Alk.  30519t
Ab  8  Proz.  Appretur  von  20  282  t  .  .  1  6221  28  8971
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  38  320t

38320t  ergeben,  den  Tonnenwert  ähnlich  wie  bei  der  Produktionsberechnung ­
  Deutschlands  mit  4500  Jii  angenommen,  172,4  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  172,4
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  33,1
Ausgeführte  Fertigwaren  „  53,8

259,3

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren
  im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  172,4
Eingeführte  Fertigwaren  „  25,9
198,3

Baumwollindustrie.  319
        <pb n="335" />
        320

Belgien.  Baumwollindustrie.  Entwickelung.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  Belgiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1013

Rohstoffe

32,3

32,4

79,0

179,6

—

—

■

82,6

Halbfabrikate  ....

8,5

10,9

15,9

19,7

20,4

13,0

30,5

33,1

Fertigwaren

9,9

20,7

23,6

25,9

28,7

20,6

50,1

53,8

50,7

64,0

118,5

225,2

49,1

33,6

80,6

169,5

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  Belgiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der

Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  4,3  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  .  .  .  3,5  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  2,1  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  2,3  „
Wie  schon  in  der  Einleitung  bemerkt,  ist  die  Ein-  und  Ausfuhr  verhältnismäßig ­
  groß,  aber  in  der  Produktion  steht  die  Baumwollindustrie  Belgiens  unter
den  europäischen  Ländern  erst  an  der  zehnten  Stelle.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
344  Proz.  245  Proz.
Die  hohen  Zahlen  weisen  auf  eine  starke  Entwickelung  seit  dem  Jahre  1890  hin.

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  hat  von  1890  bis
1913  um  309  Proz.  zugenommen,  und  zwar  trat  die  größte  Erhöhung  in  den
Jahren  1900  bis  1910  ein.
Die  Ausfuhr  an  P'ertigwaren  weist  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
um  87  Proz.  auf.  Auch  hier  war  die  Erhöhung  in  den  Jahren  1900  bis  1910
am  größten.
Die  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  ebenfalls  um  62  Proz.  gestiegen.
Wenn  auch  die  Ausfuhrbeträge  für  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  an  sich  nicht
hoch  sind,  so  zeigt  sich  bei  beiden  doch  eine  sehr  günstige  Entwickelung,  da
einerseits  ihre  Ausfuhr  bedeutend  zunahm  und  andererseits  der  Verbrauch  an
Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  im  Inlande  eine  starke  Erhöhung  erfuhr.
        <pb n="336" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

321

Die  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigsten  Positionen  ist  aus  folgender  Aufstellung ­
  zu  ersehen:
Baumwollgarne  roh,  gebleicht  oder  gefärbt.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

•  •  •  3,7

3,4  8,0

11,8  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

...  6,3

6,0  10,5

11,7  ,,

Von  rohen  Garnen  gelangen  meist  feinere  und

gezwirnte  Garne  zur  Einfuhr,

  während  die  einfachen,  billigeren

ausgeführt  werden.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  5,2  Mill.  Mk.

Frankreich.  .

.  4,8  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .  0,9  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  3,7  Mill.  Mk.

Deutschland

.  1,7  Mill.  Mk.

Chile  0,6  Mill.  Mk.

Niederlande  .  .  2,6  „  „

Argentinien

■  1,3  „  „

Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

•  ■  ■  H,4

22,7  23,8

23,7  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

•  ■  •  42,5

20,7  60,0

63,8  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  .  9,6  Mill.  Mk.

Frankreich.

.  3,5  Mill.  Mk.

Niederlande  .  .  1,1  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .  5,6  „  „

Schweiz  .  .

■  1,6  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  12,9  Mill.  Mk.

Belg.-Kongo

.  3,6  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .  1,2  Mill.  Mk.

Ver.  Staaten.  .  8,7  „

Chile  .  .  .

•  1,8  ,,  „

China  0,7  „  „

Argentinien.  .  6,3  „  „

Südafrikanische

Uruguay  ...  0,7  „  „

Türkei  .  .  :  .  5,4  „

Zollunion

•  1,6  „

Portug.-Afrika  .  0,7  „  „

britisch-Indien  5,4  „  „

Ägypten.  .

•  1,5

Griechenland.  .  0,6  „  „

Niederlande.  .  4,1  „

Brasilien.  .

•  1,5  „  „

Tü

11,  Spitzen  und  Handstickereien.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

...  0,2

1,0  2,2

4,0  Mill.  Mark

Ausfuhr

■  •  •  0,3

3,6  4,3

3,8  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  1,6  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  1,5  Mill.  Mk.  j  Deutschland  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  1,2  Mill.  Mk.  I  Deutschland  0,5  Mill.  Mk.
Großbritannien  1,2  „  „  |  Italien  0,2  „  „

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

21
        <pb n="337" />
        Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Lose  Wolle,  in  der  Einfuhr  roh  1

„  „  „  „  Ausfuhr  meist  gewaschen  /

•  R

149  267

355,8

339,7-67,9



56,7

98  971

305,5

297,2

35,5

12,7

Kunstwolle

67  116

10,2

9,8

10,3

18,2

65  007

13,4

14,4

12,8

32,9

Streichgarn,  roh  oder  gefärbt

.  H

359

1,5

o,4

0,2

1

7  794

31,4

36,2

19,8

Kammgarn,  einfach,  ungefärbt

240

1,2

1,3

0,8

1  647

8,8

2,4

1,9

.,  gefärbt

67

0,4

0,3

0,4

J  5,4

1  440

8,6

2,5

1,4

44,2

gezwirnt,  ungefärbt

205

1,1

1,1

0,8

204

1,2

1,5

0,8

.,  .,  gefärbt

81

0,5

1,2

1,6

J

672

4,2

3,6

2,5

J

Alpaka-  und  Mohairgarne,  gefärbt  und  ungefärbt.

•  »

163

0,4

0,4

o,4

o,3

79

0,2

0,02

0,01

0,04

Halbwollgarne

52

0,2

3

0,01

—

—

—

Wollgarne  für  den  Einzelverkauf

.  F

117

0,6

—

—

—

27

0,1

Wollgewebe,  auch  Decken,  Filze,  Plüsch  usw.  .  .

3  799

15,9

1  506

8,8

i  „  0

Leichtere  Wollgewebe

465

4,3

1  13 &amp;gt; 3

16,4

10,9

73

0,6

/  9,2

10,9

23,5

Teppiche

182

1,4

1,2

o,5

—

372

1,1

0,8

0,2

—

Wirkwaren

249

2,0

3,2

1,4

—

243

1,9

2,1

0,5

—

222  362

395,5

371,8

100,7

97,5

178  038

385,8

369,9

CO
vo
CO

113,3

R  =  Rohstoffe.

H

Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  Belgiens  im  Jahre  1913.

Im  Inlande  gewonnene  Wolle  .  .  35ot
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  loser
Wolle  50  2961  50646  t
Verlust  beim  Waschen.  Da  in  Belgien
mehr  Merinowollen  als  in  England  und
Deutschland  zurVerwendung  gelangen,
ist  der  Waschverlust  etwas  höher,  mit
50  Proz.,  anzunehmen  25  323  t
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle
„  „  Baumwolle
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust

25  323  t
7  OOOt
2  500  t

Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Streich-  und  Kammgarnen ­
  usw  10  672  t
Ausfuhr  an  Fertigwaren  2221t
Ausfuhrwert  12,57  Milt.  Mk.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  21234t

34  823  t
696  t
34  1271
12  893  t

21234t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung
Deutschlands  mit  7  750  M  angenommen,  164,5  Mill.  Mk.

Produktion  der  Woll-  und
Halbwollindustrie  im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  164,5
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  54,2
Ausgeführte  Fertigwaren  „  12,6
Produktionswert  d.  Waschens
der  ausgeführten  Wolle
98  971  t  zu  etwa  200  .  19,8

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und
Halbwollwaren  im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  164,5
Eingeführte  Fertigwaren  „  24,2
188,7

251,1

VS
        <pb n="338" />
        21

Entwickelung.

323

Entwickelung  der  Wollindustrie  Belgiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

74,9

78,2'

349,5

366,1

45,6

48,4

311,6

319,0

Halbfabrikate  ....

5,7

4,2

4,7

5,2

44,2

26,3

46,2

54,2

Fertigwaren

16,9

18,3

17,6

24,2

23,5

11,6

12,1

12,6

97,5

100,7

371,8

395,5

113,3

86,3

369,9

385,8

Der  Anteil  der  Wollindustrie  Belgiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Wollindustrie  im  Jahre  1913  10,9  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  12,9  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  .  3,1  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europäischen  Staaten  an  Wollwaren  im  Jahre  1913  2,8  „
In  der  Ein-  und  Ausfuhr  der  Wollindustrie  steht  Belgien  unter  den  europäischen ­
  Staaten  an  vierter  Stelle,  in  der  Produktion  jedoch  nur  an  siebenter,
da  hauptsächlich  Halbfabrikate  hergestellt  wurden,  deren  Produktionswert  ein
niedriger  ist.  Immerhin  ist  unter  den  Wollindustrien  der  mittleren  Staaten  die
belgische  die  bedeutendste.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt
in  der  Einfuhr  305  Proz.,  in  der  Ausfuhr  240  Proz.
Die  obenstehenden  Zahlen  würden  eine  sehr  starke  Steigerung  der  Ein-  und
Ausfuhr  von  Wolle  in  den  Jahren  1900  bis  1910  zeigen;  in  dieser  Periode  soll
viermal  so  viel  Wolle  eingeführt  sein,  wie  in  der  früheren  Periode.  Leider  ist
die  amtliche  Statistik  Belgiens  sehr  mangelhaft,  so  daß  es  in  diesem  Falle  nicht
möglich  ist,  herauszufinden,  in  welcher  Form  die  Wolle  ausgeführt  wird.  Wir
können  nur  annehmen,  daß  der  größte  Teil  der  oben  unter  „Rohstoffe“  angeführten ­
  Ausfuhrwerte  sich  auf  gewaschene  Wolle  und  auf  Kammzug  bezieht.
In  diesen  beiden  Artikeln  hat  sich  bekanntlich  Belgiens  Wollindustrie  am  stärksten
entwickelt.
Ein  Überblick  über  die  sehr  rasche  und  günstige  Entwickelung  der
Wollindustrie  Belgiens,  soweit  sie  sich  auf  die  Wollwäscherei  und  die  Herstellung
der  Halbfabrikate  bezieht,  ist  zu  erlangen,  wenn  wir  die  Ausfuhrwerte  an  Roh-■
  stoffen  und  Halbfabrikaten  Belgiens  neben  denen  Frankreichs  vergleichen.
Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  betrug  in:

1890  1900  1910  1913
Frankreich  151,8  216,6  362,0  363,9  Mill.  Mk.
Belgien  89,8  74,7  357,8  373,2  „

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Steigerung
von  6l  Proz.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  im  Verhältnis  zur  Ausfuhr  der  Roh-Stoffe
  und  Halbfabrikate  nur  unbedeutend.
        <pb n="339" />
        324

Belgien.  Wollindustrie.

Die  Einfuhr  an  loser  Wolle  erfolgte  im  Jahre  1913  aus  folgenden  Ländern:

Großbritannien  36  963  t
Frankreich  36  128  t
Australien  30  551  t
Argentinien  19  423  t
Chile  1  984  t
Brasilien  728  t
Uruguay  i  524  t
Britisch-Afrika  5  579  t
Deutschland  einschl.  Freihäfen  Hamburg  und  Bremen  ....  8  732  t
Portugal  2  787  t
Spanien  1  937  t
Portugiesisch-Afrika  609  t
Niederlande  9541
Rußland  363  t
Italien  497  t
Vereinigte  Staaten  829  t
Sonstige  Länder  679  t

149  267  t
Die  Ausfuhr  an  loser  Wolle,  Kammzug  und  Kämmlingen  erfolgte
nach  folgenden  Ländern:

Deutschland  .  140,8  Mill.  Mk.  j

Großbritannien

16,0  Mill.  Mk.

Schweiz  ....

6,4  Mill.  Mk.

Frankreich.  .  79,4  „  „

Österr.-Ungarn.

14,0  „  „

Niederlande  .  .

4,2  „

Rußland.  .  .  26,3  „  „

Italien  ....

8,3  „  „

Dänemark  .  .  .

1,5  „  „

Kammgarne

und  Streichgarne,  rohe  und

gefärbte.

1890

1900  1910

1913

Einfuhr

■  •  •  5,3

3,8  4,3

4,6  Mill.  Mk.

Ausfuhr

26,3  46,2

54,0  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im

Jahre  1913  waren:

Großbritannien  31,8  Mill.  Mk.  |

Schweiz  .  .  .  .

1,3  Mill.  Mk.  |

Dänemark  .  .  .

1,0  Mill.  Mk.

Deutschland.  .  12,4  „  „

Portugal....

1,2  „

Argentinien  .  .

0,8  „  „

Niederlande.  .  1,5

Wollgewebe,

auch  Decken,  Filze,

Plüsche,

Teppi

iche,  Wirkware:

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .

17,0

18,3

17,6

23,6  Mill.  Mk.

Ausfuhr  .  .

23,5

11,6

12,1

12,4  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  9,7  Mill.  Mk.  Deutschland  5,5  Mill.  Mk.
Frankreich  6,7  „  „  Niederlande  1,2
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  .  3,7  Mill.  Mk.  j  Deutschland  .  .  1,1  Mill.  Mk.  I  Chile  0,8  Mill.  Mk.
Niederlande  .  .  2,2  „  „  J  'Frankreich  ...  1,0  „  „  Schweiz  ....  0,6  „
        <pb n="340" />
        Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Seide  und  Strangseide  *)

H

1611

14,0

8,5

4,7

15,0

2509

35,4

23,1

1,1

7,8

Seidengewebe

F

332

10,9

10,2

8,9

&amp;gt;  12,1

13

0,3

0,4

0,3

1  1,2

Halbseidengewebe

»

314  ’

4,6

5,0

4,8

i

107

1,0

0,4

0,2

i

Seidentüll  und  Spitzen

,,

7,7

0,3

0,5

0,1

0,1

1,6

0,2

0,4

0,1

0,05

Seidene  Bänder

17

o,5

0,6

0,1

—

—

—

—

—

—

Wirkwaren  aus  Seide

„

13

0,3

0,1

0,1

—

—

—

—

—

—

Seiden-  und  Kunstseidengarn,  für  den  Einzel  verkauf

»

7

0,2

—

—

3

0,04

—

—

—

2301

30,8

24,9

18,7

27,2

2633

36,9

24,3

1,7

9,0

H  =  Halbfabrikate  (einschl.  Kunstseide).

F  =  Fertigwaren.

Da  die  amtlichen  statistischen  Unterlagen  für  Seide
sehr  mangelhaft  sind,  kann  die  Produktionsberechnung
an  Hand  dieser  nicht  vorgenommen  werden;  sie  kann
überhaupt  ausfallen,  weil  die  Seidenindustrie  in  Belgien
nur  unbedeutend  ist.
Der  Inlandsverbrauch  kann  dadurch  festgestellt
werden,  daß  die  Einfuhr  an  Seidenwaren  nach  Belgien  den
Unterlagen  der  einzelnen  Länder  entnommen  wird.  Nach
diesen  führt  Belgien  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren  ein:

3 )  Diese  Position  enthält  auch  die  Kunstseide.

Aus  Frankreich  28,7  Mill.  Mark
„  Deutschland  S,5  „
„  der  Schweiz  2,7  „  „
„  Italien  1,4  „
„  Großbritannien  0,9  „
„  Österreich  -  Ungarn  0,5  „  „
39,7  Mill.  Mark
Ab  Ausfuhr  1,5  „  „
Verbrauch  im  Inlande  38,2  Mill.  Mark

Seidenindustrie.  325
        <pb n="341" />
        —fl

Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohflachs

R

114  556

14,6

)

Flachs,  gebrochen,  geschwungen  usw

„

81  488

62,5

1  92,8

51,5

49,1

73  506

95,3

98,1

41,8

44,8

Flachs-  und  Hanfwerg  x )

21  408

12,4

J

18  C7  2

9,1

10,8

7,2

7,4

Leinengarne  und  sonstige  Gespinste,  roh

H

12  520

40,1

30,3

23,7

9,6

32962

90,1

76,5

61,5

Leinen-  und  ähnliche  Garne,  gezwirnt  oder  gefärbt

279

0,9

0,3

0,5

683

1,9

o,7

2,8

j  58,5

Leinen-,  auch  Ramiegarne,  für  den  Einzelverkauf  .

F

34

0,1

—

—

54

0,2

Leinengewebe,  roh

30

0,1

\  nl

3  5l6

8,2

5,9

\  ,  ,

„  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt.  .  .

5J

18

0,1

(  o,i

o,5

0,1

798

4,4

3,5

&amp;gt;  10,2

4,2

Leinen-Tüll  und  -Spitzen

„

16

0,3

0,2

0,4

0,5

31

3,1

1,3

0,8

0,1

Leinengewebe,  nicht  näher  bezeichnet

»

263

1,0

1,5

1,1

1,4

2  118

2,5

3,4'

2,1

1,7

230612

132,1

125,2

77,7

60,7

131740

214,8

200,2

126,4

116,7

R  —  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  Belgiens  im  Jahre  1913.

Einfuhr  an  Rohflachs  114  556t
Ab  78  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten  ....  89353  t
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  geschwungenem  Flachs
und  Flachswerg  5  9661
Aus  dem  Inlande  stammend  23536t 2
29  5021
Ab  36  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten  .  .  .  .  10621t
Ausfuhr,  abzügl.  Einfuhr,  an  Garnen  23976t
Ausfuhr  an  Fertigwaren  6  517t
Ausfuhrwert  18,44  Mill.  Mk.
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch

25  2031

18881t

44  0841
30  4931

13  591t

13  591  t  ergeben,  den  Tonnenwert,  entsprechend  dem  niedrigen  Ausfuhrwert, ­
  niedriger  als  bei  der  Produktionsberechnung  Deutschlands,  mit
4000  Jb  angenommen,  54,3  Mill.  Mk.

Produktion  der  Leinenindustrie
im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  54,3
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  92,0
Ausgeführte  Fertigwaren  „  18,5
Produktionswert  des  Aufarbeitens
  des  eingeführten
Rohflachses  6,0
170,8

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren
im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  54,3
Eingeführte  Fertigwaren  „  1,6
55J)

!)  Bei  diesen  beiden  Posten  kann  der  vierte  Teil  der  Einfuhr  als  Hanf  und  Jute  angenommen  werden.
2 )  Nach  der  Veröffentlichung  des  Agrikultur-Institutes  in  Rom  wurden  in  den  letzten  Jahren  im  Durchschnitt  23  536  t  pro  Jahr  gewonnen.
        <pb n="342" />
        Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohjute  R

21  931

15,4

8,7

7,4

6,0

1  344

0,9

0,6

1,1

1,7

Juteteppiche  F

232

0,6

—

—

—

306

0,7

-

—

—

Jutegewebe

54

0,05

0,1

—

—

333

0,4

0,2

—

—

22  217

16,0

8,8

7,4

6,0

1983

2,0

0,7

1,1

1,7

R  =  Rohstoffe.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Verarbeitete  Rohjute  (Einfuhr  abzügl.  Ausfuhr)  20  587  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  639  t
Innenverbrauch  19  948  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  900  J6  17,9  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Fertigwaren  1,1  „  „

19,0  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  17,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  0,6  „  „
18,5  Mill.  Mk.

Jutemdustne.  327
        <pb n="343" />
        328.

Belgien.  Leinenindustrie.

Entwickelung  der  Leinenindustrie  Belgiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

49,1

51,5

92,9

89,5

52,2

49,1

108,9

104,3

Halbfabrikate

9,6

24,2

30,6

41,0

58,5

64,3

77,3

92,0

Fertigwaren

2,0

2,0

1,7

1,6

6,0

13,0

14,0

18,5

60,7

77,7

125,2

132,1

116,7

126,4

200,2

214,8

Der  Anteil  der  Leinenindustrie  Belgiens  beträgt
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugmissen

der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913  21,6  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  25,7  „

an  der  Produktion  der  europäischen  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  9,4  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913  3,9
Belgien  hat  die  höchste  Ausfuhr  von  allen  europäischen  Staaten.  Dieselbe
bezieht  sieh  zum  größten  Teil  auf  geschwungenen  Flachs  und  Leinengarne; ­
  Fertigwaren  sind  in  der  Ausfuhr  allerdings  nur  gering  vertreten,
weisen  aber  eine  langsam  fortschreitende  Zunahme  auf.
Besonders  in  den  letzten  Jahren  war  die  Entwickelung  der  Leinenindustrie ­
  eine  sehr  günstige.  Neben  der  Ausfuhr  an  geschwungenem  und  gehecheltem ­
  Flachs  ist  die  Ausfuhr  an  Leinengarnen  sehr  gestiegen  und  Belgien
hat  von  allen  Ländern  die  stärkste  Leinengarnausfuhr.  Außerdem  ist  auch  die
Produktion  an  Leinengeweben  für  den  Inlandsverbrauch  sehr  bedeutend.

R  o  h  s  10  f  f  e.

Rohflachs  wurde  im  Jahre  1913  eingeführt  aus:

Frankreich  84  905  t
Niederlande  29  6511

Flachs,  gebrochen,  geschwungen,  wurde  im  Jahre  1913  eingeführt  aus:

Rußland  80  2391
Sonstigen  Ländern  1249  t

Ausgeführt  wurde  an  Flachs,  geschwungen,  und  Flachswerg  im  Jahre
1913  nach:

Frankreich  .  .

72,5  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .

.  3,6  Mill.  Mk.

Großbritannien

20,8  „  „  [  .Italien....

•  1,4  „  „

Ver.  Staaten.  .

4P  „  „

Niederlande
Spanien  .  .

0,7  Mill.  Mk.
0,4  „
        <pb n="344" />
        Juteindustrie.

329

Halbfabrikate  (Leinengarne).
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich  29,2  Mill.  Mk.
Großbritannien  8,2  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:

Großbritannien  31,4  Mill.  Mk.
Deutschland.  .  24,0  „  „
Niederlande.  .  14,2  „  ,,
Italien  ....  11,0  „  „

Frankreich  .  .  .  2,4  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  2,1  „
Spanien  ....  1,2  „  „
Österr.-Ungarn.  0,9  „  „

Rumänien  .  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Argentinien  .  .  0,7  „  „
Norwegen  .  .  .  0,6  „
Dänemark  .  .  .  0,5  „  „

Leinengewebe,  roh,  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt.

1913
15,1  Mill.  Mk.

1890  1900  1910
Ausfuhr  5,9  12,2  12,8
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  8,5  Mill.  Mk.  [  Schweiz  ....  1,2  Mill.  Mk.  Argentinien  .  .  0,8  Mill.  Mk.
Niederlande  .  .  1,5  „  „  j  Brasilien.  ...  1,2  „  „

Leinen-Tüll  und  Spitzen.

Die  Ausfuhr  betrug:
1890
0,1

1900
0,7

1910  1913
1,2  3,1  Mill.  Mk.

und  ging  im  Jahre  1913  hauptsächlich  nach
Frankreich  mit  2,9  Mill.  Mk.

Entwickelung  der  Juteindustrie  Belgiens  in  den  Jahren  1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  inaMillionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

6,0

7,4

8,7

15,4

1,7

1,1

o,5

0,9

Halbfabrikate

—

—

—

0,6

—

—

—

0,7

Fertigwaren

—

—

0,1

—

—

—

0,2

0,4

6,0

7,4

8,8

16,0

1,7

1,1

0,7

2,0

Die  Juteindustrie  Belgiens  befindet  sich,  wie  die  jährliche  Zunahme  der
Einfuhr  an  Rohstoffen  zeigt,  in  langsamer,  steter  Entwickelung  und  deckt  in
erster  Linie  den  Inlandsbedarf.  —  Eine  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  oder  Fertigwaren ­
  ist  kaum  vorhanden.
        <pb n="345" />
        330

Belgien.  Konfektionsindustrie.

Belgiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  in  den  Jahren
1913,  1910,  1900  und  1890.

Einfuhr

Artikel

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Weißwäsche

2,6

2,2

1,8

|

Frauenkleider

2,4

2,6

1,8

6,6

Männeranziige

1,1

i,i

2,4

1

Hüte,  nicht  garniert

1,0

0,7

Damenhüte,  „

0,2

—

Herrenhüte,  „

1,5

1,2

3,7

—

Mützen  und  Kappen

o,3

—

Verschiedene  Konfektionsartikel  nicht  näher

bezeichnet

5,9

5,4

Posamente,  auch  Bandwaren

1,3

1,5

o,7

—

16,3

14,7

10,4

6,6

Ausfuhr

Artikel

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

Weißwäsche

3,8

2,9

0,8

|

Frauenkleider

3,8

4,5

4,4

\  5,3

Männeranzüge

1,2

1,2

3,1

1

Hüte,  nicht  garniert

0,3

0,2

Damenhüte,  „

0,1

—

Herrenhüte,  „

0,6

0,7

1,5

—

Mützen  und  Kappen

0,02

—

Verschiedene  Konfektionsartikel  nicht  näher

bezeichnet

2,9

3,2

Posamente,  auch  Bandwaren

0,6

°,5

0,6

—

13,3

13,2

10,4

5,3
        <pb n="346" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

Entwickelung  der  Industrie  für  Konfektionswaren  Belgiens  in  den  Jahren
1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

331

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

a )  Frauen-  u.  Männerkleider. ­
  Sonstige
Konfektions  artikel

•  6,6

4,2

9,1

9,4

3,3

7,5

8,9

7,9

b)  Weißwäsche  ....

1,8

2,2

2,6

)  l

0,7

2,9

3,8

c)  Hüte  und  Kappen  .

—

3,7

1,9

3,0

—

1,6

0,9

1,0

d)  Posamentier-,  auch
Band  waren.  .  .  .

—

0,7

1,5

1,3

—

0,6

0,5

0,6

6,6

10,4

14,7

16,3

5,3

10,4

13,2

13,3

a)  Frauen-  und  Männerkleider.  Sonstige  Konfektionsartikel.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Frankreich.  .  .  4,3  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  3,oMiIl.  Mk.  j  Großbritannien.  1,3  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  2,0  Mill.  Mk.  j-  Frankreich  .  .  .  0,9  Mill.  Mk.  !  Schweiz  ....  0,7  Mill.  Mk.
Niederlande  .  .  1,1  „  „  j  Deutschland  .  .  0,8  „  „  :  Belgisch-Kongo  0,5  „  „
b)  Weißwäsche.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  1,1  Mill.  Mk.  |  Großbritannien.  0,7  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,6  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  1,6  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  0,6  Mill.  Mk.  Belgisch-Kongo  0,3  Mill.  Mk.
c)  Hüte  und  Kappen.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien.  1,1  Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  0,9  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  0,6  Mill.  Mk.
        <pb n="347" />
        Belgien.  Ein-  und  Ausfuhr

an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

333

332

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Belgiens  an  Rohstoffen  ufld  ^ rzeu ?nissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern
Min;  .

Sämtliche  Werte  in  ^‘Uionen  Mark.

Bulgarien  ....
Dänemark  .  .  .
Deutschland  .  .
Hamburg,  Bremen
Frankreich  .  .  .
Griechenland  .  .
Großbritannien  .  .
Italien
Luxemburg....
Niederlande.  .  .  .
Norwegen  ....
Österreich  -  Ungarn
Portugal
Rumänien  ....
Rußland
Schweden  ....
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei

und

Lübeck  ,

Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch-Kongo  ...
Britisch-Ost-  und  Westafrika  .
Deutsch-Ost-  und  Westafrika
Französisch-Ost-  und  Westafrika
Marokko
Portugiesische  Besitz,  in  Afrika
Südafrikanischer  Bund
Spanische  Besitzungen  in  Afrika  .
Britisch-Indien  und  Ceylon
China  und  Hongkong  .  .  .
Japan
Niederländisch-Indien  .  .  .
Persien
Portugiesisch-Asien  ....
Siam
Straits  Settlements
Argentinien
Brasilien
Bolivien
Chile
Ekuador
Kanada
Kolumbien
Kuba
Mexiko
Peru
Uruguay
Venezuela
Vereinigte  Staaten  ....
Zentralamerika
Australien
Neuseeland
Anderen  Landein

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Einfuhr  nach  Belgien  von

0,03

0,1

—

—

1  —

—

19,2

22,6

7,3

1,3

0,4

5,8

3,2

5,0

—

0,2

0,1

21,3

102,0

15,5

45,4

0,9

5,8

—

—

—

—

37,2

101,3

4,0

10,0

!  10,4

3,2

1,2

l  ,2

0,3

2,8

—

0,2

0,01

0,03

—

—

0,01

9,9

5,05

0,05

4,1

0,1

0,6

0,01

—

—

—

—

0,1

0,2

0,1

0,2

0,1

0,4

6,6

—

0,05

0,9

1

i  67,8

z

0,01

—

—

2,3

1  0,2

3,2

!  —

—

0,3

0,5

4,6

i  —

0,01

0,4

|  o,s

—

—

—

1,1

0,1

—

—

J

0,02

0,2

—

i  ~~

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—-—



—

—

—

0,1

—

1,4

—

—

—

13,3

—

—

—

—

—

—

—

67,2

0,1

0,1

0,2

3,9

_

1,0

0,06

0,16

0,08

1,1

0,06

0,01

0,05

0,01

—  1

—

—

—

—

—

—

0,6

z

—

—

—

0,5

46,3

I

2,7

1,7

—

—

—

—

—

—

—

—

—

4,7

—

0,01

|

—

—

—

—

—

—

0,02

—

—

—

.

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

0,1

—

—

—

—

1,2

—

—

—

—

—

—

—

54,2

2,62

0,09

—

0,03

0,06

0,6

72,8

—

_

—

—

—

—

—

—

Ü  o,3f

0,6  j

-

—

—  |

0,2

225,2

395,5  l

30,8  1

132,0

16,0

16,3  |

Textilwaren
insgesamt

0,13
56,6
8,5
190,9
166,1
5,7
0,05
19,8
0,01
o,7
7,0
68,75
0,01
6,0
5,11
0,9
1,2
0,22

0,1
1,4
13,3
71,5
1,3
1,23

0,6
46,8
4,4
4,71
0,02
0,1
1,2
57,0
73,4
1,1

Baum-  |  ,

Kon-Textilwaren



woii e  Wolle  i  Seide  Leinen  1  J ute

fektion

insgesamt

Ausfuhr  aus  Belgien  nach

815,8

0,04
0,4
50,5
1,7
19,9
1.3
21,0
1,9
0,1
12,0
0,6
0,1
1.7
0,4
2.8
1.4
1.9
0,19
6,1
1,7
o,3
3.6
0,4
0,06
0,5
0,1
0,8
1.7
0-06
5,94
2.5
0,3
1,04
0,16
0,2
0,1
8,0
1.6
0,05
2,4
0,1
0,08
°,3

0,2
0,6:
0,1
9,1
0,2
o,5
0,1
1,6
16 9,J

!

0,02

1
0,2

—  |

2,6

—

0,7

—

0,2  I

152,3

25,4

27,2

0,2

1,3

8,3

—

1,0  I

0,01

0,3

84,9

2,1

78,4

0,4

1,1

o,53

0,07
61,4

—

—

53,3

1,1

1,0

3,9

10,5

0,3

12,7

—

0,2

0,4

0,1

—

0,1

8,3

0,3

16,4

0,2

1,5

0,4

—

0,6

—

—

14,7

0,8

1,0

—

0,3

1,8

0,1

0,1

—

—

0,44

1,0

—

0,06

26,5

—

0,2

0,01

0,09

1,6

—

0,2

—

0,04

8,3

3,9

3,4

—

1,0

—

—

0,1

—

—

0,6

0,9

1,7  !

0,08

0,03

o,7

0,1

—

0,03

0,04

—

0,02

—

0,04

—

—

—

0,07

0,01

—

0,82

—

—

—

0,02

—

—

0,05

—

—

—

—

—

o,3

—

—

—

0,06

0,1

—

—

0,2

0,01

—

0,02

—

0,04

—

—

0,04

—

—

z

z

—

0,03

—

—

—

1,1

0,01

1,5

0,01

0,4

0,9

—

1,2

—

0,2

-—

—

—

—

—  ,

0,08

0,01

—

—

0,04

■  .

—

—

—

—

0,2

0,1

0,02

0,01

0,01

0,1

—

—

'  —

—

0,08

—

—

—

0,03

0,36

—

—

0,02

,  0,02

—

—

—

—

—

0,02

—

0,04

-—

—

—

—

—

4,0

1,8

4,6

—

0,2

—

—

—

—

—

0,1

—

0,1

—

0,5

—

—

—

—

—

1,9

0,1

0,7

0,1
i

0,7

1  385,8

36,9

214,8

2,0

13,3

0,26
3.9
256,9
n,3i
186,8
1.9
141,7
25.6
o,7
38.7
1.6
16,9
3.7
1,9
29,6
3,24
18,5
0,1
3.5
6,93
1.8
o,3
4.5
0,4
0,06
0,52
0,15
0,8
1.7
0,06
6,3
2.6
0,51
1.1
0,2
0,2
0,13
11,02
3.9
0,05
2,53
0,1
0,42
o,4
0,6
o,9
0,22
o,7
0,1
19.7
0,2
1.2
0,1
5,1
822,3

geordnet.

!  Bulgarien
Dänemark
Deutschland
II  Hamburg,  Bremen  und  Lübeck
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Italien
Luxemburg
Niederlande
Norwegen
Österreich-  Ungarn
Portugal
Rumänien
Rußland
j  Schweden
Schweiz
Serbien
Spanien
Türkei
Ägypten
Algerien  und  Tunis
Belgisch-Kongo
Britisch-Ost-  u.  Westafrika
Deutsch-Ost-  u.  Westafrika
Französisch-Ost-  u.  Westafrika
Marokko
Portugiesische  Besitz,  in  Afrika
Südafrikanischer  Bund
Spanische  Besitzungen  in  Afrika
Britisch-Indien  und  Ceylon
China  und  Hongkong
I  Japan
Niederländisch-Indien
i  Persien
j  Portugiesisch-Asien
l|  Siam
ij  Straits  Settlements
j|  Argentinien
Brasilien
|j  Bolivien
j!  Chile
!  Ekuador
Kanada  .
j  Kolumbien
Kuba
|  Mexiko
1  Peru
|  Uruguay
:  Venezuela
I  Vereinigte  Staaten
|J  Zentralamerika
j  Australien
Neuseeland
Anderen  Ländern
        <pb n="348" />
        334

Niederlande.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  der  Niederlande.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1890  und  1913.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1913

Differenz
Proz.

1800

1913

Differenz
Proz.

Baumwolle

88,4

211,9

+  139

90,7

176,7

+  95

Wolle  und  Halbwolle  ....

VO
cd

98,5

+  25

64,1

91,4

+  42

Seide  und  Halbseide  ....

1,6

4,9

—

0,2

1,3

—

Leinen

11,0

8,8

—  20

24,4

18,4

—  24

Jute

0,7

1,8

—

1,4

o,5

—

Konfektion

14,0

56,4

+  303

6,9

11,1

+  61

194,2

382,3

+  97

187,7

299,4

+  60

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

im  Spezialhandel  beträgt  .

2183,0

6634,7

1  828,0

5  211,2

Der  Anteil  der  Textilindustrie

am  Außenhandel  beträgt

demnach
-

8,9  Proz.

5,7  Proz.

10,3  Proz.

5,7  Proz.

Der  Anteil  der  Niederlande  beträgt
an  der  Einfuhr  aller  europäischen  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  .  .  3,2  Proz.
Desgleichen  an  der  Ausfuhr  2,6  „
Sowohl  der  Anteil  an  der  Einfuhr  wie  an  der  Ausfuhr  ist  nicht  hoch,  weil
die  Textilindustrie  der  Niederlande  nicht  besonders'  groß  ist.  Nur  die  Baumwollindustrie ­
  und  in  geringem  Maße  die  Woll-  und  Halbwollindustrie
haben  sich  stärker  entwickelt.  So  ist  die  Produktion  der  Baumwollindustrie
beispielsweise  viel  größer  als  die  Belgiens,  besonders  auch,  weil  vornehmlich
Fertigwaren  ausgeführt  werden.  Seiden-,  Leinen-  und  Juteindustrie  sind
dagegen  nur  von  geringem  Belang.
Die  Erhöhung  von  1890  bis  1913  in  der  Einfuhr  mit  97  Proz.  und  in  der
Ausfuhr  mit  60  Proz.  ist  ähnlich  wie  die  Deutschlands  und  weist  auf  eine  normale
günstige  Entwickelung  hin.
Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  der  Niederlande.
Dieser  betrug:

An  der  Einfuhr

An  der  Ausfuhr

1890

1913

1890

1913

|
8,9  Proz.  5,7  Proz.

10,3  Proz.

5,7  Proz.
        <pb n="349" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

335
Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamthandel  ist  seit  1890  sowohl  in  der
Einfuhr  wie  in  der  Ausfuhr  zurückgegangen,  in  der  Einfuhr  fast  auf  die  Hälfte;
es  ist  dies  in  der  viel  stärkeren  Entwickelung  des  sonstigen  Handelsverkehrs
der  Niederlande  begründet.  Damit  hängt  es  auch  zusammen,  daß  die  Textilindustrie ­
  überhaupt  mit  einer  so  niedrigen  Quote  am  Gesamthandel  beteiligt  ist.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren
der  Niederlande  im  Jahre  1913  nach  dem  Zustande  der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

70,1

100,1

41,7

33,2

42,1

101,4

Wolle  und  Halbwolle  .  .

37,7

18,8

42,0

29,6

6,5

55,3

Beide

0,4

—

4,5

0,3

—

1,0

Leinen

0,5

1,0

7,3

10,0

0,1

8,3

Jute

—

1,8

—

—

0,5

—

Konfektion

—

—

56,4

—

—

11,1

108,7

121,7

151,9

73,1

49,2

177,1

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  ....  35,6  Mill.  Mk.
„  „  „  Halbfabrikate,  „  „  „  „  ....  72,5  „  „
„  Ausfuhr  „  Fertigwaren,  „  „  eingeführten,  „  ....  25,2  „  „
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
1700  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  3,1  Mill.  Mk.
9  6241  geschwungener  Flachs  „  „  „  _  „  10,6  „  „
13,7  Mill.  Mk.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  der  Niederlande  im  Jahre  1913.
Aus  den  später  folgenden  Aufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionswerte ­
  der  niederländischen  Textilindustrie:

Mill.  Mk.

Anteil  der  Niederlande
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

289,1

2,4

Woll-  und  Halbwollindustrie

109,1

1,3

Leinenindustrie

12,8

0,7

Juteindustrie

2,8

0,4

Kunstseidenindustrie  *)

3,o

2,2

Konfektionsindustrie  (wie  bei  Deutschland  berechnet)  .

16,0

1,3

1 )  Siehe  Seite  18.

432,8

1,6
        <pb n="350" />
        336

Niederlande.  Textilindustrie.

;

Baumwollindustrie.  Die  Zahl  der  Spinnereien  im  Jahre  1913  betrug  65,
die  der  Spindeln  606646,  die  der  Webstühle  39800.  Die  meisten  Spinnereien
befinden  sich  in  Enschede,  Almelo  und  Hengelo  und  sind  vielfach  mit  Weberei
verbunden.  In  einer  amtlichen  Aufstellung 1 )  über  die  Textilindustrie  für  1008
wird  die  Verteilung  wie  folgt  angegeben:

Webereien

Webstühle

Arbeiter

Enschede  und  Lonneker

15

11  400

6  100

Almelo

6

S  000

2  650

Hengelo

4

2  506

2  850

Oldenzaal

3

2  650

1  600

Leyden

1

762

900

Veenendaal

1

906

7oo

Außer  diesen  waren  noch  34  andere  Webereien  vorhanden,  die  sich  auf  die  verschiedenen ­
  Provinzen  verteilen.
In  der  Weiß-  und  Buntweberei  ist  Holland  bedeutender  als  in  der  Spinnerei,
womit  die  Einfuhr  einer  überaus  großen  Menge  Rohgarne  aus  dem  Auslande
zusammenhängt.
Die  Zahl  der  Baumwolldruckereien  Ende  1900  war  sechs  mit  27  Druckmaschinen. ­

Die  Wirkwarenindustrie  beschäftigt  zwölE  Fabriken  mit  21  OOO  Arbeitern;
von  ihren  Fabrikaten  gelangt  ein  Teil  auch  zur  Ausfuhr.
Der  Baumwollindustrie  kommt  einerseits  der  starke  Inlandsverbrauch  zu
statten,  andererseits  der  Vorteil,  daß  sie  auf  die  Herstellung  der  Exportartikel
von  jeher  ein  großes  Gewicht  gelegt  hat.  Ein  großer  Teil  spezieller  Exportartikel ­
  für  Java,  Indien  und  Afrika  wird  vornehmlich  in  Holland  hergestellt  und
gelangt  direkt  oder  über  England  in  diese  Länder  zur  Einfuhr.
Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  hat  sich  in  Holland  erst  in  den  letzten
Jahrzehnten  stärker  entwickelt.  Die  Spinnereien  befinden  sich  in  Tilburg  (drei
mit  150  Arbeitern),  Veenendaal  (zwei  mit  ungefähr  500  Arbeitern),  Leyden  (fünf
mit  1525  Arbeitern).  Im  Jahre  1910  wurde  ferner  eine  große  Spinnerei  in  Hilversum ­
  gegründet.  Ein  Teil  der  Spinnereien  betreibt  gleichzeitig  auch  Weberei
oder  benutzt  die  Garne  zur  Herstellung  von  Wirkartikeln.
Die  Zahl  der  Fabriken,  die  Woll-  und  Halbwollartikel  hersteilen,  wird  mit  57
angegeben;  von  diesen  befinden  sich  in  Tilburg  45  mit  ungefähr  4500  Arbeitern.
Hergestellt  werden  außer  den  Militärtuchen:  Cheviots,  Buckskins,  Kaschmirs,
Flanelle,  Musseline  und  auch  der  sogenannte  Velour  d’Utrecht,  der  in  Eindhoven

1 )  Apercu  du  commerce  et  de  l’industrie  des  Pays-Bas,  Nr.  20.  Ministere  royal  de  l’industrie
et  du  commerce.
        <pb n="351" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

337

und  Hengelo  erzeugt  wird.  Eine  große  Anzahl  von  Fabriken  beschäftigt  sich
mit  der  Deckenfabrikation  (meist  Bettdecken),  wie  auch  mit  der  Teppichfabrikation, ­
  die  in  Hilversum,  Deventer  und  Rotterdam  betrieben  werden.
Leinenindustrie.  Früher  war  die  Hausindustrie  in  Holland  sehr  bedeutend,
doch  ist  diese  jetzt  fast  ganz  von  den  fabrikmäßig  betriebenen  Webereien  verdrängt ­
  worden.  Es  besteht  eine  größere  Anzahl  bedeutender  Leinenwebereien,
die  hauptsächlich  in  Eindhoven,  Helmond,  Goirle  und  in  der  Landschaft  Twente
ihren  Sitz  haben  und  im  Jahre  1911  mit  zusammen  2800  Webstühlen  arbeiteten.
Die  Zahl  der  Flachsspindeln  in  Holland  betrug  1914  11000;  doch  wird  ein
großer  Teil  der  von  den  Webereien  verarbeiteten  Garne  aus  dem  Auslande
eingeführt.
Die  holländische  Leinenindustrie  arbeitet  vornehmlich  für  den  Inlandsbedarf; ­
  indessen  gelangt  ein  Teil  der  Gewebe  auch  zur  Ausfuhr.  Andererseits
werden  Leinenstoffe  für  Blusen  und  Damenkleider  besserer  Art  eingeführt.  Auch
Leinengaze,  Spitzen  und  Kanten,  die  im  Inlande  nicht  hergestellt  werden,  werden
vom  Ausland  bezogen.
Die  Gesamtzahl  der  in  allen  Industriebetrieben  Hollands  beschäftigten  Arbeiter ­
  betrug  nach  einer  Aufnahme  im  Jahre  1909  782382;  davon  beschäftigt
die  Textilindustrie  57054,  das  sind  7,3  Proz.  Von  diesen  Textilarbeitern  waren:

Erwachsene  männliche

Arbeiter

über  23  Jahre

23  839  =

41,8  Proz.

„  weibliche

„

.  23  „

5  522  =

9.7  „

Jugendliche  männliche

„

von  16  bis  22  Jahren  .  .

8467  =

£
00

„  weibliche

„

„  16  „  22

9  178  =

16,1

„  männliche

„

unter  16  Jahren  ....

5  029  =

8,8  „

„  weibliche

„

„16  „  ....

5  019  =

8,8  „

Der  Inlandsverbrauch  der  Niederlande  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Auf  Grund  der  später  folgenden  Berechnungen  kann  als  ungefährer  Inlandsverbrauch ­
  angenommen  werden:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit  6,1
Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

ßaumwollwaren

187,3

30,69

W °u-  und  Halbwollwaren  .  .  .

89,3

14,64

Seidenwaren

3,4

0,56

Leinenwaren

11,7

1,91

Jutewaren

2,8  9

—

Konfektionswaren

10,04

355,7

57,84

9  Siehe  Anmerkung  S.  51.
Ivertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  22
        <pb n="352" />
        338

Niederlande.  Textilindustrie.  Absatzverhältnisse.

Der  Inlandsverbrauch  ist,  pro  Person  berechnet,  ähnlich  wie  der  Deutschlands. ­
  Der  Verbrauch  an  Baumwollwaren  ist  der  höchste  in  Europa,  der
Verbrauch  an  Seidenwaren  ist  sehr  niedrig  und  ebenso  auch  der  Verbrauch
an  Woll-  und  Leinenwaren.  Dagegen  ist  der  Verbrauch  an  Konfektionswaren ­
  sehr  hoch,  so  daß  der  Ausfall  bei  den  anderen  Waren  dadurch  einen
gewissen  Ausgleich  findet.

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  der  Niederlande  im  Jahre  1913.
Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  432,8  Mill.  Mk.
kommen
auf  den  Inlandsverbrauch:  82,2  Proz.,  auf  die  Ausfuhr:  17,8  Proz.

Die  Ausfuhr  der  Niederlande  verteilt  sich  wie  folgt:

Auf  Europäische  Länder  entfallen  58,0  Proz.
„  Vereinigte  Staaten  „  2,9  „
„  übriges  Amerika  „  0,8  „
„  Asien  „  25,6  „
„  Afrika  „  3,4  „
„  sonstige  Länder  „  9,3  „

Der  Absatz  nach  den  europäischen  Ländern  mit  58  Proz.  ist  im  Verhältnis
zu  dem  anderer  Länder  nicht  hoch,  dagegen  entfällt  auf  den  Absatz  nach  Asien
ein  größerer  Anteil,  da  die  Ausfuhr  nach  Java  und  dem  übrigen  Niederländisch-Indien,
  die  im  Jahre  1913  70,3  Mill.  Mk.  betrug,  sehr  groß  ist.  Auch  der  Absatz
nach  den  afrikanischen  Ländern  zeigt  eine  stärkere  Entwickelung.
Die  bedeutendsten  europäischen  Absatzländer  in  Textilwaren  sind:

Belgien

Schweden

Großbritannien  .  .  .

■  ■  •  „  45,3  „

„

Frankreich  ....

Deutschland  ....

•  •  •  „  44,1  „

„

Dänemark  ....

Türkei

„

Norwegen  ....
        <pb n="353" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Lose  Baumwolle

■  R

68  733

70,11  w

51,71

42,84

29,02

32  556

33,20

31,16

24,45

16,66

Baumwollgarne,  roh

.  H

38031

77,57  -

65,91

41,79

36,72

1  584

3,23

5,07

5,6l

18,11

„  gezwirnt

361

°.73

0,17

1,39

0,005

87

0,17

0,47

1,97

0,82

„  gezwirnt,  gefärbt  oder  ungefärbt

*  ”

ca.  2000

5,54

/  1,90

4,74

3,73

4  257

7,96

4,16

2,61

0,89

Türkisch-Garne,  roh  und  Abfälle  davon  ....

—

Traf

0,02

—

0,14

\  !

0,06

2,05

1,19

„  gezwirnt,  roh  oder  gefärbt  .  .

’  ”•  1

3

0,04  .

0,36

0,04

1,52

/

0,97

l,6l

2,77

Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht

V/sF  1

—

24,31

11,86

9,91

5,64

24  120

61,51

43,73

34,68

17,70

,  gefärbt  oder  b§djuckt  ....

—

21,81,

17,93

15,52

9,19

13  516

68,92

58,01

23,46

32,26

Spitzen  und  Tülle  .  **'.  ....

—

2,14

/  2,22

1,24

0,43

2

0,02

0,03

0,01

0,004

Wirkwaren

—

8,70

V6.08

4,55

1,79

291

1,73

1,87

2,56

0,24

Nähgarne

—

0,92  ^

/  0,53

0,10

0,27

—

0,002

—

—

0,027

—

211,9

158,7

122,1

88,4

76414

176,7

145,5

99,00

90,7

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Baumwollindustrie  der  Niederlande  im  Jahre  1913.

Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Lose  Baumwolle  36177  t
Baumwollgarne  34  4661  70643  t
Ab  8  Proz.  Spinnver-lust  von  36  177  t  2894  t
„  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie  und  für
Decken  •  2500t  5  394t

Ausfuhr,  abzüglich  Einfuhr,  an  rohen  Baumwollgeweben
  etwa  5  400  t

65  2491

Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Baumwollgewebe,  gebleicht  16080t
g  Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt  13516  t
*  Sonstiges  293  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  29  8891
111,68  Mill.Mk.  35289  t

Ab  8  Proz.  Appretur  von  29  8891  2  3911  32  8981
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch:  32  351t

32  3511  ergeben,  den  Tonnenwert  gleich  hoch  wie  in  Belgien  mit  4  500  Jk

angenommen,
Produktion  der  Baumwollindustrie
im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  145,6
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  42,1
Ausgeführte  Fertigwaren  „  101,4
289,1

145,6  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauchan  Baum  woll  waren
im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  145,6
Eingeführte  Fertigwaren  „  41,7
187,3

Baumwollindustrie.  339
        <pb n="354" />
        340

Niederlande.  Baumwollindustrie.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  der  Niederlande  in  den  Jahren
1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

29,0

42,8

51,7

70,1

16,7

24,4

31,1

33,2

Halbfabrikate  ....

45.8

54,6

76,4

100,1

32,6

31,3

32,6

42,1

Fertigwaren

13,6

24,7

30,6

41,7

41,4

43,3

81,8

101,4

88,4

122,1

158,7

211,9

90,7

99,0

145,5

176,7

Der  Anteil  der  Baumwollindustrie  der  Niederlande  beträgt:
an  der  Einfuhr  der  europäischen  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen

der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913  4  Proz.
desgleichen  an  der  Ausfuhr  3,6

an  der  Produktion  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  .  .  2,4  „
an  dem  Inlandsverbrauch  der  europ.  Staaten  an  Baumwollwaren  im  Jahre  1913  2,1  „
Sowohl  die  Produktion  als  auch  die  Ausfuhr  sind  etwas  höher  als
die  Belgiens,  wobei  noch  in  Betracht  kommt,  daß  die  Baumwollindustrie  der
Niederlande  hauptsächlich  Fertigwaren  ausführt.
Die  Steigerung  der  Ein-  und  Ausfuhr  von  1890  bis  1913  beträgt:
in  der  Einfuhr  in  der  Ausfuhr
139  Proz.  95  Proz.

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  272  Proz.  gestiegen,  und  zwar  am  stärksten  von  1910  bis  1913.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  207  Proz.
gestiegen.
Die  Baumwollindustrie  der  Niederlande  zeigt  eine  sehr  günstige  Entwickelung, ­
  und  zwar  verfolgt  sie  die  steigende  Richtung  nicht,  wie  in  den
meisten  anderen  Ländern,  nur  bis  1910,  sondern  setzte  diese  in  gleicher,  bzw.
beim  Rohstoffverbrauch  in  noch  stärkerer  Weise  bis  1913  fort.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen  ist  aus  folgender  Aufstellung ­
  zu  ersehen.
        <pb n="355" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

o41

Rohe  Baumwollgarne.

1890

1900

1910

1913

36,7

43,2

66,2

78,3  Mill.  Mark

18,9

7,6

5,5

3,4  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  47,2  Mill.  Mk.  Deutschland  .  21,2  Mill.  Mk.  j  Belgien  ....  8,5  Mill.  Mk.
Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  .  .  .  5,6

9,9

11,8

24,3  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

.  .  .  .  17,7

34,7

43,7

61,5  n

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  20,4  Mill.  Mk.  ]  Deutschland.  .  3,1  Mill.  Mk.  Belgien  ....  0,6  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Java  und  andere  niederl.  Besitzungen  ......  50,2  Mill.  Mk.  j  Türkei  2,6  Mill.  Mk.
Japan  0,8  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  0,7  „  „  !  Britisch  -  Indien  .  0,7  „  „

Baumwollgewebe,  gefärbt  oder  bedruckt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  ....

.  .  .  .  9,2

15,5

17,9

21,8  Mill.  Mark

Ausfuhr  ....

.  .  .  .  32,2

23,4

58,0

68,9  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  10,0  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  9,2  Mill.  Mk.  |  Belgien  ....  2,5  Mill.  Mk
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Belgien.  .

Java  u.  andere
niederländ.
Besitzungen

19,8  Mill.  Mk.

Westküste  Afrikas  5,0  Mill.  Mk.

16,8  „  „

Ostküste  Afrikas  4,7  „  „

1
}  8,3  ,  „

Britisch-Indien  .  3,3  „  „

Türkei  2,8  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  1,9  „  „

China  ,

1,5

Wirkwaren.

Einfuhr

1890

1900

1910

1913

1,8

4,5

6,l

8,7  Mill.  Mark

0,2

2,5

1,8

1,7  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  5,5  Mill.  Mk.  |  Belgien  2,0  Mill.  Mk,
        <pb n="356" />
        f

7

Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Wolle,  langhaarig

.  .  R

10  506  &amp;gt;

C  21,42

13,14

13,53

11,56

6836

13,94

9,30

8,67

28,73

„  „  ,  kurzhaarig

6  920.u

r  14,11

10,77

8,17

24,96

6850

13,98

9,97

8,n

2,64

Kunstwolle

2964^

0,24

0,22

0,18

0,12

209

0,02

0,04

0,02

0,04

Wollumpen,  ungemischt

868

'  0,17

0,20

0,12

0,11

3  210

0,65

0,83

0,84

0,88

Woll-  und  Wollgarn-Abfälle

3605  *

1,84

2,04

0,97

0,64

1934

0,99

0,79

0,31

0,28

Kammzug

742  is,

-  3,14

3,14

0,85

1,54

778

3,30

3,73

1,23

2,88

Wollgarne  oder  Strickgarne,  ungefärbt

1  343  &amp;gt;

6,82

6,25

4,79

13,34

16S

0,83

0,46

2,28

16,25

Desgl.,  gezwirnt,  gefärbt  oder  ungefärbt  ....

ca.  1  100&amp;gt;

8,82

6,20

4.56

6,89

297

2,36

1,52

1,70

1,62

Tuche,  Buckskins,  Kaschmire

.  .  F

—

3,99

3,24

3,14

2,81

647

8,80

3,47

5,6l

1,03

Sonstige  Wollwaren

—

16,68

16,08

14,88

7,54

2045

34,76

22,27

11,43

8,24

Halbwollgewebe

—

10,78

9,70

8,53

6,21

166

1,27

1,15

0,18

025

Decken  und  Flanelle

—

0,20

0,22

0,18

0,21

724

4,93

5,74

1,27

0,92

Teppiche

—

1,34

1,24

1,06

1,30

94

0,31

1,20

0,12

0,14

Teppichvorhänge  und  Tischdecken  aller  Art  .  .

*  *  »  1

—

8,99

7,70

4,53

1,33

1  030

5,25

3,16

0,42

0,20

—

98,5

80,1

65,5

78,5

24  985

91,39

63,63

42,19

64,10

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  der  Niederlande  im  Jahre  1913.
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten:

Lose  Wolle  aller  Art  3  7401
Im  Inlande  gewonnene  rohe
Wolle  1  700  t  5  440  t
Ab  45  Proz.  Verlust  beim  Waschen  von  2635  t  1  1851
Woll-  und  Wollgarn-Abfälle,  dem  Werte  nach  mit  50  Proz.
anzunehmen
Kammzug  und  Garne

4  255  t

835  t
1  945  t
Verbrauch  an  Kunst  wolle  und  Baumwolle  4000  t
11  035  t
Ab  2  Proz.  Spinnverlust  220  t
10815  t
Ausfuhr  an  Fertigwaren:
Wollgewebe  2692  t
Halbwollgewebe  1661
Decken,  Flanelle,  Teppiche  usw  1  848  t
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren:  55,32  Mill.  Mk  4706t
Es  verblieben,  für  den  Innenverbrauch  6109t

6109  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung
Deutschlands  mit  7  750  jM&amp;gt;  angenommen,  47,3  Mill.  Mk,

Produktion  der  Woll-  und
Halbwollindustrie  im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  47,3
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  6,5
Ausgeführte  Fertigwaren  „  55,3

109,1

Inlands  verbrauch  an  Woll-  und
Halbwollwaren  im  Jahre  1913.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  47,3
Eingeführte  Fertigwaren  „  42
89,3

x )  Da  in  der  Einfuhrstatistik  kein  Unterschied  zwischen  gewaschener
und  ungewaschener  Wolle  gemacht  wird,  kann  schätzungsweise  den
Einfuhrländern  nach  der  vierte  Teil  als  ungewaschen  angenommen
werden.

342  Niederlande.  Wollindustrie.
        <pb n="357" />
        Entwickelung.  Ein-  und  Ausfuhr.

343

Entwickelung  der  Wollindustrie  der  Niederlande  in  den  Jahren
1890  bis  1913.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Aus

uhr

1890

1900

1910

1913

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

37,4

23,0

26,4

37,7

32,6

18,0

20,9

29,6

Halbfabrikate  ....

i  21,7

10,2

15,6

18,8

20,7

5,2

5,7

6,5

Fertigwaren

19,4

32,3

38,1

42,0

10,8

19,0

37,0

55,3

78,5

65,5

80,1

98,5

j  64,1

42,2

63,6

91,4

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  von  1890  bis
1913  um  252  Proz.  gestiegen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1890  bis  1913  um  411  Proz.
gestiegen.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  zeigt  von  1890  bis  1913  eine  Erhöhung
von  117  Proz.
Die  Wollindustrie  der  Niederlande  besitzt  nicht  die  Bedeutung  der
dortigen  Baumwollindustrie,  aber  sie  ist  vergleichsweise  der  Wollindustrie
•Belgiens  in  bezug  auf  Ausfuhr  von  Fertigwaren  weit  überlegen.  Die  Ausfuhr
an  Fertigwaren  ist,  wie  aus  obigen  Zahlen  hervorgeht,  seit  1890  auf  das  Fünflache ­
  gestiegen.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  der  wichtigeren  Positionen  ist  aus  folgender  Aufstellung ­
  zu  ersehen:

Kammzug.
Die  Einfuhr  erfolgte  im  Jahre  1913  aus  Großbritannien;  die  Ausfuhr
hauptsächlich  nach  den  Vereinigten  Staaten.

Garne,  roh

und

gefärbt.

1890

1900

1910

1913

Einfuhr  .  .  .

9,3

12,4

15,6  Mill.  Mark

Ausfuhr  .  .  .

4,o

2,0

3&amp;gt; 2  »1  »»
        <pb n="358" />
        Niederlande.  Wollindustrie.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Großbritannien  7,0  Mill.  Mark
Deutschland  4,5  „  „
Belgien  3,8  „
Tuche,  Buckskins  und  sonstige  Woll-  und  Halbwollgewebe.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  16,5  26,5  29,0  31,4  Mill.  Mark
Ausfuhr  9,5  17,2  26,9  44,8  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  16,6  Mill.  Mark
Großbritannien  9,0  „
Belgien  5,7  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren
Belgien  16,2  Mill.  Mark
Großbritannien  15,6  „  „
Java  und  andere  niederländische  Besitzungen  5,4  „  „

Decken  und  Flanelle.
1890  1900  1910  1913
Einfuhr  0,2  0,2  0,2  0,2  Mill.  Mark
Ausfuhr  0,9  1,2  5,7  4,9  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren
Java  und  andere  niederländische  Besitzungen  2,3  Mill.  Mark
Großbritannien  1,0  „  „
Tep  pich  vorhäng  e  und  Tischdecken  aller  Art.

1890  1900  1910  1913
Einfuhr  1,3  4,5  7,7  9,0  Mill.  Mark
Ausfuhr  0,2  0,4  3,1  5,2  „  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  4,3  Mill.  Mark
Großbritannien  3,6  „  .,
Belgien  1,0  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913  waren
Vereinigte  Staaten  2,3  Mill.  Mark
Großbritannien  1,3  „  „
Türkei  0,4  „  „
        <pb n="359" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

19  [ 3

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

I89O

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs,  ungeröstet  und  ungebrochen

R

396

0,46

0,49  J )

1,88 i )

1,15!)

28  067

33,39  ] )

29,24!)

22,50!)

19,38!)

Richtiggestellte  Werte 1 )

0,05

0,05

0,20

0,12

3,5o

3,07

2,36

2,04

„  ,  geröstet  und  gebrochen

»

208

0,24

0,29

0,57

0,32

3  312

3,93

8,34

5,43

12,41

„  ,  gehechelt

110

0,26

0,66

0,22

2,96

1  081

2,57

2,23

1,35

2,39

Leinen-  und  Werggarne,  roh  und  gebleicht  ....

H

1  436

1,02

0,88

2,95

2,69

123

0,11

0,14

0,52

0,49

Nähgarne

F

585

2,48

2,55

2,34

1,85

100

0,42

1,38

0,72

0,63

Gewebe,  roh  oder  gebleicht

—

3,67

2,69

2,32

1,69

3  606

7,34

10,48

9,04

6,25

„  ,  gefärbt  oder  bedruckt

—

0,60

0,56

0,46

0,67

13

0,034

0,02

0,05

0,01

Damaste  und  Tischdecken

—

0,19

0,26

0,12

0,08

1

0,005

0,005

—

0,008

Spitzen  und  Tülle

„

—

0,05

0,06

0,06

0,05

3

0,07

—

0,001

—

Segeltuche

-

—

0,27

0,20

0,30

0,60

167

0,39

0,29

0,21

0,16

—

8,8

8,2

9,5

11,0

36473

18,4

26,0

19,7

24,4

R  —  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

*)  Die  Werte  dieser  Position  sind  nicht  richtig,  weil
während  dies  der  Wert  für  geschwungenen  Flachs  ist.  Da
der  amtlichen  Zahlen  erfolgen.

das  Statistische  Amt  der  Niederlande  für  ungerüsteten  Flachs  70
es  sich  besonders  in  der  Ausfuhr  um  größere  Beträge  handelt,

Gulden  pro  lookg  einsetzt,
mußte  eine  Richtigstellung

Leinenindustrie.  34g
        <pb n="360" />
        346

Niederlande.  Leinenindustrie.  Produktionszeit.

Ungefährer  Produktionswert  der  Leinenindustrie  der  Niederlande  im  Jahre  1913.
Die  vorerwähnte  Ungenauigkeit  in  der  statistischen  Aufstellung  der  Niederlande, ­
  die  sich  auch  auf  die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Flachs  und  Garnen  von  und
nach  den  anderen  Ländern  erstreckt,  ermöglicht  die  Berechnung  der  Produktion
nur  unter  Zuhilfenahme  der  Ausfuhrlisten  der  anderen  für  Leinen  in  Betracht
kommenden  Staaten.

Im  In’lande  wurden  im  Jahre  1912  (Jaarcijfers  voor  het  Koninkrijk  der  Nederlanden  vom
Jahre  1913,  S.  197)  9624  t  Flachsfaser  gewonnen.
Diese  entsprechen  .  .  44  OOO  t  ungerüstetem  Flachs
Davon  ausgeführt,  abzüglich ­
  der  Einfuhr  27671t

Verblieben  im  Inlande  16329  t,  das  sind  bei  22  Proz.  Ausbeute  .

3  592  t

Flachsfaser

Eingeführt  wurden  laut  niederländischer  Statistik
Aus  Rußland  eingeführt  laut  russischer  Statistik

208  t
2  662  t

Flachsfaser

und  Werg

Ab:  Ausgeführte  Flachsfaser

6  462  t
3  312  t

3  150t

10  Proz.  Verlust  beim  Hecheln
Mehrausfuhr  an  gehecheltem  Flachs

315  t
971  t

1  286  t

1  864  t

26  Proz.  Spinnverlust  484  t
1  380  t
Eingeführte  Garne  aus  Belgien  5  187  t,  davon  Leinengarne  2  747  t
„  Leinengarne  aus  England  8001
„  „  „  Deutschland  96  t
„  „  „  Frankreich  89  t
3  732  t
Ab:  Ausfuhr  an  Garnen  123t  3609t
4  989  t
Ausfuhr  an  Fertigwaren:  3890t  im  Werte  von  8,26  Mill.  Mk  3890t
Es  verblieben  für  den  Innenverbrauch  1  099t

1099  t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnuug  Belgiens  mit  4000  Mk.

angenommen,
Produktion  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.
«
Für  das  Inland  verarbeitet  für  4,4  Mill.  Mark
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  0,1  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  „  8,3  „  „

■,4  Millionen  Mark.
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  4,4  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  „  7,3  „  „
11,7  Mill.Mark

12,8  Mill.Mark
        <pb n="361" />
        Entwickelung.

347

*

Entwickelung  der  Leinenindustrie  der  Niederlande  in  den  Jahren
1890  bis  1913.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

3,4

0,9

1,0

0,5

Halbfabrikate

2,7

3,o

0,9

1,0

Fertigwaren

4,9

5,6

6,3

7,3

11,0

9,5

8,2

8,8

Ausfuhr

1890

1900

1910

1913

Rohstoffe

16,8

9,2

13,7

10,0

Halbfabrikate

0,5

0,5

0,1

0,1

Fertigwaren

7,1

10,0

12,2

8,3

24,4

19,7

26,0

18,4

Die  Leinenindustrie  der  Niederlande  ist  nicht  bedeutend  und  versorgt  vornehmlich ­
  das  Inland.  Der  in  Holland  gewonnene  Flachs  wird  zum  größten
Deil,  teils  in  rohem  Zustande,  teils  gebrochen  und  gehechelt,  ausgeführt.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre
!Q13  waren:
Belgien  ....  1,7  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  l,4Mill.  Mk.  Großbritannien  .  l,2Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre
*913  waren:

Deutschland  .  .  2,3  Mill.  Mk.  Belgien  ....  1,2  Mill.  Mk.
Ver.  Staaten  .  .  1,3  „  „  |  Dänemark  .  .  .  0,4  „  „

Großbritannien  .  0,3  Mill.  Mk.
        <pb n="362" />
        Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

R

Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900

1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohseide,  Abfallseide

.  .  R

22

0,46

0,11

o,S4

0,21

15

0,31

0,13

o,5l

0,04

Näh-,  Stick-  und  Florettseide

.  .  H

0,49

0,37

0,34

0,31

8

0,37

0,02

0,02

0,02

Bänder

.  .  F

*1,09

0,83

0,97

0,27

—

—

0,01

0,04

0,015

Spitzen  und  Tülle

0,1S

0,21

0,31

0,15

—

—

0,003

0,001

Seidenwaren,  nicht  näher  bezeichnet  .  .

•  •  „

2,75

2,61

2,39

0,64

13

0,68

0,10

0,056

0,12

4,9

4,1

4,5

1,6

36

1,3

0,2

0,6

0,2

Die  Seidenindustrie  der  Niederlande  ist  ganz  unbedeutend  und  der  Inlandsverbrauch  kann  daher  nur  entsprechend
der  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  mit  3,4  Mill.  Mark  angenommen  werden.
Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913

1913

1910

1900  j  1890

1913

1913

1910

1900

1890

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Jutegarne  H

4  393

1,8

1,1

t-»
0“
d

1  247

0,5

0,1

0,1

1,4

H  =  Halbfabrikate.

Produktion  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.
Im  Inlande  verblieben  3  146  t.  Die  Tonne  zu  900  Mk.  .  .  2,8  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren  im  Jahre  1913.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  2,8  Mill.  Mk.
        <pb n="363" />
        Konfektionsindustrie.

349

Artikel

Kleider  und  Kleidungsstücke,  nicht  näher  bezeichnet  .
Kleidungsstücke  mit  oder  ohne  Gummi
Modewaren,  nicht  näher  bezeichnet
Hüte  und  Hutfilze  aller  Art
Posamentierwaren  und  Litzen  aus  Baumwolle  und  Wolle

1913

1910

1900

1890

Millionen  Mark

32,25

26,21

12,98

7,12

1,92

1,32

0,91

0,61

10,20

8,27

7,44

3,26

6,75

4,75

2,94

1,40

5,28

5,41

3,89

1,66

«  56,4

|  45,96

28,16

14,05

Ausfuhr

Artikel

1913

1910  I  1900
Millionen  Mark

1890

r  4,98

3,23  4,72

5,10

1  4,06

3,46  1,59

1,17

1  0,44

0,48  0,22

0,36

j  0,65

0,48  ,  0,48

0,21

||  1,03

0,66  i  0,07

I  0,10

fl  11,16

T”~  8,31  |  7,08

I  6,94

unu  xuciuuug»  ,
Kleidungsstücke  mit  oder  ohne  Gummi
Modewaren,  nicht  näher  bezeichnet
Hüte  und  Hutfilze  aller  Art
Posamentierwaren  und  Litzen  aus  Baumwolle  und  Wolle
Die  hauptsächlichen  Länder  für  die  Einfuhr  an  Kleidein  und  Modewaren ­
  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  .  .  34,5  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  .  4,5  Mill.  Mk.  Belgien  ....  4,7  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichen  Länder  für  die  Ausfuhr  an  Kleidern  und  Modewaren ­
  im  Jahre  1913  waren:
Belgien  3,4  Mill.  Mk.  !  Großbritannien  0,9  Mill.  Mk.
Deutschland  3,1  „  „  Java  und  andere  Niederl.  Bes.  .1,6  »
Die  hauptsächlichen  Länder  für  die  Einfuhr  an  Hüten  im  Jahre  1913
Waren:
Großbritannien.  3,1  Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  2,4  Mill.  Mk.  |  Belgien  ....  1,2  Mill.  Mk.
Die  hauptsächlichen  Länder  für  dieEinfuhr  an  Posamentierwaren  usw.
Jahre  1913  waren:
Deutschland  4,0  Mill.  Mk.  Belgien  1,0  Mill.  Mk.
        <pb n="364" />
        350

Niederlande.  Ein-  und  Ausfuhr

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  der  Niederlande  an  Rohstoffen  und
Sämtliche  Werte  i®

Baumwolle ­


Wolle

Seide

:  Leinen

Jute

Konfektion ­


—
Textilware®
insgesamt

Einfuhr  nach  der  Niederlande

von

Belgien

19,3

12,9

1,3

2,5

1,0

7,0

44,o

Dänemark

—

—

—

—

—

—

Deutschland

75,0

26,7

2,3

2,1

0,0s

41,0

147,15

Frankreich

1,0

—

—

0,05

0,1

—

1,15

Griechenland

—

—

—

—

—

—

Großbritannien

90,7

48,7

o,3

3,5

o,7

7,6

151,5

Italien

—

—

—

0,02

—

—

0,02

Norwegen

—

—

—

—

—

—

Rußland

—

2,7

—

—

—

2,7

Schweden

—

—

—

Spanien

—

—

—

_

Türkei

—

0,4

—

0,02

—

—

*
0,42

Ägypten

6,8

—

—

—

6,8

Algerien

—

—

—

—

—

Ostküste  von  Afrika

—

—

—

_

Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika  .

—

—

—

—

—

Südafrikanischer  Bund

—

1,7

—

—

—

1,7

Westküste  von  Afrika

—

—

—

—

—

—

Britisch-Indien

—

—

—■

0,3

—

—

o,3

China

—

—

—

_

Japan

—

—

—

—

—

Java  und  sonst,  Niederländ.-Jndien  .  .

—

—

0,1

—

—

—

0,1

Brasilien

1,2

2,0

—

—

—

—

3,2

Chile

—

1,7

—

—

—

—

1,7

Vereinigte  Staaten

13,7

—

—

0,02

—

0,3

14,02

Anderen  Ländern

4,2

1,7

o,9

L
0,3

—

0,5

7,6

211,9

98,5

4,9

8,8

1,8

56,4

38a,3

t

an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

351

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.
■Millionen  Mark.

Baum-  !
wolle

Wolle  |

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren  j
insgesamt

Ausfuhr  aus  der  Niederlande  nach

29,5

33,0

7,3

0,02

3,4

73,22

Belgien

0,2

0,2

—

0,4

—

—  i

0,8

Dänemark

23,4

12,9

0,8

3,5

0,35

3,2

44,15

Deutschland

1,0

.—

—

—

—

—

1,0

Frankreich

—

0,02

—

—

—

—

0,02

Griechenland

23,0

18,9

0,14

2,4

—

o,9

45,34

Großbritannien

-----—



—

0,02

—

—

0,02

Italien

0,7

—

—

—

—

—

0,7

Norwegen

—

—

—

0,2

—

—

0,2

Rußland

1,6

—

—

0,3

—

1,9

Schweden

0,2

—

—

—

0,1

0,3

Spanien

5,5

o,5

—

0,2

-

6,2

Türkei

—

o,3

—

—

_

—

0,3

Ägypten

—

—

—

—

0,06

0,06

Algerien

4,7

—

—

—

—

—

4,7

Ostküste  von  Afrika

—

—

—

—

—

0,02

0,02

Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika

—

—

—

—

—

—

—

Südafrikanischer  Bund

5,0

—

—

—

-

5,0

Westküste  von  Afrika

4,3

—

—

—

—

—

4,3

Britisch-Indien

1,5

—

—

—

—

—

1,5

China

0,8

—

—

—

—

—

0,8

Japan

59,7

7,9

—

0,7

—

2,0

70,3

Java  und  sonst.  Nied  erländ.-Indien

2,4

—

—

—

—

2,4

Brasilien

—

—

—

—

—

—

Chile

6,6

—

1,9

—

!  —

8,5

Vereinigte  Staaten

—

13,3

11,1

|  0,42

1,5

0,03

1,5

27,85

Anderen  Ländern

176,8

91,4

1,4

■  18,4

0,5

11,1

I
299,6
        <pb n="365" />
        352

Spanien.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Spaniens  im  Jahre  1913.

Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1913

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach
Stande  der  Verarbeitung

dem

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Roh-Stoffe


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

118,5

40,3

105,9

0,2

12,4

0,1

2,8

37,4

Wolle  und  Halbwolle  .  .

14,3

2  4,9

3,9

4,6

5,8

21,5

0,3

3,1

Seide  und  Halbseide  .  .

17,7

4,4

4,0

7,0

6,7

3,3

0,3

0,8

I.einen

4,5

1,4

0,6

3,1

0,8

—

0,3

1,1

Jute

17,1

0,8

10,0

0,7

6,4

—

—

0,8

Konfektion

4,4

0,7

—

—

4,4

—

—

0,7

176,5

72,5

124,4

15,6

36,5

24,9

3,7

43,9

Der  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhrhandel

  beträgt  .  .

1  129,5

938,6

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außen-Proz.



Proz.

handel  beträgt  demnach

15,6

7,7

—

—

—

—

—

—

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzügl.  der  ausgeführten,  betrug  ....  99,5  Mill.  Mark
„  „  „  Halbfabrikate,  abzügl.  der  ausgeführten,  betrug  .  .  11,9  „  „
„  Ausfuhr  „  Fertigwaren,  abzügl.  der  eingeführten,  betrug  .  .  7,4  „  „

Im  Inlande  wurden  1912/13  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
39  600  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  59,4  Mill.  Mark
10301  Kokons  „  „  „  an  Seide  von  ...  2,8  „  „
6811  Flachs  „  „  „  von  0,6  „

62,8  Mill.  Mark
Baumwolle.  Es  wurde  schon  mehrfach  versucht,  Baumwolle  im  Lande
selbst  anzubauen,  so  in  Andalusien,  wo  sie  gut  gedeiht.  Die  Erfolge  sind  bis
jetzt  zwar  nicht  von  Bedeutung,  werden  aber  für  die  Zukunft  als  sehr  aussichtsvoll ­
  beurteilt.
        <pb n="366" />
        Produktionswert.

353

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Spaniens  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  auf  S.  355  bis  358  befindlichen  Aufstellungen  ersichtlich,
beträgt  der  ungefähre  Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Spaniens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

367,3

3,0

Woll-  und  Halbwollindustrie

19U4

2,3

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

32,4

1,6

Leinenindustrie

10,6

0,6

Juteindustrie

29,0

4,4

Kunstseidenindustrie  x )

1,5

l  ,2

Konfektionsindustrie  (wie  bei  Deutschland  berechnet)  .

1,0

0,1

633,2

2,4

Die  Textilindustrie  Spaniens  ist  so  weit  entwickelt,  daß  sie  den  Inlandsbedarf ­
  fast  vollkommen  decken  und  noch  einen  kleinen  Überschuß  zur  Ausfuhr
bringen  kann.  Am  bedeutendsten  ist  die  Baumwollindustrie,  die  eine  Ausfuhr
an  Fertigwaren  von  37,4  Mill.  Mark  erreichte;  ihre  Erzeugnisse  gehen  zum
größten  Teil  nach  den  südamerikanischen  Staaten.  Die  anderen  Zweige  der
Textilindustrie  arbeiten  fast  nur  für  den  inländischen  Bedarf.
Baumwollindustrie.  Die  Baumwollindustrie  Spaniens  zählt  zu  den
wichtigsten  Industrien  des  Landes  und  ist  hauptsächlich  in  Katalonien  verbreitet.
Mit  annähernd  1059  Fabriken  beschäftigt  sie  ungefähr  50  000  Arbeiter.
Die  Zahl  der  Spindeln  beträgt  1900000,  die  der  Webstühle  55000.  Die
Spinnereien  in  Spanien  sind  meistens  nicht  groß;  die  größeren  Fabriken  arbeiten
im  Durchschnitt  mit  15  000  Spindeln.
Hergestellt  werden  sämtliche  Baumwollartikel,  darunter  besonders  stark  die
bedruckten  Gewebe,  mit  deren  Erzeugung  sich  30  Baumwolldruckereien  beschäftigen. ­
  Die  Zahl  der  Druckmaschinen  betrug  71  im  Jahre  1900.  Ein  großes  Gewicht
wird  auch  auf  die  Förderung  der  Wirkwarenindustrie  gelegt,  die  sich  gleichfalls  in
Katalonien,  und  zwar  in  Mataro  befindet.  Die  wöchentliche  Produktion  wird  auf
60000  kg  geschätzt,  und  der  Wert  der  jährlichen  Ausfuhr  beträgt  10,0  Mill.  Mark.
Wollindustrie.  Die  Woll-  und  Halbwollindustrie  Spaniens  hat  sich  erst  in
den  letzten  Jahren  stärker  entwickelt;  sie  arbeitet  nur  für  den  Inlandsbedarf  und
konnte  diesen  fast  vollkommen  decken.  Die  Zahl  der  W T ebstühle  wird  auf  5090
geschätzt,  die  sich  auf  folgende  Gebiete  verteilen:  Sabadell  2000,  Tarassa  1290,
Alcoy  1000  und  Barcelona  800.  Außerdem  gibt  es  noch  viele  Handwebstühle  in
der  Hausindustrie.  Hergestellt  werden  Tuche,  Halbwollgewebe  und  wollene  Decken.
*)  Siehe  Seite  18.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

23
        <pb n="367" />
        354

Spanien.  Inlandsverbrauch.  Absatzverhältnisse.

Seidenindustrie.  Die  Seidenraupenzucht,  die  sich  im  Süden  des  Landes
befindet  (Murcia  und  Valencia),  hat  in  den  letzten  Jahren  eher  etwas  abgenommen.
An  Kokons  wurden  gewonnen:  1909  1424t,  1910  1413t,  1911  1250t,  1912  1175t.
Ein  kleinerer  Teil  der  Kokons  wird  nach  Frankreich  und  Italien  ausgeführt,  der
größere  Teil  jedoch  von  den  inländischen  Seidenspinnereien  verarbeitet.
Juteindustrie.  Auch  diese  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  stärker  entwickelt.
Die  Fabriken  erzeugen  in  großen  Mengen  Sackleinwand  für  den  inländischen
Bedarf.

Der  Inlandsverbrauch  Spaniens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Auf  Grund  der  Berechnungen  auf  S.  355  bis  359  kann  folgender  Inlandsverbrauch ­
  angenommen  werden:

Müll.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit  19,8
Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch
pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwoll  waren

339,5

17,14

Woll-  und  Halbwollwaren

193,8

9,78

Seiden-  und  Halbseiden  waren  38,1

1,92

Leinenwaren

10,1

0,51

Jutewaren

34,7  9

Konfektions  waren  ....

4,7

0,24

620,9

29,59

Die  Absatzverhältnisse  der  Textilindustrie  Spaniens  im  Jahre

1913.

Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  633,2  Mill.  Mk.  kommen

auf  den

Inlandsverbrauch

auf  die  Ausfuhr

98,1  Proz.

1,9  Proz.

Die  hauptsächlichsten  Einfuhr-Die

  hauptsächlichsten  Ausfuhrländer

  sind:

länder  sind:

Vereinigte  Staaten.  .  .  .  .

mit  81,9  Mill.  Mk.

Frankreich.

mit  16,0  Mill.  Mk.

Frankreich

„  19,5  „  „

Kuba

„  11,2

Britisch-Indien

»  17,4  „

Argentinien

3
00
^4

Großbritannien

*  12,2  „

Türkei

„  4,1  -

Deutschland

„  11,0  „

Spanische  Besitz,  in  Afrika.

-  4,1  -

Ägypten

,,  9,0  „  „

Portugal

»  3,4  »  „

Argentinien

,  4,9  »  -

Deutschland

„  3,3  »  „

Türkei  .  .

»  4,6  „  „

Philippinen

»  2,9  „  „

Schweiz

„  .  4,5  „  -

Mexiko

„  2,7  „

Belgien

,,  3,8  „  „

Chile

„  2,1

Italien

.  2,9  „  ,,

Belgien

.  2,1  „

Uruguay

2,0

a )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="368" />
        Baumwollindustrie.

355

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mül.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohe  Baumwolle  und  Linters

R

88  242

105,90

110

0,14

Lose  Baumwolle,  gefärbt  oder  gebleicht.  .  .

H

14

0,02

—

—

Baumwollgarne
Gewebe,  auch  Tücher,  Decken,  roh,  gebleicht

"

36

0,17

690

2,76

F

534

2,90

537

2,15

Gewebe,  bedruckt  oder  buntgewebt

138

0,92

4  351

24,37

Jacquardgewebe

51

0,60

—

—

Buchbinderleinen

»

91

0,29

—

—

Plüsch  und  Samt

»

56

0,51

23

0,18

Stickereien  auf  Gewebe

59

0,72

—

—

Tülle  und  Spitzen

»

78

1,25

13

0,51

Tüllstickereien

W

35

0,56

—

—

Luftstickereien

122

1,95

—

—

Wirkwaren

»

44

0,83

1043

10,15

Nähgarne

&amp;gt;1

242

1,87

—

—

89,742

CO
$

6  767

40,26

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.

Verarbeitete  Rohbaumwolle  .  88132  t
Ab:  8  Proz.  Spinnverlust  7050t  81082t
Ab:  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie  2  5oot
78  5821
Ab:  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  650t
„  „  Fertigwaren  5  9Ö71
abzüglich  15  Proz.  Appretur  von  .  .  4888  t  733  t  6234  t  5  884  t

mithin  Innenverbrauch:  72698t

Die  Tonne  zu  4500  Mk.  .
Ausgeführte  Halbfabrikate
„  Fertigwaren  .

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet
Eingeführte  Fertigwaren

Mill.  Mk.

w  w

367,3

Mill.  Mk.

Mill.  Mk.

n  n

339,5

Mill.  Mk.

23*
        <pb n="369" />
        356

Spanien.  Wollindustrie.

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr

Ausfuhr

T  onnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Wolle,  ungewaschen

.  R

123

0,20

13  593

18,49

„  gewaschen

•  „

721

2,88

893

3,04

Angora-  und  Kaschmirwolle

■  „

303

0,53

—

—

Wollabfälle  und  Flocken

106

0,18

—

—

Wollumpen

»

2  512

0,06

—

—

Kammzug,  ungefärbt

H

99  2

4,17

—

—

„  gefärbt

”

51

0,24

—

—

Wollgarne

n

24

0,16

49

0,27

Tuche  und  sonstige  Gewebe  aus  Reinwolle

F

166

2,76

128

1,75

Halbwollgewebe

”

68

0,86

120

1,09

Plüsch  und  Samt,  Astrachan

”

102

1,03

—

—

Teppiche

„

129

0,61

—

—

Filze  und  Decken,  Flanelle

„

33

0,14

16

0,14

Möbel-  und  Vorhangstoffe

”

6

0,05

—

—

Wirkwaren

”  1

20

0,39

9

0,11

5356

14,26

14  808

24,89

R  —  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  39600t  Rohwolle,  abzüglich  13  470t  Ausfuhr  26130t

Ab:  45,6  Proz.  Waschverlust  11758t  14372t
Einfuhr:  Gewaschene  Wolle,  Kammzug  usw  1255t
Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle,  schätzungsweise  9400  t
25  027  t
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust  .  .  .  500t
24  527  t
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  273t
Mithin  Innenverbrauch:  24  254t
Die  Tonne  zu  7  750  Mk  188,00  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  o,27
„  Fertigwaren  3,09  „  „
191,4  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  l88,ooMill.  Mk
Eingeführte  Fertigwaren  5^  „

193,8  Mill.  Mk.
        <pb n="370" />
        Seidenindustrie.

357

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Seidenkokons

R

8,3

0,07

83,5

0,94

Seidenabfälle

„

—

—

74,1

0,41

Rohseide

„

113,7

3,94

54,7

1,97

Florettseide,  roh  und  gekämmt

H

3,4

0,02

—

—

Gezwirnte,  auch  Rohseide,  gebleicht  od.  gefärbt

„

4M

1,93

5,5

0,26

Florettseide  und  Kunstseide,  ungefärbt  .  .  .

„

306,9

3,99

—

—

Dcsgl.,  gezwirnt,  gefärbt  und  ungefärbt.  .  .

n

42,8

1,02

—

—

Seiden-  und  Halbseidengewebe

F

63

3,52

11,1

X»
O“

Samt  und  Plüsch

„

17,8

0,79

—

—

Seidengewebe  mit  Metallfäden

„

1,6

0,09

—

—

Gewebe  aus  Wolle  und  Seide

55

8,3

0,29

—

—

Beuteltuch

55

1,5

0,07

—

—

Tülle  und  Spitzen,  Ätzstickereien

„

10,5

1,18

—

—

Stickereien  auf  Seidengeweben

„

3,8

0,42

—

—

Wirkwaren

55

3,6

0,38

—

626,3

17,71

228,9

4,4o

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie.

Im  Inland  gewonnene  Kokons  1  030t 1 ),  abzüglich  Ausfuhr  75  t  =  955  t.  Ergeben
Ausbeute  an  Grfege
(Das  daneben  gewonnene  Florettmaterial  wird  ausgeführt.)
Mehreinfuhr  an  Roh-  und  Florettseide  447  t,  abzüglich  100t  für  darunter  befindliche ­
  Kunstseide
Verbrauch  an  Baumwolle  und  Kunstseide,  schätzungsweise  .  .
30  Proz.  Beschwerung  für  1711  Rohseide
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren
Mithin  Innenyerbrauch
Die  Tonne  zu
Ausgeführte  Halbfabrikate
„  Fertigwaren  •

76  t

347  t
320  t
51t
794  t
111
783  t
31.3  Mill.  Mk.
0,26  „
0,82  „  „
32.4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  31,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  ”
38,1  Mill.  Mk.
*)  Nach  dem  „Annuaire  internationale  de  Statistique  agricole  Rome  1913/14  wild  die  Einte
im  Jahre  1912  mit  1175t  angegeben.  Nach  dem  „Compte  rendu  de  la  chambre  de  commeice  de  Lyon
1913“  mit  1030  t.
        <pb n="371" />
        358

Spanien.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Flachs  (auch  Ramie),  roh,  gehechelt,  und  Werg

R

705

0,55

17

0,01

Leinen-  (auch  Hanf-  und  Ramie-)  Garne  .  .

H

1601

3,12

218

0,31

Leinen-  und  Halbleinengewebe

F

95

0,74

196

0,95

Leinenplüsch

F

6

0,09

—

—

Spitzen

F

—

—

0,6

0,09

2407

4,50

431

1,36

R  =  Rohstoffe.  H  —  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.
Im  Inlande  gewonnen  68l  t 1 )  Flachs  abzügl.  36  Proz.  Hechel-  u.  Spinnverlust  456  t

Eingeführte  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  20711
2S27  t
Ab:  Ausgefiihrte  Fertigwaren  196t
Mithin  Innenverbrauch  23311
Die  Tonne  zu  400  Mk  9,3  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  0,3  „  „
„  Fertigwaren  1,0  „  „
10,6  Milk  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  9,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  0,8
10,1  Mill.  Mk.

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Jute,  auch  Manilla

.  .  .  R

32  793

9,97

—

—

Jutegarne

.  .  .  H

1  387

0,67

—

—

Jutegewebe,  auch  Vorhangstoffe  .  .  .

.  .  .  F

109

0,22

—

—

Jutesäcke

—

6,22

—

0,76

17,08

0,76

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Produktion  der  Juteindustrie.

Eingeführte  Jute  und  Garne  34  1801
Die  Tonne  zu  850  Mk  29  Mill.  Mk.

Inlandsvcrbrauch  an  Jutewaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  29,0  Mill.  Mk.
Eingeführte  Gewebe  und  Säcke  5,7  „  „
34,7  Mill.  Mk.

*)  Nach  dem  „Annuaire  internationale  de  Statistique  agricole  Rome“  1913/14.
        <pb n="372" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

359

Spaniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913.

Einfuhr
Mill.  Mk.

Ausfuhr
Mill.  Mk.

Kleider  aus  Baumwolle

0,13

—

„  aus  Leinen

0,15

—

„  „  Wolle  und  Halbwolle

0,25

—

„  „  Seide  und  Halbseide

0,54

—

Gewebe,  kautschukiert

0,70

—

Posamentierwaren  aus  Seide,  Baumwolle  oder  Wolle  ....

2,06

0,59

Hüte  und  Mützen  aus  verschiedenem  Material,  außer  Stroh,
Bast  u.  dgl

0,48

0,07

Hutstumpen  aus  Filz

0,10

—

4,41

0,66

Ein-  und  Ausfuhrländer  für  die  verschiedenen  Textilstoffe.
Werte  in  Millionen  Mark.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  erfolgte  im  Jahre  1913  zum
größten  Teil  aus  folgenden  Ländern  :

Gewebe,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt.

Großbritannien
Schweiz  .  .  .

.  1,7  Mill.  Mk.
•  0,4  *  „

Frankreich  .  ,
Deutschland  .

.  0,4  Mill.  Mk.

Gewebe,  bedruckt

oder  buntgewebt.

Frankreich  .  .  .

0,5  Mill.  Mk.

|  Deutschland  .

.  0,5  Mill.  Mk.  |

Großbritannien

.  0,3  Mill.  Mk.

Tülle,  Spitzen

,  Stickereien.

Schweiz  .  .  .  .

1,9  Mill.  Mk.

|  Deutschland  .

.  1,2  Mill.  Mk.  |

Frankreich.  .

.  0,9  Mill.  Mk.

W  irk  waren.

Deutschland  .  .

.  0,5  Mill.  Mk.  i

Frankreich  .

0,25  Mill.  Mk.

Nähg

ar  ne.

Großbritannien  .

.  1,0  Mill.  Mk.  |

Deutschland  .

Die  Ausfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  ging  im  Jahre  1913  zum
größten  Teil  nach  folgenden  Ländern:

Baumwollgarne.
Argentinien  .  .  1,3  Mill.  Mk.  |  Mexiko.  .  .  .  0,54  Mill.  Mk.  I  Kuba  0,36  Mill.  Mk.
Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht.

Kanarische  Inseln
Argentinien  .  .

0,6  Mill.  Mk.
0,3  »  n

Kuba
Chile

0,24  Mill.  Mk.
o,  12  „  „
        <pb n="373" />
        360

Spanien.  Ein-  und  Ausfuhr.

Baumwollgewebe,  bedruckt  oder  bun

tgewebt.

Kuba  .  .  .  .

8,0

Mill.  Mk.

Uruguay  .  .  .

1,1  Mill.  Mk.

St.  Domingo

0,21  Mill.  Mk

Argentinien.  .

4,8

„  „

Chile

Peru  ....

0,2

Kanar.  Inseln  .

2,2

„  „

Kolumbien  .  .

0,56  „  „

Marokko  .  .

0,2

Türkei  .  .  .  .

2,1

5»  »1

Philippinen  .  .

0,32  „  „

Fernando  Po

0,15  „  „

Mexiko  .  .  .  .

1,9

»  „

Venezuela  .  .

0,2ß  „  „

Panama  .  .

0,14  „

Wirkwaren.

Philippinen  .  .

2,4

Mill.  Mk.

Chile

Ekuador  .  .

0,3  Mill.  Mk

Kuba  .  .  .  .

i,S

„  „

Uruguay  .  .  .

0,5  ,,  „

Ägypten  .  .

0,24  „

Türkei  .  .  .  .

1,2

„  „

Argentinien.  .

0,48  „  „

Peru

0,22  „  „

Venezuela  .  .

0,7

„  „

Kolumbien  .  .

o,35  „  „

Kanar.  Inseln  .

0,5

Panama  .  .  .

0,33  ,,  „

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  erfolgte  im  Jahre  1913  zum  größten
Teil  aus  folgenden  Ländern:
Kammzug,  roh.
Frankreich  2,7  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  1,3  Mill.  Mk.
Tuche  und  Halbwollgewebe.
Großbritannien.  1,8  Mill.  Mk.  |  Frankreich.  .  .  1,0  Mill.  Mk.  |  Deutschland.  .  0,6  Mill.  Mk.
Plüsche  und  Samte.
Deutschland  0 ,8  Mill.  Mk.
Die  Ausfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  ging  im  Jahre  1913  zum  größten
Teil  nach  folgenden  Ländern:

Rohe  Wolle.

Frankreich.  .
Deutschland  .

11,6  Mill.  Mk.
3,2  „  „

Portugal  .  .
Belgien  .  .

3,0  Mill.  Mk.
2,0  „  „

Tuche  und  Halbwollgewebe.

Argentinien  .
Chile

0,8  Mill.  Mk.
0,35  „  „

Kuba  ....
Kanar.  Inseln

.  0,32  Mill.  Mk.
•  0,3  „  „

Uruguay  .  .  .
Marokko  .  .  .

0,16  Mill.  Mk.
0,15  „  *

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Seidenwaren  erfolgte  im  Jahre
größten  Teil  aus  folgenden  Ländern:

1913  zum

Rohseide.

Frankreich.  .

1,9  Mill.  Mk.

Italien  ....

.  .  1,3  Mill.  Mk

|  China.  .  .  .

0,4  Mill.  Mk.

Gezwirnte  Seide,

roh  oder  gefärbt.

Frankreich  .  .
Italien  ....

0,7  Mill.  Mk.
'  0,6  „

Schweiz  .  .
Deutschland.

0,3  Mill.  Mk.
0,3  „  „

Florett-  und

Kunstseide.

Frankreich  .  .
Schweiz  .  .  .

1,2  „

Belgien.  .  .
Italien  .  .  .

1,0  Mill.  Mk.
0,5  „  „
        <pb n="374" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

361

Frankreich  .  .

Seiden-  und  Halbseidengewebe.
1.9  Mill.  Mk.  Deutschland

.  .  1,0  Mill.  Mk.

Frankreich  .  .

Tülle,  Spitzen  und  Stickereien.
.  0,6  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  0,4  Mill.  Mk.  j  China  .  .  .

.  .  0,3  Mill.  Mk.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Leinen-  und  Jutewaren  erfolgte
zum  größten  Teil  aus  folgenden  Ländern:

im  Jahre  1913

Belgien  .  .  .

Leinengarne.
.  1,5  Mill.  Mk.  |  Großbritannien.  1,2  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .

.  0,3  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .

Jutegarne.
0,4  Mill.  Mk.  j  Niederlande

Frankreich.  .

Leinen-  und  Halbleinengewebe.

.  .  0,18  Mill.  Mk.

Argentinien  .

Jutesäcke.
4,5  Mill.  Mk.  |  Rußland

.  .  0,4  Mill.  Mk.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Konfektionswaren  erfolgte  im  Jahre  1913  zum
größten  Teil  aus  folgenden  Ländern:

Kleider  aus  verschiedenen  Materialien.
Frankreich  0,7  Mill.  Mk.

Großbritannien

Gewebe,  kautschukiert.

0,45  Mill.  Mk.

Deutschland

Posamentierwaren.
1,0  Mill.  Mk.  |  Frankreich

0,8  Mill.  Mk.
        <pb n="375" />
        362

Spanien.  Ein-  und  Ausfuhr

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Spaniens  an  Rohstoffen  und

Sämtliche  Werte  in

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Einfuhr  nach  Spanien  von

Belgien

0,5

1,1

i,8

o,4

3,8

Dänemark

—

Deutschland

4,1

2,4

2,6

o,3

0,2

1,4

11,0

Frankreich

2,9

6,3

7,5

0,7

o,3

1,8

19,5

Großbritannien  mit  Gibraltar  .  .

4,3

4,4

1,0

1,3

0,5

o,7

12,2

Italien

o,3

—

2,5

—

0,04

0,1

2,94

Niederlande

—

—

—

—

0,1

0,1

Norwegen

—

—

_

Österreich-Ungarn

—

—

0,2

—

_

0,2

Portugal

—

0,01

—

0,01

Rumänien

—

Rußland

—

—

—

o,3

o,4

0,7

Schweiz

2,4

0,1

L9

—

0,1

4,5

Türkei

4,5

0,03

—

—

0,1

4,63

Ägypten

9,0

__

Algerien

—

—

Marokko

Spanische  Besitzungen  in  Afrika:

Kanarische  Inseln  ....

Fernando  Po

Melilla

—

—

—

—

0,04

0,04

Britisch-Indien
China

7,7

0,1

—

—

9,6

—

17,4

0,8

0,02

—

0,82

Philippinen

—

—

—

—

0,1

—

0,1

Argentinien

0,3

0,1

4,5

Brasilien

—

0,1

0,1

Chile

•

—

—

—

0,1

_

0,1

Ekuador

—

—

—

—

0,02

_

0,02

Kolumbien

o,3

—

—

—

—

_

o,3

Kuba

—

—

—

Mexiko

—

—

—

—

0,1

0,1

Peru

0,1

—

—

—

0,1

Portoriko

Uruguay

—

0,03

Venezuela

—

—

—

0,1

_

0,1

Vereinigte  Staaten

8i,q

—

Westindien

Zentralamerika

—

—

—

—

—

—

Anderen  Ländern

o,7

o,3

0,1

0,1

0,2

0,3

1,7

118,5

14,3

17,7  |

4,5

17,1

4,4

176,5

an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

363

Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913.  Nach  Ländern  geordnet.

Millionen  Mark.

aumolle


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren  l
insgesamt  j

Ausfuhr  aus  Spanien  nach

2,0

0,01

0,1

2,11

Belgien

-

—

Dänemark

0,1

3,2

—

0,04

—

3,34

Deutschland

0,4

11,9

3,3

—

0,4

—

16,0

Frankreich

o,5

0,7

0,1

—

1,3

Großbritannien  mit  Gibraltar

o,6

0,6

0,03

—

0,02

—

1,25

Italien

0,03

0,1

0,04

0,04

—

0,21

Niederlande

—

—

—

—

Norwegen

-—

0,02

—

0,02

Österreich-Ungarn

0,1

3,0

o,3

0,01

—

—

3,41

Portugal

■—

—

0,01

0,01

Rumänien

—

—

—

Rußland

—

—

Schweiz

3,4

—

0,02

0,3

—

0,4

4,12

Türkei

0,3

—

0,3

Ägypten

—

0,2

0,2

—

—

—

0,4

Algerien

0,3

0,2

—

0,02

—

0,02

0,54

Marokko
Spanische  Besitzungen  in  Afrika

3,3

o,4

0,1

0,1

—

—

3,9

Kanarische  Inseln

0,2

_

—

—

0,2

Fernando  Po

0,02

—

—

—

—

—

0,02

Melilla

__

Britisch-Indien

—

—

China

2,8

—

0,1

—

—

0,02

2,92

Philippinen

7,2

1,1

0,1

0,2

0,03

0,1

8,73

Argentinien

0,02

—

—

0,02

Brasilien

1,5

0,4

0,1

0,1

—

0,02

2,12

Chile

0,4

0,02

—

—

—

0,42

Ekuador

1,1

—

0,03

—

—

—

1,13

Kolumbien

10,4

0,3

0,1

0,4

0,01

—

11,21

Kuba

2,6

0,1

0,03

—

—

2,73

Mexiko

0,4

0,02

—

—  •

—

0,42

Peru

0,1

0,1

—

—

0,2

Portoriko

1,7

0,2

0,05

—

0,02

—

1,97

Uruguay

1,0

—

1,0

Venezuela

0,04

—

0,04

Vereinigte  Staaten

0,4

—

—

0,4

Westindien

1,0

0,1

—

—

—

—

1,1

Zentralamerika

0,4

0,4

—

0,1

—

0,1

1,0

Anderen  Ländern

40,3

24,9

4,4

1,4

o,8

0,7

72,5
        <pb n="376" />
        364

Portugal.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Portugals  im  Jahre  1912.
Bin-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1912

Die  ein-  und  ausgeführten  Waren  nach
Stande  der  Verarbeitung

dem

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Hai  lnfabrikate


Fertigwaren ­


Baumwolle

39,7

3,4

23,7

0,9

15,1

0,1

0,6

2,7

Wolle  und  Halbwolle  .  .

12,7

0,9

4,2

4,8

3,7

0,6

—

0,3

Seide  und  Halbseide  .  .

5,8

—

0,6

0,6

4,6

—

—

—

Leinen

5,0

0,7

2,0

1.3

1.7

—

—

0,7

Jute

3,7

—

1.2

2,5

—

—

—

—

Konfektion

5,0

1.3

—

—

5,0

—

—

1,3

7l,9

f,3

31,7

10,1

30,1

0,7

0,6

5,0

Die  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhr

  beträgt

338,0

155,5

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textil-Industrie

  am  Außen-Proz.



Proz.

handel  beträgt  demnach

21,3

4

—

—

—

—

—

—

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  .  31,0  Mill.  Mark

„  „  „  Halbfabrikate,  abzügl.  der  „  „  ...  9,5  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  „  ...  25,1  „  „
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen  :
5500  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  7,7  Mill.  Mark

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Portugals  im  Jahre  1912.
Wie  aus  den  Berechnungen  auf  S.  366  bis  368  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Portugals
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

7  2,2

0,6

Woll-  und  Halbwollindustrie

42,8

0,5

Leinenindustrie

5,8

0,3

Juteindustrie

8,2

1,2

Konfektionsindustrie  (wie  bei  Deutschland  berechnet)  .

2,0

0,1

131,0

0,5

Die  Textilindustrie  Portugals  ist  weder  in  der  Produktion  noch  in  der
Ausfuhr  von  besonderer  Bedeutung.  Auch  die  Einfuhr  von  Fertigwaren  ist
nicht  von  großem  Belang,  wenn  sie  auch  immerhin  30,1  Mill.  Mk.  beträgt.  Am
meisten  hervortretend  ist  die  Einfuhr  von  Baumwollwaren,  die  hauptsächlich  von
England  geliefert  werden.
        <pb n="377" />
        Inlandsverbrauch.  Herkunftsländer.
Der  Inlandsverbrauch  Portugals  an  Textilwaren  im  Jahre  1912.
Dieser  betrug  an

365

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912
mit  6  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

84,0

14,0

Woll-  und  Halbwollwaren

46,2

7,70

Seiden-  und  Plalbseidenwaren

4,7

0,78

Leinenwaren

6,8

1,13

Jutewaren

8,3  !)

—

Konfektionswaren

5,7

0,95

155,6

24,56

Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  155,6  Mill.  Mark
wird  gedeckt
von  der  Produktion
zu  84  Proz.

von  der  Einfuhr
zu  16  Proz.

Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  der  Textilwaren  (Rohstoffe,  Halbfabrikate, ­
  Fertigwaren)  im  Jahre  1912  waren:
Großbritannien  mit  22,1  Mill.  Mark
Vereinigte  Staaten  „  16,1  „  „
Deutschland  *  H,4  ,,  ,,
Frankreich  „  6,6  ,,  „
Brasilien  „  4, 2  „  „
Belgien  3,8  „  „
Spanien  „  2 &amp;gt;3  „  „
Rußland  »  1,1  &amp;gt;,  „
Ägypten  »  1&amp;gt;1  „  &amp;gt;&amp;gt;
Die  hauptsächlichsten  Absatzländer  im  Jahre  1912  waren:
Portugiesische  Besitzungen  in  Afrika  mit  5,3  Mill.  Mark

x )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="378" />
        3ö6

Portugal.  Baumwollindustrie.

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohe  Baumwolle  (in  der  Ausfuhr  Baumwollabfälle)  .  R
Baumwollgarne,  roh  oder  gebleicht  H

18  154
179

23,70
0,68

J-  530

0,06

Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt  „

36

0,16

—

—

Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht  F

1  508

5,83

304

0,64

Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt

592

4,47

788

2,53

Serge,  Krepp,  Flanelle,  roh,  gebleicht,  gefärbt  od.  bedr.  „

248

0,89

—

—

Segeltuche  und  ähnliche  Gewebe  „

42

0,13

—

—

Schale  und  Tücher  „

31

0,38

—

—

Musseline,  Tülle,  Gaze  usw.,  roh  oder  gefärbt  .  .  .  „

93

0,87

—

—

Spitzen,  Einsätze  usw  „

37

0,93

9

0,13

Samt  und  samtartige  Gewebe  „

40

0,49

—

—

Maschen-  und  Strumpfgewebe  „

40

0,73

—

—

Nähgarne  „

54

0,41

—

—

21  054

39,67

1  631

3,36

R  —  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  erfolgte  im  Jahre  1911  zum
größten  Teil  aus  folgenden  Ländern  in  Millionen  Mark:
Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht  Großbritannien  5,7
Baumwollgewebe,  gefärbt  oder  bedruckt  .  .  .  Großbritannien  3,2  Deutschland  0,7
Serge,  Krepp,  Flanelle  Großbritannien  0,9.
Die  Ausfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  (Baumwollgewebe,  gefärbt
oder  bedruckt)  ging  im  Jahre  1911  zum  größten  Teil  nach
Angola  mit  3,0  Mill.  Mk.

Produktion  der  Baumwollindustrie.

Eingeführte  Baumwolle  18,154  t
Ab:  8  Proz.  Spinnverlust  1,452  t
Ab:  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie  500t  1,952t
16,202  t
Hinzu:  Eingeführte  Garne  215t
16,417  t
Ab:  Ausgeführte  Fertigwaren  1,101  t

Mithin  Innenverbrauch:  15,316  t

Die  Tonne  zu  4  500  Mk  68,9  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  0,6  „  „
Ausgeführte  Fertigwaren  2,7  „  „
72,2  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  .  .  68,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  15,1  „  „

84,0  Mill.  Mk.
        <pb n="379" />
        Wollindustrie.

367

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Wolle,  ungewaschen

.  .  .  .  R

1597

2,09

716

0,28

Desgl.,  gewaschen

194

0,57

510

o,35

Kämmlinge  und  Abfälle

.  .  .  .  „

76

0,28

123

0,01

Kunst  wolle

857

1,24

—

—

Kammzug,  roh  oder  gefärbt

.  .  .  .  H

776

4,38

—

W  ollgarne

63

o,39

—

—

Wollengewebe

158

2,54

101

0,27

Schale,  Tücher  usw

7

0,14

—

—

Teppiche  und  Läufer

71

0,39

—

—

Filze

62

0,32

—

—

Wirkwaren

18

0,36

—

—  '

3879

12,70

1450

0,91

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  erfolgte  1911  zum  größten  Teil
aus  folgenden  Ländern  in  Millionen  Mark:
Kammzug,  roh  oder  gefärbt  .  .  .  Belgien  2,4  Großbritannien  0,85  Frankreich  0,6
Wollgewebe,  Schale  und  Tücher  .  Deutschland  1,0  Frankreich  0,9  Großbritannien  0,9.

Produktion  der  Wollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  etwa  5000t 1 )
Mehreinfuhr  an  roher  Wolle  8811
6  3811
Ab:  45  Proz.  Waschverlust  2  8711  3  5iot
Ab:  Mehrausfuhr  an  gewaschener  Wolle  und  Kämmlingen  .  .  .  3631
3  147  t
Hinzu:  Eingeführte  Halbfabrikate  839t
Mitverwendete  Kunstwolle  und  Baumwolle  ....  1  6001  3  4-391  5  5861
Ausfuhr  an  Fertigwaren  1011
Es  verblieben  für  den  Innen  verbrauch  5485t
5485  t  ergeben,  den  Tonnenwert  mit  7,750  Mill.  M  angenommen  42,5  Mill.  Mk.

Ausgeführte  Fertigwaren  °’3  »  »
42,8  Mill.Mk.
Inlandsverbrauch  an  Wollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  42,5  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  3&amp;gt;7  «  »
46,2  Mill.Mk.

1 )  Der  Schafbestand  liegt  nur  von  1906  vor,  der  damals  3072988  Schafe  betrug.  Im  Handwörterbuch ­
  der  Staatswissenschaften  Bd.  IV,  S.  932,  wird  die  Wollproduktion  Portugals  von  1906
bis  1910  auf  5  500t  geschätzt.
        <pb n="380" />
        368

Portugal.  Seidenindustrie.  Konfektionswaren.

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohseide

.  R

19,7

0,60

Desgl.,  gefärbt

.  H

22

0,56

Seidenzwirne

.  F

9

0,22

Reinseiden-Gewebe

18

1,36

Die  Ausfuhr  ist

Halbseiden-Gewebe

59

1,18

nicht  in

Betracht

Bänder  und  Borden  aus  Seide  und  Halbseide  .

•  »

11

0,64

Tücher  und  Schale  „  „  „  „  .

•  »

8,5

0,69

Seidenplüsch  und  Samt  usw

8,3

0,48

Beuteltuch

0,3

0,02

Wirkwaren  und  Trikotagen

•  »

0,6

0,07

156,4

5,82

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  Seiden-  und  Halbseiden-Gewebe  stammte  zum  größten
Teil  aus  Frankreich.
Produktion  der  Seidenindustrie.
Keine  Produktion.
Inlandsverbrauch  an  Seidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  4^  Mill.  Mk.

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

in  Mill.  Mk.

Konfektionierte  Waren  aus  Baumwolle  oder  Leinen

1,14

1,23

Desgl.  aus  Wolle

0,12

0,06

Desgl.  aus  Seide  oder  Halbseide

0,34

—

Gestickte  Gewebe

1,58

—

Kragen  und  Manschetten  usw.  aus  Baumwolle  oder  Leinen  .  .  .

0,10

—

Gewebe  mit  Kautschuk  überzogen  und  sonstige  ähnl.  Gewebe  .

0,94

—

Posamentierwaren,  Bänder,  Litzen  usw

0,81

—

5,03

1,29

Die  Einfuhr  der  Konfektionswaren  stammte  hauptsächlich  aus  Deutschland, ­
  Frankreich  und  Großbritannien.
        <pb n="381" />
        Leinen-  und  Juteindustrie.

369

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Flachs  und  Hanf,  roh

R

1  861

1,69

26

0,004

Werg  von  Flachs  und  Hanf

„

315

0,28

—

—

Leinen-  oder  Hanfgarn,  roh  oder  gebleicht  ....

H

215

0,69

4

0,01

Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt

„

369

0,63

—

—

Leinengewebe,  roh  od.  gebleicht,  gefärbt  od.  bedruckt

F

89

1,04

6

0,02

Grobe  Leinengewebe,  Segeltuche  usw

„

17

0,06

652

0,33

Samt  und  Plüsch  usw

„

1

0,01

—

—

Spitzen,  Einsätze  und  Maschengewebe

„

0,1

0,01

—

—

Gestickte  Leinengewebe

»

—

0,60

17

0,30

Säcke  aus  Leinen  oder  Baumwolle

„

5,01

0,66

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.

Einfuhr  von  Flachs  und  Hanf  2  150  t
Ab:  36  Proz.  Spinnverlust  774t  1  376t
Hinzu:  Einfuhr  von  Garnen  580t

Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren
Mithin  Innenverbrauch

1956  t
675  t
1  281t

Die  Tonne  zu  J64000  5,1  Mill.  Mk.
Ausfuhr  au  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  0,7  „  „
5,8  Mill.Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  5,1  Mill.Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  1,7  „  „
6,8  Mill.Mk.

Portugals  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1912.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen  Mill.  Mk.

Jute  und  ähnliche  Fasern  R
Jutegarne  H
Säcke  F

5  841
3261
4

1,20
2,54
0,01

Ausfuhr
keine.

9  106

3,75

|

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Juteindustrie.

Einfuhr  an  Jute  und  Garnen  ....  9102  t
Die  Tonne  zu  Jls  900  8,2  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  ...  8,2  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  .  .  .  ■  —  „  „
8,2  Mill.Mk.

Die  Einfuhr  der  Leinen-  und  Jutegarne  wie  auch  der  Leinengewebe  stammte
zum  größten  Teil  aus  Großbritannien.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

24
        <pb n="382" />
        370

Portugal.  Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr.

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Portugals  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Textilindustrie  im  Jahre  1911 J ).  Nach  Ländern  geordnet.

Werte  in  Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Einfuhr  nach  Portugal  von

Belgien

0,2

3,0

0,1

0,3

0,1

0,1

3,8

Deutschland

5,3

1,6

1,0

0,9

0,8

1,8

11,4

Frankreich

1,0

2,0

2,4

0,1

0,2

o,9

6,6

Großbritannien

14,1

3,4

0,2

1,8

1,8

0,8

22,1

Italien

—

—

0,3

0,2

—

■  —

0,5

Niederlande

0,1

—

—

0,04

0,05

—

0,19

Österreich-Ungarn

0,1

0,04

0,05

0,05

—

—

0,24

Rußland

—

—

—

1,1

—

—

1,1

Schweiz

0,1

0,05

0,5

—

—

0,3

0,95

Spanien

0,1

1,68

0,4

0,02

0,1

—

2.3

Ägypten

1,1

—

—

—

—

—

1,1

China

—

—

—

—

0,05

—

0,05

Brasilien

4,1

—

—

0,05

0,1

—

4,25

Uruguay

—

0,02

—

—

—

—

0,02

Vereinigte  Staaten

16,0

—

—

0,09

0,01

—

16,1

Westindien

0,9

—

—

—

—

—

0,9

Anderen  Ländern

0,9

0,2

0,3

0,3

0,05

0,6

2,3

44,o

12,0

5,2

4,9

3,3

4,5

73,9

Ausfuhr  aus  Portugal  nach

Belgien

0,02

—

—

—

—

0,02

Deutschland

0,4

—

—

0,2

—

—

0,6

Frankreich

—

0,05

0,01

—

—

—

0,06

Großbritannien

0,1

0,4

—

0,1

—

—

0,6

Portug.  Besitzungen  in  Afrika:

Angola

3,5

0,12

—

0,04

—

0,44

4,1

Cabo  Verde

0,4

—

—

—

—

—

0,4

Mozambique

0,03

—

—

—

—

—

0,03

San  Thome  und  Principe  .  .

o,4

0,04

—

0,13

—

0,23

0,8

Brasilien

—

—

—

—

—

0,3

0,3

Vereinigte  Staaten

—

—

—

0,1

—

—

0,1

Anderen  Ländern

0,1

0,1

0,01

0,1

—

0,1

0,4

4,9

0,7

0,02

0,7

—

1,1

7,4

J )  Vom  Jahre  1912  waren  die  Herkunfts-  und  Absatzländer  Portugals  nicht  erhältlich.
        <pb n="383" />
        Schweden.  Textilindustrie.

371

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Schwedens  im  Jahre  1913.
Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1913  j

Die  ein-  und  ausgeführten  Waren  nach
Stande  der  Verarbeitung

dem

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

57,9

4,1

32,1

6,0

19,8

0,8

1,8

1,4

Wolle  und  Halbwolle  .  .

5L0

4,5

12,1

25,4

13,5

0,6

1,3

2,6

Seide  und  Halbseide.  .  .

13,8

0,2

1,6

12,1

— /

—

Kunstseide

o,3

—

0,3

—

—

Leinen

5,4

0,3

2,0

1,3

2,0

0,3

0,1

Jute

6,4

0,8

3,7

0,1

2,6

0,2

0,6

Konfektion

12,9

—

12,9

—

—

147,7

9,7

50,1

34,4

63,2

1,4

3,6

4,7

Die  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhr

  beträgt  .....

952,4

919,5

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außen-Proz.



Proz.

handel  beträgt  demnach

15,5

1

—

—

—

1  —

—

—

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  ausgeführten,  beträgt....  48,7  Mill.  Mk.
„  „  „  Halbfabrikate,  „  „  „  ,  „  .  .  .  .  30,8  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  ,  „  .  .  .  .  58,5  „  „

Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
etwa  1890  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  ....  3,3  Mill.  Mk.
„  557  1  Flachs  „  „  „  „  .  •  •  •  0.5  ,,  ,,
3,8  Mill.  Mk.

Produktion  der  Textilindustrie  Schwedens  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  Berechnungen  auf  S.  375  bis  378  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Schwedens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie  •

113,7

0,9

Woll-  und  Halbwollindustrie

115,1

1,4

Seiden-  und  Halbseidenindustrie

1,1

0,06

Leinenindustrie

8,2

0,45

Juteindustrie

6,4

0,9

244,5

o,9
        <pb n="384" />
        372

Schweden.  Produktion.

Unter  den  nordischen  Staaten  hat  Schweden  den  höchsten  Inlandsverbrauch
an  Textilwaren,  und  zwar  beträgt  dieser  pro  Person  und  Jahr  51,69  Mk.
Der  Inlandsverbrauch  wird  zu  81,7  Proz.  von  der  inländischen  Produktion
gedeckt,  die  sich  in  erster  Linie  mit  der  Erzeugung  von  Baumwoll-,  Woll-  und
Halbwollwaren  befaßt.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  beträgt  63,2  Mill.  Mk.,  wovon  etwa  ein  Drittel
auf  Baumwollwaren,  die  anderen  zwei  Drittel  zum  größeren  Teil  auf  Woll-,
Seiden-  und  Konfektionswaren,  zum  kleineren  Teil  auf  Leinen-  und  Jutewaren
entfallen.
Die  Ausfuhr  aus  Schweden  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren
der  Textilindustrie  ist  nicht  wesentlich.

Nach  der  sehr  gut  ausgearbeiteten  amtlichen  Statistik  Schwedens  lassen
sich  über  die  Produktion  seiner  Textilindustrie  folgende  Daten  aufstellen:

A.  Spinnereien.

Fabriken

Spindeln

Arbeiter

Produktionswert

Baumwollspinnereien

32

485  284

5  525

33,71  Mill.  Mk.

Wollspinnereien

114

239  727

3803

36,60  „  „

Shoddyfabriken

6

—

22

0,25  „

Leinen-  und  Hanfspinnereien  .  .  .

6

iS  185

74  t

3,91  „

Jutespinnereien

5

8  225

689

5,0  „  „

163

748  421

10780

79,47  Mill.  Mk.

B.  Webereien.

Fabriken

Webstühle

Arbeiter

Produktionswert

Baumwoll-webereien

48

13299

6  784

39,28  Mill.  Mk.

Wollwebereien

88

5  271

7  613

50,18  „  „

Seidenfabriken

1

40

58

0,09  „  „

Leinen-  und  Hanfwebereien....

10

990

1  175

5,44  „  „

Jutewebereien

9

579

867

5,37  ,  „

156

20  179

16  497

100,36  Mill.  Mk.

C.  Bleichereien,  Färbereien,  Druckereien  und  Appreturanstalten.

Fabriken

Webstühle

Arbeiter

Produktionswert

Insgesamt

ll6

—

2  161

6,28  Mill.  Mk.
        <pb n="385" />
        Produktion.  Inlandsverbrauch.

373

D.  Bekleidungsfabriken.

Fabriken

Arbeiter

Produktionswert

Bandfabriken  (Bänder  und  Dochte)

17

440

1,68  Mill.  Mk.

Gardinenfabriken

2

349

2,01

Hutfabriken

24

1  219

5,25

*1

Korsettfabriken

6

453

1,56

„

Krawattenfabriken

7

398

1,30

»  »

Markisen-  und  Persenningfabriken

13

264

2,91

Mützenfabriken

21

761

3,03

»

Posamentenfabriken

8

94

0,45

»

Spitzenfabriken

4

70

0,33

Konfektionsfabriken  (Mäntel  und  Waschzeug)  .  .

68

4920

19,73

»

Wirkwarenfabriken

59

3  681

14,73

229

12  649

52,98  Mill.  Mk.

Gesamtsummen  der  Gruppen  A.,  B.,

C.  und  D.

Fabriken

Arbeiter

Produktionswert

A.  Spinnereien

163

10  780

79,47  Mill.  Mk.

B.  Webereien

156

16  497

100,30

»  n

C.  Bleichereien,  Färbereien  usw

116

2  161

6,28

»

D.  Bckleidungsfabriken

229

12  649

52,98

„  „

664

42087

239,09  Mill.  Mk.

Der  Inlandsverbrauch  Schwedens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Auf  Grund  der  Berechnungen  auf  S.  375  bis  379  kann  folgender  Inlandsverbrauch
  angenommen  werden:

Mill.  Mk.

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  5,63  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwoll  waren

130,3

23,14

Woll-  und  Halbwollwaren

124,7

22,15

Seiden-  und  Halbseidenwaren

13,2

2,34

Leinenwaren

9,9

1,76

Jutewaren

8,2  l )

—

Konfektionswaren

12,9

2,30

299,2

51,69

Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  in  der  Höhe  von  299,2  Mill.  Mk.
wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  8l,7  Proz.  zu  18,3  Proz.

x )  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="386" />
        374

Schweden.  Baumwollindustrie.

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Lose  Baumwolle

21  554

28,96

129

0,18

Baumwollabfälle

3  326

3,17

696

0,66

Baumwollgarne,  roh.

.  .  .  .  H

977

2,56

373

0,78

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt

218

0,62

101

0,27

Baumwollgewebe,  roh

576

2,81

146

0,78

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  ....

.  .  .  .  F

1  385

8,03

147

0,93

Buchbinder-Leinwand

82

0,28

—

Plüsche,  Samte,  Velvets

l6l

1,73

2

0,02

Tisch-  und  Kopftücher

24

0,13

—

—

Baumwollfilze  und  Segeltuche

22

0,07

4

0,01

Stickereien

57

1,92

—

—

Spitzen  und  Tülle

58

1,30

4

0,09

Wirkwaren

153

2,13

28

0,37

Nähgarne

422

4,25

—

—

29015

57,96

1630

4,09

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  erfolgte  zum  größten  Teil
aus  folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:

Baumwollgewebe,  roh  Großbritannien  2,4
Baumwollgewebe,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  Großbritannien  5,3
Plüsche,  Samte,  Velvets  Deutschland  1,0
Stickereien,  Spitzen  und  Tülle  Deutschland  1,8
Wirkwaren  Deutschland  2,0
Nähgarne  Großbritannien  2,0  Deutschland  0,9

Deutschland  0,2
Deutschland  2,5
Großbritannien  0,4
Großbritannien  0,3
Dänemark  0,5

Produktion  der  Baumwollindustrie.

Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  23282  t
Ab  Verbrauch  für  die  Halbwollindustric  1000t  22282  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  185  t

Mithin  Inlands  verbrauch

22  097  t

Die  Tonne  zu  Jt  5000  110,5  ^vdill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  3,2  „  „

113,7  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  110,5  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  *  19,8  „
        <pb n="387" />
        Wollindustrie.

375

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Lose  Wolle,  gewaschen

.  R

2  731

8,41

72

0,22

Wollabfälle

485

1,08

153

0,34

Kunstwolle,  gefärbt  und  ungefärbt

1  828

2,62

—

—

Lose  Wolle,  gefärbt

.  H

67

0,41

—

—

Kammzug,  roh

3  107

12,17

1

0,01

1  481

8,62

12

0,06

Kammgarne,  auch  Kammzug,  gebleicht,  gefärbt  .

•  „

4^
GO

3,34

150

1,02

Andere  Garne,  roh  und  gefärbt

179

0,84

42

0,23

Wollene  Webwaren

.  F

872

8,59

162

1,46

Samte  und  Plüsche

84

0,76

—

—

Teppiche

207

1,29

—

—

Wollene  Maschinenfilze

77

0,60

122

0,96

Preßtücher  und  gepreßte  Filze

88

0,46

4

0,02

Stickereien

3

0,06

—

—

Wirkwaren

134

1,72

14

0,16

11  830

50,97

732

4,48

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  stammte  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:

Kammzug
Kammgarne,  roh  .  .
Kammgarne,  auch  Kammzug,  gefärbt.  .
Wollene  Web  waren
Teppiche
Wirkwaren

Großbritannien  9,4
Deutschland  5,1
Deutschland  2,2
Deutschland  5,9
Deutschland  0,4
Deutschland  0,8

Deutschland  2,5
Großbritannien  2,0
Großbritannien  0,7
Großbritannien  2,0
Großbritannien  0,4
Großbritannien  0,7

Belgien  0,7

Produktion  der  Wollindustrie.

Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  °  )0 '  1
Im  Inland  gewonnene  gewaschene  Wolle  1040t
Mitverwendete  Kunstwolle  und  Baumwolle  5  5001  14  647  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  302  t
Mithin  Inlands  verbrauch  14  345  t

Die  Tonne  zu  M  7  75o
Ausgeführte  Halbfabrikate  und  Fertigwaren

111,2  Mill.  Mk.
3,9  „
115,1  Mill.  Mk.

111,2  Mill.  Mk.

13,5  „
124,7  Mill.  Mk.

Für  das  Inland  verarbeitet
Eingeführte  Fertigwaren

Inlandsverbrauch  an  Wollwaren.
        <pb n="388" />
        376

Schweden.  Seidenindustrie.

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohseide

7,3

0,20

Desgl.,  gefärbt

.  .  .  .  H

28

1,57

Seidenzwirn

3

0,07

Seidene  Gewebe

90

4,14

Samte  und  Plüsche

20

0,69

Keine

Halbseidene  Gewebe

110

3,10

Seiden-  und  Halbseidenbänder

49

2,17

Stickereien,  Tülle  und  Spitzen

19

0,82

Wirkw’aren

12

1,07

Kunstseide,  gefärbt  und  ungefärbt  ....

12

0,32

350

14,15

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Seidenwaren  stammte  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:
Seidene  Gewebe  Deutschland  1,9  Schweiz  ...  1,3  Frankreich  0,5
Halbseidene  Gewebe  Deutschland  2,5  Frankreich  .  .  0,3
Samte  und  Plüsche  Deutschland  0,5
Seiden-  und  Halbseidenbänder  ....  Deutschland  1,7
Wirkwaren  Deutschland  0,6  Großbritannien  0,2  Frankreich  0,15

Produktion  der  Seidenindustrie.

Verarbeitet  35  t
Die  Tonne  zu  Jt  30000  1,1  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Seidenwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  1,1  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  12,1  „  „

13,2  Mill.  Mk.
        <pb n="389" />
        Leinen-  und  Juteindustrie.

377

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Flachs,  ungehechelt

.  .  .  .  R

2  641

1,93

—

—

Desgl.,  gehechelt

13

0,02

—

—

Flachswerg

115

0,08

11

0,01

Feinengarne,  roh  und  gefärbt  .......

.  .  .  .  H

620

1,33

117

0,29

Rohe  Leinengewebe

.  .  .  .  F

340

1,03

17

0,06

Gefärbte  Leinengewebe

286

0,92

—

—

Spitzen  und  Tülle

4

0,09

—

—

4019

5,40

145

0,36

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  2  2811

Im  Inland  gewonnen  357t 1 )
2  638  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ...  17  t
Mithin  Inlandsverbrauch  .  .  .  2621t
Die  Tonne  zu  Jt  3  000  7,8  Mill.  Mk.
AusgefiihrteHalbfabr.  u.Fertigw.  .  0,4  „  „
8,2  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  ...  7,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  ....  2,0  „  „
9,9  Mill.  Mk.

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mb.

Tonnen

Mill.  Mk.

Garne  H
Gewebe  F
Säcke  „

•6685
109
1  040

3,74
0,08
0,95
1,63

227
331

0,17
0,30
0,33

7  834

6,40

558

0,80

R  —  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Juteindustrie.

Im  Inland  verblieben  6236  t
Die  Tonne  zu  Jt&amp;gt;  900  5,6  Mill.  Mk.

Ausgeführte  Halbfabr.  u.  Fertigw.  0,8  „  „
6,4  Mill.Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  .  .  .  5,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  ....  2,6  „  „
8,2  Mill.Mk.

2 )  Nach  „Annuaire  internationale  de  Statistique  agricole  Rome“  wurden  im  Jahre  1911/12  557  t
Flachs  und  Hanf  gewonnen,  von  denen  der  größte  Teil  als  Flachsfaser  angenommen  werden  kann.
        <pb n="390" />
        378

Schweden.  Konfektionswaren.

Schwedens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Konfektions  waren  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr ­


Ausfuhr ­


Die  Einfuhr  kam  zum
größten  Teil  aus

Deutschland

Großbritannien

Millionen  Mark

Millionen  Mark

a)  Kleider  und  Putzwaren.

Herrenkleider  aus  Wolle

0,35

0,28

—

Desgl.  aus  Baumwolle  oder  Leinen

0,20

0,17

—

Damenkleider  aus  Seide  oder  Halbseide

0,95

0,70

—

Andere  Kleider  mit  Seidenfutter

0,50

0,42

—

Kragen  mit  Stickereien

0,22

0,20

—

Kleider  aus  Wolle  mit  oder  ohne  Stickereien  .  .  .

1,13

0,94

—

Desgl.  aus  Baumwolle

1,26

1,00

—

Desgl.  aus  Leinen

0,12

0,10

—

Zugeschnittene  Waren

0,24

0,17

—

Kleidungsstücke  mit  Kautschuk  überzogen  ....

2,91

—

2,60

Korsette

0,09

keine

0,05

—

b)  Wäsche  usw.

Leinene  Tisch-,  Bett-  und  Taschentücher

0,19

0,14

—

Baumwollene  Tisch-,  Bett-  und  Taschentücher  .  .

0,75

0,33

0,30

Waren  aus  anderen  Gespinstfasern

0,27

0,17

—

Bettzeug  mit  Überzug  aus  Seide,  Schlafsäcke  .  .  .

0,18

0,13

—

c)  Hüte  mit  Ausnahme  der  Strohhüte.

Damenhüte,  garniert  u.  sonst.  Seide  enthaltende  Hüte

0,18

0,10

—

Filzhüte,  ungarniert

1,87

0,82

0,70

Andere  Hüte,  solche  aus  Stroh  ausgenommen  .  .

0,29

0,19

—

d)  Posamentier-  und  Bandwaren  aus
Baumwolle  und  Wolle.
Posamentier  waren,  einschl.  Litzen  und  Bandwaren

aus  Baumwolle  und  Wolle

1,24

0,96

—•

12,94

—

6,87

3,6o
        <pb n="391" />
        Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr.

379

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  Schwedens  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Textilindustrie.  Nach  Ländern  geordnet.
Werte  in  Millionen  Mark.

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Einfuhr  nach  Schweden  von

Belgien

0,4

1,2

—

—

—

—

1,6

Dänemark

o,S

0,8

—

—

—

—

1,3

Deutschland

14,0

23,0

9,4

2,1

2,8

6,9

58,2

Frankreich

0,4

0,43

1,0

—

0,01

0,06

1,9

Großbritannien  .

14,9

20,3

0,2

0,9

2,4

3,6

42,3

Italien

—

—

—

—

—

0,01

0,01

Niederlande

0,2

—

—

0,2

—

—

0,4

Norwegen

—

0,3

—

—

—

—

o,3

Österreich  -  Üngarn

—

—

—

—

0,2

—

0,2

Rußland

—

—

—

1,4

—

—

1,4

Schweiz

—

—

1,3

—

—

—

1,3

Türkei

0,2

—

—

—

—

—

0,2

Britisch-Indien

1,2

—

—

—

0,6

—

1,8

Argentinien

—

0,8

—

—

—

—

o,8

Vereinigte  Staaten

22,0

—

—

o,3

.—

—

22,3

Anderen  Ländern

4,2

4,2

2,2

o,5

o,4

2,3

13,8

58,0

51,0

14,1

5,4

6,4

12,9

147,8

Ausfuhr  aus  Schweden  nach

Belgien

0,01

—

—

—

—

—

0,01

Dänemark

—

o,9

—

—

0,6

—

1,5

Deutschland

0,22

0,35

—

0,03

—

—

0,6

Finnland

—

0,6

—

—

—

—

o,6

Großbritannien

0,04

o,4

—

—

—

—

0,44

Norwegen

—

1,5

—

0,2

0,2

—

1,9

Anderen  Ländern

3,83

0,75

—

0,1

—

—

4,7

4,1

4,5

—

o,3

0,8

1  -

9,7
        <pb n="392" />
        380

Norwegen.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Norwegens  im  Jahre  1913.
Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1913

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

24,5

0,7

5,1

6,3

13,1

0,3

0,03

0,4

Wolle  und  Halbwolle  .  .

27,8

0,8

6,5

6,0

15,3

0,6

—

0,2

Seide  und  Halbseide  .  .  .

4,6

—

—

0,7

3.9

—

—

—

Leinen

4,6

0,04

0,1

2,9

1,6

—

—

0,04

Jute

3,6

0,1

1,1

0,01

2,5

—

0,06

0,06

Konfektion

6,4

-

—

—

6,4

—

~

71,5

1,6

12,8

15,9

42,8

0,9

0,1

0,6

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr ­
  im  Spezialhandel
beträgt

608,2

428,5

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel ­
  beträgt  demnach

Proz.
11,7

Proz.
0,4

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  .  11,9  Mill.  Mk.
„  „  „  Halbfabrikate,  „  „  „  „  ...  15,8  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  „  .  .  .  42,2  „  „

Im  Inlande  wurden  an  Rohstoffen  gewonnen:
etwa  2200  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  ....  3,7  Mill.  Mk.

Produktion  der  Textilindustrie  Norwegens  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  Berechnungen  auf  S.  383  bis  386  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Norwegens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

27,2

0,2

Woll-  und  Halbwollindustrie

47,1

0,6

Leinenindustrie

3.1

0,2

Juteindustrie

1,8

0,3

79,2

0,3

%
        <pb n="393" />
        Textilindustrie.  Inlandsverbrauch.

381

In  Norwegen  ist  die  Produktion  der  Textilindustrie,  wie  auch  die  Einfuhr
an  Fertigwaren,  wesentlich  niedriger  als  in  Schweden  und  in  gleicher  Weise
gilt  dies  für  den  Inlandsverbrauch  pro  Person  und  Jahr.  Auch  ist  insofern  ein
wesentlicher  Unterschied  gegen  Schweden  vorhanden,  als  in  Norwegen  verhältnismäßig ­
  viel  mehr  Wollwaren  verbraucht  werden.  Dementsprechend  ist  auch  die
Einfuhr  an  Woll-Fertigwaren  höher  als  die  an  Baumwollwaren.
Der  Inlandsverbrauch,  der  121,2  Mill.  Mk.  beträgt,  wird  zu  65,3  Proz.  von
der  inländischen  Produktion  gedeckt.  —  Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  aus  Norwegen ­
  kommt  nicht  in  Betracht.

Der  Inlandsverbrauch  Norwegens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Auf  Grund  der  Berechnungen  auf  S.  383  bis  387  kann  folgender  Inlandsverbrauch ­
  angenommen  werden  an:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  mit
2,4  Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

39,9

16,62

Woll-  und  Halb  wollwaren

62,1

25,87'

Seiden-  und  Halbseidenwarcn

3,9

1,62

Leinenwaren

4,7

1,98

Jute  waren

4,2  b

—

Konfektionswaren

6,4

2,66

121,2

48,75

Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren
gedeckt
von  der  Produktion
zu  65,3  Proz.

im  Werte  von
von  der  Einfuhr
zu  34,7  Proz.

121,2  Mill.  Mk.

wird

Wichtigste  Herkunftsländer  der  Textilwaren  (Rohstoffe,  Halbfabrikate,  Fertigwaren)
im  Jahre  1913.
Großbritannien  m it  22,4  Mill.  Mk.
Deutschland  20,4  ,,  „
Schweden  3,0  *  „
Dänemark  M  «  „
Belgien  1,0  „  „

!)  Siehe  Anmerkung  auf  S.  51.
        <pb n="394" />
        Für  das  Inland  verarbeitet  26,8  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  13,1  „  n

39,9  Mill.  Mark

382

Norwegen.  Baumwollindustrie.

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Lose  Baumwolle  und  Abfälle

.  .  .  R

3  986

5,13

453

0,31

Baumwollgarne,  roh

.  .  .  H

1  595

3,48

—

—

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt

422

1,

7

0,01

Baumwollgewebe,  roh

.  .  .  „

680

1,79

6

0,02

Desgl.,  gefärbt,  bedruckt

.  .  .  F

2  595

9,84

—

—

Samte  und  Plüsche

58

0,72

—

—

Damaste  usw

92

0,73

—

—

Preßtuch  und  Segeltuch  aus  Baumwolle  .  .  .

284

0,89

1

0,01

Tülle  und  Gardinengewebe

19

0,16

66

0,40

Wirkwaren

•  •  •  ”

82

0,7  2

—

—

9813

24,46

533

0,75

R  =  Rohstoffe.  H  —  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:
Baumwollgarne,  roh,  gebleicht  und  gefärbt  .  Großbritannien  2f)  Schweden  0,9  Deutschland  0,19
Baumwollgewebe,  roh  Großbritannien  0,7  Niederlande  0,26
Baumwollgewebe,  gefärbt,  bedruckt  ....  Großbritannien  5,5  Deutschland  2,7  Niederlande  0,6
Schweden  0,5

Produktion  der  Baumwollindustrie.

Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  .  .  .
Ab  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren
Die  Tonne  zu  $000  Jk
Ausgeführte  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  .  .

5  935  t
500  t  5  435  t
.  •  ■  67  t
Mithin  Inlandsverbrauch  5368t
26,8  Mill.  Mark
0,4  „
27,2  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
        <pb n="395" />
        Wollindustrie.

383

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Lose  Wolle,  gewaschen

,  .  .  .  R

1  687

5,76

57

0,12

Shoddy  und  Wollabfälle

—

—

393

0,23

Lumpen

CO

0,71

1  235

0,25

Wollgarne,  roh

.  .  .  .  H

706

3,52

—

—

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt

442

2,49

—

—

Wollgewebe

.  .  .  .  F

1134

11,72

11

0,06

Teppiche

134

o,59

—

—

Filz  und  Preßtuch

315

1,89

23

0,15

Wirkwaren

116

1,11

1

0,01

5321

27,79

1  720

0,82

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wolhvaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:

Wollgarne,  roh  Großbritannien  2,2  Deutschland  1,0
Wollgarne,  gebleicht,  gefärbt ­
  Großbritannien  1,2  Deutschland  0,6  Schweden  0,4
Wollgewebe  Deutschland  7,9  Großbritannien  1,7  Dänemark  1,0  Schweden  0,5
Wirkwaren  Großbritannien  0,6  Deutschland  0,5

Produktion  der  Wollindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  2  778  t
Im  Inland  gewonnene  gewaschene  Wolle  2001
Mitverwendete  Kunst-  und  Baumwolle  2100  t  6078  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  35t
Mithin  Inlandsverbrauch  6043t
Die  Tonne  zu  7  750  46,8  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Fertigwaren  °’ 2  »  »
47,0  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Wollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  46,8  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  t5&amp;gt;3  «  »
62,1  Mill.  Mk.
        <pb n="396" />
        384

Norwegen.  Seidenindustrie.  Konfektionswaren.

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

!
Ungezwirnte  und  gezwirnte  Seide  ....

10

0,69

Seidene  Gewebe

.  .  .  .  F

27

1,37

Halbseidene  Gewebe

39

1,14

Bänder  aus  Seide  und  Halbseide

20

1,08

Spitzen  und  Tülle

6

0,29

Handschuhe

—

0,02

102

4,59

—

—

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie.
Keine  Produktion.
Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  3,9  Mill.  Mark.

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Wert  in  Millionen  Mark

Seidene  Kleidungsstücke,  auch  gestickte

0,59

Wollene  *  „  „  .

0,84

Baumwollene  „  „  „

1,42

Gestickte  Baumwollstücke

0,34

Leinene  Kleider

0,03

Handschuhe  aus  Baumwolle,  Leinen,  Wolle,  Seide

0,49

Keine

Stark  appretierte  Waren  (Vorhemden)

1,25

Hüte  aus  Filz

0,84

„  „  Seide

0,07

Posamente  und  Bänder  aus  Baumwolle  und  Wolle

0,38

Seidene  und  halbseidene  Krawatten

0,13

6,38

—
        <pb n="397" />
        Leinen-  und  Juteindnstrie.

385

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel
•

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Flachs

.  .  .  .  R

122

0,12

—

—

Leinen-  und  Hanfgarne,  roh 1 )

.  .  .  .  H

1149

2,36

—

—

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt

195

0,51

—

—

Nähgarne

.  .  .  .  F

l6

0,10

—

—

Lcinengewebe,  roh  und  gefärbt  ....

210

0,62

—

—

Damaste

37

0,29

—

—

Segeltuch  und  Preßtuch

244

0,66

13

0,04

1973

4,66

13

0,04

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  u.  Halbfabrikate  .  l  0831
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ...  13  t
Mithin  Inlandsverbrauch  .  .  .  1070t
Die  Tonne  zu  3  000  Jt  ....  3,1  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Fertigwaren  .  .  .  0,04  „  „
3,1  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  ...  3,1  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren.  .  l,~6  „  ,,
4,7  Mill.  Mk.

Norwegens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Jute

R

2  030

1,11

—

—

Jutegarne

H

31

0,01

46

0,06

Gewebe  aus  Jute  .

F

1834

1,95

28

0,03

Juteteppiche

18

0,03

—

—

Säcke  .

1  190

0,50

47

0,03

5103

3,60

121

0,12

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Juteindustrie.
Im  Inland  verblieben  1940  t
Die  Tonne  zu  900  Ji  1,74  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Fertigwaren  .  .  .  0,06  „  „
1,8  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Für  das  Inland  verarbeitet.  .  .  1,74  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren.  .  .  ■  2,48  „
4,2  Mill.  Mk.

x )  Der  dritte  Teil  der  Einfuhr  kann  als  Hanfgarn  angenommen  werden.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

25
        <pb n="398" />
        386

Dänemark.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Dänemarks  im  Jahre  1913.

Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1913

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

30,7

2,3

8,0

9,4

13,3

1,4

0,9

Wolle  und  Halbwolle  .  .

35,9

6,7

5,1

9,4

21,4

3,9

—

2,8

Seide  und  Halbseide.  .  .

12,9

1,8

—

—

12,9

—

—

1,8

Leinen

3,5

0,02

—

1,6

1,9

—

0,02

—

Jute

6,7

0,4

—

—

6,7

—

0,4

Konfektion

12,2

0,8'

—

12,2

—

—

0,8

101,9

12,0

13,1

20,4

68,4

3,9

1,4

6,7

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr ­
  im  Spezialhandel
beträgt

874,6

717,1

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel ­
  beträgt  demnach

Proz.
11,6

Proz.
1,7

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  .  9,2  Mill.  Mk.
„  „  „  Halbfabrikate,  „  „  „  „  .  .  .  19,0  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  „  .  .  .  61,7  „  „

Im  Inlande  wurden  an  Rohstoffen  gewonnen:
etwa  1  200  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  .  .  .  2,0  Mill.  Mk.

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Dänemarks  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  Berechnungen  auf  S.  390  bis  392  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Dänemarks
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

39,3

0,3

Woll-  und  Halb  Wollindustrie

34,7

0,4

Leinenindustrie

1,4

0,1

75,4

0,3
        <pb n="399" />
        Produktion.

387

25*

Dänemarks  Verhältniszahlen  der  Produktion  und  Einfuhr  sind  denen  von
Norwegen  ähnlich.  Ungefähr  58,2  Proz.  des  Inlandsverbrauches  werden  von  der
heimischen  Produktion  gedeckt.  Entsprechend  der  größeren  Einwohnerzahl
Dänemarks  wird  dann  der  größere  Inlandsverbrauch  durch  die  erhöhte  Einfuhr
an  Fertigwaren  ausgeglichen.
Der  Verbrauch  selbst  weicht  aber  insofern  von  dem  Norwegens  ab,  als  in
Dänemark  den  Wollwaren  nicht  die  große  Rolle  zufällt.  Das  Verbrauchsverhältnis
gleicht  in  dieser  Richtung  mehr  dem  in  Schweden.
Die  Ausfuhr  Dänemarks  an  Textilwaren  ist  gering;  sie  beträgt  12,oMill.Mk.
und  bezieht  sich  zum  größten  Teil  auf  Rohstoffe  und  Fertigwaren  der  Wollindustrie. ­


Das  dänische  statistische  Amt  gibt  über  die  Produktion  der  Textilindustrie
und  verwandter  Zweige  vom  Jahre  1913  folgende  Zusammenstellung:
Baumwollspinnerei.  Es  arbeiten  fünf  Fabriken  mit  1218  Arbeitern,  204
Spinnmaschinen  und  88  000  Spindeln.

Hergestellt  wurden
5093,9  t  Garne  im  Werte  von  9,7 2  Mill.  Mk.  und
377,7  1  Abfälle  „  „  „  0,25  „  „

Gesponnen  werden  vornehmlich  mittelstarke  Garne  von  Nr.  1  bis  40.
Zur  Deckung  des  weiteren  Bedarfs  wurden  1726t  Garne,  einschließlich  Näh-,
Strick-  und  Stickgarne,  die  im  Inlande  nicht  hergestellt  werden,  vom  Auslande
eingeführt.
Wollspinnerei.  Der  Verbrauch  an  Wollgarnen  beträgt  5400  t,  wovon
etwa  3476  t  im  Inlande  gesponnen  und  der  Rest  von  1929  t  eingeführt  werden.
Die  Wollspinnereien  verarbeiten  2000  t  Shoddy,  wovon  ungefähr  die  Hälfte
vom  Inlande  gedeckt  wird.
Die  eigentliche  Textilindustrie  Dänemarks  umfaßt  578  Betriebe,  darunter
466  mit  nur  fünf  Arbeitern  oder  noch  weniger.  Die  anderen  Betriebe  sind:

5  Baumwollspinnereien  mit  1218  Arbeitern
32  „  „  309  „
31  Wolltucbfabriken  212 4  »
23  Baumwoll-  und  Leinenwebereien  *  222 5  „
21  sonstige  Webereien,  einschließlich  der  Bandwirkereien  „  2648  „
112  Betriebe  mit  8524  Arbeitern
        <pb n="400" />
        388

Dänemark.  Textilindustrie.

Hergestellt  wurden  in  diesen  Betrieben 1 ):

Menge  in  Tonnen

Wollene  und  halbwollene  Waren  2944
Baumwollene  Waren  5851
Halbleinene  Waren  161,6
Ganzleinene  Waren  148,9

Wert  in  Mill.  Mk.
16,2
20,6
0,8
1,0

Die  dänische  Industrie  deckt  den  größten  Teil  des  Inlandsverbrauchs  an
wollenen  Decken  und  ähnlicher  "Ware;  dagegen  werden  von  wollener  Meterware
noch  ungefähr  ein  halbmal  soviel  vom  Ausland  eingeführt,  als  die  einheimische
Industrie  hersteilen  kann.  Wollene  Fußbodenteppiche,  sowie  Fußbodenzeug,
werden  ausschließlich  vom  Auslande  geliefert.
Von  den  aus  Pflanzenfasern  hergestellten  Manufakturwaren  deckt  die  einheimische ­
  Industrie  über  90  Proz.  des  Verbrauchs  an  Gardinen  und  mehrfarbigen ­
  Stoffen,  ungefähr  zwei  Drittel  der  ungebleichten  Baumwollwaren  und
rund  die  Hälfte  der  einfarbigen,  sowie  ungefärbten  gebleichten  Waren,  während
Spitzen  und  ähnliche  offene  Waren,  Baumwollwaren,  Jutewaren,  Segeltuch  und
sonstige  grobe  Waren  eingeführt  werden.
Ähnlich  wie  in  anderen  Ländern  verschwinden  auch  in  Dänemark  die
Kleinbetriebe  immer  mehr.  Während  es  von  diesen  im  Jahre  1897  noch  rund
3000  gab,  betrug  ihre  Zahl  1914  kaum  noch  550.  Aber  auch  in  den  größeren
Betrieben  mit  mechanischer  Kraft  versucht  man  Arbeitsersparnisse  zu  erzielen,
indem  man  mehr  zur  Aufstellung  von  automatischen  Maschinen  übergeht.
In  der  Wirkwarenindustrie  gibt  es  581  Betriebe  mit  insgesamt  4823  Arbeitern, ­
  von  denen  ungefähr  2500  in  den  Fabriken  und  der  bei  weitem  größte
Teil  des  Restes  als  Heimarbeiter  beschäftigt  werden.
Die  Produktion  von  44  Betrieben,  die  ungefähr  90  Proz.  der  sämtlichen
Arbeiter  beschäftigen,  ist  aus  der  folgenden  Aufstellung  ersichtlich,  der  gleichzeitig

  die  Einfuhr  der  betreffenden  Waren

beigefügt  ist:

Produktion

Wert

Einfuhr

Wert

in  Tonnen

in  Mill.  Mk.

in  Tonnen

in  Mill.  Mk.

Ganz-  und  halbwollene  Strümpfe  .  .  .

•  424,5

3,56

95

1,62

„  „  „  andere  Waren  .

.  680,6

5,60

77,6

—

Baumwollene  Strümpfe

•  44,3

0,23

88

0,60

Sonstige  Baumwollwaren

•  524,5

2,06

57,4

0,29

Zusammen

:  1673,9

11,45

318

2,51

Die  Einfuhr  vom  Auslande  deckt  ungefähr  66  Proz.  des  Verbrauchs  an
baumwollenen  und  19  Proz.  an  wollenen  Strümpfen,  sowie  10  Proz.  an  sonstigen
Wirkwaren.

x )  „Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie,  1916“,  Sondernummer  2.
        <pb n="401" />
        Inlandsverbrauch.

389

Der  Inlandsverbrauch  Dänemarks  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Auf  Grund  der  Berechnungen  auf  S.  39°  bis  393  kann  folgender  Inlandsverbrauch ­
  angenommen  werden  an:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  2840000  angenommen,  war
der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

SO,  3

17,69

Woll-  und  Halbwollwaren

53,4

18,80

Seiden-  und  Halbseidenwaren

11,1

3,90

Leinen  waren

3,3

1,17

Konfektionswaren

n,4

4,01

129,5

45,57

Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren,  im  Werte  von  129,5  Mill.  Mk.,  wird
gedeckt

von  der  Produktion
zu  58,2  Proz.

von  der  Einfuhr
zu  41,8  Proz.

Herkunlts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  (Rohstoffe,  Halbfabrikate,  Fertigwaren).
Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  im  Jahre  1913  waren:
Deutschland  mit  57,4  Mill.  Mk.
Großbritannien  ,,  30,5  „  „
Belgien  2 ,7  ,,  „
Frankreich  2 &amp;gt;5  »  „
Schweden  *&amp;gt;7  „  »
Schweiz  1 &amp;gt;°  »  »
Niederlande  „  !&amp;gt;S  „  »
Island  „  1 &amp;gt;S  »  „
Die  hauptsächlichsten  Absatzländer  im  Jahre  1913  waren:
Schweden  4,0  Mill.  Mk.
Norwegen  „  2 &amp;gt;4  ,,  „
Finnland  „  J &amp;gt;4  „  „
Deutschland  „  M  "  «
        <pb n="402" />
        390

Dänemark.  Baumwollindustrie.

50,3  Mill.  Mk.

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Lose  Baumwolle

.  R

5  976

8,04

—

Baumwollgarne,  roh

.  H

1363

4,10

96

0,33

Desgl.,  gefärbt  .  .  .

•  »

469

1,85

60

0,33

Baumwollgewebe,  roh

8SO

3,42

70

0,73

Desgl.,  glatt,  buntgewebt,  bedruckt  .

.  F

3  533

12,43

261

0,94

Wirkwaren

•  ,,

ISO

0,86

—

—

12341

30,70

487

2,33

R  =  Rohstoffe.

H  =

Halbfabrikate

F  —  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:

Baumwollgarne,  roh  Großbritannien  2,0
Baumwollgarne,  gefärbt  Deutschland  1,1
Baumwollgewebe,  roh  Großbritannien  2,1
Baumwollgewebe,  gefärbt,  bedruckt  Großbritannien  6,3
Niederlande  0,3
Wirkwaren  Deutschland  0,8

Deutschland  1,5
Großbritannien  o,S
Deutschland  1,0
Deutschland  4,9

Belgien  0,26
Niederlande  0,23  &amp;gt;
Frankreich  0,6

Produktion  der  Baumwollindustric.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  7  954  t
Ab  Verbrauch  fiir  die  Halbwollindustrie  300  t
7  654  t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  2611
Mithin  Inlandsverbrauch  7  393  t
Die  Tonne  zu  SOOO  Mk  37,0  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  2,3  „

39,3  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
37,0  Mill.  Mk.
•'  13,3  „  „

Für  das  Inland  verarbeitet
Eingeführte  Fertigwaren  ,
        <pb n="403" />
        ■Wollindustrie.

391

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Lose  Wolle,  ungewaschen  R
Desgl.,  gewaschen  ,,
Kunstwolle  *  •  ,,
Wollumpen  „
Wollgarne,  ungefärbt  H
Desgl.,  gefärbt
Wollgewebe  F
Teppiche  „
Wirkwaren  ,,

Einf  uhr

Tonnen

Mill.  Mark

811
649
936
651
1  411
516
2  178
415
181

1,55
2,20
1,19
0,15
6,73
2,63
18,37
1,39
1,71

Ausfuhr

Tonnen  Mill.  Mark

R  =  Rohstoffe.

||  7  748
H  =  Halbfabrikate.

35,92

5U
469
86
5  359

228
81
11

6  745

1,07
1,49
0,08
1,23

2,16
0,59
0,08

6,70

F  =  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Mill.  Mark:
Wollgarne,  ungefärbt  ....  Großbritannien  4,0  Deutschland  1,5  Belgien  0,9
Wollgarne,  gefärbt  Großbritannien  1,2  Deutschland  0,95  Belgien  0,24
Schweden  0,2
Wollgewebe  Deutschland  13,1  Großbritannien  4,0  Niederlande  0,46
Schweden  0,44
Teppiche  Großbritannien  0,7  Türkei,  asiat.  0,3  Deutschland  0,23
Wirkwaren  Großbritannien  1,0  Deutschland  0,64

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  2272  t
Im  Inland  gewonnene  gewaschene  Wolle  660t
Mitverwendete  Kunst-  und  Baumwolle  1  6001
4  532  t
Ab  2  Proz.  Spinnverlust  ....  91  t
4  441t
Ab  Ausfuhr  an  Fertigwaren  320  t
Mithin  Inlandsverbrauch  4  1211
Die  Tonne  zu  7  750  31,9  Mill.  Mk.
Ausgeführte  Fertigwaren  __  2,8  „  „
34,7  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  31,9  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  21,5  „  ,,
53,4  Mill.  Mk,
        <pb n="404" />
        392

Dänemark.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen
'

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark
f

Leinengarne

.  .  .  H

468

1,61

5

0,02

Leinengewebe

.  .  .  F

1023

1,93

—

—

1491

3,54

5

0,02

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Leinen-  und  Jutewaren  kam  zum  größten
Teil  aus  folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Milk  Mark:

Leinengarne  Deutschland  1,0  Großbritannien  0,38  Belgien  0,2
Leinengewebe  Deutschland  1,6  Großbritannien  0,3
Jutegarne  usw  Deutschland  0,6  Belgien  0,38  Großbritannien  0,38

Produktion  der  Leinenindustrie.

Verarbeitete  Halbfabrikate  463  t
Die  Tonne  zu  3000  Mk  1,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  1,4  Mill.  Mk.
Eingefiihrte  Fertigwaren  1,9  „  „
3,3  Mill.  Mk.

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Jute,  unversponnen,  rohe  Jutewaren,
Säcke  usw

6  725

5,13

327

0,26

Jutegarne,  Tauwerk,  Seilerarbeiten  usw.  .

1  114

L54

27

0,09

7  866

6,67

354

0,35

Die  Produktion  und  der  Inlandsverbrauch  lassen  sich  für  Jute
nicht  berechnen.
        <pb n="405" />
        Seidenindustrie  und  Konfektionswaren.

393

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Seidengarne,  Nähgarne  ....

.  .  .  F

28

1,67

6

0,39

Seidenwaren

li6

6,23

12

o,75

Halbseidenwaren

153

5,02

17

0,68

297

12,92

35

1,82

F  =  Fertigwaren.

Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Seidenwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Mill.  Mark:

Seidengarne,  Nähgarne  .  .

.  .  Deutschland  .  .

1,2

Großbritannien

0,4

Seiden  waren

3,0

Schweiz  .  .  .

1,1

Frankreich

0,6

Großbritannien  .

0,4

Halbseidenwaren  ....

4,1

Großbritannien

0,43

Frankreich

0,4

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie.
Keine  Produktion.
Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Einfuhr,  abzüglich  Ausfuhr,  an  Fertigwaren  1,1  Mill.  Mk.

Dänemarks  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Wert  in  Millionen  Mark

Kleidungsstücke  aus  Seide,  Wolle  oder  Baumwolle

8,35

0,45

Putzwaren

0,30

—

Posamente  und  Bänder  aus  Baumwolle  oder  Wolle

1,31

0,08

Filzhüte

1,68

0,07

Andere  Hüte,  Strohhüte  ausgenommen

0,54

0,18

12,18

0,78

Die  Einfuhr  an  Konfektionswaren  kam  zum  größten  Teil  aus  folgenden

Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:

Kleidungsstücke  aus  Seide,  Wolle  oder  Baumwolle  .

.  Deutschland.  .

6,1

Großbritannien

1,6

Putzwaren

.  Großbritannien

0,3

Posamente

.  Deutschland.  .

1,2

Hüte

.  Deutschland.  .

1,3

Großbritannien

0,63
        <pb n="406" />
        394

Finnland.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Finnlands  im  Jahre  1913.
Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.
In  Millionen  Mark.

Ein-und  Ausfuhr
im  Jahre  1913

Die

ein-  und  ausgefiibrten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhi

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

23,4

4,2

13,8

2,2

7,4

0,04

1,1

3,1

Wolle  und  Halbwolle  .  .

15,1

0,2

4,1

3,2

7,8

0,02

—

0,2

Seide  und  Halbseide.  .  .

3,8

—

—

—

3,8

—

—

—

Leinen

3,4

3,0

2,5

0,2

0,7

0,01

1,7

1,3

Jute

0,8

—

0,05

—

0,8

—

—

—

Konfektion

6,4

—

—

—

6,4

—

—

—

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr ­
  beträgt

52,9

7,4

20,4

5,6

26,9

0,07

2,8

4,6

396,3

320,4

—

—

■

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel
beträgt  demnach  .  .  .

Proz.
13,3

Proz.
2,3

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  ausgeführten,  beträgt  20,1  Mill.  Mark
„  „  »  Halbfabrikate,  „  „  „  „  3,0  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  „  22,3  „  „
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  2618  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  4,4  Mill.  Mark
„  1OOO  t  Flachs  „  „  „  „  o,7  „  „
5,1  Mill.  Mark

Produktion  der  Textilindustrie  Finnlands  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  Berechnungen  auf  S.  396  bis  398  ersichtlich,  beträgt  der  ungefähre ­
  Produktionswert  der:

Mill.  Mark

Anteil  Finnlands  am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten

Baumwollindustrie

40,7

0,3  Proz.

Woll-  und  Halbwollindustrie

31,0

0,4  „

Leinenindustrie

7,7

0,4  „

79,4

0,3  Proz.
        <pb n="407" />
        Produktion.  Inlandsverbrauch.

395

Finnland  besitzt  bereits  eine  ziemlich  gut  entwickelte  Baumwoll-  und
Wollindustrie,  und  zwar  werden  80,3  Proz.  des  Inlandsverbrauchs  an  Textilwaren ­
  von  der  inländischen  Produktion  gedeckt.
Der  Verbrauch,  pro  Person  und  Jahr  berechnet,  ist  allerdings  wesentlich
niedriger  als  in  Schweden,  Norwegen  oder  Dänemark,  wenn  auch  höher  als
in  Rußland.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  beträgt  26,9  Mill.  Mark  und  erfolgt  zum
größten  Teil  aus  Deutschland,  England  und  Rußland.  Andererseits  hat  Finnlands ­
  Textilindustrie  bereits  eine  in  Betracht  kommende  Ausfuhr  an  Baumwollund
  Leinenwaren,  welche  hauptsächlich  von  Rußland  übernommen  werden.

Der  Inlandsverbrauch  Finnlands  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Auf  Grund  der  Berechnungen  S.  396  bis  399  kann  folgender  Inlandsverbrauch
angenommen  werden:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  3,2  Millionen  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

43,9

13,72

Woll-  und  Halbwollwaren

38,6

12,05

Seiden-  und  Halbseidenwaren

3,8

1,20

Leinenwaren

5,4

J  ,68

Jute  waren

0,8  B

—

Konfektionswaren

6,4

2,02

98,9

30,67

Vorstehender  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Werte  von  98,9  Mill.  Mk.
wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  80,3  Proz.  zu  19,7  Proz.

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  (Rohstoffe,  Halbfabrikate,  Fertigwaren).

Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  im  Jahre  1913  waren:

Deutschland  .
Großbritannien
Rußland  .  .  .
Dänemark  .  .
Schweden  .  .

mit  24,1  Mill.  Mark
„  H,8  „
„  10,0  „
,,  1,9  n
„  1,2  „

Das  hauptsächlichste  Absatzland  im  Jahre  1913  war:
Rußland  mit  7,2  Mill.  Mark.

9  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="408" />
        390

Finnland.  Baumwollindustrie.

Finnlands  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohe  Baumwolle

R

8  390

13,42

—

—

Baumwollabfall

„

385

0,31

215

0,04

Baumwolle,  gefärbt

H

64

0,10

—

—

Baumwollgarne,  roh  oder  gebleicht

„

88

0,22

29

0,11

Desgl.,  gefäi'bt

*

64

0,21

36

0,16

Desgl.,  gezwirnt,  und  Nähgarne

219

1,70

3

0,02

Baumwollgewebe,  ungefärbt

„

—

—

169

0,77

Dichte  Baumwollgewebe,  unigefärbt  .......
Desgl.,  buntgewebt

F

297
740

1,77
3,81

|  577

3,09

Buchbinder-Leinen  .

„

19

0,11

—

—

Samte  und  Plüsche

n

24

0,30

—

—

Segeltuche  aus  Baumwolle

31

0,26

—

—

Spitzen,  Tülle  und  sonstige  durchsichtige  Gewebe

„

28

0,68

—

—

Baumwollgewebe  mit  seidenen  Effekten

„

1

0,01

—

—

Wirkwaren

„

46

0,48

4

0,04

10  396

23,38

1  033

4,23

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Baumwollwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:
Baumwollgarne,  gezwirnt,  u.  Nähgarne  Rußland  0,65  Deutschland  0,45  Großbritannien  0,36
Baumwollgewebe,  gef.  u.  buntgewebt  Rußland  3,4  Großbritannien  1,2  Deutschland  0,7
Spitzen  und  Tülle  Deutschland  0,4  Dänemark  0,1.
Die  Ausfuhr  an  Baumwollgeweben,  ungefärbt  und  gefärbt  wie  buntgewebt,
im  Betrage  von  3,8  Milk  Mark  ging  nach  Rußland.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  8  758  t
Ab:  8  Proz.  Spinnverlust  671t
„  :  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie  300  t  971t  7  787  t
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  581t
Ab:  15  Proz.  Appretur  von  581t  87  t  494t
Mithin  Inlandsverbrauch  7  293t
Die  Tonne  zu  5000  M  36,5  Mill.  Mark
Ausgeführte  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  4,2  „  „
40,7  Mill.  Mark
Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  36,5  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  7,4  „  „
43,9  Mill.  Mark
        <pb n="409" />
        ■Wollindustrie.

397

Pur  das  Inland  verarbeitet  30,8  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  •  7i°  ,,  «

38,6  Mill.  Mark

Finnlands  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

.  .  '^1
Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Lose  Wolle

.  .  .  .  R

863

3,10

|

Shoddy  und  Wollabfälle

800

0,96

5

0,02

Lose  Wolle,  gefärbt

.  .  .  .  H

2

0,01

1

Wollgarne,  ungefärbt

260

L35

—

„  gefärbt

312

1,87

—

—

Tuche  und  Halbwollstoffe

.  .  .  .  F

38

0,44

—

—

Flanelle  und  ähnliche  Stoffe

16

0,25

—

—

Pferdedecken  und  sonstige  Decken  ....

121

0,15

137

0,08

Maschinenfilz  und  Preßtuch

191

1,38

14

0,10

Sonstige  gewalkte  Gewebe

203

2,47

—

—

Dünne,  ungewalkte  Gewebe

12

o,43

I

Flaggentuch

1

0,01

*

0,01

Sonstige  Gewebe  einschl.  Plüsche  ....

157

1,75.

1

Wollgewebe  mit  Seideneffekten

3

0,06

~~

Teppiche

44

0,15

—

Wirkwaren

35

0,68

—

—

3  058

15,06

157

0,21

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Einfuhr  der  wichtigeren  Wollwaren  kam  zum  größten  Teil  aus
folgenden  Ländern  mit  Werten  in  Millionen  Mark:
Wollgarne,  ungefärbt  .  .  Deutschland  1,0  Großbritannien  o,3
Wollgarne,  gefärbt  .  .  .  Deutschland  0,8  Schweden  0,5  Großbritannien  0,35
Fertigwaren  Deutschland  3,3  Rußland  1,5  Großbritannien  0,8  Dänemark  0,8

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  gewaschene  Wolle  1440t
Eingeführte  Wolle  und  Garne  1  437  t
Hinzu:  Verbrauch  an  Kunstwolle  und  Baumwolle  1250t  4127  t
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  152t
Mithin  Inlandsverbrauch  3975t
Hie  Tonne  zu  7750  Jii  30,8  Mill.  Mark
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  •  °,2  „  ,,
31,0  Mill.  Mark
Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.
        <pb n="410" />
        Finnland.  Leinen-  und  Juteindustrie.
Finnlands  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Flachs

.  R

2432

2,31

}  11

0,01

Flachswerg

219

0,14

Garne  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jute  .

.  H

12

0,06

117

0,38

Desgl.,  gezwirnt  und  Nähgarne  .  .

•  n

28

0,18

361

1,30

Leinwand

.  F

63

0,45

274

0,94

Damast  und  Drilch

l

0,01

—

—

Feinere  Gewebe  und  Plüsche  .  .  .

•  n

7

0,05

—

—

Bettzwilch  .

5

0,02

—

Segeltuch,  und  Teppichgewebe  .  .  .

•  „

106

0,15

121

0,37

2  873

3,37

884

3,oo

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.
Im  Inland  gewonnener  Flachs  1000t
Eingeführter  Flachs  '  2  4321
3  432  t
Ab:  36  Proz.  Hechel-  und  Spinnverlust  ....  1235  t
2  197  t
Ab:  mehrausgeführte  Halbfabrikate  230t
„  ausgeführte  Fertigwaren  3951  625  t
Mithin  Inlandsverbrauch  1  572t
Die  Tonne  zu  3000  Ji,  4,71  Mill.  Mk.
Ausfuhrwert  der  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  2,99  „  „
7J7  Mill.Mk!
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  4,7  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  0,7  „  „
5,4  Mill.  Mk.

Finnlands  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Jute

.  .  R

79

0,04

—

Jutewerg

70

0,01

—

—

Sacktuch

.  .  .  F

661

0,50

4

0,006

Jute-  und  Hanfgewebe  ....

12

0,05

—

—

Säcke  aus  groben  Geweben  .  .

•  •  *

—

0,20

—

—

822

0,80

4

0,006

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.
Produktion  der  Juteindustrie.
Keine  Produktion.
Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Eingeführte  Fertigwaren  0,75  Mill.  Mk.
        <pb n="411" />
        Seidenindustrie  und  Konfektions  waren.

399

Finnlands  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mark

Tonnen

Mill.  Mark

Rohseide  und  Seidenwatte

H

0,7

0,002

Seidenabfälle  und  Flockseide

„

0,6

0,002

Nähseide

F

12

0,63

Seidenstoffe  und  Samte

„

11

1,09

Plüsche  und  Felbel  aus  Seide  ....

„

1

0,09

Halbseidene  Stoffe

14

0,78

Keine

Plüsche  und  Felbel  aus  Halbseide  .  .

n

0,7

0,03

Bänder  und  Chenille  aus  Samt,  reineSeide

v

5

0,60

Desgl.,  aus  Halbseide

»

3

0,21

Tülle  und  andere  durchsichtige  Gewebe

»

1,5

0,25

Wirkwaren

»

4

0,16

53,5

3,844

—  —

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie.
Keine  Produktion.
Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  3&amp;gt;8  Mill.  Mk.

Finnlands-  Ein-  und  Ausfuhr

an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Wert  ln  Millionen  Mark

Kleider  und  genähte  Gegenstände  aus  Baumwolle,  Leinen,  Hanf

2,88

Desgl.,  aus  Wolle  oder  Halbwolle

0,93

Desgl.,  aus  Seide  oder  Halbseide

0,37

Frauenmantel  ohne  Pelzbesatz

0,63

Gewebe  und  Kleider  mit  Gummi

0,21

Hüte  aus  Filz  oder  Seide

0,18

Keine

Sonstige  Hüte  (außer  Strohbüten)

0,24

Mützen  ohne  Pelzbesatz

0,08

Posamentier  waren  aus  Baumwolle,  Wolle  oder  Seide  •

0,13

0,07

Baumwollene  und  wollene  Bänder

0,36

Hosenträger  und  Strumpfbänder

o,37

6,45

—
        <pb n="412" />
        400

Türkei.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  der  Türkei.

Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1910/11i).
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1910/11

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

A  u  s  f  u  h

r

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

182,3

18,8

0,7

58,9

122,7

15,4

1,1

2,3

Wolle  und  Halbwolle  .  .

63,9

46,5

0,8

2,4

60,7

28,3

—

18,2

Seide  und  Halbseide  .  .

15,1

47,0

5,1

—

10,0

44,5

—

2,5

Leinen  und  Jute  ....

13,9

0,5

0,4

1,0

12,5

0,2

—

0,3

Konfektion

16,3

0,2

—

—

16,3

—

—

0,2

291,5

113,0

7,0

62,3

222,2

88,4

1,1

23,5

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

  beträgt

787,1

468,3

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außenhandel

Proz.

Proz.

beträgt  demnach  .  .  .

37

24,1

—

—

—

—

—

—

Die  Ausfuhr  der  Rohstoffe,  abzüglich  der  eingeführten,  beträgt  8t,4  Mill.  Mark
Die  Einfuhr  der  Halbfabrikate,  „  „  ausgeführten,  „  6l,2  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  „  198,7  „  „

In  der  Textilindustrie  der  Türkei  ist  das  hervortretendste  Moment  die
geringe  Einfuhr  an  Rohstoffen,  bei  einer  sehr  hohen  Einfuhr  an  Halbfabrikaten
und  Fertigwaren.  Bei  einer  Einfuhr  von  284,5  Mill.  Mark  zählt  die  Türkei  mit
zu  den  größten  Absatzländern  für  Textilwaren.
Die  niedrige  Einfuhr  an  Textilrohstoffen  erklärt  sich  dadurch,  daß  viele
Rohstoffe  im  Inlande  gewonnen  werden;  indessen  wird  deren  Reichtum  vielfach ­
  überschätzt.
An  roher  Baumwolle  wurden  im  Jahre  1912  annähernd  30000  t  gewonnen,
d.  i.  etwa  der  15.  Teil  der  beispielsweise  in  Deutschland  jährlich  verbrauchten
Menge.  Allerdings  könnte  der  Baumwollertrag  in  der  Türkei  ganz  wesentlich
gesteigert  werden,  und  im  Interesse  aller  Beteiligten  sollte  hierauf  das  Hauptgewicht ­
  gelegt  werden.

b  Vom  15.  März  1910  bis  15.  März  1911.
        <pb n="413" />
        Rohstoffe.

401

Die  jährliche  Ausbeute  an  roher  Wolle  wurde,  da  genaue  statistische
Unterlagen  nicht  vorliegen,  auf  45500t  geschätzt;  an  sich  wäre  dies  schon  eine
beachtenswerte  Produktion;  es  muß  aber  angenommen  werden,  daß  die  wirkliche
Ausbeute  niedriger  ist  und  ebenfalls  erst  noch  zur  Entwickelung  gebracht  werden
müßte.  Dagegen  ist  die  Gewinnung  an  Mohairwolle  schon  ganz  beträchtlich
und  könnte  den  befreundeten  Staaten  von  Nutzen  sein.
In  Kokons  hat  unter  den  europäischen  Ländern  nächst  Italien  die  Türkei
die  stärkste  Erzeugung.  Diese  betrug  im  Jahre  1912/13,  auf  Rohseide  umgerechnet,
in  Italien  4105  t,  in  der  Türkei  1158  t.  Zum  Vergleich  sei  beigefügt,  daß  Deutschland ­
  im  Jahre  1913  3805  t  Rohseide  verarbeitete.  Betreffend  die  Steigerung  der
Produktion  in  der  Türkei  kann  hier  das  gleiche  wie  oben  bei  der  Baumwolle
erwähnt  werden,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß  die  Verhältnisse  bezüglich  der
Seidenraupenzucht  viel  günstiger  als  bezüglich  der  Baumwollgewinnung  liegen.
Die  Produktion  der  Textilindustrie  ist  nicht  bedeutend.  Sie  befand  sich
aber  in  den  letzten  Jahren  bereits  im  Umwandlungsprozeß,  um  sich  von  der
früher  stark  vorherrschend  gewesenen  Kleinindustrie  zur  Fabrikindustrie  zu  entwickeln. ­
  Die  Produktion  deckt  bis  zu  62,4  Proz.  den  Inlandsbedarf,  während
die  restlichen  37,6  Proz.  des  letzteren  durch  die  Einfuhr  gedeckt  werden.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre  1910/H  erstreckt  sich  vornehmlich
auf  Baumwollwaren  im  Werte  von  122,7  Milk  Mk.  Wollwaren  wurden  für
60,7  Mill.  Mk.  eingeführt,  doch  sind  in  diesen  für  9,2  Milk  Mk.  persische  Teppiche
enthalten,  die  mit  den  türkischen  Teppichen  zusammen  (im  Werte  von  17,8  Milk  Mk.)
wieder  ausgeführt  wurden.  Die  Einfuhr  an  Seiden-,  Leinen-  und  Jutewaren  beträgt
22,5  Milk  Mk.  und  die  der  Konfektionswaren  16,3  Mill.  Mk.
Von  der  Gesamteinfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  entfällt  der
größte  Teil  auf  England  mit  109,8  Mill.  Mk.,  dann  folgen  Italien  mit  42,8  Mill.  Mk.
(großenteils  Halbfabrikate),  Österreich-Ungarn  mit  39,6  Mill.  Mk.  und  Deutschland ­
  mit  23,4  Mill.  Mk.
Die  Ausfuhr  umfaßt  die  oben  erwähnten  Rohstoffe  in  Baumwolle,  Wolle
und  Seide,  die  Erzeugnisse  der  Teppichindustrie,  sowie  eine  Anzahl  kleinerer
Positionen.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
30  500  t 1 )  rohe  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  33,5  Mill.  Mk.
45  5001  rohe  Wolle  „  „  „  „  68,3  „  ,,
5  471  t  Mohairwolle,  Ziegenhaare  „  „  „  „  1 5,7  „  „
13  2481  Kokons  im  ungefähren  Werte  an  Seide  „  39,0  „  „
156,5  Mill.  Mk.
: )  Nach  Bulletin  116  des  Departement  of  Commerce  der  Vereinigten  Staaten  wird  der  Ernteertrag ­
  im  Jahre  1912  in  der  europäischen  Türkei  auf  2260  t,  in  der  asiatischen  Türkei  auf  23000  t
geschätzt,  während  die  oben  angegebene  Zahl  der  Mitteilung  des  Annuaire  internationale  de  statistique
  agricole  Rome  entspricht.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

26
        <pb n="414" />
        402

Türkei.  Textilindustrie.

Baumwolle.  Sowohl  in  der  europäischen  als  auch  in  der  asiatischen  Türkei
wird  Baumwolle  gewonnen;  die  Mengen  sind  aber  noch  nicht  bedeutend.  Das
wichtigste  Gebiet  ist  Mesopotamien,  wo  von  alters  her  Baumwolle  gewonnen
wurde.  Vor  einigen  Jahren  wurde  zur  Pflege  der  Baumwollkultur  die  deutschlevantinische
  Baumwoll-Gesellschaft  in  Adana-Mersina  gegründet,  deren  Bemühungen ­
  es  zu  verdanken  ist,  daß  die  Gewinnung  der  Baumwolle  die  oben
angegebene  Menge  erreichen  konnte.  Ein  zweites  Baumwollgebiet  neben  Adana-Mersina
  ist  Smyrna,  und  zwar  ist  diese  Baumwolle  in  Qualität  besser  als  die
aus  Adana.
Die  Durchschnittsernte  in  Smyrna  betrug  in  den  letzten  Jahren  38  OOO  Ballen
zu  200  kg  =  7600  t,  von  denen  ungefähr  5700  t  ausgeführt  werden,  während  der
Rest  von  den  heimischen  Spinnereien  verarbeitet  wird.
Die  Produktion  in  Adana  betrug:

1907/08  46  000  Ballen,  davon  ausgeführt  40  190  Ballen
1908/09  72176  „  „  „  65  676
1909/10  56407  „  „  „  49  988
1910/11  63461  „  „  „  52880

Die  Schätzungen  der  Ernte  1911/12  schwanken  zwischen  100000  und  110000  Ballen.
Bei  einem  Ballengewicht  von  190  bis  200  kg  kann  danach  die  Produktion  Adanas
auf  19000  bis  20  000  t  eingeschätzt  werden.
Über  die  Möglichkeit  einer  erhöhten  Baumwollproduktion  der  Türkei  sind
die  Ansichten  sehr  geteilt.  Ein  Teil  der  Sachkenner  glaubt,  daß  mittels  entsprechender ­
  Kanalanlagen  zur  Bewässerung  die  Baumwollkultur  auf  eine  ähnliche ­
  Höhe  wie  in  Ägypten  gebracht  werden  könne,  ein  anderer  Teil  verweist
auf  das  geringe  Entgegenkommen  der  Bevölkerung  und  Behörden,  wie  auch
darauf,  daß  der  Boden  für  Feldfrüchte  stärker  als  für  Baumwolle  gebraucht  würde,
so  daß  auf  eine  baldige  Erhöhung  der  Baumwollernte  nicht  zu  rechnen  sei.  Wie
in  allen  ähnlichen  Fällen  dürfte  die  in  der  Mitte  liegende  Meinung  die  richtigere ­
  sein,  und  es  sei  hierbei  auf  die  Entwickelung  der  Baumwollkultur  in
Rußland  verwiesen,  die  auch  für  die  Türkei  als  Maßstab  dienen  kann.  Trotzdem ­
  die  Bodenverhältnisse  in  Rußland  viel  ungünstiger  als  in  der  Türkei  sind,
wurden  dort  im  Jahre  1913  bereits  mehr  als  200000  t  lose  Baumwolle  gewonnen,
wobei  anfangs  —  vor  einigen  Jahren  —  die  Ansichten  über  die  Möglichkeit  der
Baumwollgewinnung  noch  viel  ungünstiger  lauteten  als  die  jetzigen  betreffs
der  Baumwollgewinnung  in  der  Türkei.
Der  in  Rußland  eingeschlagene  Weg  war  insofern  sehr  richtig  gewählt,  als
die  Baumwollindustriellen  selbst  die  Pflege  der  Baumwollkultur  in  die  Hände
nahmen  und  diese  zur  Entwickelung  brachten.
Bemerkt  sei  noch,  daß  im  Bezirk  Adana-Mersina  auch  versucht  wurde,  die
ägyptische  Baumwolle  anzupflanzen,  daß  jedoch  die  Ergebnisse  mit  dieser  weniger
günstig  waren  als  mit  der  Baumwolle  nordamerikanischer  Abstammung.
        <pb n="415" />
        Rohstoffe.

403

Wolle.  Genaue  Angaben  über  die  Wollgewinnung  liegen  nicht  vor.  Der
Schaf-  und  Ziegenbestand  war  nach  dem  Annuaire  internationale  de  statistique
agricole  Rome  1913/14  folgender:

1910  1911  1912
Schafe  27661000  25435000  27094000
Ziegen  16957000  15009000  16473000
Angora-Ziegen  4  325  000  3  725  000  3  795  000

Die  gewonnene  Wollmenge  kann  nach  Stirm 1 )  mit  45  5001  angenommen
werden.  Von  dieser  wird  beiläufig  der  vierte  Teil  ausgeführt,  während  der  Rest
im  Inlande  verarbeitet  wird.  Es  erscheint  fraglos,  daß  bei  der  in  der  Türkei
vorherrschenden  besonderen  Vorliebe  für  die  Schafzucht  die  Wollproduktion  noch
wesentlich  gesteigert  werden  könnte.
Mohairwolle.  Eine  ziemliche  Bedeutung  besitzt  die  Produktion  der
Mohairwolle,  da  sie  jährlich  in  großen  Mengen  ausgeführt  wird.  Die  Produktion
beträgt  im  Jahre  Ö0000  bis  65000  Ballen  ä  85kg,  das  sind  5100  bis  5500t.  Vor
1914  wurde  die  ganze  Produktion  stets  von  England  übernommen.
Nach  einem  Bericht  des  deutschen  Generalkonsulats  in  Konstantinopel  vom
9-  September  1913  staffelten  sich  die  Preise  im  Jahre  1913  wie  folgt:
Für  I  allerfeinste  Ware  ......  20  bis  21  Goldpiaster  für  1  Oka *  2 )
„  II  Ware  17  „  18V2  „  „  1  „
»  111  11  *  13V2  -  „  1  „
»IV  „  6VA  8R 2  „  „  1  „
Seide.  Die  Kokonsernte  im  Jahre  1912/13  betrug:
Asiatische  Türkei  10213  t  |  Europäische  Türkei  ....  3035  t
Die  Seidenraupenzucht  ist  in  der  Türkei  stark  verbreitet,  und  zwar  in
Syrien  und  Brussa.  Das  Abspinnen  der  Kokons  wird  in  Kleinbetrieben  mit
unzulänglichen  Einrichtungen  ausgeführt.  Es  gibt  nur  eine  größere  Seidenspinnerei ­
  schweizerischen  Ursprungs  mit  600  Arbeiterinnen.  Eine  besondere
Entwickelung  der  Seidenraupenzucht  war  vor  dem  Kriege  nicht  wahrzunehmen,
im  Gegenteil,  die  Lage  der  Produzenten  wurde  als  ungünstig  geschildert,  da
dieselben  nicht  auf  ihre  Kosten  kamen  und  vielfach  daran  gehen,  den  Anbau
der  Maulbeerbäume  durch  andere  Kulturen  —  vor  allem  durch  Anpflanzungen
von  Fruchtbäumen  —  zu  ersetzen.  Über  die  Seidenzüchter  berichtet  das  Kaiserliche ­
  Konsulat  in  Beirut  (s.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1913,  Nr.  52)
folgendes:  „Die  Beiruter  Seidenzüchter  haben  bei  den  heutigen  Seidenpreisen
und  ihren  wachsenden  Erstehungskosten  einen  schweren  Stand  und  sind,  soweit
sie  gleichzeitig  Spinner  sind,  nicht  in  der  Lage,  ihre  veralteten  Spinnereibetriebe
zu  modernisieren.  Eine  Aussicht  auf  bessere  Seidenpreise  auf  dem  Weltmarkt
ist  angesichts  der  billig  arbeitenden  chinesischen  und  japanesischen  Konkurrenz
b  Chem.  Technologie  der  Gespinstfasern  von  Dr.  Karl  Stirm,  Berlin  (Gebr.  Bornträger),  1913.
2 )  1  Goldpiaster  =  18V2  Pfg.  und  1  Oka  =  1,283  kg.

26*
        <pb n="416" />
        404

Türkei.  Textilindustrie.

nicht  gegeben,  und  die  syrische  Seidenernte  mit  durchschnittlich  */ g  Mill.  Kilogramm
Jahresertrag  ist  einer  Weltproduktion  von  etwa  25  Mill.  Kilogramm  gegenüber  zu
gering,  um  die  Preise  zu  beeinflussen.  Da  nun  bei  stabilen  Seidenpreisen  die
Produktionskosten  in  Beirut  teils  wegen  Mangel  an  Arbeitskräften,  teils  wegen
steigender  Bodenrente  wachsen,  so  wendet  man  sich  immer  mehr  anderen  einträglicheren ­
  Kulturen  zu,  und  die  Zahl  der  Seidenzüchter,  sowie  die  Ausdehnung  der
Maulbeerpflanzungen  ist  im  Abnehmen  begriffen.  Der  Export  der  Beiruter  Rohseide ­
  richtet  sich  ausschließlich  nach  Frankreich,  einmal  deshalb,  weil  französische
Häuser  in  Beirut  seit  langen  Jahren  das  Seidenexportgeschäft  beherrschen  oder
selbst  die  größten  Spinnereien  besitzen,  andererseits  weil  der  größere  Teil  der
dortigen  Rohseiden  nach  veralteten  Methoden  (mit  großem  Haspel)  gesponnen
wird  und  zur  weiteren  Verwendung  einer  Umarbeitung  bedarf,  auf  die  man  anscheinend ­
  nur  noch  in  Frankreich  eingerichtet  ist.“
In  einem  früheren  Bericht  desselben  Konsulats  (s.  Nachrichten  für  Handel
u.  Industrie  1912,  Nr.  64)  wird  die  Lage  der  Seidenspinnerei  wie  folgt  besprochen:
„Die  Lage  der  Spinnereien  ist  noch  weniger  befriedigend  als  die  der  Seidenzucht. ­
  Die  Spinnereien  befassen  sich  allerdings  nur  mit  der  Erzeugung  von  Rohseide, ­
  bilden  aber  im  Gebiet  des  Libanon  mit  etwa  150  Fabriken  den  wichtigsten
Erwerbszweig  der  dortigen  Bevölkerung.  Die  Spinnereien  leiden  vor  allem  unter
empfindlichem  Arbeitermangel,  der  durch  die  starke  Abwanderung  der  einheimischen ­
  Arbeitskräfte  nach  Amerika  hervorgerufen  wird.  Ein  fernerer  Grund  des
Zurückgehens  der  in  Rede  stehenden  Industrie  ist  der  Kapitalmangel  der  Spinner,
der  sie  hindert,  ihre  Fabriken  mit  modernen  Maschinen  auszustatten  und  so  einen
rationelleren  Betrieb  und  eine  bessere,  gleichmäßigere  Qualität  der  von  ihnen
erzeugten  Rohseide  zu  erzielen.  Das  Betriebskapital  der  meisten  Beiruter  Spinner
reicht  nicht  einmal  bei  den  jetzigen  veralteten  Arbeitsmethoden  aus,  um  ihnen
den  vollen  Ertrag  ihrer  Arbeit  zu  sichern.  Aus  diesen  Gründen  werden  die
Beiruter  Spinnereien  ihren  Betrieb  mit  der  Zeit  einzustellen  genötigt  sein  oder
in  kapitalkräftigere  Hände  übergehen  lassen  müssen.  Vorläufig  hat  die  unbefriedigende ­
  Lage  der  Spinnereien  zur  Folge,  daß  der  Export  getrockneter  Kokons
demjenigen  der  Rohseide  gegenüber  zunimmt.“
Einfuhr  von  Halbfabrikaten.
Die  Einfuhr  von  Halbfabrikaten  ist  nur  in  Baumwolle  bedeutend,  während
sie  in  den  anderen  Textilzweigen  weniger  in  Betracht  kommt.  Rohe  Baumwollgarne ­
  werden  in  billigeren  Qualitäten  hauptsächlich  eingeführt  aus  England,  Italien,
Indien  und  Österreich-Ungarn;  ferner  werden  große  Mengen  rohe  Baumwollgewebe  —
1910/11  für  29,4  Mill.  Mk.  —  eingeführt,  im  wesentlichen  ebenfalls  aus  England,
Italien  und  Indien.  Eine  Einfuhr  von  Wollgarnen  erfolgte  nur  in  der  verhältnismäßig ­
  geringen  Höhe  von  2,4  Mill.  Mk.,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England.
Garne  aus  Flachs,  Hanf  u.  dergl.  wurden  im  Werte  von  1,0  Mill.  Mk.  eingeführt.
Die  näheren  Angaben  sind  teils  aus  den  später  folgenden  statistischen  Tabellen,
teils  aus  den  Berichten  über  die  Einfuhr  an  Textilwaren  S.  407  bis  408  zu  ersehen.
        <pb n="417" />
        Produktion.

405

Produktion  der  Textilindustrie  der  Türkei.
Die  Baumwollindustrie.  Statistische  Angaben  über  die  Produktion  liegen
nur  so  weit  vor,  als  die  Zahl  der  Baumwollspinnereien  mit  9  und  die  der  Spindeln ­
  mit  70  000  angegeben  wird.  Im  Bezirk  Adana,  wo  die  meiste  Baumwolle
gewonnen  wird,  gibt  es  vier  Spinnereien  und  Webereien,  zwei  in  Adana  mit
16500  Spindeln  und  250  Webstühlen,  und  zwei  in  Tarsus  mit  20  700  Spindeln
und  600  Webstühlen.  Diese  verspinnen  ungefähr  2750  t  Baumwolle.  In  Smyrna
befinden  sich  drei  gut  entwickelte  Spinnereien,  die  vornehmlich  nur  Garne  von
Nr.  4  bis  24  erzeugen.  Auch  in  Mytilene  gibt  es  zwei  neuere  Baumwollspinnereien. ­
  Ferner  sind  in  Smyrna  zwei  größere  Baumwollwebereien  und  mehrere
Baumwollwirkereien  tätig.  Die  Spinnereien  versorgen  einerseits  die  Hausindustrie,
andererseits  mußten  einzelne  auch  die  Weberei  aufnehmen,  um  für  ihre  Gespinste
Verwendung  zu  finden.
Die  Webereien  erzeugen  vornehmlich  die  sogenannten  „Capots“,  ein
Baumwollgewebe,  das  roh  und  gebleicht  hergestellt  wird  und  das  in  der  Türkei
einer  der  stärksten  Handelsartikel  ist.  Außerdem  werden  Baumwollgewebe  in
kleineren  Webereien  wie  auch  in  der  Hausindustrie  in  großen  Mengen  hergestellt.
Dies  erklärt  die  verhältnismäßig  hohe  Einfuhr  an  rohen,  gebleichten  und  gefärbten ­
  Garnen,  die  außer  für  Webartikel  auch  für  Wirkwaren  verwendet  werden.
Die  Wirkwarenindustrie  hat  sich  vornehmlich  als  Kleinindustrie  entwickelt;
auf  aus  Deutschland  eingeführten  Strickmaschinen  werden  Strümpfe  hergestellt.
Ferner  gibt  es  eine  größere  Anzahl  von  Baumwollfärbereien,  welche
die  eingeführten  und  dort  hergestellten  rohen  Gewebe  weiter  verarbeiten,  indem
sie  die  verschiedenen  alteingeführten  Indigoartikel  erzeugen;  ebenso  eine  große
Anzahl  kleinere  Druckereien,  die  mittels  Handdruck  die  im  Inlande  gebrauchten
Gewebe  und  Tücher  hersteilen.  Eine  Kleinindustrie  für  sich  ist  die  Herstellung
der  türkischen  Kopftücher  „Jasmas“  usw.  Die  als  Rohstoff  eingeführten  Musseline
werden  in  glattem  Fond  mit  bunten  Farben  bedruckt.  Diese  Druckwarenindustrie
ist  namentlich  in  Syrien  besonders  stark  entwickelt.
Die  Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  ist  vornehmlich  durch  die  größeren
Militärtuchfabriken,  die  vom  türkischen  Staate  selbst  verwaltet  werden,  vertreten.
Es  existieren  drei  größere  Fabriken  in  Konstantinopel,  Fez-Hane  und  Hereke,
die  sich  nur  mit  der  Herstellung  von  Bekleidungsstoffen  für  die  türkische  Armee
beschäftigen.
Außerdem  sind  noch  die  Teppichfabriken  in  Smyrna  bedeutend.  Über  die
f  eppichindustrie  berichtet  das  deutsche  Konsulat  in  Smyrna  im  Jahre  1912 1 ):
Der  hiesige  im  Jahre  1908  durch  Verschmelzung  von  sechs  der  bedeutendsten
hiesigen  Teppichfabriken  entstandene  Teppichtrust  „The  Oriental  Carpet  Manufacturers
  Ltd.“,  der  neben  dem  Handel  in  alten  vor  allem  die  Herstellung  neuer
Orientteppiche  nach  alten  Mustern  betreibt,  hat  sich  seit  seinem  Entstehen
glänzend  entwickelt.  Die  Gesellschaft  besitzt  in  Panderma  eine  Spinnerei,  in

x )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1912,  Heft  Nr.  3.
        <pb n="418" />
        406

Türkei.  Textilindustrie.

Smyrna  eine  große  Fabrik  für  Handknüpferei  und  eine  Färberei,  in  der  das
Material  für  ihre  hiesigen,  wie  für  ihre  zahlreichen  kleineren  Werkstätten  und
die  von  ihr  abhängige  Hausknüpferei  im  Innern  zubereitet  wird.  Die  Gesamtzahl
der  vom  Trust  im  hiesigen  Lande  beschäftigten  Arbeiter  wird  auf  40000  angegeben. ­
  Zwecks  besserer  Ausnutzung  der  Wollqualitäten  hat  die  Gesellschaft
bedeutende  Lieferungen  für  Militärbedürfnisse  mit  der  türkischen  Regierung  abgeschlossen ­
  und  im  Jahre  1911  in  Smyrna  die  „Ottoman  Cloth  Company  Limited“
ins  Leben  gerufen,  die  im  Jahre  1913  in  ihren  unmittelbaren  Besitz  übergehen
wird.  In  dieser  Fabrik  werden  außer  den  geringen  Wollsorten,  wie  sie  auch
den  Gegenstand  der  eben  erwähnten  Militärlieferungen  bilden,  vor  allem  die
zahlreichen  Abfälle  der  Teppichindustrie  verwertet.  Außerdem  hat  sich  die
Gesellschaft  eine  Aushilfsspinnerei  und  -färbei-ei  gesichert.
Der  Trust  ist  auf  diese  Weise  in  der  Lage,  verhältnismäßig  billig  die
feinste  Wolle  für  die  Teppichknüpferei  auszuwählen.
Die  große  Ausdehnung  seines  Wollgeschäftes  und  die  gesteigerte  Ausnutzung
des  Materials  haben  dem  Trust  eine  ausschlaggebende  Stellung  auf  dem  kleinasiatischen ­
  Wollmarkt  verschafft.
Das  Jahr  1911  hat  weiter  eine  einschneidende  Neuerung  gebracht:  die  Ausdehnung ­
  der  Tätigkeit  des  Trusts  auf  Persien.  Im  Herbst  1911  wurden  mit  sechs
Konkurrenzfirmen  Abkommen  getroffen  und  zwecks  deren  Aufnahme  in  den
Trust  und  Einrichtung  des  persischen  Geschäfts  —  zunächst  an  sechs  Zentren  —
das  Aktienkapital  im  Januar  1912  auf  1000  OOO  £  erhöht.
Trotzdem  im  Jahre  1911  die  Erzeugung  durch  die  ungewöhnliche  Kälte
um  V12  des  Jahresertrags  vermindert  wurde  und  die  geplante  Erschließung  neuer
überseeischer  Absatzgebiete  nach  Angabe  der  Gesellschaft  wegen  zu  starker  Nachfrage ­
  aus  dem  bisherigen  und  wegen  der  neuen  Kombinationen,  betreffend  Persien
und  das  Wollgeschäft,  unterbleiben  mußte,  wurden  20  Proz.  Dividende  gezahlt.
Der  letzte  Bericht  der  Gesellschaft  bezeichnet  die  Aussichten  als  dauernd  gute.
Konkurrenz,  und  damit  Überproduktion,  sei  nicht  zu  befürchten,  weil  die  Natur  der
Teppichknüpferei  und  die  Spärlichkeit  der  Bevölkerung  nur  eine  langsame  allmähliche ­
  Vermehrung  der  Arbeitskräfte  zulasse  und  eine  auftauchende  Konkurrenz
ein  bis  zwei  Jahre  in  Versuchen,  die  Materialopfer  erheischen,  verlieren  müsse.
In  Smyrna  bestehen  zurzeit  (Juni  1912)  noch  drei  Konkurrenzfirmen.  Die
eine  hat  sich  dem  Vernehmen  nach  kürzlich  mit  dem  Trust  verständigt,  besteht
aber  aus  taktischen  Gründen  zum  Scheine  als  „freie  Konkurrenzfirma“  weiter.
Die  zweite,  Partridge  &amp;amp;  Co.,  arbeitet  ausschließlich  für  eine  Londoner  Firma.
Die  dritte,  W.  Griffit  &amp;amp;  Co.,  besitzt  hier  seit  August  1911  eine  eigene  Färberei
und  in  der  „The  Blackler  Spinning  Comp.  Ltd.“  eine  Spinnerei  und  scheint  im
Begriff  zu  stehen,  mit  einem  deutschen  Teppichhause  eine  gegen  den  Trust  gerichtete ­
  Kombination  für  das  persische  Geschäft  einzugehen.
Die  Hausindustrie  im  Innern  ist  noch  zu  einem  erheblichen  Teile  vom
Trust  unabhängig.  Einer  ihrer  bedeutendsten  Mittelpunkte  ist  Uschak,  ein
zweiter,  kaum  weniger  bedeutender,  Isparta  und  Burdur,  wo  eine  feinere  Sorte
        <pb n="419" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

40

hergestellt  wird  als  in  Uschak.  Weiter  sind  zu  nennen:  Axar,  mit  nur
Industrie,  Gjördes,  mit  ziemlich  bedeutender,  Demirdschi  Simawe,  Kula  'fujit*'
Qualitäten  zwischen  der  von  Uschak  und  der  von  Isparta),  und  Kutahia,  mit
noch  besserer  als  der  von  Isparta.
An  allen  diesen  Plätzen  hat  auch  der  Teppichtrust  seine  Agenturen  und
abhängige  Arbeiterschaft.  Der  von  ihm  unabhängig  gebliebene  Teil  der  Hausindustrie ­
  arbeitet  und  verkauft  teils  für  eigene  Rechnung,  teils  für  die  oben  genannten ­
  unabhängigen  Firmen  (Griffit  &amp;amp;  Co.  wie  der  Trust  liefern  ihrer  Arbeiterschaft ­
  gefärbte  Garne),  teils  endlich  an  die  vier  in  Uschak  bestehenden  einheimischen ­
  Teppichhäuser,  von  denen  drei  jetzt  direkt  mit  Londoner,  eine  direkt
mit  Konstantinopeler  Häusern  arbeiten,  während  sie  früher  nach  Smyrna  lieferten.
In  Uschak  arbeiten  in  Verbindung  damit  zwei  bedeutende  türkische  Wollspinnereien ­
  mit  je  500  kg  täglicher  Garnerzeugung.
Die  Teppiche  bilden  einen  ganz  bedeutenden  Handelsartikel  Konstantinopels.
Da  alle  Produktionsgebiete  in  Persien,  Kaukasus  und  Turkestan  ihre  Erzeugnisse
zum  weitaus  größten  Teil  in  Konstantinopel  auf  den  Markt  bringen  (nur  ein
kleiner  Teil  der  Erzeugnisse  geht  direkt  in  die  Hände  der  Großhändler),  bietet  der
Markt  für  die  europäischen  und  amerikanischen  Einkäufer  die  bestmögliche  Auswahl ­
  und  Übersicht  und  ist  hierdurch  zum  Weltmarkt  für  Orientteppiche  geworden.
Die  Ausfuhr  türkischer  Teppiche  im  Jahre  1910/11  wird  mit  17,6  Milk  Mk.
ausgewiesen;  in  dieser  Summe  sind  auch  die  aus  Persien  für  9,1  Mill.  Mk.  einund
  wieder  ausgeführten  Teppiche  enthalten,  doch  kann  angenommen  werden,
daß  nach  dem  wirklichen  Wert  der  ausgeführten  Teppiche  eine  weitaus  höhere
Ausfuhrsumme  in  Betracht  kommen  müßte.
Die  Seidenindustrie.  Die  Produktion  erstreckt  sich  in  erster  Linie  auf  die
Herstellung  von  Rohseide.  Die  Seidenweberei,  die  früher  in  Syrien  als  Hausindustrie ­
  betrieben  wurde,  hat  in  den  letzten  Jahren  sehr  stark  abgenommen.
Einfuhr  von  Textilwaren  in  die  Türkei.
Die  Einfuhr  von  Textilwaren  ist  eine  verhältnismäßig  große,  und  zwar  betrug ­
  der  Wert  der  im  Jahre  1910/H  eingeführten  Fertigwaren  222,2  Milk  Mk.
Die  bedeutendsten  Herkunftsländer  sind  England  mit  80,4,  Österreich-Ungarn
mit  36,  Italien  mit  29,4,  Deutschland  mit  22,1  und  Frankreich  mit  18,6  Milk  Mk.
Die  wichtigsten  Einfuhrplätze  sind:
Konstantinopel  J  für  die  europäische  Türkei  und  Kleinasien
Smyrna  )
Aleppo  1
Beirut  1  für  Syrien  und  Mesopotamien
Jaffa  j  1
Bagdad  J
Trapezunt  für  Armenien.
Die  später  folgenden  statistischen  Aufstellungen  geben  eine  genaue  Übersicht ­
  über  die  Einfuhr  der  einzelnen  Artikel.  Die  nachstehenden  Ausführungen
sollen  nur  zur  Ergänzung  dieser  dienen  J ).
t)  Ausführlichere  Berichte  über  die  Einfuhr  von  Textilwaren  liegen  in  den  verschiedenen
Konsulatsberichten  vor,  und  zwar  in  „Berichte  über  Handel  und  Industrie“,  Dezemberheft  1910,
1912  Heft  Nr.  3;  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“  1911.  Heft  Nr.  9,  1912  Hefte  Nr.  25  und
106,  1913  Heft  Nr.  121,  1914  Hefte  Nr.  43,44,45,47  und  49;  „Das  Handelsmuseum  Wien“  1914,  S.  62.
        <pb n="420" />
        408

Türkei.  Textilindustrie.

Baum  woll  waren.  Von  den  eingeführten  Baum  woll  waren  sind  die  bedruckten ­
  Baumwollstoffe  am  bedeutendsten.  England  und  Italien,  zum  Teil
auch  Österreich-Ungarn,  liefern  die  billigen  Massenwaren,  Deutschland  und  Frankreich ­
  die  besseren  Qualitäten.  —  Die  nächstwichtigen  Artikel  sind  die  rohen
und  gebleichten  Baumwollgewebe  (Cabotstoffe,  T-Cloths,  Grey,  White  Shirtings
  und  Madapolams),  die  ebenfalls  zum  größten  Teil  aus  England,  zum  kleineren
Teil  aus  Italien,  Britisch-Indien  und  Österreich-Ungarn  stammen.  Auch  die  Einfuhr ­
  von  Musselins,  die  fast  ausschließlich  aus  England  stammten,  ist  bedeutend.
Weitere  größere  Einfuhrartikel  sind  bedruckte  Baumwollflanelle,
Barchente,  bedruckte  Taschentücher,  glatte  Samte  und  Plüsche,  Bettdeckenstoffe, ­
  Decken,  Möbelstoffe,  Futterstoffe,  Spitzen,  Stickereien
und  besonders  Wirkwaren,  in  welch’  letzteren  Österreich-Ungarn  und  Deutschland ­
  den  Markt  beherrschen,  obwohl  in  letzter  Zeit  auch  die  Konkurrenz  Japans
sich  fühlbar  macht.
Sehl -  stark  war  auch  die  Einfuhr  an  Baumwollgarnen,  besonders  über
Smyrna  und  Beirut.  Es  wurden  nur  Garne  in  den  feineren  Nummern  bis  Nr.  32
eingeführt,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England,  Italien,  Österreich-Ungarn  und
Indien,  doch  hat  die  Einfuhr  aus  Indien  in  letzter  Zeit  nachgelassen.  Nähgarne,  die
ebenfalls  in  großen  Mengen  eingeführt  werden,  kamen  zum  größten  Teil  aus  England.
Wollwaren.  Der  Wert  der  im  Jahre  1911  eingeführten  groben  und
feinen  Wollgewebe  betrug  48  Mill.  Mk.  In  den  gröberen  Tuchen  sind  England
und  Bulgarien  die  Hauptlieferanten,  in  den  feineren  Österreich-Ungarn,  Deutschland,
England  und  Frankreich.  Die  Hauptarten  sind:  Orienttuche,  Army  Cloths,
Leather  Cloths,  Union  Cloths,  Presidents,  Schajaks,  Cheviots,  Serges.
Auch  die  Einfuhr  von  Damenkleiderstoffen,  wie  Merinos,  Kaschmirs,
Jacquards  usw.,  ist  bedeutend.  Außerdem  werden  noch  Wolldecken,  Kopftücher,
Schale  und  Wirkwaren,  besonders  über  Smyrna  und  Beirut,  eingeführt.
Die  Einfuhr  von  Wollgarnen  im  Werte  von  2,4  Mill.  Mk.  erfolgt  vornehmlich ­
  über  Smyrna  und  Beirut,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England,  Deutschland,
Österreich-Ungarn  und  Belgien.
Die  Einfuhr  von  Teppichen  aus  Persien  ist  recht  bedeutend,  doch  sind
diese  Teppiche  mehr  für  den  auswärtigen  Handel  bestimmt,  da  Konstantinopel
sich  zum  Zentrum  für  den  Teppichhandel  Asiens  entwickelt  hat.
Seidenwaren.  Die  Einfuhr  an  Seidenwaren  betrug  im  Jahre  1911  9,4  Mill.  Mk.
Die  wichtigsten  Seidenstoffe  sind:  Satin-Duchesse,  Satin  de  Lyon,  Satin
trame,  Taffets,  Damaststoffe  und  Brokatstoffe.  Die  hauptsächlichsten  Einfuhrländer ­
  sind  Frankreich,  Italien,  Österreich-Ungarn  und  die  Schweiz.  Neben
den  Geweben  werden  noch  Tülle,  Gaze,  Decken,  Vorhänge,  Schale  und
Schärpen  in  nicht  sehr  großen  Mengen  eingeführt.
Leinen-  und  Jutewaren.  Die  Leinen  waren  werden  vornehmlich  als  Rohleinen,
  Kleiderleinen,  Bettleinen,  Matratzenstoffe,  Tischwäsche,
Plüsche,  Teppiche  eingeführt,  doch  sind  die  Einfuhrbeträge  nicht  groß.  Die
Einfuhrländer  sind  England,  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und  Italien.  Sehr
        <pb n="421" />
        Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

409

bedeutend  ist  die  Einfuhr  an  Packleinwand  und  Säcken,  die  wahrscheinlich
alle  aus  Jute  bestehen.  Die  Einfuhr  darin  betrug  im  Jahre  1911  8,5  Mill.  Mk.
und  kam  vornehmlich  aus  Indien,  England  und  Österreich-Ungarn.
Konfektions  waren  und  Hüte.  Neben  konfektionierten  Kleidern  für  Männer,
Frauen  und  Kinder,  worin  die  Einfuhr  nicht  unbedeutend  ist,  werden  in
größeren  Mengen  Korsette,  Krawatten  und  Hüte  eingeführt.  Auch  die
Einfuhr  an  fertiger  Weißwäsche,  Bademänteln,  wasserdichten  Regenmänteln ­
  nimmt  an  Bedeutung  zu.  Die  Einfuhr  an  Posamentier-  und  Knopfmacherwaren ­
  betrug  im  Jahre  1911  4,9  Mill.  Mk.,  doch  sind  hierin  wahrscheinlich ­
  die  Bänder  und  Besatzartikel  mit  inbegriffen.
Sehr  groß  ist  die  Einfuhr  an  Fez,  die  zum  überwiegenden  Teil  von
Österreich-Ungarn  geliefert  werden.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  der  Türkei  im  Jahre  1910/11.

Wie  aus  den  folgenden  Berechnungen  hervorgeht,  beträgt  der  ungefähre
Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  der  Türkei
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie
Woll-  und  Halbwollindustrie

187,1
147,6

1,5
1,8

334,7

1,3

Der  Inlandsverbrauch  der  Türkei  an  Textilwaren  im  Jahre  1910  11.
Nach  den  Einzelaufstellungen  betrug  der  Inlandsverbrauch:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1910
mit  23,8  Mill.  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre 1  2 )
Mark

Baumwollwaren

307,5

12,92

Woll-  und  Halbwollwaren

190,1

7,98

Seiden-  und  Halbseidenwaren

10,0

0,42

Leinenwaren

4,0

0,17

Jutewaren

8,5  b

—

Konfektionswaren

16,3

0,68

1  536,4

22,17

Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  536,4  Mill.  Mk.
wird  gedeckt  ,  _  .  ,  .
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  62,4  Proz.  zu  37,6  Proz.

1 )  Siehe  Anmerkung  auf  S.  Si.
2 )  Genaue  Angaben  liegen  nicht  vor,  aber  nach  „The  Statistical  Abstraet  for  the  principal  and
other  foreign  countries“  1901—1912  London  kann  die  obige  Zahl  für  1910  angenommen  werden.
        <pb n="422" />
        410

Türkei.  Textilindustrie.

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1910/11.
Die  wichtigsten  Herkunftsländer  -waren:

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Millionen  Mark

England

o,6o

29,31

80,45

Österreich-Ungarn

0,15

3,70

35,95

Italien

0,29

13,40

29,45

Deutschland

0,12

1,32

22,09

Frankreich

0,30

0,66

18,64

Persien

0,66

—

8,58

Indien.  .

0,76

9,62

7,55

Niederlande

0,01

0,61

4,43

Bulgarien

0,99

0,03

4,43

Belgien

0,05

1,00

4,30

Rußland

0,03

0,03

1,39

Ägypten

0,33

0,27

1,17

Schweiz

—

0,04

o,94

Spanien

—

0,04

o,55

Griechenland

—

0,07

0,22

Vereinigte  Staaten

—

0,86

0,14

Andere  Länder

2,71

1,34

1,95

7,00

62,30

222,23

Die  wichtigsten  Absatzländer  waren:

England

19,94

—

11,07

Österreich-Ungarn

6,99

—

3,00

Ägypten

0,16

—

2,73

Frankreich

42,04

—

00
e*
of

Vereinigte  Staaten

2,13

-

1,17

Niederlande

0,04

—

0,66

Bulgarien

0,86

1,02

0,54

Deutschland

1,25

—

0,32

Belgien

0,36

—

0,22

Italien

11,20

—

0,19

Griechenland

0,97

—

0,09

Persien

—

—

0,05

Rußland

0,78

0,04

Spanien

0,73

—

—

Andere  Länder

0,95

0,08

1,14

88,40

1,10

23,50
        <pb n="423" />
        Baumwollindustrie.

411

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1910/11.

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohbaumwolle  und  Watte

R

1  462

0,73

13  936

15,38

Baumwollgarne,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt  .  .  .

H

16036

29,51

451

1,13

Baumwollgewebe,  roh

„

15838

29,43

—

—

Desgl.,  gebleicht

F

5  627

13,88

15

0,03

Desgl.,  farbig  oder  bedruckt

„

24  690

72,11

220

0,56

Kalemkiargewebe  (Bettdecken,  Bettücher,  Bettzeug)

„

165

0,71

100

0,83

Baumwollplüsch  und  Samt

»

451

2,77

—

—

Vorhänge,  Decken  und  ähnliches

„

1  074

3,66

14

0,08

Türkische  Badetücher,  Handtücher

„

214

0,75

8

0,04

Schärpen,  Schale,  Gürtel  usw

343

1,36

13

0,08

Tülle,  Gaze  und  sonstige  undichte  Gewebe  .  .  .

*

3  074

10,73

11

0,07

Spitzen  und  Stickereien  aller  Art

„

259

3,03

33

0,43

Wirkwaren  aller  Art

288

13,61

25

0,16

69  521

182,28

14  826

18,79

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  lose  Baumwolle 1 )  30500t
Ab  Ausfuhr  (abzilgl.  Einfuhr)  an  Baumwolle  12474  t
18  026  t
Ab  10  Proz.  Spinnverlust  1  8001
16  226  t
Hinzu  eingeführte  (abzügl.  ausgeführte)  Halbfabrikate  31423  t
47  6491
Ab  Verbrauch  für  die  Wollindustrie  10001
Ab  ausgeführte  Fertigwaren  439  t  1  439  t
Mithin  Inlandsverbrauch  46210t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4000  Mk.  berechnet  184.8  Mill.  Mk.
Ausfuhrwert  der'Fertigwaren  2 &amp;gt;3  „  „
187,1  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  184.8  Mill.  Mk.
Einfuhrwert  der  Fertigwaren  122,7  ,,
307,5  Mill.  Mk.

J )  Nach  „Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rome“  1913/14  betrug  die.  Ernte
im  Jahre  1910:  24315t  lose  Baumwolle  und  18600t  unausgekernte  Baumwolle.
        <pb n="424" />
        412

Türkei.  Baumwollindustrie.

Die  Einzelheiten  bezüglich  der  Ein-  und  Ausfuhr  an  Baumwolle  sind:

Lose  Baumwolle.
Die  im  Lande  gewonnene  Baumwolle  wird  zum  größten  Teil  im  Inlande
verbraucht;  etwa  der  dritte  Teil  der  im  Inlande  gewonnenen  Baumwolle  wird
ausgeführt.  Dagegen  werden  nur  ganz  geringe  Mengen  ägyptische  Baumwolle

und  Watte  eingeführt.
Einfuhr:
Italien  0,2  Mill.  Mk.

Ägypten  .  .

.  0,2  Mill.  Mk.

Großbritannien.

0,1  Mill.  Mk.

Ausfuhr:
Österr.-Ungarn  .  5,9  Mill.  Mk.

Griechenland.

.  0,7  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .  .

0,3  Mill.  Mk.

Italien....

•  3,1  r

Rußland  .  .  .

•  0,7  „

Großbritannien  .

0,12  „

Frankreich.  .
Deutschland  .

•  2,3  „
•  0,9  „  „

Spanien  .  .  .
Bulgarien  .  .

.  0,7  „  .„
•  0,34  „

Baumwollgarne,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt.

Die  Einfuhr  im  Werte  von  29,5  Mill.  Mk.  ist  eine  sehr  hohe.  Zum  größten
Teil  handelt  es  sich  dem  Einfuhrwerte  nach  um  billigere  Rohgarne.

Einfuhr:
Großbritannien  .  9,0  Mill.  Mk.

Österr.-Ungarn.

2,7  Mill.  Mk.

Frankreich.  .

.  0,3  Mill.  Mk.

Italien  .  .

■  •  •  8,3  „  „

Deutschland  .  .

0,8  „  „

Niederlande  .

•  0,2  „

Indien.  .
Bulgarien.

•  •  •  7,2  „  „
Ausfuhr:

Belgien  .  .  .  .
.  1,0  Mill.  Mk.  i

0,7  „
Serbien  .  .  .

.  0,06  Mill.  Mk.

Baumwollgewebe,  roh.
Ebenso  bedeutend  wie  die  Einfuhr  an  Baumwollgarnen  ist  auch  die  Einfuhr ­
  an  rohen  Geweben,  die  zum  größten  Teil  aus  Großbritannien  stammen.

Einfuhr:

Großbritannien  18,2  Mill.  Mk.
Italien  ....  4,9  „  „
Indien  ....  3,3  „  „

Österr.-Ungarn.
Ver.  Staaten  .  .
Belgien  ....

0,8  Mill.  Mk.
0,8  „
0,2  „  „

Niederlande  .

.  0,2  Mill.  Mk.

Einfuhr:

Baumwollgewebe,  gebleicht.

Großbritannien  10,5  Mill.  Mk.  j
Italien  ....  1,2  „  „

Österr.-Ungarn.
Niederlande  .  .

0,8  Mill.  Mk.
0,3  ,  „

Frankreich.  .
Indien  .  .  .'  .

.  0,3  Mill.  Mk.
•  0,1  „

Baumwollgewebe,  farbig  oder  bedruckt.

Die  Einfuhr  im  Werte  von  72,1  Mill.  Mk.  ist  eine  sehr  beträchtliche.  Zum
größten  Teil  kommt  diese  aus  Großbritannien.

Einfuhr:

Großbritannien

33,5  Mill.  Mk.-Frankreich.

  .

.  3,3  Mill.  Mk.

Spanien  .  .

.  .  0,5  Mill.  Mk.

Italien  ....

19,2  „

Niederlande  .

•  2,3  „

Rußland  .  .

•  •  0,2  „

Österr.-Ungarn

5,3  „  „

Belgien  .  .  .

•  1,9  *  „

Deutschland.  .

4,2  „  „

Indien....

•  0,9  „  „
        <pb n="425" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

413

Kalemkiargewebe  (Bettdecken,  Bettücher,  Bettzeug).
Einf  uhr:
Österr.-Ungarn  0,33  Mill.  Mk.  j  Schweiz  .  .  .  o,lt  Mill.  Mk.  Indien.  .  .

Baumwollplüsch  und  Samt.
Einfuhr:
Österreich-Ungarn  0,8  Mill.  Mk.  Deutschland.
Großbritannien  0,7  „  „  Frankreich  .

Einfuhr:
Großbritannien  .  1,8  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,4  „  „

Vorhänge,  Decken  usw.
Österr.rUngarn  .  0,3  Mill.  Mk.  Frankreich  .  .
Indien  0,3  „  „  Niederlande.  .

Schärpen,  Schale,  Gürtel  usw.

Einfuhr:
Österr.-Ungarn  0,45  Mill.  Mk.
Indien  ....  0,26  „  „

Deutschland  .  .  0,2  Mill.  Mk.
Italien  0,16  „  „

Großbritannien

Tülle,  Gaze  und  sonstige  undichte  Gewebe.
Auch  die  Einfuhr  dieser  Artikel  ist  eine  verhältnismäßig  hohe.
Einfuhr:

Großbritannien  9,3  Mill.  Mk.  j  Österreich-Ungarn
Indien  0,7  „  „  |  Frankreich.  .  .  .

Spitzen  und  Stickereien  aller  Art.
Einfuhr:

Österr.-Ungarn  0,86  Mill.  Mk.

Großbritannien

0,57  Mill.  Mk.

!  Italien  .  .

Deutschland  .

■  0,84  „

Frankreich  .  .

0,26  „

■  Indien  .  .

Einfuhr:
Österr.-Ungarn.  3,5  Mill.  Mk.

Wirkwaren  aller  Art.
Großbritannien  .  2,7  Mill.  Mk.

Frankreich

Deutschland  .

•  2,9  „

Italien....

•  2,3  „  „

0,1  Mill.  Mk.

0,6  Mill.  Mk.
0,5  „

0,25  Mill.  Mk.
0,18  „

0,16  Mill.  Mk.

0,26  Mill.  Mk.
0,13  „

0,11  Mill.  Mk.
0,16  „

1,3  Mill.  Mk.
        <pb n="426" />
        414

Türkei.  Wollindustrie.

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1910/11.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Rohe  Wolle

R

695

0,75

10  925

12,58

Mohair-  und  Ziegenwolle

„

9

0,04

5  471

15,73

Wollgarne  aller  Art

H

606

2,38

—

—

Grobe  Wollstoffe  und  Tuche,  sog.  „Aba“  u.  „Schajaks“

F

4129

17,27

40

0,13

Sonstige  Tuche

Yt

3038

20,02

3

0,03

Sonstige  Wollgewebe

»

633

5,02

—

—

Halbwollgewebe

W

1232

5,78

—

—

Wolldecken,  Vorhänge  und  ähnliches

156

0,88

7

0,03

Samt  und  Plüsch

„

18

0,14

—

—

Persische  Teppiche

«

1  191

9,11

24

0,19

Türkische  Teppiche

9

0,06

1  957

17,65

Sonstige  wollene  Teppiche

180

0,52

6

0,03

Filze  und  Filzwaren

58

0,19

9

0,02

Tülle,  Schärpen,  Schale,  Gürtel  usw

231

1,75

15

0,09

12185

63,91

18  457

46,48

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.

Im  inlande  gewonnene  Wolle  43  500t 1 )
Ausfuhr  (abzügl.  Einfuhr)  an  roher  Wolle  10  230  t

Ab:  45  Proz.  Wasch  Verlust
Hinzu:  Eingeführte  Garne
„  :  Mitverwendete  pflanzliche  Fasern
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust
Mithin  Inlandsverbrauch  .  .
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  6000  Jt&amp;gt;  berechnet
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren

35  270t
15  870  t  19400  t
606  t
2  0001  2  606  t
22  006  t
44Qt
21  566  t
.  .  .  129,4  Mill.Mk.
.  .  .  18,2  „
147,6  Mill.Mk.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  129,4  Mill.  Mk.
Einfuhrwert  der  Fertigwaren  .  60,7  „  »
190,1  Mill.Mk.

l)  Statistische  Angaben  über  den  Schafbestand  der  Türkei  liegen  nicht  vor.  Die  Wollproduktion
  wurde  nach  „Stirm,  Chemische  Technologie  der  Gespiustfasern“,  im  Jahre  1907  auf
obige  Menge  geschätzt.
        <pb n="427" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

416

Die  Einzelheiten  bezüglich  der  Ein-  und  Ausfuhr  an  Wolle  sind:

Rohe  Wolle.
Von  der  im  Inlande  gewonnenen  rohen  Wolle  wird  etwa  der  vierte  Teil
ausgeführt.
Einfuhr:
Persien  0,37  Mill.  Mk.  |  Großbritannien  0,14  Mill.  Mk.
Ausfuhr:

Großbritannien  .  4,1  Mill.  Mk.
Frankreich  ...  2,7  „  „
Ver.  Staaten  .  .  2,0  „  „

Italien  1,1  Mill.  Mk.
Österr.-Ungarn  .  0,8  „  „
Serbien  ....  0,58  „  „

Bulgarien  .  .  0,51  Mill.  Mk.
Deutschland  .  0,25  „  „

Mohair-  und  Ziegenwolle.
Die  größte  Menge  und  beste  Qualität  von  Mohair-  und  Ziegenwolle  wird  in
der  Türkei  gewonnen  und  fast  ausschließlich  in  Großbritannien  weiter  verarbeitet.
Ausfuhr:
Großbritannien  15,5  Mill.  Mk.

Wollgarne  aller  Art.

Einfuhr:

Großbritannien  .  1,5  Mill.  Mk.  I  Österr.-Ungarn  0,16  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  0,12  Mill.  Mk.

Deutschland  .  .  0,3  „

Belgien

Niederlande  .  0,11

Grobe  Wollstoffe  und  Tuche,  sogenannte  „Aba“  und  Schajaks“.
Einfuhr:
Großbritannien  .  7,7  Mill,  Mk.  j  Deutschland  .  .  3,0  Mill.  Mk.  !  Frankreich  .  .  .  0,7  Mill.  Mk.
Bulgarien  ...  3,5  „  „  Österr.-Ungarn  .  1,7  „  „  Italien  0,5  „  „

Einfuhr:
Österr.-Ungarn  .  7,5  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  4,0  „  „
Deutschland  .  .  3,9  „  „

Einfuhr:
Frankreich  .  .  .  1,8  Mill.  Mk.
Österr.-Ungarn  .  1,2  „  '  „

Sonstige  Tuche.
Frankreich  ...  2,7  Mill.  Mk.  j  Italien  0,3  Mill.  Mk.
Belgien  ....  0,7  „  „
Niederlande  .  .  0,5  „  „
Sonstige  Wollgewebe.
Deutschland  .  .  0,9  Mill.  Mk.  |  Italien  .....  0,2  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  0,8  „  „

Einfuhr:
Großbritannien  .  2,6  Mill.  Mk.
Deutschland  ..1,1  „  „
Österr.-Ungarn  .  0,7  „  „

Halbwollgewebe.
Frankreich  ...  0,6  Mill.  Mk.
Italien  0,3  „  „
Belgien  ....  0,2  „  „

Niederlande  .  .  0,1  Mill.  Mk.

Wolldecken,  Vorhänge  und  ähnliches.

Einfuhr:

Deutschland
Frankreich  .

0,23  Mill.  Mk.
0,14  „  „

Großbritannien  0,08  Mill.  Mk.
Tunis  0,08  „  „
        <pb n="428" />
        Persische  und  türkische  Teppiche.
Einfuhr  (persische):
7,9  Mill.  Mk.  |  Rußland
Ausfuhr  (persische  und  türkische):
Großbritannien  .  10,9  Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  0,28  Mill.  Mk.  |  Niederlande  .
Österr.-Ungarn  .  2,7  „  „  Rumänien.  .  .  0,21  „  „  |  Italien  .  .  .
Belgien  ....  0,21  „  „
Ägypten  ...  0,2  „  „
Sonstige  wollene  Teppiche.
Großbritannien.  0,19  Mill.  Mk.  j  Niederlande  .  .  0,05  Mill.  Mk.  j  Persien  .  .  .
Frankreich  .  .  0,07  „  „  !  Deutschland  .  .  0,03  „  j  Rußland.  .  .
Bulgarien  .  .  .  0,06  „  „  Österr.-Ungarn  0,03  „  „
Tülle,  Schärpen,  Schale,  Gürtel  usw.
Einfuhr:
Österr.-Ungarn  .  0,6  Mill.  Mk.  Persien  ....  0,27  Mill.  Mk.  1  Bulgarien  .  .
Deutschland  .  .  0,3  „  „  Indien  ....  0,06  ,.  „  Italien  .  .  .
Großbritannien  .  0,3  „  „  Ägypten  .  .  .  0,06  „  „  Frankreich  .

.  0,9  Mill.  Mk.
0,17  Mill.  Mk.
0,15  „

0,03  Mill.  Mk.
0,02  „

0,04  Mill.  Mk.
0,04  „  „
0.03  „

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1910  11.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Kokons

.  R

271

1,06

2  227

15,12

Rohseide  und  Seidenabfälle

294

4,02

1344

29,43

Seidengarne  und  Seidenquasten  aller  Art  .  .  .

.  F

102

0,62

13

0,49

Reinseidene  Gewebe

ll6

2,93

52

1,16

Halbseidene  Gewebe

345

5,30

33

0,23

Seidensamt

13

0,25

—

—

Tülle,  Gaze,  Musseline  und  ähnliche  Gewebe  .

•  11

13

0,41

18

0,43

Decken,  Vorhänge  und  dergleichen

3

0,10

4

0,06

Schale,  Schärpen  und  ähnliche  Seidenwaren  .  .

■  „

10

0,39

5

0,10

1167

15,08

3696

47,02

R  =  Rohstoffe.

F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Seidenindustrie.
Bei  der  Produktion  der  Seidenindustrie  kommt  nur  der  Produktionswert  des  Spinnens  der
Rohseide  in  Betracht,  der  jedoch  bereits  in  den  Wert  der  Rohstoffe,  siehe  S.  401,  einbezogen  wurde.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren  im  Jahre  1910/11.
Eingeführte  Fertigwaren  10  Mill.  Mk.
        <pb n="429" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

417

Die  Einzelheiten  bezüglich  der  Ein-  und  Ausfuhr  an  Seide  sind:

Kokons.
Die  Seidenraupenzucht  wird  in  der  Türkei  in  bedeutendem  Umfang  betrieben ­
  und  bringt  dem  Lande  jährlich  35  bis  40  Mill.  Mark  ein.
Einfuhr:
Bulgarien  1,0  Mill.  Mk.  |  Persien  0,02  Mill.  Mk,
Ausfuhr:
Frankreich  8,2  Mill.  Mk.  Österreich-Ungarn  0,2  Mill.  Mk.
Italien  6,6  „  „  Griechenland  0,1  „  „

Einfuhr:

Rohseide  und  Seidenabfälie.

Indien  0,7  Mill.  Mk.
Persien  0,24  „  „
Ausfuhr:
Frankreich  .  .  28,6  Mill.  Mk.  |  Italien.  .  •

Frankreich  0,22  Mill.  Mk.
Großbritannien  0,14  „  „
0,4  Mill.  Mk.  |  Ägypten  .  .  .  0,16  Mill.  Mk.

Einfuhr:
Frankreich  .  .  .  0,9  Mill.  Mk.
Italien  0,56  „  „

Reinseidene  Gewebe.
Schweiz  .  .  .  0,36  Mill.  Mk.
Indien  ....  0,34  „  „

Österr.-Ungarn  0,26  Mill.  Mk,
Deutschland.  .0,1  „  „

Ausfuhr:
Ägypten  .  .

1,0  Mill.  Mk.

Einfuhr:
Frankreich  .  .  .  2,0  Mill.  Mk.
Italien  1,9  „  „
Ausfuhr:
Ägypten

Halbseidene  Gewebe.
Österr.-Ungarn  0,45  Mill.  Mk.
Deutschland.  .  0,27  „  „

Großbritannien  0,23  Mill.  Mk.
Indien  ....  0,21  „  „
.  .  .  0,14  Mill.  Mk.

Tülle,  Gaze,  Musseline  und  ähnliche  Gewebe.
Einfuhr:
Frankreich  0,25  Mill.  Mk.
Ausfuhr:
Ägypten  0,36  Mill.  Mk.

Schale,  Schärpen  und  ähnliche  Seidenwaren.
Einfuhr:
Frankreich  .  .  0,16  Mill.  Mk.  |  Indien  ....  0,07  Mill.  Mk.  |  Persien.  .  .  .  0,05  Mill.  Mk.

*

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

27
        <pb n="430" />
        4X8

Türkei.  Leinen-  und  Juteindustrie.

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinen-  und  Juteindustrie  im  Jahre  1910/11.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Flachs,  Hanf  und  andere  Fasern

.  R

925

0,37

544

0,19

Garne  aus  Flachs,  Hanf  und  dergleichen  .  .  .  .

.  IT

415

1,02

10

0,02

Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht

.  F

300

1,07

2

0,01

Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt

•  »

159

0,66

—

—

Packleinwand  und  Säcke

16491

8,46

880

0,30

Tülle,  Gaze,  Schleiergewebe,  Samt  und  Plüsch  .  .

•  »

397

0,97

—

—

Leinene  Decken,  Vorhänge  und  dergleichen  .  .  .

•  y&amp;gt;

22

0,10

—

-

Gewebe  aus  Leinen  mit  anderen  Materialien.  .  .

99

0,32

—

—

Teppiche  aus  Leinen  oder  Hanf

•  *

708

0,92

—

—

19516

13,89

1436

0,52

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
i
Produktion  der  Leinen-  und  Juteindustrie.
Gering.
Inlandsverbrauch  an  Leinen-  und  Jutewaren  im  Jahre  1910/11.

Eingefiihrte  Leinengewebe  usw  4,0  Mill.  M  k
„  Packleinwand  und  Säcke  8,5  „

12,5  Mill.  Mk.
Die  Einzelheiten  bezüglich  der  Einfuhr  an  Leinen  und  Jute  sind:
Garne  aus  Flachs,  Hanf  und  anderen  Fasern.
Einfuhr:
Großbritannien  0,58  Mill.  Mk.  |  Italien.  .  0,16  Mill.  Mk.

Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht.
Einfuhr:
Großbritannien  0,39  Mill.  Mk.  !  Italien  0,14  Mill.  Mk.
Deutschland  0,17  „  „  Frankreich  0,13  „  „

Einfuhr:
Indien  3,5  Mill.  Mk.
Großbritannien.  2,0  „  „

Packleinwand  und  Säcke.
Österr.-Ungarn  .  1,8  Mill.  Mk.  !  Italien  0,2  Mill.  Mk.
Ägypten....  0,5  „  „

Schleie  rgewebc.
Einfuhr:
Großbritannien  .  0,35  Mill.  Mb.  |  Österr.-Ungarn  0,18  Mill.  Mk.  Italien  ....  0,12  Mill.  Mk.

Einfuhr:
Großbritannien  0,39  Mill.  Mk.

'Teppiche  aus  Leinen  oder  Hanf.
Niederlande  .  .

0,34  Mill.  Mk.
        <pb n="431" />
        Konfektionswaren.

419

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr
an  Konfektions  waren  im  Jahre  1910/11.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Mill.  Mark

Mill.  Mark

Konfektionierte  Kleider  für  Männer,  Frauen  und  Kinder

5,02

0,11

„  Leinengewebe

0,28

—

Wasserdichte  Regenmäntel  (Waterproofs)

0,43

—

Kautschukierte  Gewebe

0,29

—

Handtücher,  Tischwäsche  und  dergleichen

0,30

0,01

Handschuhwaren  aller  Art

0,27

—

Herrenhüte  (außer  Strohhüten)

0,36

—

Damenhüte,  garniert  und  ungarniert

0,17

—

Fez  und  Kulah  (turmartige  Fez)

4,32

0,01

Posamentier-  und  Knopfmacherwaren  aller  Art

4,88

0,04

16,32

0,17

Die  Einzelheiten  bezüglich  der  Einfuhr  an  Konfektionswaren  sind:

Konfektionierte  Kleider  für  Männer,  Frauen,  Kinder  und  Modeartikel.

Einfuhr:
Österr.-Ungarn.  2,5  Mill.  Mk.
Frankreich...  1,1  „  „

Deutschland  .  .  0,6  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  o,4  „  „

Italien

0,13  Mill.  Mk.

Fez  und  Kulali  (turmartige  Fez).
Einfuhr:
Österr.-Ungarn.  3,6  Mill.  Mk.  j  Belgien  ....  0,2  Mill.  Mk.  j  Tunis  0,1  Mill.  Mk.
Italien  0,2  „  „  J  Deutschland  .  .  0,1  „  „

Posamentier-  und  Knopfmacherwaren  aller  Art.

Einfuhr:
Österr.-Ungarn.  1,4  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,9  *  &amp;gt;,

Bulgarien  .  .  .  0,8  Mill.  Mk.
Italien  0,7  „  »

Frankreich  ...  0,7  Mill.  Mk.
Großbritannien  .  0,17  „
        <pb n="432" />
        420

Türkei.  Ein-  und  Ausfuhr

an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  der  Türkei  an  Rohstoffen  und  ^  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1910/11.  Nach  Ländern  geordnet.
Sämtliche  Werte  Millionen  Mark.

Belgien
Bulgarien  .  .  .  .
Deutschland  .  .  .
Frankreich  .  .  .  .
Griechenland  .  .  .
Großbritannien  .  .
Italien
Montenegro....
Niederlande  .  .  .
Österreich-Ungarn
Rumänien  ....
Rußland
Schweiz
Serbien
Spanien
Ägypten
Tunis
Japan
Indien
Persien
Vereinigte  Staaten
Anderen  Ländern  .

Baum-Leinen



Kon-Textilwaren



Baum-Wolle



Leinen

Konfek-Textilwaren



wolle

und  Jute

fektion

insgesamt

wolle

Seide

und  Jute

tion

insgesamt

Einfuhr  in

die  Türkei

von

Ausfuhr  aus

der  Türkei

nach

3,3

1,2

0,03

0,5

0,3

1
5,3

0,3

0,3

0,6

Belgien

—

3,6

1,0

0,02

0,8

5,4

1,7

0,6

0,1

0,06

0,02

2,5

Bulgarien

10,5

9,9

0,5

0,4

2,2

23,5

o,9

0,6

—

0,01

—

1,5

Deutschland

6,7

6,4

3,8

0,5

2,2

19,6

2,3

5,0

36,9

0,2

—

44,4

Frankreich

0,2

0,04

—

—

—

0,2

0,8

0,2

0,1

—

—

1,1

Griechenland

87,1

17,4

0,6

4,2

1,0

110,3

0,3

30,5

0,1

0.08

0,01

31,0

Großbritannien

36,9

1,5

2,7

0,8

1,2

43,1

3,1

1,2

7,0

—

—

11,3

Italien

~

—

—

—

—

—

0,04

—

—

0,01

0,05

Montenegro

3,4

0,9

—

0,7

0,07

5,1

0,01

0,2

0,5

—

—

o,7

Niederlande

16,3

12,3

0,9

2,4

7,9

39,8

£

6,1

3,6

o,3

0,02

0,04

10,0

Österreich  -  Ungarn

—

—

—

—

0,02

0,3

—

—

—

0,3

Rumänien

0,3

1,1

—

—

0,05

1,5

0,7

0,03

0,05

0,01

—

0,8

Rußland

0,5

—

0,4

—

0,05

0,9

—

—

—

—

—

—

Schweiz

—

—

—

0,05

—

0,05

0,2

0,6

0,02

0,07

—

o,9

Serbien

0,6

—

—

—

—

0,6

0,7

—

—

—

—

o,7

Spanien  •

0,9

0,1

0,2

0,5

0,08

1,8

0,9

0,2

1,8

0,03

0,05

2,9

Ägypten

—

0,07

—

—

0,1

0,1

—

—

—

—

—

—

Tunis

0,2

—

0,07

—

—

0,3

—

—

—

—

—

—

Japan

12,4

0,2

1,4

3,5

0,02

17,5

0,03

0,05

—

—

—

0,08

Indien

0,05

8,7

0,5

—

0,04

9,3

0,03

0,01

—

—

0,01

0,05

Persien

1,0

—

—

—

—

1,0

0,4

2,9

0,01

0,02

—

3,3

Vereinigte  Staaten

2,0

0,5

3,0

0,4

0,3

6,2

0,4

0,2

0,2

0,06

0,06

0,9

Anderen  Ländern

182,3

63,9

15,1

13,9

16,3

291,5

18,8

46,5

47,0

0,5

0,2

113,0
        <pb n="433" />
        422

Rumänien.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Rumäniens.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1913.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1913

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

44.9

0,6

19,1

25,2

Wolle  und  Halbwolle  .  .

23,3

1,5

2,6

2,3

18,4

1.5

—

—

Seide  und  Halbseide  .  .

11.7

—

0,6

n,i

—

—

—

Leinen

2,7

—

0,7

2,0

—

—

—

Jute

3.6

0,2

—

0,4

3,2

—

—

0,2

Konfektion

17,9

—

~

17,9

—

—

—

Die  gesamte  Ein-  und
Ausfuhr  im  Jahre  1913
beträgt

104,1

1,7

3,2

23,1

77,8

1,5

0,2

472

522,6

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel
beträgt  demnach  .  .  .

Proz.
22

Proz.
0,3

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  1,7  Mill.  Mark
„  „  „  Halbfabrikate  ,  „  23,1  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  abzügl.  der  ausgeführten,  „  77,6  „  „

Die  rumänische  Textilindustrie  erstreckt  sich  in  fast  gleicher  Weise  auf
die  Herstellung  von  Baumwoll-  und  Wollwaren,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß
in  der  Baumwollindustrie  hauptsächlich  die  Webereien  sich  stark  entwickelten,
während  in  der  Wollindustrie  sich  sowohl  die  Spinnereien  und  Färbereien  als
auch  die  Webereien  betätigen  konnten.
Die  inländische  Produktion  hat  im  Jahre  1913  bis  zu  59,5  Proz.  des  Inlandsverbrauches ­
  an  Textilwaren  gedeckt.
Die  Einfuhr  sowohl  an  Halbfabrikaten  als  auch  an  Fertigwaren  im
Jahre  1913  war  sehr  beträchtlich  und  betrug  100,9  Mill.  Mk.;  sie  umfaßte  Baumwoll-, ­
  Woll-,  Seiden-  und  Konfektionswaren.  Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer ­
  waren  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und  England.
Zur  Ausfuhr  gelangte  nur  ein  geringer  Teil  der  im  Inlande  gewonnenen
Rohwolle.
        <pb n="434" />
        Rohstoffe.  Produktion.

423

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

10500  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  16,8  Mill.  Mk.
4  0671  Flachs  im  ungefähren  Werte  von  3,2  „  „
191t  Kokons,,  „  „  an  Seide  von  ...  0,5  „  „

20,5  Mill.  Mk.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Rumänien  sehr  bedeutend,  wenn  sie  auch
gegen  früher  im  Abnehmen  begriffen  ist.  Die  Zahl  der  Schafe  betrug  im  Jahre
1910  5655000,  im  Jahre  1911  5  269  000.  Dagegen  bemühte  sich  die  Regierung
sehr,  die  Qualität  der  Wolle  zu  verbessern,  und  erzielte  in  dieser  Richtung
auch  günstige  Ergebnisse.  Der  größte  Teil  der  gewonnenen  Wolle  wird  im
lnlande  verarbeitet;  ein  kleinerer  Teil,  jährlich  etwa  1500  t,  gelangt  zur  Ausfuhr.
Flachs.  Der  Flachsanbau  hat  in  Rumänien  erst  in  den  letzten  Jahren
größere  Bedeutung  erlangt.  Nach  „Annuaire  Internationale  de  statistique  agricole
  Rome  1913/14“  betrug  die  Ernte  an  Flachsfaser:
1909/10  1910/H  1911/12  1912/13  1913/14
738  t  2017  t  2054  t  4061t  2158  t.
Obwohl  es  nicht  ausgeschlossen  ist,  daß  die  Angabe  von  1912/13  auf  einem
Fehler  beruht  und  für  dieses  Jahr  auch  nur  eine  Ernte  von  2  0611  in  Betracht
kommt,  wurde  ordnungshalber  die  angegebene  Zahl  eingesetzt.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  zeigt  in  Rumänien  keine  besondere  Entwickelung, ­
  obwohl  die  Regierung  wie  auch  die  Gesellschaft  „Tesatoarea“  sich  um
ihre  Pflege  sehr  bemühen.  Die  mit  der  Seidenzucht  beschäftigten  Personen  waren:
1905  1907  1911
33017  3S101  34651.
Der  Ertrag  war  1911  Kokons  und  ist  im  Verhältnis  zu  den  anderen
Balkanstaaten  gering.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Baumwollindustrie.  Es  gibt  in  Rumänien  nur  eine  kleine  Spinnerei
in  Jassy,  die  mit  einigen  hundert  Spindeln  arbeitet;  dagegen  gibt  es  sieben
größere  Webereien  mit  2500  mechanischen  Webstühlen,  die  zum  Teil  neu  eingerichtet ­
  sind.  Diese  erzeugen  vornehmlich  Shirtings,  Cambrics,  Cabots,
Chiffone  und  bunte  Waren,  sowie  Zelt-,  Futter-  und  Blusenstoffe  für  das
Militär.  Ferner  werden  Baumwollflanelle,  billige  Oxfords,  Zephirs,  Handund
  Waschtücher  hergestellt.  Einzelne  Fabriken  arbeiten  fast  ausschließlich
für  den  Bedarf  der  Armee.  In  etwa  zehn  größeren  Wirkwarenfabriken  werden
hauptsächlich  baumwollene  neben  wollenen  und  halbwollenen  Wirk  waren  hergestellt. ­
  Außerdem  wird  das  Weben  und  Wirken  von  Baumwollwaren  in  starkem
Maße  auch  von  der  Klein-  und  Hausindustrie  betrieben.
        <pb n="435" />
        424

Rumänien.  Textilindustrie.

Die  Wollindustrie.  Soweit  eine  Übersicht  zu  erlangen  ist,  gibt  es  in
Rumänien  acht  bis  neun  Wollfabriken.  Die  bedeutendsten  sind  die  Tuchfabriken
in  Buhusi,’Azuga  und  Plojesti.  Die  Tuchfabrik  in  Buhusi  arbeitet  mit  einem
Kapital  von  7,9  Mill.  Mk.  und  einem  Personal  von  1200  Köpfen.  Sie  erzeugt
jährlich  1285000m  Tuch  im  Werte  von  5  Mill.  Mk.  Die  Tuchfabrik  in
Azuga  beschäftigt  500  Arbeiter  und  120  Webstühle.  Der  Wert  der  Produktion
beträgt  3,2  Mill.  Mk.  Die  Tuchfabrik  in  Plojesti  beschäftigt  200  Arbeiter  und
50  Webstühle.  Der  durchschnittliche  Jahresumsatz  beträgt  1,4  Mill.  Mk.  Diese
drei  Tuchfabriken  waren  in  den  letzten  Jahren  vornehmlich  für  Militärstoffe
beschäftigt,  außerdem  werden  darin  auch  Tuche  für  den  inländischen  Bedarf
hergestellt.
Zwei  Tuchfabriken  arbeiten  in  Krajowa,  die  hauptsächlich  Halinatuche
neben  anderen  Tuchen  und  außerdem  Decken,  Wollschnüre,  Gürtel  usw.
erzeugen.
In  Jassy  und  Umgebung  gibt  es  eine  Anzahl  kleinerer  Wollfabriken,  die
Schale,  Tisch-  und  Bettdecken,  wie  auch  besonders  wollene  Wirkwaren
erzeugen.
Die  Leinen-  und  Juteindustrie.  Eigentliche  größere  Leinenwebereien  gibt
es  in  Rumänien  nicht,  doch  werden  ordinäre  Leinengewebe,  Matratzen-  und
sonstige  Leinenstoffe  zum  Teil  in  Baumwollfabriken,  zum  Teil  in  der  Hausindustrie, ­
  hergestellt.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  Rumänien.
Von  den  Balkanländern  hat  Rumänien  die  stärkste  Einfuhr  an  Textilfertigwaren, ­
  und  zwar  erreichte  dieselbe  im  Jahre  1913  die  Höhe  von
77,8  Mill.  Mk.  Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  sind:  Deutschland  mit
22,5,  Österreich-Ungarn  mit  20,9,  England  mit  12,8,  Frankreich  mit  7,1  und
Italien  mit  6,9  Mill.  Mk.
Baumwollwaren.  Eine  der  stärksten  Einfuhrpositionen  bilden  die  rohen
Baumwollgarne.  Die  Hauptnummern  sind  10  bis  12,  neben  gröberen  und
feineren  bis  Nr.  36.  Die  Hausindustrie  verwendet  fast  ausschließlich  Hartwatergarne.
  Neben  rohen  Garnen  werden  auch  gebleichte,  merzerisierte  und
gefärbte  Garne,  hauptsächlich  aus  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und  Italien,
eingeführt.  Die  Nähgarneinfuhr  erfolgt  etwa  zur  Hälfte  aus  England,  während
der  Rest  aus  Deutschland  und  Österreich-Ungarn  kommt.
Die  Einfuhr  an  rohen  Geweben  ist  im  Verhältnis  zur  Einfuhr  in  den
anderen  Balkanstaaten  unbedeutend,  weil  diese  meistens  bereits  von  inländischen
Webereien  geliefert  werden.  Viel  höher  ist  dagegen  die  Einfuhr  in  gebleichten,
gefärbten,  bedruckten  und  buntgewebten  Baumwollstoffen,  und  zwar  ist
die  Einfuhr  an  bedruckten  Stoffen  am  bedeutendsten.  Neben  diesen  werden
Samte,  Oxfords,  Zephire,  Batiste,  Kopftücher,  Tischzeug,  Handtücher
und  Taschentücher,  wie  Hosenzeuge,  eingeführt.
        <pb n="436" />
        Einfuhr.

425

Auch  der  Bedarf  an  Tüllen,  Vorhängen,  Spitzen  und  Stickereien  ist
recht  groß.
Von  Wirkwaren  werden  nur  die  besseren  Sorten  eingeführt,  während  die
billigeren  meist  im  Inlande  hergestellt  werden.
Wollwaren.  Kamm-  und  Cheviotgarne  werden  in  geringen  Beträgen
eingeführt;  in  etwas  größeren  die  gebleichten  und  gefärbten  Garne,  die  zum
größten  Teil  von  Deutschland  geliefert  werden.
Bei  der  Einfuhr  von  Geweben  sind  die  Damenkleiderstoffe  und  sonstige
leichte  Gewebe  am  wichtigsten,  von  denen  für  fast  10  Mill.  Mk.,  zumeist  aus
Deutschland  eingeführt  werden.  Von  den  Tuchen  schwerer  Art  werden  die
billigeren  meist  im  Inlande  erzeugt,  ebenso  auch  die  Militärstoffe;  dagegen
werden  feinere  Tuche,  Offizierstuche,  Doeskins,  Palmerstons,  wie  auch
Cheviots,  aus  Deutschland,  Österreich-Ungarn  und  England  bezogen.
Außerdem  werden  noch  Kopftücher,  Krepptücher,  Fichus,  wie  auch
Teppiche,  in  größeren  Mengen  eingeführt,  wogegen  die  Einfuhr  an  wollenen
Wirkwaren  sich  nur  auf  die  besseren  Qualitäten  erstreckt.
Seidenwaren.  Die  Einfuhr  an  Seiden-  und  Halbseidengeweben  betrug
im  Jahre  1913  6,9  Mill.  Mk.,  und  zwar  sind  daran  beteiligt  Frankreich  mit  2,1,
Deutschland  mit  1,5,  die  Schweiz  mit  1,5,  Österreich-Ungarn  mit  1,1  und  Italien
mit  0,5  Mill.  Mk.  Die  Hauptartikel  sind  Taft,  Voile,  Crepe  de  Chine,  Deckensatins, ­
  Pongees.  Österreich-Ungarn  liefert  vornehmlich  die  leichteren  Seidenund
  Halbseidenstoffe.  Die  Einfuhr  der  Seiden-  und  Halbseidenbänder  betrug
0,9  Mill.  Mk.  und  die  der  Samte  1,1  Mill.  Mk.  Weitere  Einfuhrartikel  sind
Musseline,  Gaze,  Tülle,  Krepp,  Spitzen,  seidene  Fichus,  die  zum  größten
Teil  aus  Frankreich,  ferner  Strümpfe,  Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren,
die  aus  Deutschland  und  Frankreich  kommen.
Leinen-  und  Jutewaren.  Die  Einfuhr  an  Leinen-  und  Halbleinen  waren  ist
nicht  groß;  es  werden  hauptsächlich  Tischtücher,  Servietten,  Handtücher,
Taschentücher  eingeführt,  die  zum  größten  Teil  aus  Österreich-Ungarn  kommen.
Die  Einfuhr  an  Jutegeweben  und  Jutesäcken  in  der  Höhe  von  3  Mill.  Mk.
stammt  aus  Österreich-Ungarn,  England  und  Italien.
Konfektionswaren.  Sehr  bedeutend  ist  die  Einfuhr  an  Kleidern  und
Weißwäsche,  deren  Einzelheiten  aus  der  folgenden  statistischen  Aufstellung
zu  ersehen  sind.  Zu  erwähnen  ist  ferner  die  Einfuhr  an  Hüten  und  Hutstumpen, ­
  die  2,6  Mill.  Mk.  beträgt  und  zum  größten  Teil  aus  Italien  und
Österreich-Ungarn  stammt.  An  der  Einfuhr  von  Posamentierwaren  in  der
Höhe  von  1,8  Mill.  Mk.  sind  vornehmlich  Deutschland  und  Österreich-Ungarn
beteiligt.
        <pb n="437" />
        Rumänien.  Textilindustrie.  Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Rumäniens  im  Jahre  1913.
Wie  aus  den  folgenden  Berechnungen  hervorgeht,  beträgt  der  ungefähre
Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Rumäniens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

48,0

0,4

Woll-  und  Halb  Wollindustrie

53,5

o,7

Leinenindustrie

12,1

0,7

Juteindustrie

0,8

0,1

114,4

0,4

Inlandsverbrauch  Rumäniens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Nach  den  Einzelaufstellungen  beträgt  der  Inlands  verbrauch:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  7,3  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

73,2

10,03

Woll-  und  Halbwollwaren  |

71,9

9,85

Seiden-  und  Halbseidenwaren

11,1

1,52

Leinenwaren

14,1

1,93

Jutewaren  !

4,0  B

—

Konfektionswaren  j

17,9

2,45

1

192,2

25,78

Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  192,2  Mill.  Mark
wird  gedeckt:

von  der  Produktion
zu  59,5  Proz.

von  der  Einfuhr
zu  40,5  Proz.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


in  Millionen  Mark

in  Millionen  Mark

Deutschland  .  .  .

1,66

4,02

22,53

Übertrag  .  .

3,02

21,99

70,14

Österreich-Ungarn.

0,63

7,81

20,85

Schweiz

—

0,01

2,97

England

0,21

6,58

12,82

Türkei

—

—

0,92

Frankreich  ....

0,25

0,15

7,09

Belgien

—

0,69

0,83

Italien

0,27

3,43

6,85

Andere  Länder  .  .

0,18

0,41

2,94

3,02

21,99

70,14

3,20

23,10

77,80

B  Siehe  Anmerkung  S.  51
        <pb n="438" />
        —  *

■»

*

Rumäniens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark  j

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

England

Frankreich

Schweiz

In  1000  Mark

Lose  Baumwolle

.  .  .  R

660

0,59

128

43

271

20

Baumwollgarne,  roh

.  .  .  H

6  936

11,77

714

3941

1  662

5  186

—

—

Desgl.,  gebleicht  oder  merzerisiert  .  .  .  .

1  113

2,32

201

1187

784

123

—

—

Desgl.,  gefärbt  oder  bedruckt

•  •  •  „

1  249

2,98

1384

1353

145

41

—

—

Desgl.,  auf  Spulen  für  Webzwecke.  .  .  .

693

1,41

74

330

373

535

—

—

Baumwollgewebe,  roh

229

0,57

38

149

154

191

—

—

Desgl.,  gebleicht

.  .  .  F

858

2,77

392

521

428

1  203

—

—

Desgl.,  gefärbt

.  .  .  „

1  019

3,32

514

631

1  062

1  008

—

Desgl.,  bedruckt  oder  buntgewebt  .  .  .  .

3  485

12,40

2  751

2317

2  453

4  102

194

—

Buchbinderleinen

34

0,11

52

31

13

13

6

—

Plüsch  und  Samt

126

0,82

243

100

—

380

64

—

Tüll-,  Gaze-  und  Spitzengewebe

104

0,56

198

147

19

113

—

—

Sonstige  Spitzen

42

1,21

437

228

—

477

38

—

Stickereien

22

1,20

244

207

—

—

—

693

Strümpfe  und  sonstige  Wirkwaren  .  .  .  .

162

1,10

881

153

—

—

39

—

Nähgarne  für  den  Einzelverkauf

S73

1,75

454

300

—

900

45

—

17  305

44,88

8  705

n  638

7  364

14  292

386

693

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  10880  t
Ab:  Verbrauch  für  die  Halb  Wollindustrie  200  t
Verbleiben.  .  .  10680t

Die  Tonne  zu  4500  Jii  berechnet,  ergeben  48  Mill.  Mark.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  für-  48,0  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  „  25,2  „  „

73,2  Mill.  Mark

Baumwollindustrie.  427
        <pb n="439" />
        Rumäniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einf  uhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österr.-Ungarn

Italien

England

Frankreich

1  Türkei

In  1000  Mark

Lose  Wolle,  roh

R

201

0,29

22

239

■  _

Desgl.,  gewaschen

756

1,81

1  119

201

—

194

246

Wollabfälle  und  Kunstwolle

909

0,54

390

142

—

Kammzug

H

9

0,03

26

—

—

—

Wollgarne,  roh

„

146

0,81

459

229

—

58

—

—

Desgl.,  gebleicht  oder  gefärbt

„

213

1,24

758

241

—

102

1)2

—

Desgl.,  aus  anderen  Tierhaaren  u.  Halbwollgarne

„

38

0,24

6

—

—

233

—

—

Wollgewebe  über  400  g  pro  qm

F

774

5,71

2046

2406

54

1083

53

—

Desgl.  von  weniger  als  400  g  pro  qm

„

955

9,92

5  012

2457

200

1448

684

—

Halbwollgewebe

„

4

0,02

20

—

—

—

Wollfilze

„

75

0,39

185

190

—

14

—

—

Teppiche

261

1,65

336

213

—

208

57

CI
C9
00

Spitzen  und  Tülle

„

0,4

0,01

8

2

—

—

—

Strümpfe  und  sonstige  Wirkwaren

66

0,68

292

312

—

—

37

—

I!  4407

23,34

10  653

6658

254

3340

1189

822

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österr.-Ungarn

Italien

Bulgarien

In  1000  Mark

Lose  Wolle

.  .  .  .  R

1530

1,49

916

346

Wollabfälle

98

0,05

8

20

20

Wollgewebe  und  Teppiche

.  .  .  .  F

2,5

0,02

—

5

—

—

1636

1,56

8

941

20

346

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  10500  t
Ab:  Ausfuhr  (abzügl.  Einfuhr)  1  335  t
9165  t
Ab:  45  Proz.  Waschverlust  4124t  5041t
Hinzu:  Eingeführte  gew.  Wolle,  Kammzug,  Garne  1162  t
Mitverwendete  Kunstwolle,  Baumwolle  usw  1600  t
"""  7803  t
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust  156t
Mithin  Inlandsverbrauch  .  .  .  7647t
76471  ergeben,  die  Tonne  zu  7000  Jh  berechnet,  53,5  Mill.  Mark.

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  53,5  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  18,4  „  „
71,9  Mill.  Mark

428  Rumänien.  Wollindustrie.
        <pb n="440" />
        Rumäniens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

Schweiz

Frankreich

England

In  1000  Mark

Seide,  roh  oder  gehaspelt,  einfach  oder  gezwirnt

H

7,4

0,40

250

96

20

14

—

Florettseidengam

*

10

0,20

27

13

162

—

—

—

Näh-,  Stick-  und  Posamentierseide

F

7

0,55

419

37

23

11

38

—

Gewebe  und  Trikotage  aus  Seide  und  Halbseide,

weiß

»

3

0,16

29

16

10

37

72

—

Desgl.,  gefärbt

14

0,86

138

122

111

230

228

—

Desgl.,  bedruckt  oder  buntgewebt

n

44

3,50

534

606

207

1090

1016

—

Halhseidengewebe

*

132

2,39

773

374

164

93

818

—

Bänder  aus  Seide  oder  Halbseide

18,2

0,91

332

215

36

131

1S8

—

Samt  aus  Seide  oder  Halbseide

35,9

1,14

488

150

—

—

217

168

Gaze,  Krepp  oder  Musselin

„

12

0,96

117

233

—

52

505

—

Seidentüll

»

2

0,22

34

59

—

109

—

Spitzen

1,7

0,20

52

78

—

—

59

—

Strümpfe  und  Handschuhe

„

2

0,17

88

—

67

—

Sonstige  Wirkwaren

»

1,6

0,10

29

21

34

.  —

—

—

290,8

11,76

3310

2020

767

1658

3317

168

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Produktion  der  Seidenindustrie.
Keine.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  11,1  Mill.  Mark

Seidenindustrie.  429
        <pb n="441" />
        Rumäniens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


England

Belgien

Frankreich

Italien

In  1000  Mark

Leinen-  (auch  Hanf-  und  Ramie-)  Garne,  roh  .  .

H

366

0,58

19

83

12

354

33

78

Desgl.,  gebleicht  oder  gefärbt

n

57

0,10

9

14

—

78

—

—

Nähzwirn  für  den  Einzelverkauf

F

39

0,15

79

11

52

8

—

—

Gewebe  aus  Leinen  (auch  Hanf  und  Ramie),  roh

„

165

0,63

79

486

36

—

—

—

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt

85

0,68

175

182

23

134

148

—

Wasserdichte  Gewebe  für  Wagendecken  ....

„

209

0,33

40

231

41

—

16

—

Leinentülle  und  Spitzen

*

4,2

0,18

98

43

12

—

14

—

925

2,65

499

1050

176

574

211

78

H  =  Halbfabrikate.

.  Produktion  der  Leinenindustrie.
Im  Inlande  gewonnener  Flachs  40671t)
Ab:  36  Proz.  Verlust  bei  Aufarbeiten  1464t  2603t
Hinzu:  Eingeführte  Garne  .  .  423t
Mithin  Innenverbrauch  .  .  .  3026t
3026  t,  die  Tonne  zu  4000  J(,  berechnet,  ergeben  12,1  Mill.  Mark.

F  ==  Fertigwaren.
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  12,1  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  „  2,0  „  „
14,1  Mill.  Mark

*)  Nach  Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rome  wurde  diese  Menge  im  Jahre  1912/13  gewonnen.

430  Rumänien.  Leinenindustrie.
        <pb n="442" />
        •v

Rumäniens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1913.

Artikel

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österreich-Ungarn


England

Italien

Frankreich

In  1000  Mark

Jute  und  Jutewerg

.  .  R

34

0,01

6

2

—

—

—

Garne  aus  Jute,  Hanf,  Ramie

.  .  H

920

0,37

80

145

94

49

—

Jutegewebe

.  .  F

856

0,56

51

271

73

130

9

Teppiche  aus  Jute  und  anderen  Fasern  .  .

•  •  »

128

0,18

70

84

20

—

Jutesäcke

5101

2,45

82

1037

783'

240

33

7039

3,57

289

1539

970

419

42

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Bulgarien

Österreich-  _
TT  ;  Rußland
Ungarn

Deutschland

Belgien

In  1000  Mark

Jutesäcke  F

463

0,22

142

31  18

10

,0

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Ungefähre  Produktion  der  Juteindustrie.
Verarbeitete  Jute  und  Game  954  t
Die  Tonne  zu  900  M  berechnet,  ergeben  0,85  Mill.  Mark.

Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für
Eingeführte  Fertigwaren

0,85  Mill.  Mark
3,2

4,05  Mill.  Mark

Juteindustrie.  43  J
        <pb n="443" />
        Rumäniens  Einfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1913

Wichtigste  Herkunftsländer

Millionen

Deutsch-Österr.-





Mark

land

Ungarn

England

reich

Belgien

Andere  Länder

Kleider  und  andere  konfektionierte  Artikel  aus  Baumwolle
Desgleichen  aus  Wolle
„  „  Seide,  Halbseide  und  anderen  Stoffen
„  mit  Pelzen,  Federn,  Spitzen  garniert  .  .  .
Sonstige  Konfektionsartikel  aus  Filz  u.  gemischtem  Material
Gummierte  Mäntel,  Gewebe  und  Kleider
Korsette  und  Schweißblätter
Krawatten  usw.  für  Damen  und  Herren

0,77
0,98
0,52
0,51
0,10
0,54
0,11
0,17

157
477
187
127
54
204
30
60

428
239
75
134
33
118
9
65

Strumpfbänder,  Gürtel  usw.,  auch  besetzt  mit  Leder,

In  1000  Mark

31
5
98
6

111
208
235
226

99
'59  12
14  —

Metall  usw.
Leib-  und  Tischwäsche,  Vorhänge,  Decken  (auch  bestickt
und  gesäumt)  aus  Wolle
Desgleichen  aus  Baumwolle
„  „  Seide,  Halbseide  usw
„  „  verschiedenem  Material  mit  Handstickereien ­

Kragen,  Manschetten  usw
Filzhüte
Hutstumpen
Damenhüte  aller  Art,  garniert
Männerhüte  aus  Seide  oder  Kunstseide
Hüte,  Mützen  usw.,  nicht  näher  benannt
Posamentierwaren  aus  Baumwolle,  Wolle,  Seide  usw.,
auch  Bänder,  Borten  aus  Wolle  oder  Baumwolle  .  .
Posamentierwaren,  Garne  und  Gewebe  mit  Metallfäden

0,29

136

81

L59

493

954

4,26

1081

1457

1,53

259

568

1,42

393

395

0,52

121

381

1,30

23

307

1,08

110

293

0,23

—

56

0,02

—

—

0,18

58

6l

1,73

777

701

0,09

n

23

17,94  |

4758

6378

378

80
50

13

661

35
64
219
467
206
42
158
16
47
120
12

206

33

Türkei...  34
Italien  .  .  .335
Schweiz  .  .  636

Italien  .  .  .  658
„  ...  669

Bulgarien  .  .  24

2338

251
        <pb n="444" />
        Bulgarien.  Textilindustrie.

433

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Bulgariens.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.
Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhi

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

26,2

—

1,1

10,8

14,3

—

—

—

Wolle  und  Halbwolle  .  .

8,6

2,2

1,5

2,2

4,9

0,1

—

2,1

Seide  und  Halbseide  .  .

2,7

2,5

—

0,1

2,6

2,5

—

—

Leinen

1,2

—

0,4

0,2

0,6

—

—

—

Jute

0,9

—  •

—

—

0,9

—

—

—

Konfektion

4,3

0,8

—

—

4,3

—

—

0,8

43,9

5,5

3,0

13,3

27,6

2,6

—

2,9

Der  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhrhandel ­
  beträgt  .  .

159,4

147,7

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel ­
  beträgt  demnach

Proz.
27,5

Proz.
0,4

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  .  0,4  Mill.  Mark
„  „  „  Halbfabrikate,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  13,3  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  24,7  „  „

In  Bulgarien  hat  sich  die  Textilindustrie  verhältnismäßig  gut  entwickelt,
und  zwar  gilt  dies  in  erster  Linie  von  der  Wollindustrie.  Diese  deckt  bereits
96  Proz.  des  Inlandsbedarfs.  Die  Baumwollindustrie  verfügt  wohl  ebenfalls
bereits  über  eine  ziemliche  Anzahl  von  Spinnereien  und  Webereien,  aber  diese
konnten  den  Inlandsverbrauch  nur  bis  zu  65,7  Proz.  decken.
Die  Einfuhr  erstreckt  sich  dementsprechend  vornehmlich  auf  Halbfabrikate
und  Fertigwaren  der  Baumwollindustrie,  und  zwar  betrug  diese  im  Jahre  1911
25,1  Mill.  Mark,  während  15,8  Mill.  Mark  der  Einfuhr  sich  auf  Woll-,  Seidenund
  Konfektionswaren  beziehen.  Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  für
Halbfabrikate  und  Fertigerzeugnisse  waren  England,  Österreich  -  Ungarn  und
Deutschland.
Die  im  Inlande  gewonnenen  Mengen  roher  Wolle  und  Baumwolle  werden
von  der  einheimischen  Industrie  verarbeitet  und  müssen  noch  durch  Einfuhr
geringerer  Mengen  —  1911  für  2,6  Mill.  Mark  —  ergänzt  werden.
Zur  Ausfuhr  gelangten  im  Inlande  gewonnene  Kokons  im  Werte  von
2,5  Mill.  Mark,  sowie  Erzeugnisse  der  Wollindustrie  im  Werte  von  2,1  Mill.  Mark.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

28
        <pb n="445" />
        434

Bulgarien.  Textilindustrie.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
17000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  27,20  Mill.  Mk.
1  497  t  frische  Konkons  „  „  „  an  Seide  von  ....  3,00  „  „
321t  Flachs  „  „  „  von  0,20  „  „
150  t  rohe  Baumwolle  „  „  „  „  0,16  „  „

30,56  „
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Bulgarien  sehr  stark  verbreitet,  die  Anzahl
der  Schafe  war  in  den  Friedensjahren  noch  im  Zunehmen  begriffen  und  betrug
im  Jahre  1905  8131000,  im  Jahre  1910  8  632  OOO.
Der  größte  Teil  der  Wolle  wird  im  Inlande  verarbeitet;  die  Wollindustrie
hat  sich  so  stark  entwickelt,  daß  nur  noch  geringere  Mengen  feiner  Qualitäten
eingeführt  werden.
Seide.  Unter  den  Balkanstaaten  hat  Bulgarien  die  bestentwickelte  Seidenraupenzucht, ­
  obgleich  diese  in  den  letzten  Jahren  einen  Rückgang  aufweist.
Die  Kokonsernten  betrugen 1 )  im  Jahre  1909:  1875t,  1910:  1828t,  1911:  1497t.
Der  größte  Teil  der  Ernte  wird  als  Kokons,  ein  kleiner  Teil  als  Rohseide
ausgeführt.
Flachs.  Erst  in  den  letzten  Jahren  wurde  der  Anbau  von  Flachs  in
stärkerem  Maße  begonnen.  Nach  dem  Annuaire  internationale  de  statistique
agricole  Rome  1913/14  betrug  die  Ernte:
1909/10  1910/11  1911/12  1912/13
90  t  321t  398  t  139  t
Baumwolle.  Die  Baumwollproduktion  ist  unbedeutend  und  entstammt
nur  den  angegliederten  türkischen  Provinzen.

Produktion  der  Textilindustrie  Bulgariens.
Die  Baumwollindustrie.  Nach  einer  Aufstellung  von  Entscheff *  2 )  beträgt ­
  die  Zahl  der  Baumwollspinnereien  und  -Webereien  im  fahre  1911  6.
Die  Spinnerei  entwickelt  sich  in  Bulgarien  langsamer  als  die  Weberei,  wofür
die  verhältnismäßig  große  Einfuhr  an  Baumwollgarnen  als  Beweis  dienen  kann.
Die  Baumwollstoffe  besserer  Art  werden  fast  ausschließlich  eingeführt,  und
zwar  ist  die  Einfuhr  an  Baumwoll-  Fertigwaren  mit  14,3  Mill.  Mark  nicht  unbedeutend. ­
  Baumwollene  Wirkwaren  werden  in  einzelnen  kleinen  Betrieben
hergestellt.

J )  Nach  Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rome  1913/14.
2 )  Dr.  Georg  Entscheff:  Die  Industrie  Bulgariens,  Verlag  Rascher  &amp;amp;  Co.,  Zürich-Leipzig,—
Chemikerzeitung  1916,  Nr.  -16/17.  —  Österreichs  Wollen-  und  Leinenindustrie  1916,  S.  122.
        <pb n="446" />
        28*

Rohstoffe.  Produktion.

435

Nach  einem  weiteren  Bericht 1 )  über  das  Jahr  1911  hat  die  englisch-bulgarische ­
  Baumwollgarnspinnerei  „Prince  Boris“  in  Varna  bei  einem  Arbeiterstand
von  durchschnittlich  400  bis  500  Mann  in  Tages-  und  Nachtarbeit  während  des
Berichtsjahres  nahezu  9000dz  Baumwolle,  darunter  etwa  90  Proz.  amerikanischer
Herkunft,  verarbeitet  und  etwa  65  000  dz  ungebleichte  Extrahardgarne  in  den
Nummern  4,  6,  8,  10,  12,  14,  16  und  18  fabriziert,  welche  sie  zum  Preise
von  11,15  bis  12,65  Frcs.,  je  nach  Nummer,  pro  Paket  von  10  Pfund  englisch
absetzte.  Die  seit  Ende  1906  in  Betrieb  stehende  Vamaer  mechanische  Baumwollweberei ­
  mit  Dampfbetrieb  war  im  Berichtsjahre  gut  beschäftigt.  Sie  hat
gegenwärtig  200  Webstühle,  doch  soll  sie  bestrebt  sein,  die  Zahl  ihrer  Webstühle
bis  auf  400  zu  bringen.  Die  Produktion  der  genannten  Weberei  betrifft  hauptsächlich ­
  ungebleichte  und  im  Faden  gebleichte  Baumwolltücher,  Kabots  und
Americain  genannt,  welche  in  Bulgarien  einen  guten  Absatz  haben.  Das  hierzugehörige ­
  Garn  wird  aus  Manchester  importiert.
Die  Wollindustrie.  In  Bulgarien  ist  die  Wollindustrie  viel  bedeutender
als  die  Baumwollindustrie.  Die  rohe  Wolle  wird  zum  größten  Teil  aus  der
beträchtlichen  inländischen  Schafzucht  gewonnen.  Nach  Entscheff  betrug  im
Jahre  1911  die  Zahl  der  vom  Staate  begünstigten  Wollspinnereien  und  Webereien ­
  36  mit  Anlagekapitalien  von  zusammen  annähernd  8,5  Mill.  Mark.  Der
Hauptsitz  der  Tuchindustrie  ist  Gabrovo  mit  Umgebung.  Hergestellt  werden
in  erster  Linie  Militärbekleidungsstoffe,  ferner  die  gröberen  Wollstoffe,  von
denen  die  sogenannten  „Schajaks“  zum  Teil  auch  zur  Ausfuhr  gelangen.  Die
feineren  Tuche  und  Damenstoffe  werden  aus  dem  Auslande  eingeführt.  Auch
die  Wirkwarenindustrie,  mit  der  sich  in  Gabrovo  5  Fabriken  beschäftigten,  entwickelt ­
  sich  günstig.  Ebenso  ist  auch  noch  die  Teppichindustrie,  die  als  Hausindustrie ­
  betrieben  wird,  zu  erwähnen.
Nach  einem  weiteren  Bericht  über  das  Jahr  1911  besitzt  die  Textilindustrie
im  Rustschuker  Konsularbezirk  14  Tuchfabriken  und  22  andere  und  hat  gleichfalls, ­
  begünstigt  durch  den  hohen  Schutzzoll,  in  den  letzten  Jahren  bedeutende
Fortschritte  gemacht.  Die  Produktion  dieser  Fabrikbetriebe  bewertete  sich  im
Berichtsjahre  schätzungsweise  auf  etwa  11  Mill.  Francs.  Die  Fabrikation  erstreckt
sich  in  erster  Linie  auf  grobe  Tuche,  sogenannte  Aba  und  Schajaks,  die  vorwiegend ­
  für  die  Landbevölkerung  und  das  Militärärar  verfertigt  werden.  Ein
Teil  hiervon  gelangt  zur  Ausfuhr,  hauptsächlich  nach  der  Türkei.  Neben  diesen
Tuchsorten  bilden  die  im  Gabrovoer  Bezirk  vielfach  hergestellten  farbigen
Schnüre,  zum  Besticken  der  Nationalkleidung  dienlich,  „Gaitan“  genannt,  einen
wichtigen  Exportartikel  nach  der  Türkei,  Griechenland,  Rußland,  Serbien  und
Bosnien.  Die  Ausfuhr  der  bulgarischen  Textilprodukte,  die  im  Berichtsjahre
mehr  als  3  Mill.  Francs  werteten,  ist  im  Berichtsjahre  zufolge  des  vertragslosen
Zustandes  mit  der  Türkei  um  mindestens  50  Proz.  zurückgegangen.  Neben  den
erwähnten  groben  Tuchsorten  werden  auch  bessere  Qualitäten,  namentlich  die

l )  Das  deutsche  Wollengewerbe  1912,  S.  1529.
        <pb n="447" />
        436

Bulgarien.  Textilindustrie.

kurantesten  mittelfeinen  Sorten  immer  mehr  hergestellt,  die  den  österreichischen,
ungarischen,  deutschen  und  englischen  nach  Bulgarien  importierten  gleichqualifizierten ­
  Sorten  eine  fühlbare  Konkurrenz  bieten..
Die  Wirkwarenindustrie  hat  gleichfalls  Fortschritte  zu  verzeichnen;  neben
den  in  Gabrovo  bestehenden  fünf  Fabrikbetrieben  für  wollene  Strickwaren  und
zwei  Fabriken  für  baumwollene  Trikotagen  bestehen  zahlreiche  kleine  handwerksmäßige ­
  Betriebe,  die  sich  mit  der  Herstellung  von  gestrickten  Wollwaren  befassen. ­
  Die  im  Gebrauch  stehenden  Rund-  und  Flachstrickmaschinen  sind
deutschen  und  schweizerischen  Ursprungs.
Die  Teppichknüpferei  wird  vornehmlich  hausindustriemäßig  betrieben,
d.  h.  es  werden  die  bulgarischen  Kilims  in  der  Form  eines  kooperativ  organisierten ­
  Hausgewerbes  hergestellt.  Die  Produkte  werden  zumeist  durch  herumziehende ­
  Händler  verkauft.  Eine  Teppichfabrik  als  Filiale  der  Hauptniederlassung ­
  in  Schumla  für  die  Herstellung  von  Imitationen  persischer  Teppiche
besteht  in  Tirnovo,  die  sich  einer  guten  Prosperität  erfreut.
Die  Leinen-  und  Hanfindustrie.  Nach  Entscheff  betrug  im  Jahre  1911
die  Zahl  der  Fabriken  4  mit  ungefähr  1,2  Mill.  Mark  Anlagekapital.  Nachdem
im  Jahre  1911  außer  der  im  Inlande  gewonnenen  Flachsmenge  auch  667  t  Flachs
eingeführt  werden,  ist  anzunehmen,  daß  auch  diese  Industrie  sich  in  neuerer
Zeit  stärker  entwickelt.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  Bulgarien.
Die  Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  27,6  Mill.  Mark.  Die
hauptsächlichsten  Herkunftsländer  sind  Österreich-Ungarn  mit  8,3,  England
mit  6,7,  Deutschland  mit  5,8  und  Italien  mit  2,3  Mill.  Mark.
Baumwollwaren.  Die  Einfuhr  an  rohen  Garnen  betrug  6,4  Mill.  Mark,
zum  größten  Teil  waren  vertreten  die  Nummern  12  bis  30,  zum  kleineren  Teil
die  Nummern  unter  12.  Die  Herkunftsländer  sind  hauptsächlich  England  und
Italien.  Auch  die  Einfuhr  an  gebleichten  und  gefärbten  Garnen  ist  bedeutend ­
  und  betrug  3,7  Mill.  Mark,  sie  stammt  aus  England,  Österreich-Ungarn,
Italien  und  Deutschland.  Nähgarne  wurden  eingeführt  für  1,2  Mill.  Mark,  zur
Hälfte  aus  England,  zur  anderen  Hälfte  aus  Österreich-Ungarn  und  Deutschland.
Rohe  Gewebe  wurden  nur  für  0,6  Mill.  Mark  eingeführt,  weil  der  große
Bedarf  darin  in  erster  Linie  durch  die  inländischen  Webereien  gedeckt  wird.  Die
stärksten  Handelsartikel  sind  die  bedruckten  Gewebe  und  Indienne  Drill,
die  zum  größeren  Teil  aus  England  und  Österreich-Ungarn  und  zum  kleineren
Teil  aus  Italien,  Deutschland  und  den  Niederlanden  eingeführt  werden.  Auch
Kattune,  bedruckte  Flanelle,  zweiseitig  bedruckte  Hemdenflanelle
und  Taschentücher  zählen  zu  diesen  Artikeln.  In  buntgewebten  Stoffen  werden
Oxfords,  Zephire  wie  auch  Hosenstoffe  eingeführt.
Samte  und  Velvets  gelangen  aus  Frankreich,  Deutschland  und  Österreich-Ungarn
  zur  Einfuhr.
        <pb n="448" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.  Produktionswert.

437

Sehr  beträchtlich  ist  auch  die  Einfuhr  an  Museeiinen,  Gaze  und  ähnlichen
Stoffen  im  Werte  von  4  Mill.  Mark.  Es  ist  anzunehmen,  daß  ein  großer  Teil
derselben  als  Rohware  eingeführt  wird,  um  für  „Jasmas“  und  Schärpen  verarbeitet ­
  zu  werden.  Die  Einfuhr  an  Vorhangstoffen,  Spitzen  und  Stickereien ­
  beträgt  0,6  Mill.  Mark  und  die  der  Wirkwaren  0,23  Mill.  Mark.  Die
letztere  ist  gering,  weil  die  Wirkwaren  zum  größten  Teil  auch  im  Inlande  hergestellt ­
  werden.
Wollwaren.  Die  Einfuhr  an  Wollwaren  ist  nicht  wesentlich,  weil  die
inländische  Industrie  sich  in  den  letzten  Jahren  so  stark  entwickelt  hat,  daß  sie
einzelne  Artikel,  wie  z.  B.  grobe  Wollstoffe  (Schajaks),  für  1,9  Mill.  Mark  ausführen ­
  konnte.
Die  Einfuhr  an  Kammzug  von  0,6  Mill.  Mark  und  die  der  Garne  von
1,5  Mill.  Mark  dürfte  für  die  heimische  Kammgarn-  bzw.  Wirkwarenindustrie
bestimmt  sein.
Gefärbte  Stoffe  und  grobe  Wollstoffe  wurden  für  4,1  Mill.  Mark  eingeführt. ­
  In  dieser  Position  dürften  enthalten  sein  Cheviots,  Kammgarnstoffe
und  sonstige  Herrenstoffe,  sowie  Offizierstuche,  die  zum  größten  Teil
aus  Österreich-Ungarn,  zum  kleineren  Teil  aus  England  stammen,  ferner  die
Damenkleiderstoffe,  die  zum  größten  Teil  von  Deutschland,  zum  kleineren
von  Erankreich  geliefert  werden.
Sonstige  Einfuhrartikel  sind  noch:  Wollplüsch,  Decken,  Kopftücher,
Schale,  Wirkwaren  und  Teppiche,  doch  werden  dagegen  im  Inlande  erzeugte
Schale  und  Teppiche  auch  wieder  ausgeführt.
Seiden-,  Leinen-,  Jute-  und  Konlektionswaren.  Bezüglich  dieser  sei  auf  die  folgenden ­
  ausführlichen  statistischen  Aufstellungen  verwiesen.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Bulgariens  im  Jahre  1911.
Wie  aus  den  folgenden  Berechnungen  hervorgeht,  beträgt  der  ungefähre
Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Bulgariens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

27,4

0,22

Woll-  und  Halbwollindustrie

67,8

0,80

Leinenindustrie

3,2

0,17

Konfektionsindustrie

1,2

0,08

99,6

0,38
        <pb n="449" />
        438

Bulgarien.  Textilindustrie.

Der  Inlandsverbrauch  Bulgariens  an  Textilwaren  im  Jahre  1911.
Nach  den  Einzelaufstellungen  beträgt  der  Inlandsverbrauch:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1911  mit  4,4
Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Tahre
Mark

Baumwollwaren

.  .  .  .  41,7

9,47

Woll-  und  Halbwollwaren  ....

.  .  .  .  70,6

16,04

Seiden-  und  Halbseidenwaren  .  .  .

.  .  .  .  2,6

o,59

Leinenwaren

•  •  •  •  3,8

0,86

Jutewaren

•  •  ■  •  0,9  B

—

Konfektionswaren

.  .  .  .  4,7

1,07

124,3

28,03

Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  124,3  Mill.  Mark
wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  80,1  Proz.  zu  19,9  Proz.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Millionen  Mark

Österreich  -  Ungarn

0,42

1,34

8,27

England

0,61

5,93

6,69

Deutschland

0,21

0,92

5,83

Italien

0,02

2,85

2,30

Frankreich

0,32

0,41

1,73

Schweiz

—

0,01

0,58

Niederlande

0,01

—

0,51

Türkei

0,92

0,71

0,41

Belgien

0,08

1,03

0,14

Andere  Länder

0,41

0,10

1,14

3,00

13,30

27,60

t)  Siehe  Anmerkung  S.  51.
        <pb n="450" />
        Bulgariens  Einfuhr  an  Rohsfoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwolündustrie  im  Jahre  1911.

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Verarbeitete  lose  Baumwolle  und  Abfälle  abzüglich
8  Proz.  Spinnverlust  986  t
Verarbeitete  Halbfabrikate  5305  t  6291t
Ab  Verbrauch  für  die  Halbwollindustrie  200  t
...  Mithin  Innenverbrauch  6091t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4500  Mk.  berechnet,  27,4  Mill.  Mark.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für
Eingeführte  Fertigwaren  „

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

England

Türkei

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle

R

808

0,96

1

—

2

505

449

Baumwollabfälle

218

0,13

44

18

44

—

Baumwolle,  gebleicht,  gefärbt,  gekrempelt  .  .

„

46

0,03

2

9

17

2

—

Garne,  roh,  1-  oder  2f.,  bis  Nr.  12

H

1415

•  2,36

19

151

1167

284

674

Desgl.,  von  Nr.  12  bis  30

„

2053

4,06

19

155

941

2  883

30

Desgl.,  über  Nr.  30

w

6

0,02

—

2

2

14

—

Desgl.,  1-  oder  2  f.,  gebleicht  oder  gefärbt  .

„

1124

2,47

58

287

292

1  789

6

Desgl.,3-od.  mehrdr.,  gezw.,roh,  gebl.  od.  gefbt.

V

353

1,26

235

512

278

214

—

Gewebe,  roh

„

354

0,64

4

11

172

450

—

Desgl.,  gebleicht  oder  gefärbt

F

647

1,90

148

283

439

754

31

Schweiz

151

Pikee,  ind.  Kattun,  Frühjahrsstoffe

1527

5,53

695

1695

754

1  701

62

Niederl.

485

Jasmas,  Schale,  Tücher

n

26

0,22

19

40

—

—

112

Schweiz

46

Samte  aller  Art

„

75

0,58

160

119

—

69

—

Frankr.

210

Linons,  Musseline,  Gaze  usw.,  gebl.  od.  gefärbt

„

900

4,01

217

787

451

2  462

—

Vorhangstoffe

„

6

0,03

—

12

2

11

—

Spitzen,  Borten,  Stickereien

•39

0,63

237

172

—

94

—

Schweiz

89

Strümpfe,  Handschuhe  u.  sonst.  Wirkwaren  .

„

22

0,23

181

36

—

—

—

Nähgarne  für  den  Einzelverkauf

*

156

1,16

230

261

—

550

—

E'.

9775

26,22

2269

4550

4517

11  826

1364

27,4  Mill.  Mk.
14,3  „
41,7  Mill.  Mk.

Baumwöllindustrie.  439
        <pb n="451" />
        Bulgariens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österr.-Ungarn

England

Frankreich

Belgien

Türkei

In  1000  Mark

Wolle,  ungewaschen  und  gewaschen

.  R

631

0,99

48

51

3

307

40

453

Alpaka-,  Merino-Kaschmirwolle;  Ziegenhaare  .

M

22

0,09

18

9

6

14

38

Abfälle  und  Kunstwolle

2  73

0,46

91

319

46

5

Kammzug,  ungefärbt

.  H

207

0,64

160

52

164

173

95

Wollgarne,  ungefärbt  und  gefärbt

220

1,53

340

123

89

212

778

—

Gefärbte  Stoffe

.  F

339

3,56

1484

1304

238

418

—

Grobe  Wollstoffe,  sogenannte  „Aba“

106

0,57

179

218

102

—

—

Wollplüsche,  Tischdecken,  Vorhänge

22

0,25

48

94

—

89

—

—

Schale,  gestickt  und  Stickereien

45

0,31

125

163

—

—

—

Teppiche,  Läufer,  Filze

36

0,15

46

48

—

—

—

18

Strümpfe  und  sonstige  Wirkwaren

.  „

7

0,09

37

52

1

—

—

—

1908

8,64

2576

2433

649

1213

951

476

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Österr.-Ungarn

Türkei

Serbien

Vereinigte  Staaten

In  1000  Mark

Wolle,  ungewaschen  und  gewaschen

.  R

57

0,09

8

76

Wollgarne,  ungefärbt

.  H  ,

3

0,01

—

11

—

Wollene  „Schajaks“  und  sonstige  Gewebe,  gefärbt  und  ungefärbt  .

'  F

479

1,90

43

1799

60

—

Schale,  gestickt,  gewirkt  usw

8

0,03

35

—

—

Teppiche  und  Läufer

■  ”

24

0,18

20

44

110

1

571

2,21

63

1897

136

110

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  17000t
Eingeführte  ungewaschene  „  (abzügl.Ausfuhr)  377t  17377t

Ab:  45  Proz.  Waschverlust  7820t  9557t
Hinzu:  Eingeführte  gewaschene  Wolle  und  Halbfabrikate  .  .  .  645t
Mitverwendete  Baumwolle  und  Kunstwolle  1500t
11702t
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust  234t
„  Ausgeführte  Fertigwaren  510t  744t
Mithin  Inlandsverbrauch  10958t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  öOOOMk.  berechnet  .  .  .  65,7  Mill.  Mark
Ausfuhrwert  der  Fertigwaren  2,1  „  „
67,8  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  65,7  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  „  4,9

70,6  Mill.  Mark

440  Bulgarien.  Wollindustrie.
        <pb n="452" />
        Bulgariens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1911.

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Frankreich ­


Schweiz

Andere  Länder

ln  1000  Mark

Rohseide,  Seidenwatte  und  dergleichen

R

o,4

0,01

—

2

—

Seidengam  und  Abfälle,  gemischt  mit  anderen  Fasern

„

i.i

0,02

4

10

—

—

Seidengarn  und  Seidenzwirn,  gefärbt  und  ungefärbt

H

2,9

0,13

78

6

30

—

Seidene  Gewebe,  Tücher,  Plüsche  usw

F

7,7

0,41

58

73

90

147

„  „  ,  gemischt  mit  anderen  Spinnstoffen

„

24,1

0,63

221

139

148

36

Italien

47

„  und  halbseidene  Decken,  Vorhänge,  Schale,  Taschentücher  usw.

„

2,8

0,17

17

22

90

—

Türkei

33

Gewebe  aus  Baumwolle  mit  Seide,  auch  Wolle  usw

„

25,1

0,34

74

32

48

12

Italien

121

„  „  Wolle  mit  Seide  usw

88,3

0,64

328

170

34

—

England

91

Seidener  Tüll  oder  Krepp,  auch  mit  Verzierungen

„

1,4

0,12

15

20

44

32

Reinseidene  Spitzen  und  Stickereien

1,4

0,08

29

40

10

—

Desgleichen  gemischt  mit  anderen  Stoffen  oder  Metallfäden  ....

„

3,7

0,19

107

74

—

—

Seidene  und  halbseidene  Strümpfe,  Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren

»

0,1

0,01

6

2

—

—

159

2,75

937

00
00
10

496

227

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österr.-Ungarn

Italien

England  Andere  Länder

In

1000  Mark

Seidenkokons  und  Seidenabfälle  R
Rohseide,  Seidenwatte  und  dergleichen  „

459
1,6

2,43
0,03

146

113

1896
5

I
—  |  Türkei  262
7  Frankreich  16

460,6

2,46  146  '  113

1901

7

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie.
Die  Produktion  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  die  Gewinnung  von  Rohseide.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  2,6  Mill.  Mark

Seidenindustrie.  441
        <pb n="453" />
        Bulgariens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland

Österr.-Ungarn

England

Belgien  Serbien

In  1000  Mark

Flachs  und  Flachswerg  usw

R

667

0,37

3

8

—  352

Leinen-  und  Flachsgarn,  roh

H

155

0,21

6

10

128  —

Desgleichen,  gebleicht,  gefärbt  usw

17

0,03

3

2

—

25

Leinenes  Nähgarn,  roh,  gebleicht  oder  gefärbt  .  .

F

40

0,10

33

9

5

Gewebe  aus  Leinen,  Hanf  usw.,  roh

.  .  '  .  .  .

54

0,15

31

102

8  —

Desgleichen,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  usw.  .  .

35

0,15

27

100

—

Teppiche  und  Läufer  aus  Leinen  usw

72

0,13

19

46

39

8  —

Gewebe  aus  Flachs  gemischt  mit  Wolle  usw..  .  .

29

0,08

10

28

4

26  —

Spitzen,  Borten,  Stickereien

0,01

2

7

—

—  1  —

1069

1,23

128

308

67

195  I  352

R  =  Rohstoffe.

H

Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Produktion  der  Leinenindustrie.
Im  Inlande  gewonnener  Flachs  321  t
Eingeführter  Flachs  und  Werg  667  t
988  t
Ab:  36  Proz.  Hechel-  und  Spinnverlust  3551  633t
Hinzu:  Eingeführte  Garne  172t
Mithin  Innenverbrauch:  805t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4000  Mk.  berechnet  ....  3,2  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet
Eingeführte  Fertigwaren

3,2  Mill.  Mk.
0,6  „

3,8  Mill.  Mk.

Bulgariens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland

Österr.-Ungarn  Italien

England

Türkei

In  1000  Mark

Garne  aus  Jute,  Hanf  usw.  .  H
Jutegewebe  zu  Packzwecken,  Säcke  usw  F

99
1412

0,06
o,86

34

37
366

90

27
278

—
27

1511

0,92

34

403

90

305

27

Produktion  der  Juteindustrie.
Keine.

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
I  Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Eingeführte  Fertigwaren

0,9  Mill.  Mk.

442  Bulgarien.  Leindn-  und  Juteindustrie.
        <pb n="454" />
        Bulgariens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  im  Jahre  1911.

Einfuhr.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Millionen
.  Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

England

Frankreich ­


Andere
Länder

In  1000  Mark

Kleidungsstücke  aus  Wolle  oder  Halbwolle

o,Si

180

222

—

—

79

Desgl.  aus  Baumwolle,  auch  Leinen

0,22

70

98

—

—

41

Desgl.  aus  Seide;  Meßgewänder

0,19

44

65

—

54

Gewebe,  kautschukiert

0,11

12

94

—

—

—

Korsette  aller  Art

0,10

10

54

—

—

18

Kravatten  aller  Art

0,05

5

33

—

—

—

Leibwäsche  aus  Wolle

0,08

60

6

6

■

Desgl.  aus  Baumwolle
Baumwollene  Tisch-  und  Bettdecken,  Hand-  und  Taschentücher,  Servietten,

0,32

35

256

auch  gemischt  mit  anderen  Stoffen

0.71

90

154

—

290

—

Türkei  106

Leinene,  desgleichen

0.04

10

25

—

'

—

Hüte  aus  Filz,  Biberhaar,  ungarniert

0,17

28

ll6

18

—

—

Desgl.,  mit  Bändern  garniert  .  .

0,48

50

123

282

—

18

Hutstumpen  und  Garnituren  für  Damenhüte.  .  .

0,10

28

38

—

—

18

Hüte,  nicht  besonders  benannt  (mit  Ausnahme  der.  Pelzmützen)  ....
Posamentierwaren  aus  Wolle,  Baumwolle  oder  Leinen  aller  Art,  auch

0,03

12

8

mit  Metallfäden

0,47

145

213

67

—

—

Desgl.,  aus  Seide  und  Halbseide

0,56

167

190

—

—

35

Schweiz  64

Desgl.,  in  Verbindung  mit  Kautschukfäden

0,14

72

62

—

—

4,28

1018

1757

373

290

263

Ausfuhr.

Artikel

Mill.  Mark

Wichtigste  Absatzländer

Österr.-Ungarn

Türkei

Rumänien  Griechenland

Kleidungsstücke  aus  Wolle  oder  Halbwolle  .  .  .
Posamentierwaren  aus  Wolle  aller  Art

0,01
0,75

12

10
714

14  7

0,76

12

724  |  14  7

Konfektionswaren.  443
        <pb n="455" />
        444

Griechenland.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Griechenlands.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


F  ertigwaren


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

11,6

0,3

2,4

1,6

7,6

0,3

Wolle  und  Halbwolle  .  .

4,1

0,1

0,2

0,9

3,0

0,1

—

—

Seide  und  Halbseide  .  .

0,6

1,7

—

—

0,6

1,6

0,1

—

Leinen  und  Jute  .  .  .  .

o,3

—

—

—

0,3

—

—

—

Konfektion

0,7

—

—

—

0,7

—

—

—

17,3

2,1

2,6

2,5

12,2

2,0

o,t

—

Die  gesamte  Ein-  und

Ausfuhr  beträgt  .  .  .

138,8

112,7

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außenhandel

Proz.

Proz.

beträgt  demnach  .  .  .

12,4

1,9

~~

—

—

—

—

—

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  .  .  0,6  Mill.  Mk.

„  Halbfabrikate,  „  „  „  „  .  .  2,4  „
„  Fertigwaren  beträgt  12,2  „

In  Griechenland  sind  sowohl  die  Produktion  als  auch  die  Einfuhr  an  Textilwaren ­
  nicht  bedeutend.
Die  Produktion  erstreckt  sich  auf  Baumwoll-  und  Wollwaren  in  fast
gleichem  Verhältnis  und  deckt  den  Inlandsverbrauch  bis  zu  77,2  Proz.
Die  Einfuhr  umfaßt  hauptsächlich  Baumwollwaren  im  Werte  von  7,6  Mill.Mk.,
Wollwaren  im  Werte  von  3,0  Mill.  Mk.  Ebenso  ist  auch  die  Einfuhr  von  Halbfabrikaten ­
  nicht  von  Bedeutung.
Die  im  Inlande  gewonnenen  Mengen  roher  Wolle  und  Baumwolle  werden
von  den  einheimischen  Fabriken  verarbeitet;  von  Baumwolle  mußte  als  Ergänzung ­
  der  Inlandsernte  noch  für  2,4  Mill.  Mk.  eingeführt  werden.  Dagegen
gelangt  die  inländische  Ausbeute  an  .Seide,  teils  als  Kokons,  teils  als  Rohseide,
fast  ganz  zur  Ausfuhr.
Der  Hauptlieferant  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  ist  England,  dann
folgen  in  größerem  Abstand  Deutschland,  Österreich-Ungarn  und  Italien.
        <pb n="456" />
        Rohstoffe.

445

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

5  800  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  9,3  Mill.  Mk.
2  5001  rohe  Baumwolle  „  „  „  „  2,8  „  „
635  t  Kokons  „  „  „an  Seide  von  .  ....  1,8  „  „

13,9  Mill.  Mk.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Griechenland  sehr  stark  verbreitet,  doch
hat  sie  in  den  letzten  Jahren  keine  Fortschritte  gemacht,  da  die  Zahl  der  Schafe
eher  gesunken  ist.  Die  Schafe  sind  meist  walachischer  Rasse,  so  daß  die  gewonnene ­
  Wolle  ziemlich  spröder,  gröberer  Natur  ist.  Die  Wolle  wird  zum
allergrößten  Teil  im  Inlande  verarbeitet,  teils  in  den  Fabriken,  teils  in  der  Hausindustrie ­
  zur  Herstellung  von  gröberen  Stoffen.  —  Die  Anzahl  der  Schafe  wird
für  1911  in  Statesmans  Yearbook  mit  2  900  000  angegeben  und  danach  kann
die  Produktion  an  roher  Wolle  auf  5800  t  geschätzt  werden.
Baumwolle.  Baumwolle  wird  gepflanzt  im  Peloponnes,  in  Thessalien
und  auf  den  zykladischen  Inseln.  Der  Hauptproduktionsort  ist  jedoch  Livadia
bei  Theben,  wo  die  Kultur  in  den  letzten  Jahren  bedeutende  Fortschritte  gemacht ­
  hat.  Die  Produktion  an  roher  Baumwolle  im  Jahre  1911  wird  von  sachverständiger ­
  Seite  in  Griechenland  auf  2  500  t  geschätzt.  Diese  Menge  reicht
für  die  dortigen  Spinnereien  nicht  aus  und  mehr  als  die  gleiche  Menge  wird
von  Amerika,  der  Türkei,  Britisch-Indien  und  Ägypten  eingeführt.  Auch  der
Anbau  der  ägyptischen  Baumwolle  ist  in  den  letzten  Jahren,  namentlich  in
Lakonien,  Messenien,  Ätolien  und  Phthiotis  versucht  worden  und  es  waren  gute
Erfolge  zu  verzeichnen.
Seide 1 ).  Die  Seidenproduktion  Griechenlands,  einstmals  von  hoher
Bedeutung,  bewegt  sich  schon  geraume  Jahre  hindurch  in  ständig  absteigender
Linie,  woran  vor  allem  anderen  das  Vordringen  der  japanischen  Seide  die
Schuld  trägt.  Noch  vor  50  Jahren  brachte  das  Land  alljährlich  gut  2  500000  kg
rohseidenes  Gespinst  auf,  welchem  Quantum  während  der  letzten  drei  Jahre  durchschnittlich ­
  nur  noch  700  000  Okas,  rund  900  000  kg,  gegenüberstehen.  Davon  entfallen ­
  82  Proz.  auf  den  Bezirk  Larissa  mit  Laconia  und  Messene,  insgesamt  ein
Quantum  von  700  000  kg  im  Jahre  1911.  1912  unternahm  die  Regierung  neuerdings ­
  den  Versuch  der  Regeneration  des  brachliegenden  Gewerbes.  Nicht  nur
wurde  intensiver  auf  die  Mehrung  an  Futterstoffen  für  die  Raupen  durch  reichlichere ­
  Anpflanzung  von  Maulbeerbäumen  hingearbeitet,  sondern  auch  in  den
Schulen  ““durch  theoretischen  Unterricht  die  Förderung  der  Raupenzucht  angestrebt. ­
  An  weiterer  Stelle  war  man  bemüht,  die  Erzeugung  einer  besseren
staatlichen  Kontrolle  zu  unterwerfen  und  in  dritter  Linie,  die  Auswahl  des  Brut-!)

  Österreichs  Wollen-  und  Leinenindustrie  1915.  S.  45-
        <pb n="457" />
        446

Griechenland.  Textilindustrie.

bedarfes  systematischer  und  rationeller  auszugestalten.  Momentan  sind  diese
Maßregeln  jedoch  wieder  sehr  ins  Stocken  geraten.  Einige  Erfolge  erzielte  auch
die  Privatinitiative,  hauptsächlich  durch  einige  gesellschaftliche  Unternehmungen
in  Kyni  und  einzelne  Züchter  in  Tirnovo  und  Agia.  Nolo  im  Rayon  Larissa
lieferte  im  vorigen  Jahre  80000  kg  Kokons,  die  Hälfte  gelblicher  Sorte,  die  andere  •
Hälfte  weißlichen  Kolorits.  Seit  Jahren  schon  ist  daselbst  bezüglich  vermehrter
Beschaffung  von  Raupenfutter  so  viel  wie  nichts  veranlaßt  worden.  Der  Platz
besitzt  auch  nur  eine  einzige  Filande.  Mehr  noch  als  sonstwo  ist  die  Zucht  in
Calamata  im  Messene  -  Distrikt  und  in  Gythion  zurückgegangen.  Von  den  fünf
vormaligen  Filanden  Calamatas  zählt  man  heute  nur  noch  eine.
Im  Jahre  1911  betrug  die  Kokonsernte  635  t,  von  denen  ein  Teil  als
Kokons,  der  andere  Teil  als  Rohseide  ausgeführt  wird.

Produktion  der  Textilindustrie  Griechenlands.
Die  Baumwollindustrie.  Nach  der  statistischen  Aufstellung  Seite  6  soll
es  in  Griechenland  19  Spinnereien  mit  73898  Spindeln  und  llöo  Webstühlen
geben.  Nach  einem  britischen  Konsularbericht  *)  gibt  es  im  Pyräeus  9  Fabriken
mit  55  000  Spindeln  und  995  Webstühlen.  Da  der  Pyräeus  das  Zentrum  der
Textilindustrie  ist,  kann  sich  die  erstere  Angabe  nur  darauf  beziehen,  daß
die  Anzahl  der  Spinnereien  und  Webereien  19  beträgt,  denn  diese  dürfte  mit
den  tatsächlichen  Verhältnissen  übereinstimmen.  Nach  diesem  Bericht  beträgt
die  Jahreserzeugung  an  Baumwollgarn  900  000  Bündel  im  Werte  von  8,8  Mill.  Mark,
außerdem  werden  noch  11  Mill.  Yards  Drills  und  Schecks  für  5,2  Mill.  Mark  und
130  000  Stück  gebleichte  Stoffe  im  Werte  von  1,2  Mill.  Mark  hergestellt.  Die
Zahl  der  Arbeitskräfte  beträgt  ungefähr  3000.  Günstig  für  die  Baumwollindustrie
Griechenlands  ist,  daß  die  verarbeitete  rohe  Baumwolle  fast  zur  Hälfte  schon
im  Inlande  gewonnen  wird.  Die  von  den  Spinnereien  hergestellten  Baumwollgarne ­
  werden  alle  im  Inlande  verbraucht.  Es  werden  hauptsächlich  Nr.  4
bis  14  und  in  geringeren  Mengen  Nr.  16  bis  24  hergestellt.  In  den  Webereien
werden  sämtliche  im  Inlande  gebrauchten  Baumwollstoffe  hergestellt,  wie  beispielsweise ­
  die  weißen  Chiffons,  die  früher  in  beträchtlichen  Mengen  eingeführt
wurden,  jetzt  aber  fast  ganz  von  der  einheimischen  Industrie  erzeugt  werden.
Stärker  eingeführt  werden  die  besseren  Artikel,  wie  Zephirs  und  Oxfords  und
besonders  auch  die  bedruckten  Kattune  und  Flanelle.  Die  Wirkwarenindustrie
hat  sich  in  Griechenland  ebenfalls  entwickelt,  doch  werden  nur  die  einfachen
billigeren  Artikel  hergestellt,  während  die  besseren  meistens  aus  Deutschland
eingeführt  werden.
Die  Wollindustrie.  Die  im  Inlande  gewonnene  Wollmenge  ist  recht
bedeutend  und  wird  fast  ganz  von  den  inländischen  Fabriken  verarbeitet.  Es

1 )  Österreichs  Wollen-  und  Leinenindustrie,  Reichenberg  1914,  S.  259.
        <pb n="458" />
        Produktion.  Einfuhr.  Produktionswert.

447

existieren  drei  größere  Tuchfabriken  und  mehrere  kleinere,  die  sämtlich  Militärbekleidungsstoffe, ­
  wie  auch  die  groben  Tuche,  sogenannte  Abas  und  Schajaks,
für  die  Bevölkerung  herstellen.  Die  letzteren  Stoffe  werden  auch  in  der
Hausindustrie  hergestellt,  die  sich  außer  diesen  auch  mit  der  Herstellung  von
Wirkwaren  und  von  Gaitanschnüren  befaßt.  Zur  Einfuhr  gelangen  nur  die
besseren  Herren-  und  Damenkleiderstoffe  und  in  geringeren  Mengen  auch
W  irkwaren.
Die  Seidenindustrie.  Außer  den  Filanden,  die  Rohseide  hersteilen,  gibt  es
keine  nennenswerte  Seidenindustrie.  Dagegen  werden  in  der  Hausindustrie
seidene  Tücher  und  seidene  Stoffe  in  geringeren  Mengen  für  den  Inlandsbedarf
hergestellt.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  Griechenland.
Unter  den  Balkanländern  hat  Griechenland  in  Textil-Fertigwaren  die
geringste  Einfuhr,  weil  einerseits  namentlich  die  Baumwollindustrie  schon  ziemlich
gut  entwickelt,  andererseits  der  Inlandsverbrauch  an  sich  ein  sehr  niedriger  ist.
Die  Einfuhr  an  Textil-Fertigwaren  im  Jahre  1911  betrug  12,2  Millionen
Mark.  Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  sind  England  mit  6,2,  Deutschland ­
  mit  1,4,  Österreich-Ungarn  mit  1,4,  Italien  mit  1,2  und  Frankreich  mit
1,2  Mill.  Mark.
Die  einzelnen  Artikel  und  deren  Mengen  sind  aus  den  folgenden  statistischen ­
  Aufstellungen  in  genügender  Klarheit  zu  ersehen.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Griechenlands  im  Jahre  1911.

Wie  aus  den  folgenden  Berechnungen  hervorgeht,  beträgt  der  ungefähre
Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Griechenlands
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

25,6

0,2

Woll-  und  Halbwollindustrie

25,6

0,3

51,2

0,19
        <pb n="459" />
        448

Griechenland.  Textilindustrie.

Der  Inlandsverbrauch  Griechenlands  an  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Nach  den  Einzelaufstellungen  beträgt  der  Inlandsverbrauch:

Baumwollwaren
Woll-  und  Halbwollwaren  .
Seiden-  und  Halbseidenwaren
Leinen-  und  Jutewaren  .  .
Konfektionswaren

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1911
mit  2,7  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

33,2

12,30

28,6

io,59

0,6

0,22

0,3

0,11

0,7

0,26

63,4

23,48

Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  63,4  Mill.  Mark
wird  gedeckt

von  der  Produktion

von  der  Einfuhr

zu  77,2  Proz.

zu  22,8  Proz.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,07

L74

6,22

Deutschland

0,02

0,18

1,42

Österreich-Ungarn

0,08

0,09

L39

Italien

—

0,24

1,24

Frankreich

0,01

0,09

1,24

Türkei

0,72

0,02

0,15

Niederlande

-

0,04

0,05

Belgien

—

0,10

0,01

Vereinigte  Staaten

0,72

—

—

Indien

0,40

—

—

Ägypten
Andere  Länder

0,33

—

—

0,27

0,01

0,48

2,62

2,51

12,20
        <pb n="460" />
        Griechenlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1911.

Kei  tesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

Artikel

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschlandjösterr.-Ung.

Italien

England  |  Frankreich

Andere  Länder

In

1000  Mark

Rohe  Baumwolle,  davon  7581  unentkernt

.  .  R

3213

2,42

14

72

—

65

12  {

Ver.  St.  7iS  j  Indien  401

Baumwollgarne,  roh,  einfach,  bis  Nr.  24  .  .

.  .  H

560

0,70

5

29

139

525

4  •

Desgl,  in  höheren  Nummern

10

0,02

—

3

8

Desgl.,  gebleicht,  gefärbt  oder  bedruckt  .  .

•  •  „

42

0,06

IO

25

2

19

—

Baumwollgewebe,  roh

57  2

0,86

5

23

26

771

—

Desgl.,  gebleicht

.  .  F

512

1,34

21

44

76

1160

20

Desgl.,  gefärbt  oder  "bedruckt

1501

4,66

330

367

878

2747

210

Türkei  ....  84

Abschnitte  von  Baumwollgeweben

16

0,07

10

11

—

38

9

Samt  und  samtartige  Gewebe

32

0,14

42

18

—

57

15

Baumwollflanell,  weiß  oder  gefärbt  ....

66

0,18

28

23

69

40

14

Cretonne,  Satin,  Pikee

36

0,15

7

14

27

49

33

Vorhangstoffe,  Schirtings

Si

0,24

26

42

12

88

7

Musseline,  Gaze,  Tülle  usw

3

0,06

12

14

—

25

10

Kopftücher  aller  Art

4

0,03

—

6

—

8

4

Spitzen  und  Stickereien

14

0,25

91

77

—

47

21

Strümpfe  und  sonstige  Wirkwaren

28

0,14

66

64

—

—

6

Nähgarne  für  den  Einzelverkauf

190

0,32

31

30

—

232

—

6850

11,64

704

859

1232

5879

365

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Italien

Türkei

Rußland

Andere  Länder

ln  1000  Mark

Rohe  Baumwolle

R

287

0,27

54

34

118

Ägypten  34

Baumwollgarne

H

4

0,01

—

—

6

—

Kreta  3

Baumwollgewebe

18

0,04

—

—

26

14

'

309

0,32

54

34

32

118

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
“  Im  Inlande  gewonnene  Baumwolle  2500t
Eingeftihrte  rohe  Baumwolle,  abzügl.  der  ausgeführten  2168  t
„  unentkernte  7581  ==  ....'.  240  t
49081
Äb  8  Proz.  Spinn  Verlust  392  t  4516  t
Verarbeitete  Halbfabrikate  1162  t
Mithin  Inlandsverbrauch  ....  5678t

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4500  J(i  berechnet,  25,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  25,6  Mill.  Mk.
Eingeftihrte  Fertigwaren  „  7,6  „  „
33,2  Mill.  Mk.
        <pb n="461" />
        Griechenlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland

Österr.-Ung.

England

Frankreich

Andere  Länder

In  1000  Mark

Wolle  und  Tierhaare,  roh

R

139

0,22

9

10

6

_

Türkei

151

Garne,  roh

H

262

0,69

107

—

326

47  {

Belgien
Italien

110
54

Desgl.,  gebleicht  oder  gefärbt

„

56

0,21

47

14

93

30

Wollgewebe  bis  zum  Gewicht  von  350  g  pro  qm.

F

54

0,34

30

45

167

86

Desgl.  über  350  g  pro  qm

123

0,53

50

51

345

74

Wollgewebe  u.  Halbwollwaren,  nicht  bes.  benannt

558

1,69

434

170

942

79

Grobe  Wollstoffe,  Loden,  Serge

51

0,07

—

3

22

Türkei

30

Samtart.  Gew.,  Reisedecken  usw.  a.Wolle  od.Halbw.

10

0,06

26

8

21

5

Grobe  Wolldecken

15

0,01

3

—

2

3

Vorhänge,  Bett-  und  Tischdecken

5

0,02

10

5

—

Teppiche  aller  Art

23

0,06

6

5

22

16

Fufiteppiche  aus  Tierhaaren

M

27

0,04

12

—

5

—

Nicderl.

24

Schale,  Tülle,  Spitzen,  Stickereien

y

4

0,11

7

—

—

01

Strümpfe,  gewirkte  Westen  usw

„

8

0,03

5

6

12

5

1335

4,08

746

317

1963

436

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Artikel

Tonnen

Millionen  Mark

Österr.-U  ngarn

Italien

Türkei

In  1000  Mark

Wolle,  roh  .  .

.  .  .  .  R

60

0,09

28

19

46

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.

Jm  Inlande  gewonnene  Wolle  ’  .  .  5800t
Mehreinfuhr  an  roher  Wolle  79  t
5879t
Ab:  45  Proz.  Waschverlust  2645  t  3234t
Hinzu:  Eingeführte  Game  318t
Mitverwendete  Kunstwoile  8001  1118t
4352  t
Ab:  2  Proz.  Spinnverlust  87  t
Mithin  Innenverbrauch  4265t

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  6000  Jh  berechnet,  25,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  für  25,6  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  3,0  „  „

28,6  Mill.  Mk.

450  Griechenland.  Wollindustrie.
        <pb n="462" />
        Griechenlands  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindusfrie  im  Jahre  1911

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


England

Frankreich ­


Andere
Länder

In  1000  Mark

Gehaspelte  Seide,  roh  oder  abgekocht

H

0,9

0,03

3

—

—

/
~  \

Italien  8
Kreta  8

Seidengewebe,  auch  Grenadine  aus  Halbseide  ........

F

4,5

0,12

6

14

—

89

Italien  8

Seidengewebe  mit  Effekten  aus  anderen  Textilfasern  ....

„

5,2

0,08

8

12

—

48

„  9

Samt  und  Plüsch  aus  Seide

»

2

0,07

10

—

—

45

Bänder  und  Litzen

„

1,2

0,08

—

14

—

50

Tülle,  Gaze,  Krepp,  Spitzen  usw.  .  .
Stickereien,  Gewebe  mit  Metallfäden,  Wirk-  und  Wäschewaren

”

1,4

0,21

—

21

25

145

aus  Seide

»

0,1

0,01

—

—

—

7

15,3

0,60

27

6l

25  .

384

Artikel

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

Frankreich ­


Ver.  Staaten

In  1000  Mark

Kokons

89,6

0,67

395

222

44

Seide,  roh  oder  abgekocht

35

0,88

—

218

40

618

—

Seide,  gespult  oder  gezwirnt

-

2,7

0,11

69

—

—

43

—

127,3

1,66

69

218

435

883

44

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Seidenindustrie.
Nur  als  Kleinindustrie  vertreten.

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingefiihrte  Fertigwaren  0,6  Mili.  Mark.

Seidenindustrie.  451
        <pb n="463" />
        Griechenlands  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinen-  und  Juteindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland

Österr.-Ung.

England

Frankreich

Andere  Länder

ln  1000  Mark

Leinen-,  Hanf-  und  Jutegarne

.  .  .  H

14

0,02

3

7

Italien  7

Gewebe  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jute  .  .  .

.  .  .  F

56

0,14

46

11

20

30

Belgien  14

Säcke,  neu  oder  gebraucht

360

0,09

10

45

12

—

Italien  10

Fußteppiche  aus  Jute  oder  Hanf

•  •  •  »

42

0,08

10

22

45

—

472

0,33

69

78

77

37

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.
Die  Ausfuhr  kommt  nicht  in  Betracht.

Produktion  der  Leinen-  und  Juteindustrie.
Keine.

Inlandsverbrauch  an  Leinen-  und  Jutewaren.
Eingeführte  Fertigwaren-0,3  MUL  Mk.

Griechenlands  Einfuhr  an  Konfektions  waren  im  Jahre  1911.

Artikel

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

|  Deutschland

Österr  -Ung.

England  i  Frankreich
In  1COO  Mark

Andere  Länder

Konfektionierte  Kleider  aus  Wolle  und  Halbwolle

0,04

5

13

5

10

Kleider  und  Stoffe  mit  Gummi

0,02

10

6

—

6

Weißwaren  aus  Baumwolle

0,25

22

165

26

16

Desgl.  aus  Leinen

0,06

6

18

9

23

Hüte  für  Herren  und  Knaben

0,16

—

7

36

6

Italien  HO

Flache  Damen-  und  Kinderhüte,  garniert  und  ungarniert  .  .  .

0,04

—

—

—

31

Hutstumpen  aller  Art  •

0,03

—

—

—

5

„  28

Posamentierwaren  aus  Baumwolle,  Wolle,  Seide  usw

0,15

38

42

14

19

„  14

0,75

81

251

90

ll6

452  Griechenland.  Leinen-  und  Juteindustrie.  Konfektionswaren.
        <pb n="464" />
        Serbien.  Textilindustrie.

453

Übersicht  über  die  Textilindustrie  Serbiens.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.

In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911  |

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach
Stande  der  Verarbeitung

dem

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstpffe


Halbfabrikate ­


F  ertigwaren


II  Roh-II
  Stoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

14,1

—

0,1

5,0

9,0

_

—

—

Wolle  und  Halbwolle  .  .

4,9

o,3

0,4

0,2

4,3

—

—

0,3

Seide  und  Halbseide  .  .

1,1

—

—

—

1,1

—

—

—

Leinen  und  Jute  ....

1,5

—

—

0,3

1,2

—

—

—

Konfektion

2,7

—

—

—

2,7

-

—

—

24,3

o,3

0,5

5,5

18,3

—

—

0,3

Die  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhr

  beträgt

92,3

93,5

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außen-Proz.



Proz.

handel  beträgt  demnach

26,3

0,3

—

—

—

1  —

—

—

Die  Einfuhr  der  Rohstoffe  beträgt  o,5  Mill.  Mark
„  „  „  Halbfabrikate  beträgt  5,5  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  abzügl.  der  ausgeführten,  beträgt  18,0  „  „

Die  Wollindustrie  in  Serbien  war  1911  bereits  so  weit  entwickelt,  daß  sie
bis  zu  88  Proz.  den  inländischen  Bedarf  decken  konnte,  während  dies  bei  der
Baumwollindustrie  nur  bis  zu  59  Proz.  der  Fall  war.
Die  Einfuhr  erstreckt  sich  daher  vornehmlich  auf  Halbfabrikate  und
Fertigwaren  der  Baumwollindustrie  im  Werte  von  14,0  Mill.  Mark.  Wollwaren
wurden  für  4,5,  Seide-,  Leinen-,  Jute-  und  Konfektionswaren  für  5,3  Mill.  Mark
eingeführt.
Die  Textilwaren-Einfuhr  ist  überhaupt  nicht  bedeutend,  weil  der  Verbrauch
des  Landes  ein  sehr  niedriger  ist.  Pro  Person  und  Jahr  berechnet  hatte  Serbien
mit  21,37  Mark  nächst  Rußland  den  niedrigsten  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren
in  Europa.
Die  im  Inlande  gewonnenen  Rohstoffe,  wie  Wolle,  Flachs  und  Kokons,
werden,  mit  Ausnahme  der  Kokons,  von  der  inländischen  Industrie  verarbeitet.
        <pb n="465" />
        454

Serbien.  Textilindustrie.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
7600  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  12,1  Mill.  Mk.
7211  Flachs  „  „  „  „  o,S  „  „
362  t  Kokons  „  „  „an  Seide  von  .  .  .  .  1,0  „
13,6  Mill.  Mk.

Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Serbien  nicht  unbedeutend  und  die
gewonnene  Wolle  wird  fast  ganz  im  Inlande  verarbeitet.
Flachs.  Die  Flachsgewinnung  wird  erst  in  den  letzten  Jahren  stärker
gefördert.  Nach  dem  Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rome
betrug  der  Ertrag  an  Leinenfaser
1909/10  1910/11  1911/12
3861  7211  9481
Seide.  Die  Seidenkultur  ist  ebenfalls  erst  in  der  Entwickelung  begriffen.
Das  deutsche  Konsulat  in  Belgrad  berichtet  darüber  wie  folgt J ):
Für  die  Züchtung  von  Seidenraupen  sind  in  Serbien  alle  Vorbedingungen
vorhanden.  Im  Jahre  1910  waren  allerdings  hierin  keine  günstigen  Erfolge  zu
verzeichnen.  Im  ganzen  wurden  1910  den  Raupenzüchtern  von  der  unten  erwähnten ­
  Seidenkulturgesellschaft  362016  kg  Kokons  abgekauft.
Der  gesamte  Handel  mit  roher  Seide  und  der  Aufkauf  der  Kokons  liegt
in  den  Händen  der  im  Jahre  1900  gegründeten  Seidenkulturgesellschaft,  welche
die  gewonnene  Seide  fast  ausschließlich  nach  Italien  ausführt.  Die  der  Gesellschaft ­
  seinerzeit  erteilte  Konzession  wurde  im  Jahre  1909  auf  20  Jahre  verlängert
und  ihr  dadurch  das  ausschließliche  Recht  des  Aufkaufs  der  in  Serbien  erzeugten
Seide  auf  lange  Zeit  zugesichert.  Die  Gesellschaft  ist  auch  verpflichtet  worden,
eine  Seidenspinnerei  zu  errichten.

Produktion  der  Textilindustrie  Serbiens.
Die  Baumwollindustrie.  Es  existiert  nur  eine  größere  Baumwollspinnerei
in  Nisch  (1911  errichtet),  die  mit  3200  Spindeln  arbeitet  und  hauptsächlich
Strickgarne  von  Nr.  6  bis  24  für  die  Hausindustrie  herstellt 2 ).  Außerdem  wurde
eine  Abfallspinnerei  mit  800  Spindeln  einer  Belgrader  Weberei  angegliedert.
Die  Anzahl  der  Baumwollwebereien,  die  gleichzeitig  auch  Leinen  weben,  ist
eine  größere.  In  Belgrad  wurde  eine  Weberei  mit  200  Webstühlen  errichtet,
die  gleichzeitig  auch  Bleicherei  und  Druckerei  betreibt.  Eine  zweite  Baumwollweberei ­
  wurde  in  Uzice  errichtet.  In  dieser  laufen  etwa  130  Webstiihle.
Erzeugt  werden  Baumwoll-  und  Leinengewebe  in  weißer  und  bunter  Ware.
Leskovac  besitzt  eine  Baumwoll-  und  Leinenweberei  mit  220  Webstühlen;
ferner  hat  Nisch  eine  mechanische  Weberei  mit  150  Webstühlen.  Trikotagenfabriken,
  wenn  auch  geringeren  Umfangs,  sind  mehrere  vorhanden.  Auch  in
J )  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1911,  Heft  109.
s )  Die  Daten  entstammen  zum  Teil  einer  Veröffentlichung  von  Dr.  Herrmann  v.  Sauter
im  österr.  „Handelsmuseum“,  Wien  1911.
        <pb n="466" />
        Produktion.  Einfuhr

der  Hausindustrie  werden  grobe  Baumwollstoffe  in  größerem  Umfang  hergestellt
und  hierzu  eingeführte  Baumwollgarne  in  rohem  oder  gebleichtem  Zustande
verwendet.
Die  Wollindustrie.  Diese  ist  im  Lande  stärker  verbreitet;  sie  besteht  zum
Teil  in  der  Hausindustrie,  zum  Teil  in  kleineren  Betrieben,  die  früher  nur  die
im  Lande  stark  verwendeten  Gaitanschnüre  herstellten.
Seit  jeher  wurde  in  Serbien  die  Schafwolle  von  den  Bäuerinnen  in  der
Hausindustrie  verarbeitet  und  ebenso  wurden  von  den  Posamentierern  die
Gaitanschnüre  in  einfacher  Weise  hergestellt,  bis  dann  später  die  fabrikmäßige
Herstellung  der  Schnüre  in  Leskovac  aufgenommen  wurde.
Es  existieren  drei  größere  Tuchfabriken,  die  gleichzeitig  auch  Gaitanschnüre
herstellen.  Eine  Tuchfabrik  in  Belgrad  mit  80  bis  90  Webstühlen,  eine  in  Leskovac ­
  mit  etwa  100  Webstühlen  und  eine  in  Grdelica  mit  etwa  20  Webstühlen.
Diese  stellen  Militärtuche  und  sogenannte  Bauerntuche  her.  In  neuerer  Zeit
haben  sie  auch  die  Fabrikation  von  Kammgarnstoffen,  Kopftüchern  und  Plaids
aufgenommen.  Eine  kleine  Fabrik  in  Kosare  stellt  neben  Gaitanschnüren  auch
Stickgarne  her.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  Serbien.
Die  Einfuhr  von  Textil-Fertigwaren  im  Jahre  1911  betrug  18,3  Mill.  Mark,
wovon  auf  Baumwollwaren  9,0,  auf  Wollwaren  4,3  und  der  Rest  auf  Konfektions-,
Seiden-  und  Leinenwaren  entfallen.  Die  hauptsächlichsten  Herkunftsländer  sind
Österreich-Ungarn  mit  6,6,  Deutschland  mit  5,7,  England  mit  2,2  und  Italien  mit
1,6  Mill.  Mark.
Baumwollwaren.  Die  Einfuhr  an  rohen  Garnen  ist  recht  bedeutend,
und  zwar  handelt  es  sich  dabei  zum  größten  Teil  um  die  Nummern  9  bis  20,
in  zweiter  Linie  kommen  Garne  von  Nummer  21  bis  30,  während  die  Einfuhr
an  eroberen  und  feineren  Nummern  nicht  wesentlich  ist.  Die  Lieferanten  sind
England  und  Österreich-Ungarn,  und  in  weitem  Abstande  folgen  Italien  und
Deutschland.  Auch  gebleichte  Garne,  in  den  gleichen  Nummern  wie  vorstehend, ­
  werden  in  ziemlichen  Mengen  eingeführt.  Die  Einfuhr  an  Nähgarnen
im  Werte  von  1,2  Mill.  Mark  stammt  aus  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und
England.
Baum  woll  ge  webe  erscheinen  in  der  Einfuhr  nur  in  der  einen  Position
als  glatte  Gewebe  im  Werte  von  6,4  Mill.  Mark,  vornehmlich  aus  Deutschland,
England,  Italien  und  der  Schweiz.  Unterlagen,  auf  welche  Arten  sich  diese  verteilen, ­
  liegen  nicht  vor,  doch  kann  angenommen  werden,  daß  der  größte  Teil
sich  auf  bedruckte  und  buntgewebte,  der  kleinere  Teil  auf  rohe  und  ge-
        <pb n="467" />
        456

Serbien.  Produktionswert.  Inlandsverbrauch.  Herkunftsländer.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Serbiens  im  Jahre  1911.
Wie  aus  den  folgenden  Berechnungen  hervorgeht,  beträgt  der  ungefähre
Produktionswert  der

Mill.  Mark

Anteil  Serbiens
am  Produktionswert
aller  europäischen  Staaten
Proz.

Baumwollindustrie

12,5

0,01

Woll-  und  Halbwollindustrie

30,0

0,04

Leinen-  und  Juteindustrie

2,3

0,12

44,8

0,17

Der  Inlandsverbrauch  Serbiens  an  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Nach  den  Einzelaufstellungen  beträgt  der  Inlandsverbrauch:

1

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1911
mit  2,95  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre

Proz.

Baumwollwaren

21,5

7,28

Woll-  und  Halbwollwaren

34,2

11,59

Seiden-  und  Halbseidenwaren

1,1

0,37

Leinenwaren

3,6

1,22

Konfektionswaren

2,7

0,91

63,1  |  21,37
Obiger  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  im  Betrage  von  63,1  Mill.  Mark
wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  71  Proz.  zu  29  Proz.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Millionen  Mark

Österreich  -  Ungarn

0,20

1,62

6,59

Deutschland

0,08

0,31

5,71

England

0,09

3,06

2,22

Italien

—

0,41

1,64

Schweiz

—

—

0,65

Frankreich

—

0,02

0,61

Türkei

0,08

0,05

0,13

Bulgarien

0,01

0,01

0,08

Belgien

—

—

.0,07

Andere  Länder

0,04

0,05

0,60

0,50

5,53

18,30
        <pb n="468" />
        Serbiens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Italien

England

Schweiz

Andere  Länder

In

1000  Mark

Baumwollkammzug  und  Abfälle

.  .  R

143

0,05

30

20

—

—

—

Garne,  einfach

.  .  H

2556

^-1
cc

105

1284

400

2922

—

„  zwei-  und  mehrfach

104

0,25

14

149

18

60

—

[

Frankreich

88

Glatte  Baumwollgewebe

'  ’  ”

1816

6,41

1335

2029  .

1041

1363

270  &amp;lt;

Türkei.  .

77

Buchbinderleimwand

.  .  F

9

0,02

6

14

—

—

—

Gewebe,  unvollständig  angemeldet

85

0,47

35

128

24

38

218

Türkei.  .

24

Samt,  Plüsch  und  ähnliche  Gewebe

44

0,27

99

58

9

50

—

Frankreich

43

Tülle  usw

15

0,09

38

45

—

—

—

Spitzen  aller  Art

12

0,15

82

51

—

—

—

Stickereien

10

0,27

127

78

—

—

—

Strümpfe  und  sonstige  Baumwollwirk'waren  .  .

•  '  »

]0

0,09

49

42

—

—

—

Nähgarn  für  den  -Einzelverkauf

•  •  „

406

1,21

356

408

70

316

28

Frankreich

29

5210

14,06

2276

4306

1362

4749

516

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  —  Fertig;  waren.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Eingeführte  Garne  2660  t
Eingeführter  Baumwollkammzug  und  Abfälle  abzüglich  8  Proz.
Spinnverlust  130  t
Mithin  Innenverbrauch  ....  2790t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4500Mk.  berechnet  .  .  .  12,5  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Baumwollwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  12,5  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  „  9,0  „

21,5  Mill.  Mk.

Baumwollindustrie.  457
        <pb n="469" />
        Serbiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1911.

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  6000  Mk.  berechnet

30  Mill.  Mk.

Artikel

Einfuhr

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


England

Frankreich ­


Andere  Länder

In  1000  Mark

Schafwolle,  Alpaka-,  Kamel-  usw.  Haare

.  R

209

0,37

40

114

86

Türkei  .

77

Kunstwolle

.  77

0,07

10

63

—

—

Kammgarne  über  Nr.  16

.  H

36

0,16

66

11

54

18

Streich-,  Alpaka-,  Mohairgarne  usw

18

0,08

6

28

30

—

Wollgarne  für  den  Einzelverkauf

.  F

162

0,87

757

103

6

5

Wollgewebe  bis  300  g  pro  Quadratmeter

177

1,67

868

449

128

202

„  von  300  bis  500  g  pro  Quadratmeter

•  5,

130

0,87

481

224

98

52

„  „  über  500  g  pro  Quadratmeter

70

0,36

119

90

42

—

Bulgarien

84

Samt,  und  Plüsch  usw

26

0,18

150

24

—

—

Wollene  Tücher  und  Schale  ,.  •  .

21

0,13

24

84

—

—

Teppi'che  aus  Wolle,  auch  gemischt  mit  anderen  Fasern  .  .

•  »

32

0,10

32

35

6

—

Filze  in  Stücken  und  sonstige  Filzwaren

9

0,04

6

6

—

—

Italien.  .  .

29

Spitzen  und  Wirkwaren

4.3

0,04

13

25

—

—

971

4,94

2572

1256

450

277

Ausfuhr

Wichtigste  Absatzländer

Artikel

Tonnen

Millionen

Österr.-Ungarn

Türkei

Bosnien

Bulgarien

Mark

In  1000  Mark

Teppiche  aus

Wolle,  auch  gemischt  mit  anderen  Fasern  .  .

.  F

6

0,06

■36

14

_

Wollgewebe

von  mehr  als  700  g  pro  Quadratmeter  .  .  .  .

•  »

70

0,21

8

104

30

73

76

0,27

44

118

30

73

R  —  Rohstoffe.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  7600t
Eingeführte  Wolle  209  t

Ah:  45  Proz.  Waschverlust  3514t
Hinzu:  Mitverwendete  Baumwolle  und  Kunstwolle

H  =  Halbfabrikate.

Ab:

2  Proz.  Spinnverlust
Mithin  Innenverbrauch:

.  .  7600t

7809  t

.  .  3514t

42951

8001

5095  t

1001

49951

F  =  Fertigwaren.

Inlandsverbrauch  an  Woll-  und  Halbwollwaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  .
Eingefiihrte  Fertigwaren.  .

30,0  Mill.  Mk.
4.2  ,  „

34,2  Mill.  Mk.

458  Serbien.  Wollindustrie.
        <pb n="470" />
        Serbiens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinen-  und  Juteindustrie  im  Jahre  1911.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


England

Italien

Andere

Länder

In  1000  Mark

Garne  aus  Flachs,  Hanf  oder  Ramie,  einfach,  bis  Nr.  20.  .

.  H

29

0,04

42

—

—

„  einfach,  über  Nr.  20

106

0,15

55

96

—

—

„  zwei-  und  mehrdrähtig

7

0,01

—

12

—

—

Jute-  und  Manilahanfgarne  bis  Nr.  7

171

0,08

68

6

—

■  —

Game  aus  Flachs,  Hanf  usw.  für  den  Einzelverkauf.  .  .  .

.  F

40

0,09

12

18

14

31

Türkei

.  .  12

Grobe  Packleinwand  aus  Flachs,  Hanf,  Jute

235

0,50

101

244

102

—

Belgien

•  •  9

Teppiche  aus  Flachs,  Hanf  usw

34

0,05

12

26

5

—

Säcke

947

0,57

16

474

57

—

Türkei

.  .  12

Wasserdichte  Wagendecken

31

0,05

12

35

—

—

1600

1,54

276

953

178

31

H  =  Halbfabrikate.  F  =  Fertigwaren.

Produktion  der  Leinen-  und  Juteindustrie.

Im  Inlande  gewonnener  Flachs  721t
Ab:  36  Proz.  Hechel-  und  Spinnverlust  .......  260t  461t
Eingeführte  Halbfabrikate  127  t
Mithin  Innenverbrauch  588t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4COO  Mk.  beiechnet  ....  2,3  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Leinen-  und  Jutewaren.

Für  das  Inland  verarbeitet  2,3  Mill.  Mk.
Eingeführte  Fertigwaren  1,3  „  „
3,6  Mill.  Mk.
        <pb n="471" />
        m

Serbiens  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1911.

Artikel

Tonnen

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland

Österr.-Ungarn

Italien

Frankreich

Schweiz

Türkei

In  1000  Mark

Rohseide

.  R

1,2

0,02

Seidengarne

.  H

1,4

0,02

—

—

—

—

—

14

Nähgarne  für  den  Einzelverkauf

.  F

1,3

0,03

12

9

—

—

—

Seidengewebe,  dichte

6,6

0,31

73

93

42

26

70

—

Halbseidengewebe

14

0,34

55

H8

55

6l

49

—

Samt  und  Plüsch,  reinseiden  und  halbseiden  .

•  r

14,7

0,15

99

32

—

—

—

—

4

044

79

36

6

—

—

—

Tülle  und  dergleichen

1,2

0,07

28

17

—

21

—

—

Stickereien  auf  Seide

—

0,02

11

9

—

—

—

—

Spitzen  aller  Art

0,5

0,02

10

7

—

2

4

—

Wirkwaren

■  „

0,4

•0,02

7

4

2

—

—

45,3

1,14

374

325

105

110

123

14

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

Fertigwaren.

Produktion  der  Seidenindustrie.
Die  Produktion  erstreckt  sich  nur  auf  die  Gewinnung  von  Rohseide.
(Siehe  S.  454.)

inlandsverbrauch  an  Seiden-  und  Halbseidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  1,1  Mill.  Mk.

Serbiens  Einfuhr  an  Konfektions  waren  im  Jahre  1911.

Artikel

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland

Österr.-Ungarn

Italien

Frankreich

In  1000  Mark

Kleider,  Putzwaren,  Wäsche  und  sonstige  genähte  Gegenstände  aus  Wolle  .  .

0,64

151

458

19

Desgleichen  aus  Baumwolle

0,74

136

541

16

30

„  „  Seide,  Halbseide  und  anderen  Materialien

0,29

81

167

—

33

Elastische  Gewebe  in  Verbindung  mit  Kautschuk

0,01

6

6

Männerhüte  aus  Filz,  garniert

0,42

40

117

249

—

Frauenhüte  aus  Filz,  garniert  und  ungarniert

0,09

—

11

65

—

„  aller  Art,  aufgeputzt

0,06

10

45

—

—

0,05

—

42

—

—

Bandwaren  aus  Wolle  und  Baumwolle

0,17

88

76

—

—

Posamentier-  und  Knopfmacherwaren  aus  Baumwolle,  Wolle,  Seide  usw.,  auch

mit  Holz-  oder  Metalleinlagen

0,22

90

112

—

—

2,69

1  602

1575

330

82

460  Serbien.  Seidenindustrie.  Konfektions  waren.
        <pb n="472" />
        o££  \  SLSI  1  209
        <pb n="473" />
        V

462

Amerika.  Gesamtübersicht.

Die  Gewinnung  von  Textilrohstoffen  in  Amerika  i).

Baumwolle

Wolle

Seide

Flachs

Tonnen

Wert
Mill.  Mb.

Tonnen

Wert
Mill.Mk.

Tonnen

Wert
Mill.Mk.

Tonnen

Wert
Mill.Mk.

Ver.  Staaten  .  1913/14

3  100  270

3  763

134  2C0

228

—

—

—

—

Kanada  .  .  .  1911/12

—

—

4  000

6,8

—

—

—

—

Mexiko  ....

1907

30  000

40

6  800

10

—

—

—

—

Brasilien  .  .  .

1912

70000

101,5

—

—

—

—

—

—

Argentinien  .  .

1913

1  000

1,4

150  000

225

—

—

—

—

Chile

1913

—

—

8  000

12

—

—

29

0,2

Peru

1913

28000

34,2

5000

10,5

—

—

—

—

Columbien.  .  .

1913

1  300

1,6

—

—

—

—

—

—

Venezuela  .  .  .

1913

1  000

1,2

—

—

—

—

—

—

Bolivien....

1912

—

—

—

—

—

—

—

—

Ecuador  ....

1913

500

0,6

400

0,6

—

—

—

—

Uruguay  .  .  .

1911

—

—

60000

85

—

—

—

—

Paraguay  .  .  .

1913

—

—

—

—

—

—

—

—

Cuba

1914

—

—

—

—

—

—

—

—

Dominik.  Republik ­
  und  Haiti

1913

3250

4,5

—

—

—

—

—

—

Guatemala.  .  .

1913

—

—

—

—

—

-

—

—

Costarica  .  .  .

1912

—

—

—

—

—

-

—

—

Rep.  Honduras  .

1913

—

—

—

—

—

—

—

—

Salvador.  .  .  .

1913

—

—

—

—

—

—

—

—

Nicaragua  .  .  .

1914

—

—

—

—

—

—

—

—

Panama  ....

1910

—

—

—

—

—

—

—

—

Brit.-Amerika
(ohne  Kanada)

1911

1  100

1,2

2  100

3,1

—

—

—

—

Franz.-Amerika

1911

—

—

—

—

—

—

—

—

Niederländisch-Amerika.
  .  .

1912

—

—

—

—

—

—

—

—

3  236  420

3949,2

370  500

581,0

—

—

29

0,2

Gesamtwert  der  gewonnenen  Textilrohstoffe  4530,4  Mill.  Mark.

i)  Wo  die  angegebenen  Rohstoffmengen  von  den  Angaben  auf  S.  1  bis  22  abweichen,  sind
die  Mengen  in  der  vorliegenden  Tabelle  als  die  richtigeren  anzunehmen.
        <pb n="474" />
        Gewinnung'  von  Textilrohstoffen.

463

Von  den  in  Amerika  gewonnenen  Rohstoffen  tritt  am  stärksten  die  große
Menge  Baumwolle  hervor.  Der  Anteil  Amerikas  an  der  Baumwollernte  der
Welt  berechnet  sich  auf  annähernd  58  Proz.
Ein  Vergleich  mit  den  in  Europa  gewonnenen  Mengen  (siehe  S.  31)  zeigt
am  besten  die  große  Überlegenheit  Amerikas  in  dieser  Richtung.  Dabei  ist
noch  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  die  Baumwollgewinnung  in  den  Vereinigten
Staaten,  in  Brasilien,  Peru,  Mexiko,  Columbien  und  der  Dominikanischen
Republik  im  Zunehmen  begriffen  ist,  während  bisher  nur  in  zwei  europäischen
Staaten  —  in  Rußland  und  der  Türkei  —  Baumwolle  in  größeren  Mengen
gewonnen  werden  konnte.
Europa  bleibt  daher  vorerst  auf  die  Einfuhr  von  Baumwolle  aus  Amerika
angewiesen,  und  die  Bestrebungen  können  sich  nur  darauf  erstrecken,  daß
die  Baumwollproduktion  in  den  genannten  beiden  europäischen  Ländern  weiter
ausgedehnt,  und  ferner,  daß  die  Gewinnung  in  Afrika  stärker  als  bisher  gefördert
werde.
Wolle.  Die  in  Amerika  gewonnene  Menge  ist  wohl  beträchtlich,  bleibt
aber  gegen  die  in  Europa  gewonnene  Wollmenge  zurück.
Der  Anteil  Amerikas  an  der  Weltproduktion  an  roher  Wolle  beträgt  .  .  .  25,9  Proz.
„  „  Europas  „  „  „  „  „  „  „  .  .  .  32,8  „
Außer  den  Vereinigten  Staaten  sind  vornehmlich  Argentinien  und  Uruguay
und  in  kleineren  Mengen  Chile,  Peru,  Mexiko  und  Kanada  die  wichtigsten
Länder  Amerikas  für  die  Wollgewinnung.  Auch  sind  noch  die  Falklandinseln
(britische  Besitzungen)  als  neuere  Produktionsländer  von  Wolle  zu  erwähnen.
Seide  und  Flachs  werden  in  erheblichen  Mengen  in  Amerika  nicht  gewonnen, ­
  wenn  auch  Bestrebungen  im  Gange  sind,  um  die  Flachskulturen  in
Chile  und  Kanada  zu  entwickeln.
Von  der  Welterzeugung  an  Textilrohstoffen  verarbeitet  Amerika  für  annähernd ­
  2440  Milk  Mark.  Es  sind  dies  etwa  20,5  Proz.,  während  Europa  nach  der
Aufstellung  auf  S.  31  ungefähr  64,3  Proz.  der  Welterzeugung  verarbeitet.
        <pb n="475" />
        464

Amerika.  Gesamtübersicht.

Ein-  und  Ausfuhr  Amerikas
an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Ver.  Staaten  .  .  1913/14

797,8

66,7

893,7

2  595,4

61,5

172,1

Kanada  ....  1911/12

46,3

19,7

260,5

0,8

—

3,6

Mexiko

1907

5,4

2,4

61,2

12,3

—

0,1

Brasilien

1912

5,8

27,1

129,4

23,3

—

—

Argentinien.  .  .  .

1913

1,1

24,1

267,0

183,5

—

—

Chile

1913

1,4

8,9

97,8

0,1

—

0,6

Peru

1913

0,05

0,5

22,2

39,7

—

0,02

Columbien  ....

1913

0,01

4,8

41,1

0,4

—

0,4

Venezuela  ....

1913

0,03

1,0

17,3

—

—

—

Bolivien

1912

—

1,2

43,8

0,06

—

—

Ecuador

1913

—

—

9,2

—

—

—  .

Uruguay

1911

0,3

0.6

33,4

84,6

—

—

Paraguay

1913

—

—

6,8

—

—

—

Cuba

1914

0,6

1,5

53,4

—

—

—

Dominik.  Republik

und  Haiti,  .  .  .

1913

—

—

20,0

4,5

—

—

Guatemala  ....

1913

—

0,8

8,5

—

—

—

Costarica

]912

—

—

7,3

—

—

—

Republik  Honduras

1913

—

—

6,1

—

—

—

Salvador

1913

—

—

8,6

—

—

—

Nicaragua  ....

1914

—

—

4,7

—

—

—

Panama

1910

-

—

7,8

—

—

—

Britisch-Amerika

(außer  Kanada)  .

1911

—

—

CO

4,3

-

—

Französ.-Amerika  .

1911

—

—

5,4

—

0,2

Niederl.-Amerika  .

1912

-

—

2,9

0,1

—

—

858,7

159,3

2061,8

2  949,0

6t,5

177,0

Gesamt-Ein-  u.  Ausfuhr  .

3  079,8

3  187,5
        <pb n="476" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.

405

*
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  im  Werte  von  858,7  Mill.  Mark  ist  im  Verhältnis ­
  zur  Einfuhr  in  Europa  nicht  bedeutend.  Der  Hauptteil  entfällt  auf  die
Vereinigten  Staaten,  welche  verhältnismäßig  viel  rohe  Baumwolle  aus  Ägypten,
Mexiko  und  Peru,  rohe  Wolle  aus  England,  Australien,  China  und  Rußland,  Rohseide ­
  aus  Japan,  China  und  Italien,  und  schließlich  Rohjute  aus  Britisch-Indien
einführen.
Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  umfaßt  die  großen  Mengen  Rohbaumwolle,
welche  von  den  Vereinigten  Staaten,  Peru,  Brasilien  und  Mexiko,  sowie  die'
Mengen  Rohwolle,  die  von  Argentinien  und  Uruguay  ausgeführt  werden.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  Baumwollgarne ­
  und  rohe  Baumwollgewebe,  die  nach  den  meisten  amerikanischen
Ländern,  ferner  auf  Wollgarne,  die  nach  den  Vereinigten  Staaten,  Kanada,
Brasilien  und  Argentinien,  und  schließlich  auf  Florettgarne,  die  nach  den  Vereinigten ­
  Staaten  geliefert  werden.
Eine  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  haben  nur  die  Vereinigten  Staaten,
welche  in  geringen  Mengen  rohe  Baumwollgarne  und  in  großen  Mengen  rohe
Baumwollgewebe  ausführen.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  eine  sehr  beträchtliche;  die  näheren
Einzelheiten  hierüber  sind  aus  der  nachfolgenden  Aufstellung  zu  ersehen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  im  Verhältnis  zur  gleichen  Ausfuhr
aus  Europa  (siehe  S.  30)  unbedeutend.  Immerhin  ist  speziell  die  Ausfuhr  aus
den  Vereinigten  Staaten  im  Zunehmen  begriffen  und  es  scheint  nicht  ausgeschlossen, ­
  daß  in  den  Vereinigten  Staaten  besonders  diese  Position  durch  den
europäischen  Krieg  eine  ganz  wesentliche  Steigerung  erfahren  wird.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

30
        <pb n="477" />
        466

Amerika.  Gesamtübersicht.

Einfuhr  Amerikas  an  Fertigwaren  nach  wichtigsten  Herkunftsländern  geordnet.

ln  Millionen  Mark.

Einfuhr  aus

Deutschland ­


JCngland

Frankreich ­


Italien

Schweiz

Spanien

Ver.
Staaten

Anderen
Ländern

nach
Ver.  Staaten  .  1913/14

130,1

276,6

165,9

6,6

58,9

0,6

260,0

Kanada  .  .  .  1911/12

8,5

174,9

13,3

—

4,3

—

35,4

24,1

Mexiko  ....

1907

11,4

22,3

11,3

1,3

1,4

1,9

8,4

3,2

Brasilien  .  .  .

1912

23,5

70,0

13,1

6,7

3,1

0,2

1,7

n,i

Argentinien  .  .

1913

46,3

114,8

38,5

39,9

1,4

4,8

2,3

19,0

Chile

1913

22,6

43,4

8,8

3,8

—

1,2

2,7

15,3

Peru

1913

3,7

11,4

0,8

2,3

—

0,5

0,7

2,8

Columbien.  .  .

1913

5,7

21,4

7,2

1,8

0,6

1,0

2,7

o,7

Venezuela  .  .  .

1913

1,9

10,7

1,3

1,2

0,3

1,0

o,9

—

Bolivien....

1912

15,0

13,3

2,6

4,3

—

0,4

3,8

4,4

Ecuador  ....

1913

1,6

5,3

0,2

0,5

0,3

0,4

0,7

0,2

Uruguay  .  .  .

1911

5,8

16,7

3,3

4,1

—

1,0

0,4

2,1

Paraguay  .  .  .

1913

1,9

3,6

0,3

0,5

—

0,2

—

0,3

Cuba

1914

2,4

20,4

5,3

0,8

1,3

7,4

14,2

1,6

Dominik.  Republik ­
  und  Haiti

1913

0,8

4,2

2,6

0,5

0,8

0,3

10,6

0,2

Guatemala.  .  .

1913

1,9

3,1

0,1

0,2

—

—

2,1

1,1

Costarica  .  .  .

1912

1,5'

2,6

0,6

0,2

—

0,2

1,7

0,5

Rep.  Honduras.

1913

0,6

1,9

0,2

—

—

0,1

3,1

0,2

Salvador.  .  .  .

1913

0,4

*4  »7

0,4

0,7

—

0,1

1,5

0,8

Nicaragua  .  .  .

1914

0,5

2,6

0,1
\

0,1

—

—

1,4

—

Panama  ....

1910

0,5

4,0

0,04

0,2

0,2

0,1

2,3

0,46

Brit.  -  Amerika
(ohne  Kanada)

1911

0,6

37,1

0,1

0,1

0,3

—

7,1

3,4

Franz.  -Amerika

19H

—

—

5,2

—

—

-

0,1

0,1

Niederländisch-Amerika.
  .  .

1912

—

—

—

—

0,1

2,8

287,2

865,0

&amp;lt;N
CO

CO
10

72,9

21,4

103,9

354,3
        <pb n="478" />
        Einfuhr  an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern.

4(57

t

30

Der  Anteil  Deutschlands  an  der  Gesamteinfuhr  an  Fertigwaren  beträgt  .  .  13,9  Proz.
„  „  Englands  „  „  ,  '  „  „  »  „  •  ■  42  „
Der  Anteil  Deutschlands  an  der  Einfuhr  nach  den  Vereinigten  Staaten
ist  nicht  besonders  hoch,  aber  im  Verhältnis  zur  Einfuhr  der  anderen  Staaten
noch  als  günstig  zu  bezeichnen.  Die  höhere  Einfuhr  aus  Frankreich  ist  nur
darauf  zurückzuführen,  daß  Frankreich  seidene  Stoffe  und  Kleider  in  sehr  großen
Mengen  nach  den  Vereinigten  Staaten  liefert.
Dagegen  ist  der  Anteil  Deutschlands  an  der  Einfuhr  nach  dem  übrigen
Amerika,  namentlich  im  Vergleich  zum  Anteil  Englands  kein  entsprechender.
Es  zeigt  sich  dies  auch  darin,  daß  Englands  Einfuhr  nach  dem  übrigen
Amerika  viel  höher  als  nach  den  Vereinigten  Staaten  ist,  während  Deutschlands
Einfuhr  sich  niedriger  stellt.
Der  Anteil  Englands  beträgt  an  der  Fertigwareneinfuhr
in  die  Verein.  Staaten  ins  übrige  Amerika
30,8  Proz.  30,6  Proz.
Der  Anteil  Deutschlands  beträgt  an  der  Fertigwareneinfuhr
in  die  Verein.  Staaten  ins  übrige  Amerika
14,5  Proz.  13,6  Proz.

Der  viel  höhere  Anteil  Englands  ist  wohl  zum  Teil  auf  die  Bevorzugung
Englands  seitens  Kanadas  und  einzelner  anderer  Staaten,  zum  Teil  auch  darauf
zurückzuführen,  daß  England  hauptsächlich  die  billigen  Massenartikel  einführt,
für  welche  gerade  Süd-  und  Zentralamerika  sehr  aufnahmefähig  sind;  aber  auch
die  Möglichkeit  wäre  nicht  ausgeschlossen,  daß  die  Bearbeitung  dieser  Länder
seitens  der  Textilindustrie  Deutschlands  zu  wünschen  übrig  läßt.  Dafür  würde
auch  das  Ergebnis  sprechen,  daß  die  Anteile  Deutschlands  an  der  Gesamteinfuhr ­
  in  die  einzelnen  sud-  und  zentralamerikanischen  Staaten  so  überaus
verschieden  sind.
Der  Anteil  Deutschlands  an  der  Fertigwareneinfuhr  in  die  amerikanischen
Länder  beträgt;

Vereinigte  Staaten  14,5  Proz.
Kanada  3,3  „
Mexiko  18,6  „
Brasilien  18,2  „
Argentinien  17,3  „
Peru  16,6  „
Columbien  13,9  „
Chile  23,1  „
Venezuela  11,0  „
Bolivien  34,2  „
Ecuador  17,4  „

Uruguay  17,3  Proz.
Paraguay  28,0  „
Cuba  .  .  .  .-  4,5  ,,
Dominik.  Republik  und  Haiti  ...  4,0  „
Guatemala  22,3  „
Costarica  20,5  ,,
Republ.  Honduras  10,0  „
Salvador  4,6  „
Nicaragua  10,7  ,,
Panama  6,4  „
Britisch-Amerika  (ohne  Kanada)  .  1,2  „
        <pb n="479" />
        468

Amerika.  Gesamtübersicht.

Produktion  und  Inlandsverbrauch  Amerikas  an  Textilwaren.

Produktion

Inlandsverbrauch ­

(mit
Jutewaren)

Der  Inlandsverbrauch
wurde  gedeckt

Verbrauch
an  Textilwaren
pro  Person  und  Jahr
und  zwar
ohne  Jutewaren
Mk.

durch
inländische
Produktion
Proz.

durch
Einfuhr
Proz.

Millionen

Mark

Ver.  Staaten  .  1913/14

8  226,0

8  861,6

92,8

7,2

85,48

Kanada  .  .  .  191

1/12

249,1

506,4

49,2

50,8

66,47

Mexiko  ....

1907

208,9

270,1

77,4

22,6

17,23

Brasilien  .  .  .

1912

334,9

464,3

72,1

27,9

18,50

Argentinien  .  .

1913

114,8

38l,7

30

70

48,10

Chile

1913

35,6

132,8

26,8

73,2

33,20

Peru

1913

22,9

45,2

50,7

49,3

7,66

Columbien.  .  .

1913

14,5

55,6

26

74

10,66

Venezuela  .  .  .

1913

6,4

23,6

27,1

72,9

8,16

Bolivien  ....

1912

3,1

46,8

6,6

93,4

19,70

Ecuador  ....

1913

4,5

13,2

34

66

8,34

Uruguay  .  .  .

1913

6,5

39,9

16,3

83,7

31,72

Paraguay  .  .  .

1913

—

6,8

—

100

8,50

Cuba

1914

4,9

58,3

8.4

91,6

21,75

Dominik.  Republik

  und  Haiti

1913

•  —

20,0

—

100

6,08

Guatemala  .  .  ,■

1913

3,5

12,0

29,1

70,9

5,32

Costarica  .  .  .

1912

—

7,3

—

100

17,62

Rep.  Honduras.

1913

—

6,1

—

100

10,70

Salvador....

1913

—

8,6

—

100

6,59

Nicaragua  .  .  .

1914

—

4,7

—

100

6,45

Panama  ....

1910

—

7,8

—

100

21,30

Brit.-Amerika

(ohneKanada)

1911

—

48,7

—

100

20,52

Franz.-Amerika

1911

—

5,2

—

100

10,73

Niederländisch-Amerika.

  .  .

1912

—

2,9

—

100

20,61

9  235,6

11  029,6

bzw.  ohne

Jute  waren

10  642,3
        <pb n="480" />
        Produktion  und  Inlandsverbrauch.  .  409
Von  der  Produktion  in  Höhe  von  9  235,6  Mill.  Mark  entfallen  auf  die
Baumwollindustrie  5  799,1  Mill.  Mk.
Wollindustrie  1  833,9  „  „
Seidenindustrie  .  898,6  „  „
Kunstseidenindustrie  30,0  „  „
Leinenindustrie  61,3  „  „
Juteindustrie  13 2 &amp;gt;7  ,,  „
Konfektionsindustrie  480,0  „  „
9  235,6  Mill.  Mk.
Da  die  Produktion  Europas  26259,5  Mill.  Mark  ergibt,  so  beträgt  die
Produktion  Amerikas  nur  annähernd  den  dritten  Teil  von  der  Europas.
Der  Inlandsverbrauch  Amerikas  an  sich  ist  mit  11029,6  Mill.  Mark
ebenfalls  niedriger  als  der  Europas,  welcher  19860,4  Mill.  Mark  beträgt.
Dagegen  ist  der  Inlandsverbrauch,  pro  Person  berechnet,  in  Amerika  viel
höher  als  in  Europa.  Bei  einer  Gesamtbevölkerung  Amerikas  von  190936  000
—  gemäß  der  später  folgenden  Angaben  bei  den  einzelnen  Ländern  —  ergibt
sich  ein  Durchschnittsverbrauch
Amerikas  pro  Person  und  Jahr  von  57,76  Mk.,
während  der  Durchschnittsverbrauch
Europas*)  pro  Person  und  Jahr  37,89  Mk.
beträgt.
Allerdings  ist  diese  hohe  Verbrauchszahl  Amerikas  nur  durch  den  großen
Verbrauch  der  Vereinigten  Staaten  erklärlich.  Diese  haben  infolge  ihrer
starken  wirtschaftlichen  Entwickelung  bzw.  infolge  des  natürlichen  Reichtums
des  Landes  mit  85,48  Mk.  pro  Person  und  Jahr  den  höchsten  Inlandsverbrauch
aller  Staaten;  er  übersteigt  auch  ganz  bedeutend  den  Verbrauch  Deutschlands,
Englands  oder  Frankreichs.
Die  anderen  amerikanischen  Staaten,  besonders  Süd-  und  Zentralamerika,
haben  einen  viel  niedrigeren  Einzelverbrauch.  Nach  Abtrennung  des  Verbrauchs ­
  der  Vereinigten  Staaten  und  Kanada,  ergibt  sich  ein  Durchschnittsverbrauch ­
  für  das
übrige  Amerika  pro  Person  und  Jahr  von  19,' 02  Mk.
Die  großen  Unterschiede  im  Verbrauch  der  einzelnen  Staaten  ergeben  gleichzeitig ­
  auch  recht  wichtige  Anhaltspunkte  für  die  Verhältnisse  des  betreffenden
Landes  und  die  Berechtigung,  diese  Verbrauchsziffern  als  Maßstab  für  die  wirtschaftliche ­
  Entwickelung  der  einzelnen  Länder  anzunehmen.

1 )  Siehe  Seite  39.
        <pb n="481" />
        470

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Übersicht  über  die  Textilindustrie  der  Vereinigten  Staaten
von  Nordamerika.
Ein-  und  Ausfuhr  in  den  Jahren  1889/90  und  1913  14  *).

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1913/14

Differenz
Proz.

1889/90

1913/14

Differenz
Proz.

Baumwolle

130,0

366,5

+182

1095,9

2749,3

+  151

Wolle  und  Halbwolle

293,8

357,7

+  21

3,7

14,2

+  284

Seide  und  Halbseide

262,1

572,3

-p  ns

1,3

12,9

+  892

Leinen

93,4

151,9

-j-  62

0,6

5,2

T  766

Jute

46,1

248,7

+  439

1,6

3,5

+  119

Konfektion

30,0

66,1

-j-120

2,7

43-9

+1526

855,4

1763,2

+106

1105,8

2829,0

H -  155

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

beträgt

3315,0

7954,5

3602,9

9931.2

Der  Anteil  der  Textilindustrie  am

Außenhandel  beträgt  demnach  .

25,8  Proz.

22,2  Proz.

30,7  Proz.

28,5  Proz.

Die  Textilindustrie  der  Vereinigten  Staaten  zeigt  in  den  letzten  Jahren
eine  äußerst  starke  Entwickelung,  die  namentlich  dadurch  unterstützt  wird,  daß
die  hauptsächlichsten  Rohstoffe,  wie  Baumwolle  und  Wolle,  in  großen  Mengen
im  Lande  selbst  gewonnen  werden,  daß  der  Verbrauch  an  Textilwaren  im  Inlande ­
  ein  sehr  großer  ist,  und  schließlich,  daß  die  verschiedenen  Unternehmungen
alles  aufbieten,  um  diese  Entwickelung  und  damit  die  Gesamtheit  ihrer  Industrie
zu  fördern.
Das  Vorstehende  gilt  in  erster  Linie  für  die  Baumwoll-,  Woll-,  Seiden-  und
Konfektionsindustrie,  während  die  Leinen-  und  Juteindustrie  von  geringerer
Bedeutung  sind.
Aus  den  oben  angeführten  Ein-  und  Ausfuhrzahlen  ist  dies  weniger  ersichtlich, ­
  weil  nicht  viel  Rohstoffe  eingeführt  zu  werden  brauchen  und  weil  die
Ausfuhr  an  Fertigwaren  bis  jetzt  keine  bedeutende  ist,  aber  immerhin  ist  die  Erhöhung ­
  der  Ausfuhr  von  1889/90  bis  1913/14  von  155  Proz.  schon  eine  sehr  hohe.
Viel  wichtigere  Vergleichszahlen  stehen  uns  in  der  Produktionsberechnung
der  Textilindustrie  zur  Verfügung,  nach  welchen  die  Gesamtproduktion  der
Textilindustrie  in  den  Vereinigten  Staaten  8226  Mill.  Mark,  die  Englands
6361  Mill.  Mark  und  die  Deutschlands  5313  Mill.  Mark  beträgt;  die  der  Vereinigten
Staaten  ist  somit  die  weitaus,  höchste.

J )  Vom  1.  Juli  bis  30.  Juni.
        <pb n="482" />
        Übersicht  über  Ein-  und  Ausfuhr.

471

Dabei  ist  noch  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  diese  Zahlen  das  Ergebnis  vor
dem  europäischen  Kriege  ausdrücken  und  daß  es  mehr  als  wahrscheinlich  ist,
daß  durch  letzteren  die  Entwickelung  der  Textilindustrie  in  den  Vereinigten
Staaten  noch  erheblich  gewinnen  wird.

Die  einzelnen  Gruppen  zeigen  von  1889/90  bis  1913/14  folgende  Veränderungen ­
  :
Baumwolle.  Die  Einfuhr  an  roher  Baumwolle  ist  von  5,8  auf  81,7  Milk  Mark
gestiegen,  und  zwar  beruht  die  Steigerung  vornehmlich  in  der  stärkeren  Zufuhr
ägyptischer  Baumwolle,  von  der  1913/14  für  61,5  Mill.  Mark  eingeführt  wurde.
Der  Ausfuhrwert  an  roher  Baumwolle  ist  um  145  Proz.  gestiegen,  teils  durch
die  beträchtliche  Erhöhung  der  ausgeführten  Mengen,  teils  durch  den  erhöhten
Preis  der  Baumwolle.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  nur  um  ll8Proz.  gestiegen,  während  in
Deutschland  z.  B.  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  im  gleichen  Zeiträume  um  271  Proz.
gestiegen  ist.  Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  dahingegen  ist  um  443  Proz.  gestiegen,
in  Deutschland  um  198  Proz.,  so  daß  die  Fertigwaren-Ausfuhr,  wenn  sie  bisher
auch  nicht  bedeutend  ist,  doch  eine  starke  Erhöhung  aufweist.
Wolle.  Die  Einfuhr  an  roher  Wolle  hat  sehr  stark  zugenommen,  und
zwar  um  213  Proz.  Diese  Steigerung  ist  viel  höher  als  in  Deutschland  oder
England.  Dagegen  ist  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  fast  auf  die  Hälfte  zurückgegangen. ­
  Der  stark  gestiegene  Inlandsbedarf  ist  mithin  in  erster  Linie  durch
die  größere  Produktion  des  Inlandes  gedeckt  worden.  Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren ­
  ist  wohl  gestiegen,  hat  aber  bisher  noch  keine  Bedeutung  erlangt.
Seide.  Eine  noch  stärkere  Entwickelung  zeigt  die  Seidenindustrie.  Die
Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  weist  eine  Erhöhung  von  292  Proz.
auf,  die  Einfuhr  von  Fertigwaren  dagegen  eine  Verminderung  von  26  Proz.
Leinen.  Die  Erhöhung  der  Einfuhr  um  62  Proz.  ist  nur  auf  die  verstärkte ­
  Einfuhr  von  Fertigwaren  zurückzuführen.  Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren
hat  wohl  zugenommen,  ist  aber  an  sich  nicht  bedeutend.
Jute.  Die  Einfuhr  sowohl  an  Rohstoffen  als  auch  an  Fertigwaren  hat
ziemlich  stark  zugenommen.  Der  große  Bedarf  an  Jutegeweben  wird  zum  größten
Teil  durch  die  Einfuhr  gedeckt.
Konfektion.  Die  Einfuhr  an  Konfektionswaren  ist  um  120Proz.  gestiegen,
aber  auch  die  Ausfuhr  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  sehr  stark  entwickelt,  und
zwar  zeigt  die  Erhöhung  der  Ausfuhr  die  hohe  Ziffer  von  1526  Proz.
Die  Textilindustrie  der  Vereinigten  Staaten  hat  sich  auch  nach  den  Einund
  Ausfuhrwerten  seit  1889/90  sehr  stark  entwickelt.  Die  Einfuhr  an  Fertigwaren ­
  hat  abgenommen  und  die  Einfuhr  an  Rohstoffen  —  soweit  diese  nicht
schon  im  Inlande  bereits  in  reichlichem  Maße  gewonnen  werden  —  zugenommen.
Aus  der  später  folgenden  Besprechung  der  einzelnen  Gruppen  werden  die  Einzelheiten ­
  genauer  zu  ersehen  sein.
        <pb n="483" />
        472

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  der  Vereinigten  Staaten.
Der  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  betrug:

An  der  Einfuhr

An  der  Ausfuhr

1889/90

1913/14

1889/90

1913/14

25,8  Proz.

22,2  Proz.

30,7  Proz.

28,5  Proz.

Der  Anteil  der  Textilindustrie  'am  Gesamtaußenhandel  ist  seit  1889/90
sowohl  in  der  Einfuhr  wie  in  der  Ausfuhr  annähernd  der  gleiche  geblieben.
Die  Bedeutung  der  Textilindustrie  für  Amerika  ergibt  sich  aus  dem  hohen
Anteil,  nach  welchem  ungefähr  der  vierte  Teil  des  Gesamthandels  sich  auf
Textilwaren  bezieht.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913/14  nach  dem  Zustande
der  Verarbeitung.
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Millionen  Mark

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

87,1

18,3

261,1

2586,8  '

61,3

101,2

Wolle  und  Halbwolle  .  .  j

227,5

6,1

124,1

5,9

0,2

8,1

Seide  und  Halbseide.  .  .  j

424,2

2  4,1

109,5

2,7

—

10,1

Kunstseide  |

—

14,5

—

—

—

0,1

Leinen

12,1

3,7

136,1

—

—

5,2

Jute

46,9

—

201,8

—

—

3,5

Konfektion

—

—

66,1

—

—

43,9

1  797,8

66,7

898,7

2595,4

61,5

172,1

Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  abzüglich  der  eingeführten,  betrug:  1797,6  Mill.  Mark
„  Einfuhr  „  Halbfabrikaten,  „  „  ausgeführten,  „  5,2  „  „
„  „  „  Fertigwaren,  „  „  „  726,6  „  „

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913/14  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
3  100  270  t  rohe  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  .  .  .  3763  Mill.  Mark
134  2001  rohe  Wolle  •  „  „  „  „  .  .  .  .  228  „  „

3991  Mill.  Mark
        <pb n="484" />
        ■  7  .  7  .r,  AÄÄlL  ■  ■  .  7,  '■]

Textilrohstoffc.

473

Baumwolle.  Die  Baumwollgewinnung  in  Amerika  scheint  in  ihrer  Entwickelungsmöglichkeit ­
  fast  unbegrenzt  zu  sein,  alljährlich  nimmt  sie  an  Ausdehnung ­
  zu.
Die  Verhältnisse  seit  1890  sind  aus  folgender  Aufstellung  zu  ersehen:

Ernteertrag

Ausgeführt  wurden

Preis
pro  Tonne
in  Mark

Ballen

Umgerechnet
in  Tonnen

Ballen

Umgerechnet
in  Tonnen

1890

8  562  089

1  832  287

5  850219

1  251947

797

1900

10  123  027

2  166  328

6  806  572

1  456  606

863

1910

11  608  616

2  484  244

8  025  991

1  717  562

1362

1913

14  156486

3  100  270

9  256  028  ’

2  027  070

1214

Die  Steigerung  von  1913  gegen  1890  beträgt
im  Ernteertrag  69  Proz.
in  der  Ausfuhr  62  „
im  Preise  pro  Tonne  52  .  „
Das  Durchschnittsgewicht  der  Ballen  war  im  Jahre  1890  214  kg,  im  Jahre  1913
219  kg.
Andererseits  macht  sich  in  Amerika  der  Mangel  an  langstapeliger  feiner
Baumwolle,  welche  zur  Herstellung  der  feinen  Garne  benötigt  wird,  sehr  stark
geltend.  Die  hierzu  erforderliche  Baumwolle  wird  aus  dem  Auslande,  und  zwar
größtenteils  aus  Ägypten,  eingeführt;  man  hat  sie  aber  auch  schon  im  Inlande
anzupflanzen  versucht,  und  nach  einem  1915  erschienenen  Bericht  des  Zensusbureaus ­
  in  Washington  wurden  im  Jahre  1914  in  Arizona  bereits  7142  Ballen
=  1614  t  ägyptische  Baumwolle  geerntet.
Die  Einfuhr  an  roher  Baumwolle  im  Jahre  1913/14  stammte  hauptsächlich ­
  aus  folgenden  Ländern:

Ägypten
Mexiko  .
Peru  .  .
China  .

51,6  Mill.  Mk.
16,8  „  *
4,8  „  „
4,3  *  „

England  .  .  .
Britisch-Indien
Italien....
Deutschland  .

2,0  Mill.  Mk.
1,6  *  „
o,5  „  ,
0,4  „  „

Haiti  .
Kanada

0,2  Mill.  Mk.
o  ,2  „  „

Die  Absatzländer  für  rohe  Baumwolle  sind  auf  S.  448  angegeben.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  sehr  verbreitet;  mehr  als  die  Hälfte  der  im
Jahre  1913  im  Inlande  verarbeiteten  Wolle  wurde  von  der  inländischen  Schafzucht ­
  gewonnen,  der  übrige  Bedarf  wird  eingeführt.  Der  Gesamtverbrauch  an
Wolle  ist  aus  beifolgenden  Zahlen  zu  ersehen:
Aus  dem  Auslande  eingeführt

Im  Inlande  gewonnen
1881/90  im  Durchschnitt  127100  t
1900  „  „  130752  t
1910  „  „  145  577  t
1913  „  „  134167  t

42217  t
70635  t
119559  t
111  407  t
        <pb n="485" />
        474

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

England
Argentinien  und  Uruguay
Australien  und  Neuseeland
Frankreich
Belgien

20486  t  im  Werte  von  49,4  Mill.  Mark

17  636  t
12  924  t
2429  t
2  073  t

36,0
29,2
7.1
5.2

Schafwolle  II.  Kl.

England
Kanada  ,

5  573  t  im  Werte  von  14,1  Mill.  Mark

2  057  t

4,4

Schafwolle  III.  Kl.

China  .  .  .  .
England  .  .  .
Rußland  .  .  .
Türkei  .  .  .  .
Britisch-Indien

13  542  t  im  Werte  von  18,6  Mill.  Mark

10013  t
10  649  t
3  452  t
1  258  t

17,4
16,0
5,2
1,9

Seide.  Die  Rohstoffe  der  Seidenindustrie  werden  aus  dem  Auslande  eingeführt. ­
  Zwar  wurde  bereits  mehrfach  versucht,  die  Seidenraupenzucht  im  Inlande ­
  zu  betreiben;  es  wurde  aber  bald  erkannt,  daß  die  Konkurrenz  mit  den
außerordentlich  billig  arbeitenden  Seidenraupenzuchtländern  Japan  und  China
kaum  möglich  ist.  Es  sei  in  dieser  Beziehung  auf  den  Bericht  des  amerikanischen
Sachverständigen,  Seite  44,  verwiesen.
Mit  welcher  Schnelligkeit  sich  die  Seidenindustrie  in  Amerika  entwickelt
hat,  zeigt  die  stetig  steigende  Einfuhr  an  Seidengarnen.  Diese  betrug 1 ):

»

im  Jahre  1890

3  402  t
5  922  t
10526  t
14  542  t

1900
1910

»  1913

Flachs.  Flachskulturen  sind  in  Amerika  wohl  vorhanden,  aber  mehr  zur
Gewinnung  von  Leinöl,  während  die  Gewinnung  der  Flachsfaser  nur  nebensächlich ­
  behandelt  wird,  so  daß  der  nicht  sehr  große  Bedarf  im  wesentlichen
durch  die  Einfuhr  aus  England,  Rußland  und  Belgien  gedeckt  wird.
Jute.  Der  Bedarf  an  Jute  ist  viel  größer  als  der  an  Flachs.  Die  Rohjute ­
  wird  fast  ausschließlich  aus  Ostindien  eingeführt.

Halbfabrikate.

Baumwolle.  Die  Einfuhr  an  Garnen  ist  keine  bedeutende,  betrug  aber
immerhin  16,3  Mill.  Mark  im  Jahre  1913/14.  Die  feinen  Nummern  werden  meist
aus  England  eingeführt.  Die  Ausfuhr  an  Baumwollgarnen  ist  vorläufig  noch

!)  Nach  Statistical  abstract  of  the  United  States  1914,  S.  670.
        <pb n="486" />
        Halbfabrikate.  Fertigwaren.

475

gering,  weil  die  Spinnereien  für  den  heimischen  Bedarf  stark  beschäftigt  sind.
Es  ist  jedoch  mehr  als  wahrscheinlich,  daß  Amerika  mit  der  Zeit  ein  starkes
Exportland  für  Baumwollgarne  wird,  da  diese  Ausfuhr  der  Industrie  in  mehrfacher ­
  Beziehung  sehr  günstig  liegt.  Die  Ausfuhr  an  rohen  Bäumwollgeweben
ist  in  starker  Entwickelung  begriffen,  Amerika  konkurriert  in  diesem  Exportartikel ­
  bereits  vielfach  mit  England.
Wolle.  Kammzug,  Kammgarne  und  Streichgarne  werden  bereits  vielfach
im  Inlande  hergestellt;  nur  Alpaka-  und  sonstige  Haargarne  werden  noch  meistens
aus  England  eingeführt;  es  sind  aber,  wie  die  erhöhte  Einfuhr  an  Haarwollen
zeigt,  starke  Bemühungen  vorhanden,  um  die  Herstellung  auch  dieser  Garne  im
Inlande  zu  ermöglichen.
Seide.  Der  Bedarf  an  Florettgarnen  ist  so  groß,  daß  die  heimischen
Spinnereien  ihn  nicht  decken  können.  Im  Jahre  1913/14  wurden  für  24,1  Hill.  Mark
Florettgarne  eingeführt,  und  zwar  hauptsächlich  aus  Frankreich,  Schweiz,  Deutschland ­
  und  England.
Leinengarn.  Die  Einfuhr  an  Leinengarnen  ist  nicht  bedeutend,  sie
betrug  im  Jahre  1913/14  3,7  Mill.  Mark  und  stammt  hauptsächlich  aus  England.

Fertigwaren.
Ist  auch  der  Wert  der  Einfuhr  an  Fertigwaren  1913/14  mit  898,7  Mill.  Mark
nicht  unbedeutend,  so  hat  doch  die  Einfuhr  im  Verhältnis  zum  großen  Inlandsverbrauch ­
  keinen  so  erheblichen  Umfang,  wie  im  allgemeinen  angenommen  wird.
Als  einwandfreier  Maßstab  kann  gelten,  daß  —  wie  aus  der  Aufstellung  Seite  484
hervorgeht  —  der  Verbrauch  bereits  zu  92,8 i  Proz.  von  der  inländischen  Produktion ­
  und  nur  zu  7,2  Proz.  durch  Einfuhr  gedeckt  wird.
Im  einzelnen  ergibt  sich  nach  den  später  folgenden  Berechnungen,  daß
1913/14  die  heimische  Produktion  den  Inlandsverbrauch  in  folgender  Höhe

decken  konnte:
bei  Baumwollwaren  bis  zu  98,1  Proz.
„  Woll-  und  Halbwollwaren  „  ,  93,2  „
„  Seiden-  und  Halbseidenwaren  „  „  .90  „
„  Leinenwaren  „21,2  „
„  Jutewaren  ,,  32,9  „
„  Konfektionswaren  „  n  95,6  „

Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  bis  jetzt  noch  mäßig.  Immerhin  zeigt
sich  eine  wesentliche  Erhöhung  in  den  letzten  Jahren,  namentlich  in  der  Ausfuhr ­
  von  Baumwoll-  und  Konfektionswaren.
Die  Ein-  und  Ausfuhrmengen  der  einzelnen  Warensorten  sind  aus  den
später  folgenden  statistischen  Aufstellungen  genau  zu  ersehen.
        <pb n="487" />
        47(5

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustxie.

Produktion  der  Textilindustrie  in  den  Vereinigten  Staaten.
Die  nachstehende  Aufstellung  zeigt  die  Entwickelung  der  Textilindustrie
Amerikas  von  1899  bis  1909.  Die  Unterlagen  zu  den  Rubriken  Nr.  1,  2,  3,  4
und  5  sind  dem  „Statistical  abstract  of  the  United  States  1915“  entnommen;
die  Ergebnisse  der  Produktionsaufnahme  vom  Jahre  1914  sind  noch  nicht  veröffentlicht. ­


1
Anzahl
der
Fabriken

2
Zahl
der
Arbeiter

3
Kapital
der
Fabriken
in
Mill.  Mk.

4
Bezahlte
Arbeitslöhne ­

in
Mill.  Mk.

5
Produktions ­
 ­

in
Mill.  Mk.

6
Arbeitslohn ­
  pro
Arbeiter
im  Jahre
in  Mk.

7
Steigerung
der  Arbeitslöhne ­
  von
1899  bis  1909
pro  Arbeiter
im  Jahre
in  Prozenten

Baumwollwaren

(1899

1055

302  861

1962

364

1424

1202

1

OO

(1909

1324

378  880

3453

558

2639

1472

I

Wollwäschereien  ....

(1899

25

720

4,4

1,4

3,7

1944

1

4

\1909

28

1  142

13,6

2,3

13,8

2014

(

Wollwaren,  Filze  und

(4899

128.1

130  697

1116

197

1043

1504

1

19

Wollküte

I1909

985

168  722

1808

304

1831

1803

1

Shoddy

(1899
\1909

105
88

1  926
2  041

22
28,9

3,1
3,8

28,3
31,2

1609
1861

/

15

Teppiche  und  Decken  •  •

(1899

133

28  411

187

46,7

202

1644

1

19

I1909

139

33  307

317

65,2

299

1957

1

Teppiche  ausTuchiappen 1 )

(1899

805

1  318

3,6

1,9

7,3

1441

1

(Rag  carpets)

|1909

428

1  982

6,5

3,6

10,7

1816

(

Färbereien  und  Appre-(1899



298

29  776

255

53,4

189

1793

1

turen

U909

426

44046

479

89,1

351

2022

)

13

Seiden  und  Seidenwaren,

(1899

48.3

65  416

340

88,1

450

1347

1

einschl.  Zwirne  ....

Il909

852

99037

639

162

827

1636

/

Leinen-  und  Jute  waren,

Jl899

206

einschl.  Seile  und  Bind-160



21  651

181

27,5

1270

\
1

17

fadenindustrie

)l909

164

25  820

319

38,2

256

1479

Säcke

(1899
(1909

73
109

3  922
7  968

31,1
103

4,6
12,3

82,5
220

1173
1544

\
/

31

Wirkwaren

/1899

1006

83691

344

103

402

1231

(

18

|l?09

1374

129  275

687

iss

841

1453

/

Konfektion

(1899

962

26  866

110

33,6

119*

1256

l

17

(1909

1944

44  638

287

65,6

225*

1469

I

Korsetts

(4899

138

12  297

30,6

15,3

34*

1244

24

1.1909

138

17  564

75,7

27,1

74*

1543

I

Haarfilzhüte

Ji899

171

18  800

70

38,3

60*

2037

\

17

I1909

273

25  064

150

59,7

118*

2382

(

Insgesamt  •  •  ■

(1899
U909

6695
8272

728352
979486

4656.7
8366.7

C&amp;gt;  Cb
r-2  cd
4"  !"•
O  to

4252,8
7736,7

1343
1612

\
/

20

b  Es  ist  dies  eine  spezielle  Hausindustrie  Amerikas.
Die  mit  *  bezeichneten  Summen  beziehen  sich  auf  den  Produktionswert  der  Artikel  abzüglich ­
  der  mitverwendeten  Stoffe.
        <pb n="488" />
        Produktion.

477

Von  den  Arbeitern  der  Baumwollindustrie  waren  im  Jahre  1909
190531  männliche  von  16  und  mehr  Jahren,
141  728  weibliche  „  16  „  „  „
40  221  Kinder  unter  16  Jahren.
Arbeitszeit:  Es  arbeiten  48,7  Proz.  der  Beschäftigten  wöchentlich  mehr  als
60  Stunden;  50,5  Proz.  54  bis  60  Stunden,  der  kleine  Rest  weniger  als  54  Stunden.
Baumwollindustrie.
Die  Baumwollindustrie  Amerikas  entwickelt  sich  auf  ähnlicher  Grundlage
wie  die  Englands,  indem  in  erster  Linie  die  Massenproduktion  gesucht  und
gefördert  wird.  Ein  wesentlicher  Unterschied  besteht  nur  insofern,  als  in  England ­
  zum  größten  Teil  für  die  Ausfuhr,  in  Amerika  dagegen  mehr  für  das
Inland  gearbeitet  wird.
In  England  entfallen  von  der  Produktion  der  Baumwollindustrie  32,8  Proz.
auf  den  Inlandsverbrauch  und  67,2  Proz.  auf  die  Ausfuhr,  während  in  Amerika
der  Inlandsverbrauch  noch  ungefähr  2  Proz.  höher  als  die  Produktion  ist.  Es
darf  hieraus  nicht  etwa  geschlossen  werden,  daß  Amerika  sich  nicht  auch  um
die  Ausfuhr  entsprechend  bemüht;  die  Ausfuhr  ist  jedoch,  im  Verhältnis  zur
Ausfuhr  der  anderen  Baumwollindustriestaaten,  noch  unbedeutend.  Die  Baumwollindustrie ­
  legt  jetzt  das  Hauptgewicht  auf  die  Beherrschung  des  äußerst  großen
Inlandsbedarfs.  Von  diesem  Stützpunkte  aus  wird  es  ihr  dann  später  ein  leichtes
sein,  sich  auch  der  Ausfuhr  stärker  zu  widmen.  Die  Anzeichen  hierfür  zeigen
sich  bereits,  wie  dies  aus  der  später  folgenden  Aufstellung  über  die  Entwickelung
der  Baumwollindustrie  hervorgeht,  in  der  Ausfuhr  an  Fertigwaren  1913/14  gegen
1889/90,  die  eine  Steigerung  von  442  Proz.  aufweist.  Besonders  in  der  Ausfuhr
der  Massenartikel,  der  sogenannten  Exportgewebe,  macht  sie  sich  bereits  stark
geltend,  da  die  Ausfuhr  an  rohen,  gebleichten,  gefärbten  und  bedruckten  Geweben
nach  China,  den  Philippinen,  Kanada,  Westindien,  Zentralamerika,  Britisch-Indien
und  Ostafrika  in  den  letzten  Jahren  stark  zugenommen  hat.  Auch  die  Ausfuhr
an  Wirkwaren  betrug  1913/14  bereits  10,9  Mill.  Mark.

Nach  dem  deutschen  Baumwollhandbuch,  Bremen  1915,  betrug  die

Anzahl

Anzahl

Anzahl

der  Fabriken

der  Spindeln

der  Webstühle

In  Amerika

1449

23  227  840

696  387

„  England

2011

59317  187

805  452

Diese  Gegenüberstellung  zeigt  auch,  welch’  schlechten  Maßstab  die  Anzahl
der  Spindeln  und  Webstühle  für  die  Größe  der  Produktion  des  betreffenden
Landes  bietet.  Während  die  Produktion  der  Baumwollindustrie  in  Amerika
Viel  größer  als  in  England  ist,  übersteigt  die  Anzahl  der  Spindeln  in  England
        <pb n="489" />
        478

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

die  in  Amerika  um  das  27 2  fache,  weil  England  viel  mehr  Feinspinnereiön  mit
sehr  vielen  Spindeln  hat.
Sehr  wichtig  für  Amerika  ist,  daß  die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie
sich  auch  in  den  Südstaaten  —  den  Ernteplätzen  der  Baumwolle  —  sehr  stark
geltend  macht.
Die  Spindelzahl  betrug 1 )  in  den

Südstaaten

Nordstaaten

1890

1  570  OOO

14  384  000

1900

4  368  000

15  104  OOO

1910

10  494  000

28  267  000

1913

12  22  7  000

31  520  000

Über  die  Art  der  hergestellten  Artikel  gibt  nachstehende  Aufstellung
über  die  Produktion  der  Baumwollindustrie  Amerikas  einige  Anhaltspunkte. ­
  (Der  Produktionsbericht  vom  Jahre  1914  ist  noch  nicht  erschienen.)

Baumwollstoffe  für  Druck  und  ähnliche  Zwecke
Rohe  und  gebleichte  Baumwollstoffe  und  Schirtings.  .  .  .
Köper  und  Satins
Modegewebe
Leichte  Webstoffe
Stärkere  Webstoffe
Drillstoffe
Inletts  und  grobe  Baumwollstoffe
Dickes  Baumwollzeug
Gerauhte  Stoffe
Cordstoffe,  Velvet  und  Plüsch
Mosquito  und  andere  Netzstoffe
Möbelstoffe
Tapisseriewareu
Spitzen  und  Spitzenvorhänge
Sonstige  Spitzenstoffe
Garne  zum  Verkauf
Zwirne
Sonstiges
Total  .  .

Produktion
im  Jahre  1905

Produktion
im  Jahre  1909

Millionen  Mark

337,3
357,2
99.5
119.6
94,3
53
12.5
109.6
20,1

50,8
335,7
63,2

466.6
373
144
199.6
159.3
115.4
74.5
114,8
14
108
29,2
8,8
62.5
19,8
37.4
5,2
459,1
86,1
94.4

1552,8

2571,7

Wirkwarenindustrie.
Die  Wirkwarenindustrie  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  sehr  stark  entwickelt,
und  zwar  in  erster  Linie  zur  Deckung  des  starken  Inlandsverbrauches;  gleichzeitig ­
  zeigen  sich  auch  Bestrebungen,  um  die  Ausfuhr  zu  steigern.  So  hatte

!)  Statistical  abstract  of  the  United  States  1915-
        <pb n="490" />
        Produktion.

479

z.  B.  England  bereits  vor  dem  Kriege  eine  starke  Einfuhr  an  Wirkwaren  aus
Amerika,  die  im  Kriege  noch  eine  wesentliche  Erhöhung  erfuhr.  In  den  überseeischen ­
  Ländern  konkurriert  Amerika  in  diesem  Artikel  mit  Japan.  Von  1899
bis  1909  hat  sich  die  Produktion  an  Wirkwaren  verdoppelt.  Im  Jahre  1910
wurden  wieder  113  Wirkwarenfabriken  errichtet.  In  einem  Bericht  über  Neueinrichtungen ­
  von  amerikanischen  Textilfabriken  im  Jahre  1910 : )  heißt  es:  „Die
größte  Unternehmungslust  hat  sich  im  Jahre  1910  hinsichtlich  des  Baues  von
Wirkwarenfabriken  bekundet.  Tatsächlich  ist  noch  in  keinem  früheren  Jahre
eine  so  große  Zahl  neuer  Fabrikunternehmungen  dieser  Art  zu  melden  gewesen,
und  dies  ungeachtet  dessen,  daß  in  der  Branche  übermäßiger  Wettbewerb  die
Preise  auf  eine  nahezu  ruinöse  Basis  herabgedrückt  und  im  Laufe  des  Jahres  1910
mehrere  Wirkwarenfabrikanten  zur  Zahlungseinstellung  genötigt  hat.“
Spitzen-  und  Stickereiindustrie.
In  diesen  Artikeln  war  Amerika  lange  Zeit  auf  die  Einfuhr  angewiesen.
Zur  Förderung  dieser  Industrie  wurde  sogar  die  Einfuhr  von  Stickmaschinen
für  einen  beschränkten  Zeitraum  vom  Zoll  befreit.  Eine  stärkere  Förderung  trat
durch  die  Gründung  der  „Schweizerisch-Amerikanischen  Stickerei-Industrie-Gesellschaft“
  ein,  bzw.  durch  die  Einführung  leistungsfähiger  Automaten  seitens
der  Gesellschaft  in  Amerika.  Bisher  war  eine  stärkere  Einbuße  der  Einfuhr  an
Spitzen  und  Stickereien  nicht  wahrzunehmen,  und  es  ist  anzunehmen,  daß  der
Bedarf  in  diesen  Artikeln  ein  so  großer  ist,  daß  die  Einfuhr  neben  der  Inlandsproduktion ­
  noch  längere  Jahre  aufrecht  erhalten  bleibt.
Wollindustrie.
Die  Wollindustrie  Amerikas  zeigt  nicht  die  große  Entwickelung  wie  die
Baumwoll-  und  Seidenindustrie,  ist  aber  nicht  unbedeutend  und  entwickelt  sich
in  erster  Linie  in  der  Richtung,  daß  der  große  Inlandsbedarf  gedeckt  wird.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  kommt  bisher  nicht  in  Betracht,  dagegen  ist
die  Einfuhr  an  Fertigwaren  seit  1889/90  um  fast  auf  die  Hälfte  zurückgegangen, ­
  während  die  Einfuhr  an  roher  Wolle  im  gleichen  Zeiträume  stark
gestiegen  ist.
Sämtliche  Halbfabrikate,  wie  Kammzug,  Streich-  und  Kammgarne,  werden
im  Inlande  hergestellt,  nur  in  Alpaka  und  Mohairgarnen  zeigt  sich  noch  1913/14
eine  Einfuhr  im  Werte  von  6,1  Mill.  Mark;  indessen  werden  auch  diese  Garne
bereits  im  Inlande  gesponnen.
Die  Wollindustrie  ist  hauptsächlich  in  Massachusetts,  Pennsylvanien  und
Rhode  Island  vertreten,  außerdem  in  geringem  Maße  in  New  Jersey,  New
York  usw.  Massachusetts  erzeugt  32,6  Proz.  der  gesamten  Artikel.

*)  Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie  1911,  S.  25.
        <pb n="491" />
        480

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Nach  einer  jährlichen  Aufstellung  der  National  Association  of  VVool  Manufacturers

  betrug  im  Jahre  1913
die  Anzahl  der  Websttihle  breiter  als  50  Zoll  39  254
„  „  „  „  schmaler  „  50  „  11984
„  „  „  Teppichstiihle  2  683
„  „  „  Wollkrempeln  2915
„  „  „  Kämmaschinen  1717
„  „  „  Wollspindeln  9O6  250
„  „  „  Kammgarnspindeln  1  592  004

In  der  Aufstellung  auf  S.  476  wurde  der  Produktionswert  der  Wollindustrie
(Wollwaren,  Filze  und  AVollhüte)  im  Jahre  1909  auf  1831  Milk  Mark  angegeben.
Von  diesem  entfallen,  nach  der  Zusammenstellung  des  amerikanischen  Statistischen ­

  Amtes,  auf:
Reine  Wollstoffe  52,4  Proz.
Mit  Baumwolle  gemischte  Wollstoffe  3,4  „
Wollstoffe  mit  baumwollener  Kette  14,8
Sogenannte  garngewebte  Stoffe  ,  27,4  „

Der  Produktionswert  der  Filze  und  Filzwaren  im  Jahre  1909  betrug
49,8  Mill.  Mark  und  der  der  Wollhüte  16,8  Milk  Mark.
Der  Produktionswert  der  einzelnen  Artikel  im  Jahre  1909  wurde  seitens
des  Statistischen  Amtes  wie  folgt  angegeben.
Wollgarne,  Kammzug  usw.

Streichgarn  31,5  Mill.  Mark
Kammgarn  337,6  „  „
Halbwollgarn  und  Sonstiges  27,9  „  „
Kammzug  33,7  „  „
Kämmlinge  37,5  „  »
Wollabfälle  14,8  „
Sonstiges  13,7  „  ,,

496,7  Mill.  Mark
Reinwollene  Artikel.

Tuche,  Buckskins,  Cheviots  123,0  Mill.  Mark
Kammgarnstoffe,  Serges  und  Herrenstoffe  428,0  „  „
Dickere  Überzieherstoffe,  Kerseys  usw  47,2  „  „
Kammgarn-Überzieherstoffe  3,4  „  „
Damenstoffe  und  Flanelle  68,8  „  „
Kammgarn-Damenstoffe  226,9  „  „
Wagentuche  4,0  „  „
Flanelle  für  Unterkleider  5,3  „  „
Decken  14,3  „  „
Frauenschale  .  1,7  ,,  „
Sonstiges  0,7  i,
923,3  Mill.  Mark
An  Halbwollstoffen  wurden  hergestellt  für  60,1  „  „
        <pb n="492" />
        Produktion.

481

Hutindustrie.
Auch  die  Hutindustrie  ist  in  den  Vereinigten  Staaten  sehr  stark  vertreten. ­
  Nach  einer  Zusammenstellung  des  Handelsdepartements  in  Washington J )
ist  die  Fabrikation  von  Filzhüten  in  den  Vereinigten  Staaten  stets  im  Steigen
begriffen,  besonders  in  den  östlichen  Staaten  New  York,  New  Jersey,  Pennsylvania,
Connecticut  und  Massachusetts,  die  in  ihren  231  Fabriken  84,6  Proz.  der  Gesamtproduktion ­
  in  den  Vereinigten  Staaten  liefern.  Jm  Jahre  1909  betrug  die  Menge  der
von  dort  gelieferten  Hüte  sogar  96,5  Proz.  der  amerikanischen  Gesamtproduktion.
Die  in  den  Hutfabriken  im  Jahre  1909  beschäftigte  Personenzahl  betrug
27091,  von  denen  25064  Lohnarbeiter  waren.  Im  selben  Jahre  wurden  38  Proz.
der  Fabriken  von  Korporationen  betrieben  gegen  25,9  Proz.  im  Jahre  1907.
Die  Gesamtkosten  des  für  die  Fabrikation  von  Filzhüten,  steifen  und  weichen,
verwandten  Materials  beliefen  sich  im  Jahre  1909  auf  &amp;lt;)2,8  Mill.  Mark  gegen
67,1  Mill.  Mark  im  Jahre  1904  und  56,7  Mill.  Mark  im  Jahre  1899.  Somit  zeigt
sich  in  den  letzten  zehn  Jahren  eine  Zunahme  von  36,1  Mill.  Mark  oder  63,6  Proz.
Auch  der  Wert  der  Produktion  in  der  Filzhutindustrie  im  Jahre  1909  ist  im  Vergleich ­
  gegen  das  Jahr  1899  um  72  Proz.  gestiegen  und  die  in  fertigem  Zustande
gelieferten  Hüte  hatten  eine  Wertzunahme  von  75,8  Mill.  Mark  oder  71,1  Proz.

Seidenindustrie.

Die  Entwickelung  der  Seidenindustrie  ist  eine  auch  für  die  amerikanischen
Verhältnisse  ganz  ungewöhnlich  starke,  und  zwar  ist  sie  nur  auf  den  außerordentlich ­
  großen  Inlandsbedarf  zurückzuführen.  Am  besten  ist  die  Entwickelung
aus  der  Einfuhr  an  Rohseide  zu  ersehen.  Hiervon  wurden  eingeführt:

1889/90  .
1899/1900
1909/10  .
1913/14  ■
1915/16  .

2  692  t
5  1001
9  224  t
129531
14  9811

Zum  Vergleich  sei  bemerkt,  daß  Frankreich  als  größtes  Seidenindustrieland
Europas  im  Jahre  1913  nur  ungefähr  5600  t  Rohseide  verarbeitete  und  davon
einen  Teil  als  gezwirnte  Garne  ausführte.  Dagegen  verwendet  die  französische
Seidenindustrie  viel  mehr  Florettseide  als  die  amerikanische.
Die  Seidenindustrie  der  Vereinigten  Staaten  hat  sich  daher  in  den  letzten
26  Jahren  mehr  als  verfünffacht.
Die  Einfuhr  an  Florettgarnen  betrug:
1889/90  187  t  |  1913/14  1401t
An  Kunstseide  wurde  eingeführt:

1910/11

1911/12

1912/13

1913/14

1914/15

1915/16

13,8

11,6

Millionen  Mark
13,7  17,1

15,0

13,0

l )  „Das  Handelsmuseum“  Wien,  1913,  S.  407.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

31
        <pb n="493" />
        482

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Die  Erzeugnisse  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1909  waren:
Seidenstoffe.  für  431,5  Mill.  Mark
davon  sind
82  Milk  Yards  ganzseidene  und  1  ,  .  „  „„
?  ,  &amp;gt;  glatte  und  Phantasie-Stoffe
24.7  „  „  halbseidene  )
13,2  „  „  ganzseidene  und  1  _
,  f  „  &amp;gt;  Jacquardgewebe
6  „  „  halbseidene  j  s
19.7  „  „  ganzseidene  und  \  .
,  ,  &amp;gt;  im  Stuck  gefärbte  Stoffe
40  „  „  halbseidene  |
Samt  für  18,9  Mill.  Mark
Plüsche.  „  8,8  „  „
Tapestrie  und  Möbelbezüge  „  1,6  „  „
Bänder  „  137,5  „
Spitzen,  Netze,  Schleier  usw  „  5,7  „
Stickereien  „  2,0  „  „
Fransen  und  Besatz  „  3,4  „  „
Borten,  Einfassungen  und  Aufputz  „  35,0  „  „

Die  restlichen  Werte  beziehen  sich  auf  die  Herstellung  von  Näh-  und
Stickseide,  Florettgarnen,  Organsin-  und  Trameseide.
Nach  einem  neuen  Bericht  des  Statistischen  Amtes  betrug  die  Anzahl  der
Fabriken  900  mit  einer  Produktion  von  1061  Mill.  Mark  im  Jahre  1914  gegen
852  Fabriken  mit  einer  Produktion  von  827  Mill.  Mark  im  Jahre  1909.  In  den
Hauptartikeln  zeigen  sich  folgende  Erhöhungen:

Produktionswert  in  Mill.  Mark.

1909

1914

Seidenstoffe,  Ganz-  und  Halbseide  ....

453,1

578,4

Bänder

137,1

160,4

Samt

20,0

36,0

Plüsch

8,8

42,6

Außerdem  kommen  im  Jahre  1914  die  aus  Seide  hergestellten  Wirkwaren
im  Produktionswerte  von  44,6  Mill.  Mark  hinzu.  Diese  entwickeln  sich  immer
mehr,  da  die  gewirkten,  seidenen  Unterkleider  für  Damen  und  seidenen  Hemden
für  Männer  im  Gebrauch  stark  zunehmen.
Folgende  Rohstoffmengen  wurden  in  der  Seidenindustrie  verarbeitet:

1909

1914

Rohseide

7  914  t

10195  t

Organsin-  und  Trameseide

1  530  t

1745  t

Florettseide

1  002  t

1395  t

Kunstseide

434  t

8621

Baumwolle

6392  t

für  47,7  Mill.  Mk.,  die,  auf
Menge  berechnet,  mit  9000
bis  toooot  anzunehmen  sind.
        <pb n="494" />
        Produktion.  Produktionswert.

483

31

Die  Zahl  der  Spindeln,  die  im  Jahre  1914  im  Gebrauch  waren,  betrug
2794971,  die  der  Webstühle  85085,  davon  26431  schmale  und  44  549  breite.
Die  Jacquardmaschinen  sind  von  8985  auf  6826  zurückgegangen.
Am  stärksten  ist  die  Seidenindustrie  in  Pennsylvanien  vertreten.  Die  Zahl
der  Arbeiter  betrug  dort  im  Jahre  1909  38  178,  dann  folgen  New  Jersey  mit'32  365,
New  York  mit  14  136,  Connecticut  mit  9385  und  Massachusetts  mit  4308  Arbeitern.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  der  Vereinigten  Staaten
im  Jahre  1913/14.
Aus  den  später  folgenden  Einzelaufstellungen  ergeben  sich  folgende  Produktionswerte ­
  der  amerikanischen  Textilindustrie:

Baumwollindustrie  5  088,9  Mill.  Mark
Woll-  und  Halbwollindustrie  1  601,3  „  »
Seiden-  und  Halbseidenindustrie  893,2  „  „
Kunstseidenindustrie9  30,0  „  „
Leinenindustrie  35,3  „
Juteindustrie  97,3  »  „
Konfektionsindustrie 2 )  480,0  „  „
8  226,0  Mill.  Mark

Die  Produktion  der  Textilindustrie  Amerikas  ist  weitaus  größer  als  die
Englands  oder  Deutschlands.  Um  eine  genaue  Übersicht  zu  ermöglichen,  seien
die  Produktionswerte  der  drei  größten  Textilindustriestaaten  Europas  neben  dem
der  Vereinigten  Staaten  vergleichend  angeführt:

»

Ver.  Staaten

England

Deutschland

Frankreich

Millionen  Mark

Baumwollindustrie
Woll-  und  Halbwollindustrie
Seiden-  und  Halbseidenindustrie  ....
Kunstseidenindustrie
Leinenindustrie
Juteindustrie
Konfektionsindustrie

5  088,9
1  601,3
893.2
30,0
35.3
97.3
480,0

3  502,2
1  751,7
97,2
27,0
407.6
208.7
367,0

2  339,4
1  721,6
448,7
38,0
331,0
142,1
292,0

1  233,7
1  274,9
652,0
28,5
307,9
110,0
366,0

8  226,0

6361,4

5  312,8

3  973,0

9  Siehe  Seite  18.
2 )  Der  Produktionswert  der  Konfektionsindustrie  läßt  sich  nicht  auf  gleicher  Grundlage  wie
für  Deutschland  oder  England  berechnen,  da  in  Amerika  —  in  gleicher  Weise  wie  bei  den
anderen  Industrien  —  der  größte  Teil  für  den  Inlandsbedarf  Verwendung  findet.  Nach  der
Produktionsaufnahme  im  Jahre  1909  betrug  der  Produktionswert  der  Konfektionsindustrie  einschließlich ­
  der  Hüte  und  Korsetts  417  Mill.  Mark.  Der  sehr  hohen  Summe  nach  wäre  der  Produktionswert ­
  für  1913  mit  480  Mill.  Mark  einzuschätzen.
        <pb n="495" />
        484

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Der  Inlandsverbrauch
der  Vereinigten  Staaten  an  Textilwaren  im  Jahre  1913/14.
Nach  den  später  folgenden  Einzelaufstellungen  beträgt  der  Inlandsverbrauch:

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  1913/14  mit
100,2  Millionen  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren

S  187,5

51,77

Woll-  und  Halbwollwaven

1  717,3

17,14

Seiden-  und  Halbseidenwaren

992,5

9,90

Leinenwaren

166,2

1,66

Jutewaren
Konfektionswaren,  Produktion  480,0

295,9

2,95

Mehreinfuhr  22,2  .  .

502,2

5,oi

8861,6

88,43  mit  |  T
&amp;gt;  Jutewaren
85,48  ohneJ

Vorstehender  hoher  Inlandsverbrauch  von  886l,6  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  92,8  Proz.  zu  7,2  Proz.
Der  Inlandsverbrauch  der  Vereinigten  Staaten  pro  Person  berechnet  ist  viel
höher  als  der  in  Deutschland,  England  und  allen  anderen  Staaten  der  Welt
und  legt  Zeugnis  ab  für  den  sehr  hohen  Wohlstand  der  Bevölkerung.
Nachstehende  Tabelle  gibt  einen  Vergleich  des  Verbrauchs  der  Vereinigten
Staaten  neben  dem  der  drei  größten  Textilindustrieländer  Europas.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  berechnet  betrug  1913  in

Ver.  Staaten
Mk.

Deutschland
Mk.

England
Mk.

Frankreich
Mk.

Baumwollwaren

51,77

27,93

25,00

24,99

Woll-  und  Halb  woll  waren

17,14

20,00

23,90

23,99

Seiden-  und  Halbseidenwaren

9,90

4,52

6,77

7,38

Leinenwaren

1,66

4,57

5,16

6,42

Konlektionswaren

5,01

1,90

5,10

3,44

Insgesamt  .  .  .

85,48

58,92

65,93

66,22
        <pb n="496" />
        Herkunftsländer.

485

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913/14.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Millionen  Mark

England

100,8

35,7

276,6

Frankreich

12.3

6,8

165,9

Deutschland

6,2

10,4

130,1

Schweiz

0,4

7,3

58,9

Belgien

7,5

3,2

16,6

Österreich-Ungarn

0,4

0,3

9,3

Türkei

6,2

—

6,8

Italien

40,8

2,7

6,6

Niederlande

0,2

-

1,0

Rußland

18,3

-

0,9

Spanien

0,3

—

0,6

Bulgarien

—

—  ■

0,2

Norwegen

—

—

0,1

Dänemark  mit  Island  und  Farör-Inseln  .  .  .

1,4

—

—

Portugal

0,2

—

—

Kanada

12,5

—

0,8

Mexiko

17,5

—

0,2

Argentinien

32,1

—

—

Uruguay

8,9

—

—

Peru

6,3

—

—

Chile

0,2

—

—

Haiti

0,2

—

—

Britisch-Ostindien

46,2

—

169,8

Japan

301,8

0,3

39,5

Persien

0,3

—

7,4

China  und  Hongkong

93,7

-

2,7

Deutsch-China

—

—

1,9

Britisch-Indien

1,6

—

—

Azoren  und  Madeira

—

—

2,1

Ägypten

51,6

—

0,1

Kanarische  Inseln

—

—

0,1

Britisch-Südafrika

0,5

—

—

Britisch-Australien  und  Tasmania.

25,1

—

—

Neuseeland

4,3

—

—

Andere  Länder

—

—

0,5

797,8

66,7

898,7
        <pb n="497" />
        486

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Textilindustrie.

Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913  /14.

Roh-Halb-













fabrik.

waren

Stoffe

fabrik.

waren

Millionen  Mark

Millionen  Mark

England

986,7

1,3

16,9

Übertrag  .  .  .

2  490,9

17,9

126,8

Deutschland  ......

770,6

—

2,0

Brasilien

—

0,1

0,8

Frankreich

312,3

—

2,0

Peru

—

0,3

0,6

Belgien

57,9

—

0,8

Ecuador

—

0,1

0,6

Türkei

—

1,5

0,8

Salvador

—

1,3

0,6

Schweiz

—

—

0,7

Uruguay

—

0,1

0,4

Niederlande

7,6

—

0,6

Niederl.-Westindien  .  .  .

—

0,1

0,4

Italien

145,8

—

0,3

Bermuda-Inseln

—

—

0,3

Dänemark

—

—

0,3

Bolivien

—

1,2

0,3

Norwegen

1,0

—

0,2

Britisch-Guiana

—

—

0,2

Österreich-Ungarn  .  .  .

28,3

—

0,1

Britisch-Barbados  ....

—

—

0,2

Rußland  ■  .  .  .

27,0

0,1

0,1

Dänisch-Westindien  .  .  .

—

—

0,1

Griechenland

0,4

0,1

0,1

Niederländisch-Guiana  .  .

—

—

0,1

Spanien

82,0

—

—

Portugal

1,7

Philippinen

0,2

3,1

25,6

Schweden

14,3

China  und  Hongkong  .  .

2,5

24,7.

2,6

Japan

101,4

0,1

0,7

Kanada

44,7

2,6

51,1

Britisch-Indien

—

4,2

0,5

Cuba

0,2

2,1

10,9

Straits  Settlements.  .  .  .

0,1

Haiti

—

0,7

6,5

Aden

4,3

Mexiko

10,1

0,4

6,4

Panama

—

0,2

4,7

Britisch-Südafrika  ....

—

0,1

1,0

Republik  Honduras  .  .  .

—

0,7

3,1

Britisch-Ostafrika  ....

—

1,1

0,1

San  Domingo

—

0,5

2,9

Portugiesisch-Afrika  .  .  .

—

—

0,1

Columbien

—

1,0

2,7

Ägypten

—

0,1

—

Jamaica

—

0,6

2,4

Kanarische  Inseln  ....

—

0,1

—

Argentinien

—

0,7

2,0

Azoren  und  Madeira.  .  .

—

0,1

--Guatemala



0,3

0,6

1,4

Französisch-Afrika  .  .  .

—

0,3

—

Neufundland  u.  Labrador  .

—

0,3

1,4

Deutsch-Afrika

—

o,3

—

Nicaragua

—

0,1

1,4

Brit.-Austral.  u.  Tasmania

1,1

6,5

Britisch-Westindien  .  .  .

0,2

1,1

Neuseeland

—

0,2

1,4

0,4

1,1

Französisch-Ozeanien  .  .

—

—

0,5

Chile

2,8

1,0

Britisch-Ozeanien  ....

—

—

0,1

Venezuela

—

0,9

0,9

Brit.-Trinidad  u.  Tabago  .

—

0,1

0,9

Andere  Länder

0,4

0,6

1,5

2  490,9

17,9

126,8

2  595,4

61,5

172,1
        <pb n="498" />
        f

Vereinigte  Staaten.  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

*

Artikel

1913/u

1913/14

1909/10  I1899/1900

1889/90

1013/14

1913/14

1909/10

1899/1900|  1889/90

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Rohe  Baumwolle

R

55  876

81,7

66,4

33,4

5,8

2  157  610

2  565,3

1  897,3

1016,4

1  054,3

Baumwoll-  und  Spinnereiabfälle

„

12  147

5,4

6,6

1,0

—

35  744

21,5

13,1

4,8

1  Inder  Rubrik
&amp;gt;  „Sonstiges“
J  enthalten

Baumwollgarne

H

2  907

16,3

18,1

8,8

3,8

ca.  1  036

3,2

1,9

2,6

Baumwollgewebe,  roh  .  .  182  914  TM 1 )

„

—

2,0

2,5

1,5

0,5

18  289

58,1

42,4

\  55,8

23,0

Desgl.,  gebleicht  38  642  „

F

—

13,3

|

4  337

14,2

5,7

Desgl.,gefärbtoderbedruckt  158265  „

a

—

34,4

r  35,5

34,3

14,2

14  480

48,9

35,9

20,3

12,2

Taschentücher

—

1,8

J

Plüsch  und  Velvet

—

10,0

1,8

—

—

Spitzen,  Handarbeit
Spitzen  und  Spitzengewebe,  einschließlich

”

—

1,2

Einsätze  und  Borten

—

78,4

Vorhänge

„

—

3,2

ca.  150

2,5

0,2

Netze,  Netzwaren

„

—

7,0

154,7

80,7

48,1

16,6

6,4

Schleier  und  Schleierstoffe

—

0,2

Stickereien,  einschließlich  Einsätze  ....

—

44,5

Andere  Spitzen  und  Stickereiartikel  .  .  .

—

7,8

Strümpfe  und  Unterzeug
Sonstige  Wirkwaren

”

—

13,2
10,6

J  27,1

19,8

30,0

jca.  1  380

10,9

4,9

Sonstige  bearbeitete  Stoffe

n

—

35,5

23,3

23,2

27,6

4850

24,7

17,4

—

366,5

336,0

202,7

130,0

—

2  749,3

2  018,8

1  116,5

1  095,9

l )  Hier  gilt  das  gleiche  wie  in  Fußnote  S.  112  Bemerkte.
R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Ungefährer  Produktions  wert  der  Baumwollindustrie  der  Vereinigten  Staaten  im  Jahre  1913/14.
1267134  t

Imin  lande  wurden  an  loser  Baumwolle  verarb.  *)
Ab:  13  Proz.  Spinnverlust  .  .  .  164727  t
Mehrausfuhr  an  Spinnereiabfällen  .  .  23  597  t
Verbrauch  für  die  Halbwoll-  und  Halbseidenindustrie ­
  55  000  t
Ab:  Ausfuhr  (abzüglich  Einfuhr)  an  Halbfabrikaten: ­
  Garne  und  rohe  Gewebe  .  .
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Werte
von  101,2  Mill.  Mk.

1  023  810  t

Ab:  15  Proz.  Appretur  von  .  .  18817  t
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch:

41  3411
2  822  t

38  519  t

985  291t

985291t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung
Englands  mit  5000  Mk.  angenommen,  4  926,4  Mill.  Mark.

Produktion  der  Baumwollindustrie.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  4926,4
Ausgeführte  Halbfabrikate  „  61,3
Ausgeführte  Fertigwaren  „  101,2
5  088,9

Inlandsverbrauch
an  Baumwollwaren.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  4926,4
Eingefiihrte  Fertigwaren  „  261,1
5  187,5
t)  Nach  „Statistical  abstract  of  the  United  States  1914“,  S.  668,
wurden  im  Jahre  1913  im  Inlande  zusammen  mit  der  eingeführten  Baumwolle ­
  5  786  000  Ballen  verarbeitet.

Baum  Wollindustrie.  487
        <pb n="499" />
        488

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Baumwollindustrie.

Entwickelung  der  Baumwollindustrie  der  Vereinigten  Staaten
in  den  Jahren  1889  90  bis  1913/14.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

Rohstoffe
Halbfabrikate  .  .  .
Fertigwaren  ....

S.8
4,3
H9,9

34,4
10,3
158,0

73,0
20,6
242,4

87,1
18,3
261,1

1054,3
23,0
18,6

1021,2
58,4
36,9

1910,4
44,3
64,1

2586,8
61,3
101,2

130,0

202,7

336,0

366,5

1095,9

1116,5

2018,8

2749,3

Die  hervortretendste  Position  ist  die  Ausfuhr  von  Rohstoffen,  die  von
1889/90  bis  1913/14  um  145  Proz.  gestiegen  ist.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  ist  —  wie  bereits  auf  S.  474/75  besprochen ­
  —  nicht  von  besonderer  Bedeutung  und  gegen  das  Jahr  1909/10  etwas
zurückgegangen;  die  Ausfuhr  hingegen,  bei  der  es  sich  in  erster  Linie  um  rohe
Baumwollgewebe  handelt,  ist  schon  bedeutender  und  von  1889/90  bis  1913/14
um  166  Proz.  gestiegen.
ln  Fertigwaren  hat  die  Einfuhr  seit  1890  um  ll8Proz.  zugenommen  (in
Deutschland  betrug  die  Steigerung  dieser  Position  im  gleichen  Zeiträume  271  Proz.
und  in  England  285  Proz.),  während  die  Ausfuhr,  die  1889/90  noch  recht  gering
war,  eine  Steigerung  von  443  Proz.  aufweist.
Die  Entwickelung  der  Baumwollindustrie  ist  aus  obiger  Aufstellung  weniger
klar  zu  ersehen,  weil  die  lose  Baumwolle  im  Inlande  gewonnen  wird;  als  Anhaltspunkt ­
  in  dieser  Beziehung  kann  aber  dienen,  daß  die  Menge  der  in  Amerika
verarbeiteten  losen  Baumwolle

im  Jahre  1890  538  852  t
und  „  „  1913  •  1  267  134  t

betrug.  Die  Steigerung  beträgt  135  Proz.  und  ist  höher  als  in  Deutschland  und
ganz  wesentlich  höher  als  in  England.

Rohe  Baumwolle  und  Abfälle.

Die  Einfuhrländer  sind  auf  S.  473  angegeben.
Die  hauptsächlichsten  Absatzländer  im  Jahre  1913/14  waren

England  .  .  .

982,6  Mill.  Mk.

Belgien  .  .  .  .

57,2  Mill.  Mk.

Niederlande  .

•  7,6

Deutschland  .

770,0  „  „

Kanada  .  .  .  .

43,1  „  „

China  ....

•  2,5

Frankreich.  .

3H,5  „

Osterr  .-Ungarn

28,3  „  „

Portugal  .  .  .

■  1,7

Italien  ....

145,1  „

Rußland  .  .  .

27,0  „

Norwegen  .  .

.  1,0

Japan  ....

101,4  „

Schweden  .  .  .

14,3  „  „

Griechenland.

•  0,4

Spanien  .  .  .

82,0  „  „

Mexiko  .  .  .  .

10,0  „

Cuba  .  .  .  .

.  0,2
        <pb n="500" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

489

Baumwollgarne.
Die  hauptsächlichsten  Einfuhrländer  1913/14  waren:  .
England  .  .  .  13,6  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  1.6M111.  Mk.  Schweiz.  .
Die  hauptsächlichsten  Ausfuhrländer  1913/14  waren:

Kanada  ....  1,1  Mill.  Mk.
Philippinen  .  .  1,0  „
Hongkong  ...  0,5  „  „

Neufundland-  |  Argentinien.
Labrador  .  .  0,17  Mill.  Mk.
England  ...  0,15  „  „  I

0,9  Mill.  Mk.

o,  11  Mill.  Mk.

Baumwollgewebe,  roh.

Die  Ausfuhr  in  diesem  ausgesprochenen  Exportartikel,  in  welchem  die
Vereinigten  Staaten  fast  ausschließlich  mit  England  konkurrieren,  ist  von  1909/IO
bis  1913/14  um  37  Proz.  gestiegen.  Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr ­
  1913/14  waren:

China  ....

23,8  Mill.  Mk.

Aden

4,3  „

Britisch  -Indien

4,0  „

Chile

2,8  „  „

Philippinen  .  .

2,1  „

Cuba
Kanada  .  .  .  .
Europäische  und
asiat.  Türkei  .
Salvador.  .  .  .

2,t  Mill.  Mk.
1,5  „  „
1,5  „  „
1,3  „  »

Bolivien  .  .  .
Brit.-Ostafrika
Australien  .  .

1,2  Mill.  Mk.
1,1  „  *
1,1  »

Baumwollgewebe,  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt.  Taschentücher.

1889/90  1899/1900  1909/10  1913/14
Einfuhr  14,2  34,3  35,5  49,5  Mill.  Mk.
Ausfuhr  12,2  20,3  41,6  63,1  „

Von  der  Einfuhr  1913/14  beziehen  sich  13,3  Mill.  Mark  auf  gebleichte  Gewebe,
die  hauptsächlich  aus  England  und  Frankreich  eingeführt  werden.  Auf  gefärbte
und  bedruckte  Gewebe  entfallen  34,4  Mill.  Mark;  von  diesen  kamen  aus:

England  .  .  .

19,6  Mill.  Mk.

Frankreich  .

.  10,1  Mill.  Mk.

Deutschland  .

.  2,9  Mill.  Mk.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  1913/14  waren:

Philippinen  .  .

21,1  Mill.  Mk.

Australien  .  .

.  2,1  Mill.  Mk.

Guatemala  .  .

.  0,9  Mill.  Mk.

Kanada.  .  '.  .

6,7  „  „

China  ....

•  1,8  ..

England  .  .  .

•  0,8  .„  „

Haiti

6,4  „

Jamaica  .  .  .

•  1,7  „  „

Costarica  .  .

•  0,7  „

Cuba

4,6  „

Rep.  Honduras

•  1,4  „

Salvador.  .  .

■  0,7  „

San  Domingo  .

2,3  „  „

Mexiko  .  .  .

•  1,4  .,  „

Columbien  .  .

2,2  „  „

Panama  .  .  .

•  1,4  „

Plüsch  und  Velvet.

An  der

Einfuhr  sind  beteiligt:

England.  .  .  .

S,o  Mill.  Mk.  :

Deutschland  .

.  3,8  Mill.  Mk.

Frankreich.  .

.  1,0  Mill.  Mk.

«*-*
Spitzen,  Handarbeit.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Einfuhr  1913/14  waren:

Asiat.  Türkei  .

0,64  Mill.  Mk.

Frankreich  .

0,09  Mill.  Mk.

England  .  .  .

0,06  Mill.  Mk.

Deutschland.  .

0,11  „

Italien  .  .  .

0,09  „

Belgien.  .  .  .

0,02  „
        <pb n="501" />
        490

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Banmwollindustrie.

Spitzen  und  Spitzengewebe  einschließlich  Einsätze  und  Borten.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  1913/14  waren:

England  .  .  .  30,5  Mill.  Mk.
Frankreich  .  .  27,9  ,,  „

Deutschland.
Schweiz  .  .

15,5  Mill.  Mk.
2,7  »  „

Vorhänge.
An  der  Einfuhr  sind  beteiligt:
Schweiz  ....  1,6  Mill.  Mk.  England  .  r  .  .  0,9  Mill.  Mk.

Belgien  ....  0,7  Mill.  Mk.
Italien  0,4  „  „

Frankreich  ...  0,5  Mill.  Mk.

Netze  und  Netzwaren.
Von  der  Einfuhr  1913/14  kamen  aus:
England  ....  5,8  Mill.  Mk.  |  Frankreich  ...  0,8  Mill.  Mk.  j  Deutschland
Stickereien,  einschließlich  Einsätze.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  1913/14  waren
Frankreich.  .  .  2,6  Mill.  Mk.
Japan  1,7  „  „

Schweiz  ....  34,5  Mill.  Mk.
Deutschland.  .  4,1  „  „

0,4  Mill.  Mk.

England  ....  0,7  Mill.  Mk.
Italien  0,2  „  „

Sonstige  Spitzen  und  Stickereiartikel.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  19x3/14  waren:

Deutschland  .  .  4,6  Mill.  Mk.
Frankreich.  .  .  1,9  „  „

England  .  .  .  .  o,  5  Mill.  Mk.
Japan  0,3  „  „

Schweiz.
Belgien  .

0,16  Mill.  Mk.
0,11  „  „

Wirkwaren.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  1913/14  waren:
Deutschland  22,1  Mill.  Mk.  1  Schweiz  0,5  Mill.  Mk.
Frankreich  0,6  „  „  |  England  0,5  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  1913/14  waren:

England  .  .  .  .
Kanada  .  .  .  .
Cuba

3,9  Mill.  Mk.
1,8  „  .
0,8  „  „

Panama  .  .  .  .
Argentinien  .  .
Australien  .  .  .

0,4  Mill.  Mk.
o,3  „  „
0,6  „

Philippinen  .
San  Domingo
Mexiko  .  .  .

0,4  Mill.  Mk.
0,2  „
0,2  „

Die  hauptsächlichsten

England  .  .  .

13,6  Mill.  Mk.

Deutschland  .

13,6  „  „

Frankreich  .  .

5,3  „

Die  hauptsächlichsten

Kanada....

11,7  Mill.  Mk.

Philippinen  .  .

1,8  „  „

England  .  .  .

1,7  „  „

Cuba

1,3  „  „

Mexiko  ....

1,2  „

Panama  .  .  .

0,5  „  „

Labrador  .  .  .

0,5  *

Sonstige  Baumwollwaren.
Länder  für  die  Einfuhr
Japan  0,8  Mill.  Mk.
Osterr.-Ungarn.  0,6  „  „
Belgien  ....  o,5  „  „
Länder  für  die  Ausfuhr
Argentinien  .  .  0,5  Mill.  Mk.
Australien  ...  0,4  „  „
Brit.-Indien  .  .  0,3  „  „
Chile  0,37  „
Deutschland  .  .  0,33  „  „
Frankreich.  .  .  0,30  „  „
Brasilien  .  .  .  0,28  „  „

1913/14  waren:
Italien  0,5  Mill.  Mk.
Schweiz  ....  0,2  „  „
3/14  waren:
Japan  ....  0,27  Mill.  Mk.
Rep.  Honduras  0,22  „  „
Nicaragua  .  .  0,18  „  „
Venezuela  .  .  0,13  „  „
San  Domingo  .0,11  „  „
Guatemala  .  .  0,11  „  „
        <pb n="502" />
        Vereinigte  Staaten.  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

1913/H

1913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

1913/14

1913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Schafwolle  I.  Kl.  Tuchwolle  .  .  .

R

56665

128,9

114,8

33,6

16,4

|

Desgl.  II.  Kl.  Kammwolle  .  .

8  534

20,6

33,3

11,1

8,0

Desgl.  III.  Kl.  Teppichwolle  .

46  208

71,5

67,4

40,4

39,7

,  OO3

1,5

3,4

3,5

2 ,4

Haarwolle,  Alpaka

778

2,4

—

0,5

—

1

Wollabfälle

2  958

4,1

—

0,4

8,6

12  245

4,4

—

—

—

Haarwollgarne,  Alpakagarne  usw.

Hj

ca.  1  100

6,1

—

—

8,3

ca.  35

0,2

—

.—

—

Tuche

F

5  611

53,7

27,0

21,5

67,8

r

0,2

0,2

0,3

1

Frauen-  u.  Kinderkleiderstoffe  Ein-'8639

  TM 1 )  „

—

28,5

39,4

24,7

101,6

0,5

0,1

o;4

1  .  ,

Teppiche  und  Teppichstoffe  fuhr!

983  TM  „

—

18,7

19,3

ll.S

3,1

ca.  1  000  &amp;lt;

0,2

0,5

0,5

.  1,0

Wirkwaren

—

—

0,1

2,1

8,3  .

—

—

—

)

Andere  Wollwaren

„  |

—

23,2

5,5

2,6

3-’,o

1

7,2

3,3

2,6

0,3

—

357,7

306,8

148,4

293,8

—  14,2

7,5

7,3

3,7

!)  TM

1000  m.

R  =  Rohstoffe.  H  =  Halbfabrikate.  F  —  Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Woll-  und  Halbwollindustrie  der  Vereinigten  Staaten  im  Jahre  1913  14.

Im  Inlande  gewonnene  Wolle 1 )  .
Eingeführte  Wolle
Ab:  Ausgeführte  Wolle  .  .
Ab:  45,6  Proz.  Waschverlust  (wie  bei  Deutschland)
Ab:*  Mehrausfuhr  an  Wollabfällen

134  167t
111  407  t
245  574t
663  t

2449111
111  679  t
1  843  t

Hinzu:  Eingeführte  Haarwolle  und  Garne  .  .  .
Verbrauch  an  Kunstwolle  u.  Baumwolle,
im  gleichen  Verhältnis  angenommen
wie  in  Deutschland  85  0001
Ab:  2  Proz.  Spinn  Verlust
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren.  Wert  8,1  Mill.  Mark  .  .  .
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch  ....

133  232t
9287  t
123945  t

86  843  t

210  788  t
4  216  t
206  572  t
1  ooot
205  572  t

Diese  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung
Deutschlands  mit  7750  M  angenommen,  1  593,2  Mill.  Mark.

Produktion  der  Woll-  und  Halbwollindustrie ­
  im  Jahre  1913/14.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1593,2
Ausgeführte  Fertigwaren  „  8,1

1  601,3

Inlands  verbrauch  an  Woll-  und
Halbwollwaren  im  Jahre  1913/14.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  1593,2
Eingeführte  Fertigwaren  „  124,1
1  717,3

J )  Nach  „Statistical  abstract  of  the  United  States  1914“,  S.  661,
wurden  1913  im  Inlaude  296175300  Ibs.  Wolle  gewonnen.

Wollindustrie.
        <pb n="503" />
        492

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Wollindustrie.

Entwickelung  der  Wollindustrie  der  Vereinigten  Staaten  in  den  Jahren
1889/90  bis  1913/14.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1899/00

1909/10

1913/14

1889/90

1899/00

1909/10

1913/14

Rohstoffe

72,7

86,0

215,5

227,5

2,4

3,5

3,4

5,9

Halbfabrikate  .  .  .  .

8,3

—

—

6,1

—

0,2

Fertigwaren

212,8

62,4

91,3

124,1

1,3

3,8

4,1

8,1

1

293,8

148,4

306,8

357,7

3,7

7,3

7,5

14,2

Über  die  Entwickelung  der  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten ­
  sind  die  näheren  Einzelheiten  auf  S.  473/75  zu  ersehen.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  ganz  unbedeutend.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1889/90  bis  1913/14  fast  auf
die  Hälfte  zurückgegangen.  Der  Rückgang  ist*wohl  zum  größten  Teil  auf  die
inzwischen  eingetretenen  höheren  Zölle  bzw.  auf  die  Ausdehnung  der  inländischen ­
  Fabrikation  zurückzuführen;  die  Einfuhrmengen  sind  aber  im  Verhältnis
zum  großen  Verbrauch  überhaupt  nicht  bedeutend  und  die  Schwankungen  dürften
mehr  durch  den  wechselnden  Bedarf  des  Landes  verursacht  sein.

Tuche.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
England  .  .  .  29,6  Mill.  Mk.  I  Frankreich  .  .  6,0  Mill.  Mk.  I  Österr.-Ungarn  1,4  Mill.  Mk.
Deutschland  .  12,9  „  „  Belgien  .  ...  3,4  „  „  Niederlande  .  .  0,25  „  „
Frauen-  und  Kinderkleiderstoffc.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
England  12,7  Mill.  Mk.  Deutschland  5,0  Mill.  Mk.
Frankreich  10,2  „  „  Niederlande  0,25  „

Teppiche  und  Teppichstolfe.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:

Sersien  .  .  .

7,4  Mill.  Mk.

Europ.  Rußland

0,1  Mill.  Mk.  I  Frankreich  .

0,4  Mill.  Mk.

Europ.  Türkei

3,4  „

Asiat.  „

0,6  „  „  Brit.-Indien  .

0,35  „

Asiat.  „

2,5  „

Österr.-Ungarn

0,5  „  „  ;  China.  .  .  .

0,3  t  „

England  .  .

2,2  „  „

Deutschland  .  .

0,4  „  „  (  Bulgarien  .  .

0,21  „

Sonstige  Wollwaren.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
England  13,3  Mill.  Mk.  Frankreich  2,5  Mill.  Mk.
Deutschland  6,6  „  „  Belgien  0,5  „
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Ausfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
England  ...  3,2  Mill.  Mk.  I  Frankreich  .  .  0,3  Mill.  Mk.  ]  Mexiko  ....  0,2  Mill.  Mk.
Kanada  ....  2,2  „*  „  |  Cuba  0,2  „  „  |  Philippinen  .  .  0,2  „  „
        <pb n="504" />
        Vereinigte  Staaten.  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913/14

1913/14

1909/10

1899/00

1889/90

1913/14

1913/14

1909/10

1899/00

1889/90

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Kokons

.  .  .  .  R

0,6

0,3

0,1

0,1

0,4

_

_

Rohseide

12953

410,9

274,8

187,1

97,8

82

2,63

1,4

1,8

o,3

Seidenabfälle,  Florettmaterial  ....

2695

13,0

7,1

3,2

4,0

16

0,09

0,3

0,2

fBei  den  anderen

Florettseidengarn

.  .  .  .  H

1  401

24,1

21,3

15,6

Seidenartikel

—

—

—

—.

—

l  einbezogen

Seidengewebe

.  .  .  .  F

—

51,4

40,3

64,8

46,1

(Bei  den  anderen

Plüsch  und  Velvet

—

12,7

9,8

9,7

t  Seidenartikel

V  einbezogen

Bänder

—

13,1

4,1

7,6

8,2

Beuteltuch

—

1,1

1,1

—

—

ca.  340

10,1

5,2

2,1

1,0

Spitzen,  Stickereien

•  ■  •  '  ”

—

18,3

22,2

13,5

16,0
(Bei  den  anderen
;  Seidenartikel
v  einbezogen

Streifen,  Gürtel,  Besatz

—

2,1

2,9

—

Andere  Seidenartikel

—

8,2

13,9

11,6

89,6

Kunstseidenartikel

—

2,6

—

—

—

J  0,08

Kunstseidengarn

.  .  .  .  H

1250

14,5

—

—

—

—

1  —

572,3

399,6

313,2

262,1

—

12,9

6,9

4,1

1,3

R  =  Rohstoffe.

H  =  Halbfabrikate.

F  =  Fertigwaren.

Ungefährer  Produktionswert  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie  der  Vereinigten  Staaten  im  Jahre  1913/14,
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten.

Florettseide  2679  t.  mit  50  Proz.  auf  Strang  um-Hinzu:

  Verbrauch  an  Baumwolle  und  Kunstseide
entsprechend  der  Aufnahme  von  1909  und
1914
30  Proz.  Beschwerung  der  verbrauchten  13  871  t
Rohseide
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren.  Wert  10,2Mill.Mk.
(Wert  pro  Tonne  30  000  M)
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch  .

12  8711
1  339  t
1  4011
15  6111

10300  t

3  860  t

29  771t

340  t

29  43lt

29  431t  ergeben,  den  Tonnenwert  wie  bei  der  Produktionsberechnung
Deutschlands  mit  30000  Jii  angenommen,  883,0  Milt.  Mark.

Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidenindustrie ­
  im  Jahre  1913/14.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  883,0
Ausgeführte  Fertigwaren  „  10,2
893,2

Inlandsverbrauch  an  Seiden-  und
Halbseidenwaren  im  Jahre  1913/14.
Mill.  Mk.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  883,0
Eingeführte  Fertigwaren  „  109,5
992,5

Seidenindustrie.  493
        <pb n="505" />
        494

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Seidenindustrie.

Entwickelung  der  Seidenindustrie  der  Vereinigten  Staaten  in  den  Jahren
1889/90  bis  1913/14.
Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1899/00

1909/10

1913/14

1889/90

1899/00

1909/10

1913/14

Rohstoffe

102,2

190,4

282,0

424,2

0,3

2,0

1,7

2,7

Halbfabrikate  ....

12,0

15,6

21,3

24,1

—

—

—

—

Fertigwaren

147,9

107,2

96,3

109,5

1,0

2,1

5,2

10,2

Kunstseide

—

—

—

14,5

—

—

—

—

1

262,1

313,2

399,6

572,3

1,3

4,1

6,9

12,9

Bezüglich  der  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  sind  die
näheren  Einzelheiten  auf  S.  474  und  481  zu  ersehen.
Die  Ausfuhr  von  Fertigwaren  ist  bisher  nicht  bedeutend,  nimmt  aber
auch  von  Jahr  zu  Jahr  zu.
Die  Einfuhr  von  Fertigwaren  zeigt  gegen  1889/90  einen  Rückgang
von  26Proz.,  der  mit  der  sehr  starken  Entwickelung  der  Inlandsproduktion
(siehe  S.  482)  zusammenhängt.

Rohseide.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Japan.  .  .  .  299,6  Mill.  Mk.  I  Italien  ....  36,9  Mill.  Mk.  !  Frankreich  .  .  1,0  Mill.  Mk.
China.  .  .  .  67,0  „  „  I  Kanada  ...  6,1  „  „  England  ...  0,1  „  „

Seidenabfälle  und  Florettmaterial.

Die  hauptsächlichsten
China  ....  3,4  Mill.  Mk.
Italien  ....  3,3  »  „
Die  hauptsächlichsten
Frankreich  .  .  5,4  Mill.  Mk.
Schweiz....  5,4  „  „

Länder  für  die  Einfuhr  im
Japan  1,7  Mill.  Mk.
England....  1,7  „  „

Florettseidengarn.
Länder  für  die  Einfuhr  im
England.  .  .  .  5,2  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  5,2  „  „
Italien  ....  2,3  „  „

Jahre  1913/14  waren:
Frankreich  .  .  1,5  Mill.  Mk.
Kanada  ....  1,0  „  „
Jahre  1913/14  waren:
Belgien  ....  0,3  Mill.  Mk
Japan  0,26  „  „
        <pb n="506" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

495

Kunstseidengarn.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:

England  .  .
Belgien  .  .  .

.  6,7  Mill.  Mk.
•  2,8  „

Deutschland  .  .
Schweiz  .  .  .  .
Frankreich

2,8  Mill.  Mk.
0,8  „
0,8  „

Italien  ....
Osterr.-Ungarn

0,35  Mill.  Mk.
'.27  „

Seidengewebe.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:

Frankreich  .  .
Japan  .  .  .  .
Schweiz  .  .  .

:6,8  Mill.  Mk.
2,7  „
6,3  „

Deutschland  .  .
Italien  .  .  .  .
England  .  .  .

1,9  Mill.  Mk.
1,4  „
1,2  „

China
Osterr.  -  Ungarn

0,5  Mill.  Mk.
0,36  „

Plüsch  und  Velvet.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Frankreich  7,2  Mill.  Mk.  j  England  0,5  Mill.  Mk.
Deutschland  4,4  „  „  |  Schweiz  0,5  „  „

Bänder.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Frankreich  .  .  7,7  Mill.  Mk.  J  Schweiz....  4,8  Mill.  Mk.  |  Deutschland  .  .  0,4  Mill.  Mk.

Spitzen  und  Stickereien.
Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Frankreich  .  .  14,3  Mill.  Mk.  |  Japan  1,0  Mill.  Mk.  ;  China  ....  0,3  Mill.  Mk.
England  ...  1,5  „  „  |  Deutschland  .  .  0,8  „  „

Streifen,  Gürtel,  Besätze  und  Kunstseidenartikel.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Deutschland  3,5  Mill.  Mk.  England  0,3  Mill.  Mk.
Frankreich  0,7  „  „  Schweiz  0,2  „  „

Die  hauptsächlichsten
Frankreich  .  .  3,6  Mill.  Mk.
Japan  2,0  „  „

Sonstige  Seidenartikel.
Länder  für  die  Einfuhr  im
Deutschland  .  .  1,0  Mill.  Mk.  I
England  .  .  .  0,6  „  „

Jahre  1913/14  waren:
Schweiz  ....  0,5  Mill.  Mk.
Italien  ....  0,2  „  „
        <pb n="507" />
        •  --——

r

Ein-  und  Ausfuhr  der  Vereinigten  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinenindustrie.

Artikel

Einfuhr,

Ausfuhr

1913/H

1913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

1913/14

1913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Flachs  und  Flachswerg  .

R

10043

12,1

14,8

6,9

9,2

_

_

Leinengarn

H

1  801

3,7

2,8

2,4

4,1

Taschentücher

F

—

10,6

10,1

8,9

—

etwa

Leinengewebe,  linens  genannt,  84  444  TM 1 )

n

—

59,3

88,9

65,1

68,2

1300

5,2

2,1

2,2

0,6

Sonstige  Leinenstoffe

„

—

51,4

14,6

—

—

Spitzen  und  Stickereien,  Einsätze  ....

„

—

14,8

16,2

—

11,9

15L9

147,4

83,3

93,4

5,2

2,1

2,2

0,6

i)  =  looom.  R  =  Rohstoffe.
Produktion  der  Leinenindustrie  1913/14.
Einfuhr  an  Flachs  und  Flachswerg  10043  t,  abzüglich
30  Proz.  Spinnverlust
an  Leinengarn

H  =  Halbfabrikate.

F  —  Fertigwaren.

7030  t
18011

8831t
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  imWerte  von  5,2  Mill.  Mk.
(Wert  pro  Tonne  400oMk)  1300  t
Mithin  Inlandsverbrauch  7531  t

Die  Tonne  zu  4000  Mb.  ergeben
Ausgeführte  Fertigwaren
Inlandsverbrauch  an  Leinenwaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  .
Eingeführte  Fertigwaren

30,1  Mill.  Mark
5,2  -
35,3  Mill.  Mark
30,1  Mill.  Mark
136,1  „
166,2  Mill.  Mark

Ein-  und  Ausfuhr  der  Vereinigten  Staaten  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Juteindustrie.

Einfuhr

Ausfuhr

Artikel

1913/14

1913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

1913/14

1.913/14

1909/10

1899/1900

1889/90

Tonnen

Millionen  Mark

Tonnen

Millionen  Mark

Jute  und  Jutewerg

R

107  730

46,9

15,6

16,6

13,6

0  p
0  L
00

0,10

Glatte  Gewebe  aus  einfachem  Jutegarn.  .
Gewebe  zum  Verpacken  der  Baumwolle,

F

224  625

178,2

90,1

44,5

2  7,0

105

0,10

0,1

—

13  281  TM

»

—

4,2

3,0

1,3

—

—

—

—

—

Jutesäcke

25  837

19,4

11,0

5,6

1  5,5

ca.  3100

3,20

1,90

1,8

1,6

248,7

119,7

68,0

46,1

3,48

2,10

1,9

1,6

R  =  Rohstoffe.
Produktion  der  Juteindustrie  1913/14.
Einfuhr  an  Jute  107  730t
Ab:  Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Werte  von  3,28  Mill.  Mk.  3205  t
104  5251
Die  Tonne  zu  900  Mk.  ergeben  94,1  Mill.  Mark
Ausgeführte  Fertigwaren  3,28  „  „
97,3  Mill.Mark

F  =  Fertigwaren.
Inlandsverbrauch  an  Jutewaren.
Für  das  Inland  verarbeitet  für  94,1  Mill.  Mark
Eingeführte  Fertigwaren  „  201,8  „

295,9  Mill.  Mark

49(5  Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Leinen-  und  Juteindustrie.
        <pb n="508" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

497

Entwickelung  der  Leinenindustrie  der  Vereinigten  Staaten
in  den  Jahren  1889/90  bis  1913/14.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

Rohstoffe  ....

9,2

6,9

14,8

12,1

—

—

—

—

Halbfabrikate  .  .

4,1

2,4

2,8

3,7

—  .

—

—

—

Fertigwaren  .  .  .

80,1

74,0

129,8

136,1

0,6

2,2

2,1

5,2

93,4

83,3

147,4

151,9

0,6

2,2

2,1

5,2

Der  Verbrauch  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  seit  1890  nur
unwesentlich  gestiegen;  die  Leinenindustrie  besitzt  in  den  Vereinigten  Staaten
keine  besondere  Bedeutung.
Die  Einfuhr  von  Flachs  und  Flachswerg  kommt  aus  England,  Rußland ­
  und  Belgien,  die  Einfuhr  von  Leinengarn  zum  allergrößten  Teil  aus
England.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  1889/90  bis  1913/14  um  70  Proz.
gestiegen.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  im  Jahre
1913/14  sind:
X  aschentücher.
England  ....  8,8  Mill.  Mk.  |  Schweiz  ....  1,  X  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  .  0,5  Mill.  Mk.

Leinengewehe,  „linens“  genannt.

England  .  .
Belgien  .  .  .

.  44,1  Mill.  Mk.
■  7,8  „  „

Deutschland  .  .  3,7  Mill.  Mk.
j  Frankreich  ...  2,5  ^  „

Österr.-Ungarn
Niederlande  .

.  0,9  Mill.  Mk.
•  0,2  „

Sonstige  Leinengewebe.

England  .  .
Deutschland  .

.  32,8  Mill.  Mk.
.  8,8  „  „

1  Österr.-Ungarn  .  '  2,6  Mill.  Mk.
Frankreich  ...  2,1  „

Belgien  .  .  .
Rußland  .  .  .

.  2,0  Mill.  Mk.
.  0,1  „  „

Spitzen,  Stickereien,  Einsätze.

Deutschland
Frankreich  .
England  .  .

.  4,3  Mill.  Mk.
•  2,7  „  „
■  2,0  „

Japan  2,3  Mill.  Mk.
Azoren  u.  Madeira  1,7  „  »
Österr.-Ungarn  .  0,8  „  „

Italien  .  .  .  .
Schweiz  ....

0,4  Mill.  Mk.
0,16  „

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

32
        <pb n="509" />
        498

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Jnteindustrie.

Entwickelung  der  Juteindustrie  in  den  Vereinigten  Staaten
in  den  Jahren  1889/90  bis  1913/14.

Sämtliche  Werte  in  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

1889/90

1899/1900

1909/10

1913/14

Rohstoffe  ....

13,6

16,6

15,6

46,9

—

—

0,1

0,2

Halbfabrikate  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

Fertigwaren  .  .  .

32,5

51.4

104,1

201,8

1.6

1,9

2,0

3,2

46,1

68,0

119,7

248,7

1,6

1,9

2,1

3,4

Wie  die  steigende  Einfuhr  an  Rohjute  zeigt,  hat  sich  in  der  letzten
Periode  die  Juteindustrie  des  Inlandes  stark  entwickelt;  viel  bedeutender  ist  jedoch
die  Einfuhr  an  einfachen  billigen  Jutegeweben,  die  zum  weitaus  größten
Teile  aus  Britisch : Indien  und  England  stammt.

Vereinigte  Staaten.  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren.

Einfuhr

Ausfuhr

1913/H

1909/10

1899/1900

1889/90

1913/H

1909/10

1899/1900

1889/90

Millionen  Mark

Kleider  aus  Baumwolle

12,2

16,2

5,2

1,4

25,2

19,2

6,8

1,0

„  aus  Wolle  und  Halbwolle  .

9,5

7,6

4,2

7,7

9,0

6,6

2,5

1,3

„  aus  Seide  und  Halbseide  .  .

17,8

20,6

7,0

2,s

0,1

0,2

0,1

—

Korsette

—

—

—

4,1

9,3

—

—

—

Hüte,  Kappen,  und  Material  dazu  .

26,6

21,2

11,3

14,3

0,3

0,2

0,1

0,4

66,1

65,6

27,7

30,0

43,9

26,2

9,5

2,7

Kleidungsstücke  aus  Baumwolle.

Die  hauptsächlichsten  Länder  für  die  Einfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:
Frankreich  5,8  Mill.  Mk;  |  England  0,8  Mill.  Mk

Deutschland  .  .

■  4,4  „  „

1  Japan  .  .  .

0,45  „  „

Die  hauptsächlichsten  Länder  für

die  Ausfuhr  im  Jahre  1913/14  waren:

Kanada  ....

10,5  Mill.  Mk.

England  .  .

.  0,5  Mill.  Mk.

Brasilien  .  .

0,26  Mill.  Mk.

Cuba

2,5  *  *

Neufundland

•  0,54  „  „

Br.-Honduras

0,23  „

Mexiko  ....

1,9  „  „

Nicaragua

■  0,46  „

Argentinien  .

0,21  „

Panama  .  .  .

1,7  „

Jamaika  .  .

•  0,45  „  „

San  Domingo

0,14  „

Philippinen  .  .

1,6  „  „

Australien  .  .

•  0,41  „  „

Rep.  Honduras  .

o,6  „

Br.-Südafrika

•  0,39  „  „
        <pb n="510" />
        500

Vereinigte  Staaten  von  Nordamerika.  Ein-  und  Ausfuhr

Zusammenstellung  der  Ein-  und  Ausfuhr  der  Vereinigten  Staaten  an  Rohstoffen

Belgien
Dänemark
Deutschland
Frankreich
Großbritannien
Italien
Niederlande
Österreich-Ungarn
Rußland  r
Schweiz
Spanien
Türkei
Ägypten
Portug.  Besitz,  in  Afrika:  Madeira  .  .
Span.  Besitz,  in  Afrika:  Kanar.  Inseln
Südafrikanischer  Bund
Aden
Britisch-lndien
China  und  Hongkong
Japan
Philippinen
Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Ecuador
Kanada  und  sonst.  Brit.-Nordamerika
Columbien
Cuba
Mexiko
Peru
Uruguay
Venezuela
Westindien  außer  Cuba
Zentralamerika
Australischer  Bund
Neuseeland
Ozeanien
Anderen  Ländern

Sämtliche  Werte  io

Baumwolle ­


Wolle

Seide

Leinen

Jute

Konfektion ­


Textilwaren
insgesamt

Einfuhr  nach

den  Vereinigten  Staaten  von

o,S

8,8

3,3

12,0

0,1

24,7

—

—

—

—

—

—

71,7

19,0

20,0

17,0

0,1

8,1

135,9

56,o

io,3

69,0

7,9

—

22,7

165,9

103,1

135,6

16,8

98,1

32,5

9,9

396,0

1,0

—

44,4

0,5

—

1,9

47,8

—

—

—

0,1

—

—

0,1

0,7

—

0,3

4,3

—

0,5

5,8

—

15,5

—

2,3

—

—

17,8

41,5

—

19,8

1,3

—

1,6

64,2

—

—

—

0,04

—

0,1

0,14

—

7,9

—

0,1

—

—

8,0

5L5

—

—

—

—

—

51,5

—

1,7

—

—

1,7

—

—

0,1

—

—

0,1

'  —

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

1,9

—

2,3

210,0

—

214,2

—

18,6

70,6

—

—

2,6

91,8

0,8

—

317,3

2,5

—

17,2

337,8

31,8

—

—

—

—

31,8

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

4,7

1,1

0,2

—

0,1

6,1

—

—

—

—

—

—  •

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

4,8

1,0

—

—

—

—

5,8

—

7,8

—

—

—

7,8

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

24,8

—

—

—

—

24,8

—

4,3

—

—

—

—

4,3

—

—

—

—

—

34,9

65,7

9,7

1,5

6,1

1,3

119,3

66,5
1

357,7

572,3  |

151,9

248,7

66,1

1763,2

an  Textilwaren,  nach  Ländern  geordnet.

501

und  Erzeugnissen  der  Textilindustrie  im  Jahre  1913/14.  Nach  Ländern  geordnet.

Millionen  Mark.

Baum-Wolle



Kon-Textilwaren



wolle

fektion

insgesamt

Ausfuhr  aus  den  Vereinigten  Staaten  nach

57,5

0,7

0,3

58,5

Belgien

0,1

—

0,1

—

—

0,04

0,24

Dänemark

770,6

0,7

0,5

—

0,1

0,4

772,3

Deutschland

311,8

0,7

1,2

—

0,1

0,2

314,0

Frankreich

990,4

7,5

1,5

1,0

0,9

3,1

1004,4

Großbritannien

145,3

0,2

0,6

—

—

—

146,1

Italien

0,8

__

—

0,1

0,2

1,1

Niederlande

28,3

—

—

28,3

Österreich-Ungarn

27,0

—

—

27,0

Rußland

0,6

_k_

—

—

0,6

Schweiz

81,9

—

—

—

81,9

Spanien

—

—

—

—

—

0,5

0,5

Türkei

—-_



_

—

Ägypten

—-_



_

—

Portug.  Besitz,  in  Afrika:  Madeira

—

_

_

__

—

Span.  Besitz,  in  Afrika:  Kanar.  Inseln

—

—

—

—

—

0,7

0,7

Südafrikanischer  Bund

4,3

_

—

4,3

Aden

4,8

—

—

0,1

4,9

Britisch-lndien

26,9

—

—

—

0,2

27,1

China  und  Hongkong

101,7

0,1

—

0,04

—

0,04

101,88

Japan

26,4

0,2

0,3

0,1

—

1,6

28,6

Philippinen

o,9

0,1

0,2

0,8

2,0

Argentinien

—

0,1

0,1

Bolivien

o,5

—

—

0,3

0,8

Brasilien

3,5

0,1

,—

—

0,2

3,8

Chile

—

0,1

0,1

Ecuador

67,2

2,5

6,4

3,3

0,3

19,2

98,9

Kanada  und  sonst.  Brit.-Nordamerika

3,4

—

0,1

0,2

3,7

Columbien

9,0

0,2

0,3

0,2

0,5

2,8

13,0

Cuba

13,1

0,2

0,1

0,1

0,2

2,9

16,6

Mexiko

—-—



—

Peru

0,2

0,1

0,3

Uruguay

0,1

0,1

V  enezuela

15,2

1,4

16,6

Westindien  außer  Cuba

U,5

—

0,2

0,1

0,1

3,8

15,7

Zentralamerika

1,0

0,7

2,6

4,3

Australischer  Bund

—

0,1

—

0,5

0,6

Neuseeland

3,5

—

—

—

—

3,5

Ozeanien

41,8

l.l

0,8

0,44

0,8

1,45

46,39

Anderen  Ländern

2  749,3

|  14,2

12,9

5,2

3,4
1

43,9

2  828,9
        <pb n="511" />
        502

Kanada.

Kanada.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911/12  *).
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

122,9

1,3

33,3

8,2

81,4

Wolle

101,9

1,1

9,4

9,0

83,5

Seide

33,5

0,2

1,8

0,2

31,5

Leinen,  Hanf  und  Jute  .  .

27,2

0,4

1,8

2,3

23,1

Konfektion

41,0

1,4

—

—

41,0

326,5

4,4

46,3

19,7

260,5

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
4000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  6,8Mill.  Mk.

Produktion  der  Textilindustrie  Kanadas.
Baum  Wollindustrie;  Die  Spinnereien  und  Webereien  in  Kanada  haben  sich
so  weit  entwickelt,  daß  etwa  zwei  Drittel  des  Inlandsbedarfes  an  Baumwollwaren
von  der  inländischen  Industrie  gedeckt  werden.
Nach  der  letzten  statistischen  Aufnahme  (Seite  6)  werden  in  36  Fabriken
1355  223  Spindeln  und  30674  Webstiihle  beschäftigt.  Erzeugt  werden  im  Inlande
vorwiegend  die  sogenannten  Massenartikel,  während  die  feineren  Artikel  aus
dem  Auslande  eingeführt  werden.
Bei  der  Einfuhr  tritt,  wie  aus  der  Aufstellung  Seite  505  hervorgeht,  neben
Geweben  gebleicht,  gefärbt  und  bedruckt  besonders  auch  die  Position  Stickereien,
Spitzen  und  ähnliche  Artikel  stark  hervor.  Auch  in  Strümpfen  und  Socken  ist
die  Einfuhr  bedeutend,  und  zwar  sind  an  dieser  Einfuhr  England,  Deutschland
und  Amerika  beteiligt.

1 )  Vom  1.  April  1911  bis  31.  März  1912.
        <pb n="512" />
        Produktion.

503

Unter  den  Herkunftsländern  für  Baumwollwaren  ist  England  am  stärksten
vertreten.  Die  Einfuhr  aus  Deutschland  ist  in  den  letzten  Jahren  zurückgegangen, ­
  da  viele  der  zollpflichtigen  Artikel  mit  der  sogenannten  „Surtaxe“
belegt  wurden.
Nächst  England  sind  an  der  Einfuhr  am  stärksten  die  Vereinigten  Staaten
beteiligt.  Die  Einfuhr  an  Baumwoll-Fertigwaren  im  Jahre  1911/12  betrug  aus:
England  den  Verein.  Staaten  Deutschland  Frankreich  der  Schweiz
SS,6  14,9  3.2  2,3  4,3  Mill.  Mark
Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  in  Kanada  besitzt  nicht  die  gleiche  Bedeutung ­
  wie  die  dortige  Baumwollindustrie,  aber  immerhin  hat  sie  sich  ebenfalls ­
  stark  entwickelt.
Im  Inlande  selbst  wurden  etwa  4000t  rohe  Wolle  gewonnen,  während
der  übrige  Bedarf  vom  Auslande  bezogen  wurde.  Auch  die  Einfuhr  an
Webgarnen  von  9,0  Mill.  Mark  ist  eine  bedeutende.  Am  stärksten  ist  in
Kanada  die  Wirkwaren-  und  Teppichindustrie  vertreten,  die  sich  besonders
in  den  letzten  Jahren  stark  entwickelt  hat.  Der  Inlandsbedarf  in  diesen
Artikeln  ist  allerdings  ein  so  großer,  daß  auch  die  Einfuhr  in  beiden  noch
bedeutend  ist.
Überhaupt  ist  der  Inlandsbedarf  Kanadas  an  Wollwaren  ein  sehr  hoher;
ungefähr  die  Hälfte  desselben  wird  durch  die  inländische  Industrie,  die  andere
Hälfte  durch  die  Einfuhr  gedeckt.  Die  Einzelheiten  sind  aus  der  Einfuhrliste
S.  506  zu  ersehen.  In  dieser  tritt,  neben  der  hohen  Einfuhr  an  Geweben  und
Tuchen,  besonders  auch  die  Einfuhr  an  Wirkwaren  hervor,  die  eine  Höhe  von
9,3  Mill.  Mark  erreichte  und  zum  größten  Teil  aus  England  stammt.
An  der  Einfuhr  aller  Wollwaren  nach  Kanada  ist  England  überhaupt  am
stärksten  beteiligt.  Die  Einfuhr  an  Wollfertigwaren  im  Jahre  1911/12  betrug  aus:
England  Frankreich  Deutschland  den  Verein.  Staaten
74,4  4,1  1,7  1,8  Mill.  Mark.
Seidenindustrie.  Die  Seidenindustrie  Kanadas  ist  nicht  bedeutend;  es  arbeiten
aber  einige  kleinere  Seidenfabriken,  von  denen  die  bedeutendste  1880  errichtet
wurde.  Den  eingeführten  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  nach  beträgt  der
Produktionswert  dieser  Fabriken  ungefähr  3  Mill.  Mark.
Leinen-  und  Juteindustrie.  In  der  amtlichen  Statistik  Kanadas  werden  bei  der
Einfuhr  die  einzelnen  Rohstoffe  Flachs,  Hanf  und  Jute  nicht  genügend  unterschieden. ­
  Sowohl  die  Leinen-  als  auch  die  Juteindustrie  scheinen  nur  unbedeutend ­
  zu  sein.  Eine  größere  Leinenfabrik  existiert  in  Kanada,  die  mit
ungefähr  275  Webstühlen  arbeitet.  Eingeführt  werden  hauptsächlich  feinere
Leinengewebe,  Damaste,  Handtücher  aus  Leinen,  ferner  Jutegewebe  und  Jutesäcke. ­
  Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  beträgt  23,1  Mill.  Mark.
        <pb n="513" />
        504

Kanada.

Konfektionswaren.  Die  Einfuhr  an  Kleidungsstücken  aus  Baumwolle,  Wolle
oder  Seide  in  Kanada  ist  eine  sehr  große,  ebenso  auch  die  Einfuhr  an  Hüten
und  sonstigen  Konfektionsgegenständen.  Die  Einfuhr  im  Jahre  1911,12  betrug
41,0  Mill.  Mark;  an  ihr  sind  beteiligt:
England  die  Verein.  Staaten  Deutschland  Frankreich
mit  17,5  mit  14,6  mit  2,2  mit  1,2  Mill.  Mark

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911/12.
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  beträgt  66  Mill.  Mark,
und  zwar  handelt  es  sich  hauptsächlich  um  lose  Baumwolle  und  Baumwollgarne
für  die  kanadische  Baumwollindustrie,  die  bereits  ziemlich  entwickelt  ist.  Auch
die  Einfuhr  an  roher  Wolle  und  Wollgarnen  ist  bedeutend,  obgleich  Wolle  auch
im  Inlande  gewonnen  wird.
Viel  erheblicher  jedoch  ist  die  Einfuhr  an  Fertigwaren,  die  sich  auf
260,5  Mill.  Mark  beläuft  und  sich  wie  folgt  verteilt:
Baumwollwaren  für  81,4,  Wollwaren  für  83,4,  Seidenwaren  für  31,5,  Leinenund
  Jutewaren  für  23,9,  Konfektionswaren  und  Hüte  für  41  Mill.  Mark.  Bemerkenswert ­
  ist  Kanadas  sehr  starker  Verbrauch  an  Woll-  wie  auch  an  Konfektionswaren. ­

Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  kommt  kaum
in  Betracht.
        <pb n="514" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

505

Einfuhr  von  Baumwollwaren  1911/12.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mül.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Ver.
Staaten

Schweiz

ln

1000  Mark

Lose  Baumwolle  und  Abfälle

R

32  978

33,33

—

10

—

33  306

_

Webgarne

H

1  064

4,78

1/6

3  553

—

1  029

—

Häkel-  und  Strickgarne  .  .  .

M

29

0,14

—

—

—

—

—

Sonstige  Garne,  gefärbt  und
ungefärbt

264

0,63

310

—

210

—

Nähgarne  auf  Spulen  oder  in
Knäuel

F

3,18

164

1  911

17

974

—

Rohe  Gewebe

H

—

2,63

—

1  474

—

1151

—

Gebleichte  Gewebe

F

—

10,03

29

8  379

59

1512

—

Gefärbte  und  bedruckte  Gewebe ­


24,27

151

18  959

206

4889

—

Dicke  Gewebe  (Duck),  roh
oder  gebleicht

2,57

676

—

1890

—

Velvet,  Velveteen,  Plüsche  .

„

—

3,22

97

2  612

340

160

—

Buchbinderleinen

„

—

o,37

8

185

—

176

—

Köper  und  Satins

—

1,13

—  .

781

4

344

—

Drellstoffe  und  Handtuchdrell

„

—

0,71

—

701

—

4

—

Handtücher

*»

#

1,33

—

1  277

—

42

—

Taschentücher

„

—

2,63

—

2  339

33

29

.  —

Schale

„

—

0,01

—

—

—

—

—

Bettdecken,  Damaste  im  Stück,
Tischtücher,  Servietten  .  .

3,31

H3

2  911

—

231

—

Bobbinettgewebe

„

—

0,21

—

206

—

—

-■

Stickereien

„

—

6,89

197

1961

340

256

3  763

Spitzen,  weiß  oder  creme  .  .

„

—

5,61

638

3  831

349

168

588

Spitzen,  Spitzenkragen  und
sonstige  Erzeugnisse  aus
Spitzen

4,83

596

2831

743

412

Gardinen,  besetzt  und  unbesetzt ­


2,88

4

2255

105

453

Socken  und  Strümpfe  ....

„

—

3,69

1281

1903

—

714

—

Sonstige  Wirkwaren  ....

„

—

0,14

—

—

—

97

—

Baumwollsäcke

—

0,94

—

433

—

399

—

Baumwollwaren,  nicht  näher
bezeichnet

3,32

1336

84

2  100

—

Ungefärbte  Gewebe  für  verschiedene ­
  Zwecke  ....

0,16

—

126

—

29

—

—

122,94

3  454

60960

2  280

50575

4  351
        <pb n="515" />
        506

Kanada.

Einfuhr  von  Wollwaren  1911/12.

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Ver.
Staaten

In  1000  Mark

Wolle  und  Haarwolle,  gewaschen

R

3260

6,53

42

3  595

937

701

Kämmlinge

ca.  1200

2,89

—

2  793

17

8

Wollgarne  aller  Art

H

1831

9,03

248

8  732

—

38

Woll-  und  Halbwollgewebe  .  .  .

F

—

29,63

630

24  776

3  457

340

Kaschmirs,  Tuche  und  Doeskins  .

„

—

H,52

193

13  730

441

55

Rock-  und  Überzieherstoffe  .  .  .

„

—

5,46

21

5  347

13

8

Lüster-,  Mohair-,  Alpakastoffe  .  .

„

—

5,05

—

5  023

—

17

Damenkleiderstoffe

„

—

o,93

—

823

—

—

Tweedgewebe

„

—

6,33

17

6  271

—

8

Flanelle

„

-

0,39

—

331

46

8

Umschlagtücher

„

—

2,80

—

2  264

—

256

Schale

„

—

0,37

50

286

—

8

Decken  und  Eisenbahndecken  .  .

„

—

0,50

—

399

4

55

Teppiche

n

—

6,79

185

6464

50

50

Filze  gepreßt  und  sonstiger  Art  .

»

—

1,37

155

647

29

391

Socken  und  Strümpfe

»

•  —

5,25

265

4  784

21

181

Wirkwaren  sonstiger  Art  ....

..

—

4,08

218

3  313

55

412

—

101,92

2  024

89  578

5070

2  536

Einfuhr  von  Seidenwaren  1911/12.

Artikel

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Ver.
Staaten

In  1000  Mark

Rohseide  und  Kokons,  etwa  56  t

R

1,77

—

—

—

1  109

Ungefärbte  Seide,  Trame,  Organsin,  etwa  16  t

H

0,26

—

231

—

12

Nähgarn

F

0,22

—

101

—

113

Seidengewebe

„

20,22

357

8  030

3  415

1738

Velvet  und  Plüsch

„

2,66

197

1  877

449

121

Bänder

„

5,83

126

1  936

1  487

575

Taschentücher

„

0,33

—

101

—

4

Schale

„

0,07

—

—

—

4

Beuteltuch

„

0,08

—

—

—

80

Socken  und  Strümpfe

„

0,77

311

97

—

318

Sonstige  Seidenartikel

.7

1,30

34

638

223

370

33,51

1  025

13011

5  574

4444
        <pb n="516" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

Einfuhr  von  Leinen-,  Hanf-  und  Jufewaren  1911/12.

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

#  Frankreich ­


Ver.
Staaten

ln  1000  Mark

Flachsfaser,  Flachswerg

R

51

O
O
1-0

—

12

—

8

Hanf,  gehechelt  und  ungehechelt  ,

,1

4199

1,75

25

659

—

798

Jute

64

0,03

—

21

—

4

Leinengarn  zur  Herstellung  von

Handtüchern  usw

H

156

0,26

—

235

—

29

Leinenzwirn

F

152

0,97

—

928

—

29

Hanf-  und  Jutegarne,  gefärbt  .  .  .

H

1288

1,04

—

865

—

109

Leinengewebe,  roh  oder  gebleicht  .

F

—

1,70

4

1634

—

59

Leinendamaste,  ungefärbt,  Tisch-•tücher,

  Bettzeug  usw

»

—

4,63

134

3  788

—

67

Leinengewebe,  gefärbt  oder  bedruckt

«

—

0,14

—

134

—

4

Ungebleichtes  Leinen  für  Handtücher,

  Leinendreil

„

—■

0,76

—

756

—

8

Handtücher

„

—

0,92

4

895

—

17

Taschentücher

—

1,06

—

957

—

13

Leinenstickereien

„

—

0,03

Kanevas  aus  Flachs  oder  Hanf  für

—

21

—

—

Segel

—  '

0,07

—

67

—

4

Desgleichen  aus  Jute

—

1,54

—

1507

—

—

Decken,  Matten  aus  Hanf  oder  Jute

„

—

0,31

25

210

—

21

Jütegewebe,  roh

»

—

4,46

—

3189

—

46

Desgleichen  ungefärbt,  gebleicht

oder  gemangelt

*»

—

5,12

—

634

—

227

Säcke

„

—

1,28

—

748

—

194

Sonstige  Erzeugnisse  aus  Flachs,

Hanf  oder  Jute

»

—

1,14

34

—

122

172

—

27,33

226

17  260

122

1809
        <pb n="517" />
        508

Kanada.

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten  1911/12.

Artikel

Millionen
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Ver.
Staaten

In  1000  Mark

Kleidungsstücke  aus  Baumwolle

10,24

185

3234

466

6329

Blusen  und  Hemden  aus  Baumwolle  ....

2,67

4

911

—

1  613

Unterhemden,  Unterhosen

0,27

—

63

—

206

Korsette  aller  Art

2,06

—

71

12

1  953

Kleidung  aus  Wolle  oder  Halbwolle  ....

7,38

664

4187

80

2  507

Überkleider  aus  Wolle  für  Frauen  und  Kinder

2,07

571

790

34

588

Hemden  und  Unterzeug  aus  Wolle  ....

0,67

12

546

8

88

Kleidung  aus  Seide

3,44

113

1714

219

1  134

Blusen  und  Hemden  aus  Seide

0,20

—

—

—

76

Hüte  und  Kappen

7,61

113

4342

88

—

Hutfilzc

0,58

—

202

—

—

Hutbänder  und  ähnliche  Artikel

0,46

—

164

12

—

Steifleinen  für  Hüte  und  Kappen

0,27

—

126

—

—

Borden,  Schnüre,  Fransen  usw

3,06

559

1  126

294

7-1

40,98

2221

17476

1213

14  565

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:
Seide.

Seidenartikel  F  0,18  Mill.  Mark

Baumwolle.
Lose  Baumwolle.  .  .  R  o,  l  s  Mill.  Mark
Baumwollartikel  ...  F  l,io  „  ,,
1,25  Mill.  Mark
Wolle.
Wolle  und  Haarwolle,
gewaschen,  200  t  .  R  0,65  Mill.  Mark
Wollartikel  F  0,48  „  „  ■
1,13  Mill.  Mark

Leinen.
Flachs  und  Flachswerg  R  0,44  Mill.  Mark
Konfektion.
Kleider  1,29  Mill.  Mark
Hüte  und  Kappen  ....  o,io  „  „
1,39  Mill.  Mark

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911/12.

•

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

7,09

16,34

174,86

Vereinigte  Staaten

35,93

2,61

35,39

Frankreich

0,95

—

13,30

Deutschland

0,07

0,42

8,46

Schweiz

■  —

—

4,35

Andere  Länder

2,26

0,33

24,14

1

46,30

19,70

260,50
        <pb n="518" />
        Produktionswerf.  Inlandsverbrauch.

509

Ungefährer  Produktions  wert  der  Textilindustrie  Kanadas  im  Jahre  1911/12.

Baumwolle.

Verarbeitete  lose  Baumwolle  und  Garne  .
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  SOCoMk.

berechnet  .  .

34  306  t

171,5  Mill.  Mark

Wolle.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  aus  dem  Inlande
Desgleichen,  eingeführt
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet  .  .

2  200  t
60911
8  291  t

66,3  „  „

Seide.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  .
Die  Tonne  zu  40  000  Mk.  berechnet  .

2,9  „

Leinen  und  Jute.
Verarbeiteter  Flachs  und  Hanf
Ab  36  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten
Verarbeitete  Jute
„  Garne

4250  t
1  530  t

2  720  t
64  t
1  444  t
4  228  t

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  2000  Mk.  berechnet  8,4  „  _
249,1  Mill.  Mark

Der  Inlandsverbrauch  Kanadas  an  Textilwaren  im  Jahre  1911/12.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerungim  Jahre  1911/12
mit  7,4  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Produktion  an  Baumwollwaren  ....
Mehreingeführte  Fertigwaren  .  .  .

171,5
80,3

251,8

34,oo

Produktion  an  Wollwaren
Mehreingeführte  Fertigwaren  .  .  .

66,3
83,0

149,3

20,18

Produktion  an  Seidenwaren
Mehreingeführte  Fertigwaren  .  .  .

2,9
3L3

34,2

4,62

Produktion  an  Leinen-  und  Jutewaren  .
Eingefiihrte  Fertigwaren  .....

8,4
23,1

31,5  *)

4,26

Konfektions  waren
Mehreinfuhr

39,6

5,35

506,4

68,41  mit  )  Jute-66,47
  ohne  1  waren

*)  Der  statistischen  Aufstellung  nach  beträgt  die
Einfuhr  an  Jute-Fertigwaren  ungefähr  12,4  Mill.  Mark
Die  Produktion  an  Jutewaren  kann  angenommen  werden  mit  .  2,1  „
14,5  Mill.  Mark
Obiger  Inlandsverbrauch  von  506,4  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  49,2  Proz.  zu  50,8  Proz.
        <pb n="519" />
        510

Mexiko.

Mexiko.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1907.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

31,0

12,2

1,3

0,9

28,8

Wolle

11,2

0,1

1,2

0,4

9,6

Seide

10,5

—

0,3

0,3

9,9

Leinen

2,9

—

0,3

0,8

1,8

Jute

5,2

0,1

2,3

—

2,9

Konfektion

8,2

—

—

—

8,2

69,0

12,4

5,4

2,4

61,2

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1912  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

30000  t 1 )  lose  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  40,0  Mill.  Mark
6  8001  rohe  Wolle  „  „  „  „  10,0  „  „

50,0  Mill.  Mark

Produktion  der  Textilindustrie  Mexikos.
Baumwollindustrie.  Mexiko  hatte  im  Jahre  1912  148  Baumwollfabriken  mit
762000  Spindeln,  27000  Webstühlen  und  50  Druckmaschinen.  Da  die  Fabriken
in  Mexiko  meist  Tag  und  Nacht  arbeiten,  kann  die  Produktion  der  Spindeln
und  Maschinen  entsprechend  höher  eingeschätzt  werden.
Die  lose  Baumwolle  wird  aus  dem  Inlande  gewonnen,  sie  ist  nicht  ganz
so  gut  wie  die  aus  Brasilien,  sondern  etwas  gröber.  Die  gewonnene  Menge
Baumwolle  wird  zum  größten  Teil  von  den  inländischen  Spinnereien  verarbeitet.
Eine  geringe  Menge  wird  ausgeführt,  dafür  aber  wieder  ägyptische  Baumwolle
eingeführt.  Der  Verbrauch  an  roher  Baumwolle  war  33154t.
Hergestellt  werden  alle  gröberen,  glatten,  gefärbten  und  bedruckten  Artikel.
Besonders  die  Druckereien  sind  sehr  gut  und  modern  eingerichtet.  Auch  eine
größere  Anzahl  Fabriken,  die  Wirkwaren  in  stärkerem  Maße  hersteilen,  sind  in
Tätigkeit.  Die  Erzeugung  dient  ausschließlich  zur  Deckung  des  Inlandsbedarfes.
Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  ist  bei  weitem  nicht  so  bedeutend  wie  die
Baumwollindustrie,  immerhin  gibt  es  eine  größere  Anzahl  Wollfabriken,  die  die
1 )  Nach  dem  Bulletin  116  des  Department  of  commerce  der  Ver.  Staaten  wird  der  Ernteertrag ­
  für  1912  auf  31640  t  geschätzt,  der  Verbrauch  der  Spinnereien  für  1910  auf  28024  t,
für  1911  auf  33222  t  und  für  1912  auf  29380  t,
        <pb n="520" />
        Produktion.  Ein-  und  Ausfuhr.

511

billigeren  Wollstoffe,  Decken  usw.,  hersteilen.  Besonders  die  Erzeugung  der
bunten  Decken  und  Mantelstoffe  ist  sehr  verbreitet.  Diese  werden  auch  von
den  Indianern  als  Hausindustrie  auf  primitive  Weise  angefertigt.  Auch  die
Hutindustrie  hat  sich  in  den  Fabrikbetrieben  gut  entwickelt.
Seidenindustrie.  Eine  solche  ist  nur  insoweit  vorhanden,  als  eine  kleinere
Seidenfabrik  leichte  seidene  Schale  herstellt.
Leinen-  und  Juteindustrie.  Leinenwaren  werden  in  größeren  Quantitäten  nur
von  einer  Fabrik  hergestellt,  die  Spinnerei,  Weberei,  Bleicherei  usw.  besitzt  und
etwa  2  Mill.  Meter  pro  Jahr  erzeugt.
Die  Juteindustrie  ist  viel  größer  als  die  Leinenindustrie,  wie  aus  der  Einfuhr ­
  an  Rohjute  hervorgeht.  Auch  der  Inlandsbedarf  an  Jutesäcken  ist  sehr
groß.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1907.
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  ist  ganz  unbedeutend,
weil  Baumwolle  und  Wolle  in  genügenden  Mengen  im  Inlande  gewonnen  werden.
Auch  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  im  Verhältnis  zur  Größe  des  Landes
nicht  hoch,  weil  bereits  eine  ziemlich  große  einheimische  Textilindustrie  vorhanden ­
  ist.  Ihre  Produktion  deckt  den  Inlandsverbrauch  bis  zu  77,2  Proz.,  und
nur  ungefähr  22,8  Proz.  werden  durch  Einfuhr  beschafft.
Die  eingeführten  Fertigwaren  bestehen  etwa  zur  Hälfte  aus  Baumwollwaren,
  im  Werte  von  28,8  Mill.  Mark,  davon  Gewebe  für  16,2,  Spitzen  und
Stickereien  für  5,  Wirkwaren  für  2,1  und  Näh-  wie  sonstige  Spulengarne  für
4,1  Mill.  Mark.
Die  Einfuhr  an  Wollwaren  im  Werte  von  9,6  Mill.  Mark  ist  wesentlich
niedriger,  weil  Mexiko  vornehmlich  Baumwollwaren  verbraucht.
Die  Einfuhr  an  Seidenwaren  beträgt  9,9  Mill.  Mark  und  besteht  vornehmlich ­
  aus  Geweben  und  Wirkwaren.
Leinenwaren  werden  nur  für  1,8  Mill.  Mark  eingeführt,  dagegen  beträgt
die  Einfuhr  an  Jutesäcken  2,6  Mill.  Mark.
Von  der  Einfuhr  an  Konfektionswaren  entfallen  ungefähr  4,9  Mill.  Mark
auf  Kleider  und  Weißwäsche,  1,3  Mill.  Mark  auf  Hüte  und  1,8  Mill.  Mark  auf
Posamente  und  Bänder.
Zur  eigentlichen  Ausfuhr  gelangen  nur  rohe  Baumwolle  und  etwas  Baumwollabfälle.


Eingeschaltet  sei  noch,  daß  sich  die  Ein-  und  Ausfuhrwerte  auf  das  Jahr
1907  beziehen,  weil  ausführliche,  statistische  Unterlagen  von  späteren  Jahren,
wahrscheinlich  der  mexikanischen  Wirren  halber,  nicht  zu  erlangen  waren.  Die
Einfuhr  ist  inzwischen  in  allen  Fällen  zurückgegangen,  und  zwar  zeigt  sich  dies
auch  aus  den  vorliegenden  Ausweisen  über  den  Gesamthandel  Mexikos.  Danach
betrug  die  Einfuhr  an  Garnen,  Geweben  und  Konfektionswaren  im  Jahre  1912/13
54,4  Mill.  Mark,  während  die  gleiche  Einfuhr  nach  obiger  Aufstellung  im  Jahre
1907  63,6  Mill.  Mark  ergibt.
        <pb n="521" />
        512

Mexiko,

Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Spanien

Ver.
Staaten

In

1000  Mark

Lose  Baumwolle

R

828

1,09

—

302

—

—

500

Desgl.,  gekardet

»

83

0,14

—

—

—

—

143

Baumwollabfälle

„

181

0,09

29

6

—

—

57

Garne  in  Knäueln  und  Gebinden

H

163

o,8S

107

670

25

—

48

Desgl.  auf  Spulen  (Nähgarne)  .

F

—

4,07

145

3  723

13

—

67

Gewebe,  glatt,  roh  oder  gebleicht

„

—

3,75

134

2  568

242

50

657

„  ,  roh,  gebleicht,  gefärbt,

aber  nicht  glatt  .  .  .

„

—

8,39

1  264

4013'

668

634

953

„  ,  gefärbt  oder  bedruckt  .

„

—

4,15

474

2  333

237

254

393

Taschentücher,  gesäumt  und  ungesäumt



n

—

o,95

38

785

46

17

29

Gewebe  mit  Metallfäden  usw.  .

—

0,04

4

—

17

—

—

Spitzen  und  Stickereien  aller  Art

und  Erzeugnisse  aus  diesen  .

»

—

5,01

1  075

2  553

609

139

137

Wirkwaren  aller  Art

„  •

—

2,08

1  132

65

559

105

170

Vorhänge,  Tischdecken  und  sonstige

  Decken

f»

—

0,37

103

52

84

31

78

Teppiche  ,

»

—

0 r 01

—

4

2

—

4

—

30,99

4  505

17  074

2  502

1  230

3236

Einfuhr  von  Wollwaren.

Schafwolle,  unentfettet

R

244

0,43

84

65

—

180

35

Desgl.,  gewaschen

»

376

0,73

—

149

539

—

33

Abfälle

*

34

0,04

—

—  -■

10

—

21

Ziegen-  und  Kamelhaare  .  .  .

»

20

0,05

29

21

—

—

—

Kammzug

H

66

0,20

8

65

121

—

—

Wollgarne  .

»

30

0,2p

134

19

33

—

4

Gewebe  aller  Art,  bis  zu  450g

pro  Quadratmeter

F

—

5,75

1  396

2  173

1509

239

100

Desgl.,  über  450  g

—

0,81

92

455

149

21

23

Teppiche

„

—

1,33

124

930

78

—

179

Filze  aus  Wolle  oder  Kamelhaar

„

—

0,43

167

88

28

—

94

Vorhänge

—

0,06

33

13

8

4

6

Stickereien  und  Spitzen  ....

*

—

0,02

4

—

10

—

—

Wirkwaren

—

1,15

819

27

197

27

69

—

11,20

2  890

4005

2  682

471

564
        <pb n="522" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

513

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Schweiz

Ver.
Staaten

In

1000  Mark

Rohseide

R

16

0,2.3

4

11

4

6

139

Seidengarne  und  Kunstseide  .  .

H

5

0,26

42

25

42

—

149

Seidengewebe

F

—

2,77

386

74

1205

162

678

Halbseidengewebe
Halbseide  mit  Stickereien  oder

»

—

2.33

443

288

1382

6l

86

anderen  Verzierungen  ....
Wirkwaren  aus  Seide  oder  Halb-”



—

1,18

378

44

412

65

151

seide

„

—

2,91

649

90

1282

197

512

Bänder  und  Schnüre

„

—

0,01

8

—

4

—

—

Beuteltuch

„

—

0,05

13

—

19

13

8

Spitzen  und  Blonden
Baumwollene  Wirkwaren  mit

”

—

0,35

75

23

220

8

15

Seidenverzierungen

»

—

0,32

105

—

160

6

25

—

10,46

2103

555

4730

518

1763

Einfuhr  von  Leinen-,  Hanf-  und  Ramiewaren.

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Spanien

Ver.
Staaten

ln

1000  Mark

Leinen,  Hanf,  Ramie

R

281

0,29

;

218

—

10

Leinen-  und  Hanfg-arne  ....

H

382

0,84

336

372

17

17

44

Gewebe,  .roh,  gebleicht,  gefärbt.

F

—

1,44

147

827

211

55

57

Taschentücher.

„

—

0,14

13

92

17

6

4

Einsätze,  Spitzen,  Stickereien  .  .

„

—

0,09

17

2

23

42

2

Vorhänge,  Decken

„

—

0,04

11

—

8

6

6

Wirkwaren

—

0,08

21

—

10

23

6

—

2,92

545

1511

286

149

129

Einfuhr  von  Jutewaren.

Jute,  Manila  usw.  (zum  größten
Teil  Rohjute)  R
Grobe  Gewebe  F
Fußteppiche
Getreidesäcke  .  .  .  .  '
Sonstige  Säcke,  Jagdtaschen  .  .  „

557  1

2,27
0,13
0,21
2,52
0,06

4
13
193
31

1021
44
119
577

11
8

—

237
61
36
1224
13

—

5,19

241

]76l  19

—

1571

Kertesz,  Textilia  lustrie  sämtlicher  Staaten.  33
        <pb n="523" />
        514

Mexiko.

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Spanien

Ver.
Staaten

In

1000  Mark

Baumwollene  Hemden  und  Unterhosen  .  .

0,63

31

17

27

4

514

„  Kleider  aller  Art

0,87

202

63

231

25

305

„  Kleider,  zugeschnitten  .  .  .

0,18

40

4

69

6

40

Vorhemden,  Kragen  usw.  .  .

0,45

101

13

51

—

ll6

„  Korsette,  auch  aus  Leinen  usw.

0,22

25

31

63

—

74

Leinene  Kleider

0,17

10

8

65

63

11

„  Vorhemden  und  Kragen  ....

0,04

—

4

11

19

Wollene  Kleider

1,38

283

50

443

—

584

„  Unterkleider

0,02

—

2

—

21

Seidene  und  halbseidene  Kleider

0,02

189

4

512

30

151

Priestergewänder  aus  Seide  usw

0,05

—

32

11

Hüte  und  Filzhüte  ohne  Ausrüstung  .  .  .

1,26

19

46

84

—

640

Posamente,  Bänder,  Quasten,  Tressen  usw.

1,77

941

54

271

—

58

Sonstige  Erzeugnisse  aus  verschiedenen
Stoffen

0,20

86

27

34

—

38

,  8,16

1927

323

1893

139

2571

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:

Mill.  Mark

fdavon  für

7,7  Mill.  Mk.

nach  den  Verein.  Staaten

Lose  Baumw'olle  .

.  11024  t

10,80

)

1,6  „

„  Deutschland

(  „  „

1.4  „

„  England

Baumwollabfälle  .

■  3  0321

1,43

12,23

Rohe  Wolle  .  .  .

511

0,05

Jutesäcke  ....

0,05

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1907.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

1,79

1,14

22,28

Deutschland

0,15

0,62

11,44

Frankreich

o,55

0,24

11,32

Vereinigte  Staaten

1,18

0,24

8,41

Spanien

0,18

0,01

1,91

Schweiz

0,01

—

1,44

Italien

0,02

0,02

1,33

Belgien

0,06

0,16

o,73

Österreich-Ungarn  .

—

—

0,65

Ostindien

1,04

—

0,48

Japan

—

—

0,29

Ägypten

0,28

'  —

—

China

0,08

—

—

Andere  Länder  ^

0,06

.  0,02

0,9  2

5,40

2,45

61,20
        <pb n="524" />
        Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

515

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Mexikos.

33

Da  genaue  Ein-  und  Ausfuhrlisten  vom  Jahre  1912  nicht  vorliegen,  mußten
die  Mengen  zum  Teil  der  Einfuhrliste  für  1907  entnommen  werden.  Die  angewiesenen ­
  Produktionsmengen  würden  sich  bei  Vorhandensein  der  vollständigen
Unterlagen  für  1912  wesentlich  höher  berechnen.

Baumwolle.
Verarbeitete  lose  Baumwolle  33  154  t 1 )
Eingeführte  Garne  1631

33  317  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  mit  5000  Mk.  berechnet

Wolle.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  6800  t
Eingeführte  rohe  Wolle  193  t  6  9931
Ab  45  Proz.  Waschverlust  3  146  t
3  847  t
Eingeführte  gewaschene  Wolle  und  Halbfabrikate  5-61
4  3731
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet
Leinen.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  56ot
Die  Tonne  zu  4000  Mk.  berechnet
Jute.
Verarbeitete  Rohstoffe  5  570  t
Die  Tonne  zu  900  Mk.  berechnet

Inlandsverbrauch  Mexikos  an  Textilwaren.

166,6  Mill.  Mk.

35,0

2,2  „

■  5,1  „
208,9  Mill.  Mk.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung
mit  i5,2Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren  ....

.  .  .  28,8

195,4

12,85

Wollwarenproduktion

Eingeführte  Fertigwaren  ....

.  .  .  9,6

44,6

2,93

Seide.  Eingeführte  Fertigwaren  .  .

9,9

0,65

Leinenwarenproduktion

.  .  .  2,2

Eingeführte  Fertigwaren  ....

.  .  .  1,8

4,o

0,26

Jutewarenproduktion

■  •  •  5,1

Eingeführte  Fertigwaren  ....

.  .  .  2,9

8,0

0,52

Konfektionswaren.  Einfuhr

8,2

0,54

270,1

17,75  mit  \  Jute-17,23
  ohne  f  waren

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  270,1  Mill.  Mark  wird  gedeckt:

von  der  Produktion
zu  77,4  Proz.

von  der  Einfuhr
zu  22,6  Proz.

t)  Siehe  Seite  510.
        <pb n="525" />
        Brasilien.

)1Ö

Brasilien.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1912.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingefiihrten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

F  ertigwaren

Baumwolle

90,5

21,0

0,3

39

84,3

Wolle

26,1

2,3

0,8

9,1

16,2

Seide

6,9  .

—

0,1

1,9

4,9

Leinen  und  Jute

24,8

—

4,6

10,2

10,0

Konfektion

14,0

—

—

—

14,0

162,3

23,3

5,8

27,1

129,4

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  gewonnen:
etwa  70000t 1 )  lose  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von.

101,5  Mill.  Mark.

Die  Baumwollgewinnung  Brasiliens  ist  sehr  bedeutend.  In  den  letzten
Jahren  wurde  auch  im  Staate  Sao  Paulo,  welcher  der  Hauptsitz  der  Textilindustrie ­
  ist,  Baumwolle  gepflanzt.  Der  Bedarf  Sao  Paulos  an  Rohbaumwolle
beträgt  etwa  14000t  jährlich,  und  es  ist  zu  erwarten,  daß  dieser  Bedarf  von  den
eigenen  Baumwollkulturen  gedeckt  werden  kann.

Produktion  der  Textilindustrie  Brasiliens.
Brasilien  besitzt  unter  den  südamerikanischen  Staaten  die  bedeutendste
Textilindustrie;  es  bezieht  sich  dies  besonders  auf  die  Baumwollindustrie.
Baumwollindustrie.  Nach  der  Aufstellung  auf  S.  6  beträgt  die  Anzahl  der
Spinnereien  171  mit  1  520  000  Spindeln  und  50  000  Webstühlen.  Doch  ist  aus
weiteren  Mitteilungen 2 )  zu  ersehen,  daß  die  Anzahl  der  Fabriken,  die  sich  der
Baumwollindustrie  widmen,  auE  200  geschätzt  werden  kann.
Die  im  Inlande  gewonnene  Baumwolle  ist  von  sehr  guter  Qualität  und
wird  im  allgemeinen  um  18  bis  20Proz.  höher  bezahlt  als  die  nordamerikanische.

’)  Nach  Bulletin  116  des  „Deparlment  ’of  Commerce“  der  Verein.  Staaten  betrug  im  Jahre  1912
die  Ernte  72  000  t.
2 )  E.  Dettmann,  „Das  moderne  Brasilien“.  Verlag  Herrn.  Paetel,  Berlin.
        <pb n="526" />
        Produktion.

517

Die  Jahresernte  an  Baumwolle  wurde  im  Jahre  1912  auf  70000t  geschätzt,
von  denen  17000  bis  18000t  zur  Ausfuhr  gelangten.
Erzeugt  werden  alle  Arten  Kleider-  und  Futterstoffe  (einschließlich  der
Arbeiteranzüge),  Handtücher  usw.;  auch  die  Herstellung  der  Wirkwaren  hat  in
den  letzten  Jahren  stark  zugenommen.  Die  feineren  Baumwollwaren  werden
meist  aus  dem  Auslande  eingeführt.  Die  Einfuhr  an  Baumwollwaren  deckt
etwa  ein  Viertel  des  Bedarfs,  während  drei  Viertel  desselben  von  der  inländischen
Industrie  gedeckt  werden.
Die  einzelnen  Positionen  der  Einfuhr  sind  aus  der  Aufstellung  auf  S.  518
zu  ersehen.  Nach  französischen  Fachblättern  sind  die  großen  Städte  Brasiliens
sehr  gute  Absatzgebiete  für  jede  Art  von  Frauenwäsche,  und  zwar  besonders
für  mit  der  Hand  genähte  und  gestickte  Artikel.
Wollindustrie.  Die  Schafzucht  Brasiliens  ist  unbedeutend.  Die  Ausfuhr  an
roher  Wolle  beträgt  jährlich  ungefähr  2000  t.  Den  vorhandenen  Fabriken  nach
kann  angenommen  werden,  daß  mindestens  1000t  gewaschene  Wolle  vom  Inlande ­
  verarbeitet  werden.
Außerdem  werden  wollene  Webgarne  für  den  ziemlich  hohen  Betrag  von
8,8  Milk  Mark  eingeführt.
Brasilien  ist  wohl  ein  ausgesprochenes  Verbrauchsland  für  Baumwolle,  aber
auch  die  Wollwarenindustrie  hat  in  den  letzten  Jahren  sich  zu  entwickeln  begonnen. ­
  Die  Zahl  der  Wollfabriken  dürfte  15  bis  20  betragen,  darunter  ein
größerer  Teil,  der  sich  besonders  der  Erzeugung  von  Hüten  widmet.
Seidenindustrie.  Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  der  Seidenindustrie ­
  ist  nicht  bedeutend,  aber  den  vorliegenden  Berichten  nach  werden  in
4  bis  5  Fabriken  bereits  die  einfacheren  Seidengewebe  in  großen  Mengen  hergestellt, ­
  besonders  einfarbige  Stoffe,  die  als  Kleiderstoffe,  Schirm-  und  Futterstoffe
Verwendung  finden.  Die  Fabriken  besitzen  keine  Färbereien,  sie  führen  die
gefärbten  Garne  in  Dockenform  ein.  Auch  mit  der  Herstellung  von  seidenen
Bändern,  Litzen  und  Posamenten  befassen  sich  bereits  zwei  Fabriken.
Leinen-  und  Juteindustrie.  Durch  den  Umstand,  daß  in  der  Statistik  Brasiliens
vielfach  die  eingeführten  Rohstoffe  dieser  zwei  Gruppen  zusammengefaßt  sind,
ist  es  nicht  möglich,  festzustellen,  je  wieviel  auf  die  Leinen-  und  Juteindustrie
entfällt.  Im  allgemeinen  kann  jedoch  angenommen  werden,  daß  die  Leinenindustrie ­
  Brasiliens  unbedeutend  ist.  Nach  einer  privaten  Mitteilung  arbeiten
zwei  bis  drei  Leinenwebereien  in  größerem  Umfange.  Die  Juteindustrie  dagegen ­
  hat  sich  stark  entwickelt,  weil  ein  großer  Inlandsbedarf  für  den  Kaffeeversand ­
  vorhanden  ist.  Die  Einfuhr  an  Jutegeweben  und  Säcken  ist  geringfügig, ­
  da  der  vorerwähnte  Bedarf  bereits  von  der  inländischen  Industrie  fast
vollkommen  gedeckt  wird.
        <pb n="527" />
        518

Brasilien.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Einfuhr.  An  Rohstoffen  wird  in  größeren  Mengen  nur  Jute  eingeführt,
weil  die  Juteindustrie  in  den  letzten  Jahren  sich  stärker  entwickeln  konnte.
Rohe  Baumwolle,  welche  in  Brasilien  in  bedeutenden  Mengen  zur  Verarbeitung
gelangt,  wird  im  Inlande  selbst  gewonnen.  Die  Rohstoffe  für  die  Woll-,  Seidenund
  Leinenindustrie  werden  nur  in  geringen  Mengen  eingeführt.
An  Halbfabrikaten  beträgt  die  Einfuhr  24,2  Milk  Mark,  wovon  auE
Baumwollgarne  4,9,  auf  Wollgarne  9,1  und  auf  Leinen-,  Hanf-  und  Jutegarne
10,2  Milk  Mark  entfallen.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  im  Werte  von  129,4  Milk  Mark  ist  sehr
bedeutend.  Der  größte  Teil  entfällt  auf  Baumwollwaren  mit  84,3  Milk  Mark.
Auf  Wollwaren  entfallen  16,2,  auf  Seidenwaren  4,9,  auf  Leinen-  und  Jutewaren ­
  10,0  und  auf  Konfektionswaren  14,0  Milk  Mark.
Ausfuhr.  Zur  Ausfuhr  gelangen  nur  rohe  Baumwolle  in  beträchtlichen
und  rohe  Wolle  in  geringen  Mengen.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  1912.

Tonnen

Milk
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Österr.-Ungarn


In  1000  Mark

Baumwollabfälle

R

386

0,26

34

182

16

Webgarne

H

1835

4,76

1083

2239

115

1135

8

Garne,  nicht  besonders  benannt  .  .

„

46

0,13

9

52

55

—

—

Nähgarne

F

—

8,78

504

8001

90

70

12

Baumwollgewebe,  roh

H

337

1,06

13

982

—

—

—

Desgl.,  gebleicht

F

—

6,03

56

5  427

49

—  .

19

Desgl.,  gefärbt

»

—

13,75

309

12  031

248

305

20

Desgl.,  bedruckt

„

—

3,88

170

3465

51

21

126

Desgl.,  nicht  besonders  genannt  .  .

—

34,49

6053

19-082

1557

3069

996

Strumpfwaren

„

—

1,7-2

1473

24

183

—

9

Baumwollmanufakturwaren,  nicht

besonders  benannt

—

15,69

6054

4518

1666

253

00
r—
r-—



90,55

15  758

56003

4030

4853

1968
        <pb n="528" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

519

Einfuhr  von  Wollwaren  1912.

Tonnen

Mül.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Belgien  Italien

In  1000  Mark

Wolle,  roh,  gefärbt,  gekämmt,  karb.

R

178

0,75

23

323

—

358

19

Wollabfälle

„

22

0,05

4

9

3

31

—

Woll  webgarne

H

1673

8,8o

839

979

4587

1767

608

Wollstickgarne

51

o,3i

208

—

86

15

—

Wollgcwebe

F

—

12,91

2240

8  214

1511

279

213

Wollene  Decken

—

0,23

142

24

40

7

—

Teppiche

—

0,79

301

182

212

—

36

Wollfilze

„

—

0,75

521

129

88

—

1

Wollwaren,  nicht  besonders  benannt

»

—

1,50

933

210

268

13

21

—

26,09

5211

10070

6795

2470

898

Einfuhr  von  Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren  1912.

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Brit.-Indien


Belgien ­


In  1000  Mark

Flachs,  roh  und  aufgearbeitet  .  .  .

R

125

0,09

—

37

—

—

—

Jute  und  Hanf,  roh

„

7  237

4,45

28

383

4

3180

1

Werg

„

41

0,02

—

9

7

—

—

Leinen-,  Hanf-  und  Jutegarne  .  .

H

11  384

10,22

22  9

9052

279

21

71

Leinengewebe

F

—

7,54

274

3  2  21

2263

—

1554

Tücher,  Decken,  Servietten  ....

„

—

0,17

21

21

91

—

17

Teppiche

»

—

0,67

141

475

36

—

4

Leinemwaren,  nicht  bes.  benannt  .

„

—

0,60

51

348

107

—

13

Jutegewebe

„

—

0,37

16

146

74

—

135

Sackleinwand

„

—

0,11

3

48

—

13

—

Fuß-  und  Binsenmatten

„

—

0,21

37

31

17

7

7

Jutewaren,  nicht  besonders  benannt

»

—

0,31

52

141

26

—

—

—

24,76

852

13  912

2904

3221

1802
        <pb n="529" />
        520

Brasilien.

Einfuhr  von  Seidenwaren  1912.

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien  Schweiz

In  1000  Mark

Kokons  und  Flockseide

R

3,4

0,07

31

—

4

34

Seidene,  Web-  und  Stickgarne

H

60,0

1,95

1116

47

110

604

—

Seidengewebe

V

1,64

186

695

596

72

55

Seidene  Bänder

„

—

1,14

291

8

529

125

180

Seidene  Manufaktur  waren  ....

„

—

1,04

242

82

501

103

59

Spitzen  und  Einsätze

„

—

0,03

17

5

5

—

—

Kunstseidengewebe

„

—

o,7i

24

639

—

39

—

Kunstseidene  Manufaktur  waren  .

”

0,29

143

72

19

40

—

.

6,87

2050

1548

1764

1017

294

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten  1912.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Oster  r.-Ungaru


In  1000  Mark

Baumwollene  Bekleidung  und  Wäsche  .

4,74

923

889

1025

130

1012

Leinene

„  *  „

0,42

59

150

80

25

IOO

Wollene  Kleidungsstücke

0,41

l6l

29

198

7

4

Seidene

„

0,18

13

7

155

—

—

Krawatten  .

0,13

19

55

35

5

16

Hüte....

3,17

99

370

620

1873

43

Baumwollene]

Posamente,  Spitzen,
■  Tressen,  Fransen

4,73

1900
18
16

1268

596

269

Leinene
Wollene

0,03
0,04

—

9
21

1

Seidene

usw.

0,19

84

—

102

—

—

14,04

3292

2768

2841

2310

1230

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:
Lose  Baumwolle  und  Abfälle  .  .  17  146  t  .  .  21,01  Mill.  Mk.,  davon  für  17,2  Mill.  Mk.  nach  England
Lose  Wolle  1904t.  ..  2,30  „  „  „  „  1,9  „  „  Belgien
        <pb n="530" />
        Herkunftsländer.  Produktionswert.

521

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren
0

In  Millionen  Mark

England

0,94

13,30

70,00

Deutschland

0,12

3,50

23,54

Frankreich

0,03

5,20

13,07

Italien

0,68

2,87

6,74

Belgien

0,39

1,89

4,78

Österreich-Ungarn

0,01

0,03

3,73

Schweiz

—

0,08

3,08

Vereinigte  Staaten

0,18

0,07

1,73

Portugal

0,01

—

1,06

Uruguay

—

6,04

0,50

Spanien

—

—

0,19

Niederlande

0,04

0,05

0,18

Argentinien

—

—

0,13

Britisch-Indien

3,18

0,02

0,02

Andere  Länder

0,22

0,10

0,67

5,80  27,15  !  129,42

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Brasiliens  im  Jahre  1912.

B  au  m  w  ol  1  ind  u  s  tri  e.
Verarbeitet  von  im  Inlande  gewonnener  Baumwolle  52854  t
Ab  10  Proz.  Spinnverlust  5  2851
47  569  t
Eingeführte  Rohstoffe  und  Garne  2  267  t
49  836  t
10  Proz.  Zunahme  durch  die  Appretur  4984  t

54  8201
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet

Wollindustrie.
Im  Inlande  verarbeitete  gewaschene  Wolle  1000  t
Eingeführte  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  1  9241

2  924  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet
Scidenindustrie.
Die  Statistik  Brasiliens  unterscheidet  nicht  genügend  die  eingeführten ­
  Stickgarne  von  den  Webgarnen.  Da  jedoch  mehrere
Seidenwebereien  in  Brasilien  existieren,  so  kann  der  größte
Teil  als  Webgarne  (Halbfabrikate)  angenommen  werden.
Verarbeitete  Rohstoffe  und  Halbfabrikate  63  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  40  ooo  Mk.  berechnet
Leinen-  und  Juteindustrie.
Verarbeitete  Rohstoffe  7403  t
Ab  18  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten  .  .  1332  t  6  071t
Eingofiihrle  Leinen-  und  Jutegarne  11  384t
17  455  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  2000  Mk.  berechnet

274,1  Mill.  Mk.

23,4

2,5  „

34,9  -  _r_
334,9  Mill.  Mk.
        <pb n="531" />
        522

Argentinien.

Der  Inlandsverbrauch  Brasiliens  an  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912  mit  etwa
23,7  Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch ­
  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion  .  .

274,1

Eingeführte  Fertigwaren  .

84,3

358,4

15,12

Wollwarenproduktion  ....

23,4

Eingeführte  Fertigwaren  .

16,2

39,6

1,67

Seidenwaronproduktion....

2,5

Eingeführte  Fertigwaren  .

4,9

7,4

0,31

Leinen-  u.  Jutewarenpi  oduktion

34,9

Eingeführte  Fertigwaren  .

10,0

44,9  b

1,89

Konfektionswaren,  Einfuhr  .  .

14,0

o,59

464,3

19,58  mit  |  j u te-18,50

  ohne  J  waren

Vorstehender  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  von  464,3  Mill.  Mark
wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  72,1  Proz.  zu  27,9  Proz.

Argentinien.

Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1913.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

144,5

0,2

—

17,4

127,1

Wolle

62,6

183,3

0,1

5,2

57,3

Seide

31,6

—

—

0,4

31,2

Leinen

15,1

—

1,0

0,6

13,5

Jute

9,0

—

—

0,5

8,5

Konfektion

29,4

—

—

—

29,4

292,2

183,5

1,1

24,1

267,0

x )  Von  der  Produktion  entfallen  etwa  25  Mill.  Mark,  von  der  Einfuhr  ungefähr  0,9  Mill.  Mark
auf  Jutewaren.
        <pb n="532" />
        Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

523

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
etwa  150000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  .  .  .  225,0  Mill.  Mark
„  10001  lose  Baumwolle 1 )  „  „  „  „  ...  1,4  ,,  *
226,4  Mill.  Mark
Wolle.  Die  Gesamterzeugung  Argentiniens  an  AVolle  im  Jahre  1912/13  2  *  *  *  *  * )
wird  'auf  360  000  Ballen  (zu  etwa  440  hg)  geschätzt.  Sie  betrug  damit  etwa
40  000  Ballen  =  10  Proz.  weniger  als  im  Vorjahre  und  etwa  70  000  Ballen
weniger  als  der  Durchschnitt  der  letzten  zehn  Jahre.
Die  Schaf  bestände  Argentiniens  setzen  sich  heute  aus  etwa  10  bis  15  Proz.
reinen  Lincolns  und  Southdowns,  etwa  15  bis  20  Proz.  reinen  Merinos  und
etwa  70  bis  75  Proz.  .Kreuzungen  zusammen.  Merinoschafe  überwiegen  noch
im  Süden  des  Landes,  aber  sonst,  zumal  in  der  Provinz  Buenos  Aires,  nimmt
die  Kreuzung  mit  grobwolligen  Schafen  beständig  zu.
Die  Haupterzeugungsgebiete  sind  die  Provinzen  Buenos  Aires,  Entre  Rios,
Territorium  Pampa  Central,  Provinz  Corrientes  und  die  südlichen  Territorien.
Die  Erzeugung  verteilt  sich  auf  die  einzelnen  Landesteile  etwa  wie  .folgt:
Provinz  Buenos  Aires  45  Proz.,  südliche  Landesteile  27  Proz.,  Provinz  Entre  Rios
und  Provinz  Corrientes  16  Proz.,  übrige  Ländesteile  12  Proz.  Ob  die  Wollerzeugung
  Argentiniens  in  Zukunft  weiter  abnehmen  oder  ob  ein  Umschwung
eintreten  wird,  darüber  sind  die  Meinungen  sehr  geteilt.  In  der  Provinz  Buenos
Aires,  dem  Haupterzeugungsgebiet  für  Wolle,  wird  allgemein  eine  weitere  Abnahme ­
  erwartet,  dagegen  erwartet  man  umgekehrt  in  den  südlichen  Territorien
des  Landes  eine  allmähliche  Zunahme.  Für  das  Jahr  1913/14  dürfte  im  ganzen,
wenn  auch  keine  weitere  Abnahme,  so  doch  auch  keine  Steigerung  der  Gesamterzeugung ­
  zu  erwarten  sein.
Die  Wollverschiffungen  aus  Argentinien  in  der  Zeit  vom  1.  Oktober  1912
bis  zum  30.  September  1913  werden  auf  364048  gegen  400575  Ballen  im  Vorjahre ­
  berechnet.  Die  am  l.  Oktober  1913  noch  in  Argentinien  vorhandenen
Vorräte  werden  auf  etwa  1300  t  geschätzt.
Der  Verbrauch  im  Inlande  wird  für  das  Jahr  1912/13  auf  7000  t 8 ),  also  nur
einen  sehr  geringen  Teil  der  Gesamterzeugung  geschätzt.
: )  Über  die  Gewinnung  der  Baumwolle  liegen  nur  so  weit  Unterlagen  vor,  als  im  Jahre  1910
1800  ha  mit  Baumwolle  bepflanzt  wurden  und  daß  eine  weitere  Pflege  der  Baumwollpflanzungen
angestrebt  wird.  Für  1913  kann  die  Anpflanzung  mit  2000  bis  2400  ha  —  mit  einer  Ernte  von
900  bis  10001  lose  Baumwolle  —  angenommen  werden.
2 )  Bericht  des  General-Konsulats  in  Buenos  Aires.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1913,
Heft  136.  •
8 )  Nach  einem  späteren  Bericht  des  Konsulats  in  Buenos  Aires  über  1913/14  wird  der  Inlandsverbrauch ­
  auf  10000  bis  13000  t  geschätzt  und  diese  Zahl  erscheint  auch  zutreffender.
        <pb n="533" />
        524

Argentinien.

Produktion  der  Textilindustrie  Argentiniens.
Baum  Wollindustrie.  Die  Baumwollindustrie  Argentiniens  ist  nicht  bedeutend;
immerhin  existieren  10  bis  12  Fabriken,  die  Baumwolle  verarbeiten,  darunter
eine  bedeutende  Baumwollspinnerei  und  mehrere  Webereien.  Nach  einer  vorliegenden ­
  Schätzung  hatte  Argentinien  im  Jahre  1910  90  000  Spindeln  und
1200  Webstühle,  doch  ist  die  Schätzung  der  Webstühle  als  zu  niedrig  anzunehmen, ­
  da  unter  den  obenerwähnten  10  bis  12  Fabriken  sich  eine  Anzahl
größerer  Webereien  befindet.
Die  argentinischen  Fabriken  erzeugen  vornehmlich  billigere  Baumwollgewebe,
  in  etwas  stärkerem  Maße  auch  Wirkwaren.
Wollindustrie.  Diese  ist  in  Argentinien  viel  bedeutender  als  die  Baumwollindustrie. ­
  Die  Zahl  der  fabrikmäßig  betriebenen  Wollwebereien  wird  auf  33
geschätzt;  daneben  gibt  es  noch  eine  große  Anzahl  Kleinbetriebe,  in  denen
Ponchos,  Decken  usw.  hergestellt  werden.  Sowohl  Tuche,  Cheviots,  Flanelle,
Ponchos,  Decken  als  auch  sonstige  Woll-  und  Iialbwollgewebe  werden  im  Inlande
hergestellt.  Besonders  auch  die  Hutfäbrikation  hat  sich  sehr  stark  entwickelt.
Es  ist  anzunehmen,  daß  etwa  zwei  Drittel  des  Bedarfes  von  der  inländischen ­
  Industrie  und  ein  Drittel  durch  Einfuhr  gedeckt  werden.
An  der  Einfuhr  von  Woll-Fertigwaren  ist  England  mit  33,5  Mill.  Mark  am
stärksten  beteiligt,  dann  folgen  Deutschland  mit  10,6  und  Frankreich  mit
6,6  Mill.  Mark.
Seidenindustrie.  Eine  solche  ist  in  Argentinien  nicht  vertreten.
Leinen-  und  Juteindustrie.  Nach  der  Einfuhr  von  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten
ist  eine  Leinen-  oder  Juteindustrie  nur  in  geringem  Maße  vorhanden,  dagegen
ist  die  Einfuhr  an  Jutesäcken  für  Verpackungszwecke  eine  sehr  bedeutende.
Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Einfuhr.  Argentinien  hat  unter  den  südamerikanischen  Ländern  die
größte  Einfuhr  an  Fertigwaren,  weil  es  als  reiches  Land  über  einen  hohen
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  verfügt.
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  ist  unwesentlich,  nur  Flachs  wird  für
1  Mill.  Mark  eingeführt.  Die  sonstigen  für  die  Baumwoll-  und  besonders  auch
für  die  Wollindustrie  benötigten  Rohstoffe  werden  im  Inlande  gewonnen.
Die  Einfuhr  an  Halbfabrikaten  erstreckt  sich  auf  Baumwollgarne,  roh
und  gefärbt,  im  Werte  von  12,5  Mill.  Mark,  und  zwar  ist  die  verhältnismäßig
große  Menge  an  gefärbten  Garnen  bemerkenswert.  An  Wollgarnen  wurden  für
5,2  Mill.  Mark  eingeführt.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  beträgt  267  Mill.  Mark,  wovon  auf  Baumwollwaren
  127,1,  auf  Wollwaren  57,3,  auf  Seidenwaren  31,2,  auf  Leinenwaren  13,5,
auf  Jutewaren  8,5  und  auf  Konfektionswaren  29,4  Mill.  Mark  entfallen.  Die
Einzelheiten  ergeben  sich  aus  den  nachfolgenden  Tabellen,  doch  sei  zur  Ergänzung ­
  dieser  folgendes  bemerkt:
        <pb n="534" />
        Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

525

Baumwollwaren.  Die  Hauptposition  ist:  Gewebe  roh,  gebleicht,  gefärbt  und
bedruckt  im  Werte  von  97,4Mill.  Mark.  Die  rohen  und  gebleichten  Gewebe
liefert  hauptsächlich  England,  obwohl  in  letzteren  auch  die  Konkurrenz  Italiens
sich  bereits  fühlbar  macht.  Gefärbte  Gewebe  werden  für  56,2  Mill.  Mark  eingeführt, ­
  und  bei  diesen  handelt  es  sich  zum  größten  Teil  fraglos  um  buntgewebte ­
  Stoffe,  die  in  erster  Linie  aus  England  und  Italien  und  zum  kleineren
Teil  aus  Deutschland,  Frankreich  und  Spanien  kommen.  Die  bedruckten  Stoffe
im  Werte  von  16,7  Mill.  Mark  kommen  ebenfalls  zum  größten  Teil  aus  England,
zum  kleineren  Teil  aus  Italien  und  Deutschland.  Deutschland  liefert  hauptsächlich ­
  die  bedruckten  Flanelle.  Bettücher  werden  hauptsächlich  von  Italien,
Taschentücher  hauptsächlich  von  England  geliefert.  Spitzen  und  Einsätze
im  Werte  von  6,1  Mill.  Mark  stammen  vornehmlich  aus  England  und  Deutschland, ­
  zum  kleineren  Teil  aus  Frankreich,  der  Schweiz  und  Italien.  Wirkwaren
werden  für  8,3  Mill.  Mark  eingeführt  und  kommen  zum  größten  Teil  aus  Deutschland; ­
  einen  geringeren  Anteil  hat  Frankreich  mit  1,1  Mill.  Mark.  Dabei  werden
die  einfachen  billigen  Strümpfe  meist  im  Inlande  hergestellt.  Eine  Besonderheit ­
  ist  die  Einfuhr  von  Baumwollsäcken  im  Werte  von  1,6  Mill.  Mark,  die
zum  größten  Teil  von  England  und  den  Niederlanden  geliefert  werden.  Die  Einfuhr ­
  von  Nähgarnen  im  Werte  von  3  Mill.  Mark  stammt  zum  größten  Teil
aus  England.
Wollwaren.  Die  hauptsächlichst  eingeführten  Artikel  sind  Woll-  und  Halbwollstoffe ­
  im  Werte  von  50,4  Mill.  Mark.  Trotzdem  die  einheimischen  Fabriken
bereits  eine  große  Produktion  in  Tuchen,  Cheviots  und  Flanellen  erreichen,  ist
die  Einfuhr  besserer  Tuche  und  sonstiger  Wollstoffe  noch  immer  sehr  beträchtlich.
Die  schwereren  Tuche  kommen  meist  aus  England,  die  leichteren  Damenstoffe
aus  Deutschland.  Samte,  Plüsche  und  Krimmer  im  Werte  von  4,5  Mill.  Mark
werden  zum  größten  Teil  von  England  und  Deutschland  geliefert.  Ponchos,
Decken  und  Schale  liefern  Belgien,  Deutschland  und  England.  Die  Einfuhr
von  Teppichen,  die  in  der  statistischen  Aufstellung  bei  den  Wollgeweben
einbezogen  sind,  ist  ebenfalls  recht  bedeutend;  sie  betrug  469  t  im  Jahre  1911
und  stammte  vorwiegend  aus  England;  außerdem  sind  Deutschland,  Österreich-Ungarn,
  Belgien,  Frankreich  und  die  Türkei  mit  kleinen  Mengen  an  der  Einfuhr ­
  beteiligt.
Seidenwaren.  Die  Einfuhr  an  Seidenwaren  ist  recht  groß  und  noch  weiter
im  Steigen  begriffen.  Die  einzelnen  eingeführten  Artikel  sind  aus  der  folgenden
Aufstellung  zu  ersehen.  Sowohl  in  Geweben  als  auch  in  Bändern  ist  Frankreich
der  Hauptlieferant,  dann  folgen  Deutschland,  England  und  Italien.  In  Taschentüchern ­
  liefert  Japan  die  größten  Mengen,  die  Einfuhr  von  dort  betrug  2,1  Mill.
Mark  im  Jahre  1913.
Leinen-,  Jute-  und  Konfektionswaren.  Die  Einfuhr  ist  aus  den  folgenden  statistischen ­
  Aufstellungen  in  genügender  Ausführlichkeit  zu  ersehen.
Ausfuhr.  Ausgeführt  werden  nur  Rohstoffe,  besonders  rohe  Wolle,  in
sehr  beträchtlichen  Mengen,  sowie  eine  geringe  Menge  loser  Baumwolle.
        <pb n="535" />
        526

Argentinien.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Spanien

In  1000  Mark

Lose  Baumwolle

R

25

0,03

7

—

3

—

—

Baumwollgarne,  roll

H

4  594

8,30

389

2  062

548

3  002

■  —

Desgleichen,'  gefärbt

»

2088

4.23

362

152

—

1338

—

Nähgarne

F

—

2,99

52

2  523

255

17

—

Baumwollgewebe,  roh

H

2  367

4,88

81

3  510

27

956

—

Desgleichen,  gebleicht

F

5  857

19,61

596

15  354

426

2  507

186

„  gefärbt

»

16  142

56,23

5  190

22  451

1894

20  423

1668

„  bedruckt

4  408

16,68

1  751

11  262

295

2  192

870

Segeltücher,  gebleicht  oder  gefärbt ­


640

1,46

109

308

37

216

70

Buchbinderleinen

„

53

0,11

63

15

—

28

—

Bombassingewebe  aus  Baumwolle

„

189

0,77

89

75

—

549

—

Bettücher  aus  Baumwolle  .  .  .

»

1  046

3,98

286

738

278

2  462

90

Tischtücher  und  Servietten  .  .  ,

»

192

0,79

209

37

30

440

—

Taschentücher

518

3,40

125

2  629

125

461

—

Handtücher

»

219

0,99

54

152

208

435

129

Putz-  und  Küchentücher  ....

814

0,66

480

26

14

—

—

Bettdecken

n

216

0,70

300

—

88

—

—

Desgl.,  aus  Baumwoliabfällen  .

*

681

0,83

426

6

42

12

4

Tischdecken  und  sonstige  Decken

254

0,87

189

41

176

213

56

Vorhänge

w

43

0,43

26

84

291

—

—

Spitzen  und  Einsätze

„

392

6,07

2  131

2  275

511

439

—

Wirkwaren

884

8,26

6564

143

1116

—

180

Säcke  aus  Baumwolle

„

805

1,63

—

740

—

—

—

Samt,  Schleier  und  sonstige
Manufakturwaren

—

0,57

270

120

109

—

—

—

144,47

19  749

64  703

6473

35  690

3253
        <pb n="536" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

527

Einfuhr  von  Wollwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Ar  tikel.

Tonnen

Hill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Spanien

In  1000  Mark

Wolle,  gewaschen

R

91

0,11

12

—

—

—

—

Woll-  und  Halbwollgarne  .  .  .

H

1466

5,24

2  039

515

388

1380

121

Stoffe  aus  reiner  Wolle  ....

F

2667

28,72

4  573

18  148

3677

1182

254

Wollstoffe  mit  Seide  oder  Baumwolle ­


125

2,03

181

910

.786

55

Halbwollstoffe

3314

19,70

3  724

11  996

1100

1651

133

Samt  und  samtartige  Gewebe  .

575

3,70

1082

1  333

684

29

81

Wollkrimmer

226

0,76

39

699

12

—

—

Woll-  und  Halbwollflanelle  .  .

„

4

0,03

6

13

12

—

1

Schale  aus  Wolle

34

0,41

85

15

130

99

13

Decken  und  „Ponchos“  aus  Wolle

„

23

0,19

106

22

—

—

—

Tischdecken  ausWolle  oder  Halbwolle ­


74

0,53

398

105

8

Bettdecken  ausWolle  oder  Halbwolle ­


22

0,18

57

59

24

12

20

Bettdecken  aus  Abfallwolle  und
Pferdedecken

74

0,15

17

5

10

115

_

Billardtuche  aus  Wolle

„

12

0,16

52

19

72

—

3

Wirkwaren

30

0,43

165

186

78

—

—

Filze

„

84

0,23

140

52

6

—

3

Sonstige  Manufakturwaren  .  .  .

7

0,05

13

23

13

—

—

—

62,62

12  689

34100

7000

4523

629

Einfuhr  von  Seidenwaren  1913.

Seide  und  Seidengarne  ....

H

3

0,45

278

19

78

47

1

Seiden  gewebe

F

213

11,96

1502

1503

6  993

1380

—

Halbseidengewebe

„

476

'  8,64

1700

2773

3  102

687

46

Seiden-  und  Halbseidenbänder  .

„

75

3,88

748

98

2  520

358

—

Seiden-  und  Halbseidentasclreiitücher


82

4,41

167

88

1  347

527

36

Halstücher  aus  Seiden.  Halbseide

„

3

0,19

—

66

84

—

—

Spitzen  und  Einsätze  aus  Seide
und  Halbseide

6

0,33

134

50

134

—

Schleier

„

6

0,29

12

19

231

21

—

Beuteltuch

„

0,6

0,04

11

20

—

—

—

Wirkwaren

„

8

c,6o

263

113

108

—

—

Bettdecken  und  Manufakturwaren

»

0,83

129

49

276

142

19

—

31,62

4944

4798

14  873

3162

102
        <pb n="537" />
        528

Argentinien.

Einfuhr  von  Leinenwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

•  In  1000  Mark

Flachswerg

R

2386

1,00

71

696

50

70

19

Leinengarne

H

357

0,65

47

34

15

—

554

Leinengewebe,  auch  fiir  Anzüge
und  Futtereinlagen

F

208

6,12

714

2643

768

172

1769

Halbleinengewebe

3

0,03

—

8

—

9

—

Damastgewebe

35

0,22

67

57

40

26

20

Zwilchgewebe

243

0,98

187

72

21

9

691

Tischtücher  und  Servietten  .  .  .

„

96

0,86

288

74

259

134

53

Taschentücher

„

21

0,50

46

347

53

28

—

Bettücher  und  Überzüge  ....

»

33

0,44

25

215

117

68

—

Handtücher

„

38

0,49

67

105

28

222

47

Tischdecken

„

9

0,05

7

—

34

—

3

Vorhänge

3

0,04

—

—

34

—

—

Spitzen  aus  Leinen

»

6

0,23

26

26

30

—

—

Wirkwaren  aus  Leinen  ....

»

87

1,81

1084

98

543

—

—

Segeltücher,  gebleicht  oder  farbig

129

0,31

46

36

5

—

185

Wasserdichte  Gewebe

275

1,24

55

1111

45

—

—

Manufakturwaren  aus  Leinen.  .

»

0,13

13

26

84

—

—

—

15,10

2743

5548

2126

738

3341

Einfuhr  von  Jutewaren  1913.

Jutegarne  H

1409

0,47

2

454

8

2

Jutegewebc  .  .  F

186

0,22  '

74

—

14

—

123

Segeltücher  aus  Jute

469

0,28

95

159

—

28

—

Teppiche  aus  Jute  und  Decken  .  „

255

0,16

9

78

35

10

.  6

Grobe  Säcke  aus  Jute  „

8045

5,21

221

3792

5

315

—

Säcke  für  den  Fleischversand  .  „

59  22

2,65

—

2654

—

—

—

—

8,99

401

7137

62

355

129
        <pb n="538" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

529

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In  1000  Mark

Baumwollartikel,  konfektioniert

4,15

1265

705

1584

125

2U,

Herrenhemden,  Unterhosen  usw.  aus  Baumwolle ­


0,38

141

91

70

50

—

Manschetten  und  Kragen

0,50

56

421

13

—

—

Überwürfe,  „Ponchos“,  aus  Baumwolle  .  .  .

o,34

110

17

11

26

177

Leibbinden  aus  Baumwolle

0,32

6

8

11

291

—

Korsette  aus  Baumwolle

0,26

37

—

83

—

—

Gürtel  aus  Baumwolle

0,89

146

496

7

—

21

Hosenträger

0,90

352

75

154

83

—

Wischtücher  aus  Baumwolle  und  Leinen  .  .

0,86

183

214

97

98

235

Leinenartikel,  konfektioniert,  auch  Unterjacken ­


0,72

203

125

308

56

11

Woll-  und  Halbwollartikel,  konfektioniert.  .

5,30

2307

1081

1456

113

118

Damenmäntel  oder  Umhänge  aus  Wolle  .  .

3,40

1562

183

1630

—

—

Wolloberkleider  aller  Art

1,24

291

449

460

12

—

Unterjacken,  Unterhosen,  Leibbinden  .  .  .

0,19

29

29

24

29

—

Seiden-  und  Halbseidenartikel,  konfektioniert

2,42

230

474

1565

96

6

Wasserdichte  Mäntel

0,56

46

434

49

7

8

Strümpfe  und  Handschuhe,  andere  als  aus
Baumwolle  oder  Wolle

0,44

144

40

101

—

—

Sonstige  Konfektionsartikel  aus  anderen
Fasern

0,37

168

68

99

20

—

Hüte  und  Mützen  für  Frauen

0,87

13

106

624

105

—

Sonstige  Mützen

0,57

39

241

101

104

—

Filzhüte  aus  Wolle

0,18

16

15

—

129

—

Hüte,  weich  und  steif,  aus  Filz

0,75

21

399

7

201

—

Zylinderhüte

0,04

—

34

6

—

—

Posamente,  Borten,  Bänder  aus  Baumwolle
oder  Wolle

2,22

864

171

308

502

153

Bänder  und  Borten  aus  Leinen

0,23

66

11

116

30

—

Posamente  aus  Seide  und  Halbseide  ....

1,31

759

104

234

108

35

29,41

9054

5991

9118

2185

975

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:

Wolle,  ungewaschen  .  .  120  0791
Lose  Baumwolle....  3501

183,34  Mill.  Mk.

jDavon  nach

0,23

Deutschland  für  60,6  Mill.  Mk.
Frankreich  „  56,3  „  »
England  „  28,1  „  „

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

34
        <pb n="539" />
        530

Argentinien.

V,  .
Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Rohstoffe

Halbfabrikate

F  ertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,70

6,75

114,83

Deutschland

0,09

2,75

46,29

Italien

0,07

6,7  2

39,86

Frankreich

0,05

1,06

38,53

Belgien

0,12

3,20

12,74

Spanien

—

0,12

4,78

Japan

—

—

2,33

Vereinigte  Staaten

—

0,50

2,27

Schweiz

—

—

1,43

Niederlande

0,01

2,42

0,60

Österreich-Ungarn

—

0,22

0,31

Türkei

—

—

0,26

Andere  Länder

0,11

0,36

2,77

1,15

24,10

267,00

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Argentiniens  im  Jahre  1913.
Baumwolle.

Verarbeitet  von  im  Inlande  gewonnener  Baumwolle  .
Eingefiihrte  Rohstoffe  und  Garne
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet
Wolle.
Verarbeitet  von  im  Inlande  gewonnener  Wolle  .  .  ,
Ab  45  Proz.  Waschverlust
Eingeführte  Halbfabrikate
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet
Leinen.
Verarbeiteter  Flachs
Ab  36  Proz.  Abfall
Eingeführte  Garne
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4000  Mk.  berechnet
Jute.
Verarbeitete  Jutegarne
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  900  Mk.  berechnet  .

550  t
6  707  t
7  257  t

36,3  Mill.  Mark

13  000  t
5  850  t
7  150  t
1  557  t
8  707  t

69,7  „

2  386  t
859  t
1  527  t
357  t
1  884  t

7,5

1409  t

1,3

114,8  Mill.  Mark
        <pb n="540" />
        Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

531

Der  Inlandsverbrauch  Argentiniens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913  schätzungsweise ­
  mit  7,73  Mill.  angenommen,  war  der
Verbrauch  pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion  .  .
Eingeführte  Fertigwaren  .

36,3
127,0

163,3

21,12

Wollwarenproduktion  ....
Eingeführte  Fertigwaren  .

69.7
57,3  ;  1

127,0

16,42

Seidenwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  .

31,2

4,04

Leinenwarenproduktion  .  .  .
Eingeführte  Fertigwaren  .

7,5
13,5

21,0

2,72

Jutewarenproduktion  ....
Eingeführte  Fertigwaren  .

1,3
8,5

9,8

1,27

Konfektionswareneinfuhr  .  .

29,4

3,80

381,7

49,37  mit  \  Jute-48,10
  ohne/  waren

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  381,7  Mill.  Mark  wird  gedeckt:

von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  30  Proz.  zu  70  Proz.

Chile.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  108,1  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  1,4,  Halbfabrikate  für  8,9,  Fertigwaren  für  97,8  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  0,7  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,1,  Fertigwaren  für  0,6  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England

.  .  .  43,45  Mill.  Mk.

Deutschland

.  .  .  22,64  ,,

Britisch-Indien  .  .  .  .

...  12,01  „

Frankreich

.  .  .  8,80  „

Italien

•  •  •  3,81  „

Belgien

Vereinigte  Staaten  2,69  Mill.  Mk,
Spanien  1,14  &amp;gt;,  ,,
Argentinien  .........  0,01  „  „
Japan  0,25  „  „
Andere  Länder  0,16  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  8000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  12,0  Mill.  Mark.
Außerdem  wird  auch  die  Flachskultur  gepflegt,  da  der  Boden  im  südlichen
Chile  für  den  Anbau  von  Flachs  sehr  geeignet  ist.  Im  Jahre  1912  wurden
bereits  221  Ballen  =  29  t  chilenischer  Flachs  nach  Antwerpen  versandt.
34'
        <pb n="541" />
        532

Chile.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Textilindustrie  Chiles  ist  nicht  bedeutend.  Nach  einer  Aufnahme  im
Jahre  1910  waren  drei  Baumwollfabriken  vorhanden,  in  welchen  zusammen
5000  Spindeln  und  400  Webstühle  beschäftigt  waren.  Etwas  umfangreicher  ist
die  Wollindustrie,  da  es  einige  Tuchfabriken  gibt,  die  Tuche,  Decken  und
Ponchos  hersteilen.  Der  größte  Teil  der  Wollindustrie  liegt  jedoch  in  der  Hausindustrie; ­
  diese  verarbeitet  den  größten  Teil  der  im  Inlande  gewonnenen  Wolle
zu  Ponchos  und  Decken,  die  allgemein  als  Bekleidung  dienen.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.
Einfuhr  von  Baurawollwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In

1000  Mark

Rohe  Baumwolle  72  t,  Abfälle
1175t

R

1247

0,8l

49

649

17

5

4

"W  eb-  und  Strickgarne

H

1297

4,96

1  412

1  070

71

1057

1216

Nähgarne  in  Knäuel  und  Spulen

F

—

2,25

174

1  803

170

5

26

Rohe  Gewebe

H

263

0,56

56l

Gebleichte  Gewebe

F

2296

7,03

363

6  275

157

ns

22

Gewebe  für  Kleider  oder  Futter

„

1925

10,60

1  569

8018

394

310

171

Oxfordgewebe

„

359

1,29

129

1  113

10

35

2

Kleiderstoffe,  Drill

„

1128

3,45

1  278

1  407

50

418

190

Zwillichstoffe

„

413

1,29

352

502

75

26

177

Flanelle  und  Moltons

„

258

0,79

165

136

103

34

21

Gewebe  für  Bettzeug  und  Bettüberzüge ­


310

1,48

420

479

58

282

31

Segeltuch

„

156

0,37

62

182

4

—

4

Grobe  Gewebe  für  Säcke  .  .  .

n

1177

1,80

136

377

3

50

Billigere  Gewebe  für  Hemden,
Unterzeug  usw

1388

3,23

147

2  216

40

48

406

Baumwollpiques

53

0,32

128

100

27

58

5

Buchbinderleinen

20

0,09

39

31

5

13

Taschentücher

„

132

1,01

87

890

25

8

2

Tischtücher  und  Servietten,  Tischzeug, ­
  Damaste

62

0,39

210

62

21

95

3

Hand-,  Bade-  und  Putztücher
und  dgl

147

0,63

125

291

80

64

6

Schale,  Tücher  und  Überwürfe  .

30

0,16

98

19

3

5

Decken  aller  Art

„

259

o,67

347

155

37

28

46

Samt  und  Plüsch

55

0,67

246

319

83

3

19

Spitzen,  Einsätze  und  Spitzenkragen ­


39

1.19

456

512

210

2

9

Stickereien

69

1,57

1156

179

86

72

40

Vorhänge,  .Schleierstoffe,  Gewebe
für  Vorhänge

116

0,8l

247

354  .

100

79

17

Wirkwaren

„

556

3,79

2  676

610

198

8l

25

Sonstige  Baumwollwaren  .  .  .

»

—

0,40

151

151

58

16

4

—

51,61

12  222

28  461

2082

2865

2  496
        <pb n="542" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

533

Einfuhr  von  Seidenwaren  1913.

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In

1000  Mark

Web-  und  Stickgarne  F

6,4

0,39

115

24

201

50

Nähgarne  „

1,7

0,08

29

31

9

2

3

Gewebe  aus  Seide  oder  Halbseide  „

66

2,83

546

640

1324

175

23

Bänder  aus  Seide  oder  Halbseide  „

9

0,69

355

87

209

23

12

Samt  und  Plüsch  „

4

0,20

53

78

71

3

—

Halstücher  „

4,6

0,21

47

81

74

5

—

Taschentücher

3

0,26

54

54

51

7

5

Schale  und  dgl  „

3

0,24

45

39

73

20

—

Bett-,  Tisch-  und  sonstige  Decken  „

2

o,o6

11

24

16

2

—

Vorhänge  und  Vorhangstoffe  .  .  „

2

o,iS

48

44

45

7

—

Einsätze,  Spitzen,  Schleier  und

ähnliches

1

0,12

35

13

57

4

—

Beuteltuch  „

—

0,01

6

1

6

—

—

Wirkwaren  und  Handschuhe  .  .  „

2

0,15

47

37

22

—

—

Andere  Seidenwaren  „

1

0,06

14

8

23

8

—

—

5,45

1405

1  161

2181

306

43

Einfuhr  von  Wollwaren  1913.

Schafwolle,  ungewaschen  .  .  .

R

658

0,46

—

—

—

—

„  ,  gewaschen

»

13

0,02

—

—

—

—

7

Alpakawolle

„

59

0,08

—

—

—

—

—

Wollgarne

H

217

2,32

2148

80

30

6l

8

Wollstoffe

F

1763

J2,14

2208

8  067

511

346

948

Kleider-  und  Futterstoffe  .  .  .

„

447

4,79

1834

1  671

988

25

264

Samt,  Plüsch  und  Astrachan  .  .

„

18

0,19

86

96

—

—

—

Flanelle

„

170

0,84

57

737

33

4

5

Teppiche

„

241

1,64

599

768

141

2

24

Filze  für  Fußteppiche  u.  A.  .  .  .

„

183

0,35

245

85

14

—

6

Bett-  und  Reisedecken

„

119

0,52

267

180

38

7

2

Pferdedecken  und  Ponchos  .  .  .

„

11

0,13

82

19

7

3

—

Rohwaren  für  Bettdecken  .  .  .

„

25

0,07

48

4

3

16

—

Billardtuche

„

2

0,03

14

6

5

—

6

Halstücher  und  Schale

„

147

1,36

996

71

22

110

4

Vorhänge,  Stickereien,  Fahnen
usw

9

0,15

39

99

4

—

—

Kaschmir  und  sonstige  Wollstoffe ­
  mit  Seide

n

26

0,31

44

187

72

—

3

Wirkwaren  aller  Art

r&amp;gt;

85

1,49

714

463

192

44

22

Sonstige  Manufakturwaren  .  .  .

„

20

0,13

74

33

19

—

—

—

27,02

9455

12  566

2079

618

1299
        <pb n="543" />
        534

Chile.

Einfuhr  von  Leinenwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Tonnen

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In

1000  Mark

Näh-  und  Stickgarne

F

22

0,08

37

32

1

1

10

Drillich

»

40

0,20

52

106

33

4

7

Zwillich,  gestreift

»

10

0,06

29

6

2

—

27

Steifleinen

62

0,19

46

91

41

—

12

Segeltuch

„

96

0,21

7i

112

2

—

3

Damaste,  Tischtücher  und  Servietten ­


22

0,24

87

6l

74

8

7

Taschentücher;  Battiste  und  dgl.

„

7

0,12

15

71

23

—

3

Küchentücher,  Handtücher  .  .  .

»

iS

0,07

24

26

13

—

10

Tischdecken  und  sonstige  Decken

3

0,02

IO

4

4

—

—

Vorhänge,  Vorhangstoffe,  Spitzen
usw

4

0,07

41

18

5

1

2

Samt  und  Plüsch

9

0,11

6o

24

16

—

7

Wirkwaren

M

1

0,03

8

7

7

—

—

Sonstige  Manufakturwaren  aus
Leinen

„

14

0,04

10

15

12

—

l

—

1,44

490

573

233

14

89

Einfuhr  von  Jutewaren  1913.

Jute,  Hanf  in  Flechten  oder
Faden  H

106

0,07

1

40

2

2

Garne  „

971

1,00

161

491

2

39

8

Jutegewebe  F

731

0,67

55

388

—

—

—

Segeltuch  „

59

0,09

10

77

2

—

Teppiche  „

44

0,09

47

24

7

5

2

Futterstoffe  aus  Jute  oder  Hanf  „

57

0,09

10

68

2

—

6

Säcke  „

28  053

13,07

364

881

—

—

—

Sonstige  Waren  aus  Jute  usw.  .  „

64

0,10

16

41

6

—

—

—

15,18

664

2010

21

46

16
        <pb n="544" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

535

Einfuhr  von  Konfektionswaren,  Hüten  und  Posamenten  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In

1000  Mark

Baumwollene  Kleider  für  Frauen  und

Mädchen

0,82

282

190

318

2

5

Baumwollene  Hemden  für  Männer  .  .

0,23

70

79

60

6

—

„  Unterwäsche

0,13

63

30

27

—

8

„  Korsette,  Leibchen  .  .  .

0,11

23

29

41

—

—

„  Manschetten,  Kragen.  .  .

0,11

28

41

30

4

—

„  Bettwäsche,  weiße  ....

0,09

24

11

50

6

—

„  Rüschen,  Schärpen,  Stücke

mit  Stickereien  .  .  .

0,09

39

12

33

4

—

Leinene  Kleider  für  Frauen

o,os

9

32

11

—

—

„  Hemden

0,04

12

25

3

—

—

„  Manschetten,  Kragen  ....

0,12

30

84

13

—

—

„  Bettwäsche

0,11

13

11

66

15

—

Wollene  Männer-  und  Knabenkleider  .

0,88

249

489

112

17

2

„  Frauen-  und  Mädchenkleider,

auch  solche  ohne  Naht

0,29

27

57

189

11

2

Wollene  Mäntel  und  Schürzen  .  .  .

0,10

63

20

13

3

—

Seidene  Kleider

0,98

166

139

619

12

—

Wasserdichte  Kleider  und  Mäntel  .  .

0,12

36

64

10

—

—

Woll-  und  Filzhüte  und  Stumpen  .  .

o,88

121

—

2

7  22

34

Frauen-  und  Mädchenhüte  aus  Seide

0,20

5

27

163

5

—

Sonstige  Hüte,  Mützen  und  Kappen  .

0,20

31

70

76

12

—

Posamente  aus  Baumwolle,  Seide  usw.

1,91

876

134

476

310

93

Sonstige  Konfektionsartikel

0,05

11

22

IO

—

—

7,51

2178

1566

2322

1129

144

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:

Baumwollwaren.
Abfälle  321
Sonstige  Baumwollwaren

R  0,02  Mill.  Mk.
F  0,08  „
0,10  Mill.  Mk.

Jutewaren.
Gewebe  und  Säcke  ....

F  0,08  Mill.  Mk.

W  ollwaren.
Wolle  118  t
Wollwaren

R  0,07  Mill.  Mk.
F  0,04  „

Konfekt  io  ns  waren.
Wollene  Kleider
Sonstige  Konfektionsartikel

F  0,26  Mill.  Mk.
„  0,11  „  „

0,11  Mill.  Mk.

0,37  Mill.  Mk.
        <pb n="545" />
        536

Chile.  Peru.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Chiles  im  Jahre  1913.

Baumwollindustrie.
Verarbeitete  rohe  Baumwolle  72  t
Abfälle  11751,  Ausbeute  50  Proz  587  t
Eingeführte  Web-  und  Strickgarne  12971

1956  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mark  berechnet  9,8  Mill.  Mk.
Wollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Wolle  8000  t
Eingeführte  Wolle,  abzüglich  der  ausgeführten.  .  .  5401  8540t
Ab  45  Proz.  Waschverlust  3843  t
4697  t
Eingeführte  gewaschene  Wolle  und  Garne  2891
49861
Diese  ergeben,  die  Tonne  —  entsprechend  dem  niedrigeren  Wert  der  in  der
Hausindustrie  hergestellten  Wollwaren  —  zu  5000  Mark  berechnet  24,9  „  „
Juteindustrie.
Eingeführte  Garne  9711
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  900  Mark  berechnet  0,9  „
35,6  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  1913  an  Fertigwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  .  .  .  97,2  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  35,6  „

132,8  Mill.  Mk.

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  132,8  Mill.  Mark  wird  gedeckt:
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
26,8  Proz.  73,2  Proz.
Chile  hatte  1913  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  3,55  Millionen.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
37,40  Mk.  mit  Jutewaren
33,20  „  ohne  „

Peru.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  22,7  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,05,  Halbfabrikate  für  0,48,  Fertigwaren  für  22,22  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  39,7  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  39,71,  Fertigwaren  für  0,02  Mill.  Mark.
        <pb n="546" />
        Inlandsrohstoffe.  Produktion.

537

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:
England  11,40  Mill.  Mark
Deutschland  3,67  „
Italien  2,32  „
Belgien  1,17  „  „
Britisch-Indien  1,12  „  „
Frankreich  0,77  ,,  „
Vereinigte  Staaten  o,70  „  „
Spanien  0,45  „  „
Andere  Länder  0,62  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
28000  t 1 )  lose  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  34,2  Mill.  Mark
Sooot  lose  Wolle  „  „  „  „  (entspr.  den  ausgef.  Mengen)  .  10,5  „  „
44,7  Mill.  Mark
Baumwolle.  Die  Baumwollgewinnung  in  Peru  ist  sehr  bedeutend  und
nimmt  in  den  letzten  Jahren  immer  mehr  zu.  In  Qualität  ist  die  Baumwolle
der  nordamerikanischen  überlegen.
Wolle.  Der  Durchschnittswert  der  Wolle  ist  in  Peru  höher  als  in  anderen
amerikanischen  Ländern,  weil  mehr  als  die  Hälfte  der  ausgeführten  Wolle  aus
der  viel  teureren  Alpaka-  und  Lamawolle  besteht.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Textilindustrie  Perus  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  die  Herstellung
von  Baumwollwaren;  es  sind  6  bis  7  Baumwollspinnereien  und  Webereien  in
Tätigkeit,  die  einen  großen  Teil  des  inländischen  Bedarfes  decken.  —  Die  Wollindustrie ­
  ist  nur  durch  ein  größeres  Unternehmen  vertreten.
Baumwollindustrie.  Nach  der  Aufstellung  auf  S.  6  hat  Peru  7  Spinnereien ­
  mit  52  500  Spindeln  und  1750  Webstühlen.  Nach  weiteren  Berichten  über
die  Textilindustrie  Perus *  2 )  befinden  sich  5  Fabriken  in  Lima,  die  anderen  in
Arequipa  und  Ica.  Sie  befassen  sich  mit  der  Herstellung  von  Greys  (sogenannten ­
  Tocuyos),  die  am  meisten  fabriziert  werden,  ferner  gestreiften  Greys
(sogenannten  Tocuyos  listados),  Lonetas  (Segeltuch),  Osnaburgo,  Oxfords  und
Vichys  (sogenannten  Cretona  und  Vichy),  und  White  shirtings  (sogenannten  Genero
blanco).  In  Greys  hat  die  eigene  Industrie  die  englische  Einfuhr  fast  ganz
verdrängt,  in  Whites,  die  nur  von  einer  Fabrik  hergestellt  werden,  macht  sie

J )  Nach  Bulletin  116  des  Department  of  Commerce  der  Vereinigten  Staaten  betrug  die
Ernte  Perus  1910  28928  t,  von  denen  24860  t  ausgeführt  wurden.  Nach  einem  späteren  Bericht
vom  Jahre  1915  wird  die  Ernte  in  den  vorhergehenden  Jahren  auf  32  000  bis  35000  t  geschätzt.
2 )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1912,  S.  510.  Bolletino  della  Cotoniera  1913/14.
        <pb n="547" />
        x )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1910,  Heft  57.

England  neuerdings  auch  schon  starke  Konkurrenz.  Auch  Trikotagen,  die
früher  hauptsächlich  aus  Italien  kamen,  werden  in  den  billigeren  Sorten  jetzt  im
Inlande  hergestellt.
Wollindustrie.  Nach  einer  Mitteilung  über  Peru  *)  wurde  eine  große
Wollwarenfabrik  mit  2Mill.  Mark  Aktienkapital  in  Lima  errichtet,  die  Buckskins,
Trikotagen  und  Schlafdecken  herstellt.  Außer  dieser  Fabrik  bestehen  noch
einige  mittlere  Unternehmungen  im  Lande,  die  nur  speziell  grobe  dicke  Wollstoffe ­
  für  Männerkleidung  herstellen.  Die  indianische  Bevölkerung  stellt  im
Hausbetriebe  die  sogenannten  „Ponchos“  her.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.
Einfuhr  von  Baumwollwaren  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Vei'ein.
Staaten

In

1000  Mark

Baumwollabfälle

92  t

R

0,05

4

39

--—



6

Webgarne

97  t

H

0,16

18

104

14

—

—

Nähgarne,  auch  Stickgarne

F

0,62

30

559

8

—

2

Dichte  Kleider-  und  Hemdenstoffe,
einschl.  Flanelle

1466  t

4,48

211

3411

31

437

233

Weißwaren  und  Futterstoffe

422  t

„

1,08

12

1014

4

35

6

Sonstige  Kleiderstoffe,  einschl.  feine
Segeltücher

720  t

1,76

184

408

14

569

194

Taschentücher

107  t

»

0,43

8

420

—

2

2

Handtücher,  Servietten  usw

30  t

0,12

14

41

4

30

—

Schale  und  Halstücher

16t

»

0,05

43

—

—

6

—

Damaste  und  Cretonnes,  weiß  oder
farbig

18  t

0,06

4

24

4

16

—

Samt  und  Plüsch

19t

»

0,15

35

105

2

—

—

Vorhänge,  Bettdecken,  Bettüberwürfe
und  Stoffe  hierzu

148  t

n

0,48

123

202

32

85

—

Spitzen

17  t

»

0,26

49

204

6

—

—

Tülle  und  Vorhangstoffe,  auch  bestickt

99  t

»

0,74

65

606

16

27

10

Stoffe  für  Ponchos  und  sonstige  Stoffe

60  t

»

0,16

30

67

4

16

25

Wirkwaren

246  t

»

1,30

716

45

47

144

20

11,90

1546

|  7249

186

1367

498
        <pb n="548" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

539

Einfuhr  von  Wollwaren  1913.

Artikel

T  onnen

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

In  looo  Mark

Stick-  und  Webgarne

H

48

0,16

114

31

18

Woll-Kaschmir,  Cheviot,  Flanelle  .  .

F

—

2,04

378

1034

123

41

Halbwoll-Kaschmir,  desgl

»

—

0,56

66

436

16

4

Dickere  Flanellstoffe

„

—

0,97

14

953

—

—

Ungefärbte  Woll-  u.  Halbwollflanelle  .

„

—

0,04

4

27

2

—

Plüsch,  Samt,  Astrachan

»

—

0,02

—

14

—

—

Teppiche

—

0,17

27

125

4

—

Schaltücher  aller  Art

„

—

0,40

328

10

2

6

Decken  und  Filze

„

—

0,08

33

16

4

—

Wirkwaren

n

—

0,11

6l

26

12

—

Sonstige  Wollwaren

-

—

0,06

28

18

4

—

—

4,61

1053

2690

167

69

Einfuhr  von  Seidenwaren  1913.

Stick-,  Näh-  und  Webseide  F

0,04

30

Gewebe  aus  Seide  od.  Halbseide  aller  Art  „

—

0,42

90

127

57

22

Halstücher  und  Schale  „

—

0,14

34

16

35

26

Taschentücher  „

—

0,04

10

—

2

—

Spitzen,  Stickereien,  Krepp  „

—

0,08

14

31

26

6

Seidene  Wirkwaren  „

—

0,03

12

4

6

—

Bänder  aller  Art

—

0,12

80

16

l6

—

—

0,87

270

194

142

54

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jufewaren  1913.

Jute  und  Hanfgarne  usw

.  H

154

0,16

51

67

—

40

Leinengewebe  verschiedener  Art  .  .

.  F

43

0,15

12

88

8

—

Taschentücher,  Handtücher  usw.  .  .

•  „

—

0,04

2

12

8

2

Spitzen  und  Stickereien

—

0,01

2

4

2

—

Strümpfe  und  sonstige  Wirkwaren  .

•  „

—

0,03

14

6

—

—

Packtuch  aus  Jute

•  „

—

0,19

—

155

—

—

Jutesäcke,  neu  oder  gebraucht  .  .  .

•  n

—■

1,89

6

726

—

—

Sonstige  Juteartikel

—

0,05

—

39

4

—

—

2,52

87

1097

22

42
        <pb n="549" />
        540

Peru.

Einfuhr  von  Konfektionswaren,  Hüten  und  Posamenten  1913.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

In  1000  Mark

Männerhemden,  auch  Manschetten

0,28

122

49

18

14

Frauenhemden

0,02

14

—

4

—

Kragen  für  Männer  und  Knaben

0,14

82

29

4

14

Korsette,  auch  Schoner

0,09

29

8

4

—

Baumwollene  Hosen

0,08

6

10

4

6

Baumwollene  Kleider,  auch  Blusen

0,28

73

43

102

—

Spitzenkragen

0,02

14

—

2

—

Sonstige  baumwollene  Konfektionsartikel  ....

0,05

37

4

2

—

Wollene  Kleider  aller  Art

0,11

28

37

25

—

Seidene  Kleider,  Beutel  usw

0,09

8

20

2  7

6

Leinene  Kragen,  Manschetten  usw

0,03

6

8

10

—

Baumwoll-Mützen

0,02

2

4

4

—

Filzhüte,  weich  oder  gesteift

0,90

51

92

8

726

Sonstige  Mützen  und  Frauenhüte

0,10

8

34

24

12

Posamente,  Bänder  aller  Art

0,64

420

71

32

65

2,85

900

409

270

843

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren,  die  sich  vornehmlich  auf  die  im  Inlande  gewonnenen  Rohstoffe ­
  erstreckt,  betrug:
Baumwolle.
(davon  nach  England  für  .  .  24,4  Mill.  Mk.
Rohe  Baumwolle  23,918  t  R  29,05  Mill.  Mk.  j  _  _  d.Ver.  Staaten  für  3,4  „  .
Abfälle  und  Gewebe  1011  „  0,12  „  „
29,17  Mill.  Mk.
Wolle.
Schafwolle,  ungewaschen  506  t  R  0,60  Mill.  Mk.
Schafwolle,  gewaschen  1413  t  „  2,74  »  „
Alpakawolle  2512  t  „  6,60  „  „
Lamawolle  2771  „  0,59  „  „
Kamel  wolle  2t  „  0,01  „  „
Gewebe  F  0,02  „  „
10,56  Mill.  Mk.
        <pb n="550" />
        Produktionswert.

541

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Perus  im  Jahre  1913.
Baumwollindustrie.
Verarbeitet  im  Inlande  verbliebene  Baumwolle,  abzügl.  Spinnverlust  .  35301
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet  17,6  Mill.  Mark
Wollindustrie.
Angaben  über  die  im  Lande  verbleibende  rohe  Wolle  sind  nicht  vorhanden.
Da  jedoch  eine  sehr  große  Fabrik  in  Lima  neben  anderen  kleineren  Wollfabriken
  tätig  ist,  kann  die  Produktion  der  Wollindustrie  angenommen

werden  mit  5,0  „  „
Leinen-  und  Juteindustrie.
Eingeführte  Halbfabrikate  154  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  2000  Mk.  berechnet  0,3  „  „
22,9  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  1913  an  Fertigwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  22,30  Mill.  Mark
Produktion  im  Inlande  22,90  „  „
45,20  Mill.  Mark
(Von  dieser  Summe  entfallen  2,3  Mill.  Mark  auf  Jutewaren.)
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  45,20  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  50,7  Proz.  zu  49,3  Proz.
Peru  hatte  1913  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  5,6  Millionen.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach
8,07  Mk.  mit  Jutewaren
7,66  „  ohne  „

Columbien.
Die  Einfuhr 1 )  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  45,9  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,01,  Halbfabrikate  für  4,84,  Fertigwaren  für  41,10  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  0,7  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,35,  Fertigwaren  für  0,37  Mill.  Mark.
B  Mangels  genauer  statistischer  Unterlagen  über  Columbien  konnte  die  Ein-  und  Ausfuhr  nur
in  der  Weise  festgesetzt  werden,  daß  den  statistischen  Büchern  der  verschiedenen  Staaten  entnommen
wurde,  welche  Mengen  sie  nach  Columbien  aus-  bzw.  von  dort  einführen.
        <pb n="551" />
        542

Columbien.

J )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913,  S.  630.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England

Frankreich

•  •  ■  7.19  „

Deutschland

•  •  •  5,66  „

Vereinigte  Staaten  .  .

•  ■  •  2,68  „  „

Italien

CO
00
pH

Spanien  ....
Schweiz  ....
Belgien  .  .  .  .
Österreich-Ungarn

0,97  Mill.  Mk.
o,S9  „  „
0,40  „
0,25  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Die  Menge  der  im  Inlande  gewonnenen  Baumwolle  wird
auf  ungefähr  4000t  geschätzt,  doch  sind  nirgends  Anhaltspunkte  zu  finden,  ob
sich  diese  Angabe  auf  entkernte  oder  unentkernte  Baumwolle  bezieht.  Wahrscheinlich ­
  ist  unentkernte  Baumwolle  gemeint  und  beträgt  dann  die  Ernte  1300  t
lose  Baumwolle.
Seide.  Nach  einer  Mitteilung  in  den  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“ ­
  1916,  Heft  25  sind  ernste  Bestrebungen  im  Gange,  um  die  Seidenraupenzucht ­
  bzw.  die  Gewinnung  der  Seide  zu  fördern.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Baumwollindustrie  Columbiens 1 )  entwickelte  sich  in  den  letzten
Jahren  in  starker  Weise;  es  kommt  ihr  zu  statten,  daß  die  rohe  Baumwolle  im
Inlande  gewonnen  wird.  In  Tätigkeit  sind  ungefähr  15  Fabriken,  die  teils
Spinnerei,  Weberei  oder  Färberei  allein,  teils  alles  zusammen  betreiben.  Außerdem ­
  werden  auch  Rohgarne  in  ziemlichen  Mengen  eingeführt,  die  von  den
Webereien  verarbeitet  werden.  Die  Baumwollfabriken  befinden  sich  meist  in
Bogota,  Medellin  und  Barranquilla.
Die  einheimische  Baumwollindustrie  erzeugt  alle  billigen  Baumwollgewebe
wie  Diagonales,  Drills,  Matratzenstoffe,  Umhängetücher.  Zwei  Fabriken  beschäftigen ­
  sich  auch  mit  der  Herstellung  von  Wirkwaren.  Nach  dem  Londoner
Cotton  Handbook  beträgt  die  Zahl  der  Fabriken  in  Columbien  9  mit  20  000
Spindeln  und  941  Webstühlen.
Die  Wollindustrie  spielt  nur  eine  untergeordnete  Rolle.  Der  größte  Teil
der  Wollwebereien  führt  Garne  aus  dem  Auslande  ein.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Columbiens  im  Jahre  1913.
Aus  dem  Inlande  stammende  verarbeitete  Baumwolle,  abzüglich  des

Spinnverlustes  9401
Eingeführte  Halbfabrikate  .  .  i9601
2900  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet  14,5  Mill.  Mk.
        <pb n="552" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Textilwaren.

543

a )  Nach  einem  Bericht  in  der  „Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie“  1914,  S.  100.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Hierüber  geben  die  folgenden  statistischen  Aufstellungen  genauere  Übersicht, ­
  doch  sei  Nachstehendes  noch  zur  Ergänzung  der  Baumwollwaren-Einfuhr
bemerkt*):
Die  Baumwollindustrie  Columbiens  konkurriert  mit  folgenden  Erzeugnissen
gegen  nachstehende  Einfuhrländer:
In  Telas  domesticas  (Diagonales  und  Lienzos)  mit  den  Vereinigten
Staaten  und  England.
In  rohen  Diagonales  mit  Streifen  (Diagonales  listados)  mit  England
und  den  Vereinigten  Staaten.  Die  einheimische  Industrie  ist  sehr  stark  in  diesem
Artikel,  der  auch  dem  englischen  Oxford  starke  Konkurrenz  macht.
In  buntgewebten  Männer-Anzugstoffen,  Drills  (Driles  oder  „Manta
Italiana“  genannt)  in  erster  Linie  mit  Italien,  und  zwar  namentlich  in  dicken
ganz  billigen  Drills  —  hierin  und  in  Kammgarn-Imitationen  ist  Italien  sehr
stark  —,  in  zweiter  Linie  mit  Deutschland,  Belgien  und  Frankreich,  und  zwar
in  besseren  Qualitäten.
In  weißen  Drills  (Driles  blancos)  wird  die  Landesindustrie  bei
zunehmender  Produktion  hauptsächlich  mit  England  konkurrieren  müssen.
In  weißen  gestreiften  Drills  (driles  ä  listas)  leistet  die  Landesindustrie  Beachtenswertes. ­

In  Matratzenstoffen  (generös  para  Colchones)  mit  England  in  erster
Linie,  in  zweiter  Linie  mit  Deutschland.
In  Ponchos  oder  Ruanas,  weiß  mit  Streifen  (Umhängetücher  für
Männer)  mit  England  und  den  Vereinigten  Staaten.  Die  einheimische  Hausweberei ­
  ist  besonders  groß  in  diesem  Artikel.
In  Wirkwaren  (Unterjacken,  Unterhosen  und  Strümpfe)  mit  Deutschland
und  Spanien,  in  geringem  Maße  auch  mit  Italien.  Spanien  ist  vielfach  billiger.
Bemerkenswert  ist,  daß  ein  nicht  geringer  Prozentsatz  der  Landesbaumwolle
in  der  Hausweberei  aufgeht,  die  in  einzelnen  Teilen  des  Landes  recht  bedeutend
ist.  So  soll  die  im  Departement  Cundinamarca  gewonnene  Baumwolle  fast  ausschließlich ­
  in  der  Hausweberei  verarbeitet  werden.
        <pb n="553" />
        544

Columbien.

Einfuhr  von  BaumwoIIwaren.

Wichtigste  Herkunftsländer

Tonnen ­


Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Ver.
Staaten

Italien

Spanien

Frankreich ­


In  1000  Mark

Baumwoll-  und  Spinnereiabfälle  .

R

23

0,01

—

—

10

—

—

—

Garne

H

1330

3,26

147

2  754

87

46

104

59

Nähgarne

F

—

1,17

48

1  122

—

—

—

—

Gewebe,  roh

H

630

1,58

—

632

943

—

—

„  gebleicht

F

—

6,80

60

6467

189

33

48

&amp;gt;  998

„  gefärbt,  buntgewebt  od.
bedruckt

F

_

16,47

1270

9792

2047

1053

568

Handtücher,  Schale  und  sonstige
Tücher

F

0,43

428

Baumwolldecken

„

—

0,02

—

—

—

24

—

—

Spitzenstoffe,  Spitzen  u.  Stickereien

„

—

1,07

514

530

—

18

—

—

Stickereien  aus  der  Schweiz  *)  .

„

—

0,30

—

—

—

—

—

—

Wirkwaren

„

—

1,01

614

—

27

15

352

—

Sonstige  BaumwoIIwaren  .  .  .

—

1,00

159

714

96

28

—

—

—

33,12

2812

22  439

3399

1217

1072

1057

Einfuhr  von  Wollwaren.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

In  1000  Mark

Woll-  und  Halb  wollwaren.  .  .  F

5,59

1320

694

3167

283

107

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Schweiz

Österr.-Ungarn


In  1000  Mark

Seiden-  und  Halbseidengewebe  .  F

0,47

220

16

I

146

—

Seiden-  und  Halbseidenbänder  .  „

0,40

270

—

'  302

130

•  —

Sonstige  Seidenwaren  „

0,20

182

10

)

16

9

1,30  |

672

26

302

292

9

')  Die  Schweiz  weist  die  Ausfuhr  nach  Columbien  nur  gemeinsam  mit  der  Ausfuhr  nach
Venezuela  und  Guayana  mit  0,67  Mill.  Mark  aus.
        <pb n="554" />
        Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

35

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

545

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren  1913.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Österr.-Ungarn


In  1000  Mark

Leinengewebe  F

0,71

673

—

29

9

Jutegewebe  „

0,49

24

469

—

—

—

Jutesäcke  „

1,05

9

918

—

118

—

2,25

33

2060

—

147

9

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


Österr.-Ungarn


Frankreich ­


Italien

Verein.
Staaten

In  1000  Mark

Herren-  und  Frauenkleider  •  •  •  1
Weißwäsche,  genäht  /

2,72

459

95

|  2028

53

160

Korsette  und  sonstige  Putzwaren

0,14

70

—

—

—

—

Woll-  und  Haarhüte,  Mützen  .  .

0,41

13

32

—

295

—

Posamentierwaren

0,42

410

3

—

17

—

3,69

952

130

2028

365

160

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:
Rohe  Baumwolle  und  Linters  2801  R  0,35  Mill.  Mark
Hüte  und  Kappen  F  0,37  „  „
0,72  Mill.  Mark
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  1913  an  Fertigwaren  betrug  4M  Mill.  Mark
Produktion  im  Inlande  14,5  *  „
55,6  Mill.  Mark.

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  55,6  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  26  Proz.  zu  74  Proz.
Columbien  hatte  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  5071  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
10,96  Mark  mit  Jute  waren
10,66  „  ohne  „
        <pb n="555" />
        54C

Venezuela.

Venezuela.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  18,3  Mill.  Mark 1 );
davon  Rohstoffe  für  0,03,  Halbfabrikate  für  1,05,  Fertigwaren  für  17,24  Mill.  Mark-.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England  .  .
Deutschland
Frankreich  .
Italien  .  .  .

10,67  Mill.  Mk.
1,90  „  „
1,25  „
1,17  „

Spanien  0,98  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  0,94  „  „
Schweiz  0,33  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Die  im  Inlande  gewonnene  Menge  Baumwolle  wird  auf
3000t  geschätzt,  doch  ist  aus  den  gleichen,  wie  bei  Columbien  erwähnten
Gründen  anzunehmen,  daß  sich  die  Angabe  auf  unentkernte  Baumwolle  bezieht
und  die  Ernte  wäre  dann  mit  1000  t  loser  Baumwolle  anzunehmen.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Baumwollindustrie  hat  sich  in  den  vorhergehenden  sechs  Jahren  in
beachtenswerter  Weise  entwickelt 2 ).  Es  existieren  vier  relativ  leistungsfähige
Fabriken,  die  Spinnerei,  Weberei,  Wirkerei  und  Färberei  betreiben.  Hergestellt
werden  rohe  Gewebe,  buntgewebte  und  im  Stück  gefärbte  Stoffe,  gestreifte
Drills,  Matratzenstoffe  und  Trikotagegewebe.  Nach  einer  früheren  Mitteilung
waren  1911  in  Venezuela  zwei  Baumwollfabriken  mit  11000  Spindeln  und
300  Webstühlen  beschäftigt.
Der  ungefähre  Produktionswert  berechnet  sich  wie  folgt:
Aus  dem  Inlande  stammende  verarbeitete  Baumwolle,  abzüglich  des

Spinnverlustes  870  t
Eingeführte  Halbfabrikate  413  t
1283  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet  .  6,4  Mill.  Mk.

!)  Es  gilt  hier  das  gleiche,  wie  bei  der  Einfuhr  in  Columbien  auf  S.  541  Ms  Fußnote
bemerkt.
2 )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1912,  Bd.  XVII,  S.  455.
        <pb n="556" />
        Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Italien

Spanien

Frankreich ­


In  1000  Mark

Rohe  Baunrwolle  und  Abfälle  291

R

0,03

—

—

29

—

—

—

Baumwollgarne  3  t

H

0,01

—

—

—

7

—

—

Nähgarne

F

0,90

79

816

—

—

—

—

Baumwollgewebe,  roh,  etwa  410  t

H

L04

—

102

933

2

—

„  gebleicht  .  .

F

3,06

33

2  836

87

68

32

■  570

„  gefärbt,  buntgewebt,

  bedruckt

»

7,22

622

4447

542

767

280

Tücher,  Schale  und  ähnliche  Artikel



„

0,18

—

183

—

—

—

—

Baumwolldecken

„

0,02

—

—

—

17

—

—

Spitzenstoffe  und  Spitzen  .  .  .

,,

0,90

146

551

—

—

—

—

Baumwollene  Wirkwaren  .  .  .

„

1,03

331

—

—

22

672

—

Sonstige  Baumwollwaren.  .  .  .

n

0,46

47

265

131

17

—

—

Woll-  und  Halbwollwaren  .  .  .

„

1,30

251

204

93

143

—

6ll

Seidenwaren

„

0,36

171

—

—

13

—

24

Leinenwaren

„

0,30

10

286

4

—

—

—

Jutegewebe  und  Säcke

1,10

8

1081

18

—

—

—

Kleidungsstücke  und  Korsette  .

»

0,17

79

—

37

8

—

49

Posamentierwaren

0,11

96

—

—

11

—

—

Hüte

,,

0,13

28

—

—

100

—

—

18,32

1901

10  771

1874

1175

984

1254

Ausfuhr  keine.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Fertigwaren  betrug  17,2  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  .  6,4  „  „
,  23,6  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  23,6  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  27,1  Proz.  zu  72,9  Pr° z -
Venezuela  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2  755000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
8,56  Mk.  mit  Jutewaren
8,16  „  ohne  »

__
        <pb n="557" />
        548

Bolivien.

Bolivien.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  45,0  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  —,  Halbfabrikate  für  1,2,  Fertigwaren  für  43,8  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  0,11  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,06,  Fertigwaren  für  0,05  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:
Deutschland  15,00  Mill.  Mark
England  13,33
rta'ien  4,33
Vereinigte  Staaten  3,75
Frankreich  2,62
Belgien
Peru
Brasilien
Argentinien
Spanien  0,35
Andere  Länder

Produktion  der  Textilindustrie.
In  Bolivien  ist  eine  eigentliche  Textilindustrie  nicht  vorhanden,  wohl  aber
wird  ein  Teil  der  Bekleidungsstoffe  von  den  Einwohnern  selbst  in  einer  Art
Hausindustrie  hergestellt.  Die  Wolle  wird  von  Lamas  in  grauer,  schwarzer  und
brauner  Naturfarbe  gewonnen  und  zur  Herstellung  von  Decken  usw.  verwendet.
Aus  der  Schafwolle,  die  von  Natur  weiß  oder  schwarz  ist,  werden  die  Kleider
hergestellt.
Soweit  die  Produktion  nach  den  eingeführten  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten
berechnet  werden  kann,  beträgt  der  Produktionswert:
219  t  Baumwolle  zu  5000  Mk  Mm,  Mk.
50  t  Wolle
zuzüglich  250  t  „  ,  die  im  Inlande  gewonnen  werden
300  t  Wolle  zu  6000  Mk.  .  1,8  „  „
113  t  Flachs  und  Jute  zu  2000  Mk  0,2  „
3,1  Mill.  Mk.

.  15,00  Mill.  Mark

•  13,33

„  „

»  11

■  3,75

11  11

n  11

n  »

0,7  2

n  11

»  n

0,61

n  11

11  n

•  0,56

11  11
        <pb n="558" />
        Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

549

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Artikel

Mill.
Mark  .

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

V  erein.
Staaten

In

1000  Mark

Baumwollmaterialien  29  t

R

0,05

36

—

—

Baumwollgarne  190  t

H

0,73

186

405

31

5

6

Baumwollgewebe

E

17,53

4082

6650

506

1054

3317

Desgl.  mit  geringen  Mengen  Wolle,

Seide  oder  anderem  Material  ....

»

0,35

192

91

14

—

5

Stickereien,  Spitzen,  auch  Posamente  .

”

1,97

1275

205

157

83

14

Wirkwaren

*  I

1,82

1066

181

77

227

86

|

22,45

6801

7568

785

1369

3428

Einfuhr  von  Wollwaren.

Wollgarne  5ltH
Gewebe  aus  Wolle  und  Halbwolle  .  .  F
Wollgewebe  mit  Seide  „

0,34
7,98
0,17

314
2348
97

20
4575
26

330
22

261

126

8,49

2759

4621

352

261

126

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Seidenmaterialien  und  Seidengarne  .  .  R
Gewebe  aus  Seide  und  Halbseide.  .  .  F

0,08
0,56

63
288

73

4
52

5
27

—

0,64

351

73

56

32

—

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren.

Garne  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jute  113  t  H
Gewebe  aus  Leinen  F
Gewebe  aus  Jute  „

0,19
0,18
0,50

52
90
179

81
36
229

4
7

12
5

17
15

0,87  ||  321

346

11

17

32

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Frauenkleider

2,57

1469

108

704

62

38

Herrenkleider

o,67

354

90

76

7

19

Sonstige  Konfektionswaren

3,io

1673

37  2

00
10
&amp;lt;N

252

65

Leinen  waren,  wahrscheinlich  Weißwäsche

1,60

734

496

78

82

30

Herrenhüte  aller  Art

4,14

901

173

251

2170

32

Frauen-  und  Kinderhüte  aller  Art  .  .  .

o,52

209

28

84

96

—

12,60  1

5340

1267

1451

2669

184
        <pb n="559" />
        550

Bolivien.  Ecuador.

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:
Wolle.
Rohe  Wolle  17  t  R  0,06  Mill.  Mk.  [ davon  nact  En ^ land  für  •  ■  °&amp;gt;°4  Mill.  Mk.
|  „  „  Frankreich  „  .  .  0,01  „  „
Konfektions-  und  Hutwaren.
Frauen-  und  Herrenkleider  .  .  .  F  0,03  Mill.  Mk.
Herrenhüte  „  0,005  „  „
Leinenwaren  und  Bonneterie.  .  .  „  0,02  „  „
0,05  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  an  Fertigwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  .  .  43,7  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  3,1  ,
46,8  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  46,8  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  6,6  Proz.  zu  93,4  Proz.
Bolivien  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2  350  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
19,90  Mk.  mit  Jutewaren
19,70  „  ohne  „

|  nach  Chile

Ecuador.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  9,2  Mill.  Mark 1 ).

Die  Herkunftsländer  sind:

England
Deutschland  .  .  .
Vereinigte  Staaten
Italien
Spanien
Schweiz
Britisch-Indien  .  .
Frankreich  .  .  .  .
Andere  Länder  .  .

5,32  Mill.  Mark

1,54  „
0,72  „
0,46  „
0,36  „
0,31  „
0,22  „
0,21  „
0,03  „

*)  Es  gilt  hier  das  gleiche,  wie  bei  der  Einfuhr  in  Columbien  auf  S.  541  als  Fußnote
bemerkt.
        <pb n="560" />
        Produktion.  Einfuhr  von  Textilwaren.

551

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Die  Baumwollgewinnung  ist  eher  im  Rückgänge  als  in  Zunahme ­
  begriffen,  und  es  wird  nur  so  viel  erzeugt,  wie  im  Lande  selbst  verbraucht
wird.  Die  im  Inlande  gewonnene  Menge  kann  mit  500  t  angenommen  werden.
Wolle.  Die  Produktion  an  Wolle  ist  mit  400t  einzuschätzen.
Produktion  der  Textilindustrie.
Es  bestehen  im  Lande 1 )  fünf  Baumwollfabriken,  für  Spinnerei  und  Weberei,
die  8700  Spindeln  und  195  Webstühle  mit  zusammen  450  Arbeitern  beschäftigen.
Außerdem  besteht  eine  größere  Wollfabrik  mit  900  Spindeln,  25  Webstühlen
und  90  Arbeitern  und  zwei  kleinere  Wollfabriken  mit  Hausbetrieb  mit
140  Arbeitern.  Die  Haupterzeugnisse  sind:  Baumwollzeuge  (Lienzos,  Lienzillos),
Hosenstoffe  (Casinetes),  Wollflanelle  (Bayetas,  Bayetillos).  Ferner  beschäftigen
sich  zahlreiche  Indianerfrauen  in  der  Hausindustrie  mit  der  Herstellung  von
Schalen,  Ponchos,  grober  Leinwand,  Läufern  usw.
Der  Produktionswert  der  im  Inlande  erzeugten  Waren  kann  mit  4,5  Mill.
Mark  angenommen  werden.

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Italien

Spanien

Frankreich ­


In  1000  Mark

Baumwollgewebe,  roh

0,48

—

388

93

—

—

.

„  gebleicht  .....

1,60

17

1530

40

13

]

„  gefärbt,  buntgewebt

72

143

oder  bedruckt

3,16

276

1999

436

233

1

Wirkwaren

0,58

277

—

S

8

288

—

Spitzen  und  Stickereien

0,31

104

—

—

8

—

—

Nähgarne

0,41

3

408

—

—

—

—

Sonstige  Baumwollwaren

0,14

16

82

26

15

■  —

—

Woll  waren

1,00

474

449

4

43

—

33

Seidenwaren

0,28

128

—

11

6

—

iS

Jutegewebe  und  Säcke

0,69

—

469

—

—

—■  '

—

Konfektionswaren

0,26

112

—

108

15

—

20

Posamentierwaren

0,12

112

—

—

12

—

—  -

Hüte

0,14

18

—

—

ns

—

—

9,17

1537

5325

723

471

360

211

Ausfuhr  keine.

!)  Berichte  über  Handel  und  Industrie  191S.  Heft  14.
        <pb n="561" />
        552

Uruguay.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Fertigwaren  betrug  8,7  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  4,5
13,2  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  13,2  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  34  Proz.  zu  66  Proz.
Ecuador  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  1  500  OOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
8,80  Mk.  mit  Jutewaren
8,34  „  ohne  „

U  r  u  g  u  a  y.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  34,3  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,3,  Halbfabrikate  für  0,6,  Fertigwaren  für  33,4  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  84,6  Mill.  Mark  und
betrifft  nur  Rohstoffe.

Die  Herkunftsländer

England

16,72  Mill.  Mk.

Deutschland

5,50  „

Italien

4,08  „

Frankreich

3,30  „  „

Belgien

1,60  „

der  Fertigwaren  sind:
Spanien  0,98  Mill.  Mk.
Argentinien  0,86  „  „
/Vereinigte  Staaten  0,35  „  „
Andere  Länder  0,01  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
60000  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  85,0  Mill.  Mk.

Produktion  der  Textilindustrie.
Eine  eigentliche  Textilindustrie  ist  nicht  vorhanden.
Über  die  dortige  Industrie  ist  nur  bekannt,  daß  neben  Kleiderfärbereien
einige  Hutfabriken  existieren  und  außerdem  drei  bis  vier  Baumwollfabriken,  die
in  kleinerem  Maße  Spinnerei  und  in  größerem  Weberei  betreiben.  Die  Zahl
der  Webstühle  für  Baumwollwaren  wurde  im  Jahre  1911/12  auf  300  geschätzt.

Der  ungefähre  Produktionswert  berechnet  sich  wie  folgt:
Den  eingeführten  Rohstoffen  und  Halbfabrikaten  nach  wurden  im  Inlande
verarbeitet:
567  t  Baumwolle  zu  5000  Mk  2 ,8  Mill.  Mk.
111  Wolle,  denen  noch  500  t  aus  dem  Intande  zugerechnet  werden  können,  zu  6000  Mk.  3,1  „
730  t  Jute  zu  800  Mk  0,6
        <pb n="562" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

553

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.
Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Spanien

Sonst.  Länder,
haupts.  Belgien,
Argentinien
&amp;lt;  und
Verein.  Staaten

In  1000  Mark

Lose  Baumwolle  und  Abfälle ­
  1081

R

0,12

5

21

33

51

7

Baumwolle  auf  Spulen  4591

H

0,50

21

171

5

265

—

34

Nähgarne

F

1,0s

5

876

126

1

—

37

Gewebe  in  Kilos  berechn.,
wahrscheinlich  roh  und
gebleicht  ....  3220  t

10,39

903

6  349

266

1707

409

753

Desgl.  in  Metern  berechn.,
wahrscheinlich  gefärbt  u.
bedruckt

2,35

238

1  414

151

304

74

167

Baumwollkaschmir  ....

n

0,35

147

41

4

77

7

75

Flanelle

n

2,12

289

705

37

680

237

168

Buchbinderleinen

»

0,02

4

16

1

—

—

—

Segeltuch

»

0,35

4

141

4

4

29

167

Taschentücher

w

0,50

12

398

20

58

3

6

Handtücher

»

0,15

23

34

11

69

—

15

Tischtücher  und  Servietten

»

0,10

34

10

3

29

—

21

Bettdecken  und  sonstige
Decken

0,44

203

56

39

85

8

48

Tülle

»

0,09

10

66

11

—

—

3

Umschlagtücher  (Tartan)  .

»

0,06

0,4

6

7

44

1

0,4

Vorhänge

»

0,04

2

7

24

—

—

1

Spitzen  und  Besatz  ....

»

0,21

47

132

20

1

3

6

Festonstickereien

n

0,10

17

15

43

19

—

9

Strümpfe  u.  Strumpfwaren

»

1,64

1052

119

176

111

52

135

Gewirkte  Unterhosen  und
Jacken

0,39

66

42

93

45

65

76

Gewirkte  Handschuhe  und
Trikots

„

0,07

66

3

3

—

—

4

21,04

3148

10622

1077

3550

888

1732
        <pb n="563" />
        554

Uruguay.

Einfuhr  von  Wollwaren  1191.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Argentinien ­


In

1000  Mark

Wolle,  gewaschen  111

R

0,01

1

7

—

—

1

Stickgarne  gt

F

0,10

40

8

10

—

—

Gewebe  und  Tuche  aus  Wolle  und  Halbwolle ­
  '

1,61

206

830

439

34

27

Kaschmirs  aus  Wolle  und  Halbwolle  .

„

3,18

47  2

2189

209

36

84

Flanelle  „  „  „  „

„

0,19

19

105

48

8

5

Teppiche  (Tripe)

0,27

31

154

39

—

7

Filze

0,05

33

—

7

—

—

Bettdecken  und  sonst.  Decken,  Tartan

„

0,09

23

48

9,4

8

1

Wirkwaren

»

0,58

209

181

128

42

4

6,08

1034

3522

889

128

129

Einfuhr  von  Seidenwaren  1911.

Stick-  und  Nähgarne  F

0,05

4

5

8

4

1

Seiden-  und  Halbseidengewebe  ....  „

o,45

22

126

229

45

15

Seiden-  und  Halbseidenbänder  .  „

0,22

18

20

158

9

7

Halstücher  und  Taschentücher  ....  „

0,20

10

33

59

81

5

Tüll,  Krepp,  Gaze  und  Spitzen  ....  „

0,16  [

6

64

73

1

o,4

Handschuhe  und  sonstige  Wirkwaren  .  „

0,02

13

3

4

0,4

—

Vorhänge,  Decken  und  Sonstiges  .  ,  .  „

0,01

—

3

6

1

—

1,11

73

254

537

141

28

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren  1911.

Jute,  roh,  und  Jutewerg  ....  363  t

R

0,18

4

165

—

—

1

Jutegarne  3671

H

0,11

7

90

6

7

—

Leinen-  und  Halbleinengewebe  ....

F

0,58

129

228

39

13

17

Segeltuch  (Flachs,  Hanf  oder  Jute)  .  .

»

0,11

18

6l

2

13

2

Tisch-,  Hand-  und  Taschentücher.  .  .

„

0,23

67

50

25

53

3

Spitzen  und  Besatz  aus  Leinen....

»

0,14

28

95

1

—

—

Decken  u.  Vorhänge  (Leinen  oder  Jute)

*

0,10

45

33

12

5

—

Wirkwaren  aus  Leinen

0,01

3

3

IO

—

—

Jutegewebe  und  Packtuch  aus  Jute  .  .

«

1,94

204

1490

49

11

39

Jutesäcke

0,01

—

7

—

—

1

3,41

505

2222

144

102

63
        <pb n="564" />
        Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

555

Einfuhr  von  Konfektionswaren,  Hüten  und  Posamenten  1911.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Argentinien ­


In

1000  Mark

Baumwollene  Männer-  u.  Frauehkleider  .

0,47

235

83

120

4

11

„  „  „  Frauenwäsche  .

0,15

6l

17

62

—

7

„  Kragen  „  Manschetten  .  .

0,15

133

7

1

4

l

„  Korsette

0,03

3

7

22

—

l

„  Unterkleider

0,03

0,4

10

22

—

1

„  Steppdecken

0,03

4

11

13

2

0,4

Wollene  Männer-  und  Frauenbekleidung  .

0,50

199

81

181

3,4

17

Ponchos  aus  Wolle  oder  Baumwolle.  .  .

0,06

48

1,4

3

—

4

Leinene  Weißwäsche

0,05

12

13

17

2

0,4

Seidene  und  halbseidene  Frauenkleider  .

-0,11

2

10

96

1

2

Wasserdichte  Gewebe

0,06

2

55

1

—

2

Hüte  aus  Filz

0,55

23

162

39

319

l

Sonstige  Hüte  und  Kappen  nebst  Hutartikeln



0,32

21

95

83

96

5

Posamentierwaren,  Bänder,  aus  Baumwolle,

  Wolle,  Seide

0,23

41

47

40

55

6

2,74

784

599

700

486

58

Die  Ausfuhr  betrug:
Rohe  Wolle  .  60,912  t

'davon  nach  Frankreich  für  .  .  .
Deutschland  „  .  .  .
England  „  .  .  .
Argentinien  „  .  .  .

R  84,59  Mill.  Mk.

29,1  Mill.  Mk.
20,6  „
7.7  „  „
5.8  „  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Fertigwaren  betrug  .  .  :  33,4  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  6,5  „  „

39,9  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  39,9  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  16,3  Proz.  zu  83,7  Proz.
Uruguay  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  1  177560.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

33,87  Mk.  mit  Jutewaren
31,72  „  ohne  „
        <pb n="565" />
        556

Paraguay.  Cuba.

Paraguay.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  6,8  Mill.  Mark 1 );
davon  für  Textilwaren  6,13,  für  Konfektionswaren  und  Hüte  0,70  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  sind:

England
Deutschland
Italien  .  .
Frankreich

3,59  Mill.  Mk.
1,85  „  „
0,52  „
0,34  *  „

Spanien  .  .  .  .
Belgien  .  .  .  .
Argentinien  .  .
Andere  Länder

0,18  Mill.  Mk,
0,10  „
0,08  „  „
0,16  „  „

Der  Bedarf  Paraguays  erstreckt  sich  hauptsächlich  auf  Kattune,  Schirtings,
Flanelle  und  sogenannte  Lienzos  (ungebleichte  Baumwollgewebe).  Im  Inlande
gibt  es  nur  eine  kleinere  Hausindustrie,  in  welcher  besonders  Spitzen  hergestellt ­
  werden.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Textilwaren  betrug  6,8  Mill.  Mark.
Paraguay  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  800  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
8,50  Mark.

Cuba.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1914  betrug  55,5  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,6,  Halbfabrikate  für  1,5,  Fertigwaren  für  53,4  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren:

England

.  .  .  20,37  Mill.  Mk.

Vereinigte  Staaten  .  .

•  •  ■  14,24  *  „

Spanien

•  •  ■  7,44  „  „

Frankreich

•  •  •  5,26  „

Deutschland

•  •  •  2,40  „

Schweiz

•  ■  •  1,31  ,  -

Italien

•  •  •  0,77  „  „

Produktion  der
Nach  den  eingeführten  Rohstoffen
eine  geringe  Baumwollwarenproduktion

Niederlande

•  •  •  •  0,31

Mill.  Mk.

lapan

.  .  .  .  0,26

„  »

Ecuador

.  .  .  .  0,24

„  „

China

„  „

Belgien

.  .  .  .  0,04

„  „

Andere  Länder  .  .  .

.  .  .  .  0,67

„  „

Textilindustrie.
und  Halbfabrikaten  zu  schließen,  ist  nur
vorhanden.

Nach  „Bulletin  of  the  Pan  American  Union“,  Washington  1914,  November.
        <pb n="566" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

557

Wird  von  den  eingeführten  Garnen  und  Zwirnen  die  Hälfte  als  Webgame
angenommen,  so  berechnen  sich  diese  mit  der  losen  Baumwolle  auf  986t  und
ergeben,  die  Tonne  zu  5000  Mk.  berechnet,  als  Produktionswert  4,9  Milk  Mark.

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1914.

Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Spanien

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle

737  t  R

o,59

—

11

22

284

217

Baumwollgarne  und  Zwirne.  .  .

2981  H

1,52

2

1  366

7

108

20

Baumwollgewebe  aller  Art  .  .  .

.  .  .  F

16,89

60

7  203

31s

5098-2986



Baumwollköper

8,76

28

4  562

417

2517

1100

Samt  und  Plüsch

0,64

10

164

18

227

199

Tülle

0,40

91

170

40

81

1

Spitzen

2,01

290

1  128

94

30

437

Wirkwaren

5,62

1297

25

1786

1172

1264

Sonstige  Baumwollwaren  ....

1,35

37

434

276

251

213

37,78

1815

15063

2975

9768

6437

Einfuhr  von  Wollwaren.

Rohe  Wolle

0,01

2

13

Wollgarne

.  .  .  .  2t  H

0,01

6

—

—

—

2

Wollgewebe

F

2,79

104

1344

793

284

211

Teppiche

0,03

—

5

9

10

—

Sonstige  Wollwaren  ....

0,15

8

32

15

97

—

2,99

118

1383

817

404

213

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Seidenabfälle  4t  R
Gespulte  Seide  1,41  H
Seidengewebe  F
Samt  und  Plüsch  „
Sonstige  Seidenwaren  „

0,05
0,02
1,20
0,01
0,l6

5
29

29
8
124

437
16

17
10
410
11
144

58

1,44

34

l6l

453

592

58

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren.

Flachs,  Hanf,  Jute  411  R
Gewebe  aus  Leinen,  Hanf,  Jute  (von
denen  3 / 4  auf  Jute  entfallen  dürften)  .  .  F
Sonstige  Textilwaren

6,00
0,13

43
10

4712
25

330
18

250
28

3
559
8

6,13

53

4737

348

278

570
        <pb n="567" />
        558

Cuba.  Dominikanische  Republik  und  Haiti.

Einfuhr  von  Konfektionswaren,  Hüten  und  Posamenten.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frank-,
reich

Verein.
Staaten

Spanien

In  1000  Mark

Baumwollene  Kleider

2,76

148

92

205

1801

167

Wollene  Kleider

0,48

45

6

40

289

90

Seidene  Kleider

0,65

37

5

95

209

51

Wasserdichte  Gewebe

1,05

11

292

4

598

42

Hüte

1,69

4

37

83

646

25

Posamente  aus  Baumwolle

o,59

136

13

267

86

27

7,22

381

445

694

3629

402

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1914  an  Fertigwaren  betrug  53,4  Mill.  Mark
Produktion  im  Inlande  •.  4,9  »  ■■
58,3  Mill.  Mark
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  58,3  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  8,4  Proz.  zu  91,6  Proz.
Cuba  hatte  im  Jahre  1914  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2  474  OOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
23,54  Mk.  mit  Jutewaren
21,75  „  ohne  „

Dominikanische  Republik  und  Haiti.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  20  Mill.  Mark x ).
Die  Ausfuhr  an  roher  Baumwolle  im  Jahre  1913  betrug  4,2  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer
Verein.  Staaten  von  Amerika  .  10,60  Mill.  Mk.

England  4&amp;gt; 2 4  „
Frankreich  2,63  „
Deutschland  0,83  „

er  Textilwaren  sind:
Schweiz  0,80  Mill.  Mk.
Italien  0,49  „  „
Spanien  0,31  „  „
Niederlande  0,12  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Haiti  hat  bereits  eine  ziemliche  Produktion  an  roher  Baumwolle, ­
  die  alljährlich  eine  Steigerung  erfährt.  Im  Jahre  1913  betrug  die  Ausfuhr
30001.  Auch  in  der  Dominikanischen  Republik  macht  die  Baumwollgewinnung
Fortschritte  und  es  konnten  im  Jahre  1913  bereits  250  t  ausgeführt  werden.  Die
Baumwolle  ist  von  besserer  Qualität  als  die  gewöhnliche  nordamerikanische  und
steht  auch  im  Preise  höher.

1 )  Es  gilt  hier  das  gleiche,  wie  bei  der  Einfuhr  in  Columbien  auf  S.  541  als  Fußnote  bemerkt.
        <pb n="568" />
        Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.

559

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Einfuhr.

Wichtigste  Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Italien

Spanien

Frankreich ­


In  1000  Mark

Baumwoll-  und  Spinnereiabfälle  .  20  t

0,01

—

—

13

—

—

Baumwollgewebe,  roh

1,33

14

122

1  183

—

—

—

Desgl.,  gebleicht

1,90

16

1000

853

13

24

—

Desgl.,  gefärbt,  buntgewebt,  bedruckt

n,66

134

1917

7  839

128

226

1393

Wirkwaren

0,52

272

—

183

13

64

—

Spitzen,  Tüll  und  Stickereien  ....

0,16

133

—

—

23

—

—

Sonstige  Baumwollwaren

0,58

21

408

136

17

—

—

Nähgarne

0,55

19

530

—

—

—

—

Woll-  und  Halbwollwaren

0,54

6l

—

iS

52

—

409

Seidenwaren

0,13

42

—

49

S

—

37

Leinenwaren

0,13

1

—

27

4

—

—

Jutewaren  und  Säcke

0,48

2

265

87

—  -

—

128

Garne,  nicht  näher  bezeichnet  ....

0,15

—

—

—

—

—

148

Konfektions-  und  Posamentierwaren  .

0,89

103

—

214

61

—

518

Hüte
Baumwoll-  und  Seidenwaren  aus  der

0,19

13

—

—

175

—

—

Schweiz,-  schätzungsweise  ....

0,80

—

—

—

—

—

—

20,02

831

4242

10  599

491

314

2633

Ausfuhr.

Wichtigste  Absatzländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Italien

Portugal

Frankreich ­


In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  und  Linters  .  3255  t

4,48

454

2020

215

951

757

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Textilwaren  betrug  20  Mill.  Mark.

Haiti  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2  500  000
Die  Dominikanische  Republik  eine  solche  von  ungefähr  .  .  708  000

3  208  000
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach  :
6,24  Mk.  mit  Jutewaren
6,08  „  ohne  „
Ergänzend  sei  hier  eingeschaltet,  daß  die  Einfuhr  von  Textilwaren  nach
der  kleineren  Dominikanischen  Republik  fast  die  gleiche  Höhe  wie  die  nach
Haiti  erreicht,  so  daß  der  tatsächliche  Verbrauch  pro  Person  und  Jahr  in  der
Dominikanischen  Republik  viel  höher  als  in  Haiti  ist.
        <pb n="569" />
        560

Guatemala.

Guatemala.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  9,3  Mill.  Mark 1 );
davon  Halbfabrikate  für  0,87,  Fertigwaren  für  8,45  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England  3,09  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  Amerika.  .  2,06  „  „
Deutschland  1,85  „  „
China  und  Japan  0,81  „  „

Italien  o,19  Mill.  Mk.
Frankreich  .0,12
Spanien  0,03
Andere  Länder  .  0,30

Produktion  der  Textilindustrie.
Guatemala  ist  unter  den  zentralamerikanischen  Staaten  der  einzige,  der
eine  fabrikmäßig  betriebene  Baumwollindustrie  besitzt,  die  allerdings  vorläufig
auch  noch  nicht  von  Bedeutung  ist.  1911  arbeitete  eine  große  Spinnerei  mit
6000  Spindeln;  außerdem  sind  ungefähr  150  mechanische  Webstühle  tätig.  Die
lose  Baumwolle,  deren  Einfuhrmenge  nicht  angegeben  ist,  wird  zum  größten
Teil  aus  den  Vereinigten  Staaten  und  aus  Mexiko  eingeführt.  Es  werden  die
einfachen  Baumwollgewebe  hergestellt.  Der  Produktionswert,  einschließlich  der
eingeführten  300  t  Garne,  kann  mit  3,5  Mill.  Mark  angenommen  werden.

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Verein.
Staaten

Italien

Frankreich ­


China
u.  Japan

In  1000

Mark

Baumwollgarne,  roh  oder  gebleicht  2001

0,52

105

386

_

13

„  gefärbt  1001

0,35

189

164

—

—

—

—

Nähgarne

0,25

34

210

8

—

—

—

Baumwollgewebe,  roh  oder  gebleicht  .  .  .

0,62

80

470

21

17

13

—

„  gefärbt

0,26

42

76

134

—

—

„  bedruckt

0,69

84

378

197

—

—

—

Zwillich  und  Flanelle

1,22

311

285

445

126

—

Musselin,  roh  und  gebleicht

1.91

113

874

844

—

—

—

Spitzen  und  Stickereien

0,29

109

126

38

—

—

Baumwolldecken

0,08

55

8

13

Wirkwaren

0,40

185

21

147

—

8

—

Woll-  und  Halbwollwaren

0,52

218

185

8

—

71

Seidenwaren

0,73

71

8

8

12

622

Baumwoll-  und  Wollkleider

0,34

139

143

42

—

4

—

Seidenkleider

0,24

13

13

—

13

185

Filzhüte

0,17

21

8

97

46

Säcke  aus  Jute  usw

0,73

391

294

42

—

—

9,32

2160

3636

'2057

201

122

807

Ausfuhr  keine.

\)  Nach  „Bulletin  of  the  Pan  American  Union“,  Washington  1914.
        <pb n="570" />
        Costarica.  Honduras.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

561

Die  Einfuhr  1913  an  Fertigwaren  betrug  8,5  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  3,5  „  „
12,0  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  12,0  Mill.  Mark  wird  gedeckt:
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  29,1  Proz.  zu  70,9  Proz.
Guatemala  hatte  im  Jahre  1913  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2  119000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
5,66  Mk.  mit  Julewaren
5,32  „  ohne

Costarica.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  7,3  Mill.  Mark;  davon  für

Baumwollwaren  .  .  .

.  .  .  4,32  Mill.  Mk.

Leinenwaren

.  .  .  0,09  Mill.  Mk.

Wollwaren

.  ■  •  0,92  „  „

Jutewaren

Seidenwaren  ....

•  •  •  0,77  „

Konfektionswaren  .  .  .

•  •  •  0,93  „  „

Ausfuhr  keine.

Die  Herkunftsländer  waren:

England

.  .  .  2,57  Mill.  Mk.

China

.  .  .  0,43  Mill.  Mk.

Vereinigte  Staaten  .  .

•  •  •  1,75  „  „

Italien

•  •  •  0,24  „

Deutschland

■  ■  •  1,46  „

Spanien

...  0,21  „  „

Frankreich

•  ■  ■  0,55  „  „

Andere  Länder  ....

.  .  .  0,09  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  7,3  Mill.  Mark.
Costarica  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  399000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
18,29  Mk.  mit  Jutewaren
17,62  „  ohne  „

Rep.  Honduras.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  6,1  Mill.  Mark;  davon
5,33  Mill.  Mark  für  Baumwollwaren;  0,50  Mill.  Mark  für  Konfektionswaren;
0,23  Mill.  Mark  für  Seiden-  und  Wollwaren  und  0,08  Mill.  Mark  für  Jutewaren.
Die  Herkunftsländer  waren:
Frankreich  0,24  Mill.  Mk.

Vereinigte  Staaten  3,13  Mill.  Mk.
England  1,88  „  „
Deutschland  0,63  „  „

-v

Spanien....
Andere  Länder

0,08
0,16

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  6,1  Mill.  Mark.
Die  Rep.  Honduras  hat  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  566000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
10,84  Mk.  mit  Jutewaren
10,70  „  ohne  „
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  •  36
        <pb n="571" />
        562

Salvador.  Nicaragua.

Salvador.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  8,6  Mill.  Mark J ).

Im  einzelnen:
Baumwollgewebe  und  Waren.  .  6,90  Mill.  Mk.
Wollwaren  0,28  „  „
Seidenwaren  0,56  „  „
Posamentierwaren  0,l8  „  „
Hüte,  ausgenommen  Strohhüte  .  0,16  „  „
Jutesäcke  •  o,S3  „  ,,
8,61  Mill.  Mk.

Die  Herkunftsländer  waren:

England  ....
Vereinigte  Staaten
Italien
Deutschland  .  .
Frankreich  .  .  .
Japan
China
Spanien  ....
Andere  Länder  .

4,71  Mill.  Mk.
1,46  „
0,70  „
0,41  „
0,40  „
0,34  „  „
0,19  „  „
0,11  „
0,29  „  „

Ausfuhr  keine.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  8,6  Mill.  Mark.
Salvador  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  l  225  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
7,03  Mk.  mit  Jutewaren
6,59  „  ohne  „

Nicaragua.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1914  an  Textilwaren  betrug  4,7  Mill.  Mark 2 );  davon

für  Baumwollwaren  3,48  Mill.  Mk.
„  Wollwaren  0,35  „  „

für  Seidenwaren  0,37  Mill.  Mk.
„  Waren  aus  sonst.  Pflanzenfasern, ­
  von  welchen  die  Hälfte
als  Verpackungsmaterial  dienen ­
  dürfte  0,51  „  „

Die  Herkunftsländer  sind  in  der  benutzten  Veröffentlichung  nicht  genau
angegeben,  aber  nach  einer  Zusammenstellung  aus  den  statistischen  Büchern
der  nachstehenden  Länder  waren  an  der  Einfuhr  nach  Nicaragua  beteiligt:

England  mit  2,57  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  ....  „  1,44  „  „
Deutschland  „  0,47  „  „

Frankreich  mit  0,10  Mill.  Mk.
Italien  „  0,13  „  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  4,7  Mill.  Mark.
Nicaragua  hatte  im  Jahre  1913  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  690  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
6,81  Mk.  mit  Jutewaren
6,45  „  ohne  „

B  Bulletin  of  the  Pan  American  Union  Washington  1914.
2 )  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1916,  Heft  93.
        <pb n="572" />
        Panama.  Britisch-Amerika.

563

36*

Panama.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1910  betrug  7,8  Mill.  Mark 1 );  davon

für  Baumwollwaren  3,55  Mill.  Mk.
„  Wollwaren  0,83  „  „
„  Seidenwaren  0,29  „  „

für  Leinenwaren  0,30  Mill.  Mk.
„  fertige  Kleider  2,09  „  „
„  sonstige  Textilwaren,  von
welchen  die  Hälfte  Jutematerial ­
  sein  dürfte  0,70  „  „

England
Vereinigte  Staaten
Deutschland  .  .  .
China  und  Japan  .
Schweiz

Die  Herkunftsländer  waren:

4,02  Mill.  Mk.
2,33  *  „
0,49  ,,  ,,
0,32  „  „
0,23  „

Italien  ....
Spanien  .  .  .
Frankreich  .  .
Andere  Länder

0,23  Mill.  Mk.
0,09  „
0,04  „
0,05  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  7,8  Mill.  Mark.
Panama  hatte  im  Jahre  1910  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  350  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
22,28  Mk.  mit  Jutewaren
21,30  „  ohne  „

Britisch-Amerika
(außer  Kanada).
a)  Britisch  -  Honduras.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  1,66  Mill.  Mark;  davon
0,95  Mill.  Mark  für  Baumwollwaren.
Die  Herkunftsländer  waren:
England  .  .  .  0,84  Mill.  Mk.  |  Amerika.  .  .  .  0,71  Mill.  Mk.  |  Deutschland.  .  0,05  Mill.  Mb.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,66  Mill.  Mark.
Britisch-Honduras  hatte  im  Jahre  19H  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  40458.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
41,03  Mark.

1 )  Nach  „Berichten  über  Handel  und  Industrie“  1912,  Band  XVII,  S.  404.
        <pb n="573" />
        564

Britisch-Amerika  (außer  Kanada).

b)  Neufundland  mit  Labrador.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911/12  betrug  7,30  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  waren:
England.  .  .  .  5,30Mill.  Mk.  |  Ver.  Staaten  .  .  1,47  Mill.  Mk.  |  Kanada  ....  0,53  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  7,30  Mill.  Mark.
Neufundland  mit  Labrador  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr ­
  242619.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrag  demnach:
30,08  Mark.

c)  Falklandinseln.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  betrag  im  Jahre  1911  0,30  Mill.  Mark,  die
ausschließlich  aus  England  eingeführt  wurden.
Die  Ausfuhr  nach  England  an  roher,  im  Inlande  gewonnener  Wolle  ist
verhältnismäßig  bedeutend,  sie  betrug  im  Jahre  1911  2106t  im  Werte  von
3,06  Mill.  Mark.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  0,30  Mill.  Mark.
Die  Falklandinseln  hatten  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  3  275.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrag  demnach:
91,63  Mark.
Der  hohe  Inlandsverbrauch  dürfte  zum  Teil  auf  den  starken  Verbrauch
an  Verpackungsmaterial  für  lose  Wolle,  sowie  auf  Bedarf  der  englischen  Marine
zurückzuführen  sein.

d)  Bermuda  -  Inseln.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  1,58  Mill.  Mark;  davon
0,70  Mill.  Mark  für  Webwaren  und  0,88  Mill.  Mark  für  Kleider.
Die  Herkunftsländer  waren:
England  1,17  Mill.  Mk.  |  Vereinigte  Staaten  0,41  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,58  Mill.  Mark.
Die  Bermuda-Inseln  hatten  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  18994.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrag  demnach:
83,18  Mark.
Der  sehr  hohe  Verbrauch  dürfte  sich  durch  den  starken  Fremdenverkehr
der  Bermuda-Inseln  erklären.
        <pb n="574" />
        Britisch-Amerika  (außer  Kanada).

565

e)  Britisch-Westindien.
(Jamaica,  St.  Vincent,  Trinidad  und  Tobago,  Bahamas,  Turks-  und  Caicosinseln,
Santa  Lucia,  Barbados,  Grenada,  Leewardinseln.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  31,16  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwoll-,  Weil-,  Seiden-  und  Leinenwaren  24,15  Mill.  Mk.
„  Konfektionswaren  und  Hüte  5,89  „  „
„  Jutewaren  1,12  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:

England
Vereinigte  Staaten
Britisch-Indien.  .
Deutschland  .  .  .

24,53  Mill.  Mk.
4,17  *  „
l,CO  „  „
0,38  „

Schweiz  .  .  .
Italien  ....
Andere  Länder

0,07  Mill.  Mk.
0,07  „
0,94  ,,  „

Die  Ausfuhr  an  roher  Baumwolle  betrug  1099t  im  Werte  von  1,2  Mill.  Mark.
An  dieser  sind  beteiligt:

Leewardinseln  mit  669  t
St.  Vincent  „  2441
Grenada  „  124  t

Barbados  mit  43  t
Jamaica  „  8  t
Bahamas  6  t

Daß  die  großen  Inseln  Jamaica  und  Trinidad  noch  so  wenig  Baumwolle
liefern,  ist  auf  eine  Beschädigung  der  Pflanzungen  durch  Insekten  zurückzuführen.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  31,16  Mill.  Mark.
Britisch-Westindien  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  1679800.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
18,55  Mk.  mit  Jute  waren
17,80  „  ohne  „

f)  Britisch-Guayana.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911/12  betrug  6,73  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwoll-,  Leinen-,  Woll-  und  Seidenwaren  4,04  Mill.  Mk.
„  Kleider,  Putzwaren  und  Hüte  1,89  „  „
„  Jutesäcke  0,80  „  „

England
Britisch-Indien  .  .
Vereinigte  Staaten
Schweiz

Die  Herkunftsländer  waren:

4,93  Mill.  Mk.
0,86  „
0,36  „
0,20  „  „

Deutschland  .
Frankreich  .  .
Japan  ....
Andere  Länder

0,16  Mill.  Mk.
0,07  „
0,02  „
0,13  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  6,73  Mill.  Mark.
Britisch-Guayana  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  296  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
22,73  Mk.  mit  Jutewaren
        <pb n="575" />
        566

Französisch-  und  Niederländisch-Amerika.

Französisch-Amerika.
(St.  Pierre  und  Miquelon,  Guadeloupe,  Martinique,  Guayana.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  5,41  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollwaren  2,97  Mill.  Mk.
„  Woll  waren  0,32  „  „
„  Seidenwaren  0,15  „
„  Leinen-,  Hanf-u.  Jutewaren  (ungefähr  zur  Hälfte  Jutewaren)  .  0,69  „  „
„  Konfektionswaren  1,28  „  „
Die  Herkunftsländer  waren:
Frankreich  .  .  5,22  Mill.  Mk.  Amerika.  .  .  .  0,11  Mill.  Mk.  |  Andere  Länder  0,08  Mill.  Mk.
Die  Ausfuhr  der  verschiedenen  Textilwaren  betrug  0,23  Mill.  Mark,
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr,  abzügl.  der  Ausfuhr,  betrug  5,18  Mill.  Mark  bei  einer  Bevölkerung ­
  von  ungefähr  450000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
11,51  Mk.  mit  Jutewaren
10,73  &amp;gt;,  ohne  „

Niederländisch-Amerika.
a)  Niederländisch-Guayana  (Surinam).
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  2,09  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollwaren  1  29  Mill.  Mk.
„  Woll-,  Seiden-  und  Leinenwaren  0,40  „
„  fertige  Kleider  0,40  „

Die  Herkunftsländer  waren:
Niederlande  1,52  Mill.  Mk.  Vereinigte  Staaten  0,11  Mill.  Mk.
Britisch-Guayana  0,42  „  „  Andere  Länder  0,04  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  2,09  Mill.  Mark  bei  einer  Bevölkerung  von  ungefähr  86  233.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
24,24  Mark.

b)  Curaqao.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  0,80  Mill.  Mark;  davon
aus  den  Niederlanden  0,026  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  betrug:
Baumwolle  entkernt  .  .  42  t  —  0,12  Mill.  Mk.  Wolle  roh  .  .  8  t  =  0,003  Mill.  Mk.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  0,80  Mill.  Mark  bei  einer  Bevölkerung  von  ungefähr  54469.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
14,69  Mark.
        <pb n="576" />
        C.  Die  Textilindustrie  Asiens  und  Australiens.

Asien  *).
Japan.  —  China.  —  Britisch  -  Indien.  —  Niederländisch  -  Indien.
Afghanistan.  —  Persien.  —  Siam.  —  Philippinen.  —  Straits  Settlements.
Aden.  —  Ceylon.  —  Cypern.  —  Malaiische  Staaten.  —  Britisch-Nordborneo.
  —  Sarawak.  —  Franz.  -  Indochina.  —  Franz.  -  Indien.
Australien.
Australischer  Bund.  —  Neuseeland.  —  Deutsch-Neuguinea.  —  Samoa-Inseln.
  —  Fidschi-Inseln.  —  Neukaledonien  und  sonstiges  französisches
Ozeanien.

l)  Die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  und  der  Türkei  sind  bei  den  beiden  Staaten  Europas
einbezogen.
        <pb n="577" />
        568

Asien  und  Australien.  Gesamtübersicht.

Die  Gewinnung  von  Textilrohstoffen  in  Asien  und  Australien  i).

Baumwolle

Wolle

Rohseide

Flachs

Jute

Tonnen

Milt.
Mk.

Tonnen

Mill.
Mk.

Tonnen

Mill.
Mk.

Tonnen

Mill.
Mk.

Tonnen

Mill.
Mk.

Asien.
Japan

900

0,9

15  554

485,3

8600

6,9

China

-  1911

950  000

1045,0

22  400

22,0

17  770

515,0

—

—

90  000

40,0

Britisch-Indien  .

1912/13

767  865

788,0

40  000

60,0

200

5,7

—

—

1725  350

724,0

Niederl.-Indien  .

•  1913

4000

3.2

—

—

—

—

—

—

—

—

Afghanistan  .  .

•  1913

3  000

2,7

10  000

10,0

—

—

—

—

—

—

Persien  .  .  .  .

1912/13

31600

26,9

24  000

24,0

500

13,5

—

—

—

—

Siam

1911/12

350

0,4

—

—

150

3,0

—

—

—

—

Philippinen.  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Straits  Settlements  .  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Aden

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Ceylon

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Cypern

.  1911

400

0,6

280

0,3

20

0,6

—

—

—

—

Malaiische  Staaten  .  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Britisch  -  Nordborneo  .  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Sarawak  .  .  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Frz.-Indochina  .

1911/12

7  700

8,5

—

—

125

2,5

—

—

—

—

Franz.-Indien  .  .

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

1765  815

1876,2

96680

116,3

34319

1025,6

8600

6,9

1815350

764,0

Gesamtwert  der  gewonnenen  Textilstoffe  3  789,3  Mill.  Mark.

Australien.
Australischer  Bund  .  1912  J

314  500

562,0

_

Neuseeland  .  .  .  1911/12

—

—

78000

140,0

—

—

—

—

—

—

Deutsch  -  Neuguinea  .  .  .

—

—

—

-

—

—

—

—

—

—

Samoa-Inseln

—

—

—

—

—

—

—

—

—

—

Fidschi-Inseln

—

—

—

-

_

—■

—

—

—

—

Neukaledonien  .  .  1911

175

0,2

—

-

—

—

—

—

—

—

175

0,2

392  foo

702,0

—

—

—

—

—

Gesamtwert  der  gewonnenen  Textilstofte  702,2  Milt.  Mark.

x )  Wo  die  angegebenen  Rohstoffmengen  von  den  Angaben  auf  S.  l  bis  22  abweichen,  sind  die
Mengen  in  der  vorliegenden  Tabelle  als  die  richtigeren  anzunehmen.
        <pb n="578" />
        Gewinnung  von  Textilstoffen.

569

Asien.

Baumwolle.  Die  Baumwollgewinnung  in  Asien  ist  eine  recht  bedeutende,
und  zwar  sind  die  Hauptgebiete  China  und  Britisch-Indien.  Die  Produktion
dieser  Länder  ist  auch  noch  sehr  steigerungsfähig  und  das  Gleiche  ist  der  Fall
in  Persien,  Afghanistan  und  Französisch-Indochina.

Der  Anteil  Asiens  an  der  Baumwollernte  der  Welt  beträgt

31,6  Proz.
58
4,3  „

Amerikas
Europas 1 )

Wolle.  Die  Wollproduktion  Asiens  ist  im  Verhältnis  zu  der  der  anderen
Erdteile  (s.  u.)  nicht  bedeutend;  der  Anteil  Asiens  an  der  Wollernte  der  Welt
beträgt  nur  6,8  Proz.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  ist  in  Asien  am  stärksten  verbreitet  und
der  Ertrag  an  Rohseide  ist  ganz  bedeutend  größer  als  der  Europas.
Von  der  Rohseidenernte  der  Welt,  die  im  Jahre  1912/13  41402  t  betrug,
entfallen  auf
Asien  34  319  t  =  82,9  Proz.
Europa  7083  t  =  17,1  „
Amerika,  Australien  und  Afrika  kommen  für  die  Rohseidengewinnung  nicht
in  Betracht.
Flachs.  Die  Flachsgewinnung  Asiens  ist  bis  jetzt  noch  unbedeutend.
Nur  in  Japan  ist  die  Kultivierung  der  Flachsfaser  in  den  letzten  Jahren  in
größerem  Umfange  begonnen  worden.
Jute.  Die  ganze  in  der  Welt  verarbeitete  Jute  stammt  bekanntlich  aus
Asien  bzw.  aus  Britisch-Indien  und  in  den  letzten  Jahren  zu  einem  kleinen
Teile  auch  aus  China.

Australien.

Wolle.  Australien  kommt  in  der  Gewinnung  von  Textilrohstoffen  nur
für  Wolle  in  Betracht,  wovon  es  beträchtliche  Mengen,  mehr  als  ein  Viertel
des  Weltertrages,  produziert.
An  der  Weltproduktion  an  roher  Wolle  sind  beteiligt:

mit  27,5  Proz.

Australien
Europa  1 )
Amerika
Asien  .

32,8  „

Afrika

l )  Stammt  jedoch  hauptsächlich  aus  den  asiatischen  Gebieten  Rußlands  und  der  Türkei,  die
zu  den  europäischen  Staaten  gerechnet  sind.
        <pb n="579" />
        570

Asien  und  Australien.  Gesamtübersicht.

Ein-  und  Ausfuhr
Asiens  und  Australiens  an  Rohstoffen,  ffalbfabrikaten  und  Fertigwaren.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe

Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Asien.

Japan

1911

340,4

11,5

54,9

289,5

87,9

153,9

China

1911

2,5

187,9

274,0

268,2

24,4

59,4

Britisch-Indien

1912A3

56,6

410,4

540,0

794,8

145,1

337,0

Niederländisch-Indien  .  .  .

1913

0,6

23,9

189,6

3,3

—

2,9

Afghanistan

1912/13

—

—

32,0

12,7

—

—

Persien

1912/13

1,4

5,1

82,6

44,0

—

27,0

Siam

1911/12

0,2

2,5

32,4

0,8

—

1,6

Philippinen

1910/11

0,6

4,4

45,3

—

—

2,8

Straits  Settlements  .  .  .  .

1911

2,7

4,7

79,3

3,0

3,1

32,0

Aden

1912/13

0,1

2,0

20,8

0,2

1,6

17,7

Ceylon

1911

0,3

—

22,4

—

—

—

Cypern

1911

—

—

3,1

1,3

—

—

Malaiische  Staaten  .  .  .  .

1911

—

—

10,9

—

—

—

Br.-Nordborneo  m.  Sarawak

1911

—

—

3,2

—

—

—

Französisch-Indochina  .  .  .

1911

2,4

6,2

35,5

3,3

2,0

0,6

Französisch-Indien  .  .  .  .

1911

2,3

—

0,6

—

3,0

5,7

410,1

658,6

1426,6

1421,1

267,1

640,6

Gesamt-Ein-  und  Ausfuhr  .  .

2  495,3

2  328,8

Australien.

Australischer  Bund  ....

1912

6,1

16,0

328,8

531,0

6,6

2,7

Neuseeland

1912

0,3

2,1

84,3

144,9

—

0,9

Deutsch-Neuguinea  .  .  .  .

1912

—

—

1,1

—

—

—

Samoa-Inseln

1912

—

—

1,0

—

—

—

Fidschi-Inseln

1911

—

—

3,5

—

—

—

Neukaledonien  usw.  .  .  .

1911

—

—

3,1

0,1

—

0,1

6,4

18,1

421,8

676,0

6,6

3,7

Gesamt-Ein-  und  Ausfuhr  .  .

446,3

686,3
        <pb n="580" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen,  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren.

571

Asien.
Die  Einfuhr  an  Rohstoffen  ist  nur  in  Japan  und  Britisch-Indien  eine
erhebliche,  und  zwar  führt  Japan  hauptsächlich  Baumwolle  und  Wolle,  Britischindien ­
  Baumwolle  und  Seide  ein.
Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  aus  Asien  ist  sehr  bedeutend.  Es  werden
ausgeführt:  sehr  große  Mengen  Rohseide  aus  Japan  und  China,  bedeutende
Mengen  Jute  aus  Britisch-Indien  und  schließlich  ziemlich  große  Mengen  Rohbaumwolle ­
  aus  Britisch-Indien,  China  und  Persien.  Außerdem  wird  Rohwolle
ausgeführt  aus  Britisch-Indien,  China  und  Afghanistan.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  umfaßt  vornehmlich  rohe
Baumwollgarne  und  -gewebe,  die  in  Japan,  China  und  Britisch-Indien  eine  sehr
große  Rolle  spielen.  Japan  führt  nur  geringe  Mengen  roher  Garne  und  Gewebe
ein,  wogegen  es  in  großen  Mengen  Garne  nach  China  ausführt.  Britischindien ­
  führt  ziemliche  Mengen  roher  und  gefärbter  Garne  ein,  und  außerdem
sehr  große  Mengen  roher  Gewebe,  die  fast  ausschließlich  aus  England  stammen.
China  führt  große  Mengen  Garne  aus  Japan  und  Britisch-Indien  ein,  ferner  in
geringeren,  wenn  auch  immer  noch  bedeutenden  Mengen  rohe  Gewebe  aus
England.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  von  bedeutendem  Umfang,  und  zwar
sind  Britisch-Indien,  China  und  Niederländisch-Indien  die  Haupteinfuhrländer,
doch  werden  auch  von  Persien,  Japan,  den  Philippinen  und  anderen  Ländern
größere  Mengen  Fertigwaren  eingeführt.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  umfaßt  vornehmlich  die  Seiden-  und
Baumwollwaren  aus  Japan,  die  Seidenwaren  aus  China,  die  Jutewaren  aus
Britisch-Indien  —  das  auch  bereits  ziemliche  Mengen  Baumwollwaren  nach
Afrika  liefert  —  und  schließlich  die  Teppichwaren  aus  Persien.
Die  größere  Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  in  den  Straits  Settlements
und  Aden  erklärt  sich  durch  den  bedeutenden  Durchgangsverkehr  dieser  Häfen.

Australien.
In  Australien  tritt  besonders  die  große  Einfuhr  an  Fertigwaren  hervor.
Im  Vergleich  zu  Asien  ergibt  sich  in  dieser  Richtung  folgendes  Verhältnis:
Die  Bevölkerung  Australiens  steht  gegen  die  Asiens  im  Verhältnis  wie  ...  10:  1360
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  „  „  „  „  »  »  »  „  ....  10:34
        <pb n="581" />
        572

Asien  und  Australien.  Gesamtiibersicht.

Einfuhr  Asiens  und  Australiens
an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern  geordnet.
In  Millionen  Mark

Einfuhr  aus

Deutschland ­


England
einschl.
Hongkong

Frankreich ­


Rußland ­


Niederlande ­


Verein.
Staaten

Japan

Brit.-Indien


Andere
Länder

nach  Asien:

Japan

5,9

45,3

0,5

—

1,1

—

—

—

2,1

China

7,2

169,6

3,6

9,2

2,3

24,9

44-9

5,5

6,8

Britisch-Indicn  .  .

30,4

417,5

6,9

—

12,9

0,2

30,0

—

42,2

Niederl.-lndien  .  .

6,9

69,1

1,1

—

70,0

—

2,2

8,4

31,9

Afghanistan  .  .  .

—

—

—

11,4

—

—

—

20,0

0,6

Persien

4,1

26,0

1,7

37,6

—

—

—

7,2

6,0

Siam

1,4

17,2

o,3

—

1,3

—

1,2

3,3

7,7

Philippinen  .  .  .

2,4

15,0

0,8

—

0,1

18,2

3,1

0,6

5,1

Straits  Settlements

4,7

4  7,8

0,2

—

1,4

—

3,1

8,1

14,0

Aden

0,1

2,5

—

—

—

8,9

—

5,8

3,4

Ceylon

1,4

13,4

0,1

—

o,9

0,2

0,7

4,4

1,3

Cypern

0,2

1,5

—

—

—

—

—

—

1,4

Malaiische  Staaten

1

10,9

Britisch  -  Nordbor-&amp;gt;

  Die  Herkunftsländer  der  Einfuhr  sind  nicht  angegeben.

neo  usw

J

3,2

Franz.-Indochina  .

0,1

6,7

18,8

-  1

-  1

-  i

0,1

i  14

84

Franz.-Indien  .  .

Die  Herkunftsländer  der  Einfuhr  sind

nicht  angegeben.

0,6

64,8

831,6

34,0

58,2

90,0

52,4

85,3

64,7

145,6

nach  Australien:

Australischer  Bund

10,1

269,7

1,0

—

—

6,8

8,2

23,4

9,6

Neuseeland  .  .  .

o,8

7o,8

—

—

—

1,2

1,5

6,0

4,0

Deutsch-Neuguinea

o,5

0,2

—

—

—

—

—

—

0,4

Samoa-Inseln  .  .

o,3

0,1

—

—

—

0,01

—

—

0,6

Fidschi-Inseln  .  .

0,3

1,6

0,1

—

—

—

0,1

0,3

1,1

Neukaledonien  usw.

—

0,1

2,6

—

—

0,1

—

—

0,3

12,0

342,5

3,7

—

—

8,1

9,8

29,7

16,0
        <pb n="582" />
        Einfuhr  an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern.

573

Asien.
Deutschlands  Anteil  an  der  Einfuhr  von  Fertigwaren  nach  Asien  beträgt ­
  insgesamt  nur  4,5  Proz.,  Englands  Anteil  dagegen  57,8  Proz.  Dabei  ist
noch  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  England  auch  Halbfabrikate  in  sehr  großen
Mengen  dorthin  einEührt.
Die  Anteile  Deutschlands  an  der  Fertigwareneinfuhr  in  die  einzelnen
asiatischen  Länder  betragen:

Japan  10,7  Proz.
China  2,6  „
Britiscb-Indien  •  .  5,6  „
Niederl.  Indien  .  .  3,6  „

Persien  4&amp;gt;9  Proz.
Siam  4,3  &amp;gt;,
Philippinen  ....  5,3  ,,
Straits  Settlements  .5,9  „
Die  Einfuhr  Deutschlands  nach  den  übrigen  asiatischen  Ländern  kommt
nicht  in  Betracht.
Nächst  England  sind  die  Niederlande  an  der  Fertigwareneinfuhr  am

Ceylon  6,3  Proz.
Cypern  6,4  „
Aden  0,5  „
Franz.  Indochina  .  0,3  „

stärksten  beteiligt,  was  vornehmlich  in  ihrer

verhältnismäßig

hohen  Einfuhr

nach  Niederländisch-Indien  zum  Ausdruck  kommt.
Rußlands  Einfuhr  an  Fertigwaren  nach  Asien  erstreckt  sich  nur  auf
Persien,  Afghanistan  und  China.  In  den  beiden  ersteren  Staaten  ist  die  Einfuhr
aus  Rußland  bereits  ziemlich  bedeutend.
Die  Vereinigten  Staaten  besitzen  eine  bedeutendere  Einfuhr  an  Fertigwaren ­
  nach  China,  den  Philippinen  und  Aden,  ihr  prozentualer  Anteil  an  der
Einfuhr  nach  den  beiden  letzteren  ist  sogar  ein  verhältnismäßig  sehr  hoher.
Frankreichs  Fertigwareneinfuhr  nach  Asien  ist  im  Verhältnis  zu  den
anderen  Ländern  nicht  groß.  Erheblich  ist  nur  seine  Einfuhr  nach  Indochina,
und  zwar  entfallen  von  der  Gesamteinfuhr  in  Indochina  53  Proz.  auf  Frankreich.
Australien.
Deutschlands  Anteil  an  der  Fertigwareneinfuhr  nach  Australien  beträgt  insgesamt  .  .  2,8  Proz.
Englands  „  „  „  „  „  „  „  „  .  .  81,0  „
England  beherrscht  somit  den  australischen  Markt  fast  vollständig.  Außerdem ­
  sind  noch  Britisch-Indien,  Japan  und  die  Vereinigten  Staaten  mit  niedrigeren
Werten  an  der  Einfuhr  beteiligt.

Zur  Ergänzung  sei  nachstehend  noch  die  Einfuhr  an  Fertigwaren  aus
Österreich-Ungarn,  Italien  und  der  Schweiz  nach  Asien  und  Australien  angeführt.
In  Millionen  Mark.

Japan

China

Britischindien ­


Niederl.-Indien


Persien

Siam

Philippinen

Straits
Settlements

Aden

Cypern

Australisch.
Bund

Neuseeland

Einfuhr  aus:
Österreich-Ungarn  .  .  .

0,1

0,3

8,1

1,5

0,1

0,1

0,7

0,6

0,3

0,2

Italien

0,4

1,0

9,1

5,1

0,9

0,3

0,6

1,8

0,4

0,6

1,2

0,2

der  Schweiz

1,0

—

4,3

o,7

0,2

0,5

1,2

—

—

—

—

—
        <pb n="583" />
        574

Asien  und  Australien.  Gesamtübersicht.

Produktion  und  Inlandsverbrauch  Asiens  und  Australiens  an  Textilwaren.

-

Inlandsverbrauch ­

(mit  Jutewaren) ­


Der  Inlandsverbrauch ­
  wurde
gedeckt

Verbrauch  an
Textilwaren

Produktion

durch  inländische ­

Produktion ­


durch
Einfuhr

und  Jahr,  und
zwar  ohne
Jutewaren

Millionen  Mark

Proz.

Proz.

Mk.

Asien:

Japan

1911

1334,9

1  148,5

95,2

4,8

16,77

China

1911

4083,5

4  273,7

93,6

6,4

9,54

Britisch-Indien

1912/13

2921,1

2  979,0

83,2

16,8

8,79

Niederländisch-Indien.  .

1913

163,4

349,8

46,7

53,3

8,93

Afghanistan

1912/13

6,0

38,0

16,0

84,0

8,54

Persien

1912/13

64,4

120,0

53,7

46,3

12,57

Siam

1911/12

12,0

44,4

27,1

72,9

5,i8

Philippinen

1910/11

10,0

55,3

18,1

81,9

6,49

Straits  Settlements  .  .  .

1911

—

47,3

—

100,0

65,51

Aden

1912/13

—

3,1

—

100,0

67,15

Ceylon

1911

—

22,4

—

100,0

5,47

Cypern

1911

—

3,1

—

100,0

10,62

Malaiische,  Staaten  .  .  .

1911

—

10,9

—

100,0

6,19

Britiseh-Nordborneo  mit

Sarawak

1911

—

3,2

—

100,0

4,52

Französisch-Indochina.  .

1911

53,9

89,4

60,3

39,7

4,97

Französisch-Indien  .  .  .

1911

15,0

6,9

91,5

8,5

21,24

a

8  664,2

9195,0
bzw.  ohne
Jutewaren
8  892,4

Australien:

Australischer  Bund  .  .  .

1912

74,2

400,2

18,5

81,5

77,33

Neuseeland

1912

10,9

94,7

n,5

88,5

82,58

Deutsch-Neuguinea  ,  .  .

1912

—

1,1

—

100,0

1,87

Samoa-Inseln

1912

—

1,0

—

100,0

26,40

Fidschi-Inseln

1911

—

3,5

—

100,0

20,87

Neukaledonien  usw.  .  .

1911

—

3,o

—

100,0

36,12

85,1

503,5
bzw.  ohne
Jute  waren
466,4
        <pb n="584" />
        Produktion  und  Inlandsverbrauch.

575

Von  der  Produktion  Asiens  und  Australiens  in  Höhe  von  8749,3  Milk
Mark  entfallen  auf  die

Baumwollindustrie  .
Wollindustrie  .  .  .
Seidenindustrie  .  .
Leinenindustrie  .  .
Juteindustrie  ,  .  .
Konfektionsindustrie

6  875,2  Mill.  Mk.
3io,o  „
865,3  „  »
38,0  „
595,6  „  „
65,2  „

8  749,3  Mill.  Mk.

Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  in  Asien  und  Australien  ist  trotz
der  viel  größeren  Bevölkerung  niedriger  als  in  Europa  oder  Amerika.

Der  Inlands  verbrauch  pro  Person  berechnet  ist  in  Asien  viel  niedriger
und  in  Australien  wesentlich  höher  als  der  Verbrauch  pro  Person  in  Europa
oder  Amerika.

Nach  den  später  folgenden  Angaben  bei  den  einzelnen  Ländern  berechnet
sich  die
Gesamtbevölkerung  Asiens  (ohne  die  asiatischen  Gebiete  Rußlands  u.  d.  Türkei)  .  .  auf  916  320  OOO
„  Australiens  6  719  000
Danach  ergibt  sich  ein

Durchschnittsverbrauch  Asiens  pro  Person  und  Jahr  .  .  .  von  9,74  Mk.
„  Australiens  „  „  „  „  .  .  .  69,42  „
während  der  „  Amerikas  „  „  „  57,76  „
und  der  „  Europas  „  „  „  37,89  „

beträgt.
Der  niedrige  Verbrauch  an  Textilwaren  in  Asien  liegt  in  den  dortigen
Verhältnissen  begründet,  denn  die  kleine  Verbrauchsziffer  zeigt  sich  mit  nicht
bedeutenden  Unterschieden  bei  allen  asiatischen  Staaten.  Nur  die  Straits  Settlements ­
  und  Aden  weisen  einen  höheren  Verbrauch  auf,  und  zwar  wahrscheinlich,
weil  sie  gleichzeitig  bedeutende  Handelsplätze  sind.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  in  Australien  ist  ein  so  sehr  hoher,  weil
Australien  und  Neuseeland,  infolge  ihrer  bedeutenden  Ausfuhr  an  AVolle,  Getreide, ­
  Fleisch,  Fetten,  Fellen,  Gold  und  anderen  Mineralien  in  Millionen  von
Werten,  besonders  reiche  Länder  sind.
        <pb n="585" />
        576

Japan.  Textilindustrie.

Japan
(einschl.  Korea  und  Formosa).
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.

In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

332,6

148,7

305,5

1,5

25,7

1,1

84,4

63,2

Wolle

59,8

1,1

23,6

10,0

26,2

—

—

1,1

Seide

3,9

373,9

3,9

—

—

288,4

3,5

82,0

Leinen  und  Jute  ....

9,3

0,4

7,4

—

1,9  .

—

—

0,4

Konfektion

1,1

7,2

—

—

1,1

—

—

7,2

.  406,7

531,3

340,4

n,S

54,9

289,5

87,9

153,9

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr

  beträgt

1079,0

939,6

—■

—

--—



—

—

Der  Anteil  der  Textil-Industrie

  am  Außen-Proz.



Proz.

handel  beträgt  demnach

37,7

56,5

—

—

—

—

—

—

Die  Textilindustrie  besitzt  für  Japan  eine  sehr  große  Bedeutung,  was  sich
auch  in  dem  hohen  Anteil  der  Textilindustrie  am  Gesamtaußenhandel  zeigt,
welcher  in  der  Ausfuhr  56,5  Proz.  beträgt.  In  keinem  anderen  Staate  ist  dieser
Anteil  auch  nur  annähernd  so  hoch.  In  der  Schweiz  z.  B.,  deren  Textilindustrie
im  Anteil  an  der  Gesamtausfuhr  des  Landes  unter  den  europäischen  Staaten  die
erste  Stelle  einnimmt,  beträgt  er  nur  42,7  Proz.
Die  Produktion  Japans  an  Textilwaren  ist  nicht  so  groß,  wie  dies  vielfach
angenommen  wird;  sie  beträgt  1334,9  Mill.  Mark  und  kann  in  Größe  mit  den
Textilindustrien  Amerikas,  Englands,  Frankreichs  und  Deutschlands  nicht  annähernd ­
  verglichen  werden.  Am  nächsten  steht  sie  der  Textilindustrie  Italiens,
deren  Produktion  1517,1  Mill.  Mark  beträgt  und  nur  deshalb  größer  ist,  weil
Italien  neben  den  anderen  Industrien  auch  eine  entsprechende  Wollproduktion
besitzt,  während  diese  in  Japan  unbedeutend  ist.  Andererseits  sind  die  Baumwollund
  Seidenindustrien  in  Japan  größer  als  in  Italien  bzw.  sind  sie  überhaupt  die
Hauptindustrien  des  Landes.
Die  Bedeutung  der  Textilindustrie  Japans  liegt  auch  weniger  in  ihrer
Größe,  als  vielmehr  darin,  daß  sie  durch  ihre  niedrigen  Arbeitslöhne  eine
fast  unbeschränkte  Ausdehnungsfähigkeit  für  die  billigen  Massenartikel  besitzt.
        <pb n="586" />
        T  extilindustrie.  Inlandsrohstoff  e.

577

Arbeitslöhne  für  weibliche  Arbeiter  (1913)  von  annähernd  0,70  Mk.  und  für
männliche  von  annähernd  1,20  Mk.  pro  Tag,  dabei  eine  zwölfstündige  Arbeitszeit ­
  und  jeweilig  dreijährige  fast  unlösbare  Kontrakte  sind  Verhältnisse,  wie  sie
in  anderen  Industriestaaten  nicht  zu  finden  sind.
Allerdings  ist  die  Erwartung  berechtigt,  daß  sich  die  Ausdehnung  der
Textilindustrie  Japans  in  erster  Linie  auf  Artikel  erstrecken  wird,  bei  denen  es
mehr  auE  die  Menge  als  auf  die  Güte  ankommt.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

Etwa  900  t  rohe  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  .  .  .  0,9  Mill.  Mark
„  15  554t  Rohseide  im  ungefähren  Werte  von  485,3  „  „
„  8600  t  Flachs  *  „  „  „  6,9  „  „
493,1  Mill.  Mark

Baumwolle.  Der  Erntegewinn  an  Baumwolle  ist  in  Japan  in  stetem  Rückgänge ­
  begriffen.  Im  Jahre  1901  betrug  die  Ernte  *)  an  unentkernter  Baumwolle
noch  16757  t  und  im  Jahre  1910  nur  noch  2741t.  Da  der  Anbau  in  Japan  nicht
mehr  lohnend  ist  und  die  Verwaltung  großes  Gewicht  darauf  legt,  daß  dem
Lande  die  jährliche  Ausgabe  von  mehr  als  300  Mill.  Mark  für  rohe  Baumwolle
erspart  bleibt,  wurden  Versuche  unternommen,  um  in  Neujapan  (Korea  und
Formosa)  Baumwolle  zu  pflanzen.
Korea 2 ).  Nach  dem  von  dem  japanischen  Generalgouvernement  herausgegebenen ­
  Jahresbericht  über  „Reforms  and  Progress  in  Korea“  hat  sich  Zenlado,
die  südlichste  Provinz  Koreas,  für  die  Kultur  als  am  geeignetsten  erwiesen,  und
hier  wurden  die  Versuche,  besonders  nach  der  Annexion,  unter  der  Leitung  der
landwirtschaftlichen  Versuchsstation  Suigen  konzentriert.  Da  sich  gezeigt  hat,
daß  die  amerikanische  „Upland“-Baumwolle  die  besten  Ergebnisse  zeitigte,  wurde
der  Anbau  auf  diese  Abart  beschränkt  und  davon  im  Jahre  1910  etwa  13,8  t
Samen  verteilt.  22  Musterkulturen  sind  an  sorgfältig  ausgewählten  Plätzen  angelegt ­
  worden.  Die  Entwickelung  des  Unternehmens  in  den  letzten  Jahren  bis
1910  veranschaulicht  folgende  Tabelle:

Jahr

Areal  der
Anpflanzungen
ha

Gewonnene
Baumwolle
Tonnen

Zahl
der  beschäftigten
Personen

1906

51,6

15,0

347

1907

66,2

46,2

921

1908

196,9

84,8

4  475

1909

412,0

270,1

8336

1910

1  123,0

507,2

20  987

Im  Jahre  1911  betrug  die  Ausbeute  bereits  15  374  t.

J )  Annuaire  financi&amp;amp;re  et  dconomique  du  Japon  1912.  Tokio,  Imprimerie  imperiale.
2 )  Bericht  des  Kaiserl.  deutschen  Konsulats  in  Nagasaki.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  37
        <pb n="587" />
        578

Japan.  Textilindustrie.

Formosa 1 ).  In  Formosa  sind  die  Versuche  noch  nicht  einmal  so  weit
gediehen  wie  in  Korea.  Dort  hat  eine  aus  den  Spinnereiunternehmern  Altjapans
zusammengesetzte  Genossenschaft  in  der  Präfektur  Tainan  ein  Areal  von  398,4  ha
Flächeninhalt  erworben,  um  Anpflanzungsversuche  vornehmlich  mit  amerikanischer,
daneben  aber  auch  mit  indischer  Baumwolle  vorzunehmen.  Es  ist  angeblich
gelungen,  die  chinesische  Ackerbaubevölkerung  für  die  Kulturen  zu  interessieren.
Auch  verschiedene  Zuckerfabriken,  die  landwirtschaftliche  Versuchsstationen
unterhalten,  haben  auf  Anregung  der  Regierung  versuchsweise  Baumwollplantagen
angelegt.  Über  das  Ergebnis  verlautet,  daß  1  ha  etwa  13,5  dz  Rohbaumwolle
liefert,  aus  denen  sich  etwa  6  dz  entkernte  Baumwolle  im  Werte  von  735  Mark
hersteilen  lassen  sollen.  Die  amerikanische  Baumwolle  soll  im  letzten  Jahre
durch  Taifune  fast  vernichtet  worden  sein,  und  da  diese  Stürme  Formosa  jeden
Sommer  zwei-  bis  dreimal  heimzusuchen  pflegen,  so  dürfte  man  der  Baumwollkultur
  auE  der  Insel  eine  schlechte  Prognose  zu  stellen  berechtigt  sein,  zumal
dort  auch  die  Gefahr  des  Insektenfraßes  groß  ist.
Nach  Vorstehendem  dürften  auch  im  günstigsten  Falle  Jahrzehnte  vergehen,
bis  die  inländische  Produktion  sich  bei  der  Versorgung  des  japanischen  Baumwollmarktes
  fühlbar  macht.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Japan  nur  spärlich  verbreitet.  Die  Zahl  der
Schafe  betrug  im  Jahre  1910  nur  3357.  Die  für  die  Wollindustrie  gebrauchte
Wolle  wird  eingeführt.
Seide.  Japan  hat  unter  allen  Ländern  die  am  stärksten  entwickelte  Seidenraupenzucht, ­
  die  stetig  an  Bedeutung  zunimmt.
Gewonnen  wurden:

Im  Jahre

Normale
Kokons

Doppelkokons

Beschädigte
Kokons

Kokonsabfälle

Insgesamt

In  1000  Hektoliter

1902
19H

3  667
6215

481
808

93
118

357
529

4  598
7  670

Eine  ähnliche  Steigerung  zeigt  sich  naturgemäß  an  der  gewonnenen  Rohseide. ­
  Die  Produktion  betrug  in  Tonnen:

Im  Jahre

Rohseide

Bourettseide

1901

9232

243

1910

iS  554

291

Die  Produktion  von  Rohseide  in  Korea  betrug  im  Jahre  1915  ungefähr
240  t,  da  nach  einer  Mitteilung  des  „Bulletin  de  l’association  sericole  du  Japon“
dort  im  Jahre  1915  59*56  Koku  106712  hl  Kokons  gewonnen  wurden.

Bericht  des  Kaiserl.  deutschen  Konsulats  in  Nagasaki.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie.
        <pb n="588" />
        Inlandsrohstoffe.  Produktion.

579

37*

Welche  große  Bedeutung  die  Seidenraupenzucht  für  Japan  hat,  geht  daraus
hervor,  daß  im  Jahre  1910  die  Zahl  der  Betriebe  und  Familien,  die  sich  mit  der
Gewinnung  von  Rohseide  beschäftigten,  375587  betrug,  und  zwar  waren  davon
371  533  mit  weniger  als  10  Arbeiter  und
4  054  „  mehr  „  10  „
Die  Zahl  der  Seidenspinnereien  betrug  zur  gleichen  Zeit  2834,  davon
2  333  mit  Motorbetrieb  und
SOI  ohne  „
Beschäftigt  waren  im  Jahre  1910  in  den  Seidenspinnereien
Männliche  Arbeiter  über  14  Jahre  mit  einem  Durchschnittslohn  von  78  Pf.  pro  Tag  .  .  .  9  395
Weibliche  „  „  14  „  „  „  „  „  57  *  „  „  .  .  .  163  529
Männliche  „  unter  14  „  „  „  „  „  3 2  „  „  „  .  .  .  266
Weibliche  „  „  14  „  „  „  „  »  31  »„»•••  15  348
Flachs.  Der  Anbau  von  Flachs  wird  in  den  letzten  Jahren  besonders  im
nördlichen  Japan  sehr  gepflegt,  und  zwar  mit  so  gutem  Erfolge,  daß  dort  bereits
die  höchsten  Durchschnittserträge  pro  Flektar  erzielt  werden.  Es  zeigt  sich  dies
auch  an  der  steigenden  Ernte  an  Flachsfaser  der  letzten  Jahre.  Die  Ernte  betrug ­
  nach  dem  „Annuaire  internationale  de  statistique  agricole  Rom“
1910/11  1911/12  1912/13  1913/14
8585  t  11271t  14097  t  20620  t

Produktion  der  Textilindustrie  Japans.
Die  Zahl  der  in  der  Textilindustrie  beschäftigten  Arbeiter  betrug  im  Jahre

1910  425955.
Davon  waren:
Männliche  Arbeiter  über  14  Jahre  mit  einem  Tageslohn  von  ungefähr  77—9p  Pf.  ....  51954
Weibliche  „  „  14  „  *  „  „  »  ..  52—58  „  .  .  .  .  336  533
Männliche  „  unter  14  „  „  „  „  »  *  27—40  „  •  •  •  ■  2  569
Weibliche  „  „  14  „  „  „  „  „  *  27  42  „  .  34  899

Der  Textilindustrie  kommt  die  große  Zahl  der  weiblichen  Arbeitskräfte
zu  statten,  die  87,2  Proz.  der  Arbeiter  beträgt,  ferner  der  dortige  äußerst
niedrige  Arbeitslohn 1 ),  der,  wie  aus  der  folgenden  Aufstellung  zu  ersehen  ist,
bei  männlichen  Arbeitern  im  Jahre  1910  pro  Tag  88  Pf.,  bei  weiblichen
56V2  Pf-  betrug.
Von  den  einzelnen  Industrien  haben  sich  besonders  die  Baumwoll-  und
Seidenindustrie  stark  entwickelt.
!)  Die  Arbeitsverhältnisse  in  Japan  sind  ganz  abweichend  von  den  europäischen  Verhältnissen. ­
  Man  arbeitet  Tag  und  Nacht  bei  zwölfstündigem  Schichtwechsel.  Die  Arbeiter  —  zumeist
weibliche  —  sind  vielfach  den  Unternehmungen  auf  drei  Jahre  verpflichtet,  und  diese  Verpflichtungen ­
  lassen  sich  nur  äußerst  schwer  rückgängig  machen.
        <pb n="589" />
        580

Japan.  Textilindustrie.

Baumwollindustrie.  Japan  hatte:

Im  Jahre

Fabriken

Spindeln

Webstühle

1901  x )

81

1  181  762

—

1910  x )

92

1  896  601

—

1913  2 )

109

2  203  978

20634

Inzwischen  soll  sich  im  Jahre  1915  die  Zahl  der  Spindeln  um  mehr  als
500  000  und  die  Zahl  der  Webstühle  um  3000  vermehrt  haben.
Eine  sehr  gute  Übersicht  über  die  Entwickelung  der  Spinnereien  ergeben
folgende  Daten  des  „Annuaire  du  Japon  1912“:

Im  Jahre

Verarbeitete
Baumwolle
Tonnen

Produktion
an  Garnen
Tonnen

Baumwollabfälle

Tonnen

Produktion
an  Abfallgarnen ­

Tonnen

Beschäftigte
Arbeiter
und  ihr
Tageslohn

Beschäftigte
Arbeiterinnen
und  ihr
Tageslohn

1901

145  057

124  184

15  346

1  789

13481

49  540

66  Pf.

43  Pf.

1910

241  132

211  468

29  726

2  102

17  744

74  475

88  Pf.

56V2  Pf.

Die  Produktion  der  Baumwollgewebe  ergibt  nach  der  gleichen  Quelle
folgende  Entwickelung:

Im  Jahre

Gebleichte
Gewebe

Futako-ori
(Gewebe  mit
doppelter  Kette)

Crepe

Flanelle

Sonstige
Baumwollgewebe ­


Insgesamt

Produktionswert  in  Millionen  Mark

1901
1910

27,1
79,7

20,5
40,9

3.5
12,9

17,2
31,6

34,4
88,9

102,7
254,0

Wirkwarenindustrie.  Über  diese  Industrie  liegt  ein  gründlicher  Bericht  des
Handelssachverständigen  beim  deutschen  Generalkonsulat  in  Yokohama  vor,  der
nachstehend  wiedergegeben  sei 3 ):
Die  japanische  Wirkwarenindustrie  hat  in  dem  letzten  Jahrzehnt  so  erhebliche ­
  Fortschritte  gemacht,  daß  baumwollene  Wirkwaren  für  den  Volksbedarf
überhaupt  nicht  mehr  eingeführt  werden;  es  bleibt  nur  ein  ganz  geringer  Bedarf
hierin  für  anspruchsvollere  Japaner  und  für  wenige  Tausend  Europäer  durch
Einfuhr  zu  decken.  So  wurden  im  letzten  Jahre  noch  für  97300Mark  baumwollene
Unterhemden  und  -hosen,  für  114600  Mark  Strümpfe  und  für  l88900Mark
gewirkte  Handschuhe  nach  Japan  eingeführt;  auch  die  Einfuhr  halbwollener
Unterwäsche  ist  auf  214  600  Mark  zurückgegangen.
x )  Annuaire  du  Japon  1912.
ä )  Siehe  S.  6.
3 )  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“  1914,  Heft  120.
        <pb n="590" />
        Produktion.

581

Die  Mittelpunkte  der  japanischen  Wirkwarenindustrie  sind  Osaka  mit  dessen
Nachbarstädten  Kobe  und  Kyoto,  ferner  Nagoja  und  Tokio;  neuerdings  hat  sich
auch  eine  kleine  Heimindustrie,  besonders  für  Strumpfwaren,  in  Yokohama  entwickelt. ­
  Ende  des  Jahres  1912  wurden  in  Osaka  1451  Mitglieder  der  Baumwollwirker-Gilde
  mit  9860  Arbeitern  gezählt,  die  im  Jahre  1912  folgende  Werte  an
Waren  hergestellt  haben  wollen:

Artikel

Für  den
japanischen  Markt
Mark

Für  den
ausländischen  Markt
Mark

Unterwäsche

4  250000

iS  290000

Strümpfe

556  000

2  188  000

Handschuhe

308  600

428  800

Sonstiges

333  200

256  200

Japanische  Handtücher

808  000

3  774  000

6  255  800

2i  937  000

In  Nagoja  wurden  im  vergangenen  Jahre  in  108  Häusern  von  965  Arbeitern
Wirkwaren  im  Werte  von  2  317  000  Mark  hergestellt.  Die  amtliche  japanische
Statistik,  die  nur  solche  Betriebe  aufnimmt,  die  als  Fabriken  angesehen  werden,
zählte  im  Jahre  1912  1090  Fabriken  in  ganz  Japan  mit  3625  männlichen  und
4907  weiblichen,  zusammen  8532  Arbeitern,  die  für  24  Mill.  Mark  Wirkwaren
herstellten.  Ein  Vergleich  dieser  Statistik  mit  den  oben  angegebenen  Zahlen
zeigt,  daß  auf  die  in  der  amtlichen  Statistik  nicht  mitgezählten  Heimarbeiterwerkstätten, ­
  die  ohne  mechanischen  Maschinenantrieb  arbeiten,  eine  ganz  beträchtliche ­
  Menge  der  japanischen  Wirkwarenerzeugung  entfällt.
Die  Durchschnittslöhne  für  Weber,  die  etwa  dieselben  wie  die  für  Wirkwarenarbeiter ­
  sein  mögen,  betrugen  am  Ende  des  Jahres  1912  für  Männer  in
Tokio  1,15  Mark,  in  Kioto  1,25  Mark  und  in  Nagoja  0,80  Mark,  für  Frauen  in
Tokio  0,73  Mark,  in  Osaka  0,75  Mark  und  in  Nagoja  0,63  Mark  täglich.  Die
Löhne  sind  allgemein  in  Japan  in  den  letzten  zwei  Jahren  etwas  gestiegen.
In  der  zweiten  Hälfte  der  neunziger  Jahre  des  vergangenen  Jahrhunderts
erschienen  die  ersten  japanischen  Wirkwaren  in  nennenswerten  Mengen  auf  den
Märkten  Ostasiens  außerhalb  Japans  und  haben  sich  seitdem  ein  immer  größeres
Absatzfeld  über  Indien  und  die  Südsee  bis  nach  Ägypten  und  der  Kapkolonie
erobert.  Selbst  japanische  Sachverständige  im  Auslande  sagen  japanischen  Textilwaren ­
  wohl  nicht  zu  Unrecht  Unsolidität  nach  und'  predigen  den  japanischen
Fabrikanten  immer  wieder  Verbesserung  der  Qualität  unter  möglichster  Aufrechterhaltung ­
  des  niedrigen  Preises,  um  die  Absatzmärkte  nicht  zu  verlieren.  Es
finden  sich  fast  überall  in  Asien  und  Afrika  Bevölkerungsschichten,  die  weniger
auf  die  Haltbarkeit,  als  auf  die  Wohlfeilheit  von  Wirkwaren  zu  sehen  gezwungen
sind.  Die  minderwertigsten  Wirkwaren  gehen  von  Japan  nach  Indien,  während
nach  China  durchschnittlich  bessere  Qualitäten  als  die  Indienausfuhrgüter  abgesetzt ­
  werden  können;  dies  kommt  auch  in  den  nachstehend  angeführten
        <pb n="591" />
        582

Japan.  Textilindustrie.

Durchschnittspreisen  der  Ausfuhrwaren  zum  Ausdruck.  Die  japanische  Wirkwarenausfuhr ­
  gestaltete  sich  in  den  drei  letzten  Jahren  folgendermaßen:

Ausfuhr  in  Dutzenden

D  urchschnittspreis
für  1  Dutzend

1911

1912

1913

1913

Gewirkte  baumwollene  Unterhemden  und  -hosen.

Gesamtausfuhr  ....

3  727  432

4  446  102

5  475  128

Davon  nach:

(=  11,58  Mill.  Mk.)

(=  15,4  Mill.  Mk.)

(=  18,5  Mill.  Mk.)

Britisch-Indien  ....

2  459  790

2  712  641

3  343  963

Gesamt-China  ....

497  164

748  098

921  946

Niederländisch-Indien  .

244  439

303  695

332  206

Philippinen

159  222

262  201

316636

Europäische  Strümpfe.

Gesamtausfuhr  ....

1  427  211

1  674  629

2  295  541  I

Davon  nach:

(=  2,2  Mill.  Mk.)

(=  2,7  Mill.  Mk.)

(=  3,7  Mill.  Mk.)

Gesamt-China  ....

654  487

1  152  l6l

1  579  080

Britisch-Indien  ....

458  713

253  013

337  279

Ägypten

129  024

69  550

150013.

Handschuhe.

Gesamtausfuhr  ....

214  597

314  828

268  373  1

Davon  nach:

(=  374  000  Mk.)

(=  667  000  Mk.)

(=  525  000  Mk.)

Gesamt-China  ....

199  198

304  095

247  544  |

Baumwollene  Netzhemden.

Gesamtausfuhr  .  .  .  .  1

23  232

64  357

58  679

(=  61  000  Mk.)

(=  153  200  Mk.)

(=  141  800  Mk.)

3,38  Mk.
2,96  „
5.36  „
2,08  „
4P4  „
1,61  „
1,61
1.32  „
1,50  „

1,96

1,97

Die  nicht  einzeln  nachgewiesenen  Bestimmungsländer  japanischer  Wirkwaren ­
  waren  Großbritannien,  Australien,  die  Kapkolonie,  Ägypten,  Türkei,  Siam,
in  geringfügigen  Mengen  sogar  Nordamerika  und  europäische  Staaten,  unter
ihnen  Deutschland,  das  im  vergangenen  Jahre  für  30760  Mark  Unterwäsche  und
für  1310  Mark  Strümpfe  von  Japan  kaufte.
Anreizend  für  die  japanische  Ausfuhr  nach  Indien  überhaupt  wirkte  der
nun  schon  fast  zwei  Jahre  währende  Frachtratenkampf  zwischen  der  britischen
und  der  japanischen  Großschiffahrtslinie  zwischen  Indien  und  Japan.  Um  in  Zukunft ­
  die  japanische  Ausfuhr  nach  der  Mandschurei  zu  erleichtern,  hat  kürzlich
die  japanische  Regierung  für  alle  Ausfuhrgüter  von  Osaka  günstige  Eisenbahnfrachtraten ­
  durch  Südjapan  und  Korea,  sowie  auf  der  anschließenden  Südmandschurischen ­
  Bahn  gewährt  oder  die  Gewährung  veranlaßt.
        <pb n="592" />
        Produktion.

583

Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  ist  im  Verhältnis  zur  Baumwoll-  und  Seidenindustrie ­
  unbedeutend;  nur  einzelne  Zweige,  wie  die  der  Wollmusseline,  haben
sich  stärker  entwickelt.  Außerdem  werden  in  staatlichen  Fabriken  Militärund
  sonstige  Tuche,  sowie  Decken,  Serges  und  Flanelle  hergestellt.  Da  Rohwolle ­
  im  Inlande  nicht  gewonnen  wird,  gelangt  diese  aus  dem  Auslande  zur
Einfuhr,  und  zwar  zum  großen  Teil  in  gewaschenem  Zustande  oder  als  Kammzug.
In  den  letzten  Jahren  wurde  mit  dem  Bau  von  Wollkämmereien  begonnen,
um  die  Einfuhr  von  Kammzug  entbehrlich  zu  machen;  eine  Fabrik  in  Osaka,
die  früher  mit  Verlust  arbeitete,  konnte  im  ersten  Kriegsjahre  12  Proz.  Dividende
verteilen.
Nach  einer  amtlichen  Aufstellung  erzeugte  die  Wollweberei  im  Jahre  190Q:
Musseline  23,3  Mill.  Mk.  Serges  1,5  Mill.  Mk.
Tuche  3,8  „  „  Flanelle  0,8  „  „
Decken  2,2  „  „  Vorhänge  und  Schale  0,8  „  „
Über  die  Aussichten  des  Tuchimports  nach  Japan  äußert  dich  das  deutsche
Generalkonsulat  in  Yokohama  wie  folgt 1 ):
Was  die  Zukunft  des  Tuchimports  nach  Japan  anlangt,  so  ist  vorerst  nicht
anzunehmen,  daß  er  durch  die  Zollerhöhung  nachteilig  beeinflußt  werden  wird.
Die  japanischen  Webereien  sind  zurzeit  noch  nicht  imstande,  selbst  ungemusterte
Tuche  besserer  Qualität,  insbesondere  gute  Uniformtuche  anzufertigen.  Mit  der
Herstellung  von  gemusterten  Anzugstoffen  aber  haben  sie  bisher  nicht  einmal
ernstliche  Versuche  gemacht,  da  die  Nachfrage  nach  ihnen  immerhin  nicht  groß
genug  ist,  daß  es  sich  lohnte,  diese  der  Mode  stark  unterworfenen  Tuche  in
zahlreichen  verschiedenen  Dessins  zu  weben.
Nach  Ansicht  des  „Japan  Trade  Journal“  steht  daher  zu  erwarten,  daß  die
Einfuhr  wollener  und  halbwollener  Tuche  in  den  nächsten  acht  bis  zehn  Jahren
noch  fortgesetzt  zunehmen  werde.  Interessant,  meint  die  Zeitung,  werde  es  sein,
den  Wettbewerb  zwischen  England  und  Deutschland  in  diesem  Importzweige
zu  beobachten,  und  fügt  hinzu:  „Hinsichtlich  der  Qualität  der  Tuche  behauptet
England  den  ersten  Platz;  soweit  aber  Preis  und  Anpassung  an  den  japanischen
Geschmack  in  Frage  kommen,  scheint  Deutschland  in  höherer  Gunst  zu  stehen.“
Seidenindustrie.  Die  Entwickelung  der  Rohseidengewinnung  ist  bereits  bei
den  Rohstoffen  besprochen  worden.
Die  Produktion  der  Seiden-  und  Halbseidengewebe  ist  aus  nachstehender
Aufstellung  zu  ersehen:

Produktionswert  in  Millionen  Mark

Jahr

Habutaegewebe


Crepe

Mon-ori

Ka'iki

Sonstige
Seidengewebe ­


Halbseidengewebe ­


Insgesamt

1901

62,7

16,4

11,5

9,2

44,4

25,0

169,2

1910

96,0

24,7

11,3

9,2

85,7

51,9

278,8

t)  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1913,  Heft  64-
        <pb n="593" />
        584

Japan.  Textilindustrie.

Die  Textilindustrie  Japans;  ihre  Ein-  und  Ausfuhr.
Uber  diese  gibt  ein  Bericht  des  k.  u.  k.  Generalkonsulats  in  Yokohama  über
das  Jahr  1911  folgende  ausführliche  Anhaltspunkte.
Nach  halbamtlichen  Zusammenstellungen  gibt  es  in  Japan  folgende  Textilfabriken ­
  :

30  Baumwollspinnereien  mit  118,5  Mill.  Mark  Kapital

135  Baumwollwebereien

9,o  „

„

„

7  Wollspinnereien

„

10  Wollwebereien

„

„

315  Seidenspinnereien

„

„

71  Seidenwebereien

c
cq
cd

„

„

17  Wirkwarenfabriken

....  „  1,2  „

„

„

70  Färbereien

5,5  „

„

„

21  Seilereien

3,3  „

„

Baumwollspinnereien  und  -Webereien.  In  Japan  gibt  es  30  Spinnereigesellschaften
mit  137  Fabriken,  einem  nominellen  Kapital  von  184,9  Mill.  Mark,  einem  eingezahlten ­
  Kapital  von  133,0  Mill.  Mark  und  Reservefonds  von  51,1  Mill.  Mark.
Die  Spinnereien  hatten  2  111  856  Ringspindeln,  53480  Mulespindeln  für  Zwirn
und  18736  Webstühle.  Die  Industrie  beschäftigt  täglich  17969  männliche  und
76018  weibliche  Arbeiter  gegen  durchschnittliche  Tagelöhne  von  92  und
58  Pfennige.  Die  Dividenden  der  Spinnereien  schwankten  zwischen  6  und
30  Prozent.
Der  Import  von  Baumwollgarnen,  einst  ein  großer  Artikel,  ist  von  dem
billigen  japanischen  Garn  allmählich  verdrängt,  auf  geringe  Ziffern  gesunken,
und  die  erhöhte  Einfuhr  cles  Jahres  1911  vermag  über  die  Richtung  dieser  Entwickelung ­
  nicht  zu  täuschen.  Auch  gebleichte  und  ungebleichte  Schirtings  von
billiger  Qualität  und  grobem  Garn  sind  dem  japanischen  Wettbewerb  nicht
gewachsen  und  gehen  in  der  Einfuhr  ständig  zurück,  wenn  auch  in  langsamerem
Tempo.  In  besseren  Sorten  behauptet  sich  aber  die  fremde  Ware.  Flanelle
aller  Art  werden  von  den  Japanern  viel  getragen,  und  der  Bedarf  daran  wird
jährlich  stärker.  Baumwollflanelle  werden  in  Wakayama,  Osaka  und  Kioto
hergestellt.  Ihre  Produktion  belief  sich  im  Jahre  1909  für  ganz  Japan  bereits
auf  36667361  Meter  im  Werte  von  38,3  Mill.  Mark,  wogegen  sich  die  Einfuhrziffern ­
  bescheiden  ausnehmen.  Doch  herrscht  nach  gewissen  fremden  Flanellen
noch  gute  Nachfrage.  Im  allgemeinen  läßt  sich  sagen,  daß  93  Prozent  aller  einheimischen ­
  japanischen  Baumwollfabrikate  aus  groben  Garnen  hergestellt  sind
und  in  ganz  Ostasien  alljährlich  weitere  Verbreitung  finden.  Dagegen  kommt
die  japanische  Industrie  in  feinen  Baumwollfabrikaten  nicht  recht  vorwärts,  weil
es  ihr  an  einem  genügend  großen  Absatz  fehlt.  Die  hauptsächlich  hergestellten
Garnnummern  sind  Nr.  16  und  20.
        <pb n="594" />
        Produktion.

585

Florettspinnereien 1 ).  Die  größten  Fabriken  sind  die  Kanegafuchi-  und  Fujispinnerei
  mit  ungefähr  30  000  Spindeln.  Die  als  Rohstoff  gebrauchte  Abfallseide
hat  einen  ungefähren  Wert  von  10,5  Mill.  Mark,  das  Fabrikat  von  16,8  Mill.  Mark.
Die  Produktion  dürfte  in  den  nächsten  Jahren  eine  Vergrößerung  erfahren,  da
die  bestehenden  Fabriken  ihre  Betriebe  zu  verdoppeln  gedenken.  Diese  Seidengarne ­
  werden  jetzt  hauptsächlich  nach  Indien  exportiert,  wo  sie  europäischen
Fabrikaten  bedeutende  Konkurrenz  machen.
Seidenweberei.  Die  Produktion  während  des  Jahres  19H  betrug  3  000  000  Stück
im  Werte  von  88,2  Mill.  Mark.  Die  Anzahl  der  Webstühle  beträgt  11  229  mechanische ­
  und  30783  Handwebstühle,  woraus  schon  ersichtlich  ist,  daß  diesem
Industriezweige  zum  größten  Teil  Hausarbeiter  obliegen.
Baumwollweberei.  Zum  Unterschiede  von  der  Seidenweberei  wird  die  Baumwollweberei ­
  lediglich  in  großen,  ganz  modern  eingerichteten  Fabriken  betrieben.
Die  Erzeugung  von  T-Cloth,  Flanellen,  Schirtings  und  Sheetings  beträgt  jährlich
ungefähr  157,5  Mill.  Mark,  wovon  ungefähr  42,0  Mill.  Mark  nach  China,  Korea
und  den  Südseeinseln  exportiert  werden.  Die  hergestellten  Gewebe  sind  grob
und  lassen,  was  Qualität  und  Haltbarkeit  anbelangt,  viel  zu  wünschen  übrig.
In  feinen  Geweben  ist  Japan  noch  vollkommen  vom  Auslande  abhängig.
Wollwarenfabriken.  Die  bedeutendste  Fabrik  ist  die  Senjufabrik,  die  bereits
seit  einer  Reihe  von  Jahren  unter  direkter  Aufsicht  des  Kriegsministeriums  steht
und  sämtliche  Lieferungen  für  das  Heer  und  die  Marine  besorgt.  An  sonstigen
Tuchen  werden  nur  noch  Flanelle  und  Decken  erzeugt,  doch  genügt  die  Produktion ­
  nicht,  um  den  ganzen  Konsum  des  Landes  zu  decken.  Dieser  Zweig
der  japanischen  Industrie  liegt  noch  ziemlich  im  argen.  Die  Gründe  sind,  wie
bei  besseren  baumwollenen  Geweben,  Mangel  an  genügender  Nachfrage.  Der
Staat  mit  seinem  Heer  von  Beamten  und  Soldaten  ist  der  Abnehmer  für  einfache, ­
  ungemusterte,  dickere  Tuche,  die  er  größtenteils  in  seinen  eigenen  Fabriken
herstellt.  Bessere  gemusterte  Stoffe  werden  vom  Publikum  noch  nicht  so  viel
verlangt,  daß  es  sich  lohnte,  zahlreiche  verschiedene  Dessins  herzustellen.  Hinzu
treten  noch  die  Kinderkrankheiten  der  jungen  Industrie,  die  technische  Fabrikationsschwierigkeit ­
  und  Mangel  an  seßhaften  Arbeitern.  So  wird  die  Einfuhr
trotz  der  Zölle  und  der  heimischen  Fabrikation  noch  ein  ergiebiges  Feld  bleiben,
worauf  auch  die  jährlich  noch  wachsenden  Einfuhrziffern  schließen  lassen.
Wollmusselinefabriken.  Diese  Industrie  hat  seinerzeit  einen  großen  Aufschwung
genommen  und  versorgt  jetzt  selbst  den  ganzen  einheimischen  Bedarf.  Die
geringen  Einfuhren  dürften  nach  Erhöhung  des  Zollsatzes  ganz  verschwinden.
Die  Ausfuhr,  die  sich  größtenteils  auf  ungebleichte  Ware  erstreckt,  ist  noch  ziemlich ­
  gering.  Die  Fortschritte,  die  die  Industrie  in  neuerer  Zeit  gemacht  hat,
waren  schneller  als  die  Aufnahmefähigkeit  des  Marktes.  Die  Produktion  des
l )  Nach  Mitteilungen  aus  Krefeld  bemühen  sich  die  Florettspinnereien  Japans  in  letzter
Zeit  (1916)  sehr,  die  Schappegarne  auch  nach  Europa  und  Amerika  zu  liefern.  Die  Garne  sollen
aber  nicht  so  gut  sein  wie  die  Erzeugnisse  der  Baseler  und  Lyoner  Florettspinnereien.
        <pb n="595" />
        586

Japan.  Textilindustrie.

Jahres  1911  wird  auf  33,6  Mill.  Mark  geschätzt,  der  Konsum  jedoch  nur  auf
21  Mill.  Mark.  Es  fehlt  daher  besonders  seit  dem  Konkurse  einer  Fabrik  in  Tokio
nicht  an  Bestrebungen,  die  Fabriken  zu  vereinigen  und  ihre  Erzeugung  einzuschränken. ­
  Da  eine  der  größten  Musselinefabriken  diesen  Plänen  Widerstand
entgegensetzt,  dürfte  die  Vereinigung  der  Fabriken  kaum  verwirklicht  werden.
Hanfwebereien.  Diese  Industrie  reicht  bis  zum  Jahre  1886  zurück.  Mehrere
Fabriken  wurden  gegründet,  die  sich  jedoch  vor  kurzem  unter  dem  Namen
„Imp.  Hemp  Industry  Comp.“  amalgamierten.  Hergestellt  werden  ausgezeichnete
grobe  Fabrikate,  wie  Sackleinwand,  Kanevas  usw.  Feinere  Gewebe  können
noch  nicht  produziert  werden*).
Manilahanftressen  oder  Borten  sind  erst  vor  wenigen  Jahren  in  Japan  aufgekommen ­
  und  ein  Stapelartikel  geworden,  der  in  fast  ebenso  großen  Mengen
wie  gewöhnliche  Strohborten  hergestellt  wird.  Die  Fabrikation  ist  maschinell,
zum  Teil  mit  Handbetrieb,  zum  größeren  Teil  mit  Motorenantrieb.  Auch  hydraulischer ­
  Antrieb  kommt  rasch  auf.  Die  P'lechtmaschinen  sind  sämtlich  japanisch
und  kosten  das  Stück  für  13fädige  Borten  (die  Hauptqualität)  44  bis  59  Mark.
Das  Rohmaterial,  Manilahanf,  wird  von  japanischen  und  chinesischen  Firmen
direkt  von  Manila  eingeführt  und  ebenfalls  direkt  an  die  Fabrikanten  abgesetzt.
Diese  sortieren  aus,  was  sich  wegen  der  Farbe  oder  Stärke  für  die  Borten  nicht
brauchen  läßt,  damit  es  weiter  an  Bindfaden-  und  Seilfabrikanten  abgesetzt  wird.
Das  brauchbare  Material  wird  zum  Knüpfen  gegeben,  d.  h.  die  einzelnen  natürlichen ­
  Längen  der  Hanffäden  werden  aneinandergeknüpft  oder  geknotet.  Das
Knoten  wird  durchweg  in  Heimarbeit  gemacht,  und  es  gibt  bereits  besondere
Unternehmer,  die  das  Material  weit  in  das  Innere  zum  Knoten  senden  und  verteilen ­
  lassen.  Später  wird  es  wieder  roh  ausgehaspelt  und  an  die  Bortenfabrikanten ­
  zurückgeliefert.  Beim  Spulen  werden  die  Fäden  nochmals  sortiert
und  von  der  Sorgfalt  der  dies  ausführenden  Spulerinnen  hängt  die  Güte  der
fertigen  Borte  ab.  Die  Industrie  hat  sich  infolge  der  anfänglichen  großen
Gewinne  rasch  ausgebreitet  und  ist  jetzt  in  der  Gegend  von  Kobe  ebenso  stark
wie  in  der  Gegend  von  Yokohama,  wo  sie  ihren  Hauptsitz  hatte.  Seit  dem
Frühjahr  1911  flaut  die  rege  Nachfrage  ab,  da  aber  die  Fabriken  nicht  aufhören
konnten  zu  arbeiten,  so  häuften  sich  die  Lager  an,  die,  sobald  Geldnot  war,  zu
jedem  Preise  realisiert  wurden.

Textilwaren  -  Ausfuhr.
Baumwollgarne.  Die  Baumwollgarnindustrie  ist  die  wichtigste  Exportindustrie ­
  Japans,  vielleicht  die  einzige  größere  Industrie,  die  ohne  jede  staatliche
Subvention  exportfähig  ist.  Die  Exporte  betrugen  im  Jahre  1909  66,5  Mill.  Mark,
B  Diese  Angabe  berücksichtigt  nicht  die  Leinenindustrie,  welche  sich  nach  sonstigen  zuverlässigen ­
  Mitteilungen  in  den  letzten  Jahren  stark  entwickelt  hat.  Nach  diesen  werden  in  Japan
bereits  ganz  feine  Leinengarne  bis  zu  Nr.  100  gesponnen  und  zu  feinen  Tischleinen,  Servietten
verwebt.  Auch  die  auf  S.  579  angegebene,  stark  steigende  Gewinnung  an  Flachsfaser  spricht  für
eine  besondere  Entwickelung  der  dortigen  Leinenindustrie.
        <pb n="596" />
        Ausfuhr.

587

1910  95,2  Mill.  Mark  und  1911  84,4  Mill.  Mark.  Der  Ausfall  von  10,8  Milk  Mark
im  Jahre  1911  ist  wohl  auf  die  chinesische  Revolution  zurückzuführen.  China
ist  der  einzige  Markt  für  japanische  Baumwollgarne.
Nach  einer  späteren  Mitteilung  der  „Japan  Weekly  Chronicle“  zufolge
belief  sich  die  Produktion  im  Jahre  1912  in  Japan  wieder  auf  1352  779  Ballen.
Nachstehende  Aufstellung  gibt  ein  Bild  von  der  Produktion  und  der  Ausfuhr ­
  japanischer  Garne  während  der  letzten  fünf  Jahre:

Jahr

Produktion
Ballen

Ausfuhr
Ballen

1908

878  570

167  843

1909

1  025  244

258878

1910

X  134  78o

347  632

1911

1  129267

285  009

1912

1  352  779

371  617

1  Ballen  wiegt  ungefähr  165,6  kg,  und  die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  entspricht
daher  61  540  Tonnen.
Habutae.  Wie  auf  S.  583  zu  ersehen,  hat  Japan  die  größte  Produktion
an  Efabutaegeweben.  Die  Ausfuhr  an  diesen  betrug  im  Jahre  1911  63,8  Mill.
Mark,  aber  der  Export  nach  den  verschiedenen  Ländern  zeigt  große  Schwankungen. ­
  Amerika  importierte  im  Jahre  1911  viel  weniger,  als  gewöhnlich,
während  Indien  und  die  Straits  Settlements  viel  mehr  absorbierten.  Die  Qualität
von  Echizen  und  Kawamata  wurde  innegehalten.  Kaga  gab  zu  vielen  Klagen
Anlaß.  Daher  hat  sich  die  japanische  Regierung  auch  entschlossen,  eine  besondere ­
  Qualitätskontrolle  einzuführen.  Seit  Oktober  1911  tragen  alle  in  Japan
erzeugten  Habutae  einen  Regierungsstempel,  der  ihre  Beschaffenheit,  Länge,
Breite  und  Gewicht  genau  angibt.  Auf  diese  Weise  soll  eine  Qualitätsverschlechterung, ­
  wie  sie  schon  für  manche  asiatische  Ausfuhrindustrie  verhängnisvoll ­
  geworden  ist,  hintangehalten  werden.
Seidene  Taschentücher.  Der  Export  ist  während  der  letzten  Jahre
stationär  geblieben.  Während  des  Berichtsjahres  wurden  1434627  Dutzend  im
Werte  von  9,2  Mill.  Mark  exportiert.
Seidene  Schale.  Auch  hier  macht  sich  ein  stetiges  Anwachsen  des
Exports  bemerkbar.  Ausgeführt  wurden  515  087  Stück  im  Werte  von  0,7  Mill.
Mark.
Seidene  Schlafröcke.  Der  Export  betrug  150  395  Stück  im  Werte  von
1,5  Mill.  Mark.
Seidene  Stickereien.  Der  Export  hat  sich  von  0,2  Mill.  Mark  im  Jahre
1910  auf  0,6  Mill.  Mark  im  Jahre  1911  gehoben.  Der  Export  richtete  sich
hauptsächlich  nach  Indien,  Amerika,  Australien.
        <pb n="597" />
        588

Japan.  Textilindustrie.

Seidencreps.  Der  Export  hat  sich  ziemlich  gehoben  und  betrug  1,2  Mill.
Mark  gegen  0,9  Mill.  Mark  im  Jahre  1910.  Die  Hauptabsatzgebiete  waren  auch
hier  wiederum  Indien  und  die  Straits  Settlements.
Baumwollgewebe.  Für  Baumwollgewebe  ist  China  der  Hauptabsatzmarkt. ­
  Es  konsumiert  ungefähr  neun  Zehntel  des  ganzen  Exports,  der  Rest
geht  nach  den  Philippinen,  Indien  und  dem  asiatischen  Rußland  (Wladiwostock)
für  die  dort  bei  Bahnbauten  beschäftigten  Chinesen.
Teppiche.  Der  Export  ist  während  der  drei  letzten  Jahre  vollkommen
stationär  geblieben.  Er  betrug  im  Jahre  1911  0,8  Mill.  Mark.  Hauptabnehmer
für  diese  meist  aus  Hanf  oder  Wolle  verfertigten  Teppiche  war  Großbritannien.
Tischtücher  und  Deckchen.  Es  handelt  sich  hier  um  einen  wichtigen
Exportartikel  Japans.  Leinen-  und  Baumwollgewebe  werden  zum  größten  Teil
aus  England  importiert  und  in  Heimarbeit  durch  Auszupfen  von  Fäden  zu
Drawn  Thread-  und  Renaissancedecken  verarbeitet.  Beim  Export  wird  der  für
das  Rohmaterial  gezahlte  Einfuhrzoll  rückvergütet.  Die  Exporte  blieben  während
der  letzten  Jahre  stationär.  Im  Jahre  1911  betrugen  sie  5,6  Mill.  Mark.
Wirkwaren.  Der  Export  japanischer  Wirkwaren  ist  zwar  im  Berichtsjahre ­
  um  2,7  Mill.  Mark  gefallen,  doch  ist  dieser  Ausfall  zum  größten  Teil  der
20prozentigen  Preissteigerung  der  Rohprodukte  zuzuschreiben,  demgegenüber
der  Preis  der  fertigen  Ware  nur  um  5  Prozent  gestiegen  ist.  Die  japanischen
Fabrikate  zeichneten  sich  durch  eine  solche  Billigkeit  aus,  daß  sie  allmählich
den  gesamten  indischen  und  ostasiatischen  Markt  zu  beherrschen  imstande
wären.  Nur  qualitativ  sehr  gute  Waren  können  noch  immer  die  Konkurrenz
mit  den  japanischen  Erzeugnissen  aufnehmen.  Dem  Vernehmen  nach  soll  diese
Industrie  in  Japan  noch  stark  vergrößert  werden.
Socken  und  Strümpfe.  Nachdem  die  japanischen  Strumpfwirker  sich
dem  europäischen  Geschmack  anzupassen  beginnen,  steigt  der  Export  von  Jahr
zu  Jahr  und  betrug  im  Jahre  1911  1  427  211  Dutzend  im  Werte  von  2,1  Mill.
Mark.
Wollwaren.  Von  Wollwaren  exportiert  Japan  nur  Mousseline  de  laine.
Der  Hauptmarkt  ist  China.  Der  Rest  verteilt  sich  auf  Indien  und  Ostasien.
Exportiert  wurden  im  Jahre  1911  Waren  im  Werte  von  0,3  Mill.  Mark  gegen
0,5  Mill.  Mark  im  Jahre  1910  und  0,4  Mill.  Mark  im  Jahre  1909.

Textilwaren  -  Einfuhr.
Baumwollgarne.  Obwohl  dieser  Import  infolge  der  Entwickelung  der
japanischen  Baumwollspinnereien  und  der  Erhöhung  des  Importzolles  im  Aussterben ­
  begriffen  ist,  zeigten  die  Einfuhrziffern  dennoch  eine  kleine  Erhöhung.
Eingeführt  wurden  für  1,4  Mill.  Mark  gegen  0,7  Mill.  Mark  im  Jahre  1911  und
        <pb n="598" />
        Einfuhr.

589

1,8  Mill.  Mark  im  Jahre  1909.  Davon  wurden  während  der  Berichtsperiode  eingeführt ­
  aus:
England  1,2  Mill.  Mk.  j  Frankreich  0,02  Mill.  Mk.
Deutschland  0,2  „  „  j  Österreich-Ungarn  0,007  „  „
Belgien  0,03  „  „  |
Kleinere  Mengen  2/100  s  und  2/120  s  in  „Gassed  yarn“  werden  trotz  des
hohen  Zolles  wohl  auch  noch  in  der  Zukunft  eingeführt  werden  müssen.
Wollgarne.  Die  Einfuhr  von  Garnen  ist  im  Jahre  1911  zurückgegangen.
Sie  betrug  10,0  Mill.  Mark  gegen  12,5  Mill.  Mark  im  Jahre  1910  und  10,6  Mill.
Mark  im  Jahre  1909.  Zur  Einfuhr  gelangten  aus  den  einzelnen  Ländern:
Deutschland  6,1  Mill.  Mk.  Österreich-Ungarn  1,1  Mill.  Mk.
Frankreich  1,9  „  „  England  0,8  „  „
Baumwollwaren.  Das  Jahr  1911  hatte  keine  besonderen  Kennzeichen
aufzuweisen.  Bis  Juli  war  das  Geschäft  ruhig,  vielleicht  allzu  ruhig.  Als  zu
dieser  Zeit  die  Gewißheit  bestand,  daß  die  spekulativen  Importe  anläßlich  der
Einführung  des  neuen  Zolltarifs  nicht  so  groß  waren,  wie  befürchtet,  wurde  das
Geschäft  lebhafter  und  stärker.  Im  Oktober  trat  wiederum,  infolge  der  chinesischen ­
  Revolution,  ein  Stillstand  ein,  der  bis  Ende  des  Jahres  andauerte.
Schirtings  und  rohe  Schirtings.  Die  Importe  zeigen  eine  Abnahme
gegen  das  Vorjahr  um  36922  Stück.  Die  hohen  Preise,  ferner  auch  die  bis  jetzt
wenigstens  unbegründete  Furcht,  daß  die  japanische  Industrie  gewisse  Qualitäten
zu  erzeugen  imstande  sein  wird,  hielten  spekulative  Importe  zurück.  Die  Einfuhr ­
  betrug  11,2  Mill.  Mark  und  wurde  ganz  von  England  geliefert.  Nur  für
0,02  Mill.  Mark  kam  aus  Deutschland  und  Holland.
Cambrics.  Die  Einfuhr  zeigte  eine  Zunahme  von  52  779  Stück,  die  ohne
Zweifel  darauf  zurückzuführen  ist,  daß  die  japanischen  Spinnereien  gewisse
Qualitäten  zu  erzeugen  noch  nicht  in  der  Lage  sind.
Grau  bedruckte  Stoffe  zeigen  eine  Abnahme  von  5247  Stück.  Wenn
es  den  englischen  Webereien  nicht  gelingt,  diesen  Artikel  noch  etwas  billiger
herzustellen,  dürften  in  Zukunft  die  Importe  aufhören.  Die  Verkaufspreise  in
Yokohama  waren  für  mittlere  Qualitäten  4,20  Mark  das  Stück.
Schirtings  und  Schirtings  weiß.  Die  Importe  betrugen  das  Doppelte
wie  im  Vorjahre,  was  wohl  auf  spekulative  Einfuhr  vor  Einführung  des  neuen
Zolltarifs  zurückzuführen  ist.  Am  Ende  des  Jahres  betrugen  die  unverkauften
Vorräte  12  000  Stück.  Die  einheimische  Industrie  stellt  zwar  auch  diese  Gewebe
her,  kann  aber  in  guten  Qualitäten  die  fremden  Erzeugnisse  nicht  schlagen.  Der
Import  betrug  l  444  489  Stück,  die  alle  aus  England  kamen.
Bedruckte  Baumwollstoffe  werden  im  Lande  selbst  in  immer  größeren
Quantitäten  hergestellt,  wodurch  sich  auch  der  Ausfall  im  Importe  erklärt.  Er
        <pb n="599" />
        590

Japan.  Textilindustrie.

betrug  dieses  Jahr  10,5  Mill.  Mark.  Dieses  Geschäft  geht  in  nächster  Zukunft
ganz  in  die  Hände  der  Japaner  über.  Eingeführt  wurden  2,7  Mill.  Mark.  Davon
kamen  aus  England  2,4  Mill.  Mark,  in  den  Rest  teilten  sich  Deutschland  und
Holland.
Italians  und  Venetians.  Die  Importe  zeigen  ein  Plus  von  13000  Stück.
Die  bedeutendste  Fabrik  Japans,  die  diese  Waren  erzeugte,  die  Nippon  Seifu
Kaisha,  hat  diesen  Zweig  der  Fabrikation  eingestellt,  so  daß  Japan  jetzt  vollkommen ­
  auf  fremde  Importe  angewiesen  ist.  Die  Nachfrage  war  eine  recht
rege.  Besonders  wurden  die  minderen  Qualitäten  verlangt.  Zur  Einfuhr  kamen
1903684  Stück  im  Werte  von  16,7  Mill.  Mark.  Das  Gros  lieferte  auch  hier
wiederum  England.  Einiges  kam  aus  Deutschland  und  Holland.
Baumwollsamt  und  Plüsche.  Die  Einfuhr  betrug  1,7  Mill.  Mark  gegen
1,8  Mill.  Mark  im  Jahre  1910.  Davon  kamen  aus  England  für  1,5  Mill.  Mark
und  aus  Deutschland  für  0,1  Mill.  Mark.  Wenn  auch  die  Einfuhr  gefallen  ist,
so  war  doch  das  Geschäft  ganz  gut,  da  alle  aus  früheren  Jahren  zurückgebliebenen ­
  Vorräte  ausverkauft  wurden.  In  Anbetracht  dieses  Umstandes
gingen  auch  die  Preise  rasch  hinauf.  Sie  betrugen  10,50  Mark  pro  Stück  mehr
als  vor  einigen  Monaten.  Die  Durchschnittspreise  sind  2  bis  4  Mark  pro  Yard
und  0,64  bis  1,36  Mark  pro  Yard  für  Velveteens.  Die  neue  japanische  Mode,
den  Oberteil  der  japanischen  Sandale  (Zori)  mit  Samt  zu  belegen,  läßt  größere
Importe  erwarten.
Victoria  Lawns.  Der  Überschuß  in  den  Importen  gegen  das  Jahr  1910
beträgt  82855  Stück.  Schlechtere  Qualitäten  werden  als  Futter  für  Kinderhüte
gebraucht,  deren  Gebrauch  stetig  wächst.  Die  guten  Qualitäten  werden  für
Stickereien  benutzt,  die  in  immer  größeren  Mengen  exportiert  werden.
Baumwollene  Schirmstoffe.  Während  der  ersten  Hälfte  des  Jahres
19H  waren  die  Importe  sehr  bedeutend.  Der  Konkurs  einiger  japanischer  und
chinesischer  Händler  in  Osaka  hat  jedoch  in  dem  genannten  Geschäfte  einen
Stillstand  hervorgerufen.  Alle  aus  dem  Jahre  1910  übernommenen  Vorräte  erwiesen ­
  sich  auch  im  Berichtsjahre  unverkäuflich  und  müssen  weiter  gehalten
werden.  Schirmstoffe  mit  eingewebtem  Rand  kommen  aus  der  Mode.  Vielleicht
hängt  dies  auch  mit  dem  neuen  Zolltarif  zusammen,  nach  welchem  solche  Stoffe
einen  höheren  Zoll  als  glatte  Ware  zu  zahlen  haben.  Eingeführt  wurden  Waren
im  Werte  von  3,1  Mill.  Mark.  Davon  kamen  aus  England  3,0  Mill.  Mark,  aus
Italien  0,07  Mill.  Mark  und  aus  Deutschland  0,03  Mill.  Mark.
Union  Italians.  Da  erfahrungsgemäß  diese  Importe  bereits  seit  Jahren
zurückgehen,  ist  es  überraschend,  wieder  ein  Plus  in  den  Statistiken  zu
finden.  Der  Überschuß  gegen  das  Vorjahr  beträgt  0,6  Mill.  Mark.  Es
handelt  sich  aber  offenbar  um  eine  spekulative  Einfuhr,  da  diese  Stoffe  als
Futterstoffe  für  Marineuniformen  gebraucht  werden  und  der  Zoll  kürzlich  erhöht
worden  ist.
        <pb n="600" />
        Einfuhr.

591

Wollwaren.  Im  besonderen  war  während  des  Berichtsjahres  die  Nachfrage
nach  billigen  Armeetuchen,  guten  Hifuji,  blauen  Serges  und  billigen  Meltons
ziemlich  gut.  Billige  Tweeds,  wie  sie  zu  Kappen  gebraucht  werden,  standen
Ende  des  Jahres,  infolge  der  plötzlichen  Nachfrage  nach  Kappen  für  China,  sehr
hoch  im  Preise.  „Corkscrews“,  Venetians  und  billige  gemusterte  Kammgarne
konnten  nur  mit  Verlust  verkauft  werden.  An  Stelle  der  Venetians  sind  Cheviots
getreten,  rauhe  Kammgarne,  die  zu  Redingotes  verwendet  werden.  Schottische
Tweeds  in  billiger  Ausführung,  C.S.  F.  1,70  Mark  pro  Yard  wurden  viel  verkauft,
ebenso  auch  Irish  Tweeds  (home  spun)  in  allen  Preislagen  und  Kamelhaarstoffe.
Die  Doubles  für  Winterröcke  haben  stark  nachgelassen  ’).
Von  den  wichtigsten  Wollstoffen  importierte  Japan:

Tuche  und  Serges:

aus  England
„  Deutschland
„  Holland
„  Belgien
„  Frankreich
„  Österreich-Ungarn

0,9  „
0,3  „
0,3  „

Musseline:

aus  der  Schweiz
„  Deutschland
„  Frankreich

o,9  „
0,1  „

Flanelle:

aus  England
„  Deutschland
„  Frankreich

Leinengewebe.  Nach  Japan  werden  Leinen  feiner  Qualität  namentlich  aus
England  importiert,  die  dann  im  Lande  zu  Stickereien  verarbeitet,  einen  großen
Exportartikel  namentlich  nach  Amerika  bilden.  Eingeführt  wurden  Waren  im
Werte  von  3,1  Mill.  Mark.  Davon  kamen  aus  England  für  3,0  Mill.  Mark,  aus
Italien  für  0,7  Mill.  Mark  und  aus  Deutschland  für  0,03  Mill.  Mark.
Buchbinderleinwand.  Der  Import  aus  Österreich-Ungarn  betrug  0,1  Mill.
Mark  gegen  0,04  Mill.  Mark  im  Jahre  1910.  Ferner  wurden  noch  bezogen  aus
England  für  0,3  Mill.  Mark  und  aus  Deutschland  für  0,2  Mill.  Mark.

*)  Über  die  Einfuhr  an  Teppichen  schreibt  ein  französischer  offizieller  Bericht.  Während
Japan  größere  Mengen  der  nationalen  Teppicherzeugung  zur  Ausfuhr  bringt,  führt  es  auch
andererseits  nicht  geringe  Mengen  von  Teppichen  europäischer  Art  ein.  Es  handelt  sich  hierbei
insbesondere  um  Brüssels  oder  Patent-tapestry,  ferner  um  Samtteppiche,  Filzteppiche  usw.,  wovon
im  Jahre  1911  für  315000  Mark  eingeführt  wurden.  Auch  die  Einfuhr  von  Hüten  ist  bedeutend,
obwohl  sich  die  inländische  Hutindustrie  stark  entwickelt.  Am  meisten  gefragt  sind  weiche  Filzhüte. ­
  An  der  Einfuhr  von  Hüten  sind  England  und  Italien  am  stärksten  beteiligt.
        <pb n="601" />
        592

Japan.  Baumwoll-Ein-  und  Ausfuhr.

Japans  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Verein.
Staaten

Brit.-Indien


China

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle.  .  .  240  8081

R

305&amp;gt;46

—

—

61  444

184  315

47147

12  554

Baumwollgarne  .  .  .  3321

H

1,44

218

1  166

—

—

.  —

56

Schirtings  u.  dgl.,  roh  5  6001

F

11,21

8

11  183

—

—

—

19

Desgleichen,  gebleicht  ....

J)

3,03

—

3  022

—

—

—

8

Satins  (Italians)

„

4,00

38

3845

—

—

—

117

Bedruckte  Gewebe

n

2,67

130

2409

—

—

—

131

Velvet  und  Plüsch

„

1,67

121

1545

—•

—

—

4

Schirmstoffe

3,07

25

2974

—

—

—

70

332,55

540

26144

61  444

184315

47147

12  959

Ausfuhr.

Absatzländer

Mill.
Mark

China  einschl.
Hongkong  u.
Kwantung

Brit.-Indien


Australien ­


Philippinen ­


Verein.
Staaten

Andere
Länder

In  1000  Mark

Abfälle,  auch  v.  Garnen  2  3861

R

1,06

419

—

86

44

235

276

Garne  47  192  t
Schildings  u.  ähnliche

H

84,45

81904

1  229

—

1291

—

26

Gewebe  etwa  .  .  .  9  2001

F

18,38

17  953

40

—

65

—

322

Baumwolldrell

„

8,16

8  140

—

—

—

—

20

Gestreifte  Gewebe

„

1,02

299

—

—

598

—

123

Flanell

1,47

980

—

—

116

—

374

Krepp  .

„

2,55

284

147

349

773

235

762

Gestickte  Gewebe

„

0,60

8

206

42

—

107

237

Andere  Gewebe

2,75

2  113

17

6

46

67

501

Handtücher

»

3,44

1  776

628

269

160

—

607

Tischtücher

3,35

19

13

208

—

2658

452

Bettdecken

„

0,67

57  2

21

—

27

—

50

Schärpen
Gewirkte  Unterhosen,  Unter-»



0,53

95

46

—

78

57

254

hemden

,,

11,73

2  089

7171

151

676

—

1643

Gewirkte  Strümpfe  und  Socken

„

2,16

962

680

8

55

—

455

Imitierte  Nankinggewebe  .  .  .

5,62

5  599

—

—

—

—

21

Desgleichen  gefärbt

„

0,7  2

693

—

—

—

—

27

148,66

123905

10198

1  119

3929

3  359

6  150
        <pb n="602" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

593

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

38

Japans  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frank-  Österr.-reich
  Ungarn

Australien ­


Andere
Länder

In  1000  Mark

Wolle,  gewaschene  Wolle
und  Kammzug  .  .  .  67751  R
Garne  1601  t  H
Tuche  und  Serge  F
Musseline  „

23,65
10,04
22,38
2,02

449
6  062
4  352
911

12  791
813
16  250

447
1  758
294
130

101
1  046
145

8451

1  411
361
1  339
979

59,89

12056  31324  2677
Vusfuhr.

1  292

8451

4  090

Mill.
Mark

Absatzländer

China  einschl.
Hongkong  n.
Kwantnng

Britlndien


Australien ­


Philippinen ­


Verein.
Staaten

Andere
Länder

In  1000  Mark

Musseline  F
Teppiche  „

0,33
0,79

204
8

6
17

63

8

6
243

104
459

1,12

212

23

63

8

249

563

Japans  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Kokons  ....
Tussahseide,  roh

812  t  R
1701  „

1,93  I
1,96  j

Herkunftsland  China

3,89  Mill.  Mark

Ausfuhr.

Absatzländer

Mill.

Deutsch-England



Frank-Verein.



Brit.-Andere



Mark

land

reich

Staaten

Indien

Länder

In  1000  Mark

Kokons

•  .  •  245t

R

1,43

93

951

210

.

174

Abfälle

■  •  .4185  t

'  16,35

—

800

10998

830

176

3  546

Rohseide  ....

.  .  .8  673  t

„

270,64

46

726

43  403

188  767

—

37  698

Seidengarne  .  .  .

.  .  .  189  t

H

2,44

—

233

25

23

2  123

36

Florettseide  .  .  .

.  .  .  99t

1,05

—

11

1033

—

—

6

Habutaegewebe  .

.  .  .  1429t

F

63,83

3  757

13  161

19  511

7967

10  670

8  764

Linongewebe  .  .

„

o,45

—

—

6

17

378

49

Glanztafft  (Kaiki)

„

0,61

—

—

—

38

346

22  6

Tafft

n

2,06

—

11

—

—

1  701

359

Seiden-  und  Halbseiden  Satin  .

2,57

53

330

416

29

40

1  702

Krepp
Andere  Seiden-  u.

Halbseiden-”



1,25

—

17

9  22

311

Gewebe  .  .  .

1,32

13

6

—

13

447

841

Taschentücher  .  .

9,16

418

1  789

830

1565

225

4  333

Schale

0,70

—

—

—

50

76

574

373,86

4287

17  160

77  173

199  526

17104

58  619
        <pb n="603" />
        594

Japan.  Ein-  und  Ausfuhr.

Japans  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinen-  und  Juteindustrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

China

Brit.-Indien


Philippinen ­


England ­


Belgien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Flachs,  Hanf,  Jute,
Chinagras  ....  14  3611  R
Leinengewehe  F

7,36
1,89

3  257

1  586

2451

1  758

107

66
25

9,25

3  257

1  586

2451

1  758

107

91

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer  wie  oben

In  1000  Mark

Jutesäcke  F

0,44

204

—

—

—

240

Japans  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  und  Hüten  im  Jahre  1911
(ausgenommen  Strohhüte).
Einfuhr.

Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Italien

Frankreich ­


Belgien

Andere
-  Länder

In  1000  Mark

Hüte,  Mützen  und  Kappen  ....

1,06

76

798

139

33

—

14

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland ­


England ­


Verein.
Staaten

Brit.-Indien


China  einschl.
Hongkong  u.
Kwantung

Andere
Länder

In  1000  Mark

Europäische  Bekleidung

1,01

—

23

193

42

617

135

Seidene  Hauskleider

1,49

13

582

430

80

23

362

Halsbinden  und  Krawatten  ....

0,49

—

13

239

27

6

205

Hüte,  Damenhüte  und  Mützen.  .  .

4,14

523

134

1  6ll

48

1  212

612

7,13

536

752

2  473

197

1858

1  314
        <pb n="604" />
        Herkunfts-  und  Absatzländer.

595

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

38*

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

12,80

1,98

45,25

Deutschland

0,45

6,28

5,95

Niederlande

—

—

1,06

Schweiz

—

—

1,01

Frankreich

0,45

1,76

0,50

Belgien

—

0,39

0,41

Italien

—

—

0,38

Österreich-Ungarn

0,10

1,05

0,14

Britisch-Indien

185,91

—

—

Vereinigte  Staaten

61,44

—

—

China,  einschließlich  Hongkong,  Kwantung  .  .

55,67

—

—

Ägypten

11,42

—

—

Australien

8,48

—

—

Philippinen

2,45

—

—

Französisch-Indochina

0,69

—

—

Andere  Länder

0,50

0,02

0,20

340,36

11,48

54,90

Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

China,  einschließlich  Hongkong,  Kwantung  .  .

0,42

81,90

46,63

Britisch-Indien

0,18

3,35

23,99

Frankreich

55,35

1,06

20,97

England

1,70

0,24

17,16

Vereinigte  Staaten

190,04

0,02

15,54

Australien

0,08

—

7,15

Deutschland

0,15

—

4,88

Philippinen

0,12

1,29

3,19

Straits  Settlements

—

—

2,44

Niederländisch-Indien

—

—

1,95

Italien

33,35

—

1,28

Kanada

0,80

—

1,06

Ägypten

—

—

0,82

Rußland

5,16

—

0,41

Schweiz

1,16

0,03

0,01

Andere  Länder

0,97

0,05

6,31

289,48

87,94

153,79
        <pb n="605" />
        696

Japan.  Textilindustrie.

t

Ungefährer  Produkfionswert  der  Textilindustrie  Japans  im  Jahre  1911.
Baumwollindustrie.
Nach  der  amtlichen  Angabe*)  betrug  im  Jahre  1910  der  Ernteertrag  27411  unentkernte

Baumwolle.
Die  im  Inlande  gewonnene  Baumwolle  ist  demnach ­
  anzunehmen  mit  900  t
Eingeführte  Baumwolle  240808  t
241  708  t
Ab  Spinnverlust,  der  sich  in  Japan  auf
11,4  Proz.  berechnet  27  555t  214153t
Ferner  ab:  Verbrauch  für  die  Halbwollund
  Halbseiden-Industrie  2000t
Ausfuhr  (abzüglich  Einfuhr)  an  Garnen  .  .  46  8601
Ausfuhr  an  Fertigwaren  im  Werte  von
63,15  Mill.  Mark  12630t  61490t

152663  t
10  Proz.  Appretur  von  ausgeführten  12630  t  1  263  t
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch  .  .  153926t
Diese  ergeben,  die  Tonne  etwas  niedriger  als  bei  der
Produktionsberechnung  Deutschlands  und  Englands,
mit  4500  Mk.  berechnet  692,7  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Halbfabrikate  84,4  „  „
„  Fertigwaren  63,1  „  „  840,2  Mill.  Mark

Wollindustrie.

Eingeführte  Wolle  (dem  Einfuhrwerte  nach  gewaschene  Wolle

und  Kammzug)  6  775  t
Eingeführte  Garne  1  6011
Inlandsverbrauch  .  .  .  8376t

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet  .  .  69,9  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Fertigwaren  1,1  „  „
Seidenindustrie.

Die  Produktion 1 )  im  Jahre  1910  betrug:
Rohseidengarn  15  554  t
Bourettegarn  '  2911
Eingeführte  Tussähseide  170  t
16015  t
Ab:  Ausgeführte  Rohseide  und  Garne  .  .  .  8961t

Es  kann  angenommen  werden,  daß  die  Hälfte
beschwert  und  die  andere  Hälfte  unbeschwert
verarbeitet  wird,  mithin  kommen  hinzu:
30  Proz.  Beschwerung  von  3527  t  .  .  .  .  1  058  t
Halbseidengewebe  wurden  im  Jahre  1911  für
51,89  Mill.  Mark  hergestellt.  Die  hierzu  verwendete ­
  Baumwollmenge  ist  anzunehmen  mit  2  0001
Übertrag-:  3  0581

7  054  t

7054  t

71,0  „

911,2  Mill.  Mark

*)  Annuaire  financiere  &amp;amp;onomique  du  Japon  1912.  Tokio,  Imprimerie  imperiale.
        <pb n="606" />
        Produktions  wert.

597

Übertrag  ....
Ab:  Verbrauch  an  Seide  für  die  Posamentenindustrie ­


3  058  t

400  t
2658  t

7054  t  911,2  Mill.  Mark

Ab:  Ausfuhr  an  Habutaegeweben
(Wert  pro  Tonne  44  600  Mk.)  .
Ab:  Ausfuhr  an  sonstigen  Fertigwaren ­


1  429  t

520  t  1  949  t

Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  35  OOO  Mk.  berechnet  .  .
Hinzu:  Ausgeführte  Halbfabrikate
Fertigwaren  81,9

709  t
...  7  7631
271,7  Mill.  Mark
3,5  „

Flachs-  und  Hanf  Industrie.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1910  gewonnen 3 ):

Flachsfaser
Hanffaser  .

8  600  t
9  113t

Ab:  36  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten  ....
Es  verblieben  für  den  Inlands  verbrauch
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  300oMk  berechnet  .  .  .

17  713  t
6376  t
11  337  t

Juteindustrie.
Die  Produktion  der  Juteindustrie,  die  nicht  bedeutend  ist,  läßt  sich
nicht  berechnen.  Die  in  der  Einfuhr  mit  Flachs,  Hanf,  Jute-  und  Chinagras ­
  bezeichneten  Mengen  beziehen  sich  dem  Einfuhrwerte  nach  zum
größten  Teil  auf  Jute  und  Chinagras.
Konfektionsindustrie.
Sehr  bedeutend  ist  die  Bastbortenindustrie  aus  Chinagras,  Manilahanf ­
  usw.,  wie  überhaupt  die  Stroh-  und  Bastindustrie,  die  jedoch,  wie
auch  in  den  anderen  Ländern,  nicht  zur  Textilindustrie  gezählt  wurde.
Die  Produktion  der  Konfektionsindustrie,  soweit  sie  sich  auf  baumwollene ­
  und  seidene  Gürtel  erstreckt,  wird  in  der  amtlichen  Statistik
vom  Jahre  1910  auf  18,4  Mill.  Mark  geschätzt.  Die  Kleider-  und  Hutindustrie ­
  wäre  dem  Ausfuhrwerte  nach  mit  14,2  Mill.  Mark  anzunehmen.
Die  beiden  Beträge  zusammen  ergeben  32,6  Mill.  Mark,  von  denen  für
7,1  Mill.  Mark  ausgeführt  werden.
Produktion  der  Konfektionsindustrie

3S7,l

34,0

32,6

I  334,9  Mill.  Mark

Es  ist  möglich  und  wahrscheinlich,  daß  durch  die  in  Japan  üblichen
niedrigen  Arbeitslöhne  der  Produktionswert  der  Textilindustrie  nach  der  dortigen ­
  Berechnung  niedriger  sein  dürfte.  Aber  um  den  Vergleich  mit  den  anderen
Ländern  durchzuführen,  mußte  der  Tonnenwert  der  Textilwaren  in  allen  Ländern
annähernd  gleich  hoch  angenommen  werden.
1 )  In  dieser  Summe  ist  der  Produktionswert  des  Spinnens  der  Rohseide  nicht  einbezogen,
da  dieser  bereits  im  Werte  der  Rohstoffe  enthalten  ist.
2 )  Nach  „Die  Leinen-,  Hanf-  und  Juteindustrie“  1916,  von  Dr.  Hermann  Leiter.  Verlag
Ed.  Holzel,  Wien.
        <pb n="607" />
        598

Japan.  Inlandsverbrauch.

Der  Inlandsverbrauch  Japans  an  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Mill.  Mark

Bel  einer  Bevölkerung  im  Jahre  1911
von  68400000  beträgt  der  Verbrauch
pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwoll  Warenproduktion

692,7

Eingeführte  Fertigwaren  ....

25,6

718,3

10,50

Woll  Warenproduktion

69,9

Eingeführte  Fertigwaren  ....

26,2

96,1

1,40

Seidenwarenproduktion

271,7

3,97

Flachs-  und  Hanfwarenproduktion  .

34,0

Eingeführte  Fertigwaren  ....

1,9

35,9

0,52

Konfektionswarenproduktion....

32,6

Ab:  Mehrausfuhr

6,1

26,5

0,38

1  148,5

16,77  ohne  Jutewaren

Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  1334,9  Mill.  Mark
entfallen  auf  den  Inlandsverbrauch  86  Proz.,  auf  die  Ausfuhr  14Proz.
Der  Inlandsverbrauch  selbst  wird  gedeckt

von  der  inländischen  Produktion
zu  95,2  Proz.

von  der  Einfuhr
zu  4,8  Proz.
        <pb n="608" />
        China.  Textilindustrie.

599

China.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911

Die

ein-  und  ausgeführlen  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

412,8

59,2

2,5

184,5

225,8

59,2

—

Wolle

19,5

22,3

—

3,4

16,1

22,3

—

—

Seide

6,5

255,0

—

—

6,5

180,6

24,4

50,0

Leinen,  Jute  und  Ramie  .

9,8

11,8

—

—

9,8

6,1

—

5,7

Konfektion

15,8

3,7

—

—

15,8

—

3,7

464,4

352,0

2,5

187,9

274,0

268,2.

24,4

59,4

Die  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhr

  beträgt

1327,1

1068,1

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außen-Pro

  z.

Proz.

handel  beträgt  demnach

35,0

32,9

—

—

—

—

—

—

Annähernd  der  dritte  Teil  aller  ein-  und  ausgeführten  Werte  in  China
bezieht  sich  auf  die  Textilindustrie.  Die  Einfuhrsumme  ist  nicht  wesentlich
höher  als  in  Japan,  doch  besteht  die  Einfuhr  in  China  zum  größten  Teil  aus
Halbfabrikaten  und  Fertigwaren,  hingegen  die  Japans  zum  größten  Teil  aus
Rohstoffen.
Die  Textilindustrie  Chinas  ist  eine  der  ältesten  Industrien  der  Welt,  aber
in  ihrer  Entwickelung  ist  sie  stark  zurückgeblieben.  Ihr  Hauptgebiet  war  früher
und  ist  auch  heute  noch  die  Klein-  und  Hausindustrie.  Erst  in  den  letzten
Jahrzehnten  wurden  die  Baumwollspinnereien  und  Webereien  auf  fabrikmäßiger
Grundlage  errichtet,  aber  die  Erfolge  waren  im  Anfang  sehr  geringe.  In  den
letzten  Jahren  erst  konnten  sie  sich  so  weit  entwickeln,  daß  sie  einen  kleinen
Teil  des  großen  inländischen  Bedarfs  zu  decken  vermochten.
Es  fehlt  hier  zumeist  an  entsprechendem  Unternehmungsgeist  und  an  Kapital,
so  daß  es  noch  viele  Jahre  dauern  kann,  bis  eine  wirkliche  industrielle  Entwickelung ­
  einsetzt.  Dabei  sind  die  Verhältnisse  für  die  Textilindustrie  in  China
insofern  günstige,  als  die  Rohstoffe  für  diese  im  Inlande  selbst  in  großen  Mengen
gewonnen  werden.  Auch  stehen  brach  liegende  Arbeitskräfte  genügend  zur
Verfügung.
Im  Klein-  und  Hausbetrieb  werden  bis  jetzt  die  Baumwoll-  und  Seidenindustrie ­
  am  stärksten  betrieben.
        <pb n="609" />
        GOO

China.  Textilindustrie.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.

Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1910,/H  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

etwa  950  000  t  rohe  Baumwolle
„  22400  t  Wolle  und  tierische  Haare
„  17  770  t  Rohseide
„  90000  t  Jute
„  20  000  t  Ramie

im  ungefähren  Werte  von  1045  Mill.  Mark
„  „  „  „  22  „  „

515  ,,
40  „
12  „
1634  Mill.  Mark

Baumwolle.  Diese  wird  in  sehr  großen  Mengen  in  Nordchina  gewonnen.
In  Qualität  ist  sie  spröder  als  die  nordamerikanisehe  und  kann  allein  nur  zur
Herstellung  gröberer  Garne  Verwendung  finden.  Die  chinesische  Regierung  ist
aber  in  den  letzten  Jahren  bestrebt,  die  Qualität  zu  verbessern.
Die  jährliche  Erntemenge  an  Baumwolle  ist  außerordentlich  schwer  zu
bestimmen,  da  die  bisher  mitgeteilten  Mengen  immer  nur  auf  Schätzungen  beruhen.
Vorläufig  müssen  wir  uns  aber  in  Ermangelung  sonstiger  Unterlagen  mit  dieser
Schätzung  abzufinden  suchen.  Nach  dem  deutschen  Baumwoll-Handbuch  vom
Jahre  1915,  Bremen,  betrug  die  Ernte  in  tausenden  Ballen  ä  500lbs:
1910/11  1911/12  1912/13  1913/14  1914/15
4206  4221  5385  5400  4620
Nach  einer  Mitteilung  in  der  Textilzeitung,  Berlin  1915,  S.  74,  hat  der
chinesische  landwirtschaftliche  Minister  Untersuchungen  anstellen  lassen;  dieser
zufolge  belief  sich  die  Produktion  in  den  Jahren  1909,  1910  und  1911  auf  durchschnittlich ­
  4180000  Ballen  und  im  Jahre  1912  soll  die  Ernte  5  330  000  Ballen
erreicht  haben.  Es  werden  jetzt  immer  mehr  Ländereien,  die  früher  für  die
Opiumgewinnung  mit  Mohn  angebaut  wurden,  für  Baumwollanbau  benutzt.
Von  der  gewonnenen  Baumwolle,  die  sich  für  1910/II  auf  etwa  950000t
berechnet,  wird  ein  Teil  in  den  dortigen  Spinnereien  verarbeitet,  und  zwar  ungefähr ­
  118900  t;  ausgeführt  wurden  im  Jahre  1911  53062  t,  so  daß  etwa  778000  t
zur  Verarbeitung  in  der  Hausindustrie  übrig  blieben.
Tatsächlich  ist  die  Baumwollindustrie  als  Hausindustrie  in  China  außerordentlich ­
  stark  verbreitet.  Die  gesamte  Bevölkerung  einzelner  Dörfer  und
Distrikte  befaßt  sich  mit  der  Spinnerei  und  Weberei  von  Baumwollgeweben  auf
Handspindeln  und  Handstühlen.  Die  von  den  Großspinnereien  und  Webereien
hergestellten  Gewebe  stellen  sich  wohl  billiger  und  bekämpfen  die  Erzeugnisse
der  Hausindustrie,  aber  die  Landbevölkerung  zieht  die  nach  der  alten  Methode
hergestellten  Gewebe  als  dauerhafter  vor.
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  China  nicht  bedeutend.  Die  Ausfuhr  in  Schafwolle, ­
  Kamelhaaren  und  Ziegenhaaren  zusammen  betrug  im  Jahre  1911  22400  t.
Seide.  Nächst  Japan  hat  China  die  größte  Seidenraupenzucht,  und  zwar
ist  der  wichtigste  Distrikt  Kanton,  welcher  die  beste  chinesische  Seide  produziert.
Nach  den  Ausfuhrlisten  im  Jahre  1911  betrug  die  Gesamtausfuhr  Chinas:
Rohseide,  weiß  Rohseide,  gelb  Gezwirnte  Seide  Wilde  Rohseide
4076  t  808  t  925  t  2046  t
        <pb n="610" />
        Inlandsrohstoffe.

601

Die  Gewinnung  der  wilden  Seide  geht  immer  mehr  zurück,  weil  die
Regierung  an  Stelle  der  Eichenlaubzüchtung,  die  die  wilde  Seide  ergibt,  den
Züchtern  kostenlos  Maulbeerbäume  zur  Verfügung  stellt,  um  die  kostbarere
weiße  Rohseide  zu  gewinnen.
Über  die  Seidengewinnung  im  Bezirk  Kanton  wird  wie  folgt  berichtet  i):
Die  Seidenspinnerei  wird  fabrikmäßig  oder  als  Hausindustrie  betrieben.
Für  den  Außenhandel  kommt  in  der  Hauptsache  die  fabrikmäßig  hergestellte
Seide,  die  sogenannte  Filaturenseide  in  Betracht.  Sie  ist  auf  dem  Weltmärkte
mit  dem  Namen  „Filature  Canton  a  vapeur“  bekannt.  Zurzeit  sind  etwa
150  Dampfspinnereien  im  Betriebe,  die  durchweg  in  chinesischen  Händen  sind.
Die  Spinnerin  spinnt  nicht  mit  der  Hand,  sondern  mit  Stäbchen,  wie  sie  die
Chinesen  zum  Essen  benutzen.  Die  Tagesleistung  einer  Spinnerin  beläuft  sich
auf  76  g  für  die  feinsten  und  bis  zu  300  g  für  die  groben  Nummern.  Eine  Anfängerin ­
  verdient  30  bis  40  Pfennig,  eine  erfahrene  80  Pfennig  bis  1  Mark  Tageslohn. ­
  Die  Arbeitszeit  beträgt  10  bis  11  Stunden.
Die  Seide  der  Hausindustrie  ist  viel  minderwertiger.  Sie  ist  unter  der
Bezeichnung  „Tsatlee“  oder  nach  dem  Umhaspeln  unter  der  Bezeichnung  „Canton
Grant  Rereels“  im  Handel.  Eine  weitere  Erzeugung  in  der  Hausindustrie  ist
„Canton  Natives“.  Die  letztere  ist  wegen  ihres  kräftigen  Fadens  und  ihrer  verhältnismäßigen ­
  Reinheit  sehr  beliebt.
Den  größten  Teil  der  Kantoner  Seiden  nimmt  Lyon.  Italien  kauft  fast
ausschließlich  durch  Vermittelung  Lyoner  Firmen  die  billigeren  Sorten,  die  dort
zu  Tramen  gezwirnt  werden.  Der  Bedarf  der  Vereinigten  Staaten  an  Rohseide
ist  im  Zunehmen  begriffen,  seit  dort  gezwirnte  Seide  Zollschutz  genießt.  Die
Silk  Association  of  America  hat  vor  einigen  Jahren  eingehende  Anweisungen
ins  Chinesische  übersetzen  lassen,  um  eine  Verbesserung  der  Gespinste  zu  erreichen.
Wegen  der  teuren  Arbeitslöhne  wird  dort  namentlich  Wert  auf  eine  gute  Windbarkeit
  gelegt.  Auch  hat  man  zu  erreichen  gesucht,  daß  die  Spinner  Stränge
von  genau  bestimmter  Fadenlänge  und  Breite  hersteilen  mit  genauer  Verteilung
des  Fadens  auf  ihre  Breite.  In  Schanghai  ist  dieser  Forderung  teilweise  entsprochen ­
  worden;  in  Kanton  haben  sich  aber  die  Spinner  für  derartige  Neuerungen
nicht  zugänglich  erwiesen.  Deutschlands  Verbrauch  an  Kantoner  Seide  läßt  sich
hier  nicht  feststellen,  weil  unmittelbare  Abschlüsse  mit  deutschen  Käufern  nicht
stattfinden.  Deutsche  Verbraucher  haben  es  bisher  vorteilhafter  befunden,  ihren
Bedarf  in  Frankreich  und  Italien  zu  decken,  weil  sie  dort  die  Aufmachung  kaufen
können,  die  sie  brauchen,  und  im  Auslande  die  Zwirnlöhne  niedriger  sind.
Solange  in  Kanton  selbst  gezwirntes  konkurrenzfähiges  Material  nicht  zu  kaufen
ist,  wird  die  deutsche  Industrie  genötigt  sein,  ihren  Bedarf  an  Kantoner  Seide
weiter  im  Wege  des  Zwischenhandels  zu  decken.
Auch  die  Ausfuhr  von  Seidenabfällen  und  von  Kokons  ist  bedeutend.
Man  unterscheidet  ungeöffnete  und  geöffnete  Abfallseideii.  England  nimmt  den

1 )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  im  Jahre  1913/14,  S.  331.
        <pb n="611" />
        602

China.  Inlandsrohstoffe.

größeren  Teil.  Seitdem  auch  die  Vereinigten  Staaten  die  Herstellung  von  Schappeseiden
  aufgenommen  haben,  werden  beträchtliche  Mengen  von  Spinnereiabfällen,
die  mit  der  Hand  künstlich  geöffnet  werden,  nach  Amerika  verladen.  Eine
besondere  Art  von  Abfall  sind  die  sogenannten  „Punjam  books“,  eine  Seide,  die
von  den  obersten  Kokonhäuten  gewonnen  und  im  Wege  der  Hausindustrie  verarbeitet
wird.  Es  ist  eine  minderwertige  Ware  von  schlechter  Farbe  und  grobem  Titre.  Sie
wird,  soweit  sie  nicht  im  Inlande  verbraucht  wird,  nach  asiatischen,  afrikanischen
und  europäischen  Ländern  verschifft.  Jährlich  werden  davon  etwa  90  bis  120  t
ausgeführt.  Durchbrochene  Kokons  werden  überwiegend  nach  Europa  ausgeführt
und  dort  zur  Herstellung  von  Schappeseide  verwendet.  Die  Ausfuhr  von  Seidenabfällen ­
  und  Kokons  hat  sich  in  den  letzten  drei  Jahren  wie  folgt  gestaltet:
Seidenabfälle.

Geschäftsjahr
vom
1.  Mai  bis  30.  April

Europa

Amerika

Zusammen

Pikuls 1 )

1910/11

29497

7  645

37  142

1911/12

24  514

8492

33  006

1912/13  .....

19011
Kokons.

9694

28  705

1910/11

3791

877

4668

1911/12

5580

808

6388

1912/13

4823

1  152

5  975

Im  Jahre  1912  schwankten  die  Preise  für  geöffnete  Abfälle  zwischen  133
und  149$,  für  ungeöffnete  zwischen  76  und  119$  (und  zwar  III.  Qualität
zwischen  76  und  80  $,  II.  zwischen  80  und  86$,  I.  zwischen  110  und  119  $).
Für  durchbrochene  Kokons  wurden  zwischen  92  und  98  $  bezahlt.
Nach  der  Zollstatistik  hat  sich  die  Ausfuhr  von  Seide  in  den  Jahren  1911
und  1912  wie  folgt  gestaltet:

1911

1912

Menge  in
1000  Pikuls

Wert  in
1000  Haikwan-Taels
  2 )

Wert  in
1000  Pikuls

Menge  in
1000  Haikwan-Taels
 2 )

Filaturenseide

34,1

20  814,4

33,7

19  122,9

Weiße  Seide  (darunter  Tsatlees)  .  .  .

2,2

1  183,3

2,4

1239,6

Wilde  Seide

0,2

24,7

0,1

13,9

Seidenabfälle

36,5

2  632,0

26,5

1830,4

Kokons,  durchbrochene

2,8

197,1

3,9

246,7

*)  1  Pikul  —  60,48  kg-,
2 )  1  Haikwan-Tael  1911  =  2,75  Mk.
        <pb n="612" />
        Inlandsrohstoffe.  Produktion.

603

Im  allgemeinen  hat  sich  die  Qualität  der  Kantoner  Seide  in  den  letzten
zehn  Jahren  nicht  verschlechtert,  sondern  eher  etwas  gehoben;  die  Aufmachung
ist  jedenfalls  geschickter  als  früher.  Auf  dem  AVeltmarkte  aber  haben  die
Kantoner  Seiden  unter  dem  japanischen  Wettbewerb  stark  gelitten.  Während
in  Japan  die  Eier  und  der  Schmetterling  durch  einen  sachverständigen  Regierungsbeamten ­
  mikroskopisch  untersucht  werden,  bevor  sie  zur  Zucht  verwendet  werden
dürfen,  betreibt  der  chinesische  Züchter  sein  Handwerk  nach  althergebrachter,
aber  ganz  unwissenschaftlicher  Art.  Angesichts  der  zunehmenden  Erzeugung
der  japanischen  Spinnereien  droht  der  Kantoner  Seidenzucht  ernstliche  Gefahr,
wenn  es  nicht  gelingt,  die  Zucht  und  die  Spinnmethoden  unter  Staats-  oder
Gildenaufsicht  zu  verbessern.  Bisher  ist  nichts  nach  dieser  Richtung  geschehen
und  der  Kantoner  Spinner  zeigt  keine  Neigung,  sich  auf  Änderungen  einzulassen,
solange  er  sein  Erzeugnis  schlank  absetzen  kann.  Und  dieser  Absatz  hat  bisher
nicht  fühlbar  gelitten,  weil  Kantoner  Seiden  eine  hervorragende  Weichheit
besitzen  und  deshalb  in  der  Weberei  besser  als  andere  Seiden  zum  Füllen  als  Tram
geeignet  sind.  Nur  die  wilden  nordchinesischen  und  indischen  Seiden  kommen
den  Kantoner  Seiden  in  dieser  Beziehung  gleich.  Da  diese  Erzeugnisse  aber  sehr
unrein  sind,  zahlen  die  Fabrikanten  lieber  höhere  Preise  für  Kantoner  Seiden.
Jute.  Das  in  China  angebaute  Land  wird  auf  200000  Morgen  geschätzt,
die  etwa  500  000  bis  600  000  Ballen  Jute,  der  Ballen  zu  l8l,2  kg,  ergeben.  Der
größte  Teil  der  Jute  wird  im  Inlande  verarbeitet,  doch  beginnt  sich  auch  bereits
die  Ausfuhr  zu  entwickeln.  So  stieg  die  Juteausfuhr  Tientsins  von  1716  t  im
Jahre  1912  auf  3953  t  im  Jahre  1913.
Ramie.  Die  Pflanze  wird  überall  in  China  südlich  des  Hoanghostromes
gewonnen.  Fast  die  Hälfte  der  gewonnenen  Faser  wird  ausgeführt,  der  größte
Teil  nach  Japan;  die  andere  Hälfte  wird  in  China  zu  „graß  cloth“  verarbeitet.

Produktion  der  Textilindustrie  Chinas.
Baumwollindustrie.  Die  Baumwoll-  und  Seidenindustrie  sind  in  China  sehr
stark  entwickelt.  Beide  sind  früher  reine  Hausindustrien  gewesen.  Besonders  das
Spinnen  und  Weben  der  Baumwolle,  die  im  Inlande  gewonnen  wird,  ist  seit  hunderten ­
  von  Jahren  allgemein  verbreitet  und  man  findet  heute  noch  Gegenden,  in
welchen  die  ganze  Bevölkerung  das  Spinnen  und  Weben  der  Gewebe  besorgt.
In  ebenso  einfacher  Weise  wird  das  Färben  ebenfalls  als  Hausindustrie  vorgenommen. ­
  In  den  meisten  Fällen  wird  das  Gewebe  von  Handwebern  in  Stücken
von  einigen  Yards  geliefert,  die  dann  im  Kessel  blau  oder  vereinzelt  in  anderen
Farben  gefärbt  werden.  Nach  dem  Färben  wird  das  Gewebe  an  der  Luft  getrocknet
und  dann  zum  Schluß  mittels  einer  steinernen  Vorrichtung  gemangelt.
Neuerungen  der  Baumwollindustrie  waren  in  den  letzten  Jahren  die  Einführung ­
  der  japanischen  Baumwollwebstühle,  die  die  chinesischen  Webstühle,
ersetzten,  und  die  Errichtung  der  größeren  Baumwollspinnereien  und  Webereien
im  Süden  von  China.
        <pb n="613" />
        604

China.  Produktion.

Die  erste  moderne  chinesische  Baumwollspinnerei  wurde  im  Jahre  1891  mit
ausschließlich  chinesischem  Kapital  und  unter  chinesischer  Leitung  gegründet.  Von
1896  bis  1898  wurden  weitere  11  Spinnereien  errichtet,  welche  teils  mit  chinesischen,
teils  europäischen  und  teils  auch  gemischten  Kapitalien  arbeiteten.  Im  Jahre  1900
beliefen  sich  die  chinesischen  Spinnereien  auf  15  mit  insgesamt  500  000  Spindeln,
von  welchen  5  Betriebe  unter  europäischer  Leitung  standen.  Im  Jahre  1913  war
die  Zahl  der  Baumwollfabriken  auf  31  gestiegen  mit  insgesamt  833112  Spindeln  und
3758  mechanischen  Webstühlen.  Von  diesen  31  Fabriken  befinden  sich  12  in  Schanghai, ­
  welches  so  das  chinesische  Baumwollindustriezentrum  geworden  ist,  während
sich  die  anderen  auf  Chankow,  Ningpoo,  Tungchou  usw.  verteilen.  Erwähnenswert
ist  noch,  daß  alle  diese  Fabriken  bis  1912  keinen  Gewinn  aufzuweisen  hatten.
Nach  einer  anderen  etwas  abweichenden  Darstellung  gab  es  im  Jahre  1912
in  China,  und  zwar  hauptsächlich  in  Schanghai  und  Umgebung  34  Fabriken  mit
947406  Spindeln  und  4755  Webstühlen.  Je  nach  Nachfrage  und  Geschäftsgang
liefern  die  Spinnereien  im  Jahre  500  000  bis  750  000  Ballen  Garne.  Ein  Webstuhl ­
  liefert  im  Jahre  300  Stück,  ä  40  Yards,  wonach  die  4755  Stühle  im  Jahre
l  426  500  Stück  Gewebe  produzieren  würden.
Die  Garne  werden  zum  Teil  an  die  Landleute  für  ihre  Webstühle  verkauft.
Außerdem  werden  jährlich  über  100  000  t  rohe  Garne  eingeführt,  da  der  Bedarf
an  Baumwollgeweben  ein  sehr  großer  ist.
Wollindustrie.  Die  Wollindustrie  ist  in  China  nicht  bedeutend,  immerhin
bestehen  6  Webereien  und  11  Wollwaschanstalten.  Hergestellt  werden  Militärtuche, ­
  Regenmäntel  und  moderne  Zeremonienkleider.
Seidenindustrie.  Diese  ist  als  Hausindustrie  stark  verbreitet  und  dem  Gewerbe
der  Seidenweber  kommt  eine  hervorragende  Stellung  zu.  Sie  ist  die  älteste  Industrie ­
  des  Landes  und  hatte  beim  Auftreten  der  Baumwollgewebe  alles  aufgeboten,
  damit  diese  zurückgedrängt  werde.  Angaben  über  die  hergestellten
Mengen  sind  nicht  vorhanden.  Die  Seidenstoffe  werden  im  größten  Maße  für
Frauen-  und  Männerkleider  benutzt,  und  die  reicheren  wie  auch  die  mittleren
Kreise  legen  Gewicht  darauf,  seidene  Gewänder  zu  tragen.  Vielfach  werden  die
Seidengewebe  aus  Rohseide  in  ungefärbtem  Zustande  hergestellt.
Leinen-  und  Ramieindustrie.  Vor  Auftreten  der  Baumwolle  war  die  Herstellung  der
Leinengewebe  als  Hausindustrie  stark  verbreitet,  während  dies  jetzt  nur  noch  in  geringem ­
  Maße  der  Fall  ist.  Dagegen  werden  Ramiegewebe  als  sogenannte  „graß
cloth“  in  größeren  Mengen  hergestellt,  und  zwar  als  glatte,  bestickte  oder  durchbrochene ­
  Gewebe.  Ein  großer  Teil  dieser  Gewebe  wird  nach  Korea  ausgeführt,
wo  die  weißen  Ramiegewebe  zur  Herstellung  langer  weißer  Gewänder  dienen.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  China.
Baumwollgarne.  Diese  bilden  den  stärksten  Einfuhrartikel,  der  trotz  der
vorhandenen  Spinnereien  noch  im  Zunehmen  begriffen  ist.  Der  Hauptlieferant
war  früher  Britisch-Indien,  doch  macht  in  den  letzten  Jahren  die  Einfuhr  aus
        <pb n="614" />
        Produktion.  Textilwarenemfuhr.

605

Japan  größere  Fortschritte.  Eingeführt  werden  vornehmlich  billige  Game  in
gröberen  Nummern,  die  in  der  Hausindustrie  Verwendung  finden.
Nähgarne.  Vorwiegend  werden  die  aus  England  eingeführten  Marken  verwendet, ­
  doch  führen  sich  auch  die  Zwirne  aus  Belgien  und  Japan  ein.  Besonders
Japan  liefert  die  Nähgarne  billiger,  um  den  Markt  zu  erobern.
Von  Baumwollgeweben  sind  die  wichtigsten  Artikel:
Schirting,  grey  und  plain.  Dies  sind  rohe  glatte  Gewebe,  die  in  großen
Mengen  eingeführt  und  von  den  Chinesen  für  Kuligewänder  blau  gefärbt  werden.
England  beherrscht  diesen  Markt  fast  vollkommen,  obwohl  auch  Amerika,  Indien
und  Japan  mitkonkurrieren.
Gebleichte  Schirtings.  Auch  dieser  Artikel  wird  von  England  vollkommen
beherrscht.  In  den  letzten  Jahren  macht  Holland  in  der  Einfuhr  Fortschritte.
Drillich.  Amerika  und  Japan  haben  in  diesem  Artikel  die  höchste  Einfuhr.
Köper.  Geringere  Mengen  kommen  aus  Amerika;  die  Hauptmenge  liefert
jedoch  England.
TCloth  werden  hauptsächlich  aus  England  in  verschiedenen  Breiten  eingeführt. ­

Venetians,  Lastings,  Cotton  Italians  sind  die  bedeutendsten  gefärbten
Einfuhrartikel  Chinas.  Es  sind  dies  meist  schwarz  und  auch  bunt  gefärbte,
mercerisierte  Satins,  die  von  England  geliefert  werden.
Baumwollflanelle.  Diese  werden  in  glatten,  gefärbten  oder  gestreiften
Stoffen  gehandelt.
Taschentücher.  Der  Hauptartikel  sind  weiße  Taschentücher  in  löxlö,
17  X  17,  18  X  18  Zoll  in  Fünfdutzendkartons.
Baumwolldecken.  Nach  einem  Bericht  des  deutschen  Generalkonsulats
in  Schanghai  (Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1915,  Nr.  7)  hat  der  Absatz
der  wohlfeilen  roten  Abfalldecken  nachgelassen,  dagegen  war  der  Absatz  in
Jacquarddecken  befriedigend,  wenn  auch  zu  berücksichtigen  ist,  daß  durch  aus
Japan  neuerdings  eingeführte  Fabrikate  ein  scharfer  Wettbewerb  entstanden  ist.
Wirkwaren.  Die  Einfuhr  von  Strumpfwaren  ist  im  Verhältnis  zur  Einfuhr ­
  der  anderen  Artikel  nicht  bedeutend  und  zwar,  weil  die  Chinesen  eine  den
Strümpfen  ähnliche  Fußhülle  aus  genähten  Baumwollstoffen  benutzen.  Immerhin
macht  sich,  wenn  auch  langsam,  eine  entsprechende  Vorliebe  für  gewirkte  Socken
geltend,  der  Rechnung  getragen  werden  kann.  In  der  bisherigen  Einfuhr  sind
Deutschland  und  Japan  vorherrschend.
Wollwaren.  Die  Einfuhr  von  Wollwaren  ist  unbedeutend,  da  diese  Stoffe
von  den  Eingeborenen  weniger  getragen  werden.  Am  gangbarsten  sind  Tweeds,
Serge,  Armeetuche,  Meltons  und  die  billigeren  Shoddystoffe.  Von  diesen
liefert  Deutschland  feine  Sommerfelder  Tuche.  Außerdem  werden  Alpaka,
Lustres,  Orleans  und  sonstige  Halbwollstoffe  in  nicht  sehr  hohen  Mengen
eingeführt.  Wollene  Litzen  sind  ein  Haupteinfuhrartikel  Deutschlands,  doch
bemühen  sich  die  Fabrikanten  Österreichs,  Hollands  und  Italiens  ebenfalls,  diesen
Artikel  einzuführen.  Auch  wollene  Decken,  wie  auch  halbwollene  und  bäum ­
        <pb n="615" />
        606

China.  Textilwareneinfuhr.

wollene  Decken  werden  in  den  letzten  Jahren  in  ziemlichen  Mengen  eingeführt.
Nach  einem  anderen,  dem  „Bulletin  Commercial“  Brüssel  entnommenen  Bericht
nimmt  das  Tuchgeschäft  in  China  einen  großen  Aufschwung,  seitdem  die
chinesische  Regierung  ausländisches  Tuch  zur  Erzeugung  militärischer  Uniformen
verwendet.  Die  früher  in  der  besseren  chinesischen  Kleidung  vorherrschende
Seide  macht  immer  mehr  Cheviots,  Draps  und  Meltons  Platz.
Konfektionswaren.  Uber  die  Einfuhr  von  fertigen  Kleidungsstücken
und  Hüten  nach  Hankau  im  Jahre  1912  berichtet  das  deutsche  Konsulat  in
Hankau 1 )  recht  übersichtlich  wie  folgt:
Die  Revolution  gab  den  Anlaß  zu  einer  ganz  plötzlichen  Änderung  der
Kleider-  und  Kopfbedeckungstracht.  Jeder  Chinese  in  Hankau  und  den  größeren
Orten  im  hiesigen  Bezirke  ließ  sich,  wenn  er  es  sich  irgendwie  leisten  konnte,
einen  Anzug  in  europäischem  Schnitt  machen  und  trug  einen  europäischen  Filzhut. ­
  Das  hat  verschiedene  Importeure  veranlaßt,  Anzugstoffe  und  fertige  Anzüge
in  großen  Mengen  einzuführen.  Es  zeigte  sich  aber,  wie  vorauszusehen  war,
bald,  daß  die  Chinesenkleidung  für  die  Bevölkerung  bequemer,  billiger  und  praktischer ­
  war,  und  ein  großer  Teil  der  jungen  modernen  Chinesen  kehrte  zur  alten
Tracht  zurück,  so  daß  nunmehr  für  europäische  Kleidung  im  wesentlichen  nur  noch
Bureau-Angestellte,  Kompradores  und  einige  andere  mit  Europäern  häufig  in  Berührung ­
  kommende  bessere  Chinesen  in  Betracht  kommen.  Die  Folge  war,  daß  die
auf  Spekulation  eingeführten  Kleider  auflagen  und  allmählich,  zum  Teil  mit  Verlust,
abgestoßen  werden  mußten.  Für  das  Landvolk  und  überhaupt  für  die  Allgemeinheit ­
  der  Bevölkerung  wird  in  absehbarer  Zeit  der  europäische  Anzug  nicht  in
Frage  kommen;  die  Einfuhr  dieses  Artikels  wird  daher  im  laufenden  Jahre  voraussichtlich ­
  wieder  nachlassen.
Anders  ist  es  mit  Hüten.  Das  Zopfabschneiden  im  mittleren  und  südlichen
China  war  allgemein,  und  der  Chinese  bedarf  jetzt  einer  Kopfbedeckung.  Der
japanische  Händler  schien  auf  diese  Umwälzung  bei  Ausbruch  der  Revolution
vorbereitet  zu  sein  und  überschwemmte  den  Markt  mit  billigen  Sportsmützen
und  Filzhüten  in  unglaublichen  Formen.  Allmählich  hat  aber  italienisches
billiges,  an  Qualität  dem  japanischen  Filzhut  überlegenes  Fabrikat  die  Oberhand
gewonnen.  Es  gehen  fast  nur  weiche  Filzhüte  mit  aufgeschlagenen  Krempen.
Deutsche  und  englische  Ware  wurde  nicht  eingeführt,  da  sie  zu  teuer  war.  Eine
deutsche  Fabrik  schien  allerdings  konkurrenzfähig  zu  sein;  hiesige  Importfirmen
lehnten  es  aber  ab,  mit  ihr  zu  arbeiten,  weil  sie  ihre  Artikel  durch  eigene  Agenten
an  einem  Küstenplatz  ein  führt  und  in  kleinen  Mengen  direkt  an  Chinesen  absetzt.
Strohhüte  kamen  aus  Japan  und  Manila;  auch  breitkrempige  deutsche  Strohhüte ­
  waren  begehrt.  Billige  Tropenhüte  lieferte  Japan;  etwas  bessere,  aber  auch
billige  Qualitäten  Indien.  Nach  einem  späteren  Bericht  entwickelt  sich  auch
der  Bedarf  an  Damenwäsche  in  China  ziemlich  stark.
*)  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1913,  Heft  59.
        <pb n="616" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

Chinas  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie
Einfuhr.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mül.
Mark

Deutschland ­


England ­


Verein.
Staaten

Japan

Brit.-Indien


Hongkong

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  ...  2  4881

R

2,5

9

130

388

449

798

469

Baumwollgarne.  .  .  .  113369t

H

138,0

38

1  117

—

52  995

41  805

38  172

Nähgarne

F

3,7

118

1  132

10

468

—

1  361

Gewebe,  rohe,  glatte,  etwa  23  3001

H

46,5

1  325

40  110

628

93

207

3  480

„  für  Bettücher

F

33,9

17

1980

14951

15  737

—

—

Gewebe,  gebleichte

„

53,7

133

43  423

26

306

8

6969

Drillichstoffe

„

17,4

9

515

6337

9  846

29

403

Baumwollköper  (Jeans)  ....

V)

14,9

78

13  405

704

69

—

27  2

T  Cloth  (beschwerte  Nesselgewebe ­
  in  22  m  Länge)  ....

10,3

111

7  508

720

196

1  518

Batist,  Musselin,  Gaze,  gebleicht
gefärbt

n

1,6

698

_

16

778

Möbelstoffe,  auch  bedruckte  glatte
Gewebe

5,1

18

3  206

_

29

708

Bedruckte  sonstige  Gewebe  .  .

„

3,0

—

1  836

—

—

23

1  008

T  Cloth,  türkischrot  und  sonstig
gefärbte

»

3,9

3  650

15

_

241

Venetians,  Lastings,  glatte  und
gemusterte

46,6

467

40  225

139

231

4  359

Schirtings,  glatte  u.  gemusterte

n

3,3

25

1  633

—

157

—

1  178

Gewebe,  blauweiß  gestreift  .  .

„

0,9

50

512

—

—

—

117

Flanelle,  glatte  und  gestreifte,
gefärbte  oder  bedruckte  .  .  .

5,8

72

1  130

2  507

338

_

1  324

Phantasiegewebe,  Japancloth,
Krepp

3,2

23

400

1  859

602

Velvet,  roh  und  gefärbt.  .  .  .

„

1,9

39

937

—

33

22

399

Gemischte  Gewebe,  nicht  näher
bezeichnet

0,5

28

151

119

135

Baumwollene  Decken

n

0,8

87

—

—

213

—

220

Hand-  und  Taschentücher.  .  .

„

3,1

—

707

—

1  221

—

1  091

Strumpfwaren

„

2,3

581

107

■—

651

—

851

Spitzen  und  Spitzenbesatz  .  .  .

„

1,3

808

331

—

—

—

36

Sonstige  Baumwollstoffe....

»

9,6

133

1  084

54

5  762

—

1432

412,8

4  169

165  927

25  605

91235

43319

67123

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer.-  wie  oben

Rohe  Baumwolle  .  .  .  53062  t  R
Baumwollabfälle  .  .  .  2212t  „

58,6
0,6

8003
197

585
6l

3  979

42  746
112

28

923
55

59,2

8  200

646

3  979

42858

28

978

*19  fK
        <pb n="617" />
        608

China.  Ein-  und  Ausfuhr.

Chinas  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Rußland ­


Belgien

Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Woll-  und  Kammgarne  .  .  5911  H

3,4

1836

306

—

462

80

637

Wollene  Lastings  F

1,9

—

1  463

9

—

—

419

Wollene  Reitstoffe  „

1,6

1  376

37

10

—

26

177

Alpaka  und  Orleans  „

0,5

—

340

—

11

—

146

Unions-  und  Ponchogewebe  .  .  „

2,3

14

1  927

—

—

—

332

Englische  Camlets  „

0,9

18

449

19

—

—

379

Buchhindertuche  (spanische)  .  .  „

0,6

—

371

—

—

—

166

Sonstige  Wollgewebe  „

2,8

98

674

817

39

346

662

Sonstige  Halbwollgewebe  .  .  .  „

3,8

306

2  217

146

35

383

663

Filze  und  Filzstücke

0,1

—

12

—

12

—

—

Wollene  Decken

1,0

82

97

372

—

56

298

Plüsch  „

0,3

40

142

—

—

—

40

Teppiche  und  Teppichstoffe  .  .  „

0,3

42

135

—

—

60

—

19,5

3  812

8  170

1  373

559

951

3  919

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Deutschland ­


England

Rußland

Verein.
Staaten

Japan

In  1000  Mark

Schafwolle

19  198  t  R

18,1

97

677

297

16037

886

Ziegenwolle

570t  „

0,9

—

835

—

—

—

Kamelwolle

1  667  t  „

2,0

176

1  795

11

—  ■

—

Sonstige  tierische  Haare

97lt  „

1,3

275

661

—

189

136

22,3

548

3  968

308

16  226

1  022
        <pb n="618" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

609

Chinas  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1911.

Einfuhr.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Seiden-  und  Halbseidengewebe  .  F

4,8

41

122

1  049

347

1866

753

Seidene  u.  baumwollene  Bänder  „

1,7

49

37

1  Oll

—

497

47

j

6,5

90

159

2060

347

2  363

800

Ausfuhr.

Wichtigste  Absatzländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Kokons

1  26s  t  R

5,3

—

58

1  565

157

2  378

1  122

Kokonabfälle

2  312  t  „

2,7

—

242

1699

589

136

—

Seidenabfälle

7  138t  „

18,4

67

3  817

4  510

1  655

478

7  238

Rohseide,  weiß,  gedämpft,
gehaspelt

3  350t  „

101,1

Ver.  Staaten
11  216

72

27  775

4  738

65

57  243

Rohseide,  weiß,  nicht  gedämpft, ­
  gehaspelt.  .  .

726t  „

15,0

Ver.  Staaten
159

909

3  790

2  797

Brit.-Indien
2  324

3643

Rohseide,  gelb,  gedämpft,
gehaspelt

25  t  „

0,5

19

13

274

91

—

—

Rohseide,  gelb,  nicht  gedämpft, ­
  gehaspelt  .  .

783  t  „

12,4

283

36

912

861

Brit.-Indien
7  390

—

Rohseide,  wilde,  gedämpft, ­
  gehaspelt.  .  .

476  t  „

6,4

Ver.  Staaten
2699

21

2  958

657

98

—

Rohseide,  wilde,  nicht  gedämpft, ­
  gehaspelt  .  .  .

1  570  t  „

18,8

Ver.  Staaten
2  321

548

8  361

2  682

2  202

128

Rohseide,  weiß,  gezwirnt
Rohseide,  gelb,  gezwirnt

918  t  H
7  t  „

24,2
0.2

(  126
\  Ver.  Staaten
{  14  948
41

558

5  427
30

2  622

—

—

Seidene  Gewebe  ....

F

34,2

27

190

77

—

488

28  048

Pongees

12,7

155

1  8s  7

2  680

Indien
968

218

3  863

Sonstige  Seidenwaren  .  .

»

3,1

—

—

—

Indien
765

45

1944

255,0

Deutschland
718
Ver.  Staaten
31  343

8321

60058

Italien
16  849
Indien
l  733

Japan
6  108
Brit.-Indien
9714

103  229

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

39
        <pb n="619" />
        ■lil

Chinas  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Leinen-,  Jute-  und  Ramie-Industrie  im  Jahre  1911.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Rußland ­


Brit.-Indien


Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Leinengewebe  ....

.  .  .  .  F

o,9

14

330

66

154

309

Jutegewebe

0,6

—

11

—

549

—

47

Säcke  aller  Art  ....

.  .  .  .  „

8,3

—

33

1  012

4  257

1034

l  917

9,8

14

374

1  078

4  8o6

l  188

2  273

Ausfuhr.

Wichtigste  Absatzländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Belgien

Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Jute
Ramie
Ramiegewebe(grass  cloth)
Säcke  aller  Art

2655  t  R
9285  t  „
F

0,7
5,4
4.3
1.4

88

62
153
27

17
854

97  2
Korea
2  544

284
2  933
526
13

82
207
1  132
1  267

11,8

88

242

871

Belgien
97  2
Korea
2  544

3  756

2688

Chinas  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  und  Hüten  im  Jahre  1911.
(Ausgenommen  Strohhüte.)
Einfuhr.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Rußland ­


Verein.
Staaten

Japan

Plongkong

In  1000  Mark

Kleidungsstücke,  Hüte,  Schuhe,
Stoffhandschuhe  .
Posamentier-  und  Schnittwaren  .  .
Wollene  und  sonstige  Litzen  .  .  .
Gold-  und  Silberfadenimitation  .  .
Lederimitation  und  Wachstuch  .  .

10,2
2,6
2,2
o,5
o,3

517
104
1  392
230
28

811
1  410
146

3  487
513
11

249
19
15

2  480
214
82
9
14

2  126
221
480
92
44

15,8  |  2  271
Ausfuhr.

2367  4  011

283

2  799

2963

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Deutschland ­


England ­


Rußland ­


V  erein.
Staaten

Japan

Hongkong

In  1000  Mark

Chinesische  Kleidungsstücke,  Schuhe

3,7

—

—

1  434

—

39

1  772
        <pb n="620" />
        Herkunfts-  und  Absatzländer.

611

39*

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Die  Herkunftsländer  waren:

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,13

4L53

135,33

Japan

0,45

53,17

44,92

Hongkong

0,47

42,29

34,32

Vereinigte  Staaten

o,39

0,63

24,87

Rußland

0,04

0,20

9,24

Deutschland

0,01

3,20

7,15

Britisch-Indien

o,8o

42,01

5,47

Frankreich

—

0,47

3,59

Niederlande

—

0,49

2,35

Portugiesische  Besitzung  Macao

0,06

2,00

1,21

—

—

1,14

Italien

—

—

1,01

Korea

—

—

0,30

Kanada

—

—

0,29

Österreich-Ungarn

—

—

0,26

Französisch-Indochina

0,12

1,79

0,26

Straits  Settlements  (Singapore  usw.)  ....

0,07

0,07

0,11

Andere  Länder

—

0,05

2,18

2,54

187,90

274,00

Die  Absatzländer  waren:

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

Hongkong

70,64

—

38,03

Korea

0,26

—

5,54

Frankreich

53,83

5,46

2,76

Straits  Settlements  (Singapore  usw.)  ....

0,03

—

2,39

England

10,54

0,56

2,07

Britisch-Indien

9,81

0,16

1,95

Rußland

0,56

—

1,60

Japan

52,45

—

1,33

Türkei,  Persien,  Ägypten

3,88

0,14

1,30

Kanada

0,05

0,16

0,56

Australien

0,25

—

0,35

Portugiesische  Besitzung  Macao

1,94

—

0,34

Französisch-Indochina

0,09

—

0,26

Siam

0,06

—

0,25

Vereinigte  Staaten

37,17

15,04

0,22

Deutschland

9,20

0,17

0,18

Belgien

1,38

—

0,03

Italien

14,70

2,62

0,02

Österreich-Ungarn

0,53

—

—

Andere  Länder

0,83

0,09

0,22

268,20

24,40

59,40
        <pb n="621" />
        (512

China.  Produktionswert.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Chinas  im  Jahre  1911.
Baumwollindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Baumwolle  950  000  t
Ab:  Mehrausgeführte  Baumwolle  52  786t
897  214  t
Der  Spinnverlust  ist  mit  mindestens  17  Proz.  anzunehmen,
unter  Berücksichtigung,  daß  er  sich  in  Indien  auf  14,4  Proz.
berechnet  und  in  China  der  größte  Teil  der  Baumwolle  in  der
Hausindustrie  versponnen  wird.
Ab:  17  Proz.  Spinnverlust  von  897214t  152526t
744688  t
Hinzu:  Eingeführte  Halbfabrikate  136669t
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch  .  .  .  881,357t
Diese  ergeben,  die  Tonne  mit  4000  Mk.  berechnet  :  .  3  525,4  Mill.  Mark
Wollindustrie.
Eingeführte  Halbfabrikate  5911
Ob  und  welche  Mengen  der  Rohwolle  im  Inlande  verarbeitet  werden,
ist  nirgends  zu  finden.  Bedeutend  kann  diese  nicht  sein,  und  es  erscheint ­
  richtig,  die  Produktion  schätzungsweise  mit  25  Mill.  Mark  anzunehmen ­
  .  25,0  „  „
Seidenindustrie.
Nur  über  die  Ausfuhr  an  Rohseide  liegen  genaue  Angaben  vor.
Welche  Mengen  im  Inlande  verarbeitet  werden,  ist  mangels  entsprechender ­
  Unterlagen  in  keiner  Weise  zu  bestimmen.  Nur  die  eine  Angabe
seitens  der  „Silk  Association  of  Amerika“  liegt  vor,  wonach  schätzungsweise ­
  als  zutreffend  angenommen  werden  kann:  45  Proz.  der  Produktion ­
  werden  ausgeführt  und  55  Proz.  im  Inlande  verarbeitet.
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1911  ungefähr  8000  t
Danach  wäre  die  im  Inlande  verarbeitete  Menge  9  77ot
Diese  ergeben,  die  Tonne  mit  3SoooMk.  berechnet  .  342,0  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Halbfabrikate  24,4  „  „
„  Fertigwaren  50,0  „  „  416,4  „  „
Jute-,  Hanf-  und  Ramie-Industrie.
Im  Inlande  verarbeitete  Jute  und  Ramie  98000  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  schätzungsweise  mit  800  Mk.
berechnet  78,4  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Fertigwaren  5,7  „  „  84,1  „

Konfektionsindustrie.
Mangels  Unterlagen  kann  die  Produktion  derselben  nur  schätzungsweise,
in  gleicher  Höhe  wie  in  Japan,  mit  32,6  Mill.  Mark  angenommen  werden

32.6

4  083,5  Mill.  Mark
        <pb n="622" />
        Inlandsverbrauch.

613

Der  Inlandsverbrauch  Chinas  an  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1910
schätzungsweise  mit  438425000
angenommen,  war  der  Verbrauch
pro  Person  im  Tahre
Mark

Baumwollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

3  525.4
225,8

3  751,3

8,56

Woll  Warenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

•  25,0

4M

0,09

Seidenwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

•  6,5

348,5

0,79

Jute-,  Hanf-  und  Ramiewarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

■  78,4
.  9,8

88,2

f
0,20

Konfektionswarenproduktion
Ab:  Ausgeführte  Fertigwaren  .  .  .

•  3,7

Hinzu:  Eingeführte  Fertigwaren  .  .

28,9
.  15,8

44,7

0,10

4  273,7

9,74  mh  \  Jute-9,54
  ohne/  waren

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  4  273,7  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  93,6  Proz.  zu  6,4  Proz.

1 )  Nach  dem  „Statistischen  Jahrbuch  für  das  Deutsche  Reich“  19x4.
        <pb n="623" />
        614

Britisch-Indien.  Textilindustrie.

Britisch  -Indien.

Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1912/13  *)  (Seehandel *  2 ).
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1912/13

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

856,9

551,3

30,3

402,1

424,5

385,4

145,0

20,9

Wolle

44,1

39,3

2,8

2,7

38,6

35,8

—

3,5

Seide

65,0

6,7

23,5

5,6

35,9

5,7

—

1,0

Leinen

4,6

—

—

—

4,6

—

—

—

Jute

3,0

677,1

—

—

3,0

367,9

0,1

309,1

Konfektion

33,4

2,5

—

—

33,4

—

—

2,5

1  007,0

1  276,9

56,6

410,4

540,0

794,8

145,1

337,0

Die  gesamte  Ein-  und  Ausfuhr ­
  im  Seehandel  ohne
Edelmetalle  und  Regierungsgut ­
  beträgt  .  .

2  189,5

3  282,3

Der  Anteil  der  Textilindustrie ­
  am  Außenhandel
beträgt  demnach  .  .  .

Proz.
46

Proz.
38,9

Die  Ein-  und  Ausfuhrsummen  der  Textilindustrie  sind  sehr  bedeutend  und
ebenso  auch  der  Anteil  derselben  am  Gesamtaußenhandel  des  Landes,  nach
welchem  sich  beinahe  die  Hälfte  aller  Einfuhrwerte  und  38,9  Proz.  aller  Ausfuhrwerte ­
  auf  die  Textilindustrie  beziehen.
Es  ist  dabei  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  Britisch-Indien  sehr  reich  an  Textilrohstoffen ­
  ist.  Mit  Jute  versorgt  es  die  ganze  AVelt  und  monopolisiert  diesen
Handel.  Nur  China  beginnt  in  den  letzten  Jahren,  sich  der  Juteproduktion  zu
widmen.  Die  Baumwollgewinnung  in  Britisch-Indien  ist  eine  außerordentlich
große;  von  der  gewonnenen  Baumwolle  wird  ungefähr  die  Hälfte  im  Inlande
verarbeitet,  die  andere  Hälfte  ausgeführt.
2 )  Vom  1.  April  1912  bis  31.  März  1913.
2 )  Bei  der  Ein-  und  Ausfuhr  konnten  nur  die  auf  dem  Seewege  ein-  und  ausgeführten
Mengen  berücksichtigt  werden,  während  der  Handel  auf  dem  Landwege  mangels  entsprechender
Unterlagen  nicht  einbezogen  wurde.  Der  ausgewiesenen  Gesamtsumme  nach  sind  indessen  die
Mengen  des  letzteren  unbedeutend,  da  mehr  als  95  Proz.  des  Gesamthandels  auf  dem  Seewege
vor  sich  geht.
        <pb n="624" />
        Inlandsrohstoffe.

615
Die  Produktion  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  Baumwoll-  und  Jutewaren.
Die  Baumwollindustrie  Britisch-Indiens  ist  viel  größer  als  die  Japans  und  ihr
ungefährer  Produktionswert  ist  fast  so  hoch  wie  der  von  Deutschland.  Die
Hauptsorge  der  indischen  Baumwollindustrie  ist  die  starke  Entwickelung  der
Baumwollindustrie  Japans,  die  ihr  besonders  die  Gamausfuhr  nach  China  und
anderen  Ländern  streitig  zu  machen  sucht  und  hauptsächlich  dadurch  begünstigt
wird,  daß  Japan  mit  billigeren  Arbeitslöhnen  arbeitet.  Sonst  sind  die  Baumwollspinnereien ­
  und  -Webereien  in  Indien  namentlich  zur  Herstellung  der  Massenartikel ­
  vorzüglich  eingerichtet,  besonders  soweit  rohe,  gebleichte,  gefärbte  und
buntgewebte  Gewebe  in  Betracht  kommen.  Druckereien  gibt  es  noch  wenige.
Andererseits  gelang  es  Indien,  sich  einen  großen  Markt  in  der  Ausfuhr  von
Baumwollwaren  nach  den  verschiedenen  afrikanischen  und  asiatischen  Kolonien
zu  erobern,  und  zwar  hauptsächlich  dadurch,  daß  es  für  diese  die  althergebrachten ­
  Baumwollstoffe  (Sarongs,  Dhutis  usw.)  fabrikmäßig  herstellt  und
überall  absetzt.
Die  Juteindustrie  Indiens  ist  die  stärkste  aller  Länder.  ,Die  Hälfte  der
gewonnenen  Jute  wird  im  Inlande  verarbeitet  und  hernach  in  Gestalt  von
Geweben  oder  Säcken  ausgeführt.

Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  ist  sehr  bedeutend,  und  zwar  werden  vornehmlich ­
  Baumwollstoffe  eingeführt,  darunter  rohe  für  341,5.  gebleichte  und
buntgewebte  für  383,4  Mill.  Mark.  Die  näheren  Angaben  über  die  eingeführten
Artikel  sind  aus  dem  folgenden  Abschnitte  Produktion  und  Einfuhr  von  Textilwaren ­
  zu  ersehen.  Nur  sei  hier  noch  eingeschaltet,  daß  England  den  weitaus
größten  Teil  an  Textilwaren  liefert,  so  z.  B.  entfallen  von  der  Gesamtsumme  der
eingeführten  Halbfabrikate  und  Fertigwaren  von  950  Mill.  Mark  auf  England
ungefähr  85  Proz.  Als  nächstwichtige  Lieferanten  folgen  Japan  mit  einem
Anteil  von  3,7  Proz.  und  Deutschland  mit  einem  solchen  von  3,5  Proz.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1912/13  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

767  865  t  lose  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  788,0  Mill.  Mark
40000  t  rohe  Wolle  „  „  „  „  60,0  „  „
200t  Rohseide  „  „  „  „  5.7  „  „
1  725  350t  Jute  „  „  „  724,0  „

1  577,7  Mill.  Mark
Baumwolle.  Die  Gewinnung  von  Baumwolle  beträgt  ungefähr  den  vierten
Teil  der  nordamerikanischen.  Die  Steigerung  der  Produktion  ist  in  Indien  keine
so  große  wie  in  Nordamerika.  In  Indien  betrug  die  Erhöhung  der  gewonnenen
Baumwolle  von  1902/3  bis  1912/13  14,2  Proz.,  während  sie  in  Nordamerika  von
1903  bis  1913  43,7  Proz.  betrug.  —  Auch  in  den  Eigenschaften  steht  die  indische
        <pb n="625" />
        616

Britisch-Indien.  Inlandsrohstoffe.

Baumwolle  gegen  die  amerikanische  zurück,  was  sich  am  genauesten  in  der
Preisdifferenz  ausdrückt.  Der  Tonnenwert  ist  in  Indien  1028  Mark  gegen
1214  Mark  in  Nordamerika.
Wolle.  Die  Menge  der  im  Inlande  gewonnenen  Wolle  läßt  sich  sehr
schwer  bestimmen.  Nur  die  Unterlagen  liegen  vor,  daß  die  Zahl  der  Schafe
im  Jahre  1913  23  Millionen  und  die  Ausfuhr  an  roher  Wolle  im  Jahre  1912/13
24  202  t  betrug.  Im  tropischen  Indien  liefert  das  Schaf  eine  niedrige  Menge
Wolle,  welche  auch  in  Qualität  nicht  besonders  günstig  ist.  Die  gewonnene
Menge  ist  insgesamt  mit  höchstens  40  000  t  anzunehmen,  von  welcher  der  größte
Teil  ausgeführt  und  nur  ein  kleiner  Teil  im  Inlande  verarbeitet  wird.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht,  die  schon  seit  Jahren  besteht,  beginnt  in
letzter  Zeit  sich  stärker  zu  entwickeln,  und  zwar  widmet  die  dortige  Heilsarmee
dieser  Aufgabe  größere  Anstrengungen,  weil  sie  sich  durch  Einfuhr  dieses
Gewerbszweiges  für  die  ärmere  Bevölkerung  Vorteile  verspricht.  Sie  hofft  mit
der  Zeit  eine  ähnlich  große  Kokonsgewinnung  zu  erreichen,  wie  sie  in  China
und  Japan  vorhanden  ist.
Die  in  Britisch-Indien  im  Jahre  1912/13  gewonnene  Rohseide  kann  auf
200  t  geschätzt  werden.  Die  Zahl  der  Seidenspinnereien  ist  durch  die  Konkurrenz ­
  Japans  in  steter  Abnahme  begriffen.  Im  Jahre  1903  waren  64  Spinnereien ­
  mit  10326  Arbeitern  und  im  Jahre  1910  nur  noch  29  Spinnereien  mit
3533  Arbeitern  tätig.
Der  Hauptsitz  der  indischen  Seidengewinnung,  und  zwar  sowohl  der  echten
wie  der  wilden  Seide,  ist  Bengalen  und  seine  Nachbargebiete.  Der  wichtigste
Absatzmarkt  l'st  die  benachbarte  Provinz  Birma.  Der  Wert  der  hauptsächlich
nach  Frankreich  und  England  ausgeführten  Rohseide  betrug  1912/13  5,7  Mill.
Mark,  und  zwar  einschließlich  der  Abfallseide  und  wilden  Seide.  Die  Hauptausfuhrplätze ­
  sind  Calcutta  für  die  Bengalseide,  Karachi  für  die  Kaschmirseide
und  die  Madrashäfen  für  die  Seide  aus  Mysore  und  dem  Nilgiris.
Jute.  Indien  ist  das  Plauptland  der  Jutegewinnung.  Es  versorgt  alle
Länder  mit  dieser  stark  verwendeten  Faser.  Geringe  Mengen  werden  in  den

letzten  Jahren  auch  in  China  gewonnen  und  ausgeführt.
Der  Ernteertrag  im  Jahre  1903/04  betrug  1312069  t
*  „  1912/13  -  1  725  3501
Die  Erhöhung  in  den  letzten  10  Jahren  betrug  daher  31,5  Proz.
Der  Ernteertrag  im  Jahre  1913/14  wird  geschätzt  auf  1  778840  t
Die  Ausfuhr  an  Rohjute  betrug  in  den  Jahren  1900/1904  jährlich  im  Durchschnitt  .  .  645  000  t
„  „  „  „  „  »  1912/1913  „  „  „  .  .  889000  t

Annähernd  die  Hälfte  der  gewonnenen  Jute  wird  mithin  ausgeführt  und
die  andere  Hälfte  wird  im  Inlande  verarbeitet.  Über  die  Preisbewegung  wurde
bereits  auf  S.  22  berichtet.  .
        <pb n="626" />
        Produktion.

617

Produktion  der  Textilindustrie  Britisch-Indiens.  Einfuhr  an  Textilwaren.
Die  Baumwollindustrie.
Nach  Mitteilungen  in  den  Berichten  über  Handel  und  Industrie  1915,
Heft  8  waren  in  Indien  Ende  1913  272  Fabriken  mit  6596862  Spindeln  und
94  136  Webstühlen  beschäftigt.  Die  Baumwollspinnerei  und  -Weberei  sind  die
bedeutendsten  Industrien  Indiens.  Ihr  Hauptsitz  ist  die  Stadt  und  Provinz
Bombay.
Die  Arbeiterzahl  in  diesen  betrug  250  000,  während  die  Gesamtzahl  der
in  Fabriken  beschäftigten  Arbeiter  791944  betrug.  Die  in  einer  Fabrik  in
Bombay  gezahlten  Löhne  stellen  sich  während  des  Jahres  durchschnittlich:

in  der  Weberei  47,60  Mark  \
„  „  Appretur  27,20  „  &amp;gt;  pro  Kopf  im  Monat.
„  „  Spinnerei........  16,32  „  J

Die  Arbeitsverhältnisse  in  Indien  bedingen,  daß  der  Sonntag  als  gewöhnlicher ­
  Arbeitstag  gerechnet  wird,  doch  muß  auf  7  Tage  mindestens  ein  Ruhetag
erfolgen.  Früher  wurde  von  früh  6 1 / 2  Uhr  bis  abends  7  Uhr  mit  l / 2 -stündiger
Mittagspause  gearbeitet.  Vom  Jahre  1912  ab  wurde  die  Arbeitszeit  auf  12  Stunden
festgesetzt.  Der  indische  Weber  bedient  zwei  Stühle.  In  den  Webereien  werden
der  klimatischen  Verhältnisse  halber  nur  männliche  Personen  beschäftigt,  während
in  den  Spinnereien  auch  weibliche  tätig  sind.  Wohlfahrtseinrichtungen  sind  in
den  größeren  Unternehmungen  ähnlich  wie  in  Europa  vorhanden.  Die  leitenden
Beamten  sind  Engländer;  Meister  und  Aufseher  schon  meist  Eingeborene.
Die  Arbeitslöhne  erscheinen  noch  sehr  niedrig,  aber  der  indische  Arbeiter
leistet  bei  weitem  nicht  so  viel,  wie  seine  europäischen  Kollegen.
Die  Erzeugung  der  Spinnereien  und  Webereien  betrug  im  Jahre  1913/14
309264  t  Garne  und  1,164,3  Mill.  Yards  Gewebe.
An  Geweben  wurden  vornehmlich  hergestellt  ungebleichte  Schirtings  (Nessel),
Longcloth,  Lendentücher,  Umschlagtücher,  T-Cloth  (sind  schirtingähnlicher  Art
beschwert,  von  22  m  Länge)  und  Sheetings.
Die  Entwickelung  der  Baumwollerzeugung  ergibt  sich  aus  dem  ungefähren
Verbrauch  an  Baumwolle,  der  im  Jahre  1890  179300t  und  im  Jahre  1913
372672  t  betrug.  Die  Erzeugung  hat  sich  demnach  in  dieser  Periode  mehr  als
verdoppelt.
Einen  sehr  guten  Überblick  über  die  Baumwollindustrie  Indiens,  wie  über
die  Einfuhr  an  Baumwollwaren,  bietet  ein  Bericht  des  deutschen  Konsulats  in
Bombay  (Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913/14,  S.  212),  der  als  Grundlage ­
  für  die  nachstehenden  Angaben  diente.
Über  die  Menge  von  Rohbaumwolle  und  Fabrikaten,  die  in  Indien  produziert ­
  und  gehandelt  werden,  gibt  folgende  Tabelle  Auskunft:
        <pb n="627" />
        618

Britisch-Indien.  Produktion.

1908

1909

1910

1911

1912

In  Tonnen

Ausfuhr  von  Baumwolle

345  338

455  774

441249

372313

368  655

Einfuhr  von  Baumwolle

6  350

4  775

2  286

24  536

27  838

Verbrauch  der  indischen  Spinnereien....

354  076

374  955

344017

338  836

364  490

Garnproduktion  der  indischen  Spinnereien  .

298  074

284  031

276  330

283125

311664

Garnausfuhr  nach  China

94  224

90600

72  027

58437

82  899

Garnausfuhr  nach  anderen  Ländern  ....

12  231

12  231

11325

9966

9060

Garneinfuhr

18  573

18120

14949

19026

22  197

Garnverbrauch  der  indischen  mechanischen

W  ebereien

86976

92  412

98  754

107  814

117  780

Garnverbrauch  der  Handweber

122  370

106908

109173

125934

124152

In  Millionen  Yards

Zeugproduktion  der  indischen  Webereien  .  .

824.

963

1  042

1136

1  220

Zeugproduktion  der  Handweber

1  080

944

968

1  112

1096

Ausfuhr  indischer  Baumwollstoffe

78

94

100

81

86

Einfuhr  von  Baumwollstoffen  (abzüglich  der

Wiederausfuhr)

1  943

2  141

2  240

2  362

2919

Verbrauch  von  Baumwollstoffen

3  769

3954

4150

4529

5205

In  Tausend

Zahl  der  Spindeln

5  756

6053

6  195

6357

6463

Zahl  der  Webstühle

68

77

83

85

89

Zunahme  der  Spindeln

424

297

142

162

106

Zunahme  der  Webstühle

9

9

6

3

4

In  Millionen  Mark

Textilmaschinen  in  Bombay

19

15

10

10

12

Fast  alle  Garne,  die  Indien  ^hervorbringt,  stammen  jetzt  aus  den  mechanischen ­
  Spinnereien.  Etwas  wird  wohl  noch  im  Hause  gesponnen,  jedoch  von
Jahr  zu  Jahr  weniger,  und  die  Menge  des  so  erzeugten  Garnes  fällt  neben  dem
Maschinengarn  kaum  noch  ins  Gewicht.  Man  schätzt  neuerdings  alles  in  allem
den  Verbrauch  Indiens  an  Baumwolle  außerhalb  der  Spinnereien  auf  76200  t
jährlich  (etwa  227  g  pro  Kopf).  In  dieser  Summe,  die  vermutlich  noch  zu  hoch
gegriffen  ist,  steckt  außer  der  Baumwolle,  die  im  Hause  versponnen  wird,  noch
alle  diejenige,  die  zu  sonstigen  Zwecken  verwendet  wird,  wie  z.  B.  zum  Einpacken, ­
  zum  Kissen-  und  Matratzenstopfen,  zum  Wattieren  von  Kleidern  usw.
Trotz  der  Vermehrung  der  indischen  Spindeln  hat  merkwürdigerweise  die
Garnproduktion  in  den  letzten  Jahren  abgenommen.  1905  betrug  sie  noch
308040  t  und  fiel  im  Jahre  1910  bis  auf  280860  t,  während  1912  mit  311664  t
endlich  wieder  die  Ziffer  von  1905  erreicht  und  sogar  überholt  wurde.  Zum
        <pb n="628" />
        Produktion.

619

Teil  erklärt  sich  diese  Abnahme  dadurch,  daß  neuerdings  feinere  Nummern
gesponnen  werden.  So  z.  B.  entfielen  von  dem  indischen  Garne  1905  auf  die
Nummern  über  20:  55266  t,  1912  dagegen  81  540  t.  Indessen  ist  hierdurch  allein
der  Rückgang  nicht  zu  erklären.  Die  indischen  Spinnereien  haben  ihre  Produktion ­
  in  den  letzten  Jahren  vielmehr  tatsächlich  einschränken  müssen,  und  zwar
wegen  der  Stockung  in  ihrer  Ausfuhr  nach  China.  Diese  erreichte  ihren  Höhepunkt ­
  1908  mit  117780  t,  während  sie  1911  bis  auf  58437  t  gesunken  war.  1912
zeigt  dem  gegenüber  wieder  eine  Zunahme  auf  82  8991,  doch  ist  damit  der  ehemalige ­
  Hochstand  noch  längst  nicht  erreicht,  und  außerdem  dürfte  diese  Besserung
kaum  von  Dauer  sein.  Denn  Japan,  Indiens  gefährlichster  Konkurrent,  hat  den
chinesischen  Markt  vor  der  Tür.  Außerdem  vermehrt  China  selbst  die  Anzahl
seiner  Spindeln  allmählich  und  dürfte  gegenwärtig  vielleicht  eine  Million  im
Betriebe  haben.  Indien  wird  sich  daher  mit  dem  Verlust  des  chinesischen
Marktes  nach  und  nach  vertraut  machen  müssen.  Die  Ausfuhr  nach  anderen
Ländern,  insbesondere  der  Türkei,  kann  dafür  keinen  Ersatz  bieten;  sie  ist  in
den  letzten  Jahren  zurückgegangen  und  betrug  1912  nur  noch  9060  t,  eine  geringfügige ­
  Menge  gegenüber  einer  Gesamtproduktion  von  310658  t.
Früher  waren  die  Hauptabnehmer  für  indisches  Maschinengarn  die  Handweber, ­
  indessen  haben  diese  offenbar  mit  dem  Wettbewerb  der  mechanisch  hergestellten ­
  Gewebe  schwer  zu  kämpfen,  so  daß  ihre  Produktion  stillsteht,  wenn
nicht  gar  einen  Rückgang  zeigt.  Statistische  Zahlen  über  den  Garnverbrauch  der
Handspinner  gibt  es  nicht,  man  kann  aber  immerhin  eine  ungefähre  Schätzung
darüber  anstellen.  Im  Jahre  1912  z.  B.  wurden  311664  t  Garn  in  den  indischen
Spinnereien  hergestellt  und  22197  t  eingeführt,  zusammen  333861t.  Ausgeführt
wurden  91959  t  und  in  den  indischen  mechanischen  Webereien  verwebt
117780  t,  zusammen  209  739  b  Zieht  man  diese  von  den  obigen  333861t
ab,  so  bleiben  124122  t  übrig,  und  diese  müssen  ganz  oder  doch  zum  größten
Teil  an  die  Handweber  verkauft  worden  sein.  Durchschnittlich  dürfte  der  Verbrauch ­
  der  Handweber  in  den  letzten  Jahren  nicht  mehr  als  113250  t  betragen
haben  und  zeigt  jedenfalls  keine  Tendenz  zur  Zunahme.  Unter  diesen  Umständen
müssen  die  indischen  Spinnereien,  wenn  sie  für  das  Produkt  ihrer  von  Jahr  zu
Jahr  sich  vermehrenden  Spindeln  Verwendung  finden  wollen,  dazu  übergehen,
ihr  Garn  selbst  zu  verweben,  und  diesen  Weg  haben  auch  die  meisten  eingeschlagen. ­
  Noch  vor  wenigen  Jahren  war  der  Garnverbrauch  der  indischen
mechanischen  Webereien  höchstens  halb  so  groß  wie  der  der  Handweber,  jetzt
dagegen  dürfte  es  ihn  schon  fast  erreicht  haben.  In  kurzer  Zeit  wird  das  Verhältnis ­
  so  sein,  daß  die  Hälfte  des  indischen  Maschinengarns  in  den  indischen
Fabriken  zu  Zeug  verwebt  wird,  während  die  Garnausfuhr  und  der  Garnverkauf  an  die
Handweber  sich  in  die  übrige  Hälfte  teilen,  ln  den  letzten  fünf  Jahren  ist  der  Garnverbrauch ­
  der  indischen  mechanischen  Webereien  von  86976  t  auf  117780  t  gestiegen ­
  und  ihre  Zeugproduktion  von  824  auf  1220  Mill.  Yards  im  Werte  von
228  Mill.  Mark.  (Dieser  Wert  ist  aus  der  Höhe  der  Produktionssteuer  ermittelt
worden,  die  3V2  Proz.  vom  Werte  betrug  und  im  Jahre  1912  8Mill.  Mark  einbrachte).
        <pb n="629" />
        620

Britisch-Indien.  Produktion  und  Einfuhr.

Wie  groß  das  Erzeugnis  der  Handweber  ist,  kann  man  ungefähr  aus  ihrem
Garnverbrauch  abschätzen,  der,  wie  oben  ermittelt  wurde,  im  Jahre  1912  gegen
124122  t  betrug.  Aus  1  lb  =  453,6  g  Garn  stellen  die  Handweber  durchschnittlich
4  Yards  Zeug  her,  so  daß  die  124122  t  etwa  1  096  Mill.  Yards-ergeben  würden.
Die  Gesamtproduktion  an  Baumwollstoffen  in  Indien  1912  ist  daher  auf
2  316  Mill.  Yards  zu  schätzen.  Ausgeführt  wurden  davon  1912  nur  86  Mill.  Yards,
während  2  230  Mill.  Yards  in  Indien  verblieben.  Auf  die  einzelnen  Gewebe  verteilt ­
  sich  die  Produktion  folgendermaßen:

1008

1909

1910

1911

1912

In  Millionen  Yards

Ungebleichte  und  gebleichte  Stoffe:
Schirtings  und  Longcloths

207

245

287

313

303

Dhutis

233

249

253

286

291

T-cloths,  Domestics  und  Sheetings  ....

124

138

139

142

148

Chadars

39

51

56

68

75

Ungebleichte  und  gebleichte  Stoffe  insgesamt

686

771

829

883

914

Farbige  Stoffe

139

192

213

253

306

Dhutis  sind  Lendentücher,  wie  sie  die  Männer  in  Indien  vielfach  statt
der  Hosen  tragen,  Saris  große  Tücher,  die  die  Frauen  als  Gewand  um  den
ganzen  Körper  schlingen,  Lungis  Tücher  zum  Turbanwickeln,  Scarves  Schale
zum  Umlegen  um  die  Schulter  (hauptsächlich  von  Männern  getragen)  und
Chadars  Bettücher.
Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Weit  größer  als  die  indische  Fabrikproduktion  ist  die  Einfuhr  von  Baumwollstoffen, ­
  die  im  Jahre  1912  nicht  weniger  als  2  986  Mill.  Yards  betrug.  Über
die  wichtigsten  Gruppen  dieser  Einfuhr  gibt  folgende  Tabelle  Auskunft:

1908

1909

1910

1911

1912

In  Millionen  Yards

Ungebleichte  Stoffe:
Dhutis,  Saris  und  Scarves

462

604

523

575

724

Longcloth  und  Schirtings

452

484

463

494

622

Jaconets  (einschl.  Madapolams,  Mulls  und
Cambrics)

100

115

117

117

142

Insgesamt

]  042

1  236

1  130

1  219

1  535

Nainsooks

235

166

198

192

236

Jaconets,  Madapolams,  Mulls,  Cambrics  und
Musselins

152

142

191

174

226

Longcloth  und  Schirtings

106

94

100

156

180

Dhutis,  Saris  und  Scarves

52

57

55

63

73

Insgesamt

478

493

t'-00

LO

630

769
        <pb n="630" />
        Produktion  und  Einfuhr.

621

1908

1909

1910

1911

1912

In  Millionen  Yards

Bunte  Stoffe  :
Bedruckte  Stoffe  und  Zitz  (Prints  u.  Chintz)

128

122

152

135

179

Cambrics  (einschl.  Musselins,  Mulls,
Jaconets)

65

82

113

101

101

Schirtings  ...............

71

76

105

86

108

Saris  und  Scarves

51

43

56

66  \
30  1

Dhutis  und  Lungis

29

28

27

113

Zwillich  (Twills)

25

21

25

27

29

Drillich  (Drills  und  Jeans)

11

iS

17

21

22

Insgesamt

472

463

591

589

68  2

Zieht  man  von  der  Gesamteinfuhr  (2  986  Mill.  Yards)  die  Wiederausfuhr
(67  Mill.  Yards)  ab,  so  verbleiben  als  reine  Einfuhr  2  919  Mill.  Yards,  was  mit
der  indischen  Produktion  zusammengenommen  über  5000  Mill.  Yards  ergeben
würde.  Indessen  war  die  Einfuhr  des  Jahres  1912  ganz  außergewöhnlich  hoch  und
dürfte  den  üblichen  Bedarf  des  Landes  erheblich  überschritten  haben.  Im  allgemeinen ­
  ist  schon  eine  reine  Einfuhr  von  2  400  Mill.  Yards  als  reichlich
zu  betrachten.  Legt  man  diese  Menge  zugrunde,  so  dürfte  der  durchschnittliche ­
  Jahresverbrauch  Indiens  an  Baumwollstoffen  etwa  4  500  Mill.  Yards
betragen,  die,  wie  schon  oben  erwähnt,  einen  Wert  von  etwa  1  Milliarde  Mark
darstellen.  Von  diesen  4500  Mill.  Yards  werden  zurzeit  etwa  die  Hälfte  eingeführt, ­
  und  zwar  fast  ganz  aus  England,  während  je  ein  Viertel  von  den
indischen  Handwebem  und  den  indischen  mechanischen  Webereien  hergestellt
werden.  Wollten  die  mechanischen  Webereien  den  ganzen  Bedarf  Indiens
decken,  so  müßten  sie  also  ihre  Leistung  vervierfachen  und  statt  der  90000  Webstühle, ­
  die  sie  jetzt  besitzen,  etwa  360000  aufstellen.  In  der  Weberei  ist  Indien
demnach  noch  weit  davon  entfernt,  sich  selbst  zu  genügen.  Anders  steht  es
mit  der  Spinnerei.  Zur  Herstellung  von  4500  Mill.  Yards  indischer  Gewebe
bedürfte  es  ungefähr  453  000  t  Garn.  Augenblicklich  werden  in  Indien  auf
6,5  Mill.  Spindeln  312570  t  Garn  gesponnen.  Zu  453000  t  Garn  würden  also
etwa  10  Mill.  Spindeln  genügen.  Allerdings  enthalten  die  eingeführten  Stoffe
zum  Teil  feineres  Garn  als  die  in  Indien  hergestellten,  und  zu  der  gleichen
Gewichtsmenge  von  feinem  Garn  sind  natürlich  mehr  Spindeln  nötig  als  von
grobem.  Zieht  man  diese  Umstände  mit  in  Berechnung,  so  kann  man  wohl
annehmen,  daß  etwa  13  Mill.  Spindeln  den  gesamten  Bedarf  des  Landes  decken
würden.  Während  also  die  indische  Baumwollindustrie  ihre  Webstühle  vervierfachen ­
  müßte,  brauchte  sie  ihre  Spindeln  nur  noch  zu  verdoppeln,  um  den  heimischen ­
  Markt  ganz  versorgen  zu  können.  Die  Zunahme  der  Webstühle  und
Spindeln  in  den  letzten  Jahren  geht  aus  der  Tabelle  hervor.  Es  zeigt  sich
daraus,  daß  die  Zunahme  während  dieser  Zeit  immer  geringer  geworden  ist.
        <pb n="631" />
        622

Britisch-Indien.'  Produktion  und  Einfuhr.

1908  wurden  noch  424000  Spindeln  und  9000  Webstühle  neu  eingestellt,  1912
dagegen  nur  lOÖOOO  Spindeln  und  3600  Webstühle.  Parallel  damit  geht  der
Wert  der  Maschineneinfuhr  nach  Bombay  zurück,  der  von  19  Mill.  Mark
1908  auf  10  Mill.  Mark  1911  sank.  Alles  dies  sind  jedoch  nur  Zeichen  einer
vorübergehenden  Depression,  unter  der  die  indische  Baumwollindustrie  in  den
letzten  Jahren  zu  leiden  hatte.  Man  erwartet  von  1912  an  wieder  einen  Aufschwung, ­
  und  diese  Erwartung  hat  unter  anderem  auch  in  einer  Reihe  von
Gründungen  neuer  Fabriken'Ausdruck  gefunden,  davon  drei  allein  in  der  Stadt
Bombay.
Am  30.  Juni  1912  gab  es  in  ganz  Indien  268  Fabriken  mit  6,46  Mill.
Spindeln  und  89  000  Webstühlen.  Von  den  Spinnereien  befanden  sich  86  in  der
Stadt  Bombay,  59  in  dem  etwa  480  km  nördlich  davon  gelegenen  Ahmedabad
und  30  in  der  übrigen  Präsidentschaft  Bombay,  auf  die  70  Proz.  aller  Spindeln
und  77  Proz.  aller  mechanischen  Webstühle  Indiens  entfielen.
Japan,  der  wichtigste  Konkurrent  Indiens,  besaß  am  1.  Januar  1912
2,17  Mill.  Spindeln,  von  denen  jedoch  nur  1,8  Mill.  in  Betrieb  waren,  und
20  000  Webstühle.  Jeden  Monat  wurde  durchschnittlich  25  Tage  gearbeitet,  und
an  jedem  Tage  betrug  die  Arbeitszeit  22y 2  Stunden,  während  in  Indien  nach
dem  neuen  Fabrikgesetz,  das  seit  dem  1.  Juli  1912  in  Kraft  ist,  in  Baumwollund
  anderen  Textilfabriken  nur  12  Stunden  täglich  gearbeitet  werden  darf.  Die
japanische  Gamproduktion  betrug  daher  trotz  der  viel  geringeren  Spindelzahl
rund  226500  t  gegenüber  312570  t  in  Indien.
Eine  große  Umwälzung  wird  die  Baumwollindustrie  Bombays  durch  die
Eröffnung  des  neuen  Tataschen  Kraftwerkes  erhalten,  das  etwa  in  einem  Jahre
fertiggestellt  werden  dürfte.  Insgesamt  wird  das  Tatawerk  1914  etwa  35000  Pferdekräfte ­
  liefern  können.  Von  den  86  Spinnereien  Bombays  mit  ihren  3  Mill.  Spindeln ­
  und  45  000  Webstühlen  werden  dann  900000  Spindeln  und  7500  Webstühle
elektrisch  betrieben  werden,  dazu  kommen  noch  zwei  Weizenmühlen.  Für  die
Versorgung  der  gesamten  Textilindustrie  Bombays  mit  elektrischer  Kraft  würden
alles  in  allem  90000  bis  100  000  Pferdekräfte  erforderlich  sein,  während  das
Tatawerk,  auch  wenn  es  voll  ausgebaut  ist,  nur  50  000  leisten  kann.
Wirkwaren.  Die  indische  Einfuhr  an  baumwollenen  Wirkwaren  betrug
1912  9,2  Mill.  Rupies.  Über  zwei  Drittel  kommen  davon  aus  Japan,  das  in
diesem  Artikel  nicht  nur  die  ausländische,  insbesondere  die  deutsche  Konkurrenz
zurückgedrängt  hat,  sondern  sogar  die  eigene  Produktion  Indiens,  trotzdem  es
den  Rohstoff  dazu  aus  Indien  selbst  einführen  muß.
Die  Wollindustrie.
Die  Wollindustrie  ist  in  Indien 1 )  —  soweit  es  sich  um  Fabrikbetriebe
handelt  —  von  untergeordneter  Bedeutung.  Die  Zahl  der  mechanisch  betriebenen
Fabriken  beträgt  fünf  mit  ungefähr  916  Webstühlen  und  34669  Spindeln.  Beschäftigt ­
  wurden  4013  Arbeiter.  Der  Wert  der  Produktion  wird  auf  7,4  Mill.  Mark

b  Berichte  über  Handel  u.  Industrie  XXII,  März  1915.
        <pb n="632" />
        Produktion  und  Einfuhr.

623

geschätzt.  Vornehmlich  werden  Tuche  für  das  Heer  und  die  Polizei,  sowie
Decken  und  Schale  hergestellt.  In  der  Regel  wird  die  einheimische  Wolle  mit
australischer  Wolle  gemischt  verarbeitet.  Die  Fabriken  decken  ihren  Bedarf  an
Garnen  zum  größten  Teil  aus  ihren  eigenen  Spinnereien.  Nur  sehr  vereinzelt
werden  Webgarne  aus  Europa  bezogen.  Dagegen  wird  die  Herstellung  von
Wollgeweben,  Tüchern,  Schalen  usw.  als  Hausarbeit  sehr  stark  betrieben,  ebenso
auch  die  Teppichknüpferei.
Über  die  Hausindustrie  berichtet  das  deutsche  Konsulat  in  Bombay  wie
folgt  r):
Die  Wollwaren,  die  in  Indien  hauptsächlich  von  den  Eingeborenen  gekauft
werden,  sind  billige  Schlafdecken,  grobe  Schale,  womit  die  Eingeborenen  im
Norden  während  des  Winters  Kopf  und  Schulter  umhüllen,  Leibbinden  (Kumerbands),
  Beinbinden  (pattis)  und  gestrickte  Mützen,  wie  sie  namentlich  von  den
Gärtnern  getragen  werden.  Die  Europäer  brauchen  Stoffe  für  leichte  wollene
Anzüge,  Reisedecken,  Strümpfe,  Wirkwaren  u.  dgl.  Der  Bedarf  für  die  Europäer
wird  größtenteils  eingeführt,  der  für  die  Inder  zum  Teil  im  Lande  hergestellt,
zum  Teil  ebenfalls  importiert.  Schließlich  seien  noch  die  indischen  Teppiche
erwähnt,  die  nicht  nur  die  Inder,  sondern  auch  die  Europäer  in  Indien  kaufen,
und  von  denen  eine  nicht  unbeträchtliche  Menge  ausgeführt  wird.
Die  indische  Produktion  von  Wollwaren  ist  teils  Handarbeit,  teils  Fabrikerzeugnis. ­
  Von  den  ersteren  waren  früher  am  berühmtesten  die  Kaschmirschale,
die  in  Europa  sehr  geschätzt  wurden  und  deren  Ausfuhr  Indien  viel  Geld  einbrachte. ­
  Jetzt  ist  dieses  Gewerbe  fast  ganz  verschwunden.
Gegenwärtig  sind  geknüpfte  T  ep  piche  das  wichtigste  Produkt  der  indischen
Handfertigkeit.  Die  Hauptsitze  des  Gewerbes  liegen  ebenfalls  im  Norden,  und
zwar  in  Amritsar,  Agra,  Lahore,  Mirzapur  usw.  Zum  Teil  handelt  es  sich  dabei
noch  um  Hausindustrie,  größtenteils  aber  ist  die  Herstellung  schon  in  „Teppichfabriken“ ­
  konzentriert,  wo  eine  ganze  Anzahl  von  Arbeitern  auf  Rechnung
eines  Unternehmers  beschäftigt  ist.  Es  werden  gewöhnlich  mehrere  Teppiche
derselben  Art  zu  gleicher  Zeit  geknüpft,  und  die  verschiedenen  Farben  werden
von  einem  Mann,  der  das  Muster  vor'  sich  hat,  ausgesucht.  Nach  demselben
Verfahren  werden  auch  in  einigen  indischen  Gefängnissen  Teppiche  hergestellt,
z.  B.  in  Yerowda  bei  Bombay,  in  Lahore,  Karachi,  Jaipur,  Agra  usw.  Einen
besonderen  indischen  Stil  haben  die  Teppiche  gewöhnlich  nicht,  es  werden  vielmehr ­
  die  üblichen  persischen  Muster  benutzt,  namentlich  die  durch  das  bekannte
Wiener  Teppichwerk  verbreiteten.  Die  meisten  Teppiche  werden,  wie  schon
erwähnt,  in  Indien  selbst  verkauft,  ein  Teil  wird  aber  auch  ausgeführt.  Im
Jahre  1911  betrug  die  Ausfuhr  über  3  Mill.  Mark  und  ging  größtenteils  nach
England.
Außer  Teppichen  erzeugt  das  indische  Handwerk  Schale,  Decken,  Mützen
und  dergleichen,  doch  liegen  über  den  Umfang  dieser  Produktion  keine  Zahlen  vor.

x )  Nachrichten  f.  Handel,  u.  Industrie  1913,  Nr.  133.
        <pb n="633" />
        G24

Britisch-Indien.  Produktion  und  Einfuhr.

Einfuhr  von  Wollwaren.
Die  Einfuhr  von  Wollwaren  betrug  im  Jahre  1911  45  Mill.  Mark.
Davon  entfielen  auf  wollene  Stoffe  31,0  Mill.  Mark,  auf  Schale  7  Mill.  Mark,  auf
Wollgarn  2,5  Mill.  Mark  und  auf  Strumpfwaren  1,5  Mill.  Mark.  Von  den
wollenen  Stoffen  kamen  für  21  Mill.  Mark  aus  England,  für  7  Mill.  Mark  aus
Deutschland  und  für  etwa  1  Mill.  Mark  aus  Frankreich,  von  den  Schalen  für
5,5  Mill.  Mark  aus  Deutschland  und  für  1  Mill.  Mark  aus  England,  und  von
Wollgarn,  insbesondere  Kammgarn,  für  fast  2  Mill.  Mark  aus  Deutschland.  Insgesamt ­
  führte  Deutschland  1911  für  15  Mill.  Mark  Wollwaren  nach  Indien  ein,
gegenüber  26  Mill.,  die  aus  England  kamen.  Wollwaren  bilden  einen  der
wichtigsten  Artikel  in  der  deutschen  Ausfuhr  nach  Indien.  Nur  Eisen  und  Stahl
und  Teerfarben  haben  größere  Zahlen  aufzuweisen.
Einer  großen  Ausdehnung  ist  indessen,  wie  aus  obigem  hervorgeht,  das
Geschäft  kaum  fähig,  da  der  Gesamtabsatz  nur  gering  ist  und  die  Einfuhr  sich
diesen  an  sich  schon  beschränkten  Markt  mit  der  indischen  Industrie  teilen  muß.
Die  Seidenindustrie.
Die  Seidenindustrie  ist  in  Indien  vornehmlich  als  Hausindustrie  verbreitet.  —
Es  gibt  nur  wenige  größere  Fabriken.  Die  bedeutendsten  davon  sind  die  Chhoi
Silk  Mill  Co.  und  die  Sassoon  &amp;amp;  Alliance  Silk  Mill  Co.,  beide  in  Bombay,  die
Poona  Silk  &amp;amp;  Cotton  Manufacturing  Co.  in  Puna  bei  Bombay,  die  National
Silk  &amp;amp;  Woolen  Mills  Co.  in  Delhi  und  die  Bengal  Silk  Mills  Co.  in  Calcutta.
Hergestellt  werden  bunte  Tücher,  Schale,  Saris  (Frauengewänder),  Goldund
  Silberbrokate,  geblümte  und  gemusterte  Stoffe,  alles  dies  für  die  Eingeborenen, ­
  sowie  ferner  rohseidene  Stoffe  für  Herrenanzüge  und  Damenkleider.  Die
indischen  Seidenzeuge  stehen  technisch  und  künstlerisch  auf  einer  ziemlich
niedrigen  Stufe  und  können  sich  mit  den  japanischen  und  chinesischen  nicht  im
entferntesten  vergleichen.
Die  Juteindustrie.
Indien  hat  unter  allen  Ländern  die  stärkste  Juteindustrie.  Vornehmlich  die
englischen  Juteinteressenten  haben  es  sich  angelegen  sein  lassen,  neue  Unternehmungen ­
  zu  gründen,  da  die  billigen  Arbeitskräfte  in  Indien  dies  beförderten.
Annähernd  50  bis  ,55  Proz.  der  dort  gewonnenen  Jute  wird  in  Indien  selbst
verarbeitet.  —  Die  Entwickelung  in  den  Jahren  von  1903/04  bis  1912/13  ist  aus
folgender  Aufstellung  zu  ersehen 1 ).

1903/04

1905/06

1907/08

1909/io

1911/12

1912/13

Anzahl  der  Fabriken

38

39

54

60

59

6l

„  „  Webstühle

18400

21  986

27  244

31418

32  927

34  033

„  „  Spindeln

376  718

453  168

562  274

645  862

677  519

708  716

„  „  Arbeiter

123  869

144  879

187  771

204  104

201  324

204092

*)  „Statistical  abstract  of  British  India“  1903/04  bis  1912/13,  S.  263.
        <pb n="634" />
        Produktion.

625

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

Danach  hat  sich  in  diesen  Jahren  die  Anzahl  der  Webstühle,  Spindeln  und
Arbeiter  fast  verdoppelt.
Der  Wert  der  Ausfuhr  betrug  in  Millionen  Mark:

1903/04

1905/06

1907/08

1909/10

1911/12

1912/13

an  Rohjute

159,4

232,9

244,4

205,0

306,8

367,9

„  Säcken

62,1

82,7

115,3

117,1

103,1

131,5

„  Sackgeweben

65,9

85,7

131,8

114,7

113,5

177,6

„  sonstigen  Geweben  einschl.  Garnen  .

0,8

1,0

1,8

0,8

1,1

1,9,

288,2

402,3

493,3

437,6

524,5

678,9

Nach  einer  zur  Verfügung  gestellten  Ausarbeitung  von  Carl  Trapp,
Direktor  der  Norddeutschen  Jutespinnerei  Hamburg,  waren  die  Webstühle  in
Indien  folgender  Art:

Schwere  Stühle

Hessians-Stühle

Total

1890

6006

1  958

7  964

1905

9  900

11  418

21  318

1909

13  080

17  744

30  824

1910

13421

18  334

31  755

1911

13992

18  719

32  711

1912

14002

18630

32  632

1913

15791

21  525

37  316

1914

15  832

22  288

38  120

1915

15751

22  603

38  354
        <pb n="635" />
        626

Britisch-Indien.

Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Baumwollindustrie  im  Jahre  1912/13.

Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Niederlande ­


Österr.-Ungarn


Japan

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  .  .  27  842  t

R

30,24

1  271

13  676

15  293

Baumwollabfälle.  .  .  187  t

„

0,10

—

88

—

—

—

12

Rohe  Garne  ....  9614  t

H

23,38

—

2  3  209

—

—

—

168

Gefärbte  Garne  ...  10  4541

»

27,67

456

21  604

2  216

453

—

2941

Nicht  besonders  genannte

  Garne  .  .  2  5931

„

9,44

39

8435

—

29

704

233

Nähgarne  803  t

F

5,46

82

4678

—

457

—

243

Gewebe,  roh  .  etwa  180000  t

H

341,54

108

334409

37

—

1  314

5671

„  gebleicht

F

183,96

37

178  837

3  084

—

—

2  002

„  buntgewebt,  gefärbt

oder  bedruckt  .  .  .

F

192,75

3  054

167  978

6932

1  620

—

13166

Gewebe,  nicht  bes.  genannt  .

„

6,70

67

6568

—

—

—

64

Taschentücher,  Schale  im  Stück

„

7,6o

894

5  790

85

287

124

420

Baumwolldecken

„

11,09

5  885

200

2  212

—

—

2  736

Spitzen

n

0,91

165

647

—

—

—

98

Strumpfwaren

n

12,48

2483

824

143

310

8466

254

Segeltuch

„

0,31

—

273

—

25

—

12

Andere  Baumwollwaren  .  .  .

«

3,25

453

2  Oll

—

37i

202

213

856,88

14994

769  227

14769

3  552

10810

43  526

Ausfuhr.

Absatzländer

Mill.
Mark

China  u.
Hongkong

Japan

Straits
Settlements

Ceylon

Türkei

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  .  .374718  t

R

385,36

10638

197  156

_

351

177  215

Rohe  Garne  ....  91  5411

H

133,04

120  051

—

2942

Türkei
4  500

—

5  547

Gefärbte  und  sonstige
Garne  9261

H

2,03

647

Ceylon
212

84

1  027

Gewebe,  roh  .  .  etwa  5  2001

H

9,97

Brit.-Ostafrika

875

Deutsch-Ostafrika

1  750

257

1  140

5  948

„  gebleicht

F

0,23

—

—

—

59

—

171

„  buntgewebt,  gefärbt
oder  bedruckt  .  .  .

18,35

457

220

8413

3  837

622

4  797

Taschentücher,  Schale  im  Stück

V

1,54

—

—

—

—

—

1  544

Andere  Baumwollwaren  .  .  .

„

0,77

—

—

24

96

63

587

551,29

132  021

199126

12  283

9  ns

1909

196  836
        <pb n="636" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

627

Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Wollindustrie  im  Jahre  1912/13.

*

Einfuhr.

Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Österr.-Ungarn


Persien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Wolle  ....

1692  t

R

2,75

—

496

—

—

1  646

608

Wollgarne

948  t

H

2,72

1  771

390

269

196

—

94

Gewebe

F

26,42

5  335

18  270

1  520

475

—

820

Schale

„

6,63

5  184

1  057

43

228

118

Teppiche  und  Decken

„

2,27

304

1  526

—

—

86

354

Strumpfwaren....

„

1,64

133

1434

—

55

—

18

Andere  Wollwaren  .

1,64

175

1  318

106

—

—

41

j  44,07

12  902

24491

1938

954

1  732

2053

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Verein.
Staaten

Türkei

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Wolle  ....  24202  t  R

35.83

186

34  778

9S

600

67

101

Teppiche  und  Decken  ....  F

3,05

41

2419

33

288

—

269

Andere  Wollwaren  „

0,46

—

20

—

—

166

244

39,34  |

227

37  217

131

888

233

614

Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr
an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen  der  Seidenindustrie  im  Jahre  1912/13.
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Japan

China  u.
Hongkong

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohseide

16211

R

23,31

—

39

—

65

.  21832

1  374

Abfallseide

47  t

„

0,18

—

—

—

104

55

20

Seidengarne  aller  Art

518t

H

5,58

—

453

—

2  742

324

2061

Nähgarne

2t

F

0,04

—

35

—

—

—

5

Seidengewebe  ....

„

27,69

53

537

1038

18182

7  642

238

Halbseidengewebe  .  .

„

7,94

2  268

2  238

2  648

22

—

764

Andere  Seidenwaren  .

0,29

—

155

—

72

—

63

65,03

2  321

3  457

3686

21187

29  853

452s
        <pb n="637" />
        628

Britisch-Indien.

Ausfuhr.

Absatzländer

Mill.

Deutsch-Eng-







Verein.

Andere

Mark

land

land

reich

Staaten

Länder

In  1000  Mark

Rohseide  ....

.  .  .  173  t

R

4,20

—

131

4  067

—

—

—

Kokons

.  .  .  löot

„

0,52

—

102

416

—

—

—

Abfallseide  .  .  .

■  •  .  427  t

„

0,95

—

288

610

51

—

—

Seiden-  und  Halbseidengewebe

F

1,00

—

386

27

—

24

563

6,67

—

907

5  120

51

24

563

Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Konfektionswaren  und  Hüten  im  Jahre  1912/13
(ausgenommen  Strohhüte).
Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Österr.-Ungarn


Japan

Andere
Länder

In  1000  Mark

Posamente,  Litzen,  Putzwaren  .  .

18,92

2  970

8  078

1  136

3  174

1455

2  107

Kleidungsstücke,  Uniformen  usw.  .

10,08

780

5  871

92

771

1  469

1088

Hüte,  Mützen  und  Damenhüte.  .  .

2,16

41

1  140

—

242

—

737

Gebrauchte  Kleider

2,02

—

1  968

—

—

—

52

Wasserdichte  Kleider

0,24

—

235

—

—

—

5

33,42

3  800

17  292

1  228

4  187

2924

3989

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer

England ­


Türkei

Ceylon

Straits
Settlements

China

Andere
Länder

In  1000  Mark

Kleidungsstücke  usw
Posamente  und  Putz  waren  ....

2,17
0,33

273
155

214

159

200

147

1  177
175

2,50

428

214

159

200

147

1352
        <pb n="638" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

629

Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Leinenindustrie  1912  13.

Einfuhr.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Österr.-Ungarn


Belgien

Niederlande ­


Andere
Länder

In  1000  Mark

Garne  2lt  H

0,03

—

27

—

—

—

3

Nähgarne  F

0,26

—

212

41

—

—

7

Gewebe  „

1,18

18

1  100

—

33

18

11

Segelleinen  „

2,46

—

2458

—

—

—

—

Säcke

0,34

—

237

—

—

—

102

Andere  Leinenwaren  .  „

0,37

37

322

—

—

—

11

4,64

55

4356

41

33

18

134

Ausfuhr  keine.
Britisch-Indiens  Ein-  und  Ausfuhr  an  Rohstoffen  und  Erzeugnissen
der  Juteindustrie  1912  13.

Einfuhr.

•

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Österr.-Ungarn


Ceylon

Straits
Settlements

Andere
Länder

In  1000  Mark

Garne  u.  Zwirne  33  t  H

0,02

—

20

—

Segeltuch  F

1,03

—

1018

6

—

—

6

Säcke

1,56

hi

—

1189

192

38

Andere  Jutewaren  .  .  „

0,41  |

—

322

—

37

—

51

3,02  j

—

1501

6

1226

192

95

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland

England

Frankreich ­


Österr.
Ungarn

Verein.
Staaten

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohjute  .  .  890315t  R

367,90

77  936

149  985

37  622

22  446

38  564

41  347

Garne  .  .  .  144  t  H

0,09

—

—

—

—

—

90

Kanada

Argentinien

Jutegewebe  F

177,58

541

8  284

9339

41936

107  049

10441

Säcke  F

131,54

C  2407

11  318

671

379

12095

43  760

J  Australien

\  u.  Neuseeland

Chile

Java

China

Ägypten

[  24  202

11371

8  702

9  209

7  426

677,11

80884

169  587

37  622

22  446

157708

95  638

Australien

Chile

Kanada

Argentinien

Ägypten

u.  Neuseeland

11  371

10  000

42315

7  426

24  202

Java

China

8  702

9  209
        <pb n="639" />
        630

Britisch-Indien.

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1912/13.
Die  Herkunftsländer  waren:

Rohstoffe  •

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

14,30

388,53

417,50

Deutschland

1,27

2,37

30,43

Japan

0,17

4,76

30,00

Niederlande

—

2,25

12,94

Italien

—

2,82

9,09

Österreich-Ungarn

—

0,68

8,06

China  und  Hongkong

21,89

0,32

7,89

Belgien

0,57

0,45

7,13

Frankreich

—

0,27

6,91

Schweiz

—

1,46

4,33

Ceylon

-

—

1,23

Straits  Settlements

0,68

—

0,52

Vereinigte  Staaten

13,23

5,36

0,17

Persien

1,65

—

0,09

Ägypten

0,70

—

—

Türkei

0,35

—

—

Andere  Länder

1,79

1,13

3,71

56,60

410,40

540,00

Die  Absatzländer  waren:

Vereinigte  Staaten

39,95

—

H9,57

Argentinien

—

0,08

42,31

England

200,34

0,37

23,88

Australischer  Bund

—

—

23,53

Straits  Settlements

—

3,85

12,69

Chile

.  —

—

n,37

Kanada

—

—

10,00

China  und  Hongkong

10,64

120,05

9,44

Java

—

—

8,72

Ägypten

—

—

7,48

Neuseeland

—

—

5,8o

Cuba

—

—

5,47

Ceylon

0,35

0,27

5,oo

Türkei

0,07

5,72

3,94

Siam  '

—

0,42

3,74

251,35

130,76

292,94
        <pb n="640" />
        Herkunfts-  und  Absatzländer.

631

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

Übertrag

251,35

130,76

292,94

Natal

—

—

3,43

Indo  -  China

—

—

3,16

Deutschland

123,18

—

3,00

Kap-Kolonie

—

—

2,93

Portugiesisch-Afrika  •  •

—

0,91

2,81

Sandwich-Inseln

—

—  ’

2,67

Uruguay

—

—

1,82

Belgien

44,78

—

1,63

Aden  nebst  Kolonien

—

2,58

0,88

Japan

199,15

—

0,87

Persien

—

0,84

0,67

Frankreich

59,61

—

0,55

Britisch-Ostafrika

—

0,87

0,52

Österreich-Ungarn

43,03

—

0,39

Deutsch-Ostafrika

—

1,75

0,22

Ecuador

—

—

0,22

Spanien

16,31

—

0,13

Rußland

4,17

—

0,13

Italien

48,72

—

0,03

Brasilien

2,14

—

—

Niederlande

1,12

—

—

Andere  Länder

1,24

7,40

18,00

794,80

145,11

337,00
        <pb n="641" />
        632

Britisch-Indien.

Ungefährer  Produkfionswert  der  Textilindustrie  Britisch-Indiens  im  Jahre  1912/13.
Baum  wo  Hindus  trie.
Im  Inlande  verbliebene  lose  Baumwolle  393  147  t
Eingeführte  Baumwolle  27  8421
420  9891
Ab:  Spinnverlust,  der  sich  in  Indien  auf  14,4  Proz.
berechnet  60  6221  360  3671
Hinzu:  Mehreingeführte  rohe  Gewebe  ....  174800t
Ab:  Mehrausgefährte  Garne  ....  69806t
Ab:  Ausgefiibrte  Fertigwaren.  .  .  .  5020t
74  826  t
Ab:  10  Proz.  Appretur  von  5020t.  .  502t  74324t  100476t
Es  verblieben  für  den  Inlands  verbrauch  .  .  460843  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4500  Mk.  berechnet:  .  .  2  073,8  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Plalbfabrikate  145i0  „  „
„  Fertigwaren  .......  20,9  „  „  2  239,7  Mill.  Mark
Wollindustrie.
Im  Inlande  verbliebene  rohe  Wolle  15800  t
Eingeführte  rohe  Wolle  1692  t,  außerdem  auf  dem  Landwege
aus  Afghanistan  usw.  ungefähr  80001  9  6921
25492t
Ab:  50  Proz.  Waschverlust  12746  t
12746  t
Hinzu:  Eingeführte  Garne  948t
13  694  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet  .  .  .  109,5  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Fertigwaren  3,5  „  „  H3,o  „  „
Seidenindustrie.
Im  Inlande  gewonnene  Rohseide  200  t
Eingeführte  Rohseide  und  Garne,  abzüglich  der  ausgeführten  .  .  2013t
2  213  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  30  000  Mk.  berechnet  .  .  66,4  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Fertigwaren  1,0  „  „  67,4  „  „
Juteindustrie.
Im  Inlande  verarbeitete  Rohjute'  835035  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  schätzungsweise  zu  600  Mk.
berechnet  501,0  Mill.  Mark
Nach  Abzug  der  ausgeführten  Halbfabrikate  und
Fertigwaren  von  309,2  „  „
verbleiben  für  das  Inland  191,8  Mill.  Mark
Hinzu:  Ausgeführte  Halbfabrikate  0,1  „  „
„  Fertigwaren  309,1  „  „  501,0  „  „

2  921,1  Mill.Mark
        <pb n="642" />
        Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

633

Der  Inlandsverbrauch  Britisch-Indiens  an  Textilwaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912
mit  316  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

2073,8
424,5

2  498,3

7,90

Wollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

•  109,5
.  38,6

148,1

0,47

Seidenwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren.  ......

•  35,9

102,3

0,32

Leinen  Warenproduktion.

Eingeführte  Fertigwaren

4,6

0,01

Jutewarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

.  191,8
3,0

194,8

0,62

Konfektionswaren.

Mehr  eingeführte  Konfektionswaren  .

30,9

0,09

2979,0

9,41  mit  Jutewaren
8,79  ohne  „

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  2  979,0  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  83,2  Proz.  zu  16,8  Proz.

Niederländisch-Indien.
a)  Java  und  Madura.  b)  Außenbesitzungen.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1913.

In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem  Stande
der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

176,5

5,3

—

23,9

152,6

Wolle

4,5

—

—

—

4,5

Seide

6,2

—

o,5

—

5,7

Leinen  und  Jute  .  .  .

10,9

—

0,1

—

10,8

Konfektion

16,0

o,9

—

—

16,0

214,1

6,2

0,6

23,9

189,6
        <pb n="643" />
        634

Niederländisch  -  Indien.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
etwa  4000t  rohe  Baumwolle  im  Werte  von  3,2  Mül.  Mart.
Baumwolle  wird  in  Niederländisch-Indien  schon  seit  langem  gewonnen;
die  Kultur  erlangte  aber  keine  besondere  Ausdehnung.  Die  Qualität  ist  grob,
mit  kurzem  Stapel.  Die  Produktion  wird  zum  Teil  in  unentkerntem  Zustande
ausgeführt,  zum  Teil  wird  die  Reinigung  in  primitiver  Weise  vorgenommen,
wodurch  die  Faser  leicht  beschädigt  wird.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Textilindustrie  ist  nur  durch  eine  stark  entwickelte  Hausindustrie  vertreten, ­
  in  der  ausschließlich  Baumwollstoffe  angefertigt  werden.  Eine  ziemlich
große  Anzahl  von  Webstühlen  dient  zum  Weben  von  Baumwollstoffen.  Außerdem ­
  werden  die  aus  dem  Ausland  eingeführten  rohen  Gewebe,  wie  auch  etwa
der  dritte  Teil  der  eingeführten  gebleichten  Gewebe,  zu  Batiks  verarbeitet.
Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.
Über  die  Einfuhr  von  Textilwaren  nach  Niederländisch-Indien  im  Jahre  1911
berichtet  das  deutsche  Generalkonsulat  in  Batavia 1 )  wie  folgt:
Die  Einfuhr  von  gebleichten,  gefärbten  und  bedruckten  Baumwollwaren
weist  durchgehends  große  Steigerung  auf.  Der  Bedarf  an  diesen  eingeführten
Artikeln  für  die  einheimische  Bevölkerung,  namentlich  an  sogenannten  Sarongs,
ist  groß,  besonders  seitdem  die  Batikindustrie  mehr  und  mehr  den  bedruckten
Kattunen  den  Platz  räumt.
Die  Einfuhr  von  fertigen  Kleidern  aus  Europa  hat,  trotzdem  hier  das
Schneiderhandwerk,  das  namentlich  durch  die  Chinesen  vertreten  wird,  sehr  entwickelt ­
  ist  und  sämtliche  im  Lande  Ansässigen  nur  weiße  Anzüge  tragen,  fortwährend ­
  zugenommen;  sie  betrug  1909:  3,8  Mill.  Mark,  1910:  4,1  Milk  Mark  und
1911:  4,7  Mill.  Mark.  Deutschlands  Einfuhr  war  von  der  Englands  nicht  allzuweit ­
  abweichend.  Es  betrug  die  Einfuhr  aus  Deutschland  1911:  0,57  Mill.  Mark,
1910:  0,50  Mill.  Mark,  die  Einfuhr  aus  England  1911:  0,78  Mill.  Mark,  1910:
0,55  Mill.  Mark.  Hierbei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  die  deutsche  Einfuhr  in
der  Statistik  in  weit  größerem  Maße  unter  der  niederländischen  verschwindet
als  die  englische.  Im  übrigen  wird  die  Einfuhr  von  europäischen  Anzügen  wohl
noch  weiter  zunehmen,  da  mit  der  Neugestaltung  der  Dinge  in  China  auch  die
Chinesen,  von  denen  in  Java  200  000  bis  300  000  ansässig  sind,  unter  den  Abnehmern ­
  erscheinen  werden.
Über  den  Bedarf  an  Baumwollerzeugnissen  auf  Java  wird  dem  „Handelsmuseum“ ­
  Wien  1914»  S.  142  aus  Amsterdam  geschrieben:  Einen  viel  verlangten
Artikel  bilden

*)  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“  1912,  Heft  94.
        <pb n="644" />
        Produktion.  Textilwareneinfuhr.

635

Häkelgarne  in  den  Nrn.  30  bis  40,  Gewicht  14g  pro  Knäuel,  gebleicht.
10  Knäuel  in  einem  Glacekarton  in  den  Farben  weiß,  orange,  rot,  türkischrot,
grün  und  blau.  Mercerisierte  Baumwollgarne  finden  für  den  Übersee-Export
nur  beschränkte  Nachfrage.
Baumwollstoffe  erzeugt  Holland  viel  selbst  und  exportiert  sie  auch
stark  nach  den  Kolonien,  dem  Transvaal  und  verschiedenen  Mittelmeerländern.
Außer  England  und  Deutschland  sind  es  Italien  und  Spanien,  die  namentlich
an  der  Versorgung  des  Kolonialmarktes  beteiligt  sind.  Auch  die  Bemühungen
österreichischer  Fabrikanten  haben  befriedigende  Erfolge  gezeitigt.
Hosen-  und  Anzugstoffe  österreichischer  Provenienz  in  Kammgarn  -
imitation  erfreuen  sich  guter  Nachfrage.  Gesucht  werden  meistens  ganz  billige
Genres  in  der  Preislage  von  50  bis  70  Hellern  pro  1  m  für  Java.
Bedruckte  Hosen-  und  Anzugstoffe  haben  guten  Absatz.  Stückgefärbte
Ware,  welche  nach  den  ostindischen  Kolonien  stark  begehrt  wird,  liefert  in  den
letzten  Jahren  namentlich  Italien.  Der  Inlandskonsum  in  buntgewebten
Baumwollstoffen  wird  zum  größten  Teil  durch  die  holländische  Produktion
und  die  deutsche  Konkurrenz  gedeckt.  Der  österreichische  Umsatz  ist  nicht
belangreich.
Bedruckte  Baumwollstoffe  werden  für  den  Inlandsbedarf  in  Holland
selbst  viel  erzeugt.  Ziemlich  viel  liefert  Deutschland.  Gerauhte  Artikel  in
flanellartiger  Ausführung  österreichischer  Provenienz  erfreuen  sich  guter  Aufmerksamkeit. ­
  In  Blaudruck  könnte  die  heimische  Industrie  wohl  einen  ihrer
hohen  Entwickelungsstufe  würdigen  Platz  einnehmen,  wenn  man  dem  Export
nach  Ostindien  mehr  Aufmerksamkeit  schenken  und  dieses  Arbeitsfeld  nicht
fast  vollständig  der  fremden  Konkurrenz  überlassen  würde.
Baumwollsamte  und  Samtbänder  wurden  ziemlich  gut  gekauft;  sie
gehen  auch  gut  nach  den  Kolonien.  Auch  die  österreichische  Industrie  erfreut
sich  guter  Nachfrage.
Barchente  und  Baumwollflanelle  liefert  Holland  sowohl  für  den  Platzbedarf ­
  als  auch  für  den  Export.
Musselin  und  Gaze  wird  in  Holland  wenig  erzeugt,  jedoch  fast  nahezu
der  ganze  Bedarf  aus  England  und  der  Schweiz,  als  Moskitonetze  für  die  Kolonien, ­
  eingeführt.
Baumwollspitzen  liefert  Deutschland.  Sie  geben  einen  sehr  guten,
regelmäßig  in  großen  Mengen  gekauften  Stapelartikel  ab.  —
        <pb n="645" />
        636

Niederländisch  -  Indien.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  im  Jahre  1913.

Mül.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Niederlande ­


England

Singapore


Britischindien ­


In

1000  Mark

Garne  zum  Verweben  .  .  etwa  4000  t  H  j  8,03

141

2  269

2  419

2358

254

Andere  Garne  aller  Art  Fl  4,78

260

1  004

2  150

787

138

Baumwollgewebe,  roh  .  .  etwa  6500  t  H  j  15,86

32

7  199

7  167

1  088

7

„  gebleicht  etwa  23  0001  F  63,43

882

34  987

23  86,4

1  619

25

„  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt

  .  .  .  .  .  .  .  „  1  84,38

2859

25  887

37  521

9  118

488

|  176,48

4  174

71  346

73  121

14  970

912

Einfuhr  von  Wollwaren  im  Jahre  1913.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Niederlande ­


England

Singapore


Japan

In  1000  Mark

Wollene  Gewebe  F
Halbwollene  Gewebe  „

3,46
1,06

755
43

1  608
372

441
462

274
48

5
2

4,52

798

1  980

903

322

7

Einfuhr  von  Seidenwaren  im  Jahre  1913.

Rohseide  l8tR
Seiden-  und  Halbseidengewebe.  .  .  .  F

0,48
5,68

251

751

224

180
2  410

296

6,16

251

751

22  4

2  590

296

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren  im  Jahre  1913.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Niederlande ­


England

Singapore


Britischindien ­


In

1000  Mark

Flachs  und  Werg

.  .  .  .  R

0,09

7

57

13

13

—

Segeltuch

.  .  .  .  F

0,13

3

100

11

17

—

10,64

—

61

51

2  510

7  662

10,86

10

218

75

2540

7  662
        <pb n="646" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

637

Einfuhr  von  Konfektionswaren  im  Jahre  1913.

Wichtigste  Herkunftsländer

Mill.
Mark

Deutschland ­


Niederlande ­


England

Singapore ­


Japan

In

1000  Mark

Kleidungsstücke

10,83

1  532

3  189

1  377

2378

961

Manufakturwaren,  nicht  näher  bezeichnet
(wahrscheinlich  Baumwoll-,  Woll-  und
Leinenwaren)

5,20

299

2034

1  745

674

27

16,03  |

1  831

5  223

3  122

3052

988

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug:

Rohe  Baumwolle,  unentkernt  und  entkernt ­
  10892  t  R
Baumwollgewebe  aller  Art  F
Kleider  und  Modewaren

Mül.  Mk.
3,26
2,03
0,89

6,18

Davon  nach  Singapore  für  4,3,  nach  Deutschland ­
  für  0,4,  nach  Japan  für  0,2  Mill.  Mark.
Davon  nach  den  Niederlanden  für  0,6,  nach
Singapore  für  0,1  Mill.  Mark.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Rohstoffe

Halbfabrikate

F  ertig  waren

In  Millionen  Mark

Niederlande

—

9,5

70,0

England

—

9,6

67,8

Straits  Settlements  (hauptsächlich  Singapore)  .  .

0,2

3,9

24,8

—

0,2

8,4

—

0,2

6,9

—

0,2

5,t

Japan

—

—

2,2

—

—

1,1

0,3

—

1,3

—

—

0,7

—

—

0,5

Belgien

—

—

0,4

Österreich-Ungarn

—

0,2

—

Andere  Länder

0,1

0,1

0,4

0,6

23,9

189,6
        <pb n="647" />
        638

Niederländisch-Indien.  Afghanistan.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Niederländisch-Indiens
im  Jahre  1913.

Baumwollindustrie.

Eingeführte  Garne,  rohe  Gewebe  und  ein  Drittel  der  gebleichten  Gewebe
18160t,  die  Tonne  zu  9000  Mk.  berechnet,  ergeben  einen  Produktionswert ­
  von  163,4  Mül.  Mk.
(Der  Tonuenwert  in  der  Baumwollindustrie  Niederländisch-Indiens  muß  viel
höher  als  sonst  angenommen  werden,  da  die  dort  hergestellten  Batiks
meist  das  Vielfache  von  gewöhnlichen  Geweben  kosten.)

Der  Inlandsverbrauch  Niederländisch-Indiens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1913
mit  38  Millionen  angenommen,
war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion  163,4
Eingeführte  Fertigwaren  150,3

313,7

8,26

Wolle.  Eingeführte  Fertigwaren

4,5

0,12

Seide.  „  „

5,7

0,15

Leinen  und  Jute.  Eingeführte  Fertig-waren  (von
denen  für  10,6  Mill.  Mk.  auf  Jute  entfallen)  .  .

10,8

0,28

Konfektion.  Eingeführte  Fertigwaren

15,1

0,40

349,8

9,21  mitjutewaren
8,93  ohne  „

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  349,8  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  46,7  Proz.  zu  53,3  Proz.

Afghanistan.
Genauere  Unterlagen  über  die  Einfuhr  nach  Afghanistan  liegen  nicht  vor.
Nach  den  Zusammenstellungen  der  Ausfuhrlisten  der  sonstigen  Länder  im  Jahre
1913  ergibt  sich,  daß  folgende  Einfuhr  in  Betracht  kommt:

Aus  Rußland:  Baumwollgewebe,  roh  für  1,3  Mill.  Mk.
„  gefärbt,  bedruckt  und  buntgewebt  „  7,8  „  „
„  türkischrot  gefärbt  „  2,0  „  „
Sonstige  Textilwaren  „  0,3  „  „
Aus  Persien:  Baumwollwaren  •  „  0,3  „  „
Sonstige  Textilwaren  „  0,3  „  „
Aus  Britisch-Indien  wurden  nach  Afghanistan  für  34  Mill.  Mk.  ausgeführt 1 ),  von
denen  entfallen  auf  Textilwaren  schätzungsweise  „  20,0  „  „
■  32,0  Mill.  Mk.

t)  Nach  Statistical  Abstract  relating  to  Britisch-India  from  1903/04  to  1912/13,  S.  198.
        <pb n="648" />
        Afghanistan.  Persien.

639

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Die  Baumwollkulturen  in  Afghanistan  entwickeln  sich  sehr
günstig.  Wenn  auch  die  gewonnenen  Mengen  bisher  noch  keine  großen  sind,
so  ist  doch  für  später  mit  einer  erheblichen  Steigerung  zu  rechnen.  In  Qualität
gleicht  sie  der  indischen  Baumwolle.  1913  wurden  26001  Baumwolle  nach
Rußland  und  400  t  nach  Britisch-Indien  ausgeführt.
Wolle.  Die  Schafzucht  wird  in  Afghanistan  in  stärkerem  Maße  betrieben,  doch
liegen  über  die  Menge  der  gewonnenen  Wolle  keine  statistischen  Angaben  vor.  Als
Anhaltspunkt  kann  gelten,  daß  in  Persien  und  Rußland  2000  t  und  in  Britisch-Indien
ungefähr  70001  aus  Afghanistan  eingeführt  wurden.  Mit  der  im  Inlande  verarbeiteten
rohen  Wolle  kann  danach  die  Produktion  mit  10  000  t  angenommen  werden.
Seide.  Britisch-Indien  führte  im  Jahre  1913  auf  dem  Landwege  für
1,34  Mill.  Mark  Rohseide  ein,  von  welchen  die  Hälfte,  etwa  50  t,  aus  Afghanistan
stammen  dürften.
Produktion  der  Textilindustrie  Afghanistans.
Eine  Produktion  an  Textilwaren  ist  nur  soweit  vorhanden,  als  die  Hausindustrie ­
  Teppiche  und  Wollwaren  für  die  einheimische  Bevölkerung  herstellt.
Der  Produktionswert  derselben  kann  mit  6,0  Mill.  Mark  angenommen  werden.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Fertigwaren  betrug  32,0  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  6,0  „  „
38,0  Mill.  Mk.

Afghanistan  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  4450  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
8,54  Mark.

Persien.

Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1912/13.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre
1912/13

Die

ein-  und  ausgeführten  Waren  nach
Stande  der  Verarbeitung

dem

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

74,3

35,5

—

4,8

69,5

34,7

—

0,8

Wolle

8,7

27,8

1,2

o,3

7,2

4,2

—

23,6

Seide

2,4

7,5

0,2

—

2,2

5,0

—

2,5

Leinen  und  Jute

1,9

0,1

—

—

1,9

0,1

—

—

Konfektion

1.8

0,1

—

—

1,8

—

—

0,1

89,1

71,0

1,4

5,1

82,6

44,0

—

27,0
        <pb n="649" />
        640

Persien.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  ungefähr  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

31  600  t  rohe  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  26,9  Mill.  Mk.
24  0001  rohe  Wolle  „  „  „  „  24,0  ,  „
SOO  t  Rohseide  „  „  „  „  13,5  „  „
64,4  Mill.  Mk.

Baumwolle.  Diese  wird  in  Persien  in  zunehmendem  Maße  angebaut.  Die
Baumwolle  ist  in  Qualität  nicht  besonders  gut,  sondern  sehr  kurzstaplig  und  spröde.
Es  zeigt  sich  dies  beispielsweise  darin,  daß  in  Rußland  der  Einfuhrwert  der  persischen ­
  Baumwolle  1912  nur  853  Mark  per  Tonne  betrug  gegen  den  Einfuhrwert
von  1158  Mark  per  Tonne  für  amerikanische  Baumwolle.  Nur  ein  kleiner  Teil
wird  im  Inlande  verarbeitet,  während  der  größte  Teil  nach  Rußland  ausgeführt  wird.
Die  Ausfuhr  betrug  im  Jahre  1902/03  14112  t  und  im  Jahre  1912/13  26918  t.
Wolle.  Die  Wollproduktion  Persiens  ist  sehr  groß  und  ihre  Qualität  ist,
je  nach  der  Gegend,  aus  der  sie  stammt,  sehr  verschieden.  Der  größte  Teil  der
Wolle  wird  im  Inlande  verarbeitet  und  nur  ein  kleiner  Teil  gelangt  zur  Ausfuhr. ­
  Die  Haupthandelsplätze  sind:  Mesched,  Kirman,  Schiras,  Kirmanschah
und  Täbris.  Kamelwolle  wird  hauptsächlich  im  Süden  Persiens  verwendet,
ein  wichtiger  Ausfuhrplatz  hierfür  ist  Bender-Abbas.  Die  Menge  der  in  Persien
gewonnenen  Wolle  läßt  sich  nicht  bestimmen,  nur  schätzungsweise  kann  sie  mit
20  000  bis  24000  t  angenommen  werden.
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1902/03  2890  t  im  Werte  von  .  .  .  .  1,8  Mill.  Mk.
„  „  1911/12  4600  t  „  „  „  ....  4,3  „  „
„  „  „  „  1912/13  4300t  „  „  4,2  „  „
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  ist  in  Persien  seit  Jahrhunderten  stark
verbreitet;  sie  konnte  jedoch  keine  besondere  Ausdehnung  erlangen,  weil  sie
auch  heute  noch  zur  primitivsten  Industrie  der  Landbevölkerung  zählt.  Dementsprechend ­
  ist  auch  die  jährliche  Gewinnung  an  Rohseide  eine  sehr  wechselnde;
in  den  letzten  Jahren  zeigt  sich  eher  ein  Rückgang  als  ein  Fortschritt.
Es  wurden  ausgeführt:

1903/04  1972,0  t  Kokons  im  Werte  von  9,85  Mill.  Mk.  und
61,31  Rohseide  „  „  „  0,97  „  „
1912/13  1  116,0  t  Kokons  „  „  „  4,36  „  „  und
31,0t  Rohseide  „  „  „  0,66  „  „

Auch  das  Spinnen  der  Rohseide  wird  von  der  Landbevölkerung  besorgt;
eigentliche  Filanden  gibt  es  nicht  bzw.  nur  eine  in  Rescht,  die  sich  aber  nicht
besonders  entwickelt 1 ).  Der  größte  Teil  der  Kokons  wird  in  getrocknetem  Zustande ­
  ausgeführt  und  ein  kleinerer  Teil  als  Rohseide.  Die  Qualität  der  pert)
  Nach  einem  Bericht  der  österr.-ungar.  Gesandtschaft  Teheran  im  „Handelsmuseum“  Wien
1914,  S.  97.
        <pb n="650" />
        Inlandsrohstoffe.  Produktion.

641

sischen  Rohseide  ist  nicht  so  gut  wie  die  aus  Japan;  sie  wird  aber  wesentlich
höher  eingeschätzt  als  die  chinesische.  Dabei  ist  noch  in  Betracht  zu  ziehen,
daß  die  besseren  Qualitäten  meist  im  Inlande  verarbeitet  werden.  Der
bedeutendste  Handelsplatz  für  Kokons  und  Rohseide  ist  Ghilan.  —  Über  die
Menge,  die  im  Inlande  verarbeitet  wird,  liegen  statistische  Angaben  nicht  vor.
Im  erwähnten  Bericht  der  österr.-ung.  Gesandtschaft  wird  die  jährliche  Gewinnung
an  Kokons  auf  4  500  bis  5  OOO  t,  bzw.  die  der  Rohseide  auf  500  t  geschätzt,  und
diese  Zahl  dürfte  in  annäherndem  Umfange  auch  zutreffend  sein.
Produktion  der  Textilindustrie  Persiens.
Eine  eigentlich  fabrikmäßig  betriebene  Textilindustrie  ist  nicht  vorhanden;
die  Hausindustrie  ist  aber  sehr  stark  entwickelt.  So  spinnen  beispielsweise  die
Frauen  Woll-  oder  Baumwollgarne  mittels  ihres  Spinnkreisels  in  ganz  ähnlicher
Weise  wie  bei  uns  die  Frauen  stricken,  und  auch  die  Männer  treiben  die  gleiche
Beschäftigung  zum  Zeitvertreib.  Daneben  werden  Wollgarne  und  besonders  auch
Baumwollgarne  in  großen  Mengen  aus  dem  Auslande  eingeführt.
Baumwollindustrie  b.  Rohe  Baumwollstoffe  werden  nur  wenig  mehr  in  Kleinbetrieben ­
  hergestellt,  weil  sich  diese  durch  Einfuhr  aus  Rußland  und  England
billiger  stellen;  dagegen  werden  eingeführte  rohe  und  gebleichte  Baumwollstoffe
viel  bedruckt,  und  zwar  ausschließlich  mittels  Handdruck.  Hauptartikel  der
persischen  Handdruckereien  sind  die  verschiedenfarbigen  leichten  Musselinstoffe,
die  mit  schwarzem  Ornamentaufdruck  für  Kopf-  und  Badetücher  hergestellt
werden.  Ferner  buntbedruckte  Schale,  Vorhänge  und  Wandbekleidungsstoffe. ­
  Im  allgemeinen  werden  von  der  Bevölkerung  die  einheimisch  bedruckten
Stoffe  vorgezogen.
Wollindustrie.  Diese  stellt  in  großen  Mengen  Teppiche,  Schale  und  Überwürfe ­
  her.  Nach  einem  sehr  eingehenden  Bericht  des  deutschen  Handelssachverständigen ­
 1 )  gehört  zu  jedem  guten  Anzug  des  Persers  ein  Leib  schal,  der  teils  aus
Seide,  Halbseide,  besonders  aber  aus  feiner  Wolle  gefertigt  und  an  seinen  Rändern
mit  bunten  Handstickereien  verziert  ist.  Solche  Schale  ohne  Stickerei  gibt  es  für
8  bis  etwa  30  Mark  pro  Stück,  während  schon  der  mittelbegüterte  Perser  häufig
einen  solchen  im  Werte  von  60  bis  200  Mark  trägt  und  die  reicheren  Perser
Stücke  im  Werte  von  500  bis  800  Mark  besitzen.  —  Der  mantelartige  Überwurf
ist  ein  rechteckiges  Kleidungsstück,  dessen  hintere  Hälfte  aus  einem  Stück  und
dessen  vordere  Hälfte  aus  zwei  Stücken,  die  um  den  Hals  herum  etwas  ausgeschnitten ­
  sind,  bestehen.
Teppiche.  Diese  werden  wohl  nirgends  fabrikmäßig  hergestellt,  aber
durch  den  großen  Bedarf  ist  die  im  ganzen  Lande  verbreitete  Teppichknüpferei
dazu  übergegangen,  für  den  Export  zu  arbeiten 1 ).  Die  wichtigsten  Teppichgebiete ­
  sind:  Chorassan,  Azerbeidjan,  Ferghana  mit  Sultan  Abbas,  Kaschan,
Kirman,  Fars  und  Kurdistan.
b  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1910,  S.  237,  235  u.  £.  und  233.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  41
        <pb n="651" />
        642

Persien.

Im  Gegensatz  zum  türkischen  Teppich  wird  der  persische  zumeist  auf  einer
Baumwollkette  (statt  Wollkette)  geknüpft.  Nur  in  einigen  Gegenden,  so  in  Kurdistan ­
  und  Schiras  (Fars),  wird  überwiegend  auf  Wollketten  geknüpft.  Man
kann  die  allgemeine  Regel  aufstellen,  daß  die  von  seßhaften  Knüpfern  gefertigten
Teppiche  durchschnittlich  auf  Baumwollketten,  die  von  den  Nomaden  überwiegend
auf  Wollketten  gearbeitet  sind.  Während  die  Nomaden  ihre  Teppiche  meistens
auf  dem  Boden  knüpfen  und  sich  nur  vereinzelt  des  aufrechtstehenden  Rahmens
bedienen,  wird  von  dem  seßhaften  Gewerbe  fast  ausschließlich  der  Rahmen  benutzt. ­
  Ein  sehr  großer  Teil  der  Perserteppiche  wird  von  den  Nomaden  hergestellt,
denen  die  einheimischen  zahlreichen  Herden  das  Material  dazu  liefern.  Wo  die
Nomaden  sich  längere  Zeit  aufhalten,  schlagen  sie  auf  dem  Boden  ihres  Zeltes
die  Pflöcke  zum  Teppichrahmen  auf  und  beginnen  ihre  Arbeit.  Haben  sie  diese
nicht  fertiggestellt  bis  zum  Weiterwandern,  so  wird  der  Rahmen  zusammengerollt ­
  und  im  nächsten  Zeltlager  wieder  von  neuem  aufgespannt.  Dies  ist  mit
ein  Grund,  weshalb  ein  großer  Teil  der  persischen  Teppiche  häufig  unregelmäßig
in  der  Breite  und  nicht  ganz  plan  ist.
Bei  dem  seßhaften  Teppichgewerbe  muß  man  wiederum  zwei  Kategorien ­
  unterscheiden,  und  zwar  das  Hausgewerbe  (Heimarbeit)  und  den  Werkstättenbetrieb. ­
  Die  Heimarbeit  wird  im  ganzen  Lande  fast  ausschließlich  von
Frauen  ausgeübt,  ebenso  wie  bei  den  Nomaden  nur  Frauen  knüpfen.  In  der
Werkstättenarbeit  wird  aber  mit  wenigen  Ausnahmen  die  Arbeit  von  Knaben
und  Männern  verrichtet,  wie  z.  B.  in  ganz  Chorassan,  Kirman  und  Azerbeidjan;
Sultan  Abbas  aber,  der  Sitz  des  ursprünglich  schweizerischen,  vor  langen  Jahren
jedoch  in  englische  Hände  übergegangenen,  weltberühmten  Teppichunternehmens
der  Firma  Ziegler  &amp;amp;  Co.,  macht  eine  Ausnahme.  Dort  werden  auch,  allerdings
in  getrennten  in  Privathäusern  befindlichen  Werkstätten,  Frauen  und  Mädchen
beschäftigt.
Außer  Teppichen  werden  in  Persien  auch  viel  Kelims  hergestellt,  die  im
Orient  als  Gebetdecke  oder  als  Fußbodenbelag  benutzt  werden.
Der  Haupthandelsplatz  für  persische  Teppiche  ist  Täbris,  das  auch  für
Konstantinopel  die  Hauptquelle  ist.  In  den  letzten  Jahren  wird  der  Markt  in
Konstantinopel  umgangen,  indem  die  Einkäufer  den  direkten  Markt  in  Persien
aufsuchen.
Seidenindustrie.  Die  Seidenarbeiten  waren  früher  in  Persien  sehr  verbreitet
und  auch  jetzt  noch  besteht  eine  ziemliche  Kleinindustrie  in  diesen  Artikeln.
Die  Haupterzeugnisse  sind  nach  einem  Bericht  der  österr.-ungar.  Gesandtschaft
in  Teheran 1 ):  Seidenteppiche,  Samtstoffe,  „Darais“,  das  sind  Vorhänge
speziell  persischer  Art,  Schale,  die  in  verschiedenen,  auch  sehr  wertvollen  Arten
hergestellt  werden,  ferner  Tafte,  Taschentücher,  Schärpen,  Foulards  und
weitere  Gebrauchsstoffe.

x )  Das  „Handelsmuseum“  Wien  1914.
        <pb n="652" />
        Produktion.  Ein-  und  Ausfuhr.

643

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  in  Persien').

Die  bedeutendsten  Einfuhrartikel  sind  Baumwollgewebe,  die  in  rohem,
buntgewebtem  und  bedrucktem  Zustande  eingeführt  werden.  Die  rohen  Gewebe
sind  die  normalen  Exportgewebe,  die  als  Mexicans,  T  Cloth,  Grey  Cloth
und  Grey  Shirtings  eingeführt  werden.  Hauptlieferant  für  diese  Artikel  ist
England,  dem  in  neuerer  Zeit  Britisch-Indien  Konkurrenz  macht.  Auch  Rußland ­
  liefert  einen  Teil  in  besserer  Ware.  Die  Menge  der  eingeführten  rohen
Gewebe  würde  nach  einer  Schätzung  14Proz.  von  der  Gesamteinfuhr  an  Geweben
betragen.
Gebleichte  und  gefärbte  Gewebe.  Die  Einfuhr  dieser  Artikel  beträgt
annähernd  13  Proz.  der  Gesamtmenge  an  Geweben.  Die  wichtigsten  sind:
„White  Shirtings“  und  „Musseline“  (Mulle).  Die  ersteren  werden  in  den  üblichen
Qualitäten  vornehmlich  aus  England  und  Britisch-Indien  geliefert.  Die  Mullstoffe ­
  werden  in  bedeutenden  Mengen  aus  England  eingeführt,  und  zwar  am
meisten  in  weißer,  brauner  und  schwarzer  Farbe.  Sie  werden  zu  Kopftüchern
verarbeitet  und  von  den  persischen  Frauen  allgemein  benutzt.
Bedruckte  Gewebe.  Die  wichtigsten  sind  die  türkischroten,  buntbedruckten ­
  Gewebe,  die  fast  ausschließlich  Rußland  liefert.  Einen  stärkeren  Absatz ­
  finden  jedoch  die  billigeren  Druckstoffe,  die  zum  größten  Teil  aus  England,
zum  kleineren  aus  Rußland  eingeführt  werden.  Auch  die  einheimischen,  mittels
Handdruck  hergestellten  Gewebe  finden  noch  starken  Absatz,  wenn  sie  auch  im
Preise  gegen  die  englischen  oder  russischen  Waren  nicht  konkurrieren  können.
Weitere  Gewebearten  sind:  leichte  buntgewebte  Baumwollstoffe,  die
für  Blusen  Verwendung  finden,  Baumwollgewebe  für  Tischdecken,  Möbel,
Vorhänge  usw.,  bedruckte  Flanelle  und  Barchente,  welch’  letztere  jedoch
weniger  beliebt  sind;  ferner  als  sehr  große  Einfuhrartikel  die  verschiedenen
Satins.  Die  Satins  werden  meistens  in  mercerisierter  Ware  in  bunter  wie  auch
schwarzer  Farbe  und  ebenso  auch  in  den  verschiedenen  bedruckten  Ausführungen
eingeführt.  England  und  Rußland  beherrschen  darin  den  Markt.
Baumwolltücher,  und  zwar  Taschentücher,  Kopftücher,  Turbantücher ­
  und  Umschlagtücher  kommen  zumeist  aus  England,  der  Schweiz,
Rußland,  die  mittels  Handdruck  verfertigten  Musselintücher  zum  Teil  auch  aus
der  Türkei.  Badetücher,  die  kleinkariert  sind,  auf  den  Längsseiten  eine  mehrfarbig ­
  gewebte  Leiste  und  am  Kopfende  das  Muster  des  Badetuches  in  vergrößertem ­
  Maßstabe  enthalten,  gehen  ebenfalls  sehr  stark.
Baumwollgarne.  Diese  werden  zum  größten  Teil  aus  Britisch-Indien,
zum  kleineren  Teil  aus  Rußland  und  England  eingeführt.  Grey-Water  Garne
Nr.  16  bis  24  kommen  zumeist  aus  Manchester.  Grey-Water  Nr.  16  aus  Bombay
werden  hauptsächlich  für  die  Teppichfabrikation,  zum  Wirken  der  persischen
J )  Sehr  ausführliche  Angaben  befinden  sich  in  „Berichte  über  Handel  und  Industrie“  1910,  S.  400.
41*
        <pb n="653" />
        644

Persien.

*
Zeugschuhe  usw.  verwendet..  Die  höheren  Nummern  26  bis  42  finden  in  der
Stoffweberei  Verwendung.
Nähgarne  wurden  früher  fast  ausschließlich  aus  England  bezogen.  In  den
letzten  Jahren  sind  auch  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und  Italien  an  der  Einfuhr ­
  beteiligt.
Wo  11  waren.  Ein  ziemlich  starker  Einfuhrartikel  sind  schwarze  Tuche,
die  aus  Österreich-Ungarn,  Frankreich,  England  und  Deutschland  eingeführt
werden.  Neben  diesen  werden  noch  in  reinwollenen  Stoffen  Kaschmir,  Merino,
Tibets,  Doppelköper  und  Serge  aus  Deutschland,  England  und  Frankreich  eingeführt. ­
  In  Halbwollstoffen  sind  die  sogenannten  Bielitzer  Tuche  noch  vorherrschend, ­
  obwohl  sie  vielfach  auch  bereits  durch  weichere  Tuche  ersetzt  werden.
Frauenkleiderstoffe.  Die  wichtigsten  Einfuhrstoffe  sind  die  zu  Überwürfen ­
  verwendeten  schwarzen  Unistoffe,  die  aus  den  verschiedensten  Materialien,
Seide,  Halbseide,  Wolle,  Halbwolle,  Baumwolle  usw.  hergestellt  werden.  Halbwollene ­
  Kaschmirs,  die  Deutschland  und  Frankreich  liefern,  erfreuen  sich
großer  Beliebtheit,  ebenso  auch  Phantasiestoffe  aus  Greiz,  dem  Elsaß,  Roubaix
und  Böhmen,  wie  auch  bedruckte  Musselinstoffe.
Seiden  und  Samte  werden  in  ganz  Persien  gern  getragen,  aber  der  Kosten
halber  nur  von  den  wohlhabenden  Kreisen.  Auch  in  billigen  Baumwollsamten
ist  großer  Bedarf,  und  diese  werden  von  Rußland,  England,  Deutschland  und
Österreich-Ungarn  geliefert.  Das  gleiche  gilt  auch  von  Krimmerstoffen.
Wirkwaren'  aus  Wolle,  Halbwolle  oder  Baumwolle  werden  nicht  viel  verlangt, ­
  am  meisten  noch  die  aus  Baumwolle,  welche  aus  Rußland,  Österreich-Ungarn,
  Deutschland  und  neuerdings  auch  aus  Italien  geliefert  werden.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Rußland ­


England ­


Österr.-Ungarn


Türkei

Brit.-Indien


In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  57  t

R

0,02

—

—

—

—

—

—

Garne,  roh,  gebleicht,  gefärbt.  .  2  2051

H

4.77

87

1  466

440

10

53

2635

Gewebe  aller  Art

F

68,30

912

34  214

23  992

328

1  238

6  277

Samt  und  Plüsch

n

0,77

81

478

85

16

54

25

Tüll,  Spitzen,  Stickereien

„

0,16

31

10

24

8

26

40

Nicht  besonders  benannte  Gewebe  .  .

0,30

60

70

16

41

48

27

1  74,32

1  171

36238

24  557

403

1419

9  004
        <pb n="654" />
        Einfuhr.

645

Einfuhr  von  Wollwaren  im  Jahre  1912/13.

Wichtigste  Herkunftsländer

Milk
Mark

Deutschland ­


Rußland ­


England ­


Österr.-Ungarn


Afghanistan ­


JBrit.-Indien


In  1000  Mark

Rohe  Wolle,  Abfälle  und
Haare

l  279  t  R

1,20

81

10

1  094

13

Woll-  u.  Haargarne  aller
Art

53  t  H

0,25

6l

14

85

55

Türkei
4

30

Wollgewebe

.  .  .  F

4,io

800

532

729

605

598

166

Halbwollgewebe  ....

2,84

861

113

838

119

498

30

Filze  und  Artikel  daraus

...  „

0,02

1

1

1

12

—

—

Teppiche  und  indische  Schale  .  „

0,15

—

17

2

—

3

39

Gewebe  aus  mehreren  Textilfasern ­
  „

0,09

21

4

1

23

8

—

8,65

1744

762

1  666

814

Afghanistan
1  094
Türkei
1  111

278

Einfuhr  von  Seidenwaren  im  Jahre  1912/13.

Grege,  Florettseide,  gekämmt

13  t  R

0,20

181

17

Florett-  und  Stickgarne  .  .  .

lt  F

0,03

3

7

7

—

—

7

Seidengewebe

0,36

27

110

21

9

16

79

Halbseidengewebe

■  ■  „

1,81

807

70

149

153

83

57

2,40  j

837

368

177

162

99

160

Einfuhr  von  Leinen-  und  Hanfwaren  im  Jahre  1912/13.

Garne,  sowie  rohe  u.  gebleichte
Gewebe  daraus  F
Gewebe  sonstiger  Art

1,08
0,24

—

1  061
147

2

—

1

13
90

1,32

—

1  208

2

—

1

103

Einfuhr  von  Jutewaren  im  Jahre  1912/13.

Rohjute  251  R
Garne  und  Gewebe  F

0,01
0,56

2

378

15

—

8

13
152

0,57

2

378

15

—

8

165

Einfuhr  von  Konfektionswaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


Rußland ­


England ­


Österr.-Ungarn


Türkei

Brit.-Indien


In  1000  Mark

Kleider  und  Weißwäsche  ....

0,11

5

22

10

1

10

52

Andere  Bekleidungsgegenstände  .

1,20

315

270

115

67

163

108

Posamente

0,45

118

87

18

86

51

22

;  1,76

*  438

'379

143

154

224

182
        <pb n="655" />
        (546

Persien.

Ausfuhr  von  Baumwollwaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Deutschland ­


Rußland ­


England ­


Türkei

Brit.-Indien


Afghanistan

In  1000  Mark

Baumwolle,  entkernt  .

27  154t  R

32,95

—

32  777

—

22

126

—

„  nicht  entlc.'

2  2581  „

1,77

—

1  473

41

32

206

—

Sonstige  Fertigwaren  .

.  .  .  .  F

0,83

—

196

26

119

9

319

35,55

—

34  446

67

173

341

319

Ausfuhr  von  Wollwaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Deutschland ­


Rußland ­


England ­


Türkei

Brit.-Indien


Amerika

In  1000  Mark

Wolle  und  Haare  .  .  .

.  4  2811  R

4,18

2

3  249

45

91

791

Wollteppiche

.  .  .  .  F

22,35

295

12  053

819

5  913

169

2  260

Halbwollteppiche  .  .  .

0,36'

—

—

1

354

—

—

Persische  Wollschale  .

o,59

1

474

—

111

—•

—

Sonstige  Fertigwaren  .

0,32

—

192

7

78

—

—

27,80

298

15  968

872

6  547

960

2  260

Ausfuhr  von  Seidenwaren  im  Jahre  1912/13.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Rußland

Frankreich ­


Italien

Türkei

Brit.-Indien


Afghanistan

In  1000  Mark

Kokons,  Abfälle,  Florettmaterial



1  116  t  R

4,36

290

1  067

2961

43

—

—

Grege  und  Florettmaterial,

gekämmt

3t  t  „

0,66

44

—

—

619

—

1

Reinseidengewebe  aller  Art

.  .  .  F

1,94

1  342

—

—

281

192

116

Halbseidengewebe  „  „

.  .  .  „

0,51

403

—

—

—

—

107

Sonstige  Fertigwaren  .  .

0,03

19

—

—

5

—

6

7,50

2098

1  067

2  961

948

192

230

Ausfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren  im  Jahre  1912/13

Fasern  und  Abfälle  .  .  .

416t  R

0,13

134

—

—

—

—

—

Ausfuhr  von  Konfektions  waren  im  Jahre  1912/13.

Kleider,  Wäsche,  Posamente  .

112

36

15
        <pb n="656" />
        Herkunfts-  und  Absatzländer.  Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

647

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1912/13.

Die  Herkunftsländer ­
  waren

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Die  Absatzländer ­
  waren

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


In

Millionen

Mark

In

Millionen  Mark

Rußland

0,27

1,48

37,61

Rußland

37,97

—

14,80

England

0.02

0,52

26,03

Türkei

0,86

—

7,12

Britisch-Indien  .  .

0,04

2,66

7,19

Amerika

—

—

2,26

Deutschland  .  .  .

—

0,15

4,06

England

0,09

—

0,85

Türkei

—

0,06

2,83

Afghanistan  .  .  .

—

—

0,60

Frankreich  ....

—

—

1,69

Ägypten

—

—

0,53

Österreich  -  Ungarn

—

0,07

1,47

Deutschland  .  .  ,

—

—

0,30

Italien

—

—

0,92

Österreich  -  Ungarn

—

—

0,19

Belgien

—

0,03

0,29

Britisch-Indien  .  .

1,12

—

0,18

Schweiz

—

—

0,24

Frankreich  ....

1,07

—

0,04

Schweden  .  .  .  .

—

—

0,10

Italien

2,96

—■

—

Afghanistan  .  .  .

1,11

—

0,04

Andere  Länder  .  .

—

—

0,21

Andere  Länder  .  .

—

0,10

0,10

|

1,44

5,07

82,57

44,07

—

27,08

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Persiens  im  Jahre  1912  13.
Dieser  läßt  sich  mangels  entsprechender  Unterlagen  nur  annähernd  berechnen. ­


Der  Produktionswert  der  Wollindustrie  kann  den  ausgeführten  Waren  nach
angenommen  werden  mit  35,0  Mill.  Mk.
Die  Seidenindustrie,  die  annähernd  2301  Rohseide  im  Inlande  verarbeitet,  mit  8,0  „  „
Die  Baumwollindustrie,  wenn  angenommen  wird,  daß  der  fünfte  Teil  der
Garne  und  Gewebe  in  der  Baumwollindustrie,  das  sind  4  2901,  weiterverarbeitet ­
  wird,  mit  21,4  „  „
Zusammen  .  .  .  64,4  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912/13  an  Fertigwaren,  abzügl.  d.  ausgef.,  betrug  .  55,6  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  _•  ■_  64,4  „  „
120,0  Mill.  Mk.
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  120,0  Mill.  Mark  wird  gedeckt:
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  53,7  Proz.  zu  46,3  Proz.
Persien  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  9,5  Millionen.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
12,63  Mk.  mit  Jutewaren
12,57  „  ohne  „
        <pb n="657" />
        648

I

Siam.

Siam.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  über  Bangkok  im  Jahre  1911/12  betrug
35,2  Mill.  Mark;  davon  Rohstoffe  für  0,22,  Halbfabrikate  für  2,52,  Fertigwaren
für  32,42  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  über  Bangkok  im  Jahre  1911/12  betrug
2,4  Mill.  Mark;  davon  Rohstoffe  für  0,85,  Fertigwaren  für  1,58  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England  .  .
Singapore  .  .
Hongkong.  .
Britisch-Jndien
China  .  .  .
Deutschland  .
Niederlande  .

13,90  Mill.  Mk.
4,o8  „
3,34  „
3,29  „
1,82  „
1,38  „
1,33  &amp;gt;

Japan
Schweiz
Italien
Belgien
Frankreich  .  .  .  .
Österreich-Ungarn
Andere  Länder  .  .

1,17  Mill.  Mk.
o,47  „
0,34  „
0,33  „
0,30  „
0,11  „
0,56  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Der  Anbau  der  Baumwolle  wird  in  den  letzten  Jahren
wieder  stärker  gepflegt  und  die  Ernte  des  Jahres  1913  wird  auf  1000  t  geschätzt.
Es  ist  anzunehmen,  daß  es  sich  bei  dieser  Schätzung  um  unentkernte  Baumwolle ­
  handelt  und  wäre  dann  die  Ernte  an  loser  Baumwolle  mit  350  t  einzusetzen. ­
  Die  Baumwolle  wird  zum  größten  Teil  nach  China  ausgeführt.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  ist  auf  ähnlicher  Grundlage  wie  in  China
entwickelt,  doch  liegen  statistische  Angaben  über  die  Bedeutung  dieser  nicht
vor.  Die  Ausfuhr  an  Rohseide  im  Jahre  1911/12  betrug  60  t,  und  nachdem,  auch
im  Inlande  ziemlich  viel  verarbeitet  wird,  kann  die  Erntemenge  auf  ungefähr
150  t  geschätzt  werden.

Produktion  der  Textilindustrie.
Eine  eigentliche  Produktion  der  Textilindustrie  ist  nicht  vorhanden;  die
Hausindustrie  ist  aber  sehr  entwickelt  und  Baumwoll-  und  Seidengewebe  werden
in  großen  Mengen  hergestellt.
Der  Produktionswert  kann  unter  Berücksichtigung  der  Einfuhr  an  Garnen
mit  mindestens  12  Mill.  Mark  angenommen  werden.
        <pb n="658" />
        Produktion.  Ein-  und  Ausfuhr.

649

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911/12.

Einfuhr.
Baumwollwaren.
Rohe  Baumwolle  491  R  o,o2  Mili.  Mk.
Gebleichte  Garne  H  1,21
Türkischrote  Garne  „  0,44
Gefärbte  Garne  „  0,87
Grey  Shirtings  F  2,41
Gebleichte  Schirtings  „  3,82
Farbige  Gewebe  „  3,92
Bedruckte  Gewebe  1,02
Sarongs  (mit  Kanten  gewebte  Baumwollstoffe)  „  0,81
Sledangs  (Schärpen)  .  „  1,16
Andere  Baumwollwaren  nicht  näher  bezeichnet  3,42

19,10  Mili.  Mk.

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Baumwollwaren  sind:

England  mit  .  10,06  Mili.  Mk.
Singapore  „  .  4,20  „  „

Niederlande  mit  1,18  Mili.  Mk.
Indien  „  0,87  „  „

Deutschland  mit  0,83  Mili.  Mk.
Schweiz  „  0,47  „  „

Wollwaren.
Wollgewebe  .  .  .
Andere  Wollwaren

0,59  Mili.  Mk.
0,17  „  „
0,76  Mili.  Mk.

Leinen-  und  Jutewaren.
Leinengewebe  .
Jutesäcke  .  .  .

F  0,13  Mili-Mk.
»  1,87  „  „
2,00  Mili.  Mk.

Seidenwaren.
Rohseide  121  R  0,20  Mili.  Mk.
Seidengewebe  F  4,91
Halbseidengewebe  n  0,28
Seidenschale  „  0,13  „
Seidenwaren  nicht  näher  bezeichnet  „  0,3s  „

5,87  Mili.  Mk.

Deutschland  mit  0,15  Mili.  Mk.
Frankreich  „  0,10  „

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Seidenwaren  sind:
Hongkong  mit  .  2,92  Mili.  Mk.  i  Japan  mit  .  .  0,32  Mili.  Mk.
China  „  .  1,36  „  „  j  Indochina  „  .  .  0,23  „  „
England  „  .  0,40  „  „
Konfektions-  und  Hutwaren.
Bekleidungsgegenstände  1,21  Mili.  Mk.
Unterkleider  „Palais“  (farbig  bedruckte,  appretierte  Bekleidungsstücke)  .  0,83  „  „
Unterkleider  „Papoons“  (farbig  gewebte  Kleidungsstücke)  4,07  „  „
Unterkleider  „Patas“  (in  Karo  und  Kreuz  bedruckt)  0,11  „  „
Baumwollene  Unterjacken  0,38  „  „
Hüte  und  Mützen  0,83  „  „

7,43  Mili.  Mk.

Bekleidungsgegenstände  liefern  hauptsächlich:

England  0,3  t  Mili.  Mk.
China  0,25  „  „
„Palais“  liefern:
Indien  0,75  Mili.  Mk.

Deutschland
Japan  .  .  .

0,17  Mili.  Mk.
0,17  „  „

Schweiz  0,07  Mili;  Mk.
        <pb n="659" />
        650

Siam.  Philippinen.

„Papoons“  liefern:
England  .  .  .  3,24  Mill.  Mk.
Indien  ....  0,25  „  „
Niederlande  .  .  0,13  „  „

Belgien.  .  .  .  0,12  Mill.  Mk.
Italien  ....  0,08  „  „

Schweiz  ....  0,08  Mill.  Mk.
Deutschland  .  .  0,06  „  „

„Patas“  liefern:
England  0,09  Mill.  Mk.

„Unterjacken“  liefern:
Japan  0,19  Mill.  Mk.  j  Singapore  0,09  Mill.  Mk.
„Hüte  und  Mützen“  liefern:

England  .  .  .  0,21  Mill.  Mk.
Japan  0,20  „  „

Singapore  .  .  .  o,  13  Mill.  Mk.
Italien  ....  0,12  „  „

Deutschland  .  .  0,04  Mill.  Mk.

Ausfuhr.

Baumwolle,  entkernt  und  unentkernt  6531  R  0,27  Mill.  Mk.
Rohseide  601  „  0,58  „  „
Seidengewebe  F  1,58  „  „
2,43  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  1911/12  an  Fertigwaren  betrug  32,4  Mill.  Mk.
Produktion  für  das  Inland  12,0  „  „
44,4  Mill.  Mk.

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  44,4  Mill.  Mk.  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  27  Proz.  zu  73  Proz.
Siam  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  8,2  Millionen.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
5,41  Mk.  mit  Jutewaren
S,  18  „  ohne  „

Philippinen.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1910/11  betrug  50,3  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,55,  Halbfabrikate  für  4,4  und  Fertigwaren  für  45,3  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  Rohstoffe  und  Fabrikate  der
Hanfindustrie,  die  jedoch,  wie  auf  S.  24  erwähnt,  der  Textilindustrie  nicht  zuzuzählen ­
  sind.
Die  Einzelheiten  sind  aus  nachfolgenden  Aufstellungen  zu  ersehen.
Produktion  der  Textilindustrie.
Eine  Produktion  der  Textilindustrie  ist  nur  so  weit  vorhanden,  als  den
eingeführten  RohstofEen  und  Plalbfabrikaten  nach  ungefähr  2000  t  Baumwolle
verarbeitet  werden.  Dies  ergibt  einen  ungefähren  Produktionswert  von  10  Mill.  Mark.
        <pb n="660" />
        Produktion.  Ein-  und  Ausfuhr.

651

Es  kann  angenommen  werden,  daß  der  größte  Teil  der  Garne  in  der  inländischen
Klein-  und  Hausindustrie  für  Webstoffe  und  sonstige  Artikel  benutzt  wird.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.
Zur  Ausfuhr  gelangen  nur  feinere  Handstickereien,  auf  deren  Herstellung
in  den  letzten  Jahren  großes  Gewicht  gelegt  wird  und  die  nach  Amerika
geliefert  werden.  Die  Ausfuhr  dieser  betrug  1914  ungefähr  1,3  Mill.  Mark  und
1915  ungefähr  2,9  Mill.  Mark.
Ein  besonders  wichtiger  Ausfuhrartikel  der  Philippinen  ist  Manilahanf,
der  im  Inlande  in  großen  Mengen  gewonnen  und  von  dem  jährlich  für  ungefähr
70  Mill.  Mark  ausgeführt  wird.  Ebenso  wird  geknüpfter  Hanf  in  den  letzten
Jahren  in  steigenden  Mengen  ausgeführt.  Dieser  wird  vornehmlich  zur  Anfertigung ­
  von  Damenhüten  benutzt,  da  er  sich  zu  einem  äußerst  feinen  Geflecht
verarbeiten  läßt.  Hauptsächlich  Frankreich  und  Italien  sind  Abnehmer  des
geknüpften  Hanfs,  von  welchem  im  Jahre  1914  für  ungefähr  4,5  Mill.  Mark  ausgeführt ­
  wurden.

Einfuhr  von  BaumwoIIwaren  1910/11.

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Spanien

Verein.
Staaten

Japan

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle  u.  Abfälle  454  t  R

0,51

—

47

5

414

41

Baumwollgarne,  roh:  .  .  .

65  t  H

0,12

—

1

—

—

113

„  gebleicht  .

810  t  „

1,43

1

285

.  —

—

852

„  merceris.  .

156  t  „

0,60

34

—

—

—

240

„  gefärbt.  .

535  t  „

1,29

7

761

22

—

82

Nähgarne  .......

.  .  .  F

1,63

34

866

11

678

IO

Gewebe,  roh

1,04

3

131

—

731

5

„  gebleicht  ....

9,92

19

5  133

20

4  010

409

„  gefärbt  ....

10,84

70

3008

193

5  388

911

„  bedruckt  ....

7,78

32

3  082

35

4  540

•  20

Taschentücher

0,78

4

650

7

99

3

Baumwollene  Decken  .  .

0,22

112

8

1

71

2

Handtücher

0,26

3

13

13

55

169

Tülle,  Spitzen,  bestickte  Gewebe  „

0,54

19

163

—

11

3

Wirkwaren  .

4,14

1294

29

1590

417

7l6

Plüsch  und  Velvet  .  .  .

o;o7

2

6O

—

—

—

Sonstige  Manufakturwaren

•  ■  ■  „

0,50

30

42

6

342

44

41,67

1664

14  279

1  903

16756

3  620

Einfuhr  von  Wollwaren  1910/11.

Rohe  Wolle

10t  R

0,03

15

16

—

—

Wollgarne

5t  H

0,02

22

—-—



—

—

Wollgewebe

.  .  F

0,69

67

410

13

30

12

Flanelle  und  Decken  .  .

0,09

3

40

2

34

2

Sonstige  Manufakturwaren

•  •  „

0,23  1

59

47

1

94

2

1,06  |

166

513

16

158

16
        <pb n="661" />
        652

Philippinen.

Einfuhr  von  Seidenwaren  1910/11.

Mül.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Spanien

Verein.
Staaten

Japan

In  1000  Mark

Seiden-  und  Florettgarne  .  .

.  H

0,78

3

2

—

22

1

Gewebe

.  F

0,57

16

17

2

26

152

Bänder

0,27

56

1

9

77

1

Plüsch  und  Samt

o,3l

136

167

—

1

—

Tüll

0,08

5

2

—

—

—

Sonstige  Manufakturwaren  .

•  »

o,45

48

3

23

23

292

2,46

264

192

34

149

446

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jufewaren  und  ähnlichen  vegetabilischen  Fasern  1910/11.

Rohe  Fasern

.  .  R

0,01

—

—

—

—

—

Garne

76t  H

0,12

57

14

3

25

—

Leinengewebe

.  .  F

0,66

17

377

70

45

—

Sonstige  Gewebe  (Jute)  .

•  *  »

0,25

—

—

—

2

—

Säcke

0,13

—

1

—

1

—

Sonstige  Manufakturwaren

•  •  „

0,39

5

42

7

228

—

1,56

79

434

80

301

—

Einfuhr  von  Konfektionswaren  1910/11.

Baumwollene  Bekleidung

0,64

27

48

13

419

28

Wollene  Bekleidung

0,29

17

72

2

192

4

Seidene  Bekleidung

0,73

15

23

23

128

225

Kragen,  Manschetten,  Hemden  .  .

0,28

31

6

2

215

17

Gummierte  Kleider

0,13

4

36

—

86

1

Posamente,  Schnüre,  Borten  usw.  .

0,94

260

428

4

127

9

Kappen  und  Hüte,  außer  Strohhüten

0,50

31

41

16

159

22

3,51

385

654

60

1326

306
        <pb n="662" />
        Ein-  und  Ausfuhr.  Inlandsverbrauch.

653

Die  Ausfuhr  an  Hanfwaren  1910/11  betrug:

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Deutschland ­


England

Spanien

Verein.
Staaten

Japan

In  1000  Mark

Manilahanf  163033  t

R

67,79

941

28  397

81

31123

1  266

Hanf  und  Abfälle  .  .  843  t

0,15

—

—

—

154

—

Sonstige  ähnliche  Fasern  .  .  .

„

0,16

—

28

—

51

—

Gewebe  u.  sonstige  Manufakturwaren ­
  aus  vegetabil.  Fasern
(zum  größt.  Teil  wahrscheinl.
geknüpfter  Hanf)

F

2,78

71

120

307

53

70,88

1  012

28545

81

31635

1  319

Die  Herkunftsländer  für  Fertigwaren  sind:

Vereinigte  Staaten  .  .  .

.  .  .  18,23

England

.  ■  .  14,95

Japan

Deutschland

Spanien

China

Schweiz

•  •  •  1,23

Frankreich  .  .  .  ,
Britisch-Indien  .
Italien
Belgien  ....
Niederlande  .  .
Os  terre  ich-Ungarn
Andere  Länder  .  .

0,76  Mill.  Mk.
0,58  „  „
0,55  „  „
0,28  „
o,io  „  „
0,04  „
0,02  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1910/11  an  Fertigwaren  betrug  45,3  Mill.  Mk.
Produktionswert  der  Baumwollindustrie  10,0  „  „
55,3  Mill.  Mk.

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  55,3  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  18,1  Proz.  zu  81,9  Proz.
Die  Philippinen  hatten  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  8460000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

6,53  Mk.  mit  Jutewaren.
6,49  „  ohne  „
        <pb n="663" />
        654

Straits  Settlements.

Straits  Settlements.
Die  Straits  Settlements  haben  eine  verhältnismäßig  große  Ein-  und  Ausfuhr
an  Textilwaren,  weil  besonders  ihre  bedeutenden  Handelsplätze  Singapore  und
Malakka  starken  Zwischenhandel  von  und  nach  Britisch-Indien,  China,  Niederländisch-Indien,
  den  Malaiischen  Staaten  und  Siam  treiben.
Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.
Die  hauptsächlichsten  Einfuhrartikel  sind  Baumwollstoffe,  ungefärbt
und  gefärbt,  wie  auch  bedruckt.  Nächst  diesen  kommen  die  Sarongs,  Slendangs
und  Kains,  die  hauptsächlich  von  Britisch-Indien  und  England  geliefert  werden.
Auch  in  Seiden-  und  Wollgeweben,  sowie  in  Kleidern  und  Strumpfwaren ­
  ist  die  Einfuhr  recht  bedeutend.
Die  genaueren  Ein-  und  Ausfuhrwerte  sind  aus  der  nachstehenden  Aufstellung ­
  zu  ersehen.  Außerdem  ist  noch  die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Jutesäcken,
deren  Einfuhr  1911  sich  auf  5,2  Milk  Mark  belief,  zu  erwähnen.

Einiuhr.

.  •  ,  -  '"3"

Mill.
Mark

Wichtigste  Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Italien

Brit.-Indien


Japan

China  und
Hongkong

In  1000  Mark

Baumwolle,  roh

R

1,76

Baumwollgarne,  roll  und  gebleicht

H

2,65

—

390

’  —

2  236

—

—

„  gefärbt

„

1,55

—

1  063

.  —

80

—

—

Nähgarne

F

1,72

—

1  498

—

—

—

—

Baumwollgewebe,  glatt

20,98

37

18855

—

366

356

448

„  gefärbt  ....

12,32

353

7  346

879

459

188'

1  8l6

„  bedruckt....

5,53

—

5  015

81

—

56

91

Baumwollene  Taschentücher  .  .  .

»

0,52

—

452

—

—

—

—

„  Decken

o,34

122

48

—

—

—

—

„  Sarongs,  Sledangs

und  Kains

„

14,22

—

1  521

244

6883

—

602

Wollwaren  und  Decken  .  .  ..  •  •

„

2,86

636

1  394

112

—

--491



Seide,  roh

R

0,98

-

—

—

—

—

193

Seidengarne

H

0,55

—

406

—

—

—

79

Seidengewebe

F

8,73

75

74

46

52

1  354

5  968

Leinen-Segeltuch

„

0,45

—

400

—

—

—

—

Kleider,  Putzwaren,  Posamente  und

Strumpfwaren

»

10,27

3487

3  729

206

255

1  013

720

Hüte  und  Mützen

1,31

31

680

229

72

148

51

86,74

4741

42  871

1797

10403

3  115

10  459
        <pb n="664" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

655

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Wichtigste  Absatzländer

Japan

Siam

Niederländ.-



Brit-Indien


Malaiische
Staaten

Andere
Britische
Besitzungen

In

1000  Mark

Baumwolle,  roh

R

2,06

1914

26

35

—

54

30

Baumwollgarne,  roh  und  gebleicht

H

1,74

—

730

933

—

40

19

Baumwollgarne,  gefärbt

„

1,30

—

854

22S

—

52

—

Nähgarne

F

0,27

—

60

108

—

62

32

Baunvwollgewebe,  glatt

»

9,42

—

5  250

2412

91

788

640

„  gefärbt

„

7,45

—

543

1  925

158

4042

460

„  bedruckt  .  .  .  .

„

3,57

—

253

1  561

33

830

641

Baumwollene  Sarongs  usw

5,30

—

598

2  885

—

579

142

Wollwaren  und  Decken

„

0,57

—

153

103

—

261

43

Seide,  roh

R

0,97

—

—

160

778

—

24

Seidengewebe

F

1,22

—

236

433

71

426

26

Kleider-,  Putz-  und  Strumpfwaren

3,39

■  —

341

1  600

144

763

326

Hüte  und  Mützen

»

0,76

—

149

167

—

271

144

38,02

1  914

9  193

12  547

1  275

8  168

2  527

Herkunfts-  und  Absatzländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1911.
Die  Herkunftsländer  waren:

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

—

1,86

41,01

Britisch-Indien

—

2,32

8,09

Hongkong

0,19

0,03

6,79

Deutschland

—

—

4,74

China

—

0,05

3,39

Japan

—

—

3,11

Niederländische  Besitzungen

1,70

—

3,10

Italien

—

—

1,80

Siam

—

—

1,60

Niederlande

—

—

1,43

Indochina

—

1,23

Belgien

—

0,04

0,85

Österreich  -  Ungarn

—

0,11

0,71

Frankreich  und  französische  Besitzungen  .  .

0,78

0,04

0,17

Malaiische  Halbinsel

—

—

0,17

Andere  Länder

0,08

0,28

1,06

2,75

4,73

79,25
        <pb n="665" />
        21,19  Mill.  Mk.

1,67  Mill.  Mk.

656

Straits  Settlements.  Aden.

Die  Absatzländer  waren:

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

Niederländische  Besitzungen

0,20

1,16

11,19

Malaiische  Halbinsel

0,0s

0,09

8,02

Siam

0,02

1,58

7,58

Britisch-Indicn

0,78

—

1,48

Borneo

—

—

1,34

Philippinen

—

0,16

0,77

Sarawak

—

—

0,56

Hongkong

—

—

0,29

Britische  Besitzungen

0,05

0,02

0,27

Französische  Besitzungen

—

—

0,14

China

—

—

0,12

Japan

L91

—

—

Andere  Länder

—

0,04

0,20

3,01

3,05

31,96

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Der  Wert  der  im  Inlande  verbliebenen  Textil-Fertigwaren  im  Jahre  1911
betrug  47,30  Mill.  Mark.
Die  Straits  Settlements  hatten  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr ­
  722  075.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
65,51  Mk.

Aden.
Aden  ist  ein  wichtiger  Einfuhrplatz  für  Arabien  und  gleichzeitig  der  Durchgangshafen ­
  für  die  Einfuhr  nach  Ostafrika  und  Abessinien.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912/13  betrug  22,9  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,13,  Halbfabrikate  für  2,03,  Fertigwaren  für  20,74  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912/13  betrug  19,5  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,21,  Halbfabrikate  für  1,56,  Fertigwaren  für  17,73  Mill.  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912/13.
Einfuhr.

Baum  wollwaren.
Rohbaumwolle  und  Abfälle  R

0,13  Mill.  Mk.

Rohgarne  H

1,54  „  „

Gefärbte  Garne  „

0,49  „  „

Gewebe,  roh

1344  ,,  „

„  gebleicht

1,77  „  „

„  gefärbt  und  bedruckt

3,6l  „  „

Sonstige  Baumwollwaren.  .  .

0,51  ,,  n

Sonstige  Textilwaren.
Decken,  Teppiche  und  sonstige
Wollwaren  0,24  Mill.  Mk.
Seidengewebe  und  sonstige
Seidenwaren  0,78  „  „
Jute  und  Jutesäcke  ......  0,31  „  „
Segeltuch  und  Leinenwaren  .  .  0,03  „  „
Kleider  und  Hüte  0,31  „  „
        <pb n="666" />
        Aden.

Ceylon^  ;

657

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

42

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

Vereinigte  Staaten  von  Amerika  8,90  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  5,75  „  „
England  2,49  „  „
Belgien  0,89  „  „

Österreich-Ungarn  0,60  Milk  Mk.
Italien.  0,36  „  „
Deutschland  0,05  „  „
Andere  Länder  1,70  „  „

Ausfuhr.
Ausgeführt  wurden  genau  die  gleichen  Artikel,  wie  in  der  Einfuhr  angegeben.
Die.  Absatzländer  der  Fertigwaren  sind:

Ostafrika  (Dschibuti,  Obok)  .  .  4,93  Milk  Mk.
Arabien  (Mokka)  2,22  „  „
Hodeida  1,65  „  „
Handel  nach  Arabien  über  die
Landesgrenze  1,47  „  „
Britisch-Somaliland  1,17  „  „
Massaua  für  Abessinien  ....  1,11  „  „

Italienisch-Somaliland  1,03  Mill.  Mk.
Zanzibar  0,60
Gaizan  0,52  „
Arabischer  Golf  0,42  „
Perim  .  0,32  „
Britisch-Indien  0,19
Andere  Länder  2,10  „  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912/13  an  Fertigwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  3,1  Mill.  Mark.
Aden  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  46  165,
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:'
67,15  Mark.

Ceylon.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  22,79  Mill.  Mark;
davon  für:

Baumwollgewebe  14,22  Milk  Mk.
Woll-,  Seiden-,  Leinen-  und
gemischte  Gewebe  ....  3,22  „  „
Fertige  Kleider  .......  1,47  „  „

Putzartikel  und  Posamente  .  .  2,46  Mill.  Mk.
Hüte  und  Mützen  0,33  „  „
Baumwollgarne  und  Zwirne  .  .  0,76  „  „
Rohe  Baumwolle....  3431  0,33  „  „

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England  13,36  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  4,40  „  „
Deutschland  1,39  „  „
Niederlande  0,92  „
Japan  0,70  „

Belgien  0,34  Mill.  Mk.
Vereinigte  Staaten  ......  0,20  „
Schweiz  0,18  „  „
Frankreich  0,10  „
Andere  Länder  0,86  „  „

Die  Ausfuhr  an  Baumwolle  und  Kapok  betrug  154t  im  Werte  von
0,13  Mill.  Mark.
        <pb n="667" />
        658

Ceylon.  Cypern.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  an  Fertigwaren  betrug  22,46  Mill.  Mark.
Ceylon  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  4105535.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
5,47  Mark.
Es  werden  auch  in  Ceylon  Anstrengungen  gemacht,  um  die  Baumwollkultur
heimisch  zu  machen,  da  durch  mehrjährige  Versuche  bewiesen  wurde,  daß  ägyptische ­
  und  Sea-Island-Baumwolle  in  den  östlichen  und  nördlichen  Provinzen  mit
Erfolg  angebaut  werden  kann.  Bis  jetzt  liegen  jedoch  keine  in  Betracht  kommende ­
  Erfolge  vor.

Cypern.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  3,07  Mill.  Mark;
davon  für:
Baumwollwaren  2,00  Mill.  Mk.  j  Putzwaren  und  Posamente  .  .  0,27  Mill.  Mk.
Woll-  und  Seidenwaren.  .  .  .  0,63  „  „  j  Jutesäcke  0,17  „  „

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England
Italien
Österreich-Ungarn
Türkei

1,46  Mill.  Mk.
0,58  „
0,30  „
0,17  „

Deutschland  .  .
Ägypten  .  .  .
Andere  Länder

0,15  Mill.  Mk.
0,10  „
0,31  „  „

Die  Ausfuhr  an  Rohstoffen  betrug:

Rohe  Baumwolle  3561  im  Werte  von  0,46  Mill.  Mark
„  Wolle  .  .  281t  „  „  „  0,27  „  „
Kokons  761  „  Rohseidenwert  von  ....  o,57  „  „
1,30  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  3,07  Mill.  Mark.
Cypern  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  274108.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
11,24  Mk.  mit  Jutewaren
10,62  „  ohne  „
Nach  einem  Berichte  des  Konsulats  in  Larnaca  vom  Jahre  1912  ist  die
Baumwollkultur  Cypems  in  Zunahme  begriffen.  Es  gelangten  in  diesem  Jahre
etwa  5000  Ballen  —  gegenüber  früher  jährlich  nur  2000  —  zur  Ausfuhr,  den
Ballen  zu  200  kg  gerechnet.  Die  Ware  geht  nach  Marseille,  Triest  und
dem  Piräeus.
        <pb n="668" />
        Malaiische  Staaten.  Britisch-Nordborneo.

659

Malaiische  Staaten.
A.  Bundesstaat.
(Perak,  Selangor,  Negri,  Sembilan  und  Pahang.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  9,69  Mill.  Mark;  davon  für:
Baumwollwaren  5,83  Mill.  Mk.  Kleider,  Strümpfe  u.  Putzwaren  2,74  Mill.  Mk.
Woll-  und  Seidenwaren....  0,72  „  „  Hüte  und  Mützen  0,40  „
Die  Herkunftsländer  sind  nicht  angegeben.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  9,69  Mill.  Mark.
Der  malaiische  Bundesstaat  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr ­
  1  037  OOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
9,34  Mark.

B.  Protektorat.
(Kedah,  Perlis,  Kelantan,  Trengganu.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  1,19  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  sind  nicht  angegeben.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,19  Mill.  Mark.
Die  malaiischen  Staaten  Protektorat  hatten  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von
ungefähr  720  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
1,65  Mark.

Britisch-Nordborneo.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  1,37  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  sind  nicht  angegeben.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,37  Mill.  Mark.
Britisch-Nordborneo  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  208000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
6,58  Mark.

42
        <pb n="669" />
        660

Sarawak.  ■  Französisch-Indochina.

Sarawak.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  1,83  Mill.  Mark;  davon  für:
Baurawollgewebe  1,36  Mill.  Mk.  |  Kleider  0,44  Mill.  Mk.
Die  Herkunftsländer  sind  nicht  angegeben.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,83  Mill.  Mark.
Sarawak  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  500  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
3,66  Mark.

Französisch-Indo  china.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrüg  44,1  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  2,38,  Halbfabrikate  für  6,26,  Fertigwaren  für  35,49  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  5,9  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  3,30,  Halbfabrikate  für  1,99,  Fertigwaren  für  0,62  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  waren:
Für  Rohstoffe:

Hongkong
Britisch-Indien  .  .  .
Frankreich
Andere  Länder  .  .  .
Für  Halbfabrikate:
Hongkong
Frankreich
Französische  Kolonien
China
Straits  Settlements
Andere  Länder  .  .  .
Für  Fertigwaren:
Frankreich
Französische  Kolonien
Hongkong  .  .  .  .  .
China  »
Straits  Settlements
Britisch-Indien  .  .  .
England
Deutschland  ....
Japan
Andere  Länder  .  .  .

2,19

Mill.

Mark

0,08

„

„

0,0s

„

„

0,06

"

»

3.72

Mill.

Mark

0,86

„

„

0,75

„

„

0,80

„

„

o,n

„

„

0,02

»

”

0°

Mill.

Mark

2,18

„

„

6,03

„

»

3,12

n

.

2,80

»

„

1,42

*

„

0,68

„

0,14

„

0,13

0,22

„
        <pb n="670" />
        Französisch  -  Indochina.  Produktion.

661

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Diese  wird  in  Indochina  bereits  in  ziemlichen  Mengen
gewonnen,  besonders  in  den  letzten  Jahren  war  die  Entwickelung  eine  sehr
günstige.  Während  im  Jahre  1910/H  der  Ernteertrag  3400  t  und  im  Jahre
1911/12  7700  t  betrug,  stieg  dieser  im  Jahre  1914/15  bereits  auf  23300  t.  Die
Qualität  der  Baumwolle  ist  ähnlich  der  chinesischen.
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  ist  erst  in  der  Entwickelung  begriffen.
Die  jährliche  Ausbeute  kann  mit  100  bis  150  t  an  Grege  angenommen  werden,
von  welchen  etwa  ä / 3  zur  Verarbeitung  im  Inlande  verbleiben.
Produktion  der  Textilindustrie.
Auch  in  bezug  auf  die  Produktion  finden  wir  die  gleichen  Verhältnisse
wie  in  China;  die  Haus-  und  Kleinindustrie  zur  Herstellung  von  Baumwoll-  und
Seidengeweben  ist  sehr  stark  verbreitet.  Ebenso  zeigt  sich  auch  hier  das
Bestreben,  diese  auf  die  Fabrikindustrie  überzuleiten,  jedoch  mit  dem  Unterschiede, ­
  daß  durch  die  Unterstützung  von  französischer  Seite  die  Entwickelung
viel  schneller  als  in  China  vor  sich  geht.
Es  sind  im  Lande  bereits  fünf  große  Spinnereien  und  Webereien  mit
700  000  Spindeln  und  500  Webstühlen  tätig,  außerdem  wurden  im  Jahre  1913/14
neue  Fabrikfärbereien  errichtet,  um  die  dort  gangbaren  Baumwollartikel  herzustellen. ­

Auch  die  Seidenweberei,  die  allerdings  mehr  als  Hausindustrie  arbeitet,
entwickelt  sich  immer  mehr,  so  daß  sie  bereits  einzelne  Gewebearten  zur  Ausfuhr ­
  bringen  konnte.

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Französisch-Indochinas
im  Jahre  1911.

Im  Inlande  gewonnene  lose  Baumwolle  7  700  t
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  loser  Baumwolle  1211t
8911t
ab  15  Proz.  Spinnverlust  1  336  t  7  575  1
Einfuhr,  abzügl.  Ausfuhr,  an  Halbfabrikaten  2  9041
Es  verblieben  für  den  Inlandsverbrauch  10479t

Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4  500  Mark  berechnet
Die  Produktion  der  Seidenindustrie  kann  angenommen  werden  mit
„  „  „  Leinen-  und  Juteindustrie  (von  -welcher  der  größte  Teil  auf
Leinenwaren  entfällt)  mit
Die  ausgefiihrten  Baumwollgarne  und  Seidenwaren  erhöhen  den  Produktionswert
auf

47,2  Mill.  Mk.
2,7  „

4,0  „
53,9  Mill.  Mk.
56,2  Mill.  Mk.
        <pb n="671" />
        662

Französisch-  Indochina.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Baumwollwaren.

Einfuhr.

Lose  Baumwolle  3  4261  R
Garne  roh  2  6211  H
„  gebleicht,  gefärbt,  bedruckt  .  164  t  „
Baumwollzwirne  F
Gewebe  roh  1  3611  „

„  gebleicht
„  gefärbt  und  buntgewebt
„  bedruckt
Sonstige  Gewebe
Decken
Tüll,  Spitzen,  Stickereien  .  .  .  .
Wirkwaren

2,19  Mill.  Mk.
4,26  „
0,45  „  „
0,29  „
2,99  -  -
5,72  „
8,11  „  „
0,60  „  „
0,09  „  „
0,40  „  „
0,17  „
0,79  „

26,06  Mill.  Mk.
Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Baumwollwaren  sind:

Frankreich  mit  16,1  Mill.  Mk.  Hongkong  mit  5,6  Mill.  Mk.
Französische  Kolonien  „  2,9  „  „  England  0,6  „  „

Wollwaren.
Wollgewebe  für  Kleider,  Möbel  usw,
Decken
Wirkwaren
Sonstige  Wollartikel

Seidenwaren.
Garne  6  t
Gewebe  und  Foulards  chines.  Herkunft
Sonstige  Seidengewebe
Bänder
Stickereien,  Spitzen  und  ähnliche  Artikel

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Seidenwaren  sind:

Hongkong
China  .  .

mit  4,5  Mill.  Mk.
„  3l°  „  „

Frankreich

F  o,43  Mill.  Mk.
„  0,33  „  „
„  0,15  „  „
„  0,01  „
0,92  Mill.  Mk.

R  0,24  Mill.  Mk.
F  6,65  „  „
„  0,65  „
„  0,07  „
„  0,43  „  „
8,04  Mill.  Mk.

mit  0,5  Mill.  Mk.

Leinenwaren,  auch  Hanf  und  Ramie.
Leinengarne,  auch  Zwirne
Gewebe
Damaste

H  1,39  Mill.  Mk.
F  0,30  „
„  0,02  „
1,71  Mill.  Mk.

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Leinen-,  Hanf-  und  Ramiewaren  sind:

China  mit  o,7  Mill.  Mk.
Hongkong  „0,5  „  „

Frankreich

mit  0,5  Mill.  Mk.
        <pb n="672" />
        Ein-  und  Ausfuhr.  Inlandsverbrauch.

663

Jutewaren.

Rohjute  311  R  0,01  Mill.  Mk.
Jutegarne  137  t  H  0,13
Gewebe  F  0,02

Jutesäcke,  neu  .  .  .
Jutesäcke,  gebraucht

4,32
0,46

4,94  Mill.  Mk,

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Jutewaren  sind:

Straits  Settlements
Britisch-Indien  .  .

mit  2,6  Mill.  Mk.
„  1,3  ,,

Hongkong  mit  0,9  Mill.  Mk.
China  „0,1  „  „

Konfektions-,  Hut-  und  Posamentierwaren.
Kleider  und  Wäsche  F  1,69  Mill.  Mk.
Hüte  und  Mützen  „  0,26  „  „
Konfektionierte  Gegenstände,  Posamentierwaren,  Bänder  „  0,51  „
2,46  Mill.  Mk.

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Konfektions-,  Hut-  und  Posamentierwaren  sind

Frankreich  mit  1,8  Mill.  Mk.

Japan  .

.  mit  0,1

Mill.  Mk.

Hongkong  „  0,4  „

”

Ausfuhr.

Lose  Baumwolle

.  16811

R

b
00

Mill.  Mk.

„  „  unentkernt  .  .  .

.  1602t

„

0,35

„  „

Baumwollgarne,  roh

.  1  2421

H

1,99

»  *

Rohseide,  Grege

102  t

R

1,62

„  „

Seidenabfälle

90t

„

0,25

„  „

Seidengewebe  „Annamite“  .  .  .

0,14

„  „

Handstickereien

0,21

„  „

Sonstige  Textilwaren

•  „

0,27

»

5,91  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Fertigwaren  betrug  35,5  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  53,9  „  „
89,4  Mill.  Mk.

(Von  diesen  entfallen  ungefähr  5  Mill.  Mark  auf  Jutewaren.)
Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  89,4  Mill.  Mk.  wird  gedeckt:
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  60,3  Proz.  zu  39,7  Proz.
Französisch-Indochina  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  16990000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
5,27  Mark  mit  Jutewaren
4,97  „  ohne  „
        <pb n="673" />
        664

Französisch-  Indien.

Französisch  -  Indien.
(Pondichery,  Karikal,  Mähe,  Yanaon,  Chandernagor.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  2,94  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  2,33,  Fertigwaren  für  0,6l  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  8,65  Mill.  Mark;
davon  Halbfabrikate  für  2,96,  Fertigwaren  für  5,69  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  waren:

Für  Rohstoffe  und  Fertigwaren:
Britisch-Indien  und  sonstige  englische  Kolonien  2,73  Mill.  Mk.
Frankreich  .  .  .  .  0,10  „  „
Andere  Länder  0,11  „  „

Die  Absatzländer'  waren:

Für  Halbfabrikate:
Französische  Kolonien  ....  1,90  Mill.  Mk.
Englische  Kolonien  0,99  „  „
China  0,01  „  „

Für  Fertigwaren:
Frankreich  .
Französische  Kolonien  .  .  .  .
Englische  Kolonien
Ceylon
Andere  Länder

2,9s  Mill.  Mk.
0,97  „
1,20  „
0,32  „
0,31  „

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Produktion  Französisch-Indiens  ist  nicht  unbedeutend.  Es  sind  in
Pondichery  fünf  größere  Baumwollfabriken  mit  73092  Spindeln  und  1622  Webstühlen ­
  vorhanden.  Hauptsächlich  werden  Gewebe  für  die  afrikanischen  Kolonien ­
  hergestellt.  Spezialartikel  Pondicherys  sind  die  mit  Indigo  sehr  tiefgefärbten
blauen  Baumwollstoffe,  die  von  der  afrikanischen  Bevölkerung  gern  getragen
werden,  weil  sie  weniger  oft  als  die  andersfarbigen  gewaschen  zu  werden
brauchen.  Außerdem  hat  noch  Chandernagor  eine  Jutefabrik,  deren  Produktion
mit  0,5  Mill.  Mark  angenommen  werden  kann.
Die  Produktion  Französisch-Indiens  einschl.  der  Jutewaren  kann  nur  annähernd ­
  auf  15,0  Mill.  Mark  geschätzt  werden.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Einfuhr.
Rohe  Baumwolle  .  1  9461
Baumwollgarne  ...  7  t
Gewebe  und  Tischzeug  .  .
Jutesacke

R  2,33  Mill.  Mk.
H  0,01  „  „  -
F  0,18  „
„  0,42  „

Ausfuhr.
Baumwollgarne  .  .  1  2381  H  2,26  Mill.  Mk.
Rohe  Gewebe  .  .  .  7621  „  0,72  „  „
Gefärbte  Gewebe  ....  F  5,67  „  „

2,94  Mill.  Mk.

8,65  Mill.  Mk.
        <pb n="674" />
        Australischer  Bund.

6(55

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.

Produktion  im  Inlande  15,00  Mill.  Mk.
Hinzu  Einfuhr  an  Fertigwaren  0,60  „  „
15,60  Müh  Mk!
Ab  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  und  Fertigwaren  .  .  ,  8,65  „  „
6,95  Mill.  Mk!

Von  der  Produktion  der  Textilindustrie  im  Werte  von  15,0  Mill.  Mark
entfallen  auf  den  Inlandsverbrauch  46,3  Proz.,  auf  die  Ausfuhr  53,7  Proz.
Der  Inlandsverbrauch  selbst  wird  gedeckt
von  der  inländischen  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  91,5  Proz.  zu  8,5  Proz.
Französisch-lndien  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  282388.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
24,65  Mk.  mit  Jutewaren
21,24  „  ohne  „

Australischer  Bund.

Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1912.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

128,7

1,2

1,8

0,9

126,0

Wolle

73,8

538,0

0,1

6,0

67,7

Seide

29,2

0,3

—

8,7

20,5

Leinen  und  Jute  .  .  .  .

37,o

0,8

4,2'

0,4

32,4

Konfektion

82,2

—

—

—

82,2

1  350,9

540,3

6,1

16,0

328,8

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1911/I2  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
314500  t  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  562  Mill.  Mk.
Australien  und  Neuseeland  sind  bekanntlich  die  stärksten  Produktionsländer ­
  von  roher  Wolle.  Über  die  dortigen  Verhältnisse  gibt  ein  nachstehend
im  Auszug  wiedergegebener  Bericht  des  deutschen  Generalkonsulats  in  Sydney  *)
genauere  Unterlagen.

B  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913,  S.  243.
        <pb n="675" />
        666

Australischer  Bund.

Die  1911er  Schur  war  die  größte,  die  Australien  bis  jetzt  gehabt  hat.
Wie  sie  sich  auf  die  einzelnen  Staaten  verteilt  und  mit  dem  Vorjahre  vergleicht, ­
  zeigt  die  nachfolgende  Zusammenstellung.

1910/11

1911/12

Reingewicht
Tonnen

Ballen
Anzahl

Reingewicht
Tonnen

Ballen
Anzahl

Neusüd  wales

151  858

1  023  750

157  409

1  036  767

Viktoria

48  209

325  000

51  8  22

365  375

Queensland

53  401

360000

52  416

349  56l

Südaustralien

22  547

152  OOO

22  190

153  079

Westaustralien

11  904

80250

12262

80765

Tasmanien

5  099

34  378

4170

35  000

Australischer  Bund

293  018

1975  378

300  269

2  020  547

Neuseeland

78  448

493  372

76  972

493  368

Australasien:

371  466

2  468  750

377  241

2  513  915

Diese  Tabelle  ist  insofern  nicht  vollständig,  als  sie  nur  die  ausgeführten
Wollen,  nicht  aber  die  Käufe  der  australischen  Industrie  einschließt,  die  für
das  Jahr  1911/12  mit  101931  Ballen  im  Gewicht  von  15293t  angegeben  werden.
Dabei  ist  zu  bemerken,  daß  letztere  Menge  die  Wollen  einschließt,  die  in
Australien  gekämmt  und  als  Zug  ausgeführt  worden  sind.
Von  der  gesamten  Wollerzeugung  kamen  im  Berichtsjahre  1926926  Ballen
oder  77  v.  H.  in  Australien  und  Neuseeland  zum  Verkauf.  Hauptverkaufsplatz
war  Sydney  mit  773991  Ballen.  Dann  folgten  Melbourne  mit  399229,  Brisbane ­
  mit  229345,  Adelaide  mit  147375,  Geelong  mit  128990  und  Fremantle
mit  1247  Ballen.  In  Tasmanien  kamen  20317  Ballen  zur  Auktion,  die  sich
auf  Hobart  und  Launceston  verteilten.  Die  Neuseeländer  haben  eine  ganze  Reihe
von  Verkaufsplätzen,  in  denen  zusammen  226432  Ballen  zugeschlagen  wurden.
Unter  den  in  Australien  verkauften  Wollen  waren  5  v.  H.  Lammwollen.
Das  Verhältnis  zwischen  Merino  und  Kreuzzuchtwollen  hat  sich  weiter
zugunsten  der  letzteren  verschoben,  indem  sie  im  Berichtsjahre  28  v.  H.  der
Gesamtausfuhr  ausmachten  gegen  nur  26  v.  H.  im  Jahre  vorher.
Wie  bereits  des  öfteren  bemerkt,  ist  diese  Entwickelung  keineswegs  nach
dem  Geschmack  der  Käufer,  die  es  von  Jahr  zu  Jahr  schwieriger  finden,  die
Aufträge  auf  feine  Wollen  zu  füllen.  Augenscheinlich  machen  aber  ihre  Klagen
bei  den  Züchtern  wenig  Eindruck.  Sie  freuen  sich  über  die  hohen  Preise,  lassen
sich  aber  trotzdem  die  Verbesserung  ihrer  Zucht  nicht  mehr  in  dem  gleichen
Maße  angelegen  sein  wie  vor  30  bis  40  Jahren.  Die  Zukunft  der  Merinowolle
hängt  deshalb  gänzlich  von  der  Erschließung  der  nördlichen  Hälfte  des  Kontinents ­
  ab.  Für  dort  sind  schwerwollige  Schafe  ungeeignet.
Die  Kondition  der  Wollen  anlangend,  ist  zu  erwähnen,  daß  93  v.  H.  der
verkauften  1926926  Ballen  Schweiß-  und  nur  7  v.  H.  gewaschene
Wollen  enthielten.
        <pb n="676" />
        Inlandsrohstoffe.

667

Die  ersten  öffentlichen  Verkäufe  des  Jahres  fanden,  wie  gewöhnlich,  in
Brisbane  statt,  das  am  24.  und  25.  Juli  1911  den  Käufern  21500  Ballen  anbieten
konnte.  Sydney  folgte  am  1.  und  2.  August  und  später  wieder  in  der  ersten
Septemberwoche.  Die  eigentliche  Verkaufssaison  nahm  aber  erst  am  21.  September ­
  gleichzeitig  in  Adelaide  und  Brisbane  ihren  Anfang.  Nach  ihrer  Beendigung, ­
  am  25.  September,  begannen  die  wöchentlichen  Auktionen  in  Sydney,
während  Melbourne  am  2.  Oktober  folgte.  Die  Auktionen  wurden  bis  zum
Dezember  fortgesetzt.
Während  der  Weihnachtsferien  verkauften,  wie  gewohnt,  Hobart  und
Launceston  im  ganzen  löOOO  Ballen.
Die  Sommerauktionen  nahmen  in  Melbourne  am  8.  Januar  1912  und  in
Sydney  eine  Woche  später  ihren  Anfang,  um  am  7.  bzw.  22“Februar  ihr  Ende
zu  erreichen.
Während  der  folgenden  Wintermonate  fanden  sich  die  Käufer  dreimal  in
Brisbane  zusammen,  Sydney  hatte  vier,  Melbourne  dagegen  nur  eine  Auktion.
Wie  die  verschiedenen  Käufer  an  den  einzelnen  Plätzen  operieren,  geht
aus  der  nachfolgenden  Aufstellung  hervor.

Sydney

Melbourne ­
  u.

Adelaide
und  Fre-Brisbane



Tas-Neu-





  H.

Geelong

mantle

manien

Seeland

asien

Ba  llen

Großbritannien  .  .
Frankreich  ....

92  828
]

197  008

62  770

30  993

9  220

136  532

529  051

28

Belgien
Niederlande.  .  .  .

&amp;gt;  3U  629

187  298

50648

103  742

4858

Deutschland  .  .  .

263  088

68  362

12018

75  508

1812

Österreich  -  Ungarn
Italien

&amp;gt;  40  939

6852

102

2  829

375

■  59000

1207  658

63

Schweiz
Rußland
Schweden  ....

1
\  10  727

7  572

299

Norwegen  ....
Vereinigte  Staaten
Kanada
Japan

1
|  10  090
)

38  100

906

3  102

1  052

12  000

65  250

3

China

&amp;gt;  20  002

1  570

—

4135

—

—

25  707

1

Indien
Austral.  Industrie  .

1
24  988

21  457

22  179

8  737

3  000

18  900

99  260

5

Insgesamt  .  .  .

774  291

528  219

148  623

229  345

20317

226432

1926  926

100

Bei  dieser  Zusammenstellung  fallen  zuerst  die  geringen  Käufe  Englands
auf.  Noch  nie  ist  es  vorgekommen,  daß  es  unter  30  v.  H.  der  angestellten
Wollen  kaufte,  während  im  Berichtsjahre  1911/12  sein  Anteil  auf  28  v.  H.
zurückgegangen  ist.  Die  Gründe  dafür  sind  einesteils  die  wachsende  Neigung
der  kontinentalen  Käufer,  ihren  Bedarf  statt  in  London  im  Produktionslande  zu
        <pb n="677" />
        G68

Australischer  Bund.

decken,  anderenteils  der  Mangel  an  Vertrauen  auf  die  Stetigkeit  des  Geschäftes
seitens  der  britischen  Käufer.
Auch  die  Franzosen  waren  zu  Anfang  der  Saison  zurückhaltend  und
gingen  eigentlich  nur  dann  ins  Zeug,  wenn  es  sich  um  besonders  feine  Wollen
handelte.  Was  sie  anfangs  versäumten,  holten  sie  indessen  in  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres  nach.
Anders  war  es  mit  den  Deutschen.  AVohl  ließen  auch  sie  sich  zeitweilig
durch  den  Kriegslärm  abschrecken,  doch  war  das  nur  von  kurzer  Dauer.  Jedenfalls ­
  haben  die  australischen  Wollproduzenten  einen  großen  Teil  der  guten  Erlöse ­
  ihnen  zu  verdanken.
Viel  Aufhebens,  das  gar  nicht  im  Verhältnis  zu  ihrem  Umfange  steht,
wird  in  Australien  stets  von  den  amerikanischen  Käufen  gemacht.  Wie  die
Tabelle  ausweist,  umfaßten  sie  während  des  Berichtsjahres  65250  Ballen  oder
3  v.  H.  der  gesamten  Verkäufe.  Allerdings  besteht  diese  Menge  nur  aus  feinen
und  feinsten  Wollen,  für  die  man,  was  für  die  anderen  Käufer  gerade  nichtangenehm
  ist,  oft  Phantasiepreise  zahlt.
Ähnlich  ist  es  mit  Japan,  das  .25707  Ballen  nahm.  Bisher  bevorzugten
seine  Käufer  gute  gewaschene  Merinowollen,  während  sie  sich  selten  für  Schweißwollen ­
  interessierten.  Im  verflossenen  Jahre  war  es  zum  ersten  Male,  daß  sich
ihre  ganze  Aufmerksamkeit  auf  beste  Merinoschweißwollen  konzentrierte.  Diese
neue  Konkurrenz  machte  es  den  kontinentalen  Käufern  noch  schwerer,  ihren
Bedarf  zu  decken,  um  so  mehr,  als  sie  auch  viel  bessere  Limite  hatte  als  die
letzteren.
Die  Käufe  der  heimischen  Industrie  sind  zum  Teil  für  die  beiden  australischen ­
  Kämmereien  bestimmt,  die  den  daraus  gewonnenen  Zug  fast  ausschließlich ­
  nach  Japan  verschiffen.  Die  Industrie  wird  seitens  der  Bundesregierung
durch  eine  Exportprämie  im  Gesamtbeträge  von  1020000  Mark  unterstützt,  von
der  sie  bis  zum  Ende  Juni  1912  für  ausgeführte  2499  t  Zug  641845  Mark  erhoben
hatte.  Mit  Hilfe  dieses  Zuschusses  sind  die  erwähnten  Kämmereien  in  letzter
Zeit  in  der  Lage  gewesen,  jeder  Konkurrenz  die  Spitze  zu  bieten.  Ob  sie  nach
Einstellung  der  Prämienzahlungen  das  Geschäft  behalten  werden,  erscheint  Kennern
der  Verhältnisse  fraglich.  Nach  ihnen  wird  die  ganze  Sache  schließlich  darauf
hinauskommen,  daß  Australien  den  Japanern  durch  Belastung  mit  1020000  Mark
für  eine  Zeitlang  billigen  Kammzug  verschafft  hat.

Produktion  der  Textilindustrie  des  Australischen  Bundes.
Bedeutend  ist  nur  die  Wollindustrie  und  die  Hutfabrikation,  die  den  größten
Teil  des  starken  inländischen  Bedarfes  deckt.  In  den  letzten  Jahren  wurden
auch  Wollwäschereien  und  Wollkämmereien  errichtet,  die  für  die  inländischen
Fabriken  arbeiten  und  außerdem  gewaschene  Wollen  sowie  Kammzug  ausführen.
        <pb n="678" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

669

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.
Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Indien

Andere
Länder

In  1000

Mark

Rohe  Baumwolle  ....  5751

R

0,64

—

29

—

239

372

Baumwollabfälle

n

1,13

—

949

—

—

12

152

Baumwollgarne

H

0,77

.  —

765

—

—

—

—

Desgl.,  mercerisieit  ......

»

0,10

—

104

—

—

—

—  1

Baum  wollgewebe,  Leinen  gewebe,

grobes  Baumwollzeug,  Moleskin

  usw  ;.  .  .  .

F

94,76

1  332

87  78l

238

2915

8

2  490

Velvet,  Samt,  Zanella,  auch  Halbwolle,

  Stickereien

„

31,49

1  128

19  364

406

—

—

597

Socken  und  Strümpfe

”

4,07

2  105

1  924

—

—

—

41

Nicht  anderweitig  genannte  Gewebe,

  außer  Wolle,  Seide  .  .

”

5,71

151

4661

—

667

—

227

Flaggenstoffe

„  |

0,03

—

33

—

—

—

—

||  128,70

4  716

115  610

644

3  S82

259

3879

Einfuhr  von  Woliwaren.

Rohe  Wolle  im  Schweiß  .  .69  t

R

0,14

_

_

141

Garne

H

6,02

280

5  649

—

—

—

91

Woll-  und  Halbwollwaren  .  .  .

F

48,74

381

48079

—

—

—

280

Teppiche  und  Teppichstoffe  .  .

„

3,56

39

3  368*

—

18

59

76

Decken,  Läufer  aller  Art....

„

3,65

51

3  156

—

—

20

423

Flanelle

„

0,36

—

349

—

—

.  —

11

Woll-u.  Halbwollgewebe,  wasserdicht ­
  gemacht

0,08

77

Wollene  und  seidene  Socken  und
Strümpfe

n

11,29

224

10  943

77

46

73,84

975

71  621

—

95

79

1  068

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren.

Flachs,  Hanf  und  Werg  7117  t  R
Jute  257  t  „
Jute-,  Hanf-  und  Flachsgarne  .  .  H
Segeltuch  und  ähnliche  stärkere
Leinengewebe  F
Jute-  und  ähnliche  Gewebe  .  .  „
Säcke  aller  Art

4,09
0,14
0,41
6,55
5,22
20,58

10
96

247
376
5  868
812
212

—

400

137
4  355
18950

3  843
24
186
53
1  418

36,99  ic6
Einfuhr  von  Seiden

7  515
waren.

400

23  442

5  524

Näh-  und  Stickgarne  aus  Seide,
auch  mit  Baumwolle  .  .  .  .  H
Seiden-  und  Halbseidengewebe  .  F

8,67
20,52

43
184

8  040
13  445

314

471

—

116
6  575

1

29,19

227

21  485

314

471

—

6691
        <pb n="679" />
        670

Australischer  Bund.

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Japan

Andere
Länder

In  1000  Mark

Kleider,  auch  in  zugeschnittenem
Zustande

48,99

3076

41  884

1  173

1  836

1  021

Kleidung  für  Militär  und  Marine  .  .

0,08

—

84

—

—

—

—

Polster,  Artikel  für  Möbel  ....

10,06

465

8  244

—

35

1093

223

Tischzeug,  Bettzeug  usw.,  Vorhänge

2,50

130

2  342

—

—

—

28

Korsette

5,39

190

3  311

—

1  210

—

679

Wasserdichte  gummierte  Gewebe  .

0,40

—

369

—

27

—

—

Filzhüte  aus  Haar

3,62

HO

2  152

—

182

—

1176

Desgl.  aus  Wolle

0,48

—

461

—

—

—

19

Mützen  und  genähte  Hüte  ....

o,33

—

322

—

—

—

10

Putzartikel  aus  Filzen  oder  Federn  .

0,92

31

767

—

81

—

45

Posamente,  Bänder,  Borden,  Tressen

9-38

443

8684

49

—

—

206

82,15

4  445

68  620

49

2  708

2  929

3  407

Ausfuhr  von  Wollwaren.

«
Artikel

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Indien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Wolle  im  Schweiß  252698  t  R

450,29

87  116

175  171

114  095

9341

308

64  262

Gewaschene  Wolle  .  .  27286  t  „

80,74

15  881

37  199

19  072

49

29

8515

Kammzug  1  3671  H

6,59

43

165

—

—

47

6  335

Wollgarne  und  Gewebe  .  .  .  .  F

o,45

—

51

—

—

—

399

538,07

103  040

212  586

133  167

9  390

384

79511

Ausfuhr  von  Baumwoll-,  Leinen-,  Jute-  und  Seidenwaren.

Rohe  Baumwolle  und  Abfälle
Baumwoll-  und  Leinengewebe
Flachs-,  Hanf-  und  sonstige  Leinengewebe
Säcke  und  Sackgewebe  aus  Jute
Garne  und  Gewebe  aus  Seide

Mill.  Mark

R

0,03

F

1,18

„

0,15

0,66

*

0,34

2,36
        <pb n="680" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

671

Uber  die  Einfuhr  von  Textilwaren  in  Australien  im  Jahre  1911/12  macht
das  k.  u.  k.  österreichisch-ungarische  Generalkonsulat  in  Sydney  folgende  Mitteilungen ­
  !),  die  an  sich  mit  den  amtlichen  Einfuhrwerten  zwar  nicht  übereinstimmen, ­
  aber  zur  Ergänzung  dieser  doch  von  Interesse  sind:
Zubehör  zu  Kleidungsstücken.  Die  Gesamteinfuhr  hatte  einen  Wert
von  8,41  Mill.  Mark,  zu  welchem  Österreich-Ungarn  0,07  Mill.  Mark  beitrug.
Neusüdwales  und  Victoria  waren  die  größten  Konsumenten.  Die  Ware  ist  zollfrei. ­
  Da  Deutschland  ein  großes  Absatzgebiet  für  diese  Warenklasse  in  Australien ­
  gefunden  hat,  dürfte  der  österreichisch-ungarische  Handel  auch  weiter  ausdehnungsfähig ­
  sein.
Socken  und  Strümpfe,  a)  Baumwolle:  Diese  Einfuhr  hatte  einen  Wert
von  3,95  Mill.  Mark,  an  dem  Großbritannien  mit  0,93  Mill.  Mark  und  Deutschland ­
  mit  3,01  Mill.  Mark  beteiligt  waren.  Österreich  -  Ungarn  führte  nichts  ein.
Die  Waren  sind  zollfrei,  b)  Seide  und  Wolle:  Die  Einfuhr  hat  einen  Wert
von  8,99  Mill.  Mark,  zu  dem  Großbritannien  mit  8,57  Mill.  Mark  und  Deutschland ­
  nur  0,38  Mill.  Mark  beitrugen.  Der  Zoll  auf  britische  Ware  ist  20  Proz.,
auf  andere  25  Proz.  Österreich-Ungarn  führte  nichts  ein.
Hutputz  sonstiger  Art,  Gold  und  Silber  ausgeschlossen.  Der  Wert  der
Einfuhr  dieser  Warengattung  betrug  7,60  Mill.  Mark,  zu  der  Österreich-Ungarn
0,10  Mill.  Mark  beitrug.  Die  Hauptlieferanten  waren  England  mit  0,63  Mill.  Mark,
Frankreich  mit  1,22  Mill.  Mark,  Deutschland  mit  1,93  Mill.  Mark  und  die  Schweiz
mit  3,61  Mill.  Mark.  Zoll  25  Proz.,  Vorzugszoll  15  Proz.
Wollene  Decken.  Allgemeiner  Zoll  30  Proz.,  Vorzugszoll  25  Proz.  Der
Wert  der  Einfuhr  war  1,01  Mill.  Mark,  zu  dem  Österreich-Ungarn  0,003  Mill.  Mark
beitrug.  Die  Haupteinfuhr  fand  von  England  aus  statt  mit  0,86  Mill.  Mark.
Teppiche  und  dergleichen.  Die  Gesamteinfuhr  betrug  3,19  Mill.  Mark,
zu  der  England  3,01  Mill.  Mark,  Indien  0,03  Mill.  Mark,  Deutschland  0,03  Mill.  Mark
und  Österreich-Ungarn  0,004  Mill.  Mark  beitrugen.  Der  Vorzugszoll  von  10  Proz.
im  Vergleich  mit  dem  allgemeinen  von  15  Proz.  erklärt  das  Übergewicht  der
englischen  Waren.
Kissen,  Tischdecken  usw.  Allgemeiner  Zoll  25Proz.,  Vorzugszoll  20Proz.
Die  Einfuhr  dieser  Kategorie  von  Waren  erreichte  9,68  Mill.  Mark;  England
partizipierte  mit  7,06  Mill.  Mark,  Deutschland  mit  1,07  Mill.  Mark,  Japan  mit
0,83  Mill.  Mark  und  Österreich-Ungarn  mit  0,12  Mill.  Mark.  Die  erzielten  Erfolge
sollten  mit  Energie  weiter  ausgebeutet  werden.
Bodenbeläge  aus  Filz  und  dergleichen.  Generalzoll  15  Proz.,  Vorzugszoll ­
  10  Proz.  Der  Bedarf  an  diesen  Materialien  ist  groß,  da  die  Einfuhr  sich
auf  13,46  Mill.  Mark  belief.  Infolge  des  Vorzugstarifs  beherrschte  England  den
Markt;  Deutschland  führte  für  0,13  Mill.  Mark  ein.
Baumwolle,  Leinen  und  ähnliche  Gewebe.  Allgemeiner  Zoll  5  Proz.
Vorzugstarif  frei.  Der  Verbrauch  dieser  Waren  ist  beträchtlich  und  erreichte

!)  Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie  1913,  S.  65.
        <pb n="681" />
        672

Australischer  Bund.

für  das  Berichtsjahr  92,32  Mill.  Mark.  Das  Vereinigte  Königreich  importierte
für  79,96  Mill.  Mark,  Deutschland  für  2,95  Mill.  Mark,  die  Vereinigten  Staaten
für  3,47  Mill.  Mark,  die  Schweiz  für  2,24  Mill.  Mark  und  Belgien  für  1,86  Mill.  Mark.
Österreich-Ungarn  führte  für  0,02  Mill.  Mark  ein.
Wasserdichte  (Gummi-)  Gewebe.  Allgemeiner  Tarif  15  Proz.,  Vorzugszoll ­
  10  Proz.  Die  Gesamteinfuhr  erreichte  die  Zahl  von  21,01  Mill.  Mark.  Die
Hauptimportländer  waren  die  folgenden:  Japan  4,93  Mill.  Mark,  Frankreich
4,63  Mill.  Mark,  die  Schweiz  3,64  Mill.  Mark,  Großbritannien  2,90  Mill.  Mark,
China  1,68  Mill.  Mark,  Deutschland  1,54  Mill.  Mark,  Italien  1,24  Mill.  Mark.
Österreich-Ungarn  führte  für  0,29  Mill.  Mark  ein.
Samt,  Plüsch  und  ähnliche  Gewebe.  Allgemeiner  Zoll  15  Proz.,
Vorzugszoll  10  Proz.  Der  Wert  der  Einfuhr  war  18,20  Mill.  Mark,  zu  dem  Großbritannien ­
  6,13  Mill.  Mark,  Deutschland  4,97  Mill.  Mark,  die  Schweiz  4,51  Mill.  Mark,
Frankreich  2,04  Mill.  Mark  und  Österreich-Ungarn  0,04  Mill.  Mark  beitrug.
Wollwaren.  Allgemeiner  Zoll  30  Proz.,  Vorzugszoll  25  Proz.  Die  Einfuhr ­
  erreichte  den  Wert  von  45,96  Mill.  Mark,  zu  der  Großbritannien  39,43  Mill.  Mark,
Frankreich  3,98  Mill.  Mark  und  Deutschland  l,8l  Mill.  Mark  beitrugen.  Die  Einfuhr ­
  aus  Österreich-Ungarn  war  nur  0,02  Mill.  Mark.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

1,22

14,93

268,6g

Britisch-Indien

0,39

—

23,39

Deutschland

—

0,33

10,14

Japan

0,12

—

8,17

Vereinigte  Staaten

—

0,47

6,7?

Belgien

0,01

0,09

2,11

Straits  Settlements

—

•  —

1,64

Italien

0,01

0,01

1,18

Hongkong

0,04

—

1,04

Frankreich

—

—

1,00

China

0,23

—

0,96

Kanada

—

0,10

0,38

Neuseeland

1,56

—

0,27

Philippinen

1,89

—

—

Andere  Länder

0,67

0,04

3,oi

6,14

15,97

328,76
        <pb n="682" />
        Produktionswert.

673

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  des  Australischen  Bundes
im  Jahre  1912.

Wollindustrie.
Diese  läßt  sich  nur  in  Verbindung-  mit  Neuseeland  berechnen,  da  nur  Gesamtangaben
über  die  in  beiden  Ländern  zurückbehaltene  Wolle  vorliegen*).

In  beiden  Ländern  verarbeitete  rohe  Wolle  15  326  t
Ab:  50  Proz.  Waschverlust  7  663  t
7  663  t
Eingeführte  Garne  ungefähr  1200  t
8863  t
Ab:  Ausgeführter  Kammzug  1367  t
7  496  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  8000  Mk.  berechnet  ....  60  Mill.  Mark.

Davon  dürften  entfallen  auf  Neuseeland  8,7  Mill.  Mark  und  auf  Australien  51,3  Mill.  Mark
Baumwollindustrie.
Die  eingeführten  Mengen  rohe  Baumwolle  und  Abfälle  dienen  wahrscheinlich ­
  als  Beimischung  zur  Wolle.  Es  bleiben  dann  noch  die  Baumwollgarne, ­
  die  dem  Einfuhrwerte  nach  etwa  300  t  ausmachen.
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  4  500  Mk.  berechnet  1,4  „  ,  „
Seidenindustrie.
Nach  dem  Einfuhrwert  berechnet,  beträgt  die  Einfuhr  an

Seidengarnen  2891
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  40000  Mk.  berechnet  11,5  „  „
Leinen-  und  Juteindustrie
Eingeführter  Flachs  und  Hanf  7117t
Ab:  36  Proz.  Verlust  beim  Aufarbeiten  2  562  t
4  5551
Eingeführte  Jute  und  Garne  457  t
5  012  t
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  2000  Mk.  berechnet  10,o  „  „
74,2  Mill.  Mark

!)  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913,  S.  247.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

43
        <pb n="683" />
        674

Australischer  Bund.  Inlandsverbrauch.

Der  Inlandsverbrauch  des  Australischen  Bundes  an  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Mill.
Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912-  mit  etwa
4,8  Millionen  angenommen,  war  der  Verbrauch
pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwarenproduktion  ...  1,4
Eingeführte  Fertigwaren  abzüglich ­
  der  ausgeführten  .  .  124,9

126,3

26,33

Woll  Warenproduktion  51,3
Eingeführte  Fertigwaren  abzüglich ­
  der  ausgeführten  .  .  67,2

118,5

24,68

Seidenwarenproduktion  11,5
Eingeführte  Fertigwaren  abzüglich ­
  der  ausgeführten  .  .  20,2

3L7

6,60

Leinen-  u.  Jute  Warenproduktion  .  10,0
Eingeführte  Fertigwaren  abzüglich ­
  der  ausgeführten,  von
denen  der  Einfuhr  nach  70  Proz.
auf  Jute  entfallen  31,5

4L5

8,66

Konfektionswaren.
Einfuhr

82,2

17,10

400,2

83,37  mit  Jutewaren
77,33  ohne

Vorstehender  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  von  400,2  Mill.  Mark  wird
gedeckt.  von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  l8,5  Proz.  zu  8l,S  Proz.

Der  Verbrauch  an  Textilwaren  ist  in  Australien  sehr  hoch  und  dürfte,  wie
bereits  auf  S.  575  bemerkt,  durch  den  Reichtum  des  Landes  und  die  sehr  hohen
Arbeitslöhne  zu  erklären  sein.

Neuseeland.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1912.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren
nach  dem  Stande  der  Verarbeitung

■  Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

23,7

—

0,1

23,6

Wolle

22,3

145,4

0,2

0,3

21,8

Seide

4,8

—

—

1,7

3,1

Leinen  und  Jute  .■.,..

10,3

0,1

—

0,1

10,2

Konfektion

25,6

0,3

—

—

25,6

86,7

145,8

0,3

2,1

84,3

Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1911  12  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
78  0001  rohe  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  140  Mill.  Mk.
        <pb n="684" />
        Neuseeland.  Einfuhr.

675

*

43

Produktion  der  Textilindustrie  Neuseelands.
Neuseeland  hat  genau  die  gleiche  Textilindustrie  wie  der  Australische
Bund,  wenn  auch  nicht  in  gleicher  Größe.  Die  Zahl  der  Wollwarenfabriken
beträgt  10  bis  12.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.
Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Andere
Länder

In  iooo  Mark

Rohe  Baumwolle  und  Abfälle  .  .

.  .  2341  R

0,14

—

137

—

8

Baumwollstückware

....  F

18,78

128

17  307

559

786

Wirkwaren

3,83

49

3  793

—

—

Spitzen

1,01

19

951

—

40

23,76

196

22  188

559

834

Einfuhr  von  Woliwaren.

Schweißwollen  und  gereinigte  Wolle  .

88  t  R

0,21

4

—

218

Wollgarne

H

0,33

—

320

—

10

Wollgewebe

F

6,77

39

6518

—

213

Tuche  aller  Art

7,88

200

7  205

18

457

Decken  *

„

0,51

8

430

—

72

Teppiche  und  ähnliche  Stoffe
Halbwollgewebe  (Textil  piece  goods  other  than

1,90

43

1  806

51

Silk,  Cotton,  Linen  or  Wollen)  .  .

4,74

69

4  466

—

205

22,34

359

20  749

18

1  226

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Nähgarne,  Kunstseide

.  H

1,67

—

1  534

65

71

Seidenwaren

.  F

2,12

18

594

—

1508

Bänder  und  Krepp

1,00

37

918

—

45

4,79

55

3046

65

1624

Einfuhr  von

Leinen

und  Jufewaren.

Jute-,  Hanf-,  Flachs-  und  Kokosgarne  .  .

.  H

0,14

49

—

91

Segeltuch

1,78

—

1  597

102

81

Leinengewebe

1,25

6

1  155

—

89

Sack-  und  Packleinen

L53

—

615

—

915

Säcke

5,62

—

49

—

5571

10,32

6

3  465

102

6747
        <pb n="685" />
        676

Neuseeland.

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Andere
I-änder

In  1000  Mark

Kleider,  auch  Bettzeug

22,49

149

20  710

551

1  080

Hüte  und  Mützen

2,09

22

l  777

—

291

Hutmaterialien

0,61

—

500

—

110

Posamentierwaren

0,44

—

421

—

20

25,63

171

23  408

551

1501

Ausfuhr.

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland ­


England

Verein.
Staaten

Andere
Länder

In  1000  Mark

Schweißwollen

R

112,80

I  4  211

IOI  419

4  533

2637

Gewaschene  Wollen  und  Slip  .  .

.  .  9  794  t

„

17,02

—

16  246

—

774

Gereinigte  Wollen

.  .  6452  t

15,13

—■

15  110

—

20

Verschiedene  Wollartikel  ....

F

o,44

—

89

—

351

145,39

4211

132  864

4  533

3  782

Gewebe,  Wirkwaren  aus  Baumwolle  F  0,03  Mill.  Mark
Säcke  und  Gewebe  aus  Jute  „  0,12  „  „
Verschiedene  Konfektionsartikel  0,33  „  ,,

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,14

1,90

70,81

Britisch-Indien

—

0,02

5,98

Australischer  Bund

0,21

0,05

2,29

Japan

—

—

1,54

Vereinigte  Staaten

—

0,06

1,23

Deutschland

—

—

0,79

Belgien

—

—

0,29

Kanada

—

—

0,28

China

—

—

0,23

Österreich-Ungarn

—

—

0,21

Italien

—

—

0,15

Andere  Länder

—

0,07

0,50

0,35

2,10

84,30
        <pb n="686" />
        Produktionswert.  Inlandsverbrauch.

677

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Neuseelands  im  Jahre  1912.

Wollindustrie.
Diese  läßt  sich  nur  in  Verbindung  mit  dem  Australischen  Bund  berechnen,  da  nur  Gesamtangaben ­
  über  die  in  beiden  Ländern  zurückbehaltene  Wolle  vorliegen 1 ).

In  beiden  Ländern  verarbeitete  rohe  Wolle  15  326  t
Ab:  50  Proz.  Waschverlust  7  663  t
7  663  t
Eingeführte  Garne  ungefähr  1  200  4
8863  t
Ab:  Ausgeführter  Kammzug  1  367  t
7  496  t
Diese  ergeben,  die  Tonne,  zu  8000  Mk.  berechnet  60  Mill.  Mk.

Davon  dürften  entfallen  auf  Australien  51,3  Mill.  Mark  und  auf  Neuseeland  .  .  8,7  Mill.  Mark
Seidenindustrie.
Nach  dem  Einfuhrwert  berechnet,  beträgt  die  Einfuhr  an  Seidengarnen ­

  551
Diese  ergeben,  die  Tonne  zu  40  00oMk.  berechnet  2,2  Mill.  Mark
10,9  Mill.  Mark

Der  Inlandsverbrauch  Neuseelands  an  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Mill.
Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912  mit
1056000  angenommen,  war  der  Verbrauch
pro  Person  im  Jahre
Mark

Baumwollwaren.
Eingeführte  Fertigwaren

23,6

22,35

Woll  Warenproduktion  8,7
Eingeführte  Fertigwaren  .  .  .  21,8

30,5

28,88

Seidenwarenproduktion  2,2
Eingeführte  Fertigwaren  ...  34

5,3

5,02

Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren.
Eingeführte  Fertigwaren  (von
denen  der  Einfuhr  nach  ungefähr
75  Proz.  auf  Jutewaren  entfallen)  .  .

10,0

9,47

Konfektionswaren.
Einfuhr  abzügl.  Ausfuhr

25,3

23,96

94,7

89,68  mit  Jutewaren
82,58  ohne  „

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  94,7  Mill.  Mark  wird  gedeckt:
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  11,5  Proz.  zu  88,5  Proz.

!)  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913,  S.  247.
        <pb n="687" />
        678

Deutsch-Neuguinea.  Samoa-Inseln.

Deut  sch-Neuguinea.
(Bismarckarchipel,  Salomoninsel,  Kaiser-Wilhelmsland,  Karolinen,
Marshallinseln,  Nauru,  Palau,  Marianen.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  1,13  Mill.  Mark;  davon
0,80  Mill.  Mark  für  Garne  und  Gewebe  aller  Art,
0,33  Mill.  Mark  für  Bekleidungsgegenstände,  Putzwaren  usw.

Die  Herkunftsländer  waren:

Deutschland  .  .  .
Asien
Australischer  Bund
England  ....

0,52  Mill.  Mk.
0,22  „
0,19  „
o,t8  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  1,13  Mill.  Mark.
Deutsch-Neuguinea  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  603  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
1,87  Mark.

Samoa-Inseln.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  (Gewebe  und  Bekleidungsgegenstände)  im
Jahre  1912  betrug  0,99  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  waren:

Australischer  Bund
Deutschland  .  .  .
England  ....
Vereinigte  Staaten
Andere  Länder  .

o,53
0,30
0,08
0,01
0,07

Mill.  Mk.

»

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  0,99  Mill.  Mark.
Die  Samoa-Inseln  hatten  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  37500.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
26,40  Mark.
        <pb n="688" />
        Fidschi  -  Inseln.  Neukaledonien.

679

Fidschi-Inseln.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  3,51  Mill.  Mark;
davon  0,56  Mill.  Mark  für  Baumwollgewebe,  0,53  Mill.  Mark  für  Jutesäcke,
2,42  Mill.  Mark  für  Wollgewebe.

Die  Herkunftsländer  waren:
England
Australischer  Bund
Deutschland
Britisch-Indien
Japan
Frankreich
Neuseeland  ,
Andere  Länder

1,56  Mill.  Mk.
0,90  „
0,30  „
0,27  „  „
0,13  „
0,13  *
0.10  „
0,12  „  „

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  3,51  Mill.  Mark.
Die  Fidschi-Inseln  hatten  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  142761.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
24,59  Mill  Mk.  mit  Jutewaren
20,87  „  »  ohne  „

Neukaledonien  und  sonstiges  Franz.-Ozeanien.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  3,1  Mill.  Mark.

Davon  nach  Neukaledonien:
Für  Baumwollwaren  i&amp;gt;oo  Mill.  Mk.
„  Woll  waren  0,06  „  „
„  Seidenwaren  0,04  „
„  Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren  0,15  „
„  Konfektionswaren  0,65  „  „
Nach  dem  übrigen  Ozeanien:
Für  Gewebe  aller  Art  1,12  Mill.  Mk.
„  Hüte  aller  Art,  ausgenommen  Strohhüte  0,02  „

Die  Ausfuhr  aus  Neukaledonien  im  Jahre  1-911  betrug  0,20  Mill.  Mark;
davon  0,09  Mill.  Mark  für  lose  Baumwolle  (45  t),  0,11  Mill.  Mark  für  sonstige
Fertigwaren.
        <pb n="689" />
        680

Neukaledonien.

Die  Herkunftsländer  waren:
Frankreich  2,63  Mill.  Mk.
Australischer  Bund  0,19
England  0,09  „  „
Vereinigte  Staaten  0,06  „  „
Andere  Länder  0,13  „  „
Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
In  Neukaledonien  entwickelte  sich  die  Baumwollgewinnung  sehr  günstig.
Während  die  Ausfuhr  im  Jahre  1911  nur  45  t  betrug,  konnten  im  Jahre  1913
schon  175  t  nach  Frankreich  ausgeführt  werden.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  2,99  Mill.  Mark  (davon  ungefähr  für  0,1  Mill.  Mark  Jutewaren).
Neukaledonien  mit  sonst,  franz.  Ozeanien  hatte  eine  Bevölkerung  von
ungefähr  80000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

37,37  Mill.  Mk.  mit  Jutewaren
36,12  „  „  ohne  „
        <pb n="690" />
        D.  Die  Textilindustrie  Afrikas.

Ägypten.  —  Algerien.  —  Tunis.  —  Marokko.  —  Madagaskar. ­
  —  Französisch-Westafrika.  —  Französisch  -  Ostafrika
(außer  Madagaskar).  —  Französisch-Äquatorialafrika  (Kongo).  —
Britisch-Südafrika.  —  Britisch-Ostafrika  und  Nebenländer.  —  Britisch-Westafrika
  Deutsch-Ostafrika.  —  Kamerun.  —  Togo.  —
Deutsch-Südwestafrika.  —  Belgisch-Kongo.  —  Libyen.  —  Eritrea
und  Italienisch-Somaliland.  —  Portugiesisch-Afrika.  —  Spanisch-Afrika.
  —  Liberia.

(Abessinien  konnte  mangels  statistischer  Veröffentlichungen  nicht
mit  einbezogen  werden.)
        <pb n="691" />
        682

Afrika.  Gesamtübersicht.

Einfuhr  Afrikas  an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern  geordnet.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr  aus:

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Österr.-Ungarn


Italien

Niederlande ­


Belgien

Brit.-Indien


Andere
Länder

nach:

Ägypten  ....

•  1913

6,5

73,0

11,8

10,0

13,5

0,2

1,7

6,9

8,4

Algerien  ....

0,01

0,1

74,7

—

—

—

—

—

2,3

Tunis

•  1913

0,2

3,8

8,1

—

2,3

—

o,3

0,2

1,4

Marokko  ....

2,2

27,7

7,0

0,6

0,2

0,2

0,2

—

0,7

Madagaskar  .  .  .

.  1912

0,03

0,1

19,1

—

—

0,03

—

—

1,04

Franz.-Westafrika

•  1911

1,6

18,3

9,3

—

0,2

1,0

0,5

—

5,0

Franz.-Ostafrika  .

.  1912

0,1

2,4

3,3

0,7

—

—

0,7

—

7,8

Franz.-Kongo  .  .

.  1912

0,4

1,6

1,4

—

—

0,2

0,9

—

0,3

Brit.-Südafrika.  .

■  1913

13,6

145,6

3,7

o,5

2,7

—

2,1

9,4

7,6

Brit—Ostafrika  und

Nebenländer

1911/12

2,0

8,9

1,2

—

0,4

2,7

0,3

5,1

7,5

Brit.-Westafrika  .

.  1911

5,4

56,2

0,5

—

—

2,0

—

0,04

1,44

Deutsch-Ostafrika

.  1912

4,1

L5

—

—

—

—

—

3,3

7,1

Kamerun  ....

6,1

2,9

—

Togo
Deutsch  -  Süd  west-1,1



L5

0,02

0,2

0,4

—

—

—

0,7  2

afrika

3,6

0,1

—

Belgisch-Kongo  .

.  1912

0,1

2,0

—

—

0,2

—

7,9

—

0,4

Libyen

•  1913

0,1

3,2

0,2

—

3,8

—

—

—

—

Eritrea  und  Italien.-Somaliland

  .

1912/13

—

—

—

—

6,4

—

—

—

2,0

Portugies.-Afrika

■  1913

2,2

6,5

—

—

0,9

—

0,8

4,9

5,0

Spanisch-Afrika  .

■  1913

0,1

3,3

—

—

1,2

—

—

—

4,2

Liberia

Die  Herkunftsländer  der  Einfuhr  sind  nicht  angegeben.

1,1

49,4

358,7

140,3

12,0

32,2

6,3

15,4

29,8

64,0
        <pb n="692" />
        Ein-  und  Ausfuhr  an  Fertigwaren  nach  Herkunftsländern.

683

Deutschlands  Anteil  an  der  Einfuhr  von  Fertigwaren  nach  Afrika  beträgt
insgesamt  7  Proz.;  er  ist  etwas  höher  als  der  Anteil  Deutschlands  an  der  gleichen
Einfuhr  nach  Asien,  aber  immerhin  noch  recht  gering.
Die  Anteile  Deutschlands  an  der  Fertigwaren-Einfuhr  in  die  einzelnen
afrikanischen  Länder  betragen:

Ägypten  5  Proz.
Algerien  —
Tunis  1.2  Proz.
Marokko  5,7  „
Madagaskar  —
Französiscli-Westafrika  4,4  „
Französisch-Ostafrika  und  Kongo  2,5
Britisch-Südafrika  7,3  „
Britisch-Ostafrika  und  Nebenländer  7,1
Britisch-Westafrika  8,2  „
Deutsch-Ostafrika  25,6
Kamerun  65
Togo  34,4  „
Deutsch-Siidwestafrika  90  „
Belgisch-Kongo  1  „
Libyen  1,3  „
Portugiesisch-Afrika  10,8  „

Englands  Anteil  an  der  Einfuhr  von  Fertigwaren  nach  Afrika  beträgt
50,7  Proz.;  am  bedeutendsten  ist  seine  Einfuhr  nach  Britisch-Südafrika,  Ägypten,
Britisch-Westafrika  und  Marokko.
Frankreichs  Anteil  beträgt  19,8  Proz.,  und  zwar  beherrscht  Frankreich
die  Einfuhr  nach  Algerien,  Tunis  und  Madagaskar  fast  vollkommen,  während
an  der  Einfuhr  in  die  anderen  französischen  Kolonien  hauptsächlich  noch  England ­
  stark  beteiligt  ist.
Italien  besitzt  außer  der  Einfuhr  nach  seinen  Kolonien  noch  eine  ansehnliche ­
  Einfuhr  nach  Ägypten,  Tunis  und  Britisch-Südafrika,  während  Österreich-Ungarn
  nur  nach  Ägypten  eine  hohe  Einfuhr  hat.
Britisch-Ijndien  hat  fast  nach  allen  afrikanischen  Staaten  eine  nicht  unbedeutende ­
  Einfuhr.  Nach  den  bisherigen  Erfolgen  ist  es  auch  wahrscheinlich,
daß  es  diese  Absatzgebiete  weiter  verfolgen  wird.
        <pb n="693" />
        684

Afrika.  Gesamtübersicht.

Ein-  und  Ausfuhr,
Produktion  und  Inlandsverbrauch  Afrikas  an  Textilwaren.
In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Produktion ­


Inlandsverbrauch ­

(mit  Jutewaren) ­


Verbrauch  an
Textilwaren
pro  Person  u.
Jahr,  u.  zwar
ohne  Jutewaren ­
  in
Mk.  und  Pfg.

Rohstoffe
u.  Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe
u.  Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Ägypten

1913

10,9

132,0

532,5

3,2

51,3

182,6

11,81

Algerien

1911

4,7

77,1

6,9

4,9

34,0

106,2

17,92

Tunis

1913

2,4

16,3

0,9

2,5

9,0

22,8

10,64

Marokko

1912

2,8

38,8

1,4

0,2

8,0

46,6

9,27

Madagaskar  .  .  .  .

1912

—

20,3

—

0,2

—

20,1

6,27

Französ.-Westafrika  .

19H

—

35,9

0,2

0,2

—

35,7

3,02

Französ.-Ostafrika

1912

—

15,0

—

1,0

—

14,0

28,42

Französ.-Kongo  .  .

1912

—

4,8

—

0,04

—

4,7

0,48

Britisch-Südafrika.  .

1913

0,6

185,2

116,7

1,1

—

185,2

28,10

Britisch-Ostafrika  u.

Nebenländer  .  .  1911/12

—

28,1

6,8

2,3

—

28,1

2,95

Britisch-Westafrika  .

1911

—

65,5

3,6

—

—

65,5

3,18

Deutsch-Ostafrika,  .

1912

—

16,0

2,1

—

—

16,0

2,09

Kamerun

1912

—

9.4

—

—

—

9,4

3,54

Togo

1912

—

3,2

0,5

—

—

3,2

3,05

Deutsch  -  Südwestafrika



1912

—

4,0

0,2

—

—

4,0

41,85

Belgisch-Kongo  .  .

1912

—

10,6

—

—

—

10,6

0,70

Libyen

1913

—

7,3

1,0

0,4

—

6,9

7,55

Eritrea  u.  Italienisch-Somaliland

  .  .  1912/13

—

8,4

0,3

0,05

—

8,3

12,85

Portugies.-Afrika  .  .

1913

—

20,3

1,8

—

—

20,3

2,14

Spanisch-Afrika  .  .

1913

—

8,8

—

0,1

—

8,7

8,42

Liberia

1908

—

1,1

—

—

—

1,1

0,60

21,4

708,1

674,9

16,2

102,3

800,0

'

bzw.  ohne

Gesamt-Ein-  u.  Ausfuhr

729,5

691,1

Jutewaren

763,7
        <pb n="694" />
        Ein-  und  Ausfuhr,  Produktion  und  Inlandsverbrauch.

685

Die  Einfuhr  Afrikas  erstreckt  sich  vornehmlich  auf  Fertigwaren,  wohingegen ­
  die  Ausfuhr  hauptsächlich  aus  Rohstoffen  besteht.  Der  Ausfuhrwert
der  Rohstoffe  ist  im  Verhältnis  zum  Ausfuhrwert  Amerikas  und  Asiens  nicht
hoch,  aber  mit  etwa  675  Mill.  Mark  immerhin  schon  recht  bedeutend,  zumal
unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  in  Afrika  die  Baumwoll-  und  Wollgewinnung
  erst  in  den  letzten  Jahren  stärker  zur  Entwickelung  kam.  .
Die  Produktion  der  Textilindustrie  Afrikas  ist  unbedeutend;  fast  der
ganze  Bedarf  an  Textilwaren  wird  durch  Einfuhr  von  Fertigwaren  gedeckt.
Soweit  eine  Einteilung  nach  den  verschiedenen  Klassen  möglich  ist,  entfallen
von  der  Produktion  auf  Baumwolle  50,6,  auf  Wolle  43,8,  auf  Seide  6  und  auf
Leinen  1,9  Mill.  Mark.
Der  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  in  Afrika  ist  sehr  niedrig.  Nach
den  später  folgenden  Angaben  bei  den  einzelnen  Ländern  berechnet  sich  die
Gesamtbevölkerung  Afrikas  (ohne  Abessinien)  auf  126  355  700.
Danach  ergibt  sich  ein  Durchschnittsverbrauch  Afrikas  pro  Person  und
Jahr  von  6,04  Mark.
Es  ist  interessant,  aus  der  Einzelaufstellung  zu  ersehen,  daß  in  bezug  auf
Verbrauchshöhe  an  Textilwaren  die  afrikanischen  Länder  sich  in  drei  Gruppen
unterscheiden  lassen,  und  zwar  in
Gruppe  A:  Französisch  -  Kongo,  Belgisch  -  Kongo  und  Liberia,  deren
Jahresverbrauch  pro  Person  unter  l  Mk.  beträgt.
Gruppe  B:  Die  verschiedenen  ost-  und  westafrikanischen  Kolonien,
deren  Jahresverbrauch  pro  Person  2  bis  3  Mk.  beträgt;  hier  macht  nur
Französisch-Ostafrika  mit  wesentlich  höherem  Verbrauch  eine  Ausnahme,
wahrscheinlich  weil  diese  Länder  in  der  Entwickelung  bereits  viel  weiter
vorgeschritten  sind.
Gruppe  C:  Die  übrigen  afrikanischen  Staaten,  wie  Britisch-Südafrika,
Ägypten,  Algerien,  Tunis,  Deutsch-Südwestafrika  usw.,  deren  Jahresverbrauch ­
  pro  Person,  mit  weitem  Abstand  von  Gruppe  A  und  B,  ein  viel
höherer  ist.
Wichtig  erscheint  auch  die  Tatsache,  daß  Deutsch-Südwestafrika  den
höchsten  Verbrauch  an  Textilwaren  in  Afrika  hat.  Es  hängt  dies  jedenfalls
mit  der  günstigen  Entwickelung  des  Landes  zusammen,  bzw.  mit  der  erheblichen ­
  Ausfuhr  an  Diamanten  und  Kupfer,  deren  Erzeugungswerte  einer  verhältnismäßig ­
  kleineren  Bevölkerung  zu  statten  kommen.
        <pb n="695" />
        686

Afrika.  Gesamtübersicht.

Die  Gewinnung  von  Textilrohstolfen  in  Afrika 1 ).

Baumwolle

Wolle

Tonnen

Mill.  Mk.

Tonnen

Mill.  Mk.

Ägypten

•  ■  1913

329460

533,7

4  000

5,0

Algerien

180

0,2

10000

10,0

Tunis

.  .  1913

-

—

1  400

1A

Marokko

.  .  1912

—

—

4000

5,0

Madagaskar

—

—-—

  .

—

Französisch-Westafrika  ....

.  .  1911

185

0,2

220

0,2

„  -Ostafrika

—

—

—

—

„  -Kongo

—

—

—

—

Britisch-Südafrika

—

—

80  ms

116,6

Britisch-Ostafrika  und  Nebenländer  1913

5  100

6,6

.89

0,1

Britisch-Westafrika

■  •  1913

2  800

3,6

—

—

Deutsch-Ostafrika

.  .  1912

1  900

2,1

—

—

Kamerun

—

—

—

—

Togo

550

0,5

—

—

Deutsch-Südwestafrika  ....

.  .  1912

—

—

160

0,2

Belgisch-Kongo

—

—

—

—

Libyen

■  ■  1913

—

—

500

1,0

Eritrea  und  Italien.-Somaliland

1912/13

300

0,3

—

—

Portugiesisch-Afrika

•  •  1913

1  400

1,8

—

—

Spanisch-Afrika  .

—

—

—

—

Liberia

—

—

—

341  875

549,0

100  537

139,5

Gesamtwert  d.  gewonnenen  Textilrohstoffe  688,5  Mill.  Mk.

Baumwolle.  Die  Baumwollproduktion  Afrikas  ist  bis  jetzt  nicht  bedeutend,
ihr  Anteil  an  der  Baumwollernte  der  Welt  beträgt  nur  6,1  Proz.  Es  kann  allerdings ­
  angenommen  werden,  daß  die  weitere  Entwickelung  in  Afrika  sich  bedeutend
günstiger  als  bisher  gestalten  wird.  In  Ägypten,  dem  Hauptgebiete,  nimmt  die
Baumwollernte  nicht  nur  ständig  zu,  sondern  sie  soll  auch  durch  die  von  der
Regierung  veranlaßte  Bepflanzung  der  ägyptischen  Sudanländer  weiter  gesteigert
werden.  In  Britisch-Ost-  und  -Westafrika,  ebenso  wie  in  Deutsch-Ostafrika  und
Togo  entwickelte  sich  die  Baumwollgewinnung  ebenfalls  fortschreitend,  und  nachdem ­
  die  Anfangschwierigkeiten  überwunden  sind,  könnte  angenommen  werden,
daß  die  Baumwollproduktion  in  Zukunft  ansehnlich  zunehmen  wird.  Von  den
englischen  Schutzgebieten  sind  es  namentlich  Uganda,  Nyassaland  und  Nigeria,
die  sich  stärker  entwickelt  haben.  Auch  in  den  Portugiesischen  Kolonien  Mogambique
  und  Angola  schreitet  die  Baumwollgewinnung  günstig  fort.
Wolle.  Der  Anteil  Afrikas  an  der  Wollernte  der  Welt  beträgt  7  Proz.
Am  bedeutendsten  ist  die  Wollproduktion  in  Britisch-Südafrika,  wo  die  Schafzucht
in  den  letzten  Jahren  besonders  gepflegt  wurde,  so  daß  dort  mit  einer  weiteren
Steigerung  der  Wollgewinnung  gerechnet  werden  kann.  Auch  Algerien,  Marokko
und  Ägypten  liefern  ziemliche  Wollmengen.
Seide  und  Flachs  wurden  bis  jetzt  in  Afrika  nicht  gewonnen,  doch  werden
in  Marokko  und  Madagaskar  wie  auch  im  Belgisch-Kongo  bereits  große  Anstrengungen ­
  gemacht,  die  Seidenraupenzucht  zu  entwickeln.
1 )  Wo  die  angegebenen  Rohstoffmengen  von  den  Angaben  auf  S.  l  bis  22  abweichen,  sind
die  Mengen  in  der  vorliegenden  Tabelle  als  die  richtigeren  anzunehmen.
        <pb n="696" />
        Ägypten.

687

Ägypten.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1913.

In  Millionen  Mark.

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren
nach  dem  Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

F  ertigwaren

Baumwolle

89,5

530,7

0,2

4,9

84,5

Wolle

17,3

3,7

—

0,7

16,6

Seide

9,8

0,2

2,8

—

6,9

Leinen  und  Jute

12,1

0,4

o,4

1,9

9,8

Konfektion

14,2

0,7

—

—

14,2

142,9

535,7

3,4

7,5

132,0

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1912/13  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

329460  t  rolle  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  533.7  Mill.  Mk.
4000  t  „  Wolle  „  „  „  „  5,0  „  „
538,7  Mill.  Mk.

Baumwolle.  Nächst  Amerika  und  Ostindien  besitzt  Ägypten  die  größte
Produktion  an  Baumwolle,  welche  überdies  in  Qualität  den  anderen  Baumwollarten ­
  wesentlich  überlegen  ist,  was  auch  im  Preise  zum  Ausdruck  kommt;  so
betrug  beispielsweise  in  Deutschland  der  Einfuhrwert

der  Baumwolle  aus  Ägypten  1800  Mk.  pro  Tonne
n  „  Nordamerika  1250  „  „  „
„  den  südamerikanischen  Staaten  1500  „  „  „
„  Britisch-Indien  1020  „  „  „

Eine  Folge  dieser  überlegenen  Eigenschaft  der  ägyptischen  Baumwolle  ist,  daß
auch  in  den  anderen  Staaten,  so  in  Amerika,  Anstrengungen  gemacht  werden,
um  diese  bessere  Baumwolle  zu  gewinnen;  doch  sind  die  Ergebnisse  bisher
nicht  so  günstig,  daß  die  ägyptische  Baumwollproduktion  dadurch  bedroht
wäre.  Eine  weitere  Konkurrenz  dürfte  später  auftreten  durch  Urbarmachung  in
den  südafrikanischen  Ländern,  obwohl  sich  Ägypten  auch  in  dieser  Richtung
zu  schützen  sucht,  indem  es  die  Produktion  im  Inlande  stärker  zu  fördern
trachtet.  Besonders  zu  statten  kommt  ihm  in  dieser  Beziehung  die  Möglichkeit, ­
  die  Baumwollgewinnung  auf  den  ägyptischen  Sudan  auszudehnen.
Von  der  ägyptischen  Regierung  ist  die  Aufnahme  einer  Anleihe  von
3  Mill.  Pfd.  St.  zum  Zwecke  der  Förderung  der  Baumwollerzeugung  in  den
        <pb n="697" />
        688

Ägypten.

l )  Statistical  abstract  for  the  foreign  Countries  1901/02,  S.  520/521.

Sudanländern  geplant.  Die  Summe  soll  sich  in  der  Weise  verteilen,  daß
1  Mill.  Pfd.  St.  auf  Bewässerungsanlagen  in  der  Geziraebene,  100  000  Pfd.  St.
auf  solche  bei  Tokar  und  200  000  Pfd.  St.  auf  solche  bei  Kassala  verwandt
werden.  Für  neu  zu  schaffende  Eisenbahnlinien  sollen  1,6  Mill.  Pfd.  St.  und
auf  Unvorhergesehenes  100  000  Pfd.  St.  zur  Verwendung  gelangen.  Die  angestellten
  Versuche  haben  ergeben,  daß  die  Sudanländer  bei  ausreichender
Bewässerung  imstande  sind,  Baumwolle  in  großen  Mengen  und  guter  Beschaffenheit ­
  zu  erzeugen.  —  Die  Produktion  im  Sudan  ist  bereits  so  weit  vorgeschritten,
daß  im  Jahre  1913  für  3,2  Mill.  Mark  rohe  Baumwolle  ausgeführt  wurde.
Die  in  Ägypten  gewonnene  Baumwollmenge  betrug J ):
1890/91  182731t  1910/11  339822t
1900/01  243888  t  1912/13  338000t
Der  Ernteertrag  von  1912/13  zeigt  gegen  1890/91  eine  Erhöhung  von  85  Proz.,
während  die  Erhöhung  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  im  gleichen
Zeiträume  nur  69  Proz.  beträgt.
Wie  sich  der  Versand  der  ägyptischen  Baumwolle  nach  den  verschiedenen
Industriestaaten  entwickelt  hat,  zeigt  die  folgende  Aufstellung.
Versand  der  ägyptischen  Baumwolle  in  Tonnen  nach:

England

Verein.
Staaten

Frankreich ­


Deutschland ­


Rußland

Schweiz

Österr.-Ungarn


Italien

Niederlande ­


1900  .  .
1912  .  .

125  6l8
170  409

10  535
55  303

20  901
30  624

16246
30  111

22  894
27  179

10  870
13  590

10263
16024

10928
11  861

1  893

Produktion  der  Textilindustrie  Ägyptens.
Baumwollindustrie.
Eine  größere  Produktion  der  Textilindustrie  in  Ägypten  ist  bis  jetzt  nicht
vorhanden.  Der  Gedanke  war  naheliegend,  an  Ort  und  Stelle  auch  Baumwollspinnereien ­
  und  Webereien  zu  errichten,  aber  der  Mangel  an  Kohle  steht  dem
bis  jetzt  im  Wege.  Ein  größeres  Unternehmen,  die  „Egyptian  Cotton  Mills
Company“  in  Kairo,  hat  vor  einigen  Jahren  liquidiert,  und  ein  zweites,  die
„Anglo-Egyptian  Spinning  and  Weawing  Co.  Ltd.“  in-Alexandrien,  konnte  bis
jetzt  auch  keine  günstigen  Resultate  erzielen.
Dagegen  ist  eine  ziemlich  starke  Hausindustrie  vorhanden,  die  auf  ähnlicher
Grundlage  wie  die  in  Syrien  arbeitet,  indem  einerseits  Baumwollgarn  gefärbt
und  verwebt,  andererseits  rohe  Baumwollgewebe  geEärbt  und  für  den  Verkauf
zugerichtet  werden.  Auch  Seide  wird  in  geringem  Maße  für  Gewebe  und  in
etwas  stärkerer  Weise  für  Posamente  verarbeitet.
        <pb n="698" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

689

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Italien

Österr.-Ungarn


Frankreich ­


Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohe  Baumwolle.  .  .  154t

R

0,21

-

—

—

—

—

207

Baumwollgarne  ...  2  6941

H

4,84

89

1  793

1  697

152

41

1068

Nähgarne  .

F

1,54

23

899

6

504

—

107

Gewebe,  wahrsch.  rohe  19998  t

52,52

776

49  348

1353

728

172

143

Andere  Gewebe  .  60  226  000  m

„

23,36

417

12  703

8  555

871

569

245

Baumwolldecken  aller  Art  .  .  .

„

0,73

—

12

4

—

307

407

Spitzen,  Stickereien

„

1,13

112

286

10

326

230

169

Wirkwaren  aller  Art

5,16

1585

492

842

419

1  129

693

89,49

|  3  002

65  533

12  467

3  000

2  448

3039

Einfuhr  von  Wollwaren.

Wollgarne  1631  H

0,69

25

627

6

19

12

—

Wollgewebe  ...  1  870  000  m  F

7,74

1  214

2  733

328

2  060

1299

106

Teppiche  F

2,33

14

1  110

—

—

151

Persien
Türkei
1  055

Woll-  und  Halb  Wolldecken  .  .  „

0,85

29

178

—

—

44

599

Gern.  Gewebe  aus  Baumwolle,
Wolle,  Leinen,  Seide  usw.  .  F

5,68

523

687

896

415

1372

Türkei
1787

17,29

1  805

5  335

1  230

2  494

2  878

3547

Einfuhr  von  Leinen-  und  Jutewaren.

Werg

R

0,36

—

315

—

—

—

45

Leinen-  ,  Hanf  -
garne!)  .  .  .

und  Jute-.
  .  .  97it

H

1,92

85

1448

83

8

293

Glatte  Leinen-  u.

Hanfgewebe

F

1,80

25

766

10

**
44

188

Belgien
766

„  „  Hanf
gewebe  .

-  oder  Jute-F



0,40

6

89

—

21

48

236

Segeltüclier  .  .  .

»

0,21

6

120

4

—

8

7  2

Leere  Säcke  .  .  .

5)

6,96

58

112

62

Brit.-Indien

6  728

Grobe  Waren  aus  Leinwand
(Zelte  usw.)

„

0,46

83

228

—

—

66

83

12,11

205

3024

209

127

318

8  223

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Konfektionierte  Kleider

6,35

127

1038

77

3  434

1  260

414

Getragene  Kleider

0,33

48

66

31

31

44

110

Konfektionierte  Wäsche
Posamente  (Tressen,  Litzen,  Borden,

6,57

187

1  749

266

950

2  415

1003

Fransen,  Besatz)

0,41

56

14

100

133

108

—

Männer-  und  Frauenhüte

0,53

—

100

77

29

282

42

14,19  |

418

2967

551

4  577

4  109

1569

i)  Dem  Einfuhrwerte  nach  dürften  es  hauptsächlich  Leinen-  und  Hanfgarne  sein.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  44
        <pb n="699" />
        690

Ägypten.

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

China

Andere
Länder

In  1000  Mark

Rohseide  und  Seidengarne  200  t

R

2,68

4

17

6

1  048

1  457

148

Seidenabfälle  27  t

„

0,16

—

—

33

—

112

15

Seidengewebe

F

3,89

6

39

1  633

531

1083

598

Samt  und  Plüsch

„

0,76

224

239

151

4

—

142

Tüll,  Spitzen,  Bänder

„

0,37

—

—

346

—

—

24

Schale  aller  Art

1,92

1  006

56

—

268

—

590

9,78

1  240

351

2  169

1  851

2652

1  517

Ausfuhr.

Artikel

Mill.
Mark

Artikel

Mill.
Mark

Baumwolle  314300  t

R

529,47

Wolle,  roh  und  gewaschen  2259  t

R

2,83

Baumwollabfälle

„

0,07

Sonstige  Wollwaren

F

0,45

Baumwollgarne

H

0,11

Andere  Wollgeivebe  mit  verschie-Baumwollgewebe



F

0,97

denen  Fasern

F

0,46

Wirkwaren

0,04

Seide,  Abfälle  und  Waren  ....

0,17

Konfektionswaren  und  Hüte  .  .  .

»

0,67

Leinen-  und  Jutewaren

»

0,40

535,64

Zur  Ergänzung  der  Einfuhrlisten  seien  einige  Bemerkungen  aus  einem
Bericht  des  Kais.  Deutschen  Konsuls  in  Alexandrien  über  das  Jahr  1913  auszugsweise ­
  beigefügt 1 ):
Baumwollgewebe.  Die  Einfuhr  aus  England  und  Italien  hat  sich  gegen
früher  gehoben.  Italien  fängt  an,  auch  gewöhnliche  gebleichte  und  ungebleichte
Stoffe  abzusetzen,  die  bis  jetzt  ausschließlich  britischen  Ursprungs  waren.  Von
den  bedruckten  Stoffen  liefert  es  hauptsächlich  billige  Ware  und  hat  darin  seinen
Absatz  erheblich  vergrößert.
In  die  Lieferung  besserer  bedruckter  und  gefärbter  Stoffe  teilen  sich  die
anderen  Länder,  von  denen  Großbritannien  mehr  Stoffe  für  Männerkleider,
Deutschland  mehr  für  Frauenkleider  einführt.
Baumwollene  Decken  waren  fast  ausschließlich  belgischer  und  französischer ­
  Lferkunft.  Es  geht  nur  ganz  billige  Ware  für  die  Eingeborenen.
Baumwollene  Spitzen  und  Stickereien  wurden  fast  zu  einem  Drittel
aus  Österreich-Ungarn,  zu  einem  Viertel  aus  Großbritannien  und  zu  einem
Fünftel  aus  Frankreich,  ferner  noch  aus  der  Schweiz *  2 )  bezogen.

b  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1914,  Heft  83.
2 )  Nach  einem  Jahresbericht  des  schweizerischen  Handelsagenten  in  Alexandrien  über  das
Jahr  1912  entwickelt  sich  der  Bedarf  an  Stickereien  in  Ägypten  immer  mehr.  Einzelne  Arten
wie  Besatzartikel,  Taschentücher  und  Blusen  haben  auch  schon  bei  den  großen  Massen  der  arabischen
Bevölkerung  Aufnahme  gefunden.  Besonders  die  billigen  Besatzartikel  finden  guten  Absatz.
        <pb n="700" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

691

Wollstoffe.  Die  Einfuhr  ist  weiter  zurückgegangen,  und  zwar  von
2  268937  m  im  Jahre  1912  auf  l  870  559  m  (Wert  7,8  Mill.  Mark)  im  Jahre  1913.
Gefärbte  Stoffe  für  Eingeborene  sind  vornehmlich  österreichischer  Herkunft. ­
  Stoffe  für  Damenkonfektion  kommen  in  erster  Linie  aus  Frankreich,
ferner  aus  Deutschland  und  Österreich-Ungarn.  Für  Herrenkleiderstoffe,  von
den  billigen  gemusterten  für  Eingeborene  bis  zu  den  feinsten  für  Europäer,  bleibt
Großbritannien  der  Hauptlieferant.
Orientalische  wollene  Teppiche  kamen  im  Werte  von  1,06  Mill.  Mark
aus  Persien  und  der  Türkei,  europäische  im  Werte  von  1,3  Mill.  Mark  zu  90Proz.
aus  England,  im  übrigen  aus  Frankreich.  Eingeführt  werden  bedruckte,  gewebte
und  samtartige  Teppiche.  Die  britischen  sind  billiger  als  die  französischen  und
daher  leichter  verkäuflich.
Wollene  und  halbwollene  Decken  werden  zu  fünf  Achtel  aus  Tunis
und  Algerien,  zu  einem  Fünftel  aus  England,  im  übrigen  aus  Frankreich,
Marokko  und  Tripolitanien  bezogen.  Die  Decken  werden  fast  ausschließlich
von  den  Eingeborenen  gekauft.
Seidenstoffe  kamen  zu  zwei  Fünftel  aus  Frankreich,  zu  einem  Drittel
aus  China  und  Japan,  sonst'  hauptsächlich  aus  Italien.  Seidene  Bänder  und
Spitzen  waren  fast  ganz  französischer  Herkunft.
Glatte  Stoffe  aus  Leinen  und  Hanf  (ungebleichte,  bedruckte  und  gefärbte ­
  Stoffe,  Tischzeug,  Leinenstoffe  für  Bettücher  und  Bettkissen,  Zwillich  und
Stoffe  für  Vorhänge)  wurden  zu  je  40Proz.  aus  England  und  Belgien,  im  übrigen
meistens  aus  Frankreich  bezogen.  Billige  Leinenstoffe  für  Hemden  sind  vorzugsweise ­
  belgischer  Herkunft  und  werden  von  den  Eingeborenen  viel  gekauft.  Tischzeug ­
  kommt  viel  aus  England  und  findet  in  den  großen  Hotels  guten  Absatz.
Gewöhnliche  Stoffe  aus  Leinen,  Hanf  und  Jute  (hauptsächlich  Stoffe
für  Verpackungen)  wurden  zur  Hälfte  aus  England  und  Britisch-Indien,  außerdem
zu  je  einem  Sechstel  aus  Holland  und  der  Türkei,  sowie  ferner  aus  Frankreich
und  Österreich-Ungarn  bezogen.
Gemischte  Gewebe  aus  Jute,  Baumwolle,  Wolle,  Leinen,  Seide  (namentlich ­
  Möbelstoffe  und  gemischte  Stoffe  für  Konfektion).  Die  Einfuhr  ist  von
6,0  Mill.  Mark  im  Jahre  1912  auf  5,75  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  weiter  gefallen.
Die  Einfuhr  fertiger  Wäsche  hat  sich  gegen  das  Vorjahr  wieder  etwas
vermehrt.  Die  Haupteinfuhrländer  waren  Frankreich,  England,  Österreich-Ungarn;
außerdem  lieferten  Japan,  die  Türkei,  Italien  und  Deutschland.  Herrenwäsche
ist  hauptsächlich  britischer  und  österreichischer  Herkunft,  wobei  der  Bedarf  für
die  Regierung  ausschließlich  durch  britische  Ware  gedeckt  wird.  Damen-  und
Kinderwäsche  ist  französische  Spezialität.
Der  Wert  der  eingeführten  Wirkwaren  hat  sich  von  3,96  Mill.  Mark  im
Jahre  1912  auf  5,22  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  gehoben.  Frankreich  setzt  nur
Strumpfwaren  ab.  Italiens  Spezialität  sind  billige  baumwollene  Unterkleider,
die  auch  aus  Japan  und  Spanien  kommen.  Wollene  Unterkleider  sind  meistens
britischer  Herkunft.

44*
        <pb n="701" />
        692

Ägypten.

Fertige  Kleidungsstücke.  Österreich-Ungarn  liefert  ausschließlich  Männerkleider, ­
  von  denen  die  geringeren  Sorten  während  des  Winters  durch  Heimarbeiter ­
  hergestellt  und  daher  sehr  billig  verkauft  werden  können.  Frankreich
liefert  außer  Frauenkleidern  Kleidungsstücke  aus  blauem  Zeuge,  die  als  Arbeitsanzüge ­
  dienen.  England  ist  der  Lieferant  der  Uniformen  für  die  Truppen,  für
die  Polizei  und  die  Beamten  der  Regierung,  außerdem  sendet  es  Frauenkleider.
Deutschland  liefert  ausschließlich  Frauenkleider.  Aus  der  Türkei  kommen  Stambulinen,
  schwarze  Gehröcke,  die  von  den  bessergestellten  Eingeborenen  getragen
werden,  und  weite  Beinkleider.
Nach  einem  weiteren  Bericht  von  französischer  Seite  nimmt  die  Einfuhr
von  fertigen  Kleidern  in  Ägypten  sehr  stark  zu,  zum  Teil  durch  die  starke
Einwanderung  syrischer  Flüchtlinge,  zum  Teil  auch  durch  die  Hebung  des
Wohlstandes  im  Lande.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,33

3,87

73,01

Italien

1,05

1,79

13,47

Frankreich

0,04

0,06

11,82

Österreich-Ungarn

—

0,17

10,03

Deutschland

0,20

6,46

Britisch-Indien

0,09

1,04

6,87

Türkei

0,15

—

3,0

Belgien

—

0,29

1,66

Japan

—

—

1,02

Persien

—

—

0,61

China

1,57

—

1,08

Schweiz

—

—

0,35

Spanien

—

—

0,22

Niederlande

—

—

0,21

Andere  Länder

0,17

0,08

2,19

1

3,40

7,50

132,0

Ungefährer  Produktionswert  der  Textilindustrie  Ägyptens  im  Jahre  1913.
Der  Produktionswert  der  Textilindustrie  Ägyptens  kann  auf  Grund  der
Einfuhr  für  das  Jahr  1913  wie  folgt  angenommen  werden:
Baumwollindustrie:
2694t  Baumwollgarne,  die  Tonne  zu  4500Mk  12,1
19998  t  Gewebe  in  Umarbeitung,  „  „  „  1500  „  30,0  42,1  Mill.  Mk.
Wollindustrie:
163  t  Garne,  die  Tonne  zu  8oooMk  1,3  „  „
Seidenindustrie:
200  t  Garne,  „  „  „  30  000  „  6,0  „  „
Leinenindustrie:
971t  Garne,  „  „  „  2  000  „  1,9  „  „
        <pb n="702" />
        Ägypten.  Algerien.  693

Der  Inlandsverbrauch  Ägyptens  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Artikel

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  Ägyptens  einschließl.
  des  Sudans  im  Jahre
1913  mit  ungefähr  14770000  angenommen, ­
  war  der  Verbrauch
pro  Person  und  Jahr
Mark

Baumwollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

42,1
84,S

126,6

8,57

Wollwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

1,3
16,6

17,9

1,21

Seidenwarenproduktion
Eingeführte  Fertigwaren

6,0
6,9

12,9

0,87

Leinen-  und  Jute  Warenproduktion  ....
Eingeführte  Fertigwaren

1,9
9,8

11,7  9

0,79

Konfektionswareneinfuhr  abzügl.  Ausfuhr

13,5

0,91

182,6

12,35  mit  Jutewaren
11,81  ohne  „

Vorstehender  Inlandsverbrauch  von  182,6  Mill.  Mark  wird  gedeckt
von  der  Produktion  von  der  Einfuhr
zu  28  Proz.  zu  72  Proz.

Algerien.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  81,8  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  2,2,  Garne  für  2,5,  Fertigwaren  für  77,1  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an*Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  11,7  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  6,8,  Garne  für  0,05,  Fertigwaren  für  4,9  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

Frankreich

Mill.  Mk,

Tunis

Marokko

99  *

Schweiz

U  „

England

&amp;gt;»  99

Türkei  0,06  Mill.  Mk.
Spanien  0,04  „  „
Deutschland  0,01  „  „
Ägypten  0,01  „  „
Andere  Länder  0,76  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
Etwa  10000t  rohe  Wolle.  .  .  im  ungefähren  Werte  von  .  .  10,0  Mill.  Mark
„  180  t  „  Baumwolle  „  „  „  „  .  .  0,18  „  „
10,18  Mill.  Mark

9  Den  Einfuhrlisten  nach  sind  davon  ungefähr  70  Proz.  Jutewaren.
        <pb n="703" />
        694

Algerien.

Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Algerien  stark  verbreitet,  und  zwar  betrug
die  Zahl  der  Schafe  im  Jahre  1912  8  338  000.  Die  gewonnene  Wolle  ist  sehr
unrein  und  spröde  und  hat  beispielsweise  unter  den  in  Deutschland  eingeführten
Wollen  den  niedrigsten  Einfuhrwert  (llOOMk.  pro  Tonne).  Die  im  Inlande
erhaltene  Wollmenge  wird  1912  auf  16940  t  geschätzt 1 ).
Baumwolle.  Die  Baumwollkulturen  in  Algerien  werden  erst  in  den  letzten
Jahren  in  stärkerem  Maße  gepflegt;  die  „Association  Cotoniere  Coloniale“  ist
bemüht,  diese  in  Algerien  nach  und  nach  immer  weiter  zu  verbreiten.  Die  Ernte
wird  im  Jahre  1912  auf  180  t  geschätzt.
Produktion  der  Textilindustrie.
In  Algerien  sind  nur  Kleinbetriebe  vorhanden,  indem  in  der  Hausindustrie
einfachere  Baumwoll-  und  Wollgewebe,  wie  auch  Teppiche  hergestellt  werden.
Von  der  im  Inlande  gewonnenen  Rohwolle  werden  etwa  7000  bis  80001  im  Lande
selbst  verarbeitet.  Diese  zusammen  mit  den  sonst  eingeführten  Rohstoffen  und
Halbfabrikaten  würden  im  Jahre  1911  einen  ungefähren  Produktionswert  von
34  Mill.  Mark  ergeben.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Einfuhr.

Baumwollwaren.
Lose  Baumwolle  76  t
Game,  roh,  gebleicht,  bunt  138  t

„  gezwirnt,  gebleicht,  bunt
Gewebe,  roh
„  gebleicht
„  gefärbt,  bedruckt  .  .  .
Samt,  Piques  und  sonstige  Stoffe
Decken
Tüll,  Spitzen,  Stickereien  .  .  .
Wirkwaren

0,11  Mill.  Mark
0,76  „
0,56  „
10,89  „
16,83  -
13,28  „
0,34  „
0,36  „
0,46  „
4,49  „

Wollwaren.

48,08  Mill.  Mark

Lose  Wolle,  Abfälle,  Ziegenhaare  1240  t
Kamm-,  Streich-  und  Teppichgarne  79t
Woll-  und  Halbwollgewebe  .  .
Wolldecken
Teppiche  .
Wirkwaren  und  Filze

1,52
0,46
4,02
1,19
0,21
0,20

Mill.  Mark

Seidenwaren.
Rohseide  und  Florettseide  231
Seiden-  und  Halbseidengewebe
Bänder  aus  Seide  und  Halbseide  .  .
Spitzen  und  Stickereien  usw

7,60  Mill.  Mark

0,58  Mill.  Mark
0,80  „  „
0,30  „
0,13  „
l,8l  Mill.  Mark

T  „Annuaire  statistique  Paris“  1913,  S.  310.
        <pb n="704" />
        Ein-  und  Ausfuhr.  Inlandsverbrauch.

695

Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren.
Leinen-,  Hanf-  und  Ramiegarne  114  t
Jutegarne  121t
Leinen-,  Hanf-  oder  Ramiegewebe
jutegewebe
Jutesäcke

Konfektionswaren,  mit  Ausnahme  von  Strohhüten.

0,59  Mill.  Mark
0,10  „  „
2,91  „
0,69  „
6,19  „
10,48  Mill.  Mark

Herren-  und  Damenkleider
Weißwäsche,  genäht
Krawatten
Korsette
Gewebe,  gummiert  und  Kleider  daraus  .  .  .
Konfektionsartikel,  nicht  besonders  benannt  .
Hüte  und  Mützen  .
Posamentierwaren  und  Bänder

7,36  Mill.  Mark
2,80  „

'-'&amp;gt;'40  »
0,20  „

*

0,09  „

„

1,38  „

n

0,37  „

»

1,14  ,,

n

13,79  Mill.  Mark

Ausfuhr.

Baumwollwaren.
Lose  Baumwolle  711  0,10  Mill.  Mark
Garne  4  h  0,05  „  *
Gewebe  und  Wirkwaren  2,07  „  „
2.22  Mill.  Mark
Wollwaren.
Rohe  Wolle,  auch  ungeschorene  Felle  6849  t  6,57  Mill.  Mark
Ziegen-  und  Kamelhaare  126  t  0,11  „  „
Woll-  und  Halbwollwaren  0,54  «  „
7.22  Mill.  Mark
Seidenwaren  0,22  Mill.  Mark
Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren  0,53  Mill.  Mark
Konfektio  ns  waren  1,56  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  im  Jahre  1911,  abzügl.  der  ausgeführten  .  .  72,2  Mill.  Mark
Produktion  im  Inlande  34,0  „
106,2  Mill.  Mark
Algerien  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  5563828.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
19,08  Mk.  mit  Jutewaren,
17,92  „  ohne  „
        <pb n="705" />
        696

Tunis.

Tunis.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  18,7  Mill.  Mark;*
davon  Rohstoffe  für  1,02,  Garne  für  1,40,  Fertigwaren  für  16,28  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  3,4  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  0,89,  Fertigwaren  für  2,47  Mill.  Mark.

Frankreich
England.
Italien.  .
Algerien
Belgien  .

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

8,10  Mill.  Mk.
3,75  „
2,33  ,,
0,74  ,,
0,34  ,,  „

Deutschland  .
Britisch-Indien
Schweiz  .  .  .
Türkei  .  .  .
Andere  Länder

0,17  Mill.  Mk.

0,15  -
0,14  „
0,12  „
0,44  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Die  französische  Verwaltung  bemüht  sich  seit  dem  Jahre  1906
sehr,  um  die  Anpflanzungen  der  Baumwolle  zu  fördern,  aber  günstige  Ergebnisse
liegen  bis  jetzt  nicht  vor;  zum  Teil  ist  die  große  Trockenheit  des  Landes  daran
schuld,  doch  sollen  die  Versuche  fortgesetzt  werden.
Wolle.  Nach  der  Anzahl  der  Schafe,  die  im  Jahre  1912  auf  728000  geschätzt ­
  wurde,  kann  die  gewonnene  Wolle,  entsprechend  der  für  Algerien  berechneten ­
  Menge,  mit  1400t  angenommen  werden.  In  ihren  Eigenschaften  gleicht
die  tunesische  Wolle  der  algerischen.

Produktion  der  Textilindustrie.
Im  Inlande  werden  in  der  Hausindustrie  Baumwoll-  und  Wollgewebe,  wie
auch  Teppiche,  in  geringen  Mengen  hergestellt.  In  Kairouan  bildete  sich  mit
Unterstützung  der  Regierung  eine  Gesellschaft,  die  die  Herstellung  und  die  Ausfuhr ­
  der  in  Tunis  hergestellten  Teppiche  fördert.  Die  Ausfuhr  selbst  ist  allerdings ­
  bisher  nicht  bedeutend.
Der  ungefähre  Produktionswert  beträgt,  nach  den  eingeführten  Garnen  bemessen, ­
  denen  noch  die  im  Inlande  verarbeitete  Wolle  von  700  t  beizuzählen
ist,  9  Mill.  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Baumwollwaren.

Einfuhr.

Garne  376  t
Gewebe,  roh  8101

„  gebleicht
„  gefärbt  und  buntgewebt.
„  bedruckt
Decken
Spitzen,  Stickereien,  Vorhänge  .  .
Wirkwaren  .
Sonstige  gemischte  Baumwollstoffe

H  0,70  Mill.  Mark
F  1,52  „
„  4,18  „
»  3,55  „
„  0,85  „
„  0,26  „
„  0,08  „
„  0,41  „
„  0,41  „
11,96  Mill.  Mark
        <pb n="706" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

697

3,36  Mill.  Mark

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Baumwollwaren  sind:

Frankreich  ....  mit  4,39  Hill.  Mk,
England  „  3,71  „  „
Italien  „  2,46  „  „
Wollwaren.

Algerien  mit  0,42  Mill.  Mk.
Belgien  „  0,38  „  „

Deutschland  ....  „  0,14

Lose  Wolle  und  Kammzug  2431
Streichgarne  und  sonstige  Garne  103  t
Woll-  und  Halb  Wollstoffe
Decken
Filze
Wirkwaren

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Wollwaren  sind:

R  0,28  Mill.  Mark
H  0,50  „
F  1,00
„  0,06  „
„  0,04  „
„  °,il  »
1,99  Mill.  Mark

Frankreich  mit  1,40  Mill.  Mk.  |  England  mit  0,22  Mill.  Mk.

Seidenwaren.

Grege  66  t  R
Sonstige  Seidengarne  4t  H
Seiden-  und  Halbseidenw'aren  F
Leinenwaren.
Garne  66  t  H
Leinenwaren  F
Jutewaren.
Garne  40  t  H
Jutege-webe  F
Jutesäcke

Konfektionswaren  und  Hüte.
Herrenkleider
Damenkleider  und  sonstige  Konfektionsartikel
Wäsche,  genäht
Korsette
Hüte  aus  Haar-  und  Wollfilz,  Fez
Posamentierwaren

0,74  Mill.  Mark
O.OS  „
0,16  „
0,95  Mill,  Mark
0,11  Mill.  Mark
0,36  „
0,47  Mill.  Mark
0,04  Mill.  Mark
0,25  „
L73  „
2,02  Mill.  Mark
0,69  Mill.  Mark
0,17  „
0,20  „  „
0,01  „  „
0,18  „  „
°,07  „

1,32  Mill.  Mark
Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten  sind:

Frankreich  mit  1,02  Mill.  Mk.  |  Algerien  mit  0,14  Mill.  Mk.
Italien  ....  mit  0,09  Mill.  Mk.

Ausfuhr.

Wolle,  roh  und  gewaschen  6171  R
Ziegen-  und  Kamelhaare  26  t
Wolldecken  F
Teppiche  n
Sonstige  Wollgewebe
Fez  und  sonstige  rote  Mützen
Rohseide  und  Kokons  7  t  R
Baumwollgewebe  und  sonstige  Fertigwaren  .  F

0,67  Mill.  Mark
0,04  „
0,39  „
0,16  „
o,72  „
0,72  „
0,18  „  „
0,48  „
        <pb n="707" />
        698

Tunis.  Marokko.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  im  Jahre  1913,  abzügl.  der  ausgeführten  .  .  13,8  Mill.  Mark
Produktion  im  Inlande  9,0  „  „

22,8  Mill.  Mark
Tunis  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  1956  OOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
ll,66Mk.  mit  Jutewaren
10,64  „  ohne  „

Marokko.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  41,6  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  1,5,  Halbfabrikate  für  1,3,  Fertigwaren  für  38,8  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  1,6  Mill.  Mark;
davon  Rohstoffe  für  1,4,  Fertigwaren  für  0,2  Mill.  Mark.

Die  Herkunftsländer  der  Fertigwaren  sind:

England  27,72  Mill.  Mk.
Frankreich  7,01  „  „
Deutschland  .  2,25  „  „
Österreich-Ungarn  o,57  ,,  „
Spanien  0,50  „  „

Italien  0,17  Mill.  Mk.
Belgien  0,22  „  „
Niederlande  0,14  „  „
Andere  Länder  0,20  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Wolle.  Marokko  hat  eine  ziemlich  entwickelte  Schafzucht.  Die  gewonnene ­
  Wolle  ist  besserer  Qualität  als  die  von  Algerien  und  wird  über  Casablanca ­
  nach  Frankreich  und  Deutschland  ausgeführt.  Die  im  Lande  gewonnene
Menge  ist  schwer  zu  bestimmen.  Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1910  4000  t,  im
Jahre  1911  5300  t  und  im  Jahre  1912  16001.  Der  Rückgang  1912  wird  darauf
zurückgeführt,  daß  mehr  Wolle  im  Inlande  verarbeitet  wurde 1 ).
Baumwolle.  Diese  wird  bis  jetzt  nicht  gewonnen.  Doch  sind  die  klimatischen ­
  Verhältnisse  sehr  günstig  und  sollen  Versuche  von  französischer  Seite
bereits  im  Gange  sein.
Seide.  Es  wurden  in  den  letzten  Jahren  große  Anstrengungen  gemacht,
um  die  Seidenraupenzucht  einzuführen.  Im  Jahre  1913  wurden  400  kg,  im
Jahre  1914  bereits  1500  kg  Kokons  gewonnen.

1 )  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  1913&amp;gt;  Heft  121.
        <pb n="708" />
        Marokko.

699

4,71  Mill.  Mk.

Produktion  der  Textilindustrie.
Eine  eigentliche  Textilindustrie  ist  nicht  vorhanden.  Es  werden  nur  ähnlich ­
  wie  in  Algerien  Kleidungsstücke  aus  Baumwolle  und  Wolle,  sowie  auch
Teppiche  in  ziemlichen  Mengen  hergestellt,  die  ausschließlich  für  den  Inlandsbedarf ­
  dienen  und  nicht  zur  Ausfuhr  gelangen.  Ihr  Produktionswert  kann  auf
ungefähr  8  Mill.  Mark  geschätzt  werden.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.
Zur  Einfuhr  gelangen  zum  größten  Teil  Baumwollstoffe,  und  zwar  aus
England.  Bemerkenswert  ist  die  starke  Einfuhr  von  gebleichten  Baumwollstoffen,
die  für  Kleider,  Wäsche  und  Matratzen  Verwendung  finden,  und  ferner  von
geblümtem  Musselin,  der  von  den  marokkanischen  Frauen  für  Obergewänder
benutzt  wird.  Frankreich  bzw.  Pondichery,  liefern  hauptsächlich  die  sogenannten
„Salempores“,  das  sind  mit  Indigo  tief  bronzig  gefärbte  Baumwoll-  und  Leinengewebe, ­
  die  im  Süden  für  Kleider  gebraucht  werden.  Deutschland  ist  an  der
Einfuhr  hauptsächlich  mit  wollenen  Kleiderstoffen  beteiligt.

Einfuhr.
Baumwoll  waren.
Baumwollgarne  404  t
Gewebe,  roh  222  t

„  gefärbt.
„  bedruckt
Musselin  ....
Strumpfwaren  .  .
Sonstige  Gewebe

England  .  .
Frankreich  .
Deutschland

mit  27,6  Mill.  Mk.
„  1,9  *
„  0,4  „

Spanien
Italien  .

Wollwaren.
Garne

3  t

Teppiche,  Möbelstoffe  und  Filze.  .  .  ....  ....  .  .  .  .  .
Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Wollwaren  sind:
England  .  .
Österreich-Ungarn  .

Deutschland  mit  1,7  Mill.  Mk.
Frankreich  0,5  „  „

Seidenwaren.
Rohseide  (Grege)

134  t

Seidengewebe  mit  Wolle  ,

H

0,90  Mill.  Mk.

„

0,38  „

F

17,04  „  „

4,63  „  „

,,

1,77  ,,  „

5,32  „  „

»

0,68  „  „

„

0,14  „

30,86  Mill.  Mk.

;  0,3  Mill.  Mk.

0,25  „  „

H

0,02  Mill.  Mk.

F

3,25  „  „

„

0,20  „

3,47  Mill.  Mk.

*  *  &amp;gt;»

0,4  ,,  »

R

1,53  Mill.  Mk.

F

1,28  „

„

1,90  „  „
        <pb n="709" />
        700

Marokko.  Madagaskar.

Leinen-,  Hanf-  und  Jutewaren.
Garne
Leinengewebe
Jutegewebe
Säcke  und  Packleinwand  .  .  .

6  t  H  0,01  Mill.  Mk.
.  .  F  o,07  „
•  ■  „  0,04  ,  »
.  .  „  0,20  „
0,32  Mill.  Mk.

Konfektions-  und  Hutwaren.
Fertige  Kleider
Genähte  Wäsche
Hüte,  Mützen  und  Kappen
Bänder,  Spitzen  und  Tüll

F  1,32  Mill.  Mk.
„  0,42  „
*  0,09  »  »
„  0,40  „  „
2,23  Milb  Mk.

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Konfektions-  und  Hutwaren  sind:
Frankreich  mit  1,6  Mill.  Mk.  j  England  mit  0,3  Mill.  Mk.
Österreich-Ungarn  ....  mit  0,1  Mill.  Mk.

Wollwaren.
Wolle  in  Schweiß  .  .  1505  t
„  gewaschen  .  .  74  t
Sonstige  Textilwaren....

Ausfuhr.

R  1,26  Mill.  Mk.'
„  0,13  „
F  0,16  „  „

davon  nach  Frankreich  für  .  .  0,66  Mill.  Mk.
„  „  Deutschland  „  .  .  0,65  „  „

1,55  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Eingeführte  Fertigwaren  im  Jahre  1912,  abzügl.  der  ausgeführten  .  .  38,6  Mill.  Mk.
Produktion  im  Inlande  8,0  „  „
46,6  Mill  Mk.
Marokko  hatte  im  Jahre  1912  eine  auf  5  Millionen  geschätzte  Bevölkerung.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
9,32  Mark  mit  Jutewaren
9,27  „  ohne  „

Madagaskar.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  20,3  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  „  „  „  „  1912  „  0,17  »  „

Frankreich
Französische  Kolonien
Englische  Kolonien.  .
England

Die  Herkunftsländer  waren

19,05  Mill.  Mk.
0,19  „  „
0,53  „  „
0,13  „

Deutschland  .
Niederlande  .
Andere  Länder

0,03  Mill.  Mk.
0,03  „
0,34  -  »
        <pb n="710" />
        Madagaskar.

701

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Anpflanzungen  von  Baumwolle  sind  im  Gange;  die  Ergebnisse ­
  sind  aber  bis  jetzt  noch  unbedeutend.  Die  Ernte  im  Jahre  1912  betrug  3  t.
Seide.  Auch  die  Seidenraupenzucht  wird  in  Madagaskar  gepflegt,  doch
liegen  bis  jetzt  in  Betracht  kommende  Ergebnisse  nicht  vor 1 ).

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.

Einfuhr.
Bau  mwoll  waren.
Baumwollgarne,  roh,  gebleicht,  gefärbt
Nähgarne
Baumwollgewebe,  roh
„  gebleicht
„  gefärbt  und  buntgewebt
„  bedruckt
Jacquardgewebe
Samt  und  sonstige  Gewebe
Tüll,  Spitzen  und  Stickereien
Decken
Wirkwaren
Wollwaren.
Woll-  und  Halbwollstoffe,  Decken,  Teppiche,  Wirkwaren
•  Seidenwaren.
Gewebe,  Bänder  usw
Leinen-  und  Hanfwaren.
Gewebe
J  u  t  e  w  a  r  e  n.
Gewebe  und  Säcke
Konfektions-,  Hut-  und  Posamentierwaren.
Kleider
Posamente  und  Bänder
Hüte,  Mützen  und  Kappen

Ausfuhr.
Baumwolle,  unentkernt
Sonstige  Textilwaren
Jutesäcke

22  t  0,11  Mill.  Mk.
.  .  0,08  *
•  •  7,99  -  „
•  •  2,18  „
•  ■  3,53  „  „
•  •  3,19  „  „
•  •  0,76  „  „
•  ■  0,03  „
•  •  0,15  „  „
.  .  0,08  „
•  •  o,2S  „  „
18,35  MiU.  Mk.

0,21  Mill.  Mk.

0,23  Mill.  Mk.

0,11  Mill.  Mk.

0,39  Mill.  Mk.

0,7l  Mill.  Mk.
0,18  „
0.08  .  »
0,97  Mill.  Mk.

2  t  0,01  Mill.  Mk.
•  0,07  „  „
■  •  0,09  „  „
0,17  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  20,1  Mill.  Mark.
Madagaskar  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  3154000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
6,38  Mark  mit  Jutewaren
6,27  „  ohne  „

x )  Bulletin  des  Soies  et  des  Soieries  Lyon  1916,  Vol.  2023.
        <pb n="711" />
        702

F  ranzösisch  -Westafrika.

Französisch-Westafrika.
(Senegal,  Obersenegal  und  Niger,  Mauretanien,  Guinea,  Elfenbeinküste,  Dahome.)

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  35,9  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1911  betrug  0,48  Mill.  Mark,
davon  Rohstoffe  für  0,23,  Fertigwaren  für  0,25  Mill.  Mark.

England
Frankreich  .  .  .  .  .
Englische  Kolonien  .
Französische  Kolonien
Deutschland

Die  Herkunftsländer  waren:

18,31  Mill.  Mk.
9,29  ,,  »
2,77  „
1,88  „  „
1,56  „  „

Niederlande  .
Belgien  .  .  .
Italien  ....
Togo  ....
Andere  Länder

1,02  Mill.  Mk.
0,50  „
0,16  „  „
0,05  „  „
0,36  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Die  Association  Cotoniere  Coloniale  Paris  bemüht  sich  sehr,  die  Baumwollpflanzungen
  auch  in  Französisch-Westafrika  zu  fördern.  Erfolge  wurden
bisher  in  Dahome  erzielt,  das  bereits  125  t,  und  in  Obersenegal-Niger,  das  angeblich ­
  auch  schon  120  t  ausgeführt  haben  soll,  in  Wirklichkeit  jedoch  nur  etwa
60  t  unentkernte  Baumwolle  ausführte,  ferner  in  Senegal,  das  etwa  20  t  zur  Ausfuhr ­
  brachte.  Auch  die  Elfenbeinküste  soll  zu  den  besten  Hoffnungen  berechtigen.
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  betrug  150t  lose  Baumwolle  im  Werte  von
0,14  Mill.  Mark.  Außerdem  führte  Niger  220t  rohe  Wolle  im.Werte  von
0,09  Mill..Mark  aus,  die  hauptsächlich  nach  Frankreich  .gingen.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1911.

Einfuhr.

Baumwollwaren.
Game,  roh,  gebleicht,  gefärbt
Gewebe,  roh.  .
„  gebleicht
„  gefärbt
„  buntgewebt
„  bedruckt
„  Guin6es.  .  .  .
Taschentücher,  bedruckt
Jacquardgewebe
Tücher,  Schürzen  für  Eingeborene
Decken
Samt  und  samtartige  Gewebe
Barchent,  Damast  und  Tischzeug
Wirkwaren  •
Stickereien,  Tüll  und  sonstige  Baumwollwaren

382  t
379  t

1,23  Mill.  Mk.
0,88  „  „
5,89  -  „
6,82  „
2,41  „
4,95  -  „
4,12  „
0,60  „
0,48  -
0,84  „
0,43  -
0,67  „  „
0,26  „
0,44  -
0,27  „
        <pb n="712" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

703

Beteiligt  an  der  Einfuhr  von  Baumwollwaren  sind  :

England
Frankreich  .  .  .  .
Engl.  Kolonien  .  .  .

mit  17,4  Mill.  Mk.
„  5,4  *  „
„  2,5  „  „
Belgien  .  .  .

Franz.  Kolonien
Deutschland  .  .
Niederlande  .  .
mit  0,5  Mill.  Mk.

mit  1,9  Mill.  Mk.

Woll  waren.
Woll-  und  Halbwollstoffe  0,24  Mill.  Mk.
Wolldecken  0,12  „  „

0,36  Mill.  Mk.
Seid  enwaren.
Seidenwaren  Mill.  Mk.
Seidengewebe  und  sonstige  Artikel  0,44  „  „
0,46  Mill.  Mk!
Leinen-,  Hanf-  und  Ramiewaren.
Garne  74  t  0,20  Mill.  Mk.
Gewebe  usw  0,21  „  „
0,41  Mill.  Mk.
J  utewaren.
Jutegewehe  0,06  Mill.  Mk.
Säcke  1,30  „  „
1,36  Mill.  Mk~
Konfektions-,  Hut-  und  Posamentierwaren.
Herren-  und  Damenkleider  1,84  Mill.  Mk.
Weißwäsche,  genäht  0,52  „  „
Hüte,  Mützen,  Fez  0,34  „  „
Posamente  und  andere  Konfektionswaren  .  0,34  »  ,,

3,04  Mill.  Mk.

Beteiligt  an  der  Einfuhr
waren  sind:

von  Konfektions-,  Hut-  und  Posamentier-Frankreich

  mit  2,5  Mill.  Mk.  |  England  mit  0,2  Mill.  Mk.
Deutschland  mit  0,12  Mill.  Mk.

Ausfuhr.

Lose  Baumwolle
Rohe  Wolle  .  .
Fertigwaren  .  .

185  t  R  0,14  Mill.  Mk.
220  t  „  0,09  .  „
■  ■  ■  F  0,25  „  „
0,48  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  35,67  Mill.  Mark.
Französisch-Westafrika  hatte  1911  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  11343  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

3,14  Mark  mit  Jutewaren
3,02  „  ohne  „
        <pb n="713" />
        704

Französisch-Ostafrika.

Französisch-  Ostafrika
außer  Madagaskar
(Somaliküste,  Mayotte  und  Dep.,  Reunion).
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  15,0  Milk  Mark.
Die  Ausfuhr  „  „  „  „  1912  „  1,0  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:

Frankreich  3,32  Mill.  Mk.
Französische  Kolonien  0,06  „  „
England  2,35  „
Englische  Kolonien  6,95  &amp;gt;,  „
Österreich-Ungarn  0,70  „  „

Vereinigte  Staaten  0,66  Mill.  Mk.
Belgien  0,66  „
Deutschland  0,12  „
Andere  Länder  0,18  „

Die  Ausfuhr  umfaßt  hauptsächlich  Baumwollwaren,  die  teils  nach  Frankreich, ­
  teils  nach  den  anderen  französischen  Kolonien  gingen.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.

B -,  i  JL/illlUlll  •
aumwollwaren.
Garne  aller  Art  443  t  o,79  Mill.  Mk.
Gewebe,  roh  8,71  „  „
„  gebleicht  2,34  „
„  bunt  1,59  „
Tücher,  Schürzen  für  Eingeborene  0,07  „  „
Decken  0,13  „  „
Wirkwaren  und  sonstige  Baumwollwaren  0,10  „  „
13,73  Mill.  Mk.
Wollwaren.
Gewebe  und  Decken  0,25  Mill.  Mk.
Leinenwaren  0,06  Mill.  Mk.
Konfektionswaren  0,40  Mill.  Mk.
Seiden  waren.
Gewebe  und  Bänder  0,26  Mill.  Mk.
Jutewaren  und  Säcke  0,30  Mill.  Mk.

Textilwaren

Ausfuhr.

1,0  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren,  abzügl.  der  ausgeführten,  betrug  14  Mill.  Mark.
Französisch-Ostafrika  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  482  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
29,05  Mark  mit  Jutewaren
28,42  „  ohne  „
        <pb n="714" />
        Französisch-  Äquatorialafrika.

705

Französisch-Äquatorialafrika  (Kongo).
(Gabun,  Mittelkongo,  Ubangi,  Schari,  Tschad.)

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  4,76  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  „  „  „  „  1912  „  0,04  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:

England  .  .  .
Frankreich  .  .
Belgien  .  .  .
Belgisch-Kongo

1,63  Mill.  Mk.
1,43  „  „
0,91  *
0,20  „

Deutschland  .
Niederlande  .
Andere  Länder

0,38  Mill.  Mk.
0,17  „
0,04  „  „

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1912.
Einfuhr.

Baumwollwaren.
G arne  32  t  0,02  Mill.  Mk.
Gewebe,  roh  °&amp;gt;13  &amp;gt;,  „
„  gebleicht  °&amp;gt; 2 4  „  ,,
„  gefärbt  und  buntgewebt  1,59  „  »
„  bedruckt  0,85  „  ,,
Tücher,  Schürzen  für  Eingeborene  0,48  „  „
Decken  0,10  „  „
Wirkwaren  0,21  „  „
Sonstige  Baumwollwaren  0,05  „
3,67  Mill.  Mk.
Woll-,  Seiden-  und  Leinenwaren  0,12  Mill.  Mk.
Jutewaren  °&amp;gt;°3  „  „
Konfektionswaren  °,94  „  „
1,09  Mill.  Mk.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,  betrug  4,7  Mill.  Mark.
Französisch-Äquatorialafrika  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr ­
  9800000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
0,48  Mark.

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

45
        <pb n="715" />
        706

Britisch  -  Südafrika.

Britisch  -  Südafrika.
(Südafrikanischer  Bund  mit  Rhodesia.)
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1913.

In  Millionen  Mark.

Artikel

Einfuhr

Ausfuhr

Die  eingeführten  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

Baumwolle

66,3

o,4

0,6

65,7

Wolle

18,5

116,7

—

—

18,5

Seide

2,1

—

—

—

2,1

Leinen  und  Jute  ....

14,1

—

—

—

14,1

Konfektion

84,8

0,7

—

—

84,8

185,8

117,8

0,6

—

185,2

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  gemäß  den  Angaben  über  die  Ausfuhr  im  Jahre  1912/13
gewonnen:
80168  t  Wolle  im  ungefähren  Werte  von  116,6  Mill.  Mark.
(In  diesen  sind  7862  t  Mohairwolle  im  ungefähren  Werte  von  17,8  Mill.  Mark  enthalten.)
Wolle.  Die  Schafzucht  ist  in  Britisch-Südafrika  sehr  bedeutend  und  dementsprechend ­
  auch  die  Wollgewinnung.  Die  südafrikanische  Wolle  erreicht  in
Güte  die  australische  Wolle  wohl  nicht,  aber  es  werden  in  Britisch  -  Südafrika
große  Anstrengungen  gemacht,  um  sowohl  die  Menge  als  auch  die  Qualität  der
Wolle  zu  erhöhen.
Die  Ausfuhr  an  Wolle  (einschließlich  der  Mohairwolle)  im  Jahre  1912  betrug
73374  t,  im  Jahre  1913  aber  schon  80168  t.  Es  ist  dies  eine  Erhöhung  von
22  000  Ballen,  und  zwar  trotzdem  schwere  Dürreperioden  den  Ertrag  beeinträchtigten. ­
  Dabei  ist  noch  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  die  Wollproduktion  in
Australien  und  Südamerika  in  der  gleichen  Periode  eher  zurückging.
Nach  einem  Berichte  des  Kaiserlich  Deutschen  Konsulats  in  Durban  J )  hat
man  in  Südafrika  erst  in  den  letzten  Jahren  angefangen,  der  Wollschafzucht
mehr  Aufmerksamkeit  und  Sorgfalt  zuzuwenden.  Australien  ist  das  Land  der
Schafzüchtereien  im  großen  Stile,  bei  denen  sowohl  auf  die  Zucht  selbst  als
auch  auf  die  Behandlung  der  Wolle  für  denVerkauf  größere  Sorgfalt  verwendet
werden  kann.  In  Südafrika  dagegen  entstammt  ein  großer  Teil  der  Wolle

9  Nachrichten  für  Handel  u.  Industrie  1912,  Nr.  80.
        <pb n="716" />
        *)  Nachrichten  für  Handel  u.  Industrie  1913,  Nr.  28.

Inlandsrohstoffe.

kleineren  Farmbetrieben,  bei  denen  die  Methoden  zum  Teil  noch  veraltet  ul  kS
rückständig  sind.  Dazu  kommt,  daß  der  größte  Teil  der  Wolle  zunächst  durchs
die  Hände  der  ländlichen  Storebesitzer  geht,  die  sie  von  den  Farmern  aufkaufen ­
  und  in  der  Regel  wenig  Sachkenntnis  hinsichtlich  der  Sortierung,  Verpackung ­
  usw.  haben,  so  daß  die  Wolle  häufig  in  kleinen  Losen  und  in  unansehnlichen, ­
  ungleichen  und f in  der  Güte  und  Sorte  oft  gemischten  Ballen  zum  Verkauf
gelangt.  Versuche,  hierin  Wandel  zu  schaffen,  und  die  Wolle  der  verschiedenen
Schafzüchter  durch  landwirtschaftliche  Verkaufsorganisationen  auf  den  Markt  zu
bringen,  wie  dies  vor  einigen  Jahren  von  der  „Unie“  im  Orangefreistaat  angestrebt ­
  wurde,  haben  sich  nicht  bewährt.  Die  Farmer  ziehen  es  im  allgemeinen
vor,  sofort  nach  der  Schur  ihr  Geld  in  voller  Höhe  zu  erhalten,  als  nur  etwa
einen  Vorschuß  zu  bekommen  und  auf  die  Endabrechnung  monatelang  warten
zu  müssen.  Zudem  stehen  sie,  wie  es  scheint,  nicht  selten,  ähnlich  vielen  unserer
Landwirte  daheim  in  Deutschland,  zu  jenen  ländlichen  Storebesitzern  in  einem
Kreditverbältnis,  das  ihnen  die  Wahl  einer  anderen  Verkaufsart  erschwert.
Immerhin  bewegt  sich  die  Wollprodulction  Südafrikas  ihrem  Umfange  und
ihrer  Qualität  nach  zweifellos  in  aufsteigender  Linie.  Die  Regierung  ist  bemüht,
durch  Belehrung  wie  durch  eigene  Einfuhr  guten  Zuchtmaterials  auf  Verbesserung ­
  der  Rasse  hinzuwirken,  und  auch  in  den  Kreisen  der  südafrikanischen
Farmer  selbst  beginnt  sich  die  Erkenntnis  mehr  und  mehr  Bahn  zu  brechen,  daß
es  sich  bezahlt  macht,  in  der  Zucht  ein  größeres  Kapital  an  Geld,  Mühe  und
Sorgfalt  anzulegen,  als  dies  früher  häufig  der  Fall  war.
Das  Wollgeschäft  spielt  sich  durchweg  in  der  Weise  ab,  daß  die  in  Durban
aus  dem  Inlande  ankommende  Wolle  im  Wege  der  Auktion  an  die  Wollkäufer
veräußert  wird,  die  sie  für  Rechnung  bestimmter  europäischer  Auftraggeber  oder
auf  Spekulation  erstehen.  Die  Zahl  dieser  Wollkäufer  ist  in  den  letzten  Jahren
zum  Nutzen  der  südafrikanischen  Produzenten,  aber  zum  Nachteil  der  europäischen ­
  Wollinteressenten  erheblich  gewachsen.
Der  Export  der  Wolle  findet  durchweg  als  Schweiß  wolle  statt.
Wenn  auch  in  Qualität  z.  B.  der  australischen  Wolle  unzweifelhaft  nachstehend, ­
  findet  die  auf  den  europäischen  Märkten  unter  dem  Namen  Kapwolle
gehandelte  südafrikanische  Wolle  in  Europa  im  allgemeinen  glatte  Abnahme.

Mohairwolle.  Britisch-Südafrika  liefert  die  größten  Mengen  Mohairwolle.
Fast  die  Hälfte  der  in  England  verarbeiteten  Mohairwolle  stammt  aus  Südafrika.
Über  den  Mohairmarkt  in  Britisch-Südafrika  berichtet  das  Deutsche  Generalkonsulat ­
  in  Kapstadt 1 )  wie  folgt:
Nach  einem  Berichte  des  Handelssachverständigen  der  südafrikanischen
Union  in  London  liegt  im  großen  und  ganzen  der  Verkauf  von  Mohair  in  London
in  den  Händen  einer  einzigen  Firma,  die  den  Weiterverkauf  an  die  Spinnereien
in  Bradford  besorgt.  Bradford  spinnt  ungefähr  85  Proz.  aller  Mohairgarne,  die
in  der  Welt,  mit  Ausnahme  der  Vereinigten  Staaten,  gebraucht  werden.  Es
        <pb n="717" />
        bestehen  dort  14  große  Mohairspinnereien  und  eine  große  Anzahl  kleinerer,
welche  außerdem  auch  Wolle  verspinnen.
In  Südafrika  geht  im  Gegensatz  zur  Wolle,  die  meist  kommissionsweise
verkauft  wird,  der  größte  Teil  des  Mohairs  bei  den  Auktionen  in  die  Hände
von'  Händlern  und  Spekulanten  über.  Das  größte  Quantum  des  verkauften
Mohairs  wird  von  den  südafrikanischen  Farmern  oder  deren  Londoner  Vertretern
der  Firma  Thomas  &amp;amp;  Cook  zwecks  privaten  Verkaufes  übergeben.  Zwei  der
großen  Bradforder  Fabriken  unterhalten  eigene  Vertreter  in  Südafrika,  die  direkt
dort  einkaufen.
Es  tritt  nun  häufig  der  Fall  ein,  daß  die  Händler  mit  dem  Verkauf  des
Mohairs  zurückhalten,  um  die  Preise  in  die  Höhe  zu  schrauben,  wodurch  dann
wieder  öfters  ein  Zeitpunkt  herbeigeführt  wird,  an  welchem  so  große  Mengen
zum  Verkauf  angeboten  werden,  daß  die  Preise  erheblich  fallen.  Andererseits
haben  auch  die  Bradforder  Spinner  schon  mehrere  Male  einen  Ring  gebildet  und
nichts  eingekauft,  wenn  sie  für  eine  gewisse  Zeit  Vorräte  zur  Verarbeitung
daliegen  hatten,  mit  der  Absicht,  die  Ansammlung  eines  großen  Quantums  verkäuflicher ­
  Ware  herbeizuführen  und  dadurch  die  Preise  zu  drücken.
Es  ist  daher  schon  seit  längerer  Zeit  unter  den  Wollagenten  in  London
eine  Bewegung  im  Gange,  welche  darauf  hinzielt,  es  durchzusetzen,  daß  Mohair
auf  dem  Wege  der  öffentlichen  Auktion  wie  die  Wolle  verkauft  wird.
Baumwolle.  In  den  letzten  Jahren  wurden  eingehende  Versuche  gemacht,
um  die  Anpflanzung  der  Baumwolle  in  den  verschiedenen  Landesteilen  der
Union  wie  in  Rhodesia  zu  fördern;  die  Ergebnisse  sind  aber  bisher  noch  unbedeutend. ­
  Die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  betrug  aus  der  Union  14  t,  aus  Nordwest-Rhodesia
  161.
Eine  Produktion  der  Textilindustrie  kommt  nicht  in  Betracht.

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.
Einfuhr  von  Baumwollwaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Belgien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Baumwollabfälle

.  .  R

0,60

216

382

8

Baumwollgewebe

.  .  F

35,80

3  109

29  405

712

1  626

l6l

787

Decken,  aller  Art

6,87

861

4  500

73

159

1  247

30

Schale  und  Tücher  ....

•  •  n

1,58

292

1  185

—

53

47

3

Wirkwaren

14,20

1  465

11  616

57

106

30

926

Vorhänge,  Kissen  usw.  .  .

•0,95

202

616

37

—

49

46

Andere  Baumwollwaren  .  .

■  •  *

6,27

251

5  616

39

106

30

228

66,27  |

6396

53  320

918

2  050

1  564

2028

708

Britisch  -  Südafrika.
        <pb n="718" />
        Ein-  und  Ausfuhr.

709

Einfuhr  von  Wollwaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Belgien

Andere
Länder

ln  1000

Mark

Tuche  und  Gewebe  ....

.  .  F

6,99

312

6  165

414

99

Decken  aller  Art

5,96

294

5  196

59

318

53

40

Schale  und  Tuche

1,28

245

942

—

49

—

44

Teppiche

1,41

33

1  132

12

—

6

229

Wirkwaren

1,90

153

1  652

—

4

—

91

Filze

0,44

12

180

—

—

12

236

Andere  Woll  waren  ....

0,48

198

253

—

14

—

15

18,46

1247

15  520

485

385

71

754

Einfuhr  von  Seidenwaren.

Herkunftsländer

Artikel

Mill.
Mark

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Italien

Japan

Andere
Länder

In  1000  Mark

Seidengewebe

.  .  F

1,20

43

104

288

36

345

384

Sonstige  Seidenwaren  .  .  .

•  •  w

o,9S

43

365

32

—

359

151

2,15

86

469

320

36

704

535

Einfuhr  von  Leinen  und  Jutewaren.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England ­


Frankreich ­


Brit.-Indien


Belgien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Segeltuch

1,02

23

891

10

—

8

88

Zelte  und  Persenninge  .  .

•  •  *

1,10

98

990

—

—

6

6

Gewebe  aus  Leinen  ....

0,10

2

100

—

—

—

—

Wirkwaren  aus  Leinen  .  .

•  •  n

0,24

4

229

—

—

—

7

Sonstige  Leinenwaren  .  .  .

0,95

49

855

10

—

8

28

Gewebe  aus  Jute

0,76

—

268

—

—

—

493

Säcke  aus  Jute  ......

9,90

—

1881

—

7  936

—

83

|  14,07

176

5  214

20

7  936

22

704

Einfuhr  von  Konfektionswaren  und  Hüten.

Artikel

Mill.
Mark

Herkunftsländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Verein.
Staaten

Brit.-Indien


Andere
Länder

In  1000  Mark

Herrenbekleidungsartikel

55,37

1  530

51  633

387

690

447

683

Hüte  und  Mützen

4,00

127

3  519

6

47

94

207

Posamentier-  und  Putzwaren  .  .  .

25,43

4  243

16  347

1  559

355

145

2  781

84,80

5  900

71  499

1952

1092

686

3  671
        <pb n="719" />
        710

Britisch  -  Südafrika.

Ausfuhr  von  Wolle.

Artikel

Mill.
Mark

Absatzländer

Deutschland ­


England

Frankreich ­


Italien

Belgien

Andere
Länder

In  1000  Mark

Fettwolle

78  4791

R

m,07

37  036

59  338

2  993

636

10  924

143

Wolle,  gereinigt  .  .  .

1  657  t

„

5,50

2  030

1  873

—

—

1  597

—

Wolle,  gewaschen.  .  .

.  .  32  t

„

0,10

—

98

—

—

—

2

Woll  waren

F

0,06

—

16

—

—

—

44

116,73

39  066

61  325

2  993

636

12  521

189

Ausfuhr  sonstiger  Textilwaren.
Rohe  Baumwolle  und  Abfälle  37  t  R  0,02  Mill.  Mk.
Sonstige  Baumwollwaren  F  0,38  „  „
0,40  Mill.  Mk.
Herrenbekleidungen  usw  0,68  Mill.  Mk.

Ergänzend  sei  ein  Bericht  des  österr.-ungar.  Konsulats  in  Kapstadt  über
die  Einfuhr  im  Jahre  1911  auszugsweise  wiedergegeben 1 ).
Fertige  Kleider  bilden  zu  allen  Zeiten  einen  der  größten  Einfuhrartikel,
dessen  Einfuhrwert  von  38,17  Mill.  Mark  im  Jahre  1910  auf  44,57  Mill.  Mark
im  Berichtsjahr,  d.  i.  um  6,40  Mill.  Mark  gestiegen  ist.  Der  Handel  in  fertigen
Kleidern  bewegt  sich  auf  unveränderter  Grundlage.  Wie  immer  die  Auf-  und
Abwärtsbewegung  in  der  Einfuhr  sich  gestaltet,  Großbritannien  nimmt  in  der
Branche  eine  so  dominierende  Stellung  ein,  daß  die  kleinen  Anteile  anderer
Länder  nicht  in  Vergleich  gezogen  werden  können.
Säcke  (Kohlen-,  Mehl-  und  Getreidesäcke)  sind  ein  ziemlich  bedeutender
Einfuhrartikel,  an  welchem  Indien  (besonders  Bengalen)  den  Hauptanteil  hat.
Nähgarn  und  Nähzwirne.  Für  diese,  welche  in  der  Statistik  nicht
getrennt  ausgewiesen  erscheinen,  besteht  in  Südafrika  guter  Begehr.
Baumwollwaren.  Die  Bedeutung  dieser  Warengruppe  für  den  Einfuhrhandel ­
  erhellt  aus  der  Wertziffer,  welche  Baumwollwaren  jedes  Jahr  verzeichnen.
Gewebe.  Das  enorme  Übergewicht  des  englischen  Erzeugnisses  besteht
fort  und  dürfte  auch  keine  Änderung  erleiden.  Soweit  der  Markt  nicht  von
dem  englischen  Fabrikat  beherrscht  wird,  findet  unter  den  fremden  Ländern
eine  lebhafte  Konkurrenz  statt,  in  welcher  Deutschland  weitaus  die  Führung
hat,  obschon  Italien  einen  beachtenswerten  Vorstoß  gegenüber  dem  Jahre  1910
verzeichnet,  so  daß  es  unter  den  fremden  Ländern  an  die  dritte  Stelle  hinsichtlich ­
  des  Wertanteils  an  der  kapländischen  Einfuhr  von  Geweben  gerückt  ist.

1 )  Das  Handelsmuseum,  Wien  1912.
        <pb n="720" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

711

Baumwolldecken  und  Kotzen.  Nach  den  statistischen  Anteilziffern
fällt  von  der  Einfuhr  von  6,11  Mill.  Mark  der  Betrag  von  3,78  Mill.  Mark  auf
Großbritannien.  Wie  in  Geweben  das  Deutsche  Reich,  so  nimmt  in  Decken  und
Kotzen  Belgien  unter  den  fremden  Konkurrenzländern  die  erste  Stelle  ein
(1,22  Mill.  Mark),  obschon  Deutschland  mit  0,94  Mill.  Mark  unmittelbar  folgt.
Schale  kommen  zuvörderst  aus  Großbritannien.  Der  nächste  Konkurrent
ist  das  Deutsche  Reich  und  in  noch  weiterem  Abstande  folgt  Belgien.
Wirkwaren  (Unterkleider)  zeigen,  wie  die  anderen  Baumwollwaren,
dasselbe  Bild:  Großbritannien  fällt  der  Löwenanteil  zu  und  die  Konkurrenz  der
fremden  Länder  bewegt  sich  in  verhältnismäßig  kleineren  Werten.  Eine  Ausnahme ­
  macht  in  der  Mehrzahl  der  Baumwollwaren  nur  Deutschland,  dessen
Anteil  jenem  anderer  Länder  immer  noch  weit  vorangeht.  In  Schalen  —  dem
einzigen  Artikel  —  hat  jedoch  Belgien  die  Oberhand.
Seidenwaren,  Gewebe.  An  dem  Efandel  in  diesem  Artikel  sind  Frankreich ­
  und  die  Schweiz  in  erster  Linie  interessiert.  Einen  guten  Anteil  hat
Japan  zu  verzeichnen,  während  Großbritannien  erst  an  vierter  Stelle  folgt.  Die
Anteile  Deutschlands,  Chinas  und  Italiens  bewegen  sich  ungefähr  auf  gleicher
Höhe.  Ferner  ab  stehen  Indien,  Österreich-Ungarn  und  die  Vereinigten  Staaten
von  Amerika.
Wollwaren,  Gewebe.  Das  englische  Fabrikat  deckt  zum  allergrößten
Teil  die  Erfordernisse  des  südafrikanischen  Marktes.  Frankreich  und  Deutschland ­
  haben  einigen  Einfuhranteil,  der  sich  für  die  anderen  Konkurrenzländer
auf  ganz  kleine  Beträge  vermindert.
Wolldecken  und  Kotzen  sind,  wie  alle  Wollwaren,  vorwiegend  englischen ­
  Ursprungs  und  die  Konkurrenz  anderer  Länder  fällt  in  diesem  Artikel
noch  weiter  ab.
Teppiche.  Die  südafrikanischen  Importeure  besorgen  den  Einkauf  von
Teppichen  zumeist  durch  ihre  Londoner  Häuser.  Im  Hinblick  auf  die  kleinen
direkten  Anteile  Indiens,  der  Türkei  und  Japans  darf  angenommen  werden,  daß
in  der  britischen  Ziffer  ein  beträchtlicher  Teil  der  Provenienzen  anderer  Länder
enthalten  ist.
Posamentier-  und  Putzwaren,  nicht  besonders  benannt,  sind  von
21,60  Mill.  Mark  im  Jahre  1910  auf  19,98  Mill.  Mark  im  Berichtsjahre  zurückgegangen. ­
  Nichtsdestoweniger  bildet  diese  Warengruppe  eine  der  größten  in
der  kapländischen  Einfuhr,  und  Großbritannien  steht  mit  seinem  Einfuhranteil
—  wie  in  den  meisten  Warengruppen  —  weit  oben  an.  Von  der  diesjährigen
Einfuhr  entfiel  der  enorme  Wert  von  13,82  Mill.  Mark  auf  Großbritannien.  In
allen  Artikeln,  in  welchen  größere  Billigkeit  mit  befriedigender  Qualität  sich
paart,  fällt  der  Vorteil  des  größten  Anteils  unter  den  fremden  Ländern  in  der
Regel  Deutschland  zu.  Auch  in  Posamentier-  und  Putzwaren  verdankt  das
Deutsche  Reich  diesem  günstigen  Zusammentreffen  beider  Voraussetzungen
seinen  guten  Anteil  an  der  kapländischen  Einfuhr.
        <pb n="721" />
        712

Britisch  -  Südafrika.

B  Das  Handelsmuseum,  Wien  1914,  S.  143.

Ergänzend  hierzu  berichtet  das  gleiche  Konsulat  im  Jahre  1913 1 ):
Der  Bedarf  von  Strick-  und  Wirkwaren  hat  in  Südafrika  eine  große
Ausdehnung  erlangt.  Verlangt  werden  namentlich  gestrickte  Jacken,  „Sweaters“
für  Männer,  weiß  oder  grau,  in  einem  Stück  mit  langen  Ärmeln  mit  oder  ohne
umlegbaren  Kragen,  während  sie  für  Damen  als  „Jerseys“  auf  den  Markt
kommen,  und  zwar  in  zwei  Längen,  als  kurze  oder  lange  Jacken,  mit  langen
Ärmeln  und  Beinknöpfen,  in  den  verschiedensten,  besonders  bei  den  kurzen
Jacken,  oft  sehr  grellen  Farben,  und  zwar  aus  Wolle  oder  auch  aus  Seide  auf
der  Maschine  gestrickt.  Solche  Damenjacken  stellen  sich  im  Detail  aus  Wolle
von  14,28  bis  61,20  Mark;  aus  Seide  von  40,80  bis  102,00  Mark.
Was  Strumpfwaren  anlangt,  mag  Südafrika  zwar  in  bezug  auf  Mode
einigermaßen  hinter  dem  Geschmack  Europas  Zurückbleiben,  aber  der  Unterschied ­
  dürfte  kaum  eine  Saison  überschreiten.  Es  ist  z.  B.  bemerkbar,  daß  die
Nachfrage  nach  durchbrochenen  Strümpfen  im  Abnehmen  begriffen  ist,  während
die  Nachfrage  nach  seidenen  Strümpfen,  Fil  d’  ecosse-Strümpfen  in  verschiedenen
Farben,  aber  ohne  Zwickel  oder  Verzierung,  zugenommen  hat.  Ein  Artikel,
der  zurzeit  in  England  hergestellt  wird,  in  welchem  aber  auch  unsere  Fabrikanten
leistungsfähig  sein  sollten,  sind  Strümpfe,  deren  Fuß  aus  Seide,  der  Wadenteil
jedoch  aus  Baumwolle  hergestellt  ist.  Dieser  Artikel  wird  in  England  zu
einem  bedeutend  billigeren  Preise  als  seidene  Strümpfe  hergestellt.  Außer
wollenen  werden  auch  baumwollene  und  seidene  Strumpfwaren  und  Unterkleidung ­
  eingeführt.

Herkunftsländer  der  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Rohstoffe

Halbfabrikate

Fertigwaren

In  Millionen  Mark

England

0,4

—

145,6

Deutschland

0,2

—

13,6

Britisch-Indien

—

—

9,4

Schweiz

—

—

4,3

Frankreich

—

3,7

Italien

—

—

2,7

Belgien

—

—

2,1

Vereinigte  Staaten

—

—

1,9

Japan

—

—

1,2

Österreich-Ungarn

—

—

0,5

China

—

—

0,1

Andere  Länder

—

—

0,1

0,6

—

185,2
        <pb n="722" />
        Britisch-Ostafrika  und  Nebeuländer.

713

Der  Inlandsverbrauch  Britisch-Südafrikas  an  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Art  i  k  el

Mill.  Mark

Die  Bevölkerung  im  Jahre  1912  mit  6211900
angenommen,  war  der  Verbrauch  pro  Person
im  Jahre
Mark

Eingeführte  Fertigwaren:
Baumwollwaren

65,7

10,57

Wollwaren

18,5

2,98

Seidenwaren  ...........

2,1

0,34

Leinen-  und  Jutewarcn

14,1

2,27

Konfektionswaren

84,8

13,65

185,2

29,81  mit  Jutewaren
28,10  ohne  „

Vorstehender  Inlandsverbrauch  an  Textilwaren  von  185,2  Mill.  Mark  wird
nur  durch  Einfuhr  gedeckt.

Britisch-Ostafrika  und  Nebenländer.
(Britisch-Ostafrika.  Uganda.  Nyassaland.  Britisch-Somaliland.
Seychellen.  Mauritius.)
a)  Britisch-Ostafrika.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911/12  an  Textilwaren  betrug  9,38  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollwaren  8,38  Mill.  Mark
„  Jutesäcke  0,38  „  „
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911/12  betrug  an  roher  Baumwolle  75t  und  an
roher  Wolle  89  t  im  Werte  von  0,2  Mill.  Mark.
/
Die  Herkunftsländer  waren:

Vereinigte  Staaten  ......  2,41  Mill.  Mk.
England  2,34  „  „
Niederlande  1,41  „  „
Britisch-Indien  1,45  „

Deutschland  .
Italien  ....
Schweiz  .  .  .
Andere  Länder

0,95  Mill.  Mk.
0,27  „
0,22  „
0*33  „

Britisch-Ostafrika  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  4038000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  im  Jahr  betrug  demnach:

2,32  Mk.  mit  Jutewaren
2,23  „  ohne  „
        <pb n="723" />
        l )  Das  Handelsmuseum,  Wien  1913,  S.  170.

714

Britisch  -  Ostafrika.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  in  Britisch-Ostafrika.
Uber  die  Einfuhr  von  Baumwollwaren  im  Jahre  1911,12  berichtet  das
Österreich-ungarische  Konsulat  in  Mombasa 1 ).
Die  Einfuhr  von  Baumwollwaren  betrug  394715  Pfd.  St.  Ihr  Import
beträgt  31  Proz.  der  gesamten  Einfuhr  und  wies  im  Berichtsjahre  eine  Steigerung ­
  von  51  Proz.  gegenüber  dem  Vorjahre  auf.  Der  größte  Teil  der  importierten ­
  Baumwollwaren  wird  von  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
geliefert.
Die  wichtigsten  Artikel  bilden  die  sogenannten  „Amerikani“,  ein  rohes,
ungebleichtes  Baumwollgewebe,  das  von  den  Eingeborenen  —  besonders  aber
von  den  im  Innern  des  Landes  lebenden  und  auf  niedriger  Kulturstufe  stehenden
Stämmen  —  als  Bekleidungsmittel  benutzt  wird.  Die  Jahreseinfuhr  beläuft  sich
auf  etwa  IOOOO  Ballen  ä  25  Stück  (goras  genannt)  mit  einer  Länge  von  30  Yards
pro  Stück.  Die  Gewichte  variieren  von  5 l / 2  lbs.  engl,  bis  9 J / 2  Ibs.  engl.;  der
Durchschnittspreis  pro  Ballen  frei  Mombasa  beträgt  ungefähr  8  Pfd.  St.,  schwankt
natürlich  entsprechend  dem  Baumwollmarkte.  In  den  letzten  Jahren  traten
Manchester  und  Norditalien  als  Konkurrenten  Amerikas  auf.  Die  Eingeborenen
bevorzugen  jedoch  die  Originalware  bei  weitem.
Den  Amerikani  folgen  in  bezug  auf  Bedeutung  für  diesen  Markt  Schirting
oder  Hemdentuch,  das  hier  sogenannte  „Buftas“.  Dieser  Artikel  wird  ausschließlich ­
  in  Manchester  erzeugt  und  wird  von  dort  in  Zinkkisten,  enthaltend
40  goras,  versandt.  Eine  gora  Buftas  mißt  40  Yards  bei  einer  Breite  von
43  Zoll  engl.  Der  Preis  beträgt  etwa  10  sh  pro  gora.
Kaniki  ist  ein  indigoblau  gefärbtes  Gewebe,  welches  gleichfalls  ausschließlich ­
  in  Manchester  hergestellt  wird  und  in  Ballen  ä  10  coreas  ä  20  Stück
auf  den  Markt  kommt.  Der  Durchschnittspreis  frei  Mombasa  beläuft  sich  auf
etwa  1,10  Pfd.  St.  pro  coreas.
Als  Lendentücher  werden  hier  eine  recht  große  Anzahl  verschieden
gefärbter  Gewebe  in  den  Handel  gebracht,  die  je  nach  Qualität  und  Färbung
folgende  Namen  führen:  Bhurah  Gulabie,  Miti  Ningi,  Subaya,  Shamburu,
Ismaeli,  Kaniki  Marduf,  Kikoys  usw.  Packung  erfolgt  in  Ballen  ä  200
Stück  in  Größen  von  44  x  80  Zoll  und  48  x  80  Zoll.
Einen  recht  bedeutenden  Anteil  an  der  Einfuhr  bilden  sogenannte
„Blankets“,  das  sind  Decken,  die  aus  Abfallbaumwolle  in  verschiedenen  Farben
hergestellt  werden.  Diese  werden  in  Ballen  ä  10  oder  15  coreas  (20  Stück)  eingeführt, ­
  und  zwar  in  den  Größen  42  x  70  und  48  x  78  Zoll.  Preise  bewegen
sich  je  nach  Qualität  und  Gewicht  zwischen  1  und  3  Pfd.  St.  pro  coreas.  Die
Decken  kommen  zum  größten  Teil  aus  Holland,  zum  anderen  Teil  aus  Belgien,
Deutschland,  Österreich  und  Frankreich.
        <pb n="724" />
        Uganda.  Zanzibar.

715

Britisch-Ostafrika  scheint  eines  der  afrikanischen  Länder  zu  sein,  in  welchen
Amerika  in  den  Einfuhrmengen  ein  Übergewicht  gegen  England  erlangt  hat.
Englische  Fachzeitschriften,  wie  „Manchester  Guardian“,  weisen  auf  diesen  Umstand ­
  hin  mit  der  Bemerkung,  daß  der  Baumwollverbrauch  in  Britisch-Ostafrika
noch  sehr  ausdehnungsfähig  sei.

b)  Uganda.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  /12  an  Textilwaren  betrug  4,75  Mill.  Mark;

davon
für  Baumwoll-,  Woll-  und  Seidengewebe  4,23  Mill.  Mark
„  Kleider  0,27  „  „
„  Jutesäcke  0,25  „  „

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911/12  an  entkernter  Baumwolle  betrug  700  t  und
an  unentkernter  Baumwolle  1500  t  im  Werte  von  1,21  Mill.  Mark.

England
Vereinigte  Staaten
Deutschland  .  .  .
Britisch-Indien  .  .
Belgien

Die  Herkunftsländer  waren:

1,62  Mill.  Mk.
1,41  „  „
0,62  ,,  „
0,48  „
0,21  „  „

Italien  ....
Niederlande  .
Frankreich  .  .
Andere  Länder

0,13  Mill.  Mk.
0,10  „  „
0,07  „
0,11  „

Uganda  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  28433OO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
1,67  Mk.  mit  Jutewaren
1,58  „  ohne  „

Baumwollgewinnung.
Es  werden  in  Uganda  große  Anstrengungen  gemacht,  um  in  ausgiebigster
Weise  ägyptische  Baumwolle  zu  gewinnen  und  diese  hatten  bis  jetzt  guten
Erfolg.  Die  Ausfuhr  aus  Uganda  und  dem  übrigen  Ostafrika  an  roher  Baumwolle ­
  nach  England  betrug  im  Jahre  1913  bereits  5o59t.

c)  Zanzibar.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren
für  Gewebe  aller  Art
„  Jutesäcke

betrug  4,57  Mill.  Mark;  davon
.  .  .  .  4,27  Mill.  Mark
.  .  .  .  0,30  „

Britisch-Indien  .
Niederlande  .  .
England  ....
Vereinigte  Staaten

Die  Herkunftsländer  waren:

1,26  Mill.  Mk.
1,01  „
0,96  „
0,51  „  „

Britisch-  und  Deutsch-Ostafrika  .  0,16  Mill.  Mk.

Deutschland  0,12
Andere  Länder  0,55
        <pb n="725" />
        716

Nyassaland.  Britisch-Somaliland.

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911  an  Geweben  aller  Art  betrug  2,30  Mill.  Mark,
und  zwar  ging  diese  zum  größten  Teil  nach  Britisch-  und  Deutsch-Ostafrika.
Ein-  und  ausgeführt  werden  die  gleichen  Baumwollartikel,  die  in  den
Konsularberichten  betreffs  der  Einfuhr  in  Britisch-Ostafrika  (s.  S.  714)  erwähnt
sind.  In  den  Berichten  über  Zanzibar  sind  besonders  erwähnt:  Lendentücher-Kikois,
  weiße  Baumwolltücher  mit  bunten  Kanten,  Kangas,  namentlich
holländischer  Herkunft,  Kanikis,  einfarbig  schwarz  ohne  Glanz  hergestellte
Baumwollgewebe,  „Kaniki  Usagara“  genannt.
Die  Einfuhr  abzüglich  der  Ausfuhr  an  Textilwaren  betrug  2,27  Mill.  Mark.
Zanzibar  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  198914.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

11,41  Mk.  mit  Jutewaren
9,90  „  ohne  „

d)  Nyassaland.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1911/12  an  Textilwaren  betrug  2,95  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911/12  an  roher  Baumwolle  betrug  617t  im
Werte  von  0,90  Mill.  Mark,  und  ging  hauptsächlich  nach  England.

Die  Herkunftsländer  waren:

Südafrika.  .  .
Britisch-Indien
Andere  Länder

2,21  Mill.  Mk.

England  .  .
Deutschland
Niederlande

0,09  Mill.  Mk.
0,21  „
0,07  „

Nyassaland  hatte  im  Jahre  1911/12  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  IOOOOOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
2,95  Mark.
Baumwollgewinnung.
In  gleicher  Weise  wie  in  Uganda  wird  auch  in  Nyassaland  bereits  Baumwolle ­
  in  großen  Mengen  gewonnen.
e)  Britisch-Somaliland.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911/12  an  Textilwaren  betrug  1,58  Mill.  Mark;
davon

für  Baumwollgewebe
„  Baumwollkleider

1,46  Mill.  Mark

0,12

die  hauptsächlich  über  Aden  eingeführt  werden.
Britisch-Somaliland  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  300000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

5,26  Mark.
        <pb n="726" />
        Seychellen.  Mauritius.  Britisch-Nordnigeria.

717

f)  Seychellen.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  0,35  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollgewebe  o,  18  Mill.  Mark
„  Konfektionswaren  0,17  „  ,,
Die  Herkunftsländer  waren:
England  .  .  .  0,20  Mill.  Mk.  |  Frankreich  .  .  0,09  Mill.  Mk.  |  Brit.-Indien.  .  0,06  Mill.  Mk.
Die  Seychellen  hatten  im  Jahre  lyil  eine  Bevölkerung  von  26  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
13,45  Mark.

g)  Mauritius.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  4,53  Mill.  Mark;  davon

für  Gewebe  1,63  Mill.  Mark
„  Kleider,  Posamentierwaren  und  Hüte  .  1,70  „  „
„  Jutesäcke  1,20  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:

Britisch-Indien
England.  .  .
Frankreich
Belgien  .  .  .

1,68  Mill.  Mk.
1,55  „  „
1,01  „  „
0,11  „

Deutschland  .  .
China
Schweiz  .  .  .  .
Andere  Länder

0,06  Mill.  Mk.
0,01
0,04  „  „
0,07

Mauritius  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  377083.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

12,02  Mk.  mit  Jutewaren
8,83  „  ohne  „

Britisch-Westafrika.
(Britisch-Nordnigeria,  Britisch-Südnigeria,  Sierra  Leone,  Gambia,  Goldküste.)
a)  Britisch-Nordnigeria.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  4,20  Mill.  Mark;  davon

für  Gewebe  3,88  Mill.  Mark
„  Kleider  und  Posamentierwaren  0,20
„  Jutesäcke  0,12  „

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911  an  Baumwollinters  betrug  15t  im  Werte  von
0,02  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  waren:
England  3,^3  Mill.  Mk.  |  Deutschland  0,37  Mill.  Mk.
Britisch-Nordnigeria  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  schätzungsweise ­
  9  269  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
0,45  Mk.  mit  Jutewaren
        <pb n="727" />
        718

Britisch-Südnigeria.  Sierra  Leone.

b)  Britisch  -  Südnigeria.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  33,38  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollwaren  .  .  .  .  •  26,20  Mill.  Mark
„  Wollwaren  0,82  „  „
„  Seidenwaren  3,00  „  „
„  Leinenwaren  0,11  „  „
„  Kleider,  Posamentierwaren  und  Hüte  2,19  „  „
„  Jutesäcke  1,06  „  „
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1911  an  roher  Baumwolle  betrug  1000t  im  Werte
von  1,36  Mill.  Mark  und  ging  nach  England.

Die  Herkunftsländer  waren:

0,04  Mill.  Mk.
0,19

England  29,73  Mill.  Mk.  Britisch-Indien
Deutschland  2,81  „  „  Andere  Länder
Niederlande  0,61  „  „
Britisch-Südnigeria  hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  schätzungsweise ­
  7  855750.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
4,24  Mk.  mit  Jutewaren
4,16  „  ohne  „
Baumwollgewinnung.
Sowohl  in  Süd-  wie  in  Nordnigeria  wird  bereits  Baumwolle  in  größeren
Mengen  gewonnen.  In  Südnigeria  wurden  im  Jahre  1910  bereits  12  000  Ballen
Baumwolle  produziert.  Zusammen  wurden  im  Jahre  1913  aus  Britisch-Westafrika
nach  England  27911  Baumwolle  ausgeführt.

c)  Sierra  Leone.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  7,52  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollwaren  6,24  Mill.  Mark
„  Woll-  und  Seidenwaren  0,39  „  „
„  Kleider,  Posamentierwaren  und  Hüte  0,59  „  „
„  Jutesäcke  0,30  „  „
Die  Herkunftsländer  waren:

England  6,38  Mill.  Mk.
Niederlande  0,32  „  „

Deutschland  0,61  Mill.  Mk.
Andere  Länder  0,21  „  „

Sierra  Leone  hatte  eine  Bevölkerung  von  1403  132.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
5,35  Mk.  mit  Jutewaren
5,21  „  ohne  „
        <pb n="728" />
        Gambia.  Goldküste.  Deutsch-Ostafrika.

719

d)  Gambia.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  3,07  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollwaren  2,66  Mill.  Mark
„  Wollwaren  0,02  „  „
„  Kleider,  Posamentierwaren  und  Hüte  0,25  „  „
„  Jutesäcke  0,14  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:
England  2,41  Mill.  Mk.  !  Deutschland  0,14  Mill.  Mk.
Frankreich  0,49  „  „  |  Andere  Länder  0,03
Gambia  hatte  eine  Bevölkerung  von  146  100.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
21,01  Mk.  mit  Jutewaren
20,05  „  ohne  „

e)  Goldküste.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  17,36  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollwaren  13,82  Mill.  Mark
„  Woll-  und  Seidenwaren  1,00
„  Kleider  1,87  „
„  Jutesäcke  0,67  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:
England.  .  .  13,90  Mill.  Mk.  j  Niederlande  .  1,02  Mill.  Mk.  Nigeria  .  .  .  0,18  Mill.  Mk.
Deutschland  .  1,50  „  „  |  Togo  0,29  „  „  Andere  Länder  0,47  „  „
Die  Goldküste  hatte  eine  Bevölkerung  von  l  502  900.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
ll,55Mk.  mit  Jutewaren
11,10  „  ohne  „

Deutsch-Ostafrika.
Die  Einfuhr  im  Jahre  19121)  an  Textilwaren  betrug  16,02  Mill.  Mk.  Im

einzelnen:
Baumwollgewebe,  Baumwollwaren  14,98  Mill.  Mark
Wollengarne,  Wollenwaren  0,15
Seidengarne  und  -waren  0,16
Leinen-,  Jute-  und  Ramiewaren  0,44  „
Hüte  und  Mützen  0,29

16,02  Mill.  Mark
Die  Ausfuhr  an  roher  Baumwolle  im  Jahre  1912  betrug  1882  t  im  Werte
von  2,11  Mill.  Mark.
i)  Nach  dem  Bericht  des  Gouverneurs  in  Daressalam,  „Berichte  über  Handel  und  Industrie“
1914,  Bd.  XXI,  Heft  1.
        <pb n="729" />
        720

Deutsch  -  Ostafrika.

Die  Herkunftsländer  waren:

Deutschland
England

.4,12  Mill.  Mk.
■  1.46  „  „

Übriges  Europa  2,83  Mill.  Mk.
Zanzibar  .  .  .  1,34  „  -

Übriges  Afrika  .  2,62  Mill.  Mk.
Britisch-Indien  3,34  „  „
Andere  Länder  0,31  „  „
Betreffs  der  Herkunftsländer  der  Textilwaren  bemerkt  der  amtliche  Bericht,
daß  die  Angaben  der  Herkunftsländer  nur  so  aufzufassen  sind,  daß  sie  darüber
Auskunft  geben,  von  welchem  Lande  die  Waren  versandt,  nicht  aber  darüber,
wo  sie  hergestellt  wurden 1 ).
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren,
Die  Einfuhr  betrug  16,02  Mill.  Mark.
Deutsch-Ostafrika  hatte  im  Jahre  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr
7661  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
2,09  Mark  einschließlich  Jutewaren.
Baumwollgewinnung.
Von  den  deutschen  Kolonien  hat  sich  Deutsch-Ostafrika  für  die  Gewinnung
der  Baumwolle  am  besten  entwickelt.  Die  Ergebnisse  zeigen  noch  die  Anfangsschwierigkeiten, ­
  die  in  der  Natur  der  Aufgabe  liegen,  aber  die  jährliche  Steigerung ­
  ist  bereits  eine  beträchtliche.  Der  Ausfuhrwert  der  rohen  Baumwolle  betrug

1908
0,2s

1909
0,44

1910
o,7S

1911
1,33

1912
2,11  Mill.  Mark.

Die  Baumwollkulturen  unterscheiden  sich  in  solche,  die  von  den  Eingeborenen ­
  gepflegt  und  bearbeitet  werden,  und  in  sogenannte  Europäerkulturen,
die  mehr  Faktoreien  darstellen.  Ein  jährlicher  Fortschritt  war  in  beiden  Richtungen ­
  wahrzunehmen.  Zunächst  mußte  die  Hauptschwierigkeit,  die  richtige
Auswahl  der  für  den  Baumwollanbau  geeigneten  Gebiete,  überwunden  werden.
Hierbei  erwies  sich  für  den  Baumwollanbau  der  Eingeborenen  der  Übergang
von  den  ägyptischen  Sorten  zu  den  amerikanischen  (Upland)  mehr  und  mehr
als  fördernd,  da  letztere  bei  zwar  qualitativ  etwas  geringerem  Produkt  mehr  an
Masse  bringen  und  sich  gegen  Krankheiten  und  Witterungsungunst  im  allgemeinen
widerstandsfähiger  erwiesen  haben.

Einfuhr  von  Textilwaren  in  Deutsch-Ostafrika.
Im  amtlichen  Bericht  vom  Jahre  1911  wird  erwähnt,  daß  es  Deutschlands
Textilindustrie  bisher  nicht  gelungen  ist,  sich  entsprechend  an  der  Einfuhr  zu
beteiligen.  In  nachstehender  Aufführung  werden  die  wichtigeren  im  Handel
erscheinenden  Gewebe  und  ihr  Ursprungsland  angegeben *  2 ).
B  Dies  ergibt  sieb  auch,  wenn  wir  die  wirkliche  Ausfuhr  Deutschlands  an  Textilwaren  nach
Deutsch-Ostafrika  nach  der  Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Bd.  XIV,  S.  271,  zusammenstellen.  Die
Ausfuhr  im  Jahre  1912  beträgt  dann  annähernd  1,2  Mill.  Mark,  so  daß  die  restlichen  3  Mill.  Mark,
die  von  Deutschland  eingeführt  wurden,  aus  dem  Auslande  kamen.
2 )  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913,  Bd.  XVIII,  Heft  11.
        <pb n="730" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

721

"ri:  '•  -ihi'y.t  -  ■-  '■■'  *  r  V&amp;amp;ti ; ;i  *  r

A.  Ungebleichte  Baumwollenstoffe.
Schlichte  Gewebe  (Amerikani)  stammen  aus  Amerika,  Indien  und  England. ­
  Man  unterscheidet:
a)  Amerikano  assili,  starkes  amerikanisches  Gewebe  von  grauer  und
weißer  Farbe,  in  Ballen  von  25  Stück  von  je  9lbs,  pro  Stück  36  Inches  breit
und  30  Yards  lang.  1  Stück  kostet  6,75  bis  7  Rupien.
b)  Amerikano  gamti,  billiger  Konkurrenzstoff  aus  indischer  Baumwolle,
in  Bombay  gewebt,  pro  Stück  34  Inches  breit  und  30  Yards  lang,  zu  5,60  Rupien.
Ein  Stück  wiegt  etwa  9  lbs.
c)  Amerikano  uleyti,  teurer  als  gamti,  aus  England  kommend  (Manchester).
Das  englische  Pfund  kostet  etwa  0,70  bis  0,80  Rupien.
Geköperte  Gewebe,  Marduff,  werden  besonders  in  Muansa,  Bukoba  und
Daressalam  eingeführt.  Hauptarten  sind:
a)  Marduff  assili  (Herstellungsland  ist  Amerika)  in  Ballen  zu  15  Stück,
40  Yards  lang  und  14  bis  14V2  lbs  schwer,  von  grauer  Farbe.  Das  Stück  kostet
13  Rupien;  längere  Stücke  steigen  im  Werte,  der  nach  dem  bezeichneten  Grundpreis ­
  von  13  Rupien  pro  40  Yards  berechnet  wird.
b)  Marduff  gamti  (aus  Indien),  schlechtere  Konkurrenzmarke  von  assili,
in  Ballen  zu  25  Stück,  pro  Stück  etwa  12  Rupien.
c)  Marduff  uleyti  (aus  Holland  und  England)  in  Ballen  zu  15  Stück  von
40  Yards  Länge,  pro  Stück  etwa  11,50  Rupien  (dauerhafter  als  indische  Ware).
B.  Halbgebleichte,  ungefärbte  Baumwollenstoffe.
Graue  Stücke,  50  bis  52  Inches  breit  und  3V4  bis  3V 2  Yards  lang  (Shuka
genannt),  kommen  aus  England.  Es  werden  auch  halbe  Stücke  von  25  bis
26  Inches  Breite  und  ö 1 /^  bis  7  Yards  Länge  eingeführt,  die  von  Eingeborenen
zusammengenäht  werden.  Die  Gewebe  werden  in  Deutsch-Ostafrika  befranst
und  mit  einem  schwarzen  Längsstreifen  durch  Einweben  von  schwarzem  Garn
versehen.  Die  Preise  sind  der  verschiedenen  Güte  entsprechend.  Ein  Koria
oder  20  Stück  kosten  22  bis  30  Rupien.
C.  Gebleichte,  ungefärbte  Baumwollenstoffe.
Schlichte  Gewebe.  Basto  (Bafta)  gehört  zu  den  viel  verbreiteten
Longclothstoffen  und  ist  von  gelblicher  Farbe.  Es  wird  in  England  und  Holland
hergestellt.  In  Indien  hat  der  Versuch  der  Fabrikation  keinen  Erfolg  gehabt,
da  die  indischen  Baumwollenfasern  zu  kurz  sind.  Die  Breite  ist  28  bis  72  Inches,
die  Länge  immer  40  Yards.
a)  Französische  Basto  kommen  aus  England  und  kosten  pro  Stück  4,50
bis  ll,8o  Rupien.
b)  Bafta  dondo  (ein  Leichentuch  der  Suaheli)  kostet  pro  Stück  4,40  bis
4,80  Rupien.  Es  enthält  viel  Stärke  und  Kalk.
c)  Nainsuck.  Länge  und  Breite  sind  verschieden;  Länge  ist  gewöhnlich
18  bis  20  Yards.  Das  Stück  kostet  2,08  bis  3,80  Rupien.
Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.  ,5
        <pb n="731" />
        722

Deutsch-Ostafrika.

d)  Lawn  ist  wie  Nainsuck,  aber  dichter  gewebt  und  deshalb  stärker;  seine
Breite  ist  verschieden,  die  Länge  beträgt  gewöhnlich  20  Yards.  Der  Preis  ist
2,25  bis  4  Rupien.
e)  Musselin  wird  meistens  im  Umschlagsverkehr  über  Bombay  eingeführt.
Der  Faden  ist  feiner  und  die  Arbeit  besser  als  bei  den  Lawngeweben.  Man

unterscheidet  drei  Sorten:
die  geringwertige  kostet  pro  Stück  l,6o  bis  2,60  Rupien,
„  mittlere  „  „  3,40  *  4,55  „
„  bessere  ...  „  „  „  5,60  „  7,80  „

f)  Jakonet  ist  stärker  im  Faden  und  in  der  Appretur,  sonst  wie  Nainsuck.
Länge  ist  18  Yards,  Breite  34  Inches;  das  Stück  kostet  2,95  bis  5,40  Rupien;  es
wird  in  Manchester  gewebt.
g)  Doria  kommt  aus  England;  es  gibt  fast  100  verschiedene  Sorten.  Das
Stück  kostet  1,50  bis  2,50  Rupien.
h)  Dotia  ist  für  den  Handel  nicht  von  großer  Bedeutung,  l  Koria  (20  Stück)
kostet  20  Rupien.
Geköperte  Gewebe  (Weiße  Drills).  Dies  sind  weiße  Drills  aus  England
und  Amerika  in  Stücken  von  40  Yards  Länge  und  26  bis  27  Inches  Breite.  Die
Preise  sind  sehr  verschieden.  Die  Hauptarten  sind  geringwertiger  Drill,  1  Stück
kostet  14  bis  19  Rupien,  Russian  Duck  1  Stück  etwa  33  Rupien,  Union  Duck
1  Stück  etwa  22  bis  23  Rupien,  bester  englischer  Drill  l  Stück  26,30  Rupien
und  mehr.
D.  Einfach  gefärbte  Baumwollenstoffe.
Dunkelblaue  bis  schwarze.  Die  Färbung  erfolgt  in  Bombay,  die  Appretur ­
  wird  mit  der  Hand  aufgeschlagen.  Man  unterscheidet:
a)  Kaniki  Bombay  (englische  Longcloths  aus  Bombay),  34  bis  36  Inches
breit,  71/2  bis  8  Yards  lang;  die  Länge  geht  beim  Färben  um  etwa  18  Proz.  ein,
ebenso  die  Breite.  Die  Stücke  werden  der  Breite  nach  gefaltet  und  man  unterscheidet ­
  danach:
Kaniki  kunjo  tano,  5  Falten;  das  Koria  (20  Stück)  kostet  27,50  bis
28,75  Rupien.
Kaniki  kunjo  sitta,  6Falten,  43  bis  45  Inches  breit,  die  auf  etwa  37Inches
zurückgehen,  pro  Koria  33,50  bis  35,75  Rupien.
Kaniki  kunjo  saba,  7  Falten,  meistens  50,  nach  der  Färbung  43  Inches
breit;  das  Koria  kostet  40  Rupien.
Kaniki  kunjo  nane,  8  Falten,  54  bis  60  bzw.  46  bis  50  Inches,  pro  Koria
etwa  47  Rupien.
b)  Kaniki  Bagamojo  (englisches  Nainsuck),  in  Bombay  mit  echtem  Indigo
gefärbt,  54  Inches  breit.  Das  Koria  kostet  40  Rupien.
c)  Kaniki  ulaya  wird  in  England  und  Holland  angefertigt  und  gefärbt.
Die  Herstellung  mit  Maschinenappretur  aus  besserem  Stoffe  ist  sauberer,  die
Verpackung  besser.
        <pb n="732" />
        Einfuhr  von  Textilwaren.

723

Braune  Kodrung  oder  Hodrung  kommen  aus  England  und  Holland,
l  Stück,  28  bis  32  Inches  breit  und  8  Yards  lang,  kostet  2  bis  3  Rupien,  28  bis
30  Inches  breit  und  40  Yards  lang,  13  bis  14  Rupien.
Einfarbige  Schale.  Kanga,  Kaniki  sind  fertige  Schale  von  dunkelblauer ­
  oder  schwarzer  Farbe  aus  Holland,  48  bis  58  Inches  breit  und  70  bis
80  Inches  lang.  1  Koria  kostet  14  bis  16  Rupien.
E.  Bedruckte  Baumwollenstoffe.
Kattune,  ein-  oder  mehrfarbig,  aus  Holland  und  England,  26  bis  28  Inches
breit  und  24  Yards  lang.  Der  Preis  beträgt  für  1  Stück  1,71  bis  2,87  Rupien.
Buntbedruckte  Schale.  Bedruckte  Stoffe  aus  schlichtem  oder  geköpertem
Gewebe,  aus  Holland  und  der  Schweiz,  50  bis  52  Inches  breit,  70  bis  72  Inches
lang,  in  Stücken  von  je  5  Schalen.  Die  verschiedenen  Arten  sind:
a)  Kanga,  minderwertig  |
b)  Kanga  Malbari,  bessere  Sorte  |  1  Koria  12  bis  20  Rupien.
c)  Kanga  Marduff,  rot  und  weiß  J
d)  Kanga  Kisutu  Ulaya,  schwarz  und  rot  gekreuzte  Muster,  l  Koria
13  bis  16  Rupien.
e)  Kisutu  Mombai,  indische  sehr  bunte,  Preise  wie  vor.
Die  Kangas  werden  aus  Longcloth  auf  weißem  Grunde  mit  bunten  Mustern
hergestellt.  Vorwiegend  sind  die  Farben:  weißer  Grund  mit  schwarz,  braun
oder  rot,  oder  roter  Grund  mit  weiß  und  rosa.  Die  Mode  und  die  Muster  sind
in  stetigem  Wechsel;  geometrische  Figuren,  Blumen,  Tierdarstellungen  sind
beliebt,  auch  Darstellungen  von  Tagesereignissen,  sowie  auf  die  Erotik  anspielende ­
  Sprüche  und  Wortgebilde.  Neue  Muster  werden  von  den  Indern  den
europäischen  Firmen  aufgegeben;  bei  der  Abnahme  sehen  sie  auf  die  Übereinstimmung ­
  mit  dem  Muster  und  benutzen  die  kleinste  Ausstellung  zu  Preisabzügen. ­
  Größere  Lieferungen  sind  schwer  loszuwerden,  während  kleinere
Partiewaren  von  2000  bis  2500  Stück  immer  unterzubringen  sind.
F.  Buntgewebte  Baumwollenstoffe.
Lendentücher.  Shuka,  Lendentücher  indischen  Fabrikats  mit  schwarz
und  rot  gestreiften  und  liniierten  Säumen,  zum  Teil  mit  Fransen  versehen,  die
aber  auch  im  Schutzgebiete  mit  der  Hand  nachträglich  angebracht  werden,
kosten  je  nach  der  Breite  und  Länge  8,15  bis  18,19  Rupien.  Die  gebräuchlichsten ­
  Maße  sind:
40  Inches  und  2  Yards,  42  Inches  und  2  Yards,  45  Inches  und  2  Yards,
50  Inches  und  2  Yards  und  60  Inches  und  2%  Yards.
Ähnliche  Ware  kommt  von  England,  genannt  Chadder  Uleyti  oder  Uleya,
35  bis  50  Inches  breit  und  2  bis  2 1 / 2  Yards  lang;  das  Koria  kostet  7,44  bis  15,60  Rupien.
Lendentücher  aus  grauem  Schirting  mit  Saum.  Kikoi  Uleya,  europäisches ­
  Erzeugnis  aus  England,  der  Schweiz  und  Holland,  sind  an  beiden  Längsseiten ­
  mit  schlicht  oder  geköpert  gewebten  einfarbigen  oder  mehrfarbigen  Fransen
46*
        <pb n="733" />
        724

Deutsch-Ostafrika.

und  Borten  oder  Längssäumen  von  1 1 / i  bis  8  Inches  Breite  versehen.  Die  Breite
beträgt  35  bis  45  Inches,  die  Länge  23  bis  25  Yards.  Das  Stück  besteht  aus
12  Abteilungen,  die  durch  Fransen  oder  durch  bunte  Quersäume  aneinanderhängen. ­
  Die  Farben  sind  einer  rasch  wechselnden  Mode  unterworfen.  1  Stück
zu  12  Tüchern  kostet  4,20  bis  4,68  Rupien.
Buntgewebte  Schürzen.  Chadder  Kungura,  ist  ein  schlichtes  Gewebe
mit  meistens  zweifarbigen  kreuzgestreiften  Mustern  und  einem  etwa  4  bis  5  Inches
breiten  Saume.  Das  Stück  ist  80  bis  108  Inches  lang  und  45  bis  60  Inches  breit.
Herstellungsländer  sind  England,  Holland  und  Indien.  Die  Preislage  schwankt
je  nach  Güte  für  1  Koria,  mit  Saum  an,  zwei  Seiten,  von  18  bis  20  Rupien.
Decken,  bunte,  für  Plantagen-  und  Bahnarbeiter,  Träger,  48  x  72  Zoll,
stammen  aus  Holland  und  kosten  pro  20  Stück  20  bis  25  Rupien.  Der  Bedarf
an  Decken  ist  ein  recht  bedeutender.
Maskattücher.  Kisua  Maskati,  werden  als  Handarbeit  in  Maskat  in
verschiedenen  Farben,  Arten,  Längen  und  Breiten  verfertigt  und  kommen  über
Bombay  und  Zanzibar.  Sie  werden  aus  Baumwolle  oder  mit  Seide,  Gold-  und
Silberfäden  gewebt.  Zwei  Stücke,  deren  Quersäume  meist  in  farbigen  Borten
oder  Fransen  auslaufen,  werden  gewöhnlich  zusammengenäht.  Von  den  vielen
Sorten  seien  hier  genannt:
Kikoi  Maskati  mit  Säumen  besserer  Art,  aber  ohne  Seide,  1  Koria  21  bis
28,44  Rupien.
Kikoi  Maskati  mit  Säumen  minderwertiger  Art  ohne  Seide,  1  Koria  20  bis
24  Rupien.
Kikoi  Maskati  ohne  Saum,  ohne  Seide,  1  Koria  18  bis  20  Rupien.
Europäische  Nachahmungen  der  echten  Maskatstoffe  kommen  in  großen
Quantitäten,  die  die  echten  fast  verdrängt  haben.
Die  Einfuhr  der  für  Europäer  bestimmten  baumwollenen  Bekleidungsgegenstände ­
  ist  gering.  Soweit  Anzüge  und  Unterkleider  nicht  fertig  mitgebracht
werden,  werden  sie  im  Schutzgebiete  von  Goanesenhandwerkern  hergestellt,  die
die  Gewebe  bei  den  europäischen  Firmen  bestellen,  neuerdings  aber  auch  direkt
einführen,  und  zwar  ausschließlich  aus  England.  Für  Nichteuropäer  werden  gewebte ­
  Hemden  aus  England,  Italien,  Frankreich  und  zum  Teil  aus  Deutschland
eingeführt.  Der  Handel  geht  nach  Dutzend.  Ein  Dutzend  der  kleinen  Sorte
kostet  etwa  3  Rupien,  der  mittelgroßen  Ware  4  bis  5,25  Rupien,  der  großen  5  bis
6,70  Rupien.
Die  Einfuhr  baumwollener  Bekleidungsstücke  usw.  für  die  Eingeborenen
wird  mit  der  weiteren  Erschließung  des  Schutzgebietes  zweifellos  stetig  bedeutend ­
  zunehmen,  es  wäre  daher  sehr  zu  wünschen,  daß  auch  die  deutsche  Industrie
sich  ihren  Anteil  an  den  Lieferungen,  von  denen  sie  bis  jetzt  so  gut  wie  ausgeschlossen ­
  ist,  sicherte.
Wollengarne  und  Wollenwaren.
Im  Berichtsjahre  wurden  eingeführt  30t  gegen  23  im  Vorjahre;  der  Wert
stieg  von  121000  auf  159  000  Mark.  Prozentual  beträgt  die  Gewichtszunahme
        <pb n="734" />
        Kamerun.

725

26,09  Proz.,  die  Wertsteigerung  30,58  Proz.  Aus  Deutschland  kommen  wollene
Decken,  Stoffe,  fertige  Hemden,  alte  Kleider,  Flaggentuche  im  Betrage  von
71000  gegen  54000  Mark  im  Vorjahre.  Aber  auch  die  von  Zanzibar,  Indien
und  „Übriges  Afrika“  kommenden  Wollenwaren  im  Betrage  von  65000  Mark
sind  in  der  Hauptsache  deutschen  Ursprungs.  Von  Indien  und  Arabien  kommen
türkische  und  persische  Teppiche.
Garne,  Stoffe  usw.  aus  Seide  und  Halbseide.
Der  Wert  der  Einfuhr  beträgt  132OOO  Mark,  die  Steigerung  gegen  das
Vorjahr  der  Menge  nach  18,82  Proz.,  dem  Werte  nach  12,82  Proz.  Abgesehen
von  den  für  Europäer-  und  Inderbedarf  eingeführten  französischen  und  schweizerischen ­
  Seidenwaren  kommen  nach  Daressalam  und  Tanga  japanische  und
chinesische,  die  von  den  durchreisenden  Fremden  gern  gekauft  werden.
Garne,  Zwirne,  Gewebe  usw.  aus  Leinen,  Jute,  Ramie  usw.
Die  Menge  ist  gegen  das  Vorjahr  um  4,69  Proz.  von  256  t  auf  244  t  zurückgegangen. ­
  Der  Wert  dagegen  stieg  von  295  000  auf  406  000  Mark  um  37,62  Proz.
Der  Rückgang  in  der  Menge  ist  unbedeutend.  An  der  Einfuhr  ist  Deutschland
mit  89  t  im  Werte  von  273  000  Mark  beteiligt.  Im  Vergleich  zur  vorjährigen
Einfuhr  von  87  t  mit  nur  190000  Mark  Wert  erklärt  sich  die  bedeutende  Wertsteigerung ­
  dadurch,  daß  besonders  in  Tanga  und  Daressalam  im  Berichtsjahre
teure  Persenninge,  Segelleinen  und  Zelte  eingeführt  wurden.  Daß  in  Muansa
etwa  181  (Jutesäcke)  weniger  eingeführt  wurden,  hängt  mit  der  Erdnußmißernte
zusammen.  Von  Zanzibar  und  Indien  kommen  leere  Säcke  (für  Kopra,  Erdnüsse, ­
  Mais,  Mtama),  Garne  (Indien)  zur  Herstellung  von  Fischnetzen,  Kokosfasern ­
  für  Matratzen  und  Segeltuch  (Indien)  für  Schuhe.
Hüte  und  Mützen.
Eingeführt  wurden  im  Berichtsjahre  38  t  im  Werte  von  257  000  Mark  gegen
30  t  im  Werte  von  194000  Mark  im  Vorjahre.  Die  Zunahme  beträgt  der  Menge
nach  26,66  Proz.,  dem  Werte  nach  32,64  Proz.  In  der  Hauptsache  werden  Mützen
(Feze)  für  die  Eingeborenen  eingeführt,  die  in  Böhmen  hergestellt  werden.

Kamerun.
Die  Einfuhr  1912  J )  an  Textilwaren  betrug  9,37  Mill.  Mark.

Im  einzelnen:
Baumwollgarne  0,07  Mill.  Mk.
Baumwollgewebe  6,24  „  „
Baumwollene  Kleidungsstücke  .2,12  „  „
Wollenwaren  0,09  „  „
Seiden  waren  0,07  „  „
Leinen-  und  Jutewaren.  .  .  .  0,4s  „  „
Hüte  und  Mützen  0,33  „
9,37  Mill.  Mk.

1 )  Nach  dem  Berichte  des  Gouverneurs  i:
Band  XX,  Heft  14.

Die  Herkunftsländer  waren:
Deutschland  6,12  Mill.  Mk.
England  2,88  „  „
Frankreich  —  „  „
Afrikanische  Nachbargebiete  .  0,20  „  „
Andere  Länder  0,17  „  „

Buea.  Berichte  über  Handel  u.  Industrie  1914,
        <pb n="735" />
        726

Kamerun.

Betreffs  der  Herkunftsländer  gilt  hier  das  gleiche,  wie  bei  Deutsch-Ostafrika
erwähnt.  Die  wirkliche  Einfuhr  aus  Deutschland  beträgt  nach  einer  Zusammenstellung ­
  in  der  „Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Band  271,  Heft  XIV“  annähernd
2  Mill.  Mark.  Die  restlichen  4,12  Mill.  Mark  sind  wahrscheinlich  Stoffe  und
Kleider,  die  ihren  Weg  aus  England  über  Hamburg  gemacht  haben.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  9,37  Mill.  Mark.
Kamerun  hatte  1912  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  2651000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
3,54  Mark  mit  Jutewaren.
Baumwollgewinnung.
Über  die  Baumwollkultur  wird  erwähnt,  daß  im  Jahre  1912  umfangreiche
Maßnahmen  zur  Förderung  des  Baumwollanbaues  ergriffen  und  zwei  Versuchsstationen ­
  errichtet  wurden.  Abgeschlossene  Ergebnisse  liegen  jedoch  noch  nicht  vor.
Einfuhr  von  Textilwaren  in  Kamerun.
Im  amtlichen  Berichte  über  Kamerun  wird  erwähnt,  daß  der  Einfuhrwert
gegen  1911  etwas  gefallen  ist,  immerhin  macht  jedoch  die  Einfuhr  der  Textilwaren ­
  den  vierten  Teil  der  Gesamteinfuhr  aus.  Zurückgegangen  ist  die  Einfuhr
von  Baumwollgeweben,  während  die  Einfuhr  an  baumwollenen  Kleidungsstücken
stark  gestiegen  ist.  Es  erklärt  sich  dies  aus  dem  Umstande,  daß  die  Neger
große  Neigung  haben,  fertige  europäische  Kleider  zu  besitzen.  In  fertigen
Kleidungsstücken  wird  alles  vom  billigsten  baumwollenen  Hemde  bis  zum  eleganten ­
  Straßenanzug  eingeführt.  Der  Bezug  erfolgt  großenteils  durch  die  Post
an  der  Hand  von  Katalogen,  die  den  Eingeborenen  besonders  von  Warenhäusern
in  großer  Menge  zugesandt  werden.
Nächst  den  Baumwollwaren  sind  Garne  und  Waren  aus  Leinen  und
Jute  erheblich  an  der  Einfuhr  beteiligt.  In  der  Anschreibung  sind  auch  Dachleinen ­
  und  Säcke  enthalten.  Letztere,  meist  wasserdicht  hergestellt,  dienen
zum  Transport  der  Waren  ins  Innere,  um  sie  auE  den  monatelangen  Märschen
vor  Verderb  gegen  Feuchtigkeit  zu  schützen.  Dazu  treten  wasserdichte  Zeltbahnen ­
  zu  Reisezwecken,  Segeltuch  und  Persenninge  für  Wasserfahrzeuge.
Die  als  Leinenwaren  angemeldeten  Bekleidungsstücke  bestehen  meistens  aus
Halbleinen.  Eingebürgert  haben  sich  im  letzten  Jahre  Drillichhosen  und
-jacken.  Der  Bedarf  an  Garn  zur  Fabrikation  von  Wurf-  und  kleinen  Zugnetzen ­
  ist  fortgesetzt  im  Steigen  begriffen.  Im  Gegensatz  zu  den  Baumwollwaren ­
  ist  die  Einfuhr  der  Waren  aus  Leinen,  Jute  usw.  etwas  gestiegen.
Die  übrigen  zu  den  Textilwaren  und  Bekleidungsgegenständen  zählenden
Artikel  haben  weniger  Bedeutung  als  die  vorgenannten  Arten.  Den  höchsten
Wert  zeigen  Hüte  und  Mützen.  Kopfbedeckungen  sind  bei  den  Negern  sehr
beliebt.  Getragen  werden  am  meisten  Sportmützen,  Südwester  und  Stroh ­
        <pb n="736" />
        Togo.

727

hüte.  Tropenhelme  finden  weniger  Anklang,  sind  aber  auch  meistens  zu
teuer.  Sehr  begehrt  sind  Regenschirme,  die  dem  Neger  häufig  alle  Bekleidungsgegenstände ­
  ersetzen.  Die  Einfuhr  der  Position  Posamentierwaren,  Schirme,
Zeugschuhe  erfuhr  daher  einen  Zuwachs  von  20000  Mark.  Darunter  fallen
auch  Segeltuchschuhe  mit  Leder-  und  Gummisohlen,  die  viel  getragen  werden.
Seidene  und  halbseidene  Garne  und  Waren  nahmen  etwas  ab.  Wollund
  Filzwaren  finden  wenig  Absatz,  da  sie  sich  für  die  Bedürfnisse  der  Neger
schlecht  eignen.  Von  Filzwaren  werden  am  meisten  Filzpantoffeln  geschätzt.

Togo.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  3,15  Milk  Mark.

Im  einzelnen:
Baumwollgarne  78  t  0,20  Mill.  Mk.
Baumwollgewebe  2,67  „  „
Wollgarne  und  Gewebe  .  .  .  0,01  „  „
Seidengarne  und  Gew'ebe  .  .  0,03  „  „
Wäsche,  Kleider,  Hüte  usw.  .  0,24  „  „
3,15  Mill.  Mk.

Die  Herkunftsländer  waren:

England  1,49  Mill.  Mk.
Deutschland  1,08  „  „
Frankreich  0,02  „
Afrikanische  Nachbargebiete  .  0,36  „  „
Andere  Länder  0,20  „  -  „

Betreffs  der  Einfuhr  aus  Deutschland  gilt  auch  hier  das  gleiche,  wie  bei
Deutsch-Ostafrika  und  Kamerun  erwähnt.  Die  wirkliche  Einfuhr  aus  Deutschland ­
  machte  nach  der  dort  angeführten  Quelle  nur  0,48  Mill.  Mark  aus.
Die  Ausfuhr  an  loser  Baumwolle  im  Jahre  1912  betrug  551t  im  Werte
von  0,51  Mill.  Mark.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Baumwolle.  Unter  den  deutschen  Kolonien  ist  neben  Deutsch-Ostafrika
Togo  in  der  Baumwollgewinnung  am  weitesten  fortgeschritten.  Die  Ausfuhr
betrug  im  Jahre  1911  5171  und  im  Jahre  1912  551t.  Die  Mengen  sind  noch
unbedeutend;  es  handelt  sich  aber  um  die  Anfangsentwickelung,  die  sonst  günstig
beurteilt  wird.  Die  in  Togo  gewonnene  Baumwolle  ist  in  Qualität  der  nordamerikanischen ­
  ähnlich,  während  die  Baumwolle  aus  Deutsch-Ostafrika  bekanntlich
der  ägyptischen  Baumwolle  nahesteht.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  betrug  3,15  Mill.  Mark.
Togo  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  1032  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
3,05  Mark.
        <pb n="737" />
        728

Deutsch-Südwestafrika.  Belgisch-Kongo.

Deutsch-Süd  westafrika.

Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1912  betrug  4,03  Mill.  Mark.

Im  einzelnen:
Garne  und  Zwirne  0,02  Mill.  Mk.
Gewebe  aller  Art  1,11  „  „
Leibwäsche,  Kleider  usw..  .  .  2,77  „  „
Hüte  und  Mützen  0,13  „  „
4,03  Mill.  Mk.

Die  Herkunftsländer  waren:
Deutschland  3,63  Mill.  Mk.
Kapland  0,30  „  „
England  .  0,06  „  „
Andere  Länder  0,04  „  „

Die  wirkliche  Einfuhr  aus  Deutschland  betrug  —  unter  Berücksichtigung
der  Bemerkungen  bei  Deutsch-Ostafrika,  Kamerun  und  Togo  —  2,60  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1912  betrug:
149  t  Wolle  im  Werte  von  0,15  Mill.  Mark
10  t  Mohair  „  „  „  0,02  „  „

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Wolle.  Die  Schafzucht  war  in  dieser  Kolonie  in  steter  Entwickelung
begriffen.  Während  die  Anzahl  der  Wollschafe  im  Jahre  1903  nur  4201  betrug,
stieg  sie  bis  zum  Jahre  1913  auf  53691.  Ebenso  stieg  auch  die  Anzahl  der
Angoraziegen  im  gleichen  Zeiträume  von  3391  auf  31  503.
Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  betrug  4,03  Mill.  Mark.
Deutsch-Siidwestafrika  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  96300.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
41,85  Mark.

Belgisch-Kongo.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  an  Textilwaren  betrug  10,63  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollgewebe,  roh  und  gebleicht  0,56  Mill.  Mk.
„  „  bedruckt  1,42  „  „
„  „  gefärbt  4,96  „  „
„  „  andere  0,38  „  „
„  Baumwollsamt  0,03  „  „
„  Wollgewebe  0,20  „  „
„  Seidengewebe  0,01  „  „
„  Hanf-  und  Jutegewebe  0,19  „  „
„  Segeltücher,  auch  geteerte  0,11  „  „
„  Kleider  und  Wäsche  2,77  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:
Belgien  7,86,  andere  Länder  2,77  Mill.  Mark,  und  zwar  entfallen  von  diesen
nach  den  Ausfuhrlisten  der  betreffenden  Länder  auf  England  2,0,  auf  Deutschland ­
  0,1  und  auf  Italien  0,2  Mill.  Mark.
        <pb n="738" />
        Belgisch-Kongo.

729

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912  betrug  10,63  Mill.  Mark.
Die  Bevölkerung  wird  amtlich  auf  15  Mill.  geschätzt,  von  einer  anderen
Seite  auf  9  Mill.  und  einer  dritten  auf  15,5  Mill.  Wenn  wir  die  Bevölkerungszahl ­
  mit  15  Mill.  als  Grundlage  annehmen,
beträgt  der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr
0,70  Mark.

Baumwolle  wird  im  Belgisch-Kongo  bisher  nicht  gewonnen,  dagegen  sind
Maßnahmen  zur  Einführung  der  Seidenraupenzucht  getroffen  worden.  Der  belgische ­
  Kolonialminister  hat  mit  der  Gesellschaft  „The  African  Silk  Corporation
Limited“  einen  Vertrag  abgeschlossen,  nach  welchem  dieser  20  000  ha  Land  zur
Seidenraupenzucht  pachtweise  überlassen  werden.  Die  Gesellschaft  verpflichtete
sich,  vom  siebenten  Jahre  an  mindestens  10  kg  rohe  Seide  pro  Hektar  herzustellen.

Einfuhr  von  Textilwaren  im  Belgisch-Kongo.
Belgisch-Kongo  hat  bereits  eine  starke  Einfuhr  an  Textilwaren.
Baumwollgewebe.  Diese  bilden  nach  dem  „Renseignements  de  l’Office
Colonial“  !)  in  Katanga  einen  wichtigen  Handelsartikel  bei  der  Eingeborenen-Bevölkerung.
  Während  von  Männern  der  großen  Zentren  die  konfektionierten
Bekleidungsstücke  bevorzugt  werden,  sind  im  Innern  die  Negerschurze
beliebt.  Die  eingeführten  Gewebe  bestehen  in  gewöhnlichen  Geweben  im  Stück
(indigofarbige  Drilliche,  Amerikani,  bedruckte  und  appretierte  Cotonettes),
ferner  in  Negerschurzen,  konfektioniert  oder  im  Stück,  sowie  in  Geweben  zur
Herstellung  von  Kleidern  für  Europäer  und  zur  Zimmerausstattung  (Vorhänge  usw.).
Außer  Amerikani  und  indigofarbigem  Drillich  werden  auch  viele  bedruckte
Gewebe  gehandelt,  deren  vorherrschende  Farben  rot,  schwarz  und  weiß  sind.
Die  Gewebe  sind  im  allgemeinen  1,20  m  breit  und  werden  in  Stücken  von  60  cm
Breite  verkauft.  Eine  größere  Verschiedenheit  in  Farbe,  Muster  und  Qualität
zeigen  die  Negerschurze.  Sehr  wichtig  für  die  Fabrikanten  ist  das  Größenverhältnis ­
  derselben.  Sind  sie  zu  breit  oder  zu  lang,  ist  ihr  Verkauf  schwer.
Die  gewöhnlichen  Größen  sind:  etwa  1,80  m  lang,  1,35  m  breit  (=  72  x  48Zoll).
Die  konfektionierten  Schurze  sind  im  allgemeinen  von  besserer  Qualität;  nicht
selten  werden  sie  von  Europäern  als  Tischdecken  verwendet.  Die  Negerschurze
im  Stück  sind  ordinärer.  Aus  dem  Stück  können  meistens  zwölf  Schurze  hergestellt ­
  werden,  indem  man  den  Einschlag  mitten  durchschneidet.  Auch  Tücher
aus  bedruckter  Baumwolle  sind  gangbar,  welche  die  Frauen  um  die  Taille
legen  und  um  den  Kopf  wie  einen  Turban  wickeln.  Seit  einigen  Monaten
werden  auch  Gewebe  aus  ordinärer  und  mercerisierter  Baumwolle,  aus
Flanell  usw.  eingeführt,  die  von  Europäern  zur  Herstellung  von  Wäschegegenv

 )  Textilzeitung  Berlin  1912,  S.  677.
        <pb n="739" />
        730

Belgisch-Kongo.

ständen  und  Kleidern  gebraucht  werden.  Verkäuflich  sind  schließlich  noch  die
bedruckten  Vorhangstoffe  (Musseline  und  Cretonne).
Wirkwaren.  Nach  einem  französischen  Berichte 1 )  sind  als  im  Belgisch-Kongo
  marktgängige  Wirkwaren  insbesondere  baumwollene  Singlets  zu  bezeichnen, ­
  die  auch  von  den  Negern  viel  getragen  werden.  Sie  sind  im  allgemeinen ­
  von  geringerer  Beschaffenheit,  mit  weißen  und  roten  oder  mit  weißen
und  blauen  Streifen,  mit  ganzen  Ärmeln  oder  Halbärmeln.  Diese  Wirkwaren
kommen  aus  Großbritannien,  Belgien  und  Japan,  welch  letzteres  namentlich  die
östlichen  Bezirke  und  Katanga  versorgt.  Die  Ware  kommt  in  Ballen  von  ungefähr ­
  45  kg,  jeder  Ballen  mit  30  Dutzend  Stück.  Der  Durchschnittspreis  für
den  Ballen  beträgt  in  Matadi  248  und  in  Kinshassa  259  Francs.
Baumwolldecken *  2 ).  Von  allen  Artikeln,  die  in  Katanga  an  Schwarze
verkauft  werden,  sind  die  Baumwolldecken  die  begehrtesten.  Sie  stammen  aus
Belgien,  Großbritannien  und  Deutschland,  werden  aber  nur  in  geringer  Menge
direkt  von  Belgien,  zum  größten  Teil  vielmehr  über  Johannesburg  und  Bulwayo
eingeführt.  Bei  der  Auswahl  der  Decken  spielen  das  Gewicht,  der  Umfang  und
die  Farbe  eine  große  Rolle.  Das  Gewicht  der  Decken  muß  möglichst  herabgesetzt ­
  werden.  Die  Transportkosten  von  Europa  sind  dann  weniger  hoch
und  der  Versand  ins  Innere  des  Landes  leichter.  Als  Gewicht  dienen  die  in
Südafrika  allgemein  üblichen  Gewichtstypen:  l,  l x / 4  und  H/ a  Pfund  englisch.  Die
Größe  der  Decken  wird  im  allgemeinen  so  gewünscht,  daß  ein  Mann  sich  vom
Kopf  bis  zu  Fuß  darin  einwickeln  kann.  Dazu  eignen  sich  am  besten  die
Decken  im  Gewichte  von  l  V 4  und  1 1 / 2  Pfund.  Die  Farbe  der  Decken  hat  einen
merklichen  Einfluß  auf  den  Verkauf.  Die  weißen  Decken  mit  blauen  oder  roten
Köperstreifen  sind  weniger  begehrt  als  die  Decken  mit  rotem,  mauvefarbigem,
blauem  oder  wacholderfarbenem  Grunde.  Die  letztgenannte  Farbe  scheint  die
beliebteste  zu  sein.
Der  Versand  der  Decken  geschieht  in  kleinen,  tropensicher  verpackten
Ballen  zu  je  200  kleinen  oder  100  großen  Decken.
Hauptstapelplatz  für  die  Decken  ist  Elisabethville.  Die  Preise  schwanken,
je  nach  der  Größe,  Gewicht  und  Beliebtheit  von  2  bis  5  Francs  im  Großhandel
und  3,50  bis  8  Francs  im  Kleinhandel.
Wollwaren 3 ).  Der  Absatz  von  Wollwaren  nach  dem  Katanga  verspricht
infolge  des  Anwachsens  der  weißen  Bevölkerung  und  der  Entwickelung  der
bergbaulichen,  industriellen  und  anderen  Unternehmungen  zuzunehmen.
Die  zum  Gebrauch  der  Eingeborenen  bestimmten  Artikel  verdienen,
namentlich  für  die  Zukunft,  besondere  Aufmerksamkeit.  Gegenwärtig  sind  Decken
und  Trikotwaren  die  am  meisten  begehrten  Artikel.  Die  Eingeborenen  in
Ober-Katanga,  wo  während  eines  großen  Teiles  des  Jahres  die  Nächte  kalt  sind,
!)  Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie  1913,  S.  140.
2 )  Nach  dem  Renseignements  de  l’Office  Colonial.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie
1911,  Heft  107.
3 )  Nach  dem  Renseignements  de  l’Office  Colonial.  Nachrichten  für  Handel  und  Industrie
1914,  Heft  1.
        <pb n="740" />
        Libyen.

731

ziehen  wollene  Decken  den  baumwollenen  vor.  Solche  Decken  müssen  eine
Größe  von  ungefähr  1,90  zu  2,49  m  haben,  warm  sein  und  verschiedene  recht
lebhafte  Farben  haben.  Fertige  wollene  Kleidungsstücke  und  Kleidungsstoffe ­
  im  Stück  werden  weniger  verkauft.  Dasselbe  gilt  von  alten  wollenen
Kleidern.  Bezüglich  der  Trikots  aus  Wolle  ist  zu  bemerken,  daß  die  mittleren
Qualitäten  und  reichlich  lange  Größen,  mit  oder  ohne  halblangen  Ärmeln,
besonders  die  Trikots  von  dunkelblauer  Farbe,  gut  verkäuflich  sind.
Der  jährliche  Absatz  von  Wollwaren  in  Katanga  beläuft  sich  auf  IOOOOO
bis  150  000  Francs.  Zu  dieser  Ziffer  ist  noch  der  mehr  als  100  000  Francs  betragende ­
  Wert  der  durch  die  Arbeitsbörse  aus  Belgien  eingeführten  Decken  und
Blusen  hinzuzurechnen.
Wäsche  und  Bekleidungsstücke.  Auch  die  Einfuhr  dieser  ist  in  Zunahme ­
  begriffen.  Eingeführt  werden  als  Wächeartikel  Pyjamas,  Unterhosen,
Hemden,  Tisch-  und  Bettücher,  Servietten,  Halskragen,  Taschentücher ­
  usw.  Die  eingeführten  Bekleidungsstücke  sind:  Anzüge  aus  gebleichter
oder  gefärbter  Baumwolle,  auch  aus  Samt,  ferner  solche  aus  Leinen  oder  aus
Wolle.  Beinkleider  oder  Röcke  aus  dem  gleichen  Material.

Libyen.
(Tripolis  und  Cyrenaika.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  7,3  Mill.  Mark.
Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  1,4  Mill.  Mark;  davon
für  1,04  Mill.  Mark  lose  Wolle.

Italien  .  .
England  .
Frankreich

Die  Herkunftsländer  waren:
.  .  3,83  Mill.  Mk.  Deutschland  .  .  .
.  .  3,31  „  „  Österreich-Ungarn
•  •  0,18  „

0,06  Mill.  Mk.
0,04  „

Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren  im  Jahre  1913.

Einfuhr.
Baumwollgarne  und  Nähgarne  0,70  Mill.  Mk.
Baumwollgewebe,  roh  0,45  „
„  gebleicht  1,47  ,  „
„  gefärbt,  buntgewebt,  bedruckt  0,85
Baumwollene  Wirkwaren  0,11  „
Sonstige  Baumwollgewebe  1,95  n
Wollene  Gewebe  und  Decken  0,44
Seide  und  Seidengewebe  .  0,55
Leinenwaren  0,01
Jutesäcke  Oll
Kleider  und  sonstiges  0 ,6o
Posamentierwaren  0,05  „  „
Hüte  und  Mützen  0,03  „
7,31  Mill.  Mk.
Ausfuhr.
Wolle,  im  Schweiß  328  t  0,67  Mill.  Mk.
Wolle,  gewaschen  not  0,37  „
Sonstige  Textilwaren  0,39  „  „
1,43  Mill.  Mk.
        <pb n="741" />
        732

Libyen.  Eritrea  und  Italienisch-Somaliland.

*)  Annuario  Statistico  Italiano  Seconda  Serie,  Vol.  III,  1913.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1913  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  6,9  Mill.  Mark.
Libyen  hatte  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  900000 1 ).
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
7,66  Mk.  mit  Jutewaren
7.55  „  ohne

Eritrea  und  Italienisch  -  Somaliland.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  I9I2/13  betrug  8,4  Mill.  Mark;  davon
für  Baumwollwaren  8,15  Mill.  Mark
„  Seide  0,11  „  „
„  Jutewaren  0,12  „  „

Die  Herkunftsländer  waren:
Italien  6,42  Mill.  Mk.  |  Andere  Länder  2,0  Mill.  Mk.
Ausgeführt  wurden:
Rohe  Baumwolle  aus  Eritrea  für  0,25  Mill.  Mark
n  „  „  Italienisch-Somaliland  0,06  „  „
Iiaumwollgewebe  „  0,05  „  „
0,36  Mill.  Mark

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1912/13  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten,
betrug  8,35  Mill.  Mark.
Eritrea  und  Italienisch-Somaliland  hatten  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  640  OOO.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
13,05  Mk.  mit  Jutewaren
12,85  „  ohne  „
        <pb n="742" />
        Portugiesisch-Afrika.

733

Portugiesisch-Afrika.
(Angola,  Mogambique  u.  Dep.,  Kapverdische  Inseln,  Guinea,  San  Thome
und  Principe.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  20,3  Mill.  Mark  1).

Im  einzelnen:
Baumwolle  und  Nähgarne  0,05  Mill.  Mark
Baumwollgewebe,  roh  0,66  „  „
„  gebleicht  0,47  „  „
„  gefärbt,  buntgewebt  und  bedruckt  ....  13,63  „  „
Wirkwaren  0,24  ,,  „
Sonstige  Baumwollwaren  0,65  „  „
Wollwaren  0,35  „  „
Seidenwaren  0,04  „  „
Leinen  waren  0,12  „  „
Konfektionswaren  1,65  „  „
Jutesäcke  .  .  2,46  „  „
20,32  Mill.  Mark

England  .  .  .
Portugal  .  .  .
Britisch-Indien
Deutschland

Die  Herkunftsländer  waren:

6,50  Mill.  Mk.
4,94  »  „
4,92  „  „
2,18

Italien
Belgien
Vereinigte  Staaten

0,92  Mill.  Mk.
0,75  „  „
0,10  „

Baumwollgewinnung.
Sowohl  in  Angola  als  in  Mogambique  werden  große  Anstrengungen  gemacht,
um  Baumwolle  zu  gewinnen.  In  Mogambique  sind  die  bisherigen  Erfolge  sehr
günstig.  Aus  den  portugiesischen  Besitzungen  wurden  im  Jahre  1913  bereits
1400t  rohe  Baumwolle  im  Werte  von  1,8  Mill.  Mark  nach  England  und  Portugal ­
  ausgeführt.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  betrug  20,3  Mill.  Mark.
Portugiesisch-Afrika  hatte  im  Jahre  1913  eine  Bevölkerung  von  ungefähr  8  352  000.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrag  demnach:
2,43  Mk.  mit  Jutewaren
2,14  „  ohne  „

')  In  Ermangelung  statistischer  Veröffentlichungen  über  die  Portugiesischen  Kolonien  wurde
die  Einfuhr  nach  den  Ausfuhrlisten  der  anderen  Länder  ermittelt.
        <pb n="743" />
        734

Spanisch-Afrika.

Spanisch-Afrika.
(Kanarische  Inseln,  Spanisch  -  Marokko,  Rio  de  Oro,  Spanisch  -  Guinea
mit  Fernando  Po  und  Annobon.)
Die  Einfuhr  an  Textilwaren  im  Jahre  1913  betrug  8,8  Mill.  Mark 1 ).
Im  einzelnen:

Baumwollgarne

O
b

Mill.

Mark

Baumwollgewebe,  roh

„

„

„  gebleicht

„

„

„  gefärbt,  bedruckt,  buntgewebt  .  .  .

■  •  •  3,83

Wirkwaren

Andere  Baumwollartikel

Woll  waren

Seidenwaren

„

Leinenwaren

Jutewaren

Konfektionsw'aren

„

Hüte  und  Mützen

8,77

Mill.

Mark

Spanien
England
Italien  .

Die  Herkunftsländer  waren:
.  4,10  Mill.  Mk.  Deutschland  0,10  Mill.  Mk.
•  3)30  „  „  Vereinigte  Staaten  0,10  „  „
•  1,17  „  „

Die  Ausfuhr  an  Textilwaren  (hauptsächlich  Konfektionswaren)  im  Jahre
1913  betrug  0,10  Mill.  Mark,  ausgeführt  von  den  Kanarischen  Inseln  nach  den
Vereinigten  Staaten.

Inlandsverbrauch  an  Textilwaren.
Die  Einfuhr  an  Textilwaren,  abzüglich  der  ausgeführten  betrug  8,7  Mill.  Mark.
Spanisch-Afrika  hatte  eine  Bevölkerung  von  etwa  1032Ö00.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
8,42  Mark.

l )  In  Ermangelung  statistischer  Veröffentlichungen  über  die  Spanischen  Besitzungen  wurde
die  Einfuhr  nach  den  Ausfuhrlisten  der  anderen  Länder  ermittelt.  Nur  die  Ausfuhr  Deutschlands
nach  den  Kanarischen  Inseln  konnte  nicht  mit  einbezogen  werden  und  dadurch  erscheint  die  Einfuhr ­
  nach  den  spanischen  Besitzungen  etwas  niedriger,  als  sie  in  Wirklichkeit  ist.
        <pb n="744" />
        Liberia.  Malta.

735

Liberia.
Die  Einfuhr  im  Jahre  1908  an  Textilwaren  betrug  1,08  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollwaren  0,45  Mül.  Mark
„  Wollwaren  0,01  „  „
„  Kleider  und  Posamentierwaren  o,59  „
„  Jutesäcke  0,03  „  „

Die  Herkunftsländer  sind  nicht  angegeben.
Die  Bevölkerungszahl  wird  nach  Statesman’s  Yearbook  auf  1,5  bis
2,1  Millionen  geschätzt  und  wäre  der  Durchschnitt  mit  1,75  Millionen  anzunehmen.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
0,62  Mk.  mit  Jutewaren
0,60  „  ohne  „

Nachtrag.

Malta.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1911/12  an  Textilwaren  betrug  3,99  Mill.  Mark;  davon

für  Baumwollwaren
„  Wollwaren
„  Seiden  waren
„  Kleider,  Putzwaren  und  Hüte

•  2,55  Mill.  Mark
■  0,73  „
•  0,27  „
•  .  0,44  „

England  .  .
Italien  .  .  .
Frankreich  .
Deutschland

Die  Herkunftsländer  waren:

2,53  Mill.  Mk.
0,64  „  „
0,23
0,12

Britiscb-Indien  .
Osterreich-Un  garn
Andere  Länder  .  .

0,12  Mill.  Mk.
0,08
0,27

Malta  hatte  eine  Bevölkerung  von  228  534.
Der  Verbrauch  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:
17,46  Mark.
        <pb n="745" />
        736

Statistische  Unterlagen.

Verzeichnis  der  benutzten  statistischen  Unterlagen.
Umrechnungseinheiten  der  fremden  Werte  und  Gewichte.

Wert

Gewicht

fremd

=  deutsch

fremd

=  deutsch

Deutschland

Europa.
Statistik  des  Deutschen  Reiches,  Auswärtiger
Handel,  Spezialhandel  nach  wichtigeren
Herkunfts-  und  Bestimmungsländern.  .  .
Vierteljahrshefte  zur  Statistik  des  Deutschen
Reiches
Statistisches  Jahrbuch  für  das  Deutsche  Reich.
Deutsches  Handelsarchiv
Berichte  über  Handel  und  Industrie  ....
Nachrichten  für  Handel  und  Industrie  .  .  .

—

—

—

—

Großbritannien

Annual  Statement  of  the  Trade  of  the  United
King  dom  with  Foreign  Countries  and  British
Possessions
Statistical  abstract  for  the  principal  and  other
foreign  countries  in  each  year
Statistical  abstract  for  the  United  Kingdom  .
Statesman’s  Yearbook,  London

l  Pfd.St.
(£)

20,40  Mk.

1  ton
1  Hundredweight
  (cwt)
1  Cental
1  lb

1016  kg
50,8  k{
45,3  kf
o,453ki

Frankreich

Tableau  Gendral  du  Commerce  et  de  la
Navigation;  Commerce  de  la  France  avec
ses  Colonies  et  les  puissances  etrangeres.
Documents  statistiques  sur  le  commerce  de
la  France
Annuaire  Statistique
Compte  rendu  des  travaux  de  la  Chambre
de  Commerce  de  Lyon

1  Franc

0,80  Mk.

1  Qu.  m.

100  k

Rußland

Obzorwnieschniej  torgowli  Rossij

1  Rubel

2,l6Mk.

1  Pud

16,381

Österr.-Ungarn

Statistik  des  Auswärtigen  Handels
Statistisches  Handbuch  von  Österreich  .  .  .
Statistisches  Jahrbuch  von  Ungarn  ....

J  1  Krone

0,85  Mk.

1  dz

100  1

Italien

Movimento  Commerciale  del  Regno  d’Italia.

1  Lire

0,8l  Mk.

metrisch

Schweiz

Statistik  des  Warenverkehrs  der  Schweiz  mit
dem  Auslande
Statistisches  Jahrbuch  der  Schweiz  ....

j  l  Franken

0,81  Mk.

1  Quintal  (q)

100

Belgien

Tableau  G6n&amp;amp;al  du  Commerce  de  laBelgique
avec  les  Pays  Etrangers
Annuaire  Statistique  de  la  Belgique  et  du
Congo  Beige

j  1  Franc

0,81  Mk.

metrisch
        <pb n="746" />
        Statistische  Unterlagen.  Werte  und  Gewichte.

737

Wert

Gewicht

fremd

=  deutsch

fremd

=  deutsch

Niederlande

Statistiek  van  den  In-,  Uit-  en  Doorvoer  .

Jaarcijfers  Voor  Het  Koninkrijk  der  Neder-(fl.)



1,70  Mk.

metrisch

landen.  Rijk  in  Europa

Spanien

Estadistica  General  del  Comercio  Exterior  de

Espana

l  Peseta

0,80  Mk.

»

Portugal

Comercio  e  Navagagao,  Boletin  Comercial  e

Maritimo

1  Milreis

4,53  Mk.

„

Schweden

Sveriges  Officiella  Statistik:  Handel  ....

1  Krone

1,12  Mk.

Norwegen

Norges  Officielle  Statistik,  Norges  Handel  .

1  Krone

1,12  Mk.

Dänemark

Danmarks  Vareindf0rsel  og  -Udf0rsel  .  .  .

1  Krone

1,12  Mk.

*

Finnland

Finlands  Handel  pä  Ryssland  och  Utrikes

Orter

1  Markka

o,8o  Mk.

»

Türkei

Statistique  du  Commerce  Exterieur  de  l’Empire

Ottomane

l  Piaster

l8,44  Mk.

l  Tscheki

1000  kg

1  Kantar

100  kg

1  Oka

1  kg

Rumänien

Commerce  Exterieur  de  la  Roumanie  .  .  .

l  Leu

o,8o  Mk.

metrisch

Bulgarien

Statistique  du  Commerce  Special  avec  les

Pays  Etrangers.  Mouvement  de  la  Navigation

  et  Prix  Moyens

l  Lev

o,8o  Mk.

»

Griechenland

Statistique  du  Commerce  Special  avec  les

Pays  Etrangers

1  Drachme

0,8o  Mk.

1  Oka

1,28  kg

Serbien

Statistique  du  Commerce  exterieur

l  Dinar

0,8o  Mk.

metrisch

Amerika.

Ver.  Staaten  von

Foreign  Commerce  and  Navigation  of  the

Nord  -  Amerika

United  States

l  Dollar

Statistical  abstract  of  the  United  States.  .  .

(•)

4,20  Mk.

The  World  Almanac  U.  S.  A

wie

in

Großbritannien

Kanada

Report  of  the  Department  of  Trade  and

Commerce

l  Dollar

4,20  Mk.

Mexiko

Importacion  y  Exportaciön  de  la  Republica

)

Mexicana

&amp;gt;  l  Peso

2,10  Mk.

metrisch

The  Mexikan  Yearbook

1

Brasilien

Commercio  Exterior  do  Brasil

1  Papier-1,34

  Mk.

milreis

Argentinien

Anuario  de  la  Direcciön  General  de  Estadistica



1  Peso

4,05  Mk.

„

Chile

Estadistica  Comercial  de  la  Republica  de

Chile

1  Goldpeso

1,53  Mk.

»

Peru

Estadistica  del  Commercio  Especial  del  Peru  .

1  Libras

20,40  Mk.

„

Kertesz,  Textilindustrie  sämtlicher  Staaten.

47
        <pb n="747" />
        738

Statistische  Unterlagen.  Werte  und  Gewichte.

Wert

Gewicht

fremd

-  deutsch

fremd

=  deutsch

Bolivien

Comercio  Espicial  Exportacion,  Importacion

de  Bolivia

1  Boliviano

4,05  Mk.

metrisch

Uruguay

Anuario  Estadistica  General  de  la  Republica

Oriental  del  Uruguay

Goldpeso

4,34  Mk.

»

Paraguay

Bulletin  of  the  Pan  American  Union

Washington

1  Goldpesö'

4,05  Mk.

"

Cuba

Comercio  Exterior  (y  Navegation)

1  Dollar

4,20  Mk.

Guatemala

Bulletin  of  the  Pan  American  Union

Washington

1  Dollar

4,20  Mk.

*

Costarica

Anuario  Estadistico,  Tomo  Decimosexta  .  .

1  Colon

1,95  Mk.

&amp;gt;1

Rep.  Honduras

Revista  Economica

1

Golddoliar

4,05  Mk.

r&amp;gt;

Salvador

Bulletin  of  the  Pan  American  Union

Washington

1  Dollar

4,20  Mk.

»

Nicaragua

Nachrichten  für  Handel  u.  Industrie  Deutschland

  1916

—

—

—

Panama

Berichte  über  Handel  und  Industrie  Deutschland

  1912

—

—

—

Brit.-Amerika

außer  Kanada:

(Brit.-Honduras

1  Dollar

4,20  Mk.

Neufundland

Statistical  tables  relating  to  British

1  Dollar

4,20  Mk.

Falklandinseln

Self-Governing.  Dominions,  Crown

1  £

20,40  Mk.

Bermuda-Inseln

Colonies,  Possessions  and  Protecto-1

  £

20,40  Mk.

Brit.-Westind.

rates

1  £

20,40  Mk.

Brit.-Guayana)

1  Dollar

4,25  Mk.

Französisch-Statistiques

  du  Commerce  des  Colonies

Amerika

Fran&amp;lt;;aises

1  Franc

0,80  Mk.

metrisch

Niederländisch-Nederlandsch

  Koloniaal  Verslag

1  fl.

1,70  Mk.

Amerika

Asien.

Japan

Annual  Return  of  the  Foreign  Trade  of  the

1  Pikul

60,48  kg

Empire  of  Japan

1  Yen

2,10  Mk.

1  Kwan

3,75  kg

Annuaire  Financier  et  Economique  du  Japon  .

1  Kin

0,60  kg

China

Returns  of  Trade  and  Trade  Reports  .  .  .

1  Haikwan-2,75

  Mk.

1  Pikul

60,48  kg

Tael  19H

1  Catty

0,60  kg

Britisch-Indien

Annual  Statement  of  the  Sea-Borne  Trade

and  Navigation  of  British-India  with  the

British  Empire  and  Foreign  Countries  .  .

Statistical  abstract  relating  to  British-India  .

wie  in  Großbritannien

Review  of  the  Trade  of  India

Tables  relating  to  the  Trade  of  British-India

  with  British  Possessions  and  Foreign

Countries

.
        <pb n="748" />
        Statistische  Unterlagen.  Werte  und  Gewichte.

739

Wert

Gewicht

fremd

=  deutsch

fremd

=  deutsch

Niederländisch-Statistiek

  van  den  Handel  en  de  In-  en

Indien

Uitvoerrechten  in  Nederlandsch-Indie  .  .

wie  in  den  Niederlanden

Persien

Statistique  Commerciale  de  la  Perse,  Tableau

General  du  Commerce  avec  les  Pays

Etrangers

1  Kran

0,37  Mk.

1  Batman

2,97  kg

Siam

The  foreign  Trade  and  Navigation  of  the

Port  of  Bangkok

1  Tikal

1,54  Mk.

1  Pikul

60,48  kg

Philippinen

Quarterly  Summary  of  Commerce  of  the

Philippine-Islands

1  Dollar

4,20  Mk.

metrisch

Straits  Settle-Statistical

  tables  relating  to  British  Seifments



Governing  Dominions,  Crown  Colonies,

Possessions  and  Protectorates

l  Dollar

2,38  Mk.

Aden

Report  on  the  Trade  and  Navigation  of  Aden.

wie  in  Großbritannien

Ceylon

l  Rupee

1,36  Mk.

Statistical  tables  relating  to  British

Cypern

Seif  -  Governing  Dominions,  Crown

l  £

20,40  Mk.

Colonies,  Possessions  and  Protectorates

Malaiische

1  Dollar

2,38  Mk.

Staaten

Statistical  abstract  for  the  several  British

Seif  -  Governing  Dominions,  Crown

Brit.-Nordborneo

Colonies,  Possessions  and  Protectorates

1  Dollar

2,38  Mk.

und  Sarawak

Franz.-Indochina

1  Franc

0,80  Mk.

Statistiques  du  Commerce  des  Colonies

Frangaises

Franz.-Indien

1  Franc

0,80  Mk.

Australien.

Austral.  Bund

Trade  and  Customs  and  Excise  Revenue  of

the  Commonwealth  of  Australia

wie  in  Großbritannien

Neuseeland

Statistics  of  the  Dominion  of  New-Zealand  .

wie  in  Großbritannien

Deutsch-Neu-Die

  deutschen  Schutzgebiete  in  Afrika

guinea

und  der  Südsee  (herausgegeben  vom  &amp;lt;

wie  in  Deutschland

Samoa-Inseln

Reichskolonialamt)

Fidschi-Inseln

Statistical  tables  relating  to  British  Seif-Governing

  Dominions,  Crown  Colonies,

Possessions  and  Protectorates

wie  in  Großbritannien

Neu-Kaledonien

Statistiques  du  Commerce  des  Colonies

u.  sonst.  Franz.-Frangaises



wie  in  Frankreich

Ozeanien

47*
        <pb n="749" />
        740  Statistische  Unterlagen.  Werte  und  Gewichte.

Wert

Gewicht

fremd

=  deutsch

fremd

=  deutsch

Afrika.

Ägypten

Le  Commerce  extdrieur  de  l’Egypte  .  .  .  .

l  Livre
ägypt.  (L.E.)

20,75  Mk.

metrisch

Algerien

Documents  Statistiques  sur  le  Commerce  de  j
L’Algerie

l  Franc

o,8o  Mk.

Tunis

Documents  Statistiques  sur  le  Commerce  de
la  Tunisie

l  Franc

o,8o  Mk.

„

Marokko

Statistiques  du  Mouvement  Maritime  et
Commercial  du  Maroc

1  Franc

o,8o  Mk.

„

Madagaskar

Französisch-Westafrika

Französisch-Ostafrika


Statistiques  du  Commerce  des  Colonies
Fran^aises  .

1  Franc

o,8o  Mk.

Franz.-Congo

Brit.-Siidafrika

Annual  Statement  of  the  Trade  and  Shipping
of  the  Union  of  South  Africa  and  of
Southern  and  Northern  Rhodesia

|  wie  in  Großbritannien

Brit.-Ostafrika

1  £

20,40  Mk.

Uganda

i  £

20,40  Mk.

Nyassaland

l  £

20,40  Mk.

Brit.-Somaliland

i  £

20,40  Mk.

Seychellen
Mauritius
Brit.-Westafrika:
(Britisch-Nordnigeria

Britisch-Südnigeria

Sierra-Leone
Gambia
Goldküste)

Statistical  tables  relating  to  British
Seif-Governing  Dominions,  Crown
Colonies,  Possessions  and  Protectorates

l  Rupee
l  Rupee
l  £

1,36  Mk.
1,36  Mk.
20,40  Mk.

Deutsch-Ostafrika ­

Kamerun
Togo
Deutsch-Südwestafrika ­


Die  deutschen  Schutzgebiete  in  Afrika
und  der  Südsee  (herausgegeben  vom
Reichskolonialamt)

wie  in  Deutschland
        <pb n="750" />
        Statistische  Unterlagen.  Werte  und  Gewichte.

741

Wert

Gewicht

fremd

=  deutsch

fremd

=  deutsch

Belgisch-Kongo

Annuaire  Statistique  de  la  Belgique  et  du
Congo  Beige

1  Franc

o,8o  Mk.

Eritrea  und  Ital.-Somaliland


Annuario  Statistico  Italiano  Seconda  Serie
Vol.  111

l  Lire

o,8i.Mk.

Liberia

Statistics  relating  to  Shipping,  Import  and
Export  Trade  of  Liberia

1  Dollar

4,20  Mk.

Malta

Statistical  tables  relating  to  British  Self-Governing
  Dominions,  Crown  Colonies,
Possessions  and  Protectorates

1  £

20,40  Mk.
        <pb n="751" />
        Uganda.  Zanzibar.

715

ä  03

9  Ostafrika  scheint  eines  der  afrikanischen  Länder  zu  sein,  in  welchen
den  Einfuhrmengen  ein  Übergewicht  gegen  England  erlangt  hat.
ühzeitschriften,  wie  „Manchester  Guardian“,  weisen  auf  diesen  Umy
  der  Bemerkung,  daß  der  Baumwollverbrauch  in  Britisch-Ostafrika
sdehnungsfähig  sei.

b)  Uganda.
bnfuhr  im  Jahre  1911  /12  an  Textilwaren  betrug  4,75  Mill.  Mark;
l
’Baumwoll-,  Woll-  und  Seidengewebe  4,23  Mill.  Mark
:;  1  Kleider  0,27  „  „
‘Jutesäcke  0,25  „  „
Tfuhr  im  Jahre  1911/12  an  entkernter  Baumwolle  betrug  700  t  und
b  ter  Baumwolle  1500  t  im  Werte  von  1,21  Mill.  Mark.
Die  Herkunftsländer  waren  :

o.
1  °
1  t-\

O
Ca)

o

03
■^1

&amp;gt;
■-&amp;gt;1

o
00

Cö
CO

&amp;gt;
OO

o
CD

OD
CD

hatte  im  Jahre  1911  eine  Bevölkerung  von  2843300.
h  an  Textilwaren  pro  Person  und  Jahr  betrug  demnach:

s : -

I

1,62  Mill.  Mk.
1,41  „
0,62  „
0,48  „
0,21  „

Italien  ....  0,13  Mill.  Mk.
Niederlande  0,10  „
Frankreich  0,07  „  „
Andere  Länder  0,11  „  „

1,67  Mk.  mit  Jutewaren
1,58  „  ohne  „

Baumwollgewinnung.
; en  in  Uganda  große  Anstrengungen  gemacht,  um  in  ausgiebigster
Asche  Baumwolle  zu  gewinnen  und  diese  hatten  bis  jetzt  guten
Ausfuhr  aus  Uganda  und  dem  übrigen  Ostafrika  an  roher  Baum-|i|igland
  betrug  im  Jahre  1913  bereits  5o59t.

c)  Zanzibar.
:■  :uhr  im  Jahre  1911  an  Textilwaren  betrug  4,57  Mill.  Mark;  davon
Gewebe  aller  Art  4,27  Mill.  Mark
Jutesäcke  b
Die  Herkunftsländer  waren:

1,26  Mill.  Mk.
1,01  „  „
0,96  „
Vereinigte  Staaten  0,51  „  „

Britisch-  und  Deutsch-Ostafrika  .  0,16  Mill.  Mk.
Deutschland  0,12  „  „
Andere  Länder  0,55  .1  »
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</TEI>
